Radfahren am Nationalpark Val Grande: Wo Italiens letzte Wildnis auf pedalierbare Freiheit trifft
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Radfahren am Nationalpark Val Grande: Wo Italiens letzte Wildnis auf pedalierbare Freiheit trifft

Zwischen Seeufer-Idylle und Italiens letzter Wildnis wartet ein Radrevier, das Stille, Serpentinen und Genuss auf einzigartige Weise verbindet.

Radfahren am Nationalpark Val Grande

Stell dir vor, du drehst am frühen Morgen die Kurbeln entlang eines stillen Bergsträsschens, während unter dir der Nebel wie flüssige Watte über den Talkesseln hängt und irgendwo ein Bussard seine Runden zieht. Genau dieses Gefühl schenkt dir die Region rund um den Nationalpark Val Grande – das größte zusammenhängende Wildnisgebiet Italiens, eingebettet zwischen dem glitzernden Lago Maggiore und den ersten schroffen Ausläufern der Alpen im Piemont.

Der Kern des Parks selbst ist bewusst straßenlos und wegetechnisch anspruchsvoll – hier geht es zu Fuß in eine Welt, die sich die Natur nach dem Ende der Almwirtschaft zurückerobert hat. Für Radfahrer aber entfaltet sich rund um diese wilde Mitte ein faszinierendes Netz aus stillen Nebenstraßen, alten Maultierpfaden, Uferwegen am See und knackigen Bergrampen zu einsamen Weilern. Du rollst durch Kastanienwälder, vorbei an verlassenen Steindörfern, über Serpentinen, die dir Panoramen bis zu den Walliser Viertausendern schenken.

Was das Radfahren hier so besonders macht, ist der Kontrast: unten die mediterrane Leichtigkeit des Seeufers mit Palmen, Eisdielen und Fährverkehr, oben die raue Einsamkeit der Bergwelt, in der du stundenlang keiner Menschenseele begegnest. Wer Rennrad fährt, findet kurvenreiche Panoramastraßen mit erstaunlich wenig Verkehr. Gravel- und Mountainbike-Fans erwartet ein Paradies aus Schotterpisten, Forstwegen und Trails, die Kondition und Fahrtechnik gleichermaßen fordern.

Dazu kommt das piemontesische Lebensgefühl: langsam, herzlich, kulinarisch verwöhnend. Nach einer schweißtreibenden Etappe wartet ein Espresso auf einer sonnigen Piazza, ein Teller hausgemachter Gnocchi oder ein Glas Nebbiolo aus der Nachbarschaft. Der Val Grande ist kein Ort für Radfahrer, die nur Kilometer abhaken wollen – er ist ein Versprechen an alle, die die Verbindung aus Anstrengung, Stille und Schönheit suchen.

Topografie & Landschaft

Berge, Wildnis, Seeufer

Höhenlage

193 m bis über 2.300 m (Monte Togano)

Geländecharakter

Bergstraßen, Forstwege, Schotterpisten

Infrastruktur

Seeorte gut, Bergdörfer einfach

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Navigation

Was die Region rund um den Val Grande so besonders macht

Italiens letzte große Wildnis

Der Nationalpark Val Grande gilt als das größte zusammenhängende Wildnisgebiet Italiens – ein Landstrich, der sich seit dem Ende der Alm- und Waldwirtschaft in den 1970er-Jahren nahezu vollständig selbst überlassen wurde. Wo einst Köhler, Hirten und Holzfäller schufteten, breitet sich heute ein undurchdringlicher Mischwald aus, in dem Buchen, Kastanien und Erlen die verfallenen Steinhütten langsam verschlingen. Für Radfahrer ist der eigentliche Parkkern kaum befahrbar, doch genau diese unberührte Mitte verleiht der gesamten Region ihre magische Aura der Ursprünglichkeit.

Rund um dieses grüne Herz führen die Wege durch eine Kulturlandschaft, die vom stillen Leben in den Bergtälern erzählt. Verlassene Weiler wie Cicogna, das oft als Tor zum Park bezeichnet wird, oder die stillen Höfe rund um Cossogna wirken wie aus der Zeit gefallen. Wusstest du schon, dass der Park erst 1992 offiziell gegründet wurde und heute rund 15.000 Hektar umfasst? Diese junge Geschichte macht ihn zu einem lebendigen Beispiel dafür, wie schnell sich die Natur zurückholt, was der Mensch ihr überlässt.

