Radfahren im Puez-Geisler: Zwischen Zackenkämmen und grünen Almwiesen der Dolomiten
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Radfahren im Puez-Geisler: Zwischen Zackenkämmen und grünen Almwiesen der Dolomiten

Grüne Almen, zackige Felstürme und Dolomitenpässe, die selbst hartgesottene Radler ins Schwärmen bringen – willkommen im Puez-Geisler.

Radfahren im Puez-Geisler

Morgens, wenn die erste Sonne über die Geislerspitzen kriecht und die Felszacken in glühendes Orange taucht, spürst du sofort: Hier ist Radfahren mehr als Sport. Der Naturpark Puez-Geisler liegt wie ein grünes Herz zwischen Grödental, Gadertal und dem Villnößtal, umrahmt von einigen der berühmtesten Felsformationen der Dolomiten. Wer hier in die Pedale tritt, bewegt sich durch eine Landschaft, die 2009 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde – und das merkt man mit jedem Höhenmeter.

Der Puez-Geisler ist ein Reich der Kontraste. Unten sanfte Almwiesen, blühende Bergmatten und Lärchenwälder, in denen es nach Harz und frischem Gras duftet. Oben schroffe Türme, Kare und Geröllfelder, die aussehen, als hätte ein Riese sie mit dem Meißel bearbeitet. Zwischen diesen Welten schlängeln sich Forststraßen, Panoramawege und knackige Passstraßen, die Rennradfahrer, Gravel-Fans und Mountainbiker gleichermaßen glücklich machen.

Und dann sind da die Menschen: die Ladiner, deren jahrhundertealte Sprache noch heute in den Tälern lebt, die Bäuerinnen auf den Hochalmen, die dir einen Kaiserschmarrn hinstellen, als wärst du ein hungriger Bergwanderer aus einer alten Sage. Zwischen Seceda, Puezhütte und den grünen Wiesen von St. Magdalena vermischen sich Natursport und Genusskultur zu einem Erlebnis, das dich lange nach der letzten Abfahrt begleitet.

Ob du dich auf dem Rennrad über die legendären Dolomitenpässe kämpfst, mit dem Gravelbike ruhige Almwege erkundest oder mit dem Mountainbike zwischen Wurzeln und Panoramen abtauchst – der Puez-Geisler belohnt jede Anstrengung mit Ausblicken, die man kaum in Worte fassen kann. Zeit, das Rad startklar zu machen.

Topografie & Landschaft

Alpine Hochgebirgslandschaft mit Almen

Höhenlage

Bis 3.025 m (Sass Rigais)

Geländecharakter

Passstraßen, Forstwege, Almwege

Infrastruktur

Sehr gut ausgebaut, radfreundlich

Beste Reisezeit

Mitte Juni bis September

Navigation

Was den Naturpark Puez-Geisler so einzigartig macht

Der Naturpark und sein Welterbe-Status

Der Naturpark Puez-Geisler erstreckt sich über rund 10.000 Hektar und gehört zu den ältesten Schutzgebieten Südtirols. Geologen nennen ihn liebevoll das Lehrbuch der Dolomiten, weil hier praktisch alle Gesteinsschichten und Erdzeitalter der Region an der Oberfläche zutage treten. Für dich als Radfahrer bedeutet das: Du fährst nicht einfach durch schöne Berge, du fährst durch Millionen Jahre Erdgeschichte.

Besonders eindrucksvoll ist der Blick auf die Geislerspitzen, die vom Villnößtal aus wie eine gezackte Krone in den Himmel ragen. Kein Wunder, dass diese Kulisse zum UNESCO-Welterbe zählt. Wer mit dem Rad an der Zanser Alm ankommt und den Sass Rigais im Rücken hat, versteht schnell, warum Fotografen und Bergsteiger aus aller Welt hierher pilgern.

Ladinische Kultur und gelebte Tradition

Rund um den Puez-Geisler lebt eine der ältesten Kulturen des Alpenraums: die Ladiner. In Gröden und im Gadertal wird bis heute Ladinisch gesprochen, eine rätoromanische Sprache, die sich seit der Römerzeit gehalten hat. Auf deinen Touren wirst du diesen Charme immer wieder spüren – in den Ortsnamen, den kunstvoll geschnitzten Holzfiguren aus Gröden und der herzlichen Gastfreundschaft.

