Radfahren in der Oberpfalz: Zwischen Burgen, Seen und stillen Wäldern
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Radfahren in der Oberpfalz: Zwischen Burgen, Seen und stillen Wäldern

Autofreie Wege, glitzernde Weiher und ein kühles Zoigl am Etappenziel – die Oberpfalz radelt sich herrlich entspannt.

Radfahren in der Oberpfalz

Wenn der Morgennebel über den zahllosen Weihern des Oberpfälzer Seenlands hängt und die ersten Sonnenstrahlen die alten Klostermauern von Waldsassen zum Leuchten bringen, dann verstehst du sofort, warum Radfahrer diese Ecke Bayerns so lieben. Die Oberpfalz ist der stille Star im Osten des Freistaats – lange übersehen, herrlich unaufgeregt und genau deshalb so verführerisch.

Hier rollst du durch eine Landschaft, die keine Show macht, sondern dich einfach machen lässt. Sanfte Hügel wechseln sich ab mit weiten Flusstälern, dichten Wäldern des Oberpfälzer Waldes und einer der höchsten Teichdichten Europas. Über 5.000 Weiher spiegeln den Himmel, dazwischen ziehen sich Radwege, die oft autofrei durch Auen und über stillgelegte Bahntrassen führen. Kein Gedränge, kein Stress – nur du, dein Rad und dieses angenehme Gefühl, eine echte Entdeckung gemacht zu haben.

Die Oberpfalz erzählt Geschichte an jeder Ecke: mittelalterliche Städte wie Amberg mit ihrer Stadtbrille, die Burgruinen entlang der Naab, das prächtige Regensburg mit seiner UNESCO-Altstadt am südlichen Rand. Und zwischendurch belohnt dich die Region mit einer der höchsten Brauereidichten der Welt – ein kühles, dunkles Zoigl in einem urigen Wirtshaus schmeckt nach einer Tagesetappe einfach unschlagbar.

Ob gemütlicher Genussradler, Familie mit Anhänger oder ambitionierter Tourenfahrer mit Faible für Höhenmeter im Oberpfälzer Wald – die Region hält für jeden das passende Tempo bereit. Flache Flussradwege entlang von Naab und Vils, sanfte Hügelrouten durchs Seenland, knackige Anstiege bis hinauf zum Steinwald. Hier findest du nicht nur Kilometer, sondern echte Momente. Steig auf und lass dich überraschen, wie viel Ruhe und Vielfalt in eine einzige Region passen.

Topografie & Landschaft

Sanfte Hügel, Flusstäler, Teichlandschaft

Höhenlage

ca. 300 bis 946 m (Oberpfalzturm/Platte)

Geländecharakter

Asphalt, Bahntrassen, Waldwege

Infrastruktur

Gut beschildert, radlerfreundlich, bahnnah

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Navigation

Sehenswürdigkeiten und Naturschätze der Oberpfalz

Das Oberpfälzer Seenland – Wasser, so weit das Auge reicht

Kaum eine andere Region in Bayern glitzert so verspielt wie die Oberpfalz. Rund um Tirschenreuth und Wiesau erstreckt sich eine der ältesten und dichtesten Teichlandschaften Mitteleuropas. Über Jahrhunderte legten Mönche und Bauern hier tausende Weiher an, um Karpfen zu züchten – bis heute prägt der Fisch die Region kulinarisch und landschaftlich. Wenn du zwischen den schilfgesäumten Ufern radelst, begleiten dich Reiher, Störche und das leise Platschen springender Fische.

Größer und moderner präsentiert sich das Oberpfälzer Seenland bei Schwandorf mit Steinberger See und Murner See – ehemalige Braunkohletagebaue, die heute zum Baden, Segeln und Radeln einladen. Nach einer heißen Etappe gibt es kaum etwas Besseres, als das Rad an den Strand zu stellen und einfach in den See zu springen.

Historische Städte mit Charakter

Amberg zählt zu den schönsten mittelalterlichen Stadtbildern Bayerns. Die vollständig erhaltene Stadtmauer, die berühmte Stadtbrille – zwei Torbögen über der Vils, die sich im Wasser zu einer Brille spiegeln – und verwinkelte Gassen machen einen Stopp zur Pflicht. Weiter südlich wartet Regensburg mit seiner UNESCO-Welterbe-Altstadt, der Steinernen Brücke und dem Dom St. Peter, der über den Dächern thront.

