Flache pannonische Seeebene
Radfahren am Neusiedler See: Weite Horizonte, Wind im Haar und Storchennester im Seewinkel
Radeln am Neusiedler See & Seewinkel
Es gibt Landschaften, die sich einem erst beim zweiten Blick öffnen. Der Neusiedler See gehört dazu. Auf den ersten Kilometern denkst du vielleicht: flach, weit, unspektakulär. Und dann passiert etwas. Der Wind streicht über das endlose Schilfmeer, ein Reiher steigt aus dem Wasser auf, die Sonne taucht die pannonische Ebene in goldenes Licht und du merkst, dass diese Weite ihre ganz eigene Magie hat.
Der Neusiedler See ist der westlichste Steppensee Europas und liegt eingebettet zwischen dem sanften Burgenland und der ungarischen Grenze. Kaum ein Fleck Österreichs eignet sich besser fürs entspannte Radfahren: Steigungen suchst du hier fast vergeblich, dafür bekommst du kilometerlange, gut ausgebaute Radwege, ein mildes Klima und rund 300 Sonnentage im Jahr. Kein Wunder, dass der Neusiedler See Radweg zu den beliebtesten Genussrouten des Landes zählt.
Im Seewinkel, dem östlichen Teil der Region, wartet eine der ungewöhnlichsten Naturlandschaften Mitteleuropas auf dich. Salzige Lacken, Weinberge bis zum Horizont, klapperende Störche auf den Dächern von Illmitz und Apetlon und der Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel, in dem sich zur Zugvogelzeit tausende Vögel sammeln. Hier fährst du nicht einfach von A nach B, du gleitest durch ein UNESCO-Welterbe.
Und dann sind da noch die Genussmomente: ein kühler Grüner Veltliner am Weinhof, frischer Fisch aus dem See, ein Sprung ins erfrischend warme Wasser nach einem langen Radtag. Der Neusiedler See ist keine Region für Rekordjäger, sondern für Menschen, die das Fahren genießen wollen, mit Zeit für Pausen, Aussicht und das kleine Glück am Wegesrand. Schnapp dir dein Rad, wir zeigen dir, warum diese Ecke Österreichs süchtig macht.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
Rund 115 m, Leithagebirge bis 484 m
Geländecharakter
Asphaltradwege, Schotter- und Feldwege
Infrastruktur
Sehr gut ausgebaut, radfreundlich
Beste Reisezeit
April bis Oktober
Was den Neusiedler See und den Seewinkel so besonders macht
Der See: Europas eigenwilliger Steppensee
Der Neusiedler See ist ein echtes Unikum. Mit einer durchschnittlichen Tiefe von gerade einmal gut einem Meter ist er einer der flachsten Seen Europas und einer der wärmsten dazu. Umrahmt wird das Wasser von einem der größten zusammenhängenden Schilfgürtel des Kontinents, der stellenweise mehrere Kilometer breit ist. Wenn du am Ufer entlangradelst, siehst du das Wasser oft gar nicht direkt, dafür raschelt und flüstert das Schilf im Wind, als würde die Landschaft mit dir sprechen.
Rund um den See reihen sich charmante Orte wie Rust, Mörbisch, Podersdorf und Neusiedl aneinander. Jeder hat seinen eigenen Charakter: Rust mit seinen prächtigen Bürgerhäusern und Storchennestern, Mörbisch mit der berühmten Seebühne, Podersdorf mit dem einzigen frei zugänglichen Sandstrand und dem markanten Leuchtturm. Wusstest du schon? Der Neusiedler See hat keinen natürlichen Zu- oder Abfluss und wird fast ausschließlich von Regen gespeist, weshalb sein Wasserstand ziemlich launisch sein kann.
