Alpines Bergmassiv mit Tälern
Rund um den Monviso: Radabenteuer zwischen Piemonts Königsberg und dem Ursprung des Po
Radfahren am Monviso in Piemont
Er steht da wie ein steinerner Wächter über dem Piemont: der Monviso, mit seinen 3.841 Metern der markanteste Gipfel der Cottischen Alpen. Egal, ob du gerade aus dem Po-Tal heraufkurbelst oder dich in einem der stillen Seitentäler verirrst – irgendwann taucht seine unverkennbare Pyramide am Horizont auf und begleitet dich wie ein guter Kumpel auf dem Rad.
Die Region rund um den Monviso ist ein Piemont, wie man es aus Hochglanzbroschüren kaum kennt. Hier trifft alpine Wildheit auf sanfte Weinhügel, hier riechen die Serpentinen nach warmem Asphalt und wildem Thymian. Das Valle Po, das Valle Varaita und das Valle Maira ziehen sich wie grüne Finger in das Bergmassiv hinein und bieten Radfahrern ein Terrain, das jedes Herz höherschlagen lässt – im doppelten Sinne, wenn es an die Anstiege geht.
Genau hier, an den Hängen des Monviso bei Pian del Re, entspringt der Po, Italiens längster Fluss. Es hat etwas Magisches, mit dem Rad zur Quelle jenes Stroms zu fahren, der später ganz Norditalien durchschneidet. Die Straßen sind ruhig, die Dörfer wirken, als hätte die Zeit hier eine gemütliche Kaffeepause eingelegt, und in den Tälern begegnest du eher grasenden Kühen als hupenden Autos.
Für Rennradfahrer sind die legendären Pässe wie der Colle dell'Agnello ein heiliger Gral, während Gravel- und Mountainbiker in den okzitanischen Bergdörfern und auf alten Militärstraßen ihr Paradies finden. Dazwischen wartet immer wieder ein Piemonteser Genussmoment: ein Espresso in der Dorfbar, ein Teller Agnolotti, ein Stück Toma-Käse. Der Monviso ist kein Ort für Eilige – er ist ein Ort für alle, die das Radfahren als Reise begreifen.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
Bis 3.841 m (Monviso-Gipfel)
Geländecharakter
Asphaltpässe, Schotterwege, Bergpfade
Infrastruktur
Bergdörfer, Trattorien, Radunterkünfte
Beste Reisezeit
Juni bis September
Was den Monviso und seine Täler so besonders macht
Der Monviso – Piemonts steinerne Pyramide
Kein anderer Berg prägt das Piemont so sehr wie der Monviso. Seine unverwechselbare, fast perfekt dreieckige Silhouette hebt sich weithin sichtbar von der Kette der Cottischen Alpen ab – so markant, dass er schon in der Antike als Orientierungspunkt diente. Von den Radwegen der Täler aus wirkt er mal freundlich, mal einschüchternd, aber immer imposant. Wer einmal bei goldenem Abendlicht seine Nordwand aufleuchten sieht, versteht, warum die Einheimischen ihn liebevoll il Re di Pietra, den König aus Stein, nennen.
Rund um das Massiv erstreckt sich der Parco del Monviso, ein Naturschutzgebiet, das 2013 sogar zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt wurde. Hier findest du eine erstaunliche Artenvielfalt: Murmeltiere pfeifen von den Hängen, Steinadler ziehen ihre Kreise, und mit etwas Glück siehst du sogar Gämsen. Für Radfahrer bedeutet das vor allem eines: eine intakte, ruhige Landschaft ohne den Massentourismus mancher anderer Alpenregionen.
Die Quelle des Po und Pian del Re
Ein absolutes Muss ist die Fahrt hinauf nach Pian del Re auf rund 2.020 Metern, wo der Po als kleines, unscheinbares Rinnsal aus dem Fels tritt. Es ist ein seltsam berührender Gedanke, dass dieser bescheidene Quelltopf der Anfang eines 652 Kilometer langen Flusses ist, der Turin, Piacenza und das gesamte Poebene durchfließt.