Die Holzschnitzkunst aus St. Ulrich und St. Christina ist weltberühmt und begegnet dir in Kirchen, Schaufenstern und kleinen Werkstätten. Nimm dir Zeit für einen Zwischenstopp, wenn du durch die Dörfer rollst. Ein Espresso, ein Plausch mit dem Schnitzer, ein Blick auf ein filigranes Kunstwerk – das sind die Momente, die eine Radreise erst rund machen.

Kulinarik zwischen Alm und Feinschmecker

Südtirol ist ein Genussland, und der Puez-Geisler bildet da keine Ausnahme. Auf den Almhütten erwarten dich deftige Klassiker: Speckknödel, Kaiserschmarrn, Schlutzkrapfen mit Ricotta und Spinat und natürlich ein Glas hausgemachter Buttermilch. Nach einer schweißtreibenden Auffahrt schmeckt das wie eine kleine Belohnung vom Bergwettergott persönlich.

Wer es feiner mag, findet in den Talorten hervorragende Restaurants, in denen alpine Küche auf mediterrane Leichtigkeit trifft. Dazu ein Gläschen Lagrein oder Gewürztraminer – aber bitte erst nach der Radtour. Ein Geheimtipp: Probiere den Villnößer Almkäse direkt bei den Produzenten, er trägt sogar ein Slow-Food-Präsidium.

Wusstest du schon?

Der Bergsteiger Reinhold Messner stammt aus dem Villnößtal, direkt am Fuße der Geisler. Er sagt selbst, dass ihn diese Berge zu seinem Leben in den Höhen inspiriert haben. Wenn du also durch St. Peter oder St. Magdalena radelst, atmest du dieselbe Luft, die den vielleicht berühmtesten Alpinisten der Welt geprägt hat.

Ein weiterer Fakt für die nächste Hüttenrunde: Der Name Puez leitet sich vermutlich vom lateinischen Wort für Brunnen oder Wasserstelle ab – passend, denn das Hochplateau ist von zahlreichen Quellen und kleinen Karseen durchzogen, die sich im Sommer türkisblau in die Landschaft schmiegen.

Warum Radfahren im Puez-Geisler ein Erlebnis ist

Ein Paradies für jede Rad-Disziplin

Der Puez-Geisler ist erstaunlich vielseitig, wenn es ums Radfahren geht. Rennradfahrer finden hier mit dem Grödner Joch, dem Würzjoch und dem Sellajoch einige der schönsten Passstraßen der Dolomiten direkt vor der Haustür. Die Sella Ronda, die legendäre Rundtour über vier Pässe, streift die Region und zählt zu den absoluten Bucket-List-Klassikern des Alpenradsports.

Mountainbiker und Gravel-Fahrer wiederum tauchen ein in ein Netz aus Forststraßen, Almwegen und Panoramarouten. Die Höhenwege rund um die Seceda oder die Auffahrten zur Puezhütte bieten Trails mit Aussichten, die einem den Atem rauben – und zwar nicht nur wegen der Steigung. Für E-Biker ist die Region ebenfalls ein Traum, denn viele Almhütten und Bergstationen lassen sich mit Rückenwind aus dem Akku bequem erreichen.

Landschaft, die dich antreibt

Was das Radfahren hier so besonders macht, ist der ständige Wechsel der Perspektiven. In einem Moment rollst du durch schattige Fichtenwälder, im nächsten öffnet sich der Blick auf die schroffen Zacken der Geisler oder die weiten Wiesen der Seiser Alm in der Ferne. Dieses Zusammenspiel aus Weite und Dramatik gibt es in dieser Dichte nur in den Dolomiten.

Besonders magisch ist das Licht am frühen Morgen und am späten Nachmittag, wenn die Felswände im sogenannten Enrosadira erglühen – jenem berühmten Alpenglühen, das die Dolomiten rosarot färbt. Plane deine Touren so, dass du diese Momente erwischst. Ein Foto von der Seceda im Abendlicht wird auf jedem Handy-Hintergrund zum Blickfang.

Für wen ist die Region geeignet?

Die Antwort ist erfreulich einfach: für fast jeden. Ambitionierte Rennradfahrer finden anspruchsvolle Passauffahrten mit Steigungen bis über zehn Prozent und Höhendifferenzen von tausend Metern und mehr. Wer es gemütlicher mag, findet entlang der Talradwege im Grödental und Gadertal flache, familienfreundliche Abschnitte, oft abseits des Autoverkehrs.

