Flaches Seeufer am Jurafuß
Radfahren am Neuenburgersee: Genussrouten zwischen Reben, Wasser und Jurakulisse
Radfahren am Neuenburgersee
Wenn morgens der Nebel über dem Wasser liegt und die ersten Sonnenstrahlen die Weinberge am Fuße des Juras vergolden, spürst du sofort, warum der Neuenburgersee als heimliche Perle des Schweizer Drei-Seen-Lands gilt. Hier, im französischsprachigen Westen der Schweiz, trifft mediterranes Flair auf alpine Frische, und der größte vollständig in der Schweiz liegende See lädt dich ein, ihn auf zwei Rädern zu umrunden.
Der Neuenburgersee zieht sich rund 38 Kilometer lang zwischen dem Jura und dem Mittelland entlang. Auf der einen Seite reihen sich sonnenverwöhnte Rebhänge, alte Winzerdörfer und die eleganten Gassen der Stadt Neuchâtel aneinander. Auf der anderen Seite erstreckt sich mit der Grande Cariçaie das größte Seeufer-Feuchtgebiet der Schweiz, ein wahres Paradies für Vögel, Libellen und alle, die Ruhe suchen. Genau dieser Kontrast macht das Radfahren hier so abwechslungsreich.
Die Wege sind angenehm flach und größtenteils gut ausgebaut, viele Abschnitte gehören zur nationalen Velorouten-Landschaft. Du rollst durch Schilfgürtel, vorbei an römischen Ausgrabungsstätten in Avenches, durch die Pfahlbauersiedlungen bei Gletterens und immer wieder mit Blick auf die schneebedeckten Alpen, die sich an klaren Tagen am Horizont spiegeln.
Und dann ist da noch der Genuss: Ein Glas Chasselas auf einer Terrasse in Cortaillod, frischer Felchen aus dem See, ein Stück Gruyère aus der nahen Käserei. Radfahren am Neuenburgersee ist kein Wettkampf gegen die Uhr, sondern eine Einladung zum Entschleunigen. Wer den Rhythmus des Sees übernimmt, entdeckt eine Region, die überraschend vielseitig, herrlich unaufgeregt und für Radreisende wie geschaffen ist.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
Rund 429 m Seespiegel, wenige Anstiege
Geländecharakter
Asphalt, fester Kies, Dammwege
Infrastruktur
Gut ausgebaut, Verleih, Schiffe
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Was den Neuenburgersee so besonders macht
Neuchâtel: Die Stadt aus goldenem Stein
Alexandre Dumas soll Neuchâtel einst als Stadt beschrieben haben, die aussehe, als sei sie aus einem einzigen Block Butter geschnitzt worden. Der warme, gelbe Kalkstein der Altstadt gibt der Stadt tatsächlich diesen unverwechselbaren Charakter. Wenn du dein Rad am Hafen abstellst und durch die kopfsteingepflasterten Gassen schlenderst, fühlst du dich schnell wie in Südfrankreich versetzt.
Über der Stadt thronen das Schloss und die Stiftskirche, von deren Anhöhe du einen weiten Blick über See und Alpen hast. In den Cafés am Wasser trifft man sich auf einen Milchkaffee, und die entspannte, welsche Lebensart überträgt sich sofort. Ein Bummel durch das Zentrum lohnt sich vor oder nach der Tour allemal.
Die Grande Cariçaie: Wildnis am Südufer
Zwischen Yverdon-les-Bains und Yvonand erstreckt sich das größte Seeufer-Feuchtgebiet der Schweiz. Auf rund 40 Quadratkilometern leben hier tausende Tier- und Pflanzenarten, darunter viele bedrohte. Vom Damm aus, auf dem der Radweg verläuft, blickst du in ein Meer aus Schilf, in dem Reiher, Enten und mit etwas Glück sogar Biber zu beobachten sind.
Beobachtungshütten und Lehrpfade laden zum kurzen Innehalten ein. Wusstest du schon, dass die Grande Cariçaie durch die Seeregulierung im 19. Jahrhundert entstand? Damals wurde der Wasserspiegel des Sees künstlich gesenkt, und aus dem freigelegten Uferland entwickelte sich dieses einzigartige Biotop.