Die Straße dorthin ist ein Erlebnis für sich: schmal, ruhig und mit jedem Höhenmeter spektakulärer. Oben angekommen, breitet sich ein Hochtal aus, in dem seltene Pflanzen wie die eiszeitliche Reliktflora gedeihen. Wusstest du schon? In den Tümpeln von Pian del Re lebt ein winziger Urzeitkrebs, der die letzte Eiszeit überdauert hat – ein echter Überlebenskünstler auf Zellniveau.
Okzitanische Kultur in den Bergtälern
Die Täler rund um den Monviso, allen voran das Valle Varaita und das Valle Maira, gehören zum okzitanischen Kulturraum. Hier spricht man noch die alte Sprache Occitan, und in den steinernen Dörfern spürst du eine Identität, die weder ganz italienisch noch ganz französisch ist. Alte Backöfen, kunstvolle Sonnenuhren an Hausfassaden und traditionelle Feste erzählen von einer Bergkultur, die sich über Jahrhunderte behauptet hat.
Wer mit dem Rad durch Orte wie Sampeyre, Casteldelfino oder Elva rollt, taucht in eine fast vergessene Welt ein. Die Gastfreundschaft ist herzlich und unaufdringlich, und in den kleinen Trattorien wirst du oft behandelt, als wärst du ein zurückgekehrter Verwandter.
Piemonteser Genuss am Wegesrand
Radfahren macht hungrig, und das Piemont weiß, wie man Radler bei Laune hält. In den Tälern des Monviso probierst du herzhafte Bergküche: hausgemachte Ravioli-Variationen, deftige Polenta mit Wildragout und den würzigen Bergkäse Toma del Maira. Dazu gibt es kräftige Rotweine aus dem nahen Saluzzo-Gebiet.
Ein Geheimtipp sind die kleinen Käsereien und Almhütten, die entlang der Bergstraßen frische Produkte verkaufen. Halte an, plaudere mit den Sennern und fülle deine Trikottaschen – nachhaltiger und leckerer geht Energieversorgung auf dem Rad kaum. Und wenn du im Herbst unterwegs bist, duftet es in den Wäldern nach Steinpilzen und Kastanien, die hier eine lange Tradition haben.
Warum Radfahren am Monviso ein Erlebnis ist
Ein Paradies für jede Radler-Seele
Der Monviso ist keine Region für nur einen Radtyp – er hat für jeden etwas im Gepäck. Rennradfahrer schwärmen von den langen, gleichmäßigen Anstiegen zu Hochpässen wie dem Colle dell'Agnello, der mit 2.744 Metern einer der höchsten befahrbaren Alpenpässe Europas ist. Gravelbiker verlieren sich auf den unzähligen Schotterwegen und alten Militärstraßen, die sich durch die Hochtäler ziehen. Und Mountainbiker finden auf den ehemaligen Grenzpfaden und Almwegen ein technisch reizvolles Terrain mit Panoramen zum Niederknien.
Das Besondere: Anders als in manch überlaufener Dolomiten-Region herrscht hier eine wohltuende Ruhe. Auf vielen Straßen begegnest du in einer Stunde mehr Kühen als Autos. Das macht das Radfahren am Monviso zu einem echten Naturerlebnis, bei dem du dich auf das konzentrieren kannst, was zählt: den Rhythmus deiner Pedale und die Bergkulisse.
Legendäre Pässe und ehrliche Höhenmeter
Wer die Höhe sucht, wird am Monviso reich belohnt. Der Colle dell'Agnello ist der Star unter den Anstiegen – ein Pass, der auch schon den Giro d'Italia und die Tour de France gesehen hat und über den man bis nach Frankreich ins Queyras radeln kann. Die letzten Kilometer sind steil und einsam, aber die Aussicht auf den Monviso auf der anderen Seite entschädigt für jeden Tropfen Schweiß.