Der Seewinkel: Salzlacken, Störche und wilde Weite
Östlich des Sees erstreckt sich der Seewinkel, eine flache Ebene, die eher an die ungarische Puszta als an das übrige Österreich erinnert. Über hundert Salzlacken prägen dieses Gebiet, seichte Gewässer mit salzigem Wasser, die im Sommer teilweise komplett austrocknen und weiße Salzkrusten zurücklassen. Diese Lacken sind ein Paradies für Vögel und Vogelbeobachter, und der Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel schützt dieses empfindliche Ökosystem.
Wenn du durch Orte wie Illmitz, Apetlon oder Podersdorf radelst, wirst du unweigerlich auf Störche treffen. Auf fast jedem zweiten Schornstein thront ein mächtiges Nest, und im Sommer klappern die Jungvögel um die Wette. Der Seewinkel ist außerdem Heimat von Graurindern, Weißeseln und ungarischen Steppenrindern, die die Landschaft offenhalten. Geheimtipp: Die Aussichtswarte an der Langen Lacke bei Apetlon ist ein grandioser Ort, um mit dem Fernglas Löffler, Säbelschnäbler und im Herbst tausende Wildgänse zu beobachten.
Wein, Fisch und pannonische Küche
Das Burgenland ist Weinland, und rund um den Neusiedler See gedeihen dank des warmen Klimas hervorragende Tropfen. Der Blaufränkisch, Zweigelt und vor allem die süßen Prädikatsweine aus Rust genießen international einen exzellenten Ruf. In den unzähligen Buschenschanken und Heurigen kannst du direkt beim Winzer einkehren, ein Glas verkosten und dazu eine deftige Brettljause genießen. Nach einem Radtag schmeckt das doppelt gut.
Kulinarisch dreht sich hier vieles um den See selbst: Frischer Zander, Karpfen und Wels landen in den Gasthäusern auf dem Teller. Dazu kommen regionale Spezialitäten wie der pannonische Paprika, saftige Melonen aus dem Seewinkel und im Herbst Kürbis in allen Variationen. Wer es süß mag, sollte unbedingt den burgenländischen Strudel probieren. Wusstest du schon? Rust ist die kleinste Freistadt Österreichs und der Ruster Ausbruch, ein legendärer Süßwein, wurde schon im 17. Jahrhundert bis an die europäischen Königshöfe verkauft.
Kultur und Geschichte am Wegesrand
Die Region blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, geprägt von der Nähe zu Ungarn und dem einstigen Eisernen Vorhang. Schloss Esterházy im nahen Eisenstadt erinnert an die glanzvolle Zeit der Fürstenfamilie, in deren Diensten einst Joseph Haydn komponierte. Die Seebühne Mörbisch und die Oper im Steinbruch St. Margarethen ziehen im Sommer Kulturfans aus ganz Europa an.
Auch die Grenzregion selbst erzählt Geschichten: In Andau erinnert die rekonstruierte Brücke an die Flucht tausender Menschen während des Ungarnaufstands 1956. Solche Orte machen deutlich, dass diese friedliche, offene Landschaft nicht immer so leicht zugänglich war, was das heutige Radeln über ehemalige Grenzlinien umso besonderer macht.
Warum Radfahren hier ein echtes Panoramaerlebnis ist
Flach, aber niemals langweilig
Wer meint, flaches Radfahren sei fad, war noch nie am Neusiedler See. Klar, hier musst du dich nicht durch alpine Serpentinen quälen, und das ist genau der Reiz. Der berühmte Neusiedler See Radweg führt auf rund 125 Kilometern einmal komplett um den See herum, inklusive eines Abschnitts durch Ungarn. Die Strecke ist bestens ausgebaut, größtenteils asphaltiert und mit sanften Steigungen versehen, die selbst ungeübte Radler locker meistern.
Die eigentliche Herausforderung ist übrigens nicht das Gelände, sondern der Wind. Die pannonische Ebene ist windexponiert, und wer den falschen Tag erwischt, kämpft sich schon mal gegen kräftige Böen. Der Trick erfahrener Radler: die Runde so planen, dass man den Wind auf dem längeren Abschnitt im Rücken hat. Dann fühlt sich das Fahren fast wie Segeln an.