Wein, Käse und Felchen: Kulinarik am See
Die Rebhänge am Nordufer, rund um Cortaillod, Auvernier und Boudry, gehören zu den renommiertesten Weinlagen der Westschweiz. Der leichte, spritzige Chasselas ist hier König, doch auch elegante Pinot Noir werden gekeltert. Viele Winzer öffnen ihre Keller für spontane Degustationen, und eine Rast auf einer Rebbergterrasse ist purer Genuss.
Aus dem See selbst kommen Felchen und Egli (Flussbarsch), die in den Uferrestaurants frisch auf den Teller kommen. Dazu ein Stück Käse aus dem nahen Jura oder aus Gruyère, und dein Radlerhunger ist bestens gestillt. Tipp: Der lokale Absinth aus dem Val-de-Travers ist ein spannendes Souvenir für Mutige.
Avenches und die Römer
Ein Geheimtipp abseits des Wassers ist Avenches, das einstige Aventicum, die Hauptstadt des römischen Helvetiens. Hier standen einst 20.000 Menschen im Amphitheater, dessen Reste du noch heute bestaunen kannst. Ein Abstecher lohnt sich, besonders im Sommer, wenn das Theater als Kulisse für Konzerte und Opern dient.
Die gut erhaltenen Mauern und das Museum erzählen von einer Zeit, in der diese Gegend ein pulsierendes Zentrum war. Zwischen antiken Steinen und weiten Feldern spürst du, wie tief die Geschichte in dieser Landschaft verwurzelt ist.
Warum Radfahren am Neuenburgersee begeistert
Flach, familienfreundlich und entspannt
Wer sich vor Bergetappen fürchtet, wird den Neuenburgersee lieben. Die Uferwege verlaufen weitgehend eben, das größte Höhenmeter-Abenteuer ist meist der Anstieg zu einer Weinbergterrasse. Damit ist die Region ideal für Familien, Genussradler und alle, die das Radfahren als Erholung und nicht als Leistungssport verstehen.
Viele Abschnitte sind Teil der nationalen Velorouten der Schweiz, hervorragend ausgeschildert und gut asphaltiert oder mit festem Kies belegt. Kinder können sicher mitfahren, und auch mit dem E-Bike lässt sich die gesamte Seeumrundung problemlos an einem Tag bewältigen.
Der Kontrast der beiden Ufer
Das Besondere am Neuenburgersee ist die Zweigeteiltheit seiner Landschaft. Am Nordufer radelst du durch mediterran anmutende Winzerdörfer, vorbei an Steinmauern, Rebhängen und lebhaften Städtchen wie Neuchâtel und Boudry. Hier ist die Kulisse geprägt von Kultur, Wein und dem sanft ansteigenden Jura im Rücken.
Am Südufer dagegen taucht du ein in die stille Weite der Grande Cariçaie. Schilfgürtel, Naturstrände und weite Sichtachsen bestimmen das Bild. Dieser Wechsel innerhalb einer einzigen Rundtour macht das Erlebnis so reizvoll, denn du fährst gefühlt durch zwei völlig verschiedene Welten.
Naturerlebnisse und Aussichten
An klaren Tagen begleitet dich das Alpenpanorama über weite Strecken. Vom Südufer aus reicht der Blick über das Wasser hinweg bis zu den schneebedeckten Gipfeln der Berner und Freiburger Alpen. Fotostopps sind hier fast Pflicht, besonders in den goldenen Morgen- und Abendstunden.
Für Naturfreunde ist die Vogelwelt ein Höhepunkt. In den Feuchtgebieten lassen sich unzählige Arten beobachten, und die vielen kleinen Badebuchten laden im Sommer zur erfrischenden Pause ein. Wer mag, verbindet die Radtour einfach mit einem Sprung ins kühle Nass.
Verbindungen ins Drei-Seen-Land
Der Neuenburgersee ist über die Kanäle der Juragewässerkorrektion mit dem Bieler- und dem Murtensee verbunden. Das eröffnet Radlern die Möglichkeit, ihre Tour zu erweitern und alle drei Seen zu erkunden. Schiffe verkehren zwischen den Seen und nehmen Fahrräder mit, sodass sich Rad und Boot elegant kombinieren lassen.
Diese Vernetzung macht die Region flexibel: Du kannst kurze Genussrunden fahren oder dich auf eine mehrtägige Drei-Seen-Reise begeben. Die Anbindung an das dichte Schweizer Bahnnetz sorgt zusätzlich dafür, dass du jederzeit bequem an- und abreisen kannst.