Doch auch abseits der ganz großen Namen gibt es fantastische Kletterpartien: die Auffahrt nach Pian del Re, die Serpentinen ins Valle Maira oder die Rampe hinauf nach Elva, das lange über eine spektakuläre, in den Fels gehauene Straße erreichbar war. Diese Anstiege sind kein Massensport, sondern etwas für Genießer, die den Berg nicht bezwingen, sondern erleben wollen.
Wegqualität und Landschaftswechsel
Die Asphaltstraßen in den Haupttälern sind überwiegend in gutem Zustand, wenn auch schmal – ideal für Rennrad und leichtes Gravel. In den höheren Lagen und auf den historischen Verbindungswegen wechselt der Belag zu grobem Schotter und Naturpfaden, was Gravel- und Mountainbiker begeistern wird. Diese Vielfalt macht es möglich, ganz unterschiedliche Tage zu gestalten.
Landschaftlich erlebst du auf einer einzigen Tour oft einen erstaunlichen Wandel: Von den mediterran wirkenden Weinhängen bei Saluzzo geht es durch dichte Kastanienwälder hinauf in alpine Hochtäler mit blühenden Bergwiesen und schließlich in die karge, felsige Welt kurz unterhalb der Gipfel. Diese Höhenstaffelung ist ein Geschenk für alle, die auf dem Rad Abwechslung lieben.
Für wen sich die Region lohnt
Am Monviso fühlen sich vor allem ambitionierte Genussradler und Bergfans wohl. Wer lange Anstiege liebt, ausgedehnte Panoramatouren sucht und dabei nicht jeden Meter mit anderen teilen möchte, ist hier goldrichtig. Familien mit älteren, radelerfahrenen Kindern finden in den unteren Tälern und auf den Radwegen entlang des Po ruhigere Alternativen.
Auch Bikepacker kommen auf ihre Kosten: Die Region lässt sich hervorragend zu Mehrtagestouren verknüpfen, etwa auf Abschnitten der Grande Traversata delle Alpi. Wer die Herausforderung liebt und gleichzeitig eine authentische, wenig touristische Region entdecken möchte, findet am Monviso das perfekte Terrain.
Unterkünfte am Fuße des Monviso
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Die schönsten Radtouren rund um den Monviso
Zur Quelle des Po: Paesana – Crissolo – Pian del Re
Diese Tour ist ein echtes Pilgerziel für Radfahrer. Start ist im Dorf Paesana im unteren Valle Po. Von hier folgst du der Talstraße stetig bergauf, vorbei an den Weilern und Kastanienwäldern, bis du Crissolo erreichst, das letzte größere Bergdorf vor der Wildnis. Der Monviso rückt dabei immer näher und thront am Ende des Tals wie ein Ausrufezeichen.
Ab Crissolo beginnt der eigentliche Höhepunkt: Die schmale Straße windet sich in Serpentinen hinauf nach Pian del Re auf gut 2.020 Metern. Die letzten Kilometer sind ruhig und mautpflichtig für Autos, was sie umso angenehmer für Radfahrer macht. Oben angekommen stehst du an der Quelle des Po und blickst direkt in die imposante Nordwand des Königsbergs.
Die Tour eignet sich für konditionsstarke Genussradler mit Sinn fürs Bergige. Rund 25 Kilometer bergauf mit knapp 1.400 Höhenmetern verlangen Ausdauer, belohnen aber mit einem der schönsten Talschlüsse der Cottischen Alpen. Oben lohnt eine Rast am kleinen Refugio, bevor es auf derselben Strecke im rauschenden Downhill zurückgeht.