Familien mit Kindern schätzen die gut ausgebauten Talwege und die Möglichkeit, mit E-Bikes auch längere Strecken zu meistern. Mountainbiker wiederum finden im Naturpark abwechslungsreiches Gelände, wobei zu beachten ist, dass innerhalb des Naturparks nicht überall gefahren werden darf. Ein Blick in die aktuelle MTB-Karte lohnt sich also, bevor du losrollst.

Aussichtspunkte, die man nicht vergisst

Die Seceda auf über 2.500 Metern gehört zu den spektakulärsten Aussichtsplattformen der gesamten Dolomiten. Von hier aus fällt der Blick über die schräg abfallende Grasflanke direkt auf die Geislerspitzen – ein Anblick, der auf keinem Postkartenständer fehlt. Die Auffahrt gelingt bequem mit der Seilbahn, viele nehmen aber auch das E-Bike zu den umliegenden Almen.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Puezhütte selbst, Ausgangs- und Zielpunkt vieler Touren. Von hier reicht der Blick weit über das Hochplateau, das mit seinen Karseen und Geröllfeldern fast schon mondlandschaftsartig wirkt. Zwischendurch grasen Murmeltiere und Gämsen – halte die Kamera bereit.

Unsere Hotelempfehlungen rund um den Puez-Geisler

Die schönsten Radtouren rund um Puez-Geisler

Sella Ronda – die Königsrunde über vier Pässe

Die Sella Ronda ist der Klassiker schlechthin und führt dich rund um den mächtigen Sellastock über das Grödner Joch, das Campolongo Joch, das Pordoijoch und das Sellajoch. Startpunkt ist meist Wolkenstein in Gröden, von wo aus du im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn rund 55 Kilometer und über 1.700 Höhenmeter zurücklegst. Die Route streift die Region Puez-Geisler und bietet dir permanent Blicke auf die imposanten Felsmauern der Dolomiten.

Diese Tour ist für konditionsstarke Rennradfahrer und E-Mountainbiker gedacht, die sich einen echten Alpenklassiker gönnen wollen. Die Passstraßen sind gut ausgebaut, an schönen Tagen aber stark befahren. Ein Tipp: An bestimmten Sommerterminen ist die Sella Ronda für den Autoverkehr gesperrt (Sellaronda Bike Day), dann gehört die Straße ganz den Radfahrern.

Unterwegs locken zahlreiche Hütten und Passwirtshäuser zur Einkehr. Gönn dir am Grödner Joch eine Pause mit Blick auf die Puez-Gruppe und tank neue Energie für die nächste Abfahrt. Wer die volle Distanz scheut, kann einzelne Pässe auch separat fahren.

Auffahrt zum Würzjoch mit Blick auf die Geisler

Das Würzjoch verbindet das Gadertal mit dem Villnößtal und gehört zu den ruhigeren, aber landschaftlich grandiosen Passauffahrten der Region. Von St. Martin in Thurn aus schraubst du dich rund 15 Kilometer bergauf, immer begleitet vom Anblick des markanten Peitlerkofels, der wie ein Wächter über dem Joch thront. Auf 2.006 Metern erreichst du die Passhöhe.

Diese Tour eignet sich für ambitionierte Rennrad- und Gravelfahrer, die weniger Verkehr und dafür intensive Naturerlebnisse suchen. Der Peitlerkofel gehört bereits zum Naturpark Puez-Geisler, und der Ausblick auf die umliegenden Almwiesen und Felstürme ist einfach fantastisch.

Oben angekommen lohnt sich eine Rast am Passwirtshaus, bevor du entweder ins Villnößtal Richtung St. Magdalena abfährst oder den Weg zurück ins Gadertal wählst. Die Abfahrt ins Villnößtal ist besonders reizvoll, weil du direkt in die berühmte Postkartenkulisse mit dem Kirchlein St. Johann eintauchst.

E-Bike-Tour zur Zanser Alm und Geisleralm

Diese Tour startet in St. Magdalena im Villnößtal und führt dich sanft ansteigend zur Zanser Alm, dem Tor zum Naturpark Puez-Geisler. Von dort geht es weiter auf Forststraßen und Almwegen zur Geisleralm, einer der schönsten Almhütten Südtirols mit direktem Blick auf die Geislerspitzen. Die Strecke ist ideal für E-Biker und geübte Genussradler.