Der Lago Maggiore als leuchtender Kontrast

Kaum ein Radrevier bietet einen solchen Gegensatz: Während der Val Grande nach wilder Bergluft duftet, glitzert im Osten der Lago Maggiore mit fast mediterraner Leichtigkeit. Orte wie Verbania, Cannobio und Cannero Riviera verwöhnen mit Palmenpromenaden, botanischen Gärten und einem Klima, das schon im Frühling zum Radeln einlädt. Die weltberühmten Borromäischen Inseln vor Stresa mit ihren barocken Palästen und Terrassengärten sind von hier aus per Fähre schnell erreichbar – ein perfekter Ruhetag im Sattel-freien Modus.

Besonders reizvoll ist die Verbindung von Berg und See: Du kannst morgens am Ufer starten, dich in die Höhe kämpfen und am Abend mit einem Sprung in den kühlen See belohnen. Die Region rund um Verbania hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Hotspot für sportliche Genießer entwickelt, ohne dabei ihre Bodenständigkeit zu verlieren.

Kulinarik zwischen Alpen und See

Die piemontesische Küche ist auch hier ein Genuss der leisen Töne. In den Bergdörfern bekommst du deftige Klassiker wie Polenta mit Wildragout, Kastanienspezialitäten und würzige Bergkäse, während sich am See die Küche eleganter und fischbetonter zeigt – etwa mit Felchen (Coregone) aus dem Lago Maggiore. Dazu passt ein Glas Wein aus den nahen Weinbergen des Ossola-Tals oder ein Nebbiolo aus dem südlicheren Piemont.

Ein echter Geheimtipp ist der Besuch eines der kleinen Alpwirtshäuser oberhalb von Cicogna, wo du nach der Radtour hausgemachten Käse und selbst eingekochte Marmeladen probieren kannst. Und vergiss den Espresso nicht: In keiner italienischen Region schmeckt er nach einer harten Bergetappe besser als hier, mit Blick auf die von Wald überzogenen Hänge.

Land und Leute

Die Menschen im Verbano-Cusio-Ossola sind bekannt für ihre herzliche Zurückhaltung – kein aufdringlicher Tourismus, sondern echte Gastfreundschaft. Viele Familien bewirtschaften noch immer kleine Gärten und Weinstöcke, und in den Sommermonaten beleben Dorffeste die Piazzas. Wer sich Zeit nimmt und ins Gespräch kommt, erfährt oft die schönsten Geschichten über verlassene Almwege und geheime Aussichtspunkte, die in keinem Reiseführer stehen.

Auch kulturell lohnt der Blick: Die Steinarchitektur der Walser, alte Kapellen und die Spuren der Partisanen im Zweiten Weltkrieg, für die der Val Grande ein Rückzugsgebiet war, machen jede Tour zu einer Reise durch die Zeit.

Warum Radfahren am Val Grande ein echtes Abenteuer ist

Der Reiz des Kontrasts: See, Wald und Höhe

Radfahren rund um den Val Grande bedeutet, innerhalb weniger Stunden durch völlig unterschiedliche Welten zu rollen. Am Ufer des Lago Maggiore erwarten dich flache, familientaugliche Uferwege und laue Brisen, die den Fahrtwind angenehm mild halten. Sobald du dich jedoch von der Seeebene löst, beginnt das eigentliche Abenteuer: Serpentinen fressen sich in die bewaldeten Hänge, und mit jedem Höhenmeter öffnet sich der Blick weiter über das glitzernde Wasser bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln der Walliser Alpen.

Diese vertikale Vielfalt macht die Region so besonders. Ob du eine gemütliche Genussrunde oder eine schweißtreibende Bergprüfung suchst – hier findest du beides, oft sogar innerhalb derselben Tour. Der ständige Wechsel zwischen mediterraner Leichtigkeit und alpiner Rauheit sorgt dafür, dass keine Fahrt der anderen gleicht.

Wegequalität und Terrain

Rennradfahrer schätzen die gut ausgebauten, aber angenehm verkehrsarmen Nebenstraßen, die sich zu Bergdörfern wie Cicogna, Aurano oder Trarego hinaufschlängeln. Der Belag ist meist ordentlich, die Steigungen ehrlich – hier wird nicht getrickst, sondern konsequent nach oben gefahren. Wer Panorama statt Verkehr sucht, ist auf diesen stillen Straßen goldrichtig.