Königsetappe: Colle dell'Agnello nach Frankreich
Wer die ganz großen Höhenmeter sucht, kommt am Colle dell'Agnello nicht vorbei. Startpunkt ist typischerweise Casteldelfino oder Pontechianale im oberen Valle Varaita. Von dort führt die Straße am malerischen Stausee von Pontechianale vorbei und beginnt dann ihren ernsthaften Aufstieg zum 2.744 Meter hohen Pass.
Die letzten Kilometer haben es in sich: zweistellige Steigungsprozente, dünne Bergluft und eine zunehmend karge, hochalpine Kulisse. Doch genau das macht den Reiz aus. Der Agnello gehört zu den höchsten asphaltierten Alpenpässen und war wiederholt Schauplatz von Giro d'Italia und Tour de France – hier fährst du also auf den Spuren der Profis.
Auf der Passhöhe erreichst du die Grenze zu Frankreich und blickst hinüber ins Queyras. Ambitionierte Fahrer können die Abfahrt nach Château-Ville-Vieille genießen und die Tour zu einer grenzüberschreitenden Runde ausbauen. Diese Etappe ist etwas für erfahrene Rennradfahrer mit guter Bergkondition – dafür ist sie eine der eindrucksvollsten Passfahrten der Westalpen.
Gravel-Genuss im Valle Maira
Das Valle Maira gilt als eines der ursprünglichsten Täler der Region und ist ein Traum für Gravelbiker. Diese Runde startet in Dronero am Taleingang mit seiner charakteristischen Teufelsbrücke. Von hier geht es taleinwärts auf ruhigen Nebenstraßen, die immer wieder in Schotterabschnitte und alte Verbindungswege übergehen.
Ein besonderes Highlight ist der Abstecher hinauf nach Elva, das lange über die spektakuläre, in den Fels gehauene Strada del Vallone dei Preti erreichbar war. Die okzitanischen Dörfer entlang des Weges wirken wie aus der Zeit gefallen, mit steinernen Häusern und uralten Sonnenuhren an den Fassaden.
Diese Tour ist ideal für alle, die Kultur und Natur mit etwas Abenteuer verbinden möchten. Der Mix aus Asphalt und Schotter verlangt ein robustes Rad und Trittsicherheit, belohnt aber mit Einsamkeit, Panoramen und einer authentischen Bergwelt. Unterwegs lohnt eine Einkehr in einer der urigen Trattorien, wo hausgemachte Ravioli und Toma-Käse auf dich warten.
Familienrunde entlang des Po bei Saluzzo
Nicht jeder Tag muss aus Höhenmetern bestehen. Diese entspannte Tour startet in der wunderschönen Renaissancestadt Saluzzo mit ihrer historischen Altstadt und führt hinaus in die sanfte Hügellandschaft am Fuße des Monviso. Die Wege verlaufen überwiegend flach entlang von Feldern, Obstplantagen und kleinen Kanälen.
Der Monviso begleitet dich auf dieser Runde als ständige Kulisse am Horizont – ein tolles Fotomotiv, besonders bei klarem Wetter. Die geringen Steigungen und ruhigen Landstraßen machen die Tour ideal für Familien mit radelnden Kindern oder für einen gemütlichen Erholungstag zwischen zwei Bergetappen.
Unterwegs lohnt sich ein Stopp in einem der Obsthöfe der Region, die für ihre Äpfel und Pfirsiche bekannt sind. Zurück in Saluzzo kannst du durch die verwinkelten Gassen der Oberstadt schlendern und in einem Café die Beine hochlegen. Eine perfekte Kombination aus leichtem Radeln und Kulturgenuss.
Panoramaschleife Sampeyre und Colle di Sampeyre
Diese Tour im Valle Varaita ist ein Klassiker für Bergfreunde. Ausgangspunkt ist das lebhafte Dorf Sampeyre, das kulturelle Herz des okzitanischen Tals. Von hier führt eine kurvenreiche Straße hinauf zum Colle di Sampeyre auf rund 2.284 Metern, der das Valle Varaita mit dem