Übernachten am Neuenburgersee: Hotels für Radreisende
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Die schönsten Radtouren rund um den Neuenburgersee
Große Seeumrundung: Neuchâtel - Yverdon - Estavayer - Neuchâtel
Die klassische Umrundung des Neuenburgersees ist das Herzstück jedes Radaufenthalts in der Region. Du startest am Hafen von Neuchâtel und folgst zunächst dem Nordufer entlang der Weinberge über Auvernier, Cortaillod und Boudry. Immer wieder öffnet sich der Blick auf das Wasser, während der Jura sanft über dir aufragt.
In Yverdon-les-Bains, der Thermalstadt am Südwestende, wechselst du auf die Südseite und tauchst ein in die Grande Cariçaie. Auf dem Dammweg durch das Schilfmeer erreichst du das mittelalterliche Städtchen Estavayer-le-Lac mit seiner Altstadt und dem Schloss. Weiter über Gletterens und die Pfahlbausiedlung geht es zurück Richtung Norden.
Mit rund 90 Kilometern ist diese Runde eine Tagestour für sportliche Genussradler oder eine entspannte Zweitagesetappe. Dank des flachen Profils ist sie auch mit dem E-Bike bestens machbar. Ein Highlight ist die Rückfahrt mit dem Schiff, falls die Beine schwer werden.
Weinberg-Runde: Neuchâtel - Auvernier - Boudry
Diese kürzere Tour ist perfekt für einen halben Tag und stellt die Genussseite des Sees in den Mittelpunkt. Von Neuchâtel aus rollst du am Ufer entlang nach Serrières und weiter ins charmante Winzerdorf Auvernier, dessen Gassen und Weinkeller zum Verweilen einladen.
Weiter führt die Route durch die Rebhänge nach Colombier und Cortaillod, wo du den Chasselas direkt beim Winzer probieren kannst. Ein leichter Anstieg in die Reben belohnt dich mit weiten Ausblicken über den See bis zu den Alpen. In Boudry lohnt ein Blick auf das Schloss und die Areuse-Schlucht ganz in der Nähe.
Die Strecke von rund 25 Kilometern ist ideal für Familien und Genießer. Der Fokus liegt klar auf Kulinarik und Aussicht, weshalb du dir für die vielen Pausen ruhig Zeit nehmen solltest.
Naturweg durch die Grande Cariçaie
Diese Tour widmet sich ganz der Wildnis des Südufers. Startpunkt ist Yverdon-les-Bains, von wo aus du dem Radweg auf dem Damm zwischen See und Feuchtgebiet folgst. Rechts das offene Wasser, links das endlose Schilf, das im Wind rauscht, das ist Radfahren in seiner meditativsten Form.
Unterwegs passierst du mehrere Beobachtungshütten und Naturstrände. Bei Cheyres und Font kannst du eine Pause an einer der Badebuchten einlegen. Vogelbeobachter halten Ausschau nach Reihern, Enten und Rohrsängern, während Familien die naturnahen Rastplätze schätzen.
Bis Estavayer-le-Lac sind es etwa 20 Kilometer nahezu flacher Wege. Wer möchte, kehrt per Schiff zurück und erlebt die Landschaft aus der Wasserperspektive. Diese Tour ist ein Geheimtipp für alle, die Ruhe und Natur suchen.
Drei-Seen-Tour: Neuenburgersee, Murtensee und Bielersee
Für ambitionierte Radler ist die Verbindung aller drei Seen des Drei-Seen-Lands ein unvergessliches Erlebnis. Von Neuchâtel aus fährst du über den Zihlkanal zum Bielersee, umrundest dessen Südufer und folgst dann den Kanälen weiter zum Murtensee mit dem malerischen Städtchen Murten.
Über den Broyekanal gelangst du zurück zum Neuenburgersee und schließt die große Schleife über Estavayer und die Grande Cariçaie. Unterwegs erlebst du die ganze Vielfalt der Region: Weinberge, mittelalterliche Stadtmauern, Feuchtgebiete und immer wieder Wasser.
Diese Route umfasst je nach Streckenführung 100 bis 130 Kilometer und lässt sich gut auf zwei Tage verteilen. Dank der Schiffsverbindungen und des dichten Bahnnetzes kannst du die Etappen flexibel gestalten und jederzeit abkürzen.
Kultur-Tour: Neuchâtel - Avenches
Wer Geschichte mit dem Radeln verbinden will, findet auf dieser Tour reichlich Stoff. Von Neuchâtel aus geht es entlang des Ufers Richtung Süden, vorbei an den Weinbergen und weiter ins Landesinnere zur römischen Stadt Avenches.
