Radfahren im Rätikon: Alpine Panoramen zwischen Vorarlberg, Graubünden und Liechtenstein
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Radfahren im Rätikon: Alpine Panoramen zwischen Vorarlberg, Graubünden und Liechtenstein

Drei Länder, ein Gebirge und Panoramen, die du nicht mehr vergisst – hier wird jeder Kilometer zur Belohnung.

Radfahren im Rätikon: Gipfel & Genuss

Es gibt Gebirge, die brüllen dich mit ihrer Dramatik förmlich an – und dann gibt es den Rätikon. Dieses grenzüberschreitende Kalkgebirge zwischen dem österreichischen Vorarlberg, dem schweizerischen Graubünden und dem winzigen Liechtenstein macht keinen Lärm. Es wirkt einfach. Mit seinen hellen Felswänden, den saftig grünen Almwiesen und den tief eingeschnittenen Tälern liefert es dir eine Kulisse, die beim Radfahren gnadenlos schön ist – egal, ob du sportlich schwitzt oder genüsslich rollst.

Wer hier in die Pedale tritt, erlebt Alpen im besten Sinne: Das Montafon, das Prättigau und das Brandnertal öffnen sich wie ein Bilderbuch. Türkis leuchtende Stauseen wie der Lünersee, verschlafene Bergdörfer mit dunkel gebeizten Holzhäusern, das Klappern der Kuhglocken und der Duft von frisch gemähtem Heu begleiten dich auf fast jedem Kilometer. Und immer wieder ragt sie am Horizont auf: die markante Zackenlinie der Rätikon-Hauptkette mit der berühmten Sulzfluh und der Schesaplana als höchstem Punkt.

Das Schöne am Rätikon ist seine Vielseitigkeit. Familien finden entlang der Ill und der Landquart flache, gut ausgebaute Talradwege, auf denen Kinder unbeschwert kurbeln können. Rennradfahrer stürzen sich auf legendäre Anstiege wie das Silvretta-Hochalpenstraßen-Umfeld, während Mountainbiker und E-Biker sich an Almauffahrten und Panoramarouten satt fahren. Es ist diese Mischung aus alpiner Wucht und lieblicher Gemütlichkeit, die den Rätikon so besonders macht.

Und dann ist da noch das Grenzgefühl. Wo sonst radelst du an einem einzigen Tag durch drei Länder, wechselst zwischen Vorarlberger Dialekt, Bündner Gelassenheit und liechtensteinischer Beschaulichkeit? Der Rätikon ist ein Ort, an dem Landesgrenzen zu Nebensache werden – und der Sattel deines Rades zur besten Aussichtsplattform der Alpen wird. Pack die Trinkflasche ein, das hier willst du erfahren, nicht nur ansehen.

Topografie & Landschaft

Alpines Kalkgebirge mit Tälern

Höhenlage

Bis 2.965 m (Schesaplana)

Geländecharakter

Asphaltwege, Forststraßen, Passstraßen

Infrastruktur

Bergbahnen, Verleih, Gasthäuser

Beste Reisezeit

Ende Mai bis Anfang Oktober

Navigation

Das macht den Rätikon so besonders

Der Lünersee – türkise Perle unter der Schesaplana

Wenn es einen Ort gibt, der das Rätikon in einem einzigen Bild zusammenfasst, dann ist es der Lünersee. Auf rund 1.970 Metern eingebettet, leuchtet er an sonnigen Tagen in einem Türkis, das fast unwirklich wirkt. Über dem Ufer thront die Schesaplana, mit 2.965 Metern der höchste Gipfel des Rätikon. Für Radfahrer ist der See ein lohnendes Fernziel: Die Auffahrt ins Brandnertal führt dich bis zur Talstation der Lünerseebahn, von wo aus du mit der Seilbahn hinaufschweben kannst.

Rund um den See verläuft ein herrlicher Uferweg, der zwar den Wanderschuhen vorbehalten ist, aber selbst kurze Pausen hier werden zum Fototermin. Wusstest du schon? Der Lünersee war einst ein natürlicher Bergsee, wurde in den 1950er-Jahren für die Stromgewinnung aufgestaut und gilt heute als eines der Wahrzeichen Vorarlbergs.