Ein Paradies für Genussradler und Familien
Kaum eine Region in Österreich eignet sich so gut für entspanntes Familienradeln wie der Seewinkel. Die Wege sind breit, autofrei oder verkehrsarm und dank der flachen Topografie auch für Kinder gut zu bewältigen. Zwischendurch laden Badestellen, Spielplätze, Eisdielen und Tierbeobachtungspunkte zu Pausen ein, die den Kleinen den Radtag versüßen.
Auch für E-Biker ist die Region ideal, denn dank des dichten Netzes an Verleihstationen, Ladepunkten und radfreundlichen Betrieben musst du dir um die Akkuladung keine Sorgen machen. Genussradler kommen ohnehin voll auf ihre Kosten: Zwischen zwei Weingütern oder Buschenschanken liegen selten mehr als ein paar Kilometer, sodass sich jede Tour bequem in kulinarische Etappen einteilen lässt.
Naturerlebnis mit jedem Pedaltritt
Radfahren im Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel ist ein Naturerlebnis der besonderen Art. Du gleitest durch eine Landschaft, in der über 340 Vogelarten leben, vorbei an Salzlacken, die im Abendlicht rosa schimmern, und durch Wiesen, auf denen Graurinder grasen. Die Stille hier draußen ist beeindruckend, unterbrochen nur vom Wind, dem Ruf eines Kiebitzes und dem leisen Surren deiner Reifen.
Besonders magisch sind die Randzeiten des Tages. Früh am Morgen liegt oft Nebel über den Lacken, während die ersten Vögel aufsteigen. Am Abend versinkt die Sonne als riesiger, roter Ball hinter dem Schilf, und der Himmel färbt sich in unglaublichen Farben. Diese Momente sind es, die den Neusiedler See von einer schönen Radregion zu einem echten Sehnsuchtsort machen.
Vielfalt für jeden Anspruch
Auch wenn die Region als Genussparadies gilt, kommen ambitionierte Radler nicht zu kurz. Wer will, kombiniert die Seerunde mit Ausflügen in die sanften Hügel des Leithagebirges oder Richtung Rosalia, wo dann doch die eine oder andere Steigung auf dich wartet. Rennradfahrer schätzen die langen, ebenen Straßen für Tempotraining, Gravel-Fans finden im Seewinkel unzählige Feld- und Schotterwege.
Und schließlich lässt sich das Radfahren hier wunderbar mit dem Schiff kombinieren. Fähren zwischen Mörbisch, Illmitz-Biologische Station und Breitenbrunn transportieren dich samt Rad über den See und verkürzen so die Runde oder eröffnen ganz neue Tourenkombinationen. So wird aus dem Radeln ein kleines Abenteuer aus Land und Wasser.
Unterkünfte und Radhotels rund um den Neusiedler See
Wir konnten leider kein Hotel finden...
Sie sind Hotelier, oder führen einen Gasthof oder eine Pension und interessieren sich für eine Aufnahme in unser Portal?
oder direkt anrufen
+49 (0)8167-69 63 70
Die schönsten Radtouren rund um den Neusiedler See
Die große Seeumrundung: Der Neusiedler See Radweg
Die Königsdisziplin der Region ist die komplette Umrundung des Sees, die dich auf rund 125 Kilometern durch Österreich und ein Stück Ungarn führt. Startpunkt ist meist Neusiedl am See, von wo aus du über Weiden und Podersdorf am Ostufer nach Süden radelst, vorbei am Leuchtturm von Podersdorf und durch die weite Seewinkel-Landschaft mit ihren Salzlacken.
Weiter geht es über die Grenze nach Ungarn, wo du in Fertőd das prachtvolle Schloss Esterházy bestaunen kannst, ehe dich der Weg zurück nach Österreich über Mörbisch und Rust führt. Rust mit seinen Storchennestern und Weinkellern ist der ideale Ort für eine ausgedehnte Rast. Über Oggau und Breitenbrunn schließt sich die Runde wieder in Neusiedl.