In Aventicum, wie die Römer die Stadt nannten, erwarten dich das gut erhaltene Amphitheater, Reste der Stadtmauer und ein sehenswertes Museum. Der Kontrast zwischen weiten Feldern, See und antiken Ruinen macht den besonderen Reiz dieser Strecke aus.
Die rund 40 Kilometer sind überwiegend flach und für konditionell durchschnittliche Radler gut zu bewältigen. Ein idealer Ausflug für alle, die Kultur und Bewegung verbinden möchten und die touristischen Uferwege einmal verlassen wollen.
Häufige Fragen
Wie lang ist die Umrundung des Neuenburgersees?
Die vollständige Umrundung des Neuenburgersees misst je nach genauer Streckenführung zwischen 85 und 95 Kilometer. Da das Gelände weitgehend flach ist, lässt sich die Runde von sportlichen Radlern gut an einem Tag bewältigen.
Genussorientierte Radfahrer teilen die Strecke oft auf zwei Tage auf, mit einer Übernachtung in Yverdon-les-Bains oder Estavayer-le-Lac. So bleibt genügend Zeit für Pausen, Weinproben und Naturbeobachtungen. Wer nicht die gesamte Runde fahren möchte, nutzt die Schiffsverbindungen, um bequem abzukürzen.
Ist die Region für Familien mit Kindern geeignet?
Ja, der Neuenburgersee ist ausgesprochen familienfreundlich. Die flachen, gut ausgebauten Uferwege bieten wenig Verkehr und viele sichere Abschnitte, sodass auch jüngere Kinder gefahrlos mitradeln können.
Unterwegs gibt es zahlreiche Badebuchten, Naturstrände und Rastplätze, die für willkommene Pausen sorgen. Besonders die Grande Cariçaie mit ihren Beobachtungshütten begeistert Kinder, die hier Vögel und andere Tiere entdecken können. Für längere Touren empfiehlt sich ein Kinderanhänger oder ein E-Bike für die Eltern.
Kann ich mein Fahrrad im Schiff mitnehmen?
Ja, die Schiffe der Schifffahrtsgesellschaft auf dem Neuenburgersee nehmen Fahrräder gegen einen kleinen Aufpreis mit. Das ist besonders praktisch, wenn du eine Teilstrecke fahren und den Rest per Boot zurücklegen möchtest.
Die Kombination von Rad und Schiff ist eine der schönsten Arten, die Region zu erleben, denn vom Wasser aus siehst du die Weinberge und Schilfgürtel aus einer ganz neuen Perspektive. In der Hauptsaison verkehren die Schiffe regelmäßig, an den Randzeiten solltest du den Fahrplan im Voraus prüfen.
Welche ist die beste Reisezeit zum Radfahren?
Die ideale Zeit für eine Radtour am Neuenburgersee liegt zwischen Mai und Oktober. Im Frühling blühen die Rebhänge und die Natur erwacht, während die Temperaturen angenehm mild sind. Der Sommer lockt mit warmen Badetagen, kann aber auch heiß werden.
Ein besonderer Genuss ist der Herbst, wenn sich die Weinberge golden färben und die Traubenlese beginnt. Die Luft ist klar, die Sicht auf die Alpen oft brillant und die Terrassen laden zu einem letzten Glas Federweißer. Der Winter eignet sich weniger, da einige Betriebe schließen.
Ist die Region auch mit dem E-Bike gut befahrbar?
Absolut, der Neuenburgersee eignet sich hervorragend für E-Bikes. Dank des flachen Profils reicht der Akku problemlos für die gesamte Seeumrundung, und du hast bei den wenigen Anstiegen in die Weinberge stets Reserven.
Entlang der Route und in den größeren Orten wie Neuchâtel, Yverdon und Estavayer findest du Ladestationen und Verleihstationen. Mit dem E-Bike kannst du auch die erweiterte Drei-Seen-Tour entspannt in Angriff nehmen, ohne dich zu verausgaben. Ideal für alle, die viel sehen und wenig schwitzen wollen.
Darf ich meinen Hund mitnehmen?
Grundsätzlich sind Hunde auf den Radwegen willkommen, allerdings solltest du in der Grande Cariçaie besonders rücksichtsvoll sein. Das Naturschutzgebiet beherbergt zahlreiche bodenbrütende Vögel, weshalb Hunde hier unbedingt an der Leine geführt werden müssen.