Montafon – Talkultur zwischen Tradition und Genuss

Das Montafon ist das pulsierende Herz auf der österreichischen Seite. Entlang der Ill zieht sich der bestens ausgebaute Montafoner Radweg durch Orte wie Schruns, Tschagguns und Gaschurn. Hier trifft alpine Tradition auf moderne Radkultur: urige Gasthäuser servieren Käsknöpfle und Sura Kees, während gut beschilderte Routen dich sicher durch das Tal leiten.

Kulinarisch lohnt sich jeder Stopp. Der würzige Montafoner Sura Kees, ein magerer Sauermilchkäse, ist eine echte regionale Spezialität, die es so nur hier gibt. Dazu ein Glas Most oder ein kühles Radler – so schmeckt das Tal. Übrigens verbrachte einst Ernest Hemingway einen Winter in Schruns; das Montafon hat also durchaus literarische Weihen.

Prättigau – die stille Schweizer Seite

Auf der Bündner Seite breitet sich das Prättigau aus, ein Tal, das seinen Namen dem lateinischen "pratum" (Wiese) verdankt – und tatsächlich grünen hier die Hänge in einem satten Ton. Von Klosters bis Landquart folgst du der Landquart durch Dörfer, die noch echtes Bündner Leben atmen. Weniger touristisch überlaufen als so mancher Nachbar, ist das Prättigau ein Geheimtipp für alle, die Ruhe und Authentizität suchen.

Klosters selbst hat royalen Charme – die britische Königsfamilie war hier regelmäßig zu Gast. Für Radler ist es ein idealer Ausgangspunkt, um die Talradwege zu erkunden oder anspruchsvollere Bergstrecken in Angriff zu nehmen. Die Bahnverbindung der Rhätischen Bahn macht die An- und Rückreise angenehm entspannt.

Liechtenstein – Radeln im Zwergstaat

Am Rande des Rätikon liegt das Fürstentum Liechtenstein, klein an Fläche, aber groß an Charme. Von Balzers bis Vaduz radelst du am Rhein entlang, mit Blick auf das Schloss Vaduz und die dahinter aufragenden Rätikon-Gipfel. Der Rheinradweg ist hier flach und familienfreundlich – perfekt für einen entspannten Grenzgang.

Wusstest du schon? Liechtenstein hat kein eigenes Militär, aber ein bestens ausgebautes Radwegenetz. Und wer alle drei Länder an einem Tag durchradeln möchte, hat hier den idealen Knotenpunkt gefunden. Ein Espresso in Vaduz, ein Käsknöpfle in Vorarlberg und ein Bündner Nusstörtli in Graubünden – dreiländerkulinarisch wird es kaum besser.

Warum Radfahren im Rätikon ein Erlebnis ist

Vielfalt für jeden Radtyp

Das Rätikon ist keine Region, die sich auf eine einzige Zielgruppe festlegt – und genau das ist ihr Trumpf. Entlang der großen Talflüsse Ill, Landquart und Rhein findest du flache, asphaltierte Radwege, die selbst mit Anhänger und quengelndem Nachwuchs entspannt zu bewältigen sind. Wer es sportlicher mag, findet dagegen giftige Anstiege, die dich schnell an deine Grenzen bringen und mit Panoramen belohnen, die jeden Muskelkater vergessen lassen.

Besonders für E-Biker hat sich das Rätikon zum Paradies entwickelt. Höhenmeter, die früher ambitionierten Sportlern vorbehalten waren, sind heute auch für Genussradler machbar. Die Almgasthäuser und Bergstationen sind bestens auf die neuen Gäste eingestellt – vom Ladeservice bis zum reservierten Kaiserschmarrn.

Landschaft, die süchtig macht

Was den Rätikon so besonders macht, ist der ständige Wechsel der Perspektiven. Mal rollst du durch schattige Wälder, in denen das Sonnenlicht in Streifen auf den Weg fällt, dann wieder öffnet sich das Tal und gibt den Blick frei auf die hellen Kalkwände der Hauptkette. Sulzfluh, Drusenfluh und die Drei Türme bilden eine Silhouette, die man sich kaum sattsehen kann.

Immer wieder begleiten dich Wasser in allen Formen: rauschende Gebirgsbäche, stille Stauseen, kleine Almtümpel, in denen sich die Gipfel spiegeln. Diese Nähe zum Wasser gibt selbst an heißen Sommertagen eine willkommene Frische – und ein Fußbad im eiskalten Bergbach ist eine Erfrischung, die kein Wellnesstempel toppt.