Auch Weiden in der Oberpfalz, Neumarkt und das Stiftland rund um Waldsassen mit seiner barocken Basilika und der einzigartigen Klosterbibliothek verdienen deine Aufmerksamkeit. Diese Städte sind keine Museumskulissen, sondern lebendige Orte mit Cafés, Biergärten und einer Herzlichkeit, die man im Osten Bayerns einfach spürt.

Kulinarik: Zoigl, Karpfen und deftige Freuden

Die Oberpfalz ist Bierland durch und durch. Besonders im Zoiglland rund um Neuhaus, Windischeschenbach und Falkenberg lebt eine jahrhundertealte Tradition weiter: Das Zoiglbier wird in kommunalen Brauhäusern gebraut und in privaten Zoiglstuben ausgeschenkt – erkennbar am sechszackigen Zoiglstern über der Tür. Setz dich an einen langen Holztisch, bestell ein süffiges, naturtrübes Zoigl und lass dir Brotzeit mit Radi und Presssack schmecken.

Zwischen September und Winter ist Karpfenzeit im Seenland. Der Oberpfälzer Karpfen, meist gebacken serviert, ist eine regionale Institution. Dazu passt eine deftige Portion Bayerns – und ein zufriedenes Seufzen nach der Tagesetappe.

Wusstest du schon?

Die Oberpfalz besitzt eine der höchsten Brauereidichten der Welt. In manchen Landkreisen kommt statistisch fast eine Brauerei auf wenige tausend Einwohner. Kein Wunder, dass der Radweg von Wirtshaus zu Wirtshaus hier fast schon eine eigene Disziplin ist.

Ein echter Geheimtipp ist der Naturpark Steinwald: Das kleinste seiner Art in Bayern beeindruckt mit bizarren Granitfelsen, der Burgruine Weißenstein und tiefen Wäldern, in denen man stundenlang keiner Menschenseele begegnet – pure Ruhe für alle, die Einsamkeit als Luxus empfinden.

Warum die Oberpfalz ein Radlerparadies ist

Autofreie Flusstäler und flache Genusswege

Das Herz des Oberpfälzer Radelns schlägt in den Flusstälern. Die Naab, die Vils und die Waldnaab haben über Jahrtausende sanfte Täler geformt, durch die heute wunderbar flache Radwege führen. Der Naabtal-Radweg etwa begleitet den Fluss von der Quelle bis zur Mündung in die Donau bei Regensburg – über weite Strecken abseits vom Autoverkehr, auf gut ausgebauten und beschilderten Wegen.

Gerade für Familien und Genussradler ist das ideal: kaum Höhenmeter, viele Einkehrmöglichkeiten und immer wieder die Möglichkeit, ein Stück per Bahn zu verkürzen. Wer entspannt Kilometer sammeln will, ohne sich zu quälen, findet hier sein Paradies.

Vielfalt für jeden Anspruch

Die Oberpfalz ist erstaunlich vielseitig. Im Norden und Osten fordert der Oberpfälzer Wald mit spürbaren Anstiegen und langen Abfahrten – hier sind E-Bike oder gute Beine willkommen, und die Mountainbike-Fraktion findet in Steinwald und Fichtelgebirge herrliche Trails. Im Süden und in den Flusstälern dominieren flache, familienfreundliche Routen.

Diese Bandbreite macht die Region so reizvoll: Du kannst deine Tour genau nach Laune wählen. Ein gemütlicher Nachmittag um die Weiher? Machbar. Eine schweißtreibende Rundtour mit Panoramablick vom Steinwald? Auch das. Rennradfahrer schätzen zudem die verkehrsarmen Nebenstraßen, die sich wie geschaffen für lange Ausfahrten anfühlen.

Naturerlebnisse und stille Aussichtspunkte

Was das Radfahren hier so besonders macht, ist die Ruhe. Die Oberpfalz ist keine überlaufene Ferienregion – oft hast du Wege, Weiher und Wälder fast für dich allein. Beim Fahren durch das Waldnaabtal, eines der romantischsten Flussdurchbrüche Bayerns, tauchst du ein in eine Märchenlandschaft aus moosbewachsenen Granitblöcken und glasklarem Wasser.