Gravel- und Mountainbiker finden ein weit verzweigtes Netz aus Forststraßen, alten Maultierpfaden und Schotterpisten, die tief in die Randzonen des Parks führen. Manche Trails sind technisch fordernd, mit Wurzeln, losem Geröll und knackigen Rampen, andere rollen entspannt durch schattige Kastanienwälder. Wichtig zu wissen: Der eigentliche Parkkern ist Wildnisgebiet ohne befahrbare Wege – das Radrevier liegt in den umliegenden Tälern und an den Parkgrenzen.

Aussichtspunkte, die den Anstieg belohnen

Die Anstiege hier bezahlen sich in Panorama-Währung aus. Der Blick von den Höhen oberhalb von Trarego-Viggiona über den gesamten Lago Maggiore gehört zu den schönsten der Region – an klaren Tagen reicht die Sicht bis zum Monte Rosa. Auch der Balkonweg oberhalb von Cannero Riviera schenkt dir immer wieder Momente, in denen du unwillkürlich anhältst, nur um zu schauen.

Wer es einsamer mag, findet oberhalb von Cicogna und Pogallo Aussichtsplätze, an denen die Wildnis des Parks förmlich greifbar wird. Hier hörst du nichts außer Wind, Vogelrufen und deinem eigenen Atem – ein Naturerlebnis, das man in dieser Intensität selten findet.

Für wen sich die Region eignet

Der Val Grande ist kein Revier für Radfahrer, die absolute Flachetappen suchen. Wer aber Höhenmeter liebt und die Belohnung durch Ausblicke und Stille schätzt, wird hier glücklich. Ambitionierte Rennradfahrer finden anspruchsvolle Anstiege, Gravel-Enthusiasten ein Eldorado abseits des Asphalts, und Familien können am Seeufer entspannte Runden drehen.

Für Genussradler mit E-Bike öffnet sich die Bergwelt besonders komfortabel – die Motorunterstützung macht auch die steilen Rampen zu einem Vergnügen und lässt mehr Raum, die Landschaft wirklich zu genießen, statt nur zu leiden. Egal welches Level: Wer die Kombination aus Anstrengung und Belohnung sucht, ist hier richtig.

Übernachten zwischen Lago Maggiore und wilder Bergwelt

Die schönsten Radtouren rund um den Nationalpark

Vom Seeufer nach Cicogna – Tor zur Wildnis

Diese Tour startet in Verbania Fondotoce und führt dich vom flachen Seeufer hinein ins Tal des Torrente San Bernardino. Zunächst rollst du entlang des Flusses durch Cossogna, bevor sich die Straße in engen Serpentinen zum berühmten Bergdorf Cicogna hinaufwindet – dem oft zitierten Tor zum Nationalpark Val Grande.

Der Anstieg hat es in sich: rund 600 Höhenmeter auf schmaler, aber asphaltierter Straße, die durch dichten Kastanienwald führt. Immer wieder öffnen sich Fenster mit Blick zurück ins Tal. Oben in Cicogna erwartet dich ein winziges Steindorf, das im Sommer von Wanderern belebt wird und mit einer einfachen Osteria zur Rast einlädt.

Ideal für kletterfreudige Rennradfahrer und E-Biker, die den Kontrast zwischen Seeebene und Bergwildnis erleben wollen. Die Abfahrt zurück verlangt Konzentration, belohnt aber mit Fahrspaß und immer neuen Panoramen.

Panoramabalkon über dem Lago Maggiore: Trarego-Viggiona-Runde

Diese Rundtour beginnt in Cannero Riviera am Seeufer und erklimmt die sonnigen Hänge hinauf nach Trarego und Viggiona. Die Straße schlängelt sich in ruhigen Kehren durch Weiler und Weinterrassen, wobei der Blick auf den Lago Maggiore mit jedem Höhenmeter grandioser wird.

Oben angekommen erwartet dich ein regelrechter Panoramabalkon: An klaren Tagen reicht die Sicht über den gesamten See bis zum Monte Rosa-Massiv. Die kleinen Dörfer versprühen authentisches piemontesisches Flair, mit alten Kirchen und Brunnen, die zum Verschnaufen einladen.

Mit etwa 700 Höhenmetern eignet sich diese Runde für sportliche Genießer. Die Abfahrt zurück nach Cannero führt über kurvige, aussichtsreiche Straßen – ein Genuss für alle, die technisch anspruchsvolle Passagen mit atemberaubenden Ausblicken verbinden möchten.