Aussichtspunkte und Genussmomente

Die besten Aussichten holst du dir oben an den Bergstationen ab. Die Auffahrt zur Lünerseebahn, die Golmerbahn im Montafon oder die Madrisa oberhalb von Klosters öffnen dir alpine Fernblicke, die von unten kaum zu erahnen sind. Viele dieser Bahnen transportieren dein Rad problemlos mit, sodass du die Höhenmeter geschenkt bekommst und die Abfahrt genießt.

Und dann sind da die kulinarischen Belohnungen. Kaum eine Region verbindet Radfahren und Genuss so selbstverständlich wie der Rätikon. Auf fast jeder Alm wartet regionale Kost, von deftigen Knödeln bis zum frisch gebutterten Bergkäse. Radfahren wird hier zur genussvollen Reise, bei der der Weg und das Ziel gleichermaßen schmecken.

Übernachten im Rätikon: Radlerfreundliche Hotels & gemütliche Unterkünfte

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Die schönsten Radtouren im Rätikon

Montafoner Talradweg von Bludenz nach Partenen

Diese Tour ist der Klassiker für alle, die das Montafon in seiner ganzen Länge erleben wollen. Der Montafoner Radweg beginnt in Bludenz und folgt der Ill talaufwärts über Vandans, Schruns, Tschagguns, Gaschurn bis nach Partenen am Talschluss. Auf rund 40 Kilometern gewinnst du gemächlich an Höhe, meist auf asphaltierten oder gut befestigten Wegen abseits des Autoverkehrs.

Unterwegs radelst du durch dörfliche Idylle, vorbei an alten Maisäßen und mit ständigem Blick auf die Rätikon- und Silvrettagipfel. In Schruns lohnt ein Stopp im Ortszentrum, in Gaschurn kannst du Kraft für den letzten Abschnitt tanken. Wer möchte, fährt in Partenen mit der Vermuntbahn weiter Richtung Silvretta.

Die Strecke eignet sich hervorragend für Familien und Genussradler, dank leichter Steigung auch ohne E-Motor gut zu schaffen. Zurück geht es entspannt mit der Montafonerbahn – Räder werden gerne mitgenommen. Ein perfekter Einstieg ins Rätikon.

Auffahrt ins Brandnertal zur Lünerseebahn

Wer die Herausforderung sucht, nimmt die Auffahrt von Bludenz durch das Brandnertal bis zur Talstation der Lünerseebahn im Bereich Brand. Diese Strecke ist ein echter Höhenmeterfresser und belohnt jede Anstrengung mit einer der schönsten Kulissen der Region.

Von Bürs geht es stetig bergauf über Brand, vorbei an sattgrünen Wiesen und dem rauschenden Alvierbach. Der Straßenbelag ist durchweg gut, der Verkehr überschaubar. Oben angekommen, kannst du mit der Seilbahn zum Lünersee hinaufschweben und den türkisen Bergsee unter der mächtigen Schesaplana bestaunen.

Diese Tour ist etwas für sportliche Rennradfahrer und ambitionierte E-Biker. Die Abfahrt zurück ins Tal ist ein reines Vergnügen, verlangt aber Konzentration. Ein Einkehrschwung in einem der Brandner Gasthäuser rundet den Tag perfekt ab.

Prättigauer Talroute von Klosters nach Landquart

Auf der Schweizer Seite führt dich diese entspannte Abfahrtstour von Klosters entlang der Landquart durch das gesamte Prättigau bis nach Landquart im Rheintal. Da es überwiegend bergab geht, ist die rund 30 Kilometer lange Strecke auch für weniger Trainierte ein Genuss.

Du rollst durch die Bündner Dörfer Küblis, Saas, Schiers und Grüsch, vorbei an dunkel gebeizten Walserhäusern und terrassierten Hängen. Immer wieder begleitet dich die smaragdgrüne Landquart, und über dir ragt die Rätikon-Hauptkette auf. In Grüsch lohnt ein Halt für einen Bündner Kaffee.

Die Route ist gut beschildert und größtenteils autofrei. Für die Rückfahrt nutzt du die Rhätische Bahn, die dich samt Rad bequem nach Klosters zurückbringt. Ideal für einen genussvollen Tag ohne allzu große Anstrengung.

Drei-Länder-Runde entlang des Rheins

Diese flache Rundtour verbindet Vorarlberg, Liechtenstein und die Schweiz zu einem einzigartigen Grenzerlebnis. Startpunkt ist Feldkirch, von dort folgst du dem Rheinradweg über Balzers und Vaduz in Liechtenstein und wechselst über eine der Rheinbrücken in die Schweiz Richtung Buchs.