Für den großen Ausblick lohnt der Aufstieg zur Burgruine Weißenstein im Steinwald oder zur Aussichtsplattform am Steinberger See. Und wer den Sonnenuntergang über einem der Karpfenweiher erlebt, wenn sich der Himmel im spiegelglatten Wasser verdoppelt, versteht, warum manche Radler jedes Jahr wiederkommen.

Wegequalität und Beschilderung

Die Oberpfalz hat in den letzten Jahren kräftig in ihre Radinfrastruktur investiert. Die großen Themenradwege sind durchgängig und einheitlich beschildert, viele Abschnitte asphaltiert oder wassergebunden befahrbar. Rastplätze, Schutzhütten und E-Bike-Ladestationen tauchen in regelmäßigen Abständen auf.

Auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist gut – viele Regionalbahnen nehmen Räder mit, sodass du Streckentouren bequem planen und Etappen flexibel gestalten kannst. Kurzum: Hier musst du dich nicht durchkämpfen, sondern kannst dich aufs Genießen konzentrieren.

Radlerfreundliche Hotels und Unterkünfte in der Oberpfalz

Die schönsten Radtouren durch die Oberpfalz

Naabtal-Radweg: Von Luhe bis Regensburg

Der Naabtal-Radweg ist der Klassiker der Oberpfalz und einer der beliebtesten Flussradwege Ostbayerns. Er begleitet die Naab von Luhe-Wildenau über Nabburg, Schwarzenfeld und Schwandorf bis zur Mündung in die Donau bei Regensburg – rund 100 Kilometer nahezu ohne nennenswerte Steigungen. Ideal also für Familien, Genussradler und alle, die viel sehen und wenig schwitzen wollen.

Unterwegs rollst du durch weite Auen, vorbei an den Felsformationen bei Kallmünz, wo Naab und Vils zusammenfließen und eine malerische Burgruine über dem Ort thront. Kallmünz gilt als eines der schönsten Dörfer der Oberpfalz und wurde einst von Künstlern wie Kandinsky entdeckt. In Nabburg lohnt der Abstecher in die mittelalterliche Altstadt.

Am Ende erwartet dich Regensburg mit seiner UNESCO-Altstadt – ein würdiges Finale mit Steinerner Brücke, Wurstkuchl und Domblick. Wer will, gondelt die Naab auch stromaufwärts und lässt sich unterwegs von Zoiglstuben verführen.

Rundtour durchs Oberpfälzer Seenland

Diese Rundtour startet am besten in Schwandorf und führt dich durch das moderne Oberpfälzer Seenland rund um Steinberger See und Murner See. Auf gut ausgebauten, weitgehend flachen Wegen umrundest du die ehemaligen Tagebauseen, die heute türkisblau glänzen und zum Baden einladen. Rund 40 bis 50 Kilometer sind gut an einem Tag zu schaffen.

Der Steinberger See mit seinem breiten Sandstrand ist der perfekte Ort für eine Badepause – hänge Handtuch und Rad einfach nebeneinander und spring rein. Rund um die Seen findest du Strandbars, Bootsverleihe und Aussichtspunkte, die einen kleinen Abstecher wert sind.

Die Tour eignet sich hervorragend für Familien und E-Biker, denn die Infrastruktur ist top und die Distanzen lassen sich flexibel anpassen. Kombiniere den Ausflug mit einem Besuch in Schwandorf und einer Einkehr in einem der gemütlichen Biergärten.

Fünf-Flüsse-Radweg rund um Amberg

Der Fünf-Flüsse-Radweg ist eine der abwechslungsreichsten Fernrouten Bayerns und berührt mit Naab, Vils, Lauterach, Pegnitz und Donau gleich fünf Gewässer. Ein besonders schöner Teilabschnitt führt durch das Vilstal rund um Amberg. Von der historischen Altstadt aus rollst du entlang der Vils in Richtung Kallmünz und weiter durchs Lauterachtal.

Amberg selbst ist ein perfekter Start- und Endpunkt: Die Stadtbrille, die komplett erhaltene Stadtmauer und die verwinkelten Gassen laden zum Bummeln ein, bevor oder nachdem du in die Pedale trittst. Das Vilstal begeistert mit stillen Auen, kleinen Dörfern und immer wieder Blicken auf die Flusslandschaft.