Gravel-Abenteuer im Ossola-Tal bei Premosello

Für Schotterfans beginnt dieses Abenteuer in Premosello-Chiovenda am westlichen Rand des Parks. Von hier führen Forststraßen und alte Maultierpfade hinauf in Richtung der einsamen Alpe Colma, tief in die Randzone des Val Grande hinein.

Der Untergrund wechselt zwischen festem Schotter, grasigen Passagen und wurzeligen Waldwegen. Die Kulisse ist wild und ursprünglich – hier begegnest du eher Rehen und Greifvögeln als anderen Menschen. Die Stille ist beinahe greifbar, unterbrochen nur vom Knirschen deiner Reifen.

Diese Tour verlangt Kondition und Fahrtechnik und richtet sich an erfahrene Gravel- und Mountainbiker. Als Belohnung winken Ausblicke über das Ossola-Tal und ein Gefühl von echter Abgeschiedenheit, wie man es in Mitteleuropa selten findet. Feste Reifen und ausreichend Proviant sind Pflicht.

Genussrunde am Seeufer: Verbania nach Cannobio

Diese entspannte Tour eignet sich perfekt für Familien und Genussradler. Von Verbania führt die Route entlang des Ostufers über Ghiffa und Cannero Riviera bis ins malerische Cannobio nahe der Schweizer Grenze. Weite Teile verlaufen auf ruhigen Uferstraßen und Radwegabschnitten mit ständigem Seeblick.

Unterwegs laden zahlreiche kleine Buchten, Cafés und Eisdielen zu Pausen ein. Cannobio selbst begeistert mit seiner historischen Altstadt, der Uferpromenade und dem berühmten Sonntagsmarkt, der Besucher aus der ganzen Region anzieht.

Mit wenigen Höhenmetern ist diese rund 25 Kilometer lange Strecke auch mit Kindern gut machbar. Wer möchte, nimmt für den Rückweg die Fähre – ein entspannter Ausklang mit Panoramablick vom Wasser aus. Ideal, um die mediterrane Seite der Region kennenzulernen.

Bergetappe nach Aurano und Scareno

Diese fordernde Tour startet in Intra und führt über die stillen Höhenstraßen hinauf zu den Bergdörfern Aurano und Scareno an der südlichen Parkgrenze. Der Anstieg ist gleichmäßig, aber lang, und führt durch schattige Wälder und über offene Hangwiesen mit weiten Ausblicken.

Aurano gilt als eines der ruhigsten Dörfer der Region – hier scheint die Zeit stillzustehen. Alte Steinhäuser, eine kleine Kirche und Brunnen prägen das Ortsbild. Von den Höhen bietet sich ein weiter Blick über das Valle Intrasca und hinüber zum See.

Mit etwa 800 Höhenmetern ist diese Runde etwas für ambitionierte Rennradfahrer und trainierte E-Biker. Wer die Einsamkeit sucht und den Verkehr meiden möchte, ist hier genau richtig. Die lange Abfahrt zurück nach Intra rundet das Erlebnis mit reichlich Fahrspaß ab.

Häufige Fragen

Kann man direkt im Nationalpark Val Grande Rad fahren?

Der eigentliche Kern des Nationalparks Val Grande ist ein Wildnisgebiet ohne befahrbare Straßen oder ausgebaute Radwege. Er ist bewusst dem Naturschutz vorbehalten und lässt sich nur zu Fuß auf teils anspruchsvollen Wanderpfaden erkunden.

Das eigentliche Radrevier liegt daher in den umliegenden Tälern und an den Parkgrenzen. Dort findest du ein weit verzweigtes Netz aus Nebenstraßen, Forstwegen und Schotterpisten, die dich nah an die Wildnis heranführen. Von Orten wie Cicogna, Premosello oder Trarego aus kannst du die Randzonen wunderbar mit dem Rad erleben, ohne den geschützten Kernbereich zu betreten.

Welches Fahrrad eignet sich am besten für die Region?

Das hängt ganz von deinen Vorlieben ab. Für die kurvenreichen, verkehrsarmen Bergstraßen zu den Dörfern rund um den Park ist ein Rennrad ideal – die Anstiege sind lang, aber der Asphalt meist gut. Wer die abseitigen Forststraßen und alten Maultierpfade erkunden möchte, greift besser zum Gravel- oder Mountainbike.