Der Weg führt durch lichte Lärchenwälder und über blühende Bergwiesen, während die Felszacken der Geisler immer näher rücken. Die Geisleralm selbst ist ein Traum: Hier kannst du auf der Sonnenterrasse sitzen, hausgemachte Knödel genießen und den Blick auf das Panorama saugen, das schon Reinhold Messner geprägt hat.

Familien mit älteren Kindern und E-Bike-Ausrüstung kommen hier voll auf ihre Kosten. Wichtig ist, die Regelungen des Naturparks zu beachten, denn nicht alle Wege dürfen befahren werden. Erkundige dich vorab bei der Tourismusinformation Villnöß über aktuelle Fahrverbote und empfohlene Routen.

Grödental-Radweg von St. Ulrich nach Wolkenstein

Wer es gemütlich mag, findet im Grödner Talradweg eine wunderbar entspannte Route. Die überwiegend autofreie Strecke folgt teils dem Verlauf der ehemaligen Grödner Bahn und verbindet St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein. Auf rund zehn Kilometern rollst du sanft ansteigend durch das Herz von Gröden, immer umgeben von der Kulisse der Sella- und Geislergruppe.

Diese Tour ist perfekt für Familien, Genussradler und alle, die einen ruhigen Tag ohne große Höhenmeter suchen. Unterwegs passierst du Viadukte, Tunnel und schattige Waldabschnitte, die im Sommer angenehme Kühle spenden. Zahlreiche Rastplätze und Cafés laden zum Verweilen ein.

Ein besonderer Charme liegt in den Dörfern selbst: Halte in St. Ulrich für einen Blick in die Werkstätten der berühmten Grödner Holzschnitzer und gönn dir in Wolkenstein ein Eis mit Bergblick. Wer möchte, kann die Tour mit den Bergbahnen kombinieren und so in die Höhenlagen aufsteigen.

Panorama-Runde Seceda mit Bergbahn-Unterstützung

Die Seceda gehört zu den absoluten Höhepunkten jeder Dolomitenreise. Mit der Seilbahn von St. Ulrich gelangst du bequem auf über 2.500 Meter, von wo aus du mit dem Mountainbike oder E-Bike die Almwege des Hochplateaus erkundest. Der Blick auf die schräg abfallende Grasflanke und die dahinter aufragenden Geislerspitzen ist schlicht unvergesslich.

Diese Kombination aus Bergbahn und Radtour eignet sich für alle, die die spektakulärsten Ausblicke ohne mühsame Auffahrt genießen möchten. Oben angekommen führen dich Forst- und Almwege zu verschiedenen Hütten, wo du dich mit typischen Südtiroler Schmankerln stärken kannst.

Beachte, dass innerhalb des Naturparks bestimmte Wege für Radfahrer gesperrt sind und du dich an die ausgeschilderten Routen halten solltest. Die Landschaft hier oben ist sensibel, und der Respekt vor Natur und Wanderern gehört zum guten Ton. Belohnt wirst du mit Panoramen, die dir für immer im Gedächtnis bleiben.

Häufige Fragen

Ist der Puez-Geisler zum Radfahren mit Kindern geeignet?

Ja, der Puez-Geisler bietet einige familienfreundliche Optionen, allerdings solltest du die Touren gut auswählen. Besonders empfehlenswert ist der Grödner Talradweg zwischen St. Ulrich und Wolkenstein, der über weite Strecken autofrei und nur sanft ansteigend verläuft. Hier können auch jüngere Kinder mit dem eigenen Rad oder im Anhänger mitfahren.

Für höhere Lagen empfiehlt sich die Kombination aus Bergbahnen und E-Bikes, damit die anstrengenden Auffahrten wegfallen. Viele Almhütten sind auf Familien eingestellt und bieten Spielplätze sowie kindgerechte Gerichte. Achte grundsätzlich auf das Wetter, das in den Bergen schnell umschlagen kann, und plane genügend Pausen ein.

Darf ich mit dem Mountainbike überall im Naturpark fahren?

Nein, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Der Naturpark Puez-Geisler ist ein streng geschütztes Gebiet, und nicht alle Wege dürfen mit dem Rad befahren werden. Es gibt ausgewiesene Routen und Forststraßen, die für Mountainbiker freigegeben sind, während viele Wanderwege dem Fußverkehr vorbehalten bleiben.