Die Gesamtroute umfasst rund 300 Kilometer, doch du kannst dir einzelne Tagesetappen herauspicken. Für Tourenradler mit Zeit ist die Mehrtagesvariante ein Traum – gut beschildert, verkehrsarm und mit viel oberpfälzischer Kulinarik am Wegesrand.

Waldnaabtal-Erlebnis bei Falkenberg

Diese Tour ist etwas für Romantiker und Naturliebhaber. Das Waldnaabtal zwischen Falkenberg und Windischeschenbach zählt zu den schönsten Flussdurchbrüchen Bayerns. Zwar ist der engste Talabschnitt ein reiner Wanderweg, doch drumherum lässt sich eine wunderbare Radrunde von etwa 30 bis 40 Kilometern gestalten, die dich durch das Zoiglland führt.

Start ist die malerische Burg Falkenberg, die hoch über dem Ort thront. Von dort radelst du durch dichte Wälder und über sanfte Hügel nach Neuhaus und Windischeschenbach – das Herz des Zoigllandes. Hier solltest du unbedingt eine Pause in einer echten Zoiglstube einlegen und das naturtrübe Bier probieren.

Die Landschaft ist geprägt von Granitfelsen, Nadelwäldern und dem klaren Wasser der Waldnaab. Wer Lust hat, stellt das Rad ab und erkundet den spektakulären Talabschnitt mit den mächtigen Felsblöcken zu Fuß. Eine Tour, die Bewegung, Kultur und Genuss perfekt verbindet.

Steinwald-Runde für ambitionierte Radler

Der Naturpark Steinwald ist der kleinste Naturpark Bayerns, aber landschaftlich einer der reizvollsten. Diese anspruchsvollere Runde von rund 45 Kilometern startet in Erbendorf und führt dich mit ordentlichen Höhenmetern durch dichte Wälder hinauf zur Region rund um die Burgruine Weißenstein und den Aussichtsturm Oberpfalzturm.

Die Anstiege haben es in sich, doch die Belohnung ist grandios: Vom Oberpfalzturm reicht der Blick bei klarem Wetter weit über die Oberpfalz bis ins Fichtelgebirge. Bizarre Granitformationen wie das Zipfeltannenfelsen-Gebiet säumen den Weg und geben der Landschaft etwas Mystisches.

Diese Tour richtet sich an sportliche Radler und E-Biker, die Steigungen nicht scheuen. Als Belohnung wartet unterwegs die ein oder andere urige Einkehr, und die Waldeinsamkeit ist ein echtes Erlebnis für alle, die dem Trubel entfliehen möchten.

Karpfen-Radweg durch das Tirschenreuther Teichland

Diese Genusstour führt dich mitten hinein in die uralte Teichlandschaft rund um Tirschenreuth – eine der dichtesten Weiherregionen Europas. Auf rund 35 Kilometern radelst du auf flachen Wegen von Weiher zu Weiher, vorbei an schilfgesäumten Ufern, in denen Reiher und Störche auf Beutefang gehen.

Startpunkt ist das charmante Tirschenreuth mit seiner Fischhofbrücke und dem MuseumsQuartier, das die Geschichte der Teichwirtschaft erlebbar macht. Von hier aus geht es durch das Naturschutzgebiet Waldnaabaue, wo sich Wasserlandschaften und Auwälder abwechseln – ein Paradies für Vogelbeobachter.

Im Herbst, zur Karpfenzeit, wird diese Tour zum kulinarischen Erlebnis: In den umliegenden Gasthäusern wird der berühmte Oberpfälzer Karpfen frisch aufgetischt. Eine entspannte, familienfreundliche Runde für alle, die Natur, Stille und regionale Küche lieben.

Häufige Fragen

Ist die Oberpfalz für Radanfänger geeignet?

Absolut. Gerade die Flusstäler von Naab, Vils und Waldnaab bieten flache, gut ausgebaute Radwege, die ideal für Einsteiger sind. Der Naabtal-Radweg etwa verläuft nahezu ohne Steigungen und ist bestens beschildert.

Auch das Oberpfälzer Seenland rund um Schwandorf punktet mit familienfreundlichen, ebenen Routen und vielen Einkehrmöglichkeiten. Wer sich unsicher fühlt, kann Etappen kurz halten und dank guter Bahnanbindung flexibel abbrechen. Anspruchsvollere Anstiege gibt es fast nur im Oberpfälzer Wald und im Steinwald – die kannst du als Anfänger einfach umfahren.