Sehr beliebt sind mittlerweile E-Bikes, denn die Region ist bergig und die Höhenmeter summieren sich schnell. Mit Motorunterstützung kannst du die steilen Rampen entspannter meistern und hast mehr Kapazität, die grandiosen Ausblicke zu genießen. Für Familien am Seeufer reicht auch ein normales Trekkingrad völlig aus.

Ist die Region für Familien mit Kindern geeignet?

Ja, allerdings mit Einschränkungen. Die Bergstraßen sind für Kinder oft zu steil und anspruchsvoll, doch entlang des Lago Maggiore gibt es entspannte, weitgehend flache Uferwege, die sich hervorragend für Familienausflüge eignen.

Besonders die Strecke von Verbania über Ghiffa nach Cannero und Cannobio bietet viele Pausenmöglichkeiten mit Eisdielen, Badebuchten und Spielplätzen. Praktisch ist zudem das Fährnetz auf dem See: So könnt ihr eine Strecke fahren und bequem mit dem Schiff zurückkehren, wenn die kleinen Beine müde werden. Für Bergtouren empfiehlt sich hingegen eher, auf die Zeit zu warten, in der die Kinder etwas größer und trainierter sind.

Kann ich meinen Hund mitnehmen?

Grundsätzlich ist die Region hundefreundlich, gerade auf den ruhigen Uferwegen und in den Bergdörfern begegnet man Radlern mit Hund häufig. Auf verkehrsarmen Nebenstraßen kann dein Vierbeiner am Fahrradanhänger oder – bei kurzen, langsamen Strecken – nebenherlaufend gut dabei sein.

Im Nationalpark selbst gelten jedoch strenge Naturschutzregeln, und Hunde müssen dort angeleint werden, um die Tierwelt nicht zu stören. Bei längeren Bergtouren solltest du an ausreichend Wasser und Pausen denken, denn im Sommer kann es an den sonnigen Hängen heiß werden. Informiere dich vorab über die konkreten Bestimmungen der jeweiligen Zone.

Wann ist die beste Reisezeit zum Radfahren?

Die ideale Zeit liegt zwischen Mai und Oktober. Im Frühling zeigt sich die Region besonders grün und blütenreich, und die Temperaturen sind zum Klettern angenehm. Der Herbst verzaubert mit goldenen Kastanienwäldern und einer klaren Fernsicht bis zu den Alpen.

Die Sommermonate Juli und August können in den tieferen Lagen und am Seeufer sehr heiß werden – dann empfiehlt es sich, früh zu starten und die Bergluft in der Höhe zu suchen. Der Vorteil des Sommers: Du kannst dich nach der Tour im kühlen Lago Maggiore erfrischen. Im Winter sind viele Höhenstraßen wenig befahrbar und teils schneebedeckt.

Wie fit muss ich für die Bergtouren sein?

Die Anstiege in der Region sind ehrlich und fordernd. Touren zu Bergdörfern wie Cicogna, Aurano oder Trarego überwinden oft 600 bis 800 Höhenmeter, was eine solide Grundkondition voraussetzt. Wer regelmäßig Rad fährt und Steigungen gewohnt ist, wird gut zurechtkommen.

Für weniger trainierte Radler oder Einsteiger sind E-Bikes eine hervorragende Lösung, mit denen auch die steilen Rampen zum Genuss werden. Alternativ bieten die Uferwege am See flache Strecken, die kaum Höhenmeter verlangen. Plane deine Touren realistisch und teile dir die Kräfte gut ein – die Abfahrten sind dann die verdiente Belohnung.

Gibt es unterwegs genug Möglichkeiten zur Verpflegung?

Am Seeufer und in den größeren Orten wie Verbania, Cannobio oder Intra findest du reichlich Cafés, Bars und Restaurants für jede Pause. In den Bergdörfern ist das Angebot dünner, aber oft gibt es kleine Osterien oder Bars, in denen du einen Espresso und einfache Speisen bekommst.

Für abgelegene Gravel-Touren in die Randzonen des Parks solltest du dennoch immer ausreichend Wasser und Snacks mitnehmen, da es dort keine Versorgungsmöglichkeiten gibt. Ein Geheimtipp sind die kleinen Alpwirtschaften oberhalb der Dörfer, wo du im Sommer hausgemachten Käse und regionale Spezialitäten probieren kannst.

Wie komme ich am besten in die Region?