Informiere dich vor deiner Tour unbedingt bei den örtlichen Tourismusbüros oder über aktuelle MTB-Karten, welche Strecken erlaubt sind. Die Einhaltung dieser Regeln schützt nicht nur die empfindliche Bergnatur, sondern sorgt auch für ein friedliches Miteinander mit Wanderern. Rücksichtnahme wird hier großgeschrieben.

Welche Ausrüstung brauche ich für Radtouren in den Dolomiten?

Grundsätzlich gilt: Berge bedeuten Wetterwechsel. Neben einem verkehrssicheren Rad und einem gut sitzenden Helm solltest du immer eine leichte, wind- und regendichte Jacke dabeihaben, denn selbst im Sommer kann es in der Höhe empfindlich kühl werden. Sonnenschutz und ausreichend Wasser gehören ebenfalls ins Gepäck.

Für längere Passauffahrten empfiehlt sich eine gute Übersetzung am Rad sowie Ersatzschlauch, Pumpe und Werkzeug. Wer im hochalpinen Gelände unterwegs ist, sollte zudem an Erste-Hilfe-Material und ein aufgeladenes Handy denken. Bei E-Bikes ist es ratsam, den Akkustand und mögliche Ladestationen entlang der Route im Blick zu behalten.

Wann ist die beste Zeit zum Radfahren im Puez-Geisler?

Die ideale Saison reicht von Mitte Juni bis Ende September. In dieser Zeit sind die Passstraßen schneefrei, die Almhütten geöffnet und die Bergwiesen in voller Blüte. Der Frühsommer besticht durch saftiges Grün und weniger Betrieb, während der Spätsommer und der frühe Herbst oft die stabilsten Wetterlagen und das schönste Licht bieten.

Im Hochsommer kann es auf den beliebten Pässen voll werden, weshalb sich frühe Startzeiten lohnen. Der September ist bei vielen Radfahrern besonders beliebt, weil die Temperaturen angenehm sind und die Herbstfärbung der Lärchen die Landschaft in goldenes Licht taucht. Ab Oktober können bereits erste Wintereinbrüche die höheren Lagen unpassierbar machen.

Kann ich hier gut Rennrad fahren?

Absolut, der Puez-Geisler und seine Umgebung gehören zu den besten Rennradregionen der Alpen. Mit dem Grödner Joch, dem Sellajoch, dem Pordoijoch und dem Würzjoch hast du gleich mehrere legendäre Passstraßen in Reichweite. Die berühmte Sella Ronda lässt sich als anspruchsvolle Tagestour fahren und ist ein absolutes Highlight für jeden ambitionierten Radsportler.

Die Straßen sind gut asphaltiert und in der Regel gut in Schuss. Beachte jedoch, dass die beliebten Pässe im Hochsommer stark befahren sein können. An bestimmten Terminen finden autofreie Bike Days statt, an denen die Straßen ganz den Radfahrern gehören – ein unvergessliches Erlebnis.

Gibt es E-Bike-Verleih und Ladestationen?

Ja, in den Talorten wie St. Ulrich, St. Christina, Wolkenstein und im Villnößtal findest du zahlreiche Verleihstationen, die moderne E-Bikes und E-Mountainbikes anbieten. Viele Sportgeschäfte und Hotels haben ebenfalls Räder im Angebot, oft inklusive Helm und Zubehör.

Ladestationen gibt es an vielen Almhütten, Bergstationen und in den Ortszentren, sodass du deine Touren gut planen kannst. Es empfiehlt sich dennoch, den Akku vor jeder Tour vollständig zu laden und die Reichweite realistisch einzuschätzen, da die Höhenmeter in den Bergen ordentlich am Akku zehren können. Ein zweiter Akku kann bei langen Touren sinnvoll sein.

Ist Radfahren mit Hund möglich?

Grundsätzlich ja, allerdings solltest du einige Dinge beachten. Auf den Talradwegen und ruhigeren Forststraßen kann dein Hund neben dem Rad mitlaufen, sofern er gut trainiert und an das Tempo gewöhnt ist. Achte immer auf ausreichend Wasser und Pausen, besonders an heißen Sommertagen, denn die Bergsonne ist intensiv.