Diese Tour ist perfekt für ambitionierte Genussradler, die viel Zeit mitbringen. Wer es entspannter mag, teilt die Runde auf zwei Tage auf oder kürzt mit der Fähre zwischen Mörbisch und Illmitz ab. Ein absolutes Highlight für jeden, der die Vielfalt der Region an einem Stück erleben will.
Seewinkel-Runde durch den Nationalpark
Diese rund 40 Kilometer lange Tour führt dich ins Herz der Seewinkel-Landschaft und ist ein Muss für Naturliebhaber. Startpunkt ist Illmitz, der Hauptort des Nationalparks. Von hier aus radelst du zunächst zur Biologischen Station und weiter zur Zicksee-Region bei Sankt Andrä, vorbei an unzähligen Salzlacken.
Der wahre Höhepunkt ist die Lange Lacke bei Apetlon mit ihrer Aussichtswarte. Nimm unbedingt ein Fernglas mit, denn hier tummeln sich je nach Saison Löffler, Säbelschnäbler, Kiebitze und im Herbst gewaltige Schwärme rastender Wildgänse. Zwischen den Lacken grasen Graurinder und Weißesel, die die typische Steppenlandschaft offenhalten.
Die Wege sind hier teils asphaltiert, teils gut befahrbare Schotterpisten, weshalb sich ein Trekking- oder Gravelbike anbietet. Die Tour eignet sich hervorragend für Familien und Naturfreunde, die es ruhig mögen und die einzigartige Vogelwelt aus nächster Nähe erleben wollen. Einkehrmöglichkeiten findest du in Illmitz und Apetlon.
Wein- und Genussrunde bei Rust und Mörbisch
Diese etwa 30 Kilometer lange Genusstour am malerischen Westufer verbindet Kultur, Wein und Seeblick. Du startest in Rust, der kleinsten Freistadt Österreichs, und rollst durch die historische Altstadt mit ihren storchenbekrönten Bürgerhäusern. Von dort führt der Weg entlang der Weinberge nach Mörbisch, wo die berühmte Seebühne direkt am Wasser thront.
Weiter geht es hinauf in die sanften Hügel Richtung St. Margarethen, wo der römische Steinbruch mit seiner Opernbühne einen imposanten Anblick bietet. Zwischen den Reben eröffnen sich immer wieder weite Blicke über den See und den Schilfgürtel. Die Region rund um Rust ist berühmt für den Ruster Ausbruch, einen edelsüßen Wein von Weltruf.
Diese Tour ist ideal für alle, die das Radeln mit Weinverkostung und Kultur verbinden wollen. Plane genug Zeit für Einkehrstopps in den zahlreichen Buschenschanken ein. Ein paar kurze Anstiege bringen dich zwar leicht ins Schwitzen, werden aber mit herrlichen Ausblicken belohnt.
Familienrunde von Podersdorf zum Leuchtturm
Diese entspannte Rundtour von rund 20 Kilometern ist wie gemacht für Familien mit Kindern. Start und Ziel ist Podersdorf am See, der einzige Ort mit direktem, frei zugänglichem Sandstrand. Der markante Leuchtturm am Ufer ist ein beliebtes Fotomotiv und der ideale Startpunkt.
Von Podersdorf radelst du auf flachen, gut ausgebauten Wegen entlang des Ostufers und durch die offene Seewinkel-Landschaft. Unterwegs siehst du Störche auf den Dächern, kannst am Ufer eine Pause einlegen und die Beine ins warme Wasser hängen. Zahlreiche Rastplätze und Eisdielen sorgen dafür, dass die kleinen Radler bei Laune bleiben.