Die Region ist gut erreichbar. Aus dem deutschsprachigen Raum bietet sich die Anreise über die Schweiz an, etwa über den Simplonpass oder durch den Gotthard, hinunter zum Lago Maggiore. Der nächste größere Flughafen ist Mailand-Malpensa, von dem aus du in gut einer Stunde am See bist.

Vor Ort erleichtert das gute Straßennetz die Anfahrt zu den Startpunkten der Touren. Auch die Bahnverbindung entlang des Sees und ins Ossola-Tal ist praktisch, wenn du Radetappen mit dem Zug kombinieren möchtest. Viele Züge nehmen Fahrräder mit, was flexible Rundtouren ermöglicht.

Kann ich Fahrräder vor Ort mieten?

Ja, in den größeren Seeorten wie Verbania, Stresa und Cannobio gibt es Verleihstationen, die von Trekkingrädern über E-Bikes bis hin zu Mountainbikes eine gute Auswahl bieten. Gerade E-Bikes sind sehr gefragt, da sie die bergige Region deutlich zugänglicher machen.

Es empfiehlt sich, vor allem in der Hauptsaison im Sommer, vorab zu reservieren, um sicherzugehen, dass das passende Modell in deiner Größe verfügbar ist. Viele Anbieter geben zudem hilfreiche Tourentipps und statten dich mit Karten oder GPS-Empfehlungen aus. Auch geführte Touren werden vereinzelt angeboten.

Sind die Straßen stark befahren?

Das ist einer der großen Vorteile der Region: Sobald du dich vom Seeufer entfernst und in die Bergtäler aufsteigst, wird der Verkehr erstaunlich gering. Die Straßen zu den kleinen Bergdörfern werden fast nur von Anwohnern genutzt, sodass du oft ungestört deine Runden drehen kannst.

Am Seeufer selbst kann es entlang der Hauptstraße vor allem im Sommer voller werden. Hier lohnt es sich, auf die ausgeschilderten Radwege und ruhigeren Nebenrouten auszuweichen. Wer bewusst früh am Morgen startet, genießt zudem leere Straßen und die schönste Lichtstimmung des Tages.

Benötige ich spezielle Genehmigungen für den Nationalpark?

Für das Radfahren auf den öffentlichen Straßen und Wegen in den Randzonen des Parks benötigst du keine speziellen Genehmigungen. Diese Bereiche sind frei zugänglich. Anders sieht es im geschützten Kernbereich aus, der ohnehin nicht befahrbar ist und in dem strenge Regeln gelten.

Es ist ratsam, sich vor Ort in den Besucherzentren des Parks, etwa in Cossogna oder Malesco, über aktuelle Bestimmungen und mögliche Sperrungen zu informieren. Respektiere die Naturschutzhinweise, bleibe auf den ausgewiesenen Wegen und hinterlasse keinen Müll – so trägst du dazu bei, diese einzigartige Wildnis zu bewahren.

Gibt es geführte Radtouren in der Region?

Ja, einige lokale Anbieter und Bike-Guides organisieren geführte Touren, die von entspannten Genussrunden am See bis zu anspruchsvollen Gravel-Abenteuern in den Randzonen des Parks reichen. Gerade wenn du die Region zum ersten Mal besuchst, kann ein ortskundiger Guide wertvoll sein.

Guides kennen die schönsten Aussichtspunkte, die ruhigsten Routen und die besten Einkehrmöglichkeiten. Sie erzählen zudem oft spannende Geschichten über die Geschichte des Parks, die verlassenen Almen und die Partisanenzeit. Erkundige dich in den Touristeninformationen der Seeorte nach aktuellen Angeboten und Terminen.

Kann ich Radtouren mit einer Seeüberquerung per Fähre kombinieren?

Absolut, und das ist einer der schönsten Aspekte der Region. Das Fährnetz auf dem Lago Maggiore verbindet zahlreiche Orte am Ost- und Westufer sowie die Borromäischen Inseln. Viele Fähren nehmen Fahrräder mit, sodass du kreative Rundtouren planen kannst.

So kannst du beispielsweise eine Strecke am Ufer entlangfahren und für den Rückweg gemütlich das Schiff nehmen – ein entspannter Ausklang mit herrlichem Panoramablick vom Wasser aus. Diese Kombination eignet sich besonders für Familien oder an Tagen, an denen du die Beine schonen möchtest. Prüfe vorab die Fahrpläne, da diese saisonal variieren.

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