An den Badestränden gibt es teils Einschränkungen für Hunde, informiere dich am besten vor Ort. Für längere Touren empfiehlt sich ein Fahrradkorb oder Anhänger für kleinere Hunde, da die Distanzen für Vierbeiner sonst zu groß werden können. Wasserstellen für die Abkühlung gibt es am Ufer reichlich.
Wo kann ich Fahrräder mieten?
In den größeren Orten am See findest du gute Verleihmöglichkeiten. Besonders praktisch ist das schweizweite System der Bahnhofsvermietung, das an vielen Stationen Citybikes, Mountainbikes und E-Bikes anbietet, die du an einem anderen Ort wieder abgeben kannst.
In Neuchâtel und Yverdon-les-Bains gibt es zudem lokale Radgeschäfte mit Verleih und Reparaturservice. In der Hauptsaison lohnt sich eine Reservierung im Voraus, vor allem für E-Bikes, die schnell ausgebucht sind. Kindersitze und Anhänger sind vielerorts ebenfalls erhältlich.
Wie sind die Wege beschaffen?
Die meisten Radwege am Neuenburgersee sind asphaltiert oder mit festem Kies belegt und daher auch mit dem Trekkingrad problemlos befahrbar. Die Beschilderung folgt dem hervorragenden Schweizer Velowegenetz, sodass du dich kaum verfahren kannst.
Auf dem Damm durch die Grande Cariçaie sind einige Abschnitte naturnaher und leicht holprig, aber gut fahrbar. Rennradfahrer weichen stellenweise auf die ruhigen Nebenstraßen aus. Insgesamt ist die Wegequalität sehr hoch und für nahezu alle Radtypen geeignet.
Gibt es unterwegs genug Einkehrmöglichkeiten?
Ja, entlang der Route findest du zahlreiche Restaurants, Cafés und Uferbeizen, in denen du dich stärken kannst. Besonders am Nordufer laden die Winzerdörfer zu einer Rast mit lokalem Wein und regionalen Spezialitäten ein.
Am Südufer sind die Einkehrmöglichkeiten etwas dünner gesät, was den ruhigen Charakter der Grande Cariçaie ausmacht. Hier lohnt es sich, in Yverdon oder Estavayer einzukehren oder einen Picknickvorrat mitzunehmen. Frischer Felchen aus dem See ist überall eine Empfehlung wert.
Wie komme ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln an?
Der Neuenburgersee ist hervorragend an das Schweizer Bahnnetz angebunden. Neuchâtel und Yverdon-les-Bains sind wichtige Knotenpunkte mit direkten Verbindungen aus Bern, Lausanne, Genf und Zürich. Fahrräder können in den meisten Zügen gegen ein Veloticket mitgenommen werden.
Auch die kleineren Orte am See sind über Regionalbahnen und Busse erreichbar. Das dichte Netz ermöglicht es dir, Touren flexibel zu planen und bei Bedarf abzukürzen. Wer aus dem Ausland anreist, nutzt am besten die Anschlüsse ab Bern oder Lausanne.
Ist die Tour auch für ungeübte Radler machbar?
Ja, dank des flachen Geländes ist der Neuenburgersee ideal für Gelegenheitsradler und Einsteiger. Es gibt kaum nennenswerte Anstiege, und die Wege sind gut ausgebaut sowie leicht zu befahren.
Wer sich die gesamte Umrundung nicht zutraut, wählt einfach eine der kürzeren Teilstrecken oder nutzt das Schiff zur Verkürzung. Mit einem E-Bike lassen sich auch die wenigen Steigungen mühelos meistern. So wird die Region auch für weniger trainierte Radler zum entspannten Erlebnis.
Kann ich am See baden?
Unbedingt, der Neuenburgersee bietet zahlreiche Badestellen und Naturstrände, die sich perfekt für eine Erfrischung während der Radtour eignen. Besonders am Südufer gibt es lange, flache Sandstrände, die im Sommer angenehm warm sind.
Das Wasser ist von guter Qualität und erreicht im Hochsommer angenehme Temperaturen. Denke daran, in den Naturschutzzonen der Grande Cariçaie nur die ausgewiesenen Badestellen zu nutzen, um die empfindliche Tierwelt nicht zu stören. Ein Badetuch im Gepäck ist definitiv keine schlechte Idee.