Auf gut ausgebauten, ebenen Wegen radelst du am Rhein entlang, mit Blick auf das Schloss Vaduz und die Rätikon-Gipfel im Hintergrund. In Vaduz lohnt ein Stopp im Städtle, der autofreien Fußgängerzone, für einen Kaffee und einen Blick auf die Fürstenresidenz.

Die Runde ist ideal für Familien und Genussradler, da sie kaum Steigungen aufweist. Du sammelst an einem Tag drei Länderstempel und lernst die kulturelle Vielfalt der Region kennen. Ein echtes Highlight für alle, die Grenzen gern auf zwei Rädern überwinden.

Golm-Panoramatour über Latschau

Diese Mountainbike- und E-Bike-Tour führt dich von Vandans hinauf zur Talstation der Golmerbahn und weiter zum Stausee Latschau. Es ist eine sportliche Höhenmetertour, die mit grandiosen Ausblicken auf das Rätikonmassiv belohnt wird.

Von Vandans geht es stetig bergauf durch Wald und über Almwiesen bis zum türkis schimmernden Latschausee. Wer noch Kraft hat, nimmt die weiteren Forstwege Richtung Golm-Alpen unter die Räder. Die Bergstationen bieten Einkehrmöglichkeiten mit Panoramaterrasse.

Alternativ transportierst du dein Rad mit der Golmerbahn nach oben und genießt die Abfahrt über die gut ausgebauten Wege. Diese Tour richtet sich an konditionsstarke Radler und E-Biker, die alpine Höhenluft und weite Ausblicke suchen. Der Golm ist einer der schönsten Aussichtsbalkone des Montafon.

Silvretta-Vorbergland-Tour ab Gaschurn

Für ambitionierte Radler ist die Auffahrt aus dem hinteren Montafon in Richtung Silvretta ein Traum. Von Gaschurn geht es Richtung Partenen und weiter hinauf zu den Vermunt- und Silvretta-Stauseen, wo sich das Rätikon mit der Silvrettagruppe verbindet.

Die Strecke ist anspruchsvoll und lang, führt aber durch hochalpines Gelände mit atemberaubenden Blicken auf Gletscher und Bergseen. Der Bielerhöhe-Bereich mit dem Silvretta-Stausee ist ein lohnendes Etappenziel, das du dir hart erarbeiten musst.

Diese Tour ist Rennradfahrern und starken E-Bikern vorbehalten. Wer die Silvretta-Hochalpenstraße kennt, weiß um die legendären Serpentinen. Der Abschnitt aus dem Montafon bietet einen etwas ruhigeren, aber ebenso spektakulären Zugang zur alpinen Hochwelt. Feste Wadeln und warme Kleidung nicht vergessen.

Häufige Fragen

Ist der Rätikon für Familien mit Kindern zum Radfahren geeignet?

Ja, der Rätikon ist überraschend familienfreundlich, sofern man die richtigen Strecken wählt. Die Talradwege entlang der Ill im Montafon, der Landquart im Prättigau und des Rheins in Liechtenstein sind flach, gut ausgebaut und größtenteils vom Autoverkehr getrennt. Auf diesen Routen können auch jüngere Kinder unbeschwert in die Pedale treten.

Für die Bergstrecken empfehlen sich die zahlreichen Bergbahnen, die Räder mitnehmen. So sparst du die anstrengenden Höhenmeter und kannst die Abfahrt genießen. Viele Gasthäuser und Almen sind auf Familien eingestellt und bieten Spielplätze oder kindgerechte Verpflegung. Plane die Etappen nicht zu lang und baue genügend Pausen ein – dann wird das Rätikon zum perfekten Familienrevier.

Kann ich den Rätikon auch mit dem E-Bike gut erkunden?

Absolut, das Rätikon ist geradezu ein Paradies für E-Biker. Die alpinen Steigungen, die früher nur durchtrainierten Sportlern vorbehalten waren, sind mit elektrischer Unterstützung heute für nahezu jeden machbar. Auffahrten ins Brandnertal, zum Golm oder ins hintere Montafon werden so zum genussvollen Erlebnis.