Im Naturpark gelten teils besondere Regeln zum Schutz der Wildtiere, weshalb Hunde oft an der Leine geführt werden müssen. Auf Almen mit Weidevieh ist besondere Vorsicht geboten, da Mutterkühe empfindlich auf Hunde reagieren können. Informiere dich vorab über die Regelungen und nimm Rücksicht auf Wanderer und Tiere.

Wie anspruchsvoll sind die Touren im Puez-Geisler?

Das Spektrum ist breit gefächert. Es gibt entspannte Talradwege mit wenig Höhenunterschied, die auch für Einsteiger und Familien geeignet sind, sowie hochalpine Passauffahrten mit über tausend Höhenmetern und Steigungen von über zehn Prozent, die selbst durchtrainierte Radsportler fordern.

Für die meisten anspruchsvolleren Touren solltest du eine gewisse Grundkondition mitbringen. E-Bikes gleichen viele Höhenmeter aus und öffnen auch weniger geübten Radlern die Türen zu den schönsten Almen und Aussichtspunkten. Plane deine Touren immer nach deinem eigenen Können und den aktuellen Wetterbedingungen, dann steht dem Fahrspaß nichts im Weg.

Wie komme ich am besten in die Region?

Der Puez-Geisler ist gut erreichbar. Mit dem Auto führt der Weg über die Brennerautobahn A22, Ausfahrt Klausen für Gröden und das Villnößtal oder Ausfahrt Brixen für das Gadertal. Von dort sind es jeweils nur wenige Kilometer in die Täler. Öffentliche Busse verbinden die Bahnhöfe entlang der Brennerlinie mit den Ortschaften.

Wer mit dem Zug anreist, steigt am Bahnhof Brixen oder Klausen aus und nutzt anschließend die gut getakteten Regionalbusse. Viele Räder lassen sich in den Bussen und Zügen mitnehmen, allerdings ist bei starkem Andrang eine frühzeitige Planung ratsam. Die meisten Hotels bieten zudem einen Abholservice an.

Gibt es geführte Radtouren?

Ja, in den touristischen Zentren von Gröden, dem Gadertal und dem Villnößtal werden geführte Touren für unterschiedliche Niveaus angeboten. Ortskundige Guides zeigen dir die schönsten Strecken, kennen die aktuellen Wege im Naturpark und sorgen dafür, dass du auch abseits der bekannten Routen sicher unterwegs bist.

Geführte Touren sind besonders für Neulinge in der Region empfehlenswert, da du so von wertvollem Insiderwissen profitierst und dich nicht selbst um die Navigation kümmern musst. Viele Anbieter stellen auch das passende Rad zur Verfügung. Erkundige dich bei den örtlichen Tourismusbüros oder in deinem Hotel nach aktuellen Angeboten.

Wo kann ich unterwegs einkehren?

Die Region ist reich an bewirtschafteten Almhütten, Berggasthöfen und Passwirtshäusern. Auf fast jeder Tour kommst du an gemütlichen Einkehrmöglichkeiten vorbei, wo dich typische Südtiroler Gerichte wie Speckknödel, Schlutzkrapfen und Kaiserschmarrn erwarten. Die Geisleralm im Villnößtal gilt als eine der schönsten und beliebtesten Hütten.

Auch entlang der Talradwege gibt es zahlreiche Cafés und Restaurants. Beachte, dass viele Hütten in der Nebensaison eingeschränkte Öffnungszeiten haben und es sich empfiehlt, vorab die aktuellen Zeiten zu prüfen. An schönen Sommertagen sind die beliebtesten Hütten oft gut besucht, sodass eine frühzeitige Ankunft die Wartezeit verkürzt.

Sind die Bergbahnen für Radfahrer nutzbar?

Ja, viele Bergbahnen in Gröden und Umgebung transportieren Fahrräder, sodass du anstrengende Auffahrten abkürzen und dich ganz auf die Abfahrten und Panoramawege konzentrieren kannst. Die Seceda-Bahn und die Aufstiegsanlagen in Wolkenstein und St. Christina sind beliebte Startpunkte für Höhentouren.

Es gibt spezielle Bike-Tickets und Mehrtageskarten, die den Radtransport beinhalten. Beachte, dass die Kapazität für Räder begrenzt sein kann und zu Stoßzeiten Wartezeiten entstehen. Informiere dich vorab über die Fahrpläne und den Radtransport, da nicht alle Bahnen ganztägig oder in der gesamten Saison Fahrräder befördern.

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