Die Strecke ist komplett flach und größtenteils autofrei, wodurch sie sich auch für Radanfänger und Anhängerbetrieb bestens eignet. Zum Abschluss lockt der Strand von Podersdorf zum Baden und Planschen. Ein perfekter Tag für die ganze Familie, der Bewegung, Natur und Badespaß auf angenehme Weise vereint.
Von Neusiedl ins Leithagebirge
Wer den flachen Uferwegen ein wenig Höhenmeter hinzufügen möchte, findet in dieser rund 35 Kilometer langen Tour die perfekte Abwechslung. Von Neusiedl am See aus geht es westwärts in die bewaldeten Hänge des Leithagebirges, das die Region nach Norden hin sanft begrenzt.
Über Winden und Jois führt der Weg hinauf durch schattige Wälder und vorbei an Weingärten. Belohnt wirst du mit herrlichen Panoramablicken über den gesamten Neusiedler See und die dahinterliegende Seewinkel-Ebene. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis nach Ungarn. Die Zeiselwald-Region bietet zudem schöne Rastmöglichkeiten im Grünen.
Diese Tour richtet sich an etwas sportlichere Radler, die mit moderaten Steigungen keine Probleme haben. Ein E-Bike macht die Anstiege besonders angenehm. Zurück am See kannst du in Jois oder Neusiedl bei einem Glas Wein einkehren und den erradelten Ausblick Revue passieren lassen.
Häufige Fragen
Wie lang ist der Neusiedler See Radweg genau?
Der komplette Neusiedler See Radweg misst rund 125 Kilometer und führt einmal um den gesamten See herum, wobei ein Abschnitt durch Ungarn verläuft. Die genaue Länge hängt von deiner Route und eventuellen Abkürzungen ab.
Viele Radler teilen die Runde auf zwei entspannte Tage auf, um genug Zeit für Einkehr, Fotostopps und Naturbeobachtung zu haben. Wer sportlich unterwegs ist, schafft die Strecke auch an einem langen Tag. Eine beliebte Variante ist die Nutzung der Fähre zwischen Mörbisch und Illmitz, wodurch du die Runde um rund 40 Kilometer verkürzen kannst. So bleibt die Tour flexibel und lässt sich gut an deine Kondition und deine Lust auf Genusspausen anpassen.
Ist die Region für Familien mit Kindern geeignet?
Absolut, der Neusiedler See gehört zu den familienfreundlichsten Radregionen Österreichs. Die durchweg flachen Wege, das dichte Netz autofreier oder verkehrsarmer Radwege und die kurzen Distanzen zwischen den Orten machen das Radeln mit Kindern angenehm und sicher.
Unterwegs gibt es zahlreiche Anziehungspunkte, die den Kleinen den Radtag versüßen: Badestellen mit warmem Wasser, Spielplätze, Eisdielen, Störche auf den Dächern und Tierbeobachtungspunkte im Nationalpark. Der Sandstrand von Podersdorf ist ein besonderes Highlight für eine ausgiebige Badepause. Für ganz junge Familien eignen sich kurze Rundtouren wie die Familienrunde ab Podersdorf besonders gut. Fahrradanhänger und Kindersitze sind auf den breiten Wegen problemlos zu handhaben.
Kann ich meinen Hund mit auf die Radtour nehmen?
Ja, in weiten Teilen der Region ist das Radeln mit Hund gut möglich, allerdings solltest du ein paar Dinge beachten. Im Kernbereich des Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel gelten strenge Naturschutzregeln, und Hunde müssen an der Leine geführt werden, um die brütenden und rastenden Vögel nicht zu stören.
An heißen Sommertagen kann die pannonische Hitze für Hunde belastend sein, da die flache Landschaft kaum Schatten bietet. Plane daher genügend Trinkpausen ein und meide die Mittagshitze. Viele Badestellen erlauben Hunde nicht direkt am Hauptstrand, es gibt aber ausgewiesene Hundebadeplätze, etwa in Podersdorf. Frühling und Herbst sind für Radtouren mit Vierbeiner die angenehmste Zeit.