Eignet sich die Region zum Radfahren mit Kindern?

Die Oberpfalz ist geradezu perfekt für Familien. Viele Radwege verlaufen abseits von Autostraßen, oft auf ehemaligen Bahntrassen oder entlang der Flüsse, wo kaum Verkehr herrscht. Das gibt Eltern die nötige Sicherheit und Kindern den Raum, entspannt zu fahren.

Besonders beliebt sind Touren rund um den Steinberger See, wo eine Badepause die kleinen Radler motiviert, sowie die flachen Etappen im Seenland. Unterwegs gibt es zahlreiche Rastplätze, Spielplätze und Biergärten mit Kinderfreundlichkeit. Plane einfach etwas mehr Zeit für Pausen ein, dann wird die Tour für die ganze Familie zum Erlebnis.

Kann ich meinen Hund mit auf die Radtour nehmen?

Ja, die Oberpfalz ist sehr hundefreundlich. Die weitläufigen, ruhigen Radwege durch Wälder und entlang der Weiher bieten viel Natur und wenig Verkehr – ideal, um deinen Vierbeiner mitzunehmen. Achte darauf, dass dein Hund gut trainiert ist und längere Distanzen nebenherlaufen kann, oder nutze einen Fahrradanhänger.

An heißen Tagen sind die zahlreichen Seen und Bäche eine willkommene Abkühlung. In Naturschutzgebieten wie der Waldnaabaue gilt allerdings meist Leinenpflicht, um die Tierwelt zu schützen. Viele Gasthäuser und Biergärten heißen Hunde willkommen – ein Wassernapf steht dort oft schon bereit.

Wann ist die beste Zeit zum Radfahren in der Oberpfalz?

Die ideale Radsaison reicht von Mai bis Oktober. Im Frühling erwacht die Teichlandschaft zum Leben, die Wälder werden grün und die Temperaturen sind angenehm mild – perfekt für lange Touren ohne Hitze.

Der Sommer lädt zum Baden in den Seen ein, kann aber im offenen Gelände heiß werden, weshalb du frühmorgens starten solltest. Der Herbst ist ein echter Geheimtipp: Zur Karpfenzeit von September bis November verfärben sich die Wälder golden, und die Gasthäuser servieren regionale Spezialitäten. Auch die Farben rund um die Weiher sind dann besonders stimmungsvoll.

Brauche ich ein E-Bike oder reicht ein normales Rad?

Das hängt ganz von deiner gewählten Tour ab. Für die flachen Flussradwege und die Runden im Seenland reicht ein normales Trekkingrad völlig aus – hier gibt es kaum Steigungen. Wer entspannt unterwegs sein will, kommt gut ohne Motorunterstützung zurecht.

Anders sieht es im Oberpfälzer Wald und im Steinwald aus: Dort warten ordentliche Höhenmeter, die mit einem E-Bike deutlich komfortabler zu bewältigen sind. Entlang der großen Radwege findest du zunehmend E-Bike-Ladestationen. Für gemischte Touren mit gelegentlichen Anstiegen ist ein E-Bike also eine bequeme, aber keine zwingende Wahl.

Wie gut sind die Radwege beschildert?

Die Oberpfalz hat in den vergangenen Jahren viel in ihre Radinfrastruktur investiert. Die großen Themenradwege wie der Naabtal-Radweg oder der Fünf-Flüsse-Radweg sind durchgängig und einheitlich beschildert, sodass du dich auch ohne GPS gut zurechtfindest.

Dennoch empfiehlt sich für individuellere Touren eine Navigations-App oder ein GPS-Gerät, besonders wenn du abseits der Hauptrouten unterwegs bist. Viele Touren lassen sich online als GPX-Track herunterladen. Vor Ort helfen Tourismusbüros mit kostenlosen Karten und Tipps weiter.

Kann ich mein Fahrrad im Zug mitnehmen?

Ja, die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist ein großes Plus der Oberpfalz. Viele Regionalbahnen nehmen Fahrräder mit, sodass du Streckentouren bequem planen und einzelne Etappen abkürzen oder verlängern kannst. Das ist besonders praktisch, wenn du keine Rundtour fahren möchtest.