Die Infrastruktur ist bestens auf E-Bikes eingestellt. In vielen Orten, Gasthäusern und an Bergstationen findest du Ladestationen, und Verleihstationen bieten hochwertige E-Mountainbikes an. Achte dennoch auf ausreichend Akkukapazität bei längeren Bergtouren und nimm bei Bedarf ein Ladegerät mit. So kombinierst du sportliche Höhenluft mit entspanntem Genuss.

Wann ist die beste Reisezeit zum Radfahren im Rätikon?

Die ideale Saison zum Radfahren im Rätikon reicht von Ende Mai bis Anfang Oktober. In den Tälern kannst du oft schon im Frühjahr starten, während die hochalpinen Strecken und Bergbahnen meist erst ab Juni schneefrei und geöffnet sind. Der Frühsommer verzaubert mit blühenden Almwiesen und tosenden Schmelzwasserbächen.

Die Monate Juli und August bieten die stabilsten Wetterlagen und den vollständigen Betrieb aller Bergbahnen. Der September gilt bei vielen als Geheimtipp: Die Luft ist klar, die Fernsicht spektakulär und die Wege deutlich leerer. Beachte, dass es in den Höhenlagen auch im Hochsommer kühl und wechselhaft werden kann – wetterfeste Kleidung gehört immer ins Gepäck.

Darf ich meinen Hund beim Radfahren mitnehmen?

Grundsätzlich ist das Radfahren mit Hund im Rätikon möglich, erfordert aber gute Planung und einen fitten Vierbeiner. Auf den ebenen Talradwegen kann ein trainierter Hund neben dem Rad herlaufen, sofern die Temperaturen moderat sind. An heißen Sommertagen solltest du frühe Morgenstunden wählen und stets ausreichend Wasser dabeihaben.

In den Bergen ist Vorsicht geboten: Almen sind oft mit Weidevieh belegt, und begegnende Kühe können auf Hunde empfindlich reagieren. Halte deinen Hund dann unbedingt an der Leine. In den Bergbahnen werden Hunde meist gegen einen kleinen Aufpreis mitgenommen. Erkundige dich vorab nach den jeweiligen Regelungen, damit dem gemeinsamen Ausflug nichts im Wege steht.

Brauche ich ein Rennrad oder ein Mountainbike für den Rätikon?

Das hängt ganz von deinen Vorlieben und der geplanten Route ab. Für die asphaltierten Talradwege und die Passstraßen wie die Silvretta reicht ein Rennrad oder ein gutes Tourenrad völlig aus. Diese Strecken sind komfortabel zu fahren und bieten spektakuläre Ausblicke.

Möchtest du dagegen auf Forstwege, Almstraßen und Panoramarouten in den Bergen, ist ein Mountainbike oder Gravelbike die bessere Wahl. Viele Radler entscheiden sich für ein vielseitiges E-Mountainbike, das sowohl auf Asphalt als auch im Gelände eine gute Figur macht. Wer flexibel bleiben möchte, findet vor Ort zahlreiche Verleihstationen mit passenden Modellen für jeden Anspruch.

Kann ich mein Fahrrad in den Bergbahnen mitnehmen?

Ja, viele Bergbahnen im Rätikon sind auf den Radtransport eingestellt. Die Lünerseebahn, die Golmerbahn im Montafon und die Madrisa-Bahn bei Klosters nehmen Fahrräder in der Regel gegen einen Aufpreis mit. So kannst du die anstrengenden Höhenmeter überspringen und dich auf die genussvolle Abfahrt konzentrieren.

Auch die Bahnverbindungen im Tal, etwa die Montafonerbahn und die Rhätische Bahn, transportieren Räder unkompliziert. Das macht Streckentouren besonders attraktiv, da du nicht den gleichen Weg zurückfahren musst. Informiere dich vorab über Kapazitäten und eventuelle Reservierungspflicht in der Hochsaison, denn beliebte Verbindungen können voll werden.

Wie anspruchsvoll sind die Radtouren im Rätikon?

Das Rätikon bietet die gesamte Bandbreite von entspannt bis knüppelhart. Die flachen Talradwege entlang der großen Flüsse sind auch für Einsteiger und Familien problemlos zu bewältigen. Hier zählt nur der Genuss, nicht die sportliche Herausforderung.

Die Bergstrecken hingegen können es in sich haben. Auffahrten wie ins Brandnertal oder Richtung Silvretta verlangen ordentlich Kondition und sammeln schnell mehrere hundert Höhenmeter. Mit einem E-Bike relativiert sich der Anspruch deutlich. Wähle deine Tour realistisch nach deiner Fitness und Ausrüstung – dann findet wirklich jeder die passende Route in dieser vielseitigen Region.

Gibt es entlang der Radwege genügend Einkehrmöglichkeiten?

Ja, kulinarisch bist du im Rätikon bestens versorgt. Entlang der Talradwege reihen sich Gasthäuser, Cafés und Almen aneinander, die von deftiger Bergkost bis zu süßen Verlockungen alles bieten. Regionale Spezialitäten wie Käsknöpfle, Sura Kees oder Bündner Nusstorte solltest du unbedingt probieren.

Auch in den Höhenlagen findest du zahlreiche bewirtschaftete Almhütten und Bergstationen mit Panoramaterrassen. Ein Kaiserschmarrn mit Bergblick ist hier fast schon Pflichtprogramm. Beachte, dass manche Hütten nur saisonal geöffnet haben. In den kleineren Dörfern kann es außerhalb der Hauptzeiten ruhig werden, daher lohnt es sich, ausreichend Proviant für längere Etappen dabeizuhaben.

Wie komme ich am besten in die Region?

Der Rätikon ist dank seiner Grenzlage hervorragend erreichbar. Auf der österreichischen Seite bildet Bludenz einen zentralen Bahnknotenpunkt, von dem die Montafonerbahn ins Tal führt. Auf der Schweizer Seite erreichst du das Prättigau bequem mit der Rhätischen Bahn über Landquart und Klosters.

Mit dem Auto gelangst du über die Rheintalautobahn und die entsprechenden Talabzweigungen in die Region. Umweltbewusste Radler setzen jedoch gern auf die exzellenten Bahnverbindungen, die auch den Radtransport ermöglichen. So kannst du bereits die Anreise als Teil des Erlebnisses genießen und musst dich nicht um Parkplätze kümmern.

Kann ich an einem Tag durch alle drei Länder radeln?

Ja, und das ist eines der besonderen Highlights der Region. Der Rätikon liegt genau am Dreiländereck von Österreich, der Schweiz und Liechtenstein. Entlang des Rheins verbinden gut ausgebaute Radwege die drei Länder auf flacher Strecke, sodass ein Grenzgang an einem einzigen Tag problemlos möglich ist.

Von Feldkirch aus etwa erreichst du über Liechtenstein die Schweiz und kannst über die Rheinbrücken zurück nach Vorarlberg wechseln. Grenzkontrollen gibt es dank der offenen Grenzen kaum. Denk aber daran, dass die Schweiz und Liechtenstein nicht zur EU gehören – ein Blick auf die Zahlungsmittel und eventuelle Roaminggebühren lohnt sich. Ansonsten steht dem grenzenlosen Radvergnügen nichts im Weg.

Sind die Radwege gut beschildert?

Die Beschilderung im Rätikon ist auf allen Seiten der Grenze vorbildlich. In Vorarlberg folgst du dem gut markierten Montafoner Radweg und den regionalen Radrouten, die mit klaren Wegweisern versehen sind. Auch in der Schweiz sorgt das bekannte SchweizMobil-System für eine lückenlose und verlässliche Orientierung.

Trotzdem empfiehlt sich für längere oder anspruchsvollere Touren die Nutzung einer Rad-App oder eines GPS-Geräts. So behältst du auch in den weitläufigen Bergregionen den Überblick und findest problemlos zu Einkehrmöglichkeiten und Bahnstationen. Kartenmaterial gibt es zudem in den örtlichen Tourismusbüros, die auch wertvolle Tipps zu aktuellen Wegzuständen geben.

Wo finde ich Fahrradverleih und Reparaturmöglichkeiten?

In den größeren Orten wie Schruns, Gaschurn, Klosters und Vaduz findest du zahlreiche Verleihstationen, die von City-Bikes über E-Mountainbikes bis hin zu Rennrädern alles anbieten. Die Auswahl ist groß, und die Modelle sind meist gut gewartet und aktuell.

Auch für Reparaturen und Notfälle bist du gut aufgestellt: Fahrradgeschäfte in den Talorten helfen bei Pannen weiter und haben oft auch am Wochenende geöffnet. Für kleinere Reparaturen unterwegs solltest du dennoch ein Basis-Set mit Flickzeug, Ersatzschlauch und Multitool dabeihaben, denn in den abgelegenen Bergregionen ist die nächste Werkstatt manchmal weit entfernt.

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