Welche Fahrräder eignen sich am besten für die Region?
Für den gut ausgebauten, überwiegend asphaltierten Neusiedler See Radweg reicht ein normales Trekking- oder Citybike völlig aus. Da die Strecken flach sind, brauchst du keine spezielle Bergübersetzung, und auch mit einem robusten Alltagsrad kommst du bestens zurecht.
Möchtest du tiefer in den Seewinkel und den Nationalpark eintauchen, wo du auch auf Schotter- und Feldwege triffst, ist ein Trekking- oder Gravelbike mit etwas breiteren Reifen die bessere Wahl. E-Bikes sind in der Region sehr beliebt und sinnvoll, wenn du längere Distanzen fahren oder dem oft kräftigen Gegenwind entspannt begegnen möchtest. Verleihstationen und Ladepunkte gibt es reichlich, sodass du auch spontan ein Rad ausleihen kannst.
Wann ist die beste Reisezeit zum Radfahren?
Die Radsaison am Neusiedler See erstreckt sich dank des milden pannonischen Klimas von April bis Oktober. Der Frühling überzeugt mit blühenden Wiesen, angenehmen Temperaturen und dem Beginn der Storchensaison. Auch für Vogelbeobachter ist das Frühjahr wegen der Rückkehr der Zugvögel besonders reizvoll.
Der Sommer ist ideal, wenn du Radeln mit Baden kombinieren willst, allerdings kann es im Seewinkel sehr heiß werden und Schatten ist rar. Am angenehmsten sind daher oft die Übergangszeiten. Der Herbst ist ein echter Geheimtipp: mildes Wetter, goldenes Licht, Weinlese und im September und Oktober riesige Schwärme rastender Wildgänse, die über den Lacken ein spektakuläres Naturschauspiel bieten.
Muss ich mit starkem Wind rechnen?
Ja, der Wind ist am Neusiedler See ein ständiger Begleiter, schließlich liegt die Region in der windexponierten pannonischen Ebene. Für Surfer und Segler ist das ein Segen, für Radler manchmal eine Herausforderung, besonders auf den offenen Uferwegen und im baumlosen Seewinkel.
Der beste Tipp erfahrener Radler lautet: Plane deine Tour so, dass du den längsten Abschnitt mit Rückenwind fährst. Ein Blick auf die Windvorhersage lohnt sich vor dem Start immer. Mit dem Wind im Rücken fühlt sich das Fahren fast mühelos an, gegen ihn kann selbst die flache Strecke anstrengend werden. Ein E-Bike kann hier gute Dienste leisten und den Windwiderstand angenehm ausgleichen.
Kann ich mein Rad mit der Fähre über den See transportieren?
Ja, das ist eines der praktischen Highlights der Region. Von Frühling bis Herbst verkehren Fähren über den Neusiedler See, unter anderem zwischen Mörbisch und der Biologischen Station bei Illmitz sowie zwischen Breitenbrunn und Podersdorf. Fahrräder werden dabei problemlos mitgenommen.
Die Fähren sind eine hervorragende Möglichkeit, die große Seerunde abzukürzen oder ganz neue Tourenkombinationen zu planen. Statt einmal komplett herumzufahren, kannst du das West- und Ostufer bequem verbinden und dabei noch eine schöne Schifffahrt mit Blick auf den Schilfgürtel genießen. Die Fahrpläne solltest du vorab prüfen, da die Verbindungen saisonabhängig sind und außerhalb der Hauptsaison seltener fahren.
Gibt es genug Einkehrmöglichkeiten unterwegs?
Reichlich, das ist einer der großen Vorzüge der Region. Rund um den See reiht sich Ort an Ort, und dazwischen findest du Buschenschanken, Heurige, Weingüter, Gasthäuser und Cafés in kurzen Abständen. Du musst also nie befürchten, hungrig oder durstig auf der Strecke zu bleiben.