In den Stoßzeiten und an schönen Wochenenden kann es voll werden, weshalb sich eine frühzeitige Fahrradreservierung oder die Nutzung von Randzeiten empfiehlt. Bahnhöfe in Städten wie Amberg, Weiden, Schwandorf und Regensburg sind gute Ausgangs- und Endpunkte für flexible Tourenplanung.

Gibt es genügend Einkehrmöglichkeiten unterwegs?

Reichlich! Die Oberpfalz hat eine der höchsten Brauereidichten der Welt, und Wirtshäuser, Biergärten sowie urige Zoiglstuben säumen die Radwege in schöner Regelmäßigkeit. Vor allem im Zoiglland rund um Windischeschenbach und Neuhaus lohnt der Einkehrschwung.

In den Flusstälern und Städten findest du zahlreiche Cafés und Gasthäuser mit regionaler Küche. Beachte allerdings, dass Zoiglstuben oft nur an bestimmten Ausschanktagen geöffnet haben – ein Blick auf den Zoiglkalender vor der Tour lohnt sich. So verpasst du garantiert kein frisch gezapftes Bier.

Wie anspruchsvoll ist der Oberpfälzer Wald für Radler?

Der Oberpfälzer Wald ist die sportliche Herausforderung der Region. Hier warten spürbare Steigungen und lange Abfahrten, die durchaus konditionelle Fitness verlangen. Für ambitionierte Tourenradler und Mountainbiker ist das ein Highlight, für gemütliche Genussradler eher etwas zum Umfahren.

Wer die Höhenmeter nicht scheut, wird mit herrlicher Waldeinsamkeit, bizarren Granitformationen und Panoramablicken belohnt – etwa vom Oberpfalzturm im Steinwald. Ein E-Bike macht die Anstiege deutlich angenehmer. Der Steinwald und das angrenzende Fichtelgebirge bieten zudem ausgeschilderte Mountainbike-Routen für die Trail-Fraktion.

Sind Fahrradverleihe vor Ort verfügbar?

Ja, in den größeren Orten und touristischen Zentren wie Regensburg, Amberg, Weiden und am Steinberger See gibt es Fahrradverleihe, teils auch mit E-Bikes. Das ist praktisch, wenn du mit Bahn oder Auto anreist und nicht dein eigenes Rad mitbringen möchtest.

Auch viele radlerfreundliche Hotels bieten Leihräder für ihre Gäste an. Es empfiehlt sich, gerade in der Hauptsaison vorab zu reservieren, um sicherzugehen, dass dein Wunschmodell verfügbar ist. Die Tourismusbüros der Region geben gerne Auskunft über Anbieter und Preise.

Welche Radwege sind besonders für Rennradfahrer geeignet?

Rennradfahrer schätzen an der Oberpfalz vor allem die verkehrsarmen Nebenstraßen, die sich durch die sanften Hügel und Flusstäler schlängeln. Ideal für lange, ungestörte Ausfahrten sind die Regionen rund um Amberg, das Vilstal und die Gegend nördlich von Weiden.

Wer Höhenmeter sucht, findet im Oberpfälzer Wald und Steinwald anspruchsvolle Anstiege mit lohnenden Panoramen. Die geringe Verkehrsdichte macht das Rennradfahren hier besonders entspannt. Plane deine Route am besten mit einer Topografie-App, um die passenden Höhenprofile für deine Ambitionen zu finden.

Kann man in der Oberpfalz eine mehrtägige Radreise machen?

Auf jeden Fall. Die großen Fernradwege wie der Naabtal-Radweg oder der Fünf-Flüsse-Radweg eignen sich hervorragend für Mehrtagestouren. Der Fünf-Flüsse-Radweg umfasst rund 300 Kilometer und führt dich durch die schönsten Landschaften und Städte der Region.

Entlang der Routen findest du radlerfreundliche Unterkünfte, die Trockenräume, sichere Abstellmöglichkeiten und oft ein reichhaltiges Radlerfrühstück bieten. Dank guter Bahnanbindung kannst du Start und Ziel flexibel wählen. Eine Woche unterwegs, von Zoiglstube zu Weiher, ist eine wunderbare Art, die stille Vielfalt der Oberpfalz kennenzulernen.

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