Kulinarisch erwartet dich pannonische Genussküche vom Feinsten: frischer Fisch aus dem See wie Zander und Karpfen, deftige Brettljausen, regionaler Paprika und natürlich die ausgezeichneten burgenländischen Weine. In Orten wie Rust, Illmitz und Podersdorf kannst du direkt beim Winzer verkosten. Plane deine Tour ruhig entlang der Genussstationen, dann wird jeder Radtag zum kulinarischen Erlebnis.
Wie komme ich ohne Auto in die Region?
Der Neusiedler See ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Von Wien aus fährst du mit dem Zug in weniger als einer Stunde nach Neusiedl am See, von wo aus Busverbindungen die umliegenden Orte anbinden. Auch Eisenstadt, die Landeshauptstadt des Burgenlands, ist gut angebunden.
Viele Züge und Busse in der Region nehmen Fahrräder mit, sodass du dein eigenes Rad mitbringen kannst. Alternativ findest du zahlreiche Verleihstationen direkt vor Ort, oft auch mit E-Bikes. Wer besonders bequem reisen möchte, wählt eine Unterkunft in Bahnhofsnähe und startet direkt von dort in die Radtouren. Die kompakte Größe der Region macht das Reisen ohne Auto angenehm unkompliziert.
Brauche ich für die Ungarn-Abschnitte etwas Besonderes?
Für den ungarischen Teil des Neusiedler See Radwegs, der über Fertőd und Fertőrákos verläuft, brauchst du dank des Schengenraums keine Grenzkontrollen zu fürchten. Du kannst die Grenze frei mit dem Rad überqueren, ein Ausweis sollte aber sicherheitshalber immer dabei sein.
Praktisch ist es, ein wenig Bargeld in ungarischen Forint mitzunehmen, falls du in einem kleinen Lokal einkehren möchtest, das keine Karte akzeptiert. Viele Betriebe nehmen aber auch Euro oder Kartenzahlung an. Die Radwege sind auch auf ungarischer Seite gut ausgeschildert und gepflegt. Ein Besuch von Schloss Esterházy in Fertőd lohnt sich unbedingt und ist ein kultureller Höhepunkt der Seerunde.
Ist die Region auch für Rennradfahrer interessant?
Ja, auch wenn der Neusiedler See vor allem als Genussregion bekannt ist, kommen Rennradfahrer durchaus auf ihre Kosten. Die langen, ebenen Straßen der pannonischen Ebene eignen sich hervorragend für Tempotraining und schnelle Kilometer, sofern der Wind mitspielt.
Wer Abwechslung und Höhenmeter sucht, kombiniert die flachen Uferstrecken mit Ausflügen ins Leithagebirge oder in die Hügel Richtung Rosalia, wo einige knackige Anstiege warten. Die Grenznähe erlaubt zudem abwechslungsreiche Runden nach Ungarn. Der Verkehr auf den Nebenstraßen ist überschaubar, was das Rennradfahren angenehm macht. In Kombination mit dem milden Klima ist die Region auch im Frühjahr und Herbst ein attraktives Trainingsrevier.
Darf ich überall im Nationalpark radfahren?
Nein, im Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel gelten zum Schutz der empfindlichen Natur klare Regeln. Das Radfahren ist auf den ausgewiesenen Wegen und Routen erlaubt, das Verlassen dieser Wege ist jedoch untersagt, um die Vogelwelt und die sensiblen Salzlacken nicht zu stören.
Halte dich unbedingt an die Beschilderung und respektiere Sperrgebiete, besonders während der Brutzeit im Frühjahr und Frühsommer. Die ausgewiesenen Radrouten bringen dich trotzdem nah an die schönsten Naturschauplätze heran, etwa zur Aussichtswarte an der Langen Lacke. Mit etwas Rücksichtnahme trägst du dazu bei, dieses einzigartige Welterbe für kommende Generationen zu bewahren, und wirst mit unvergesslichen Naturbeobachtungen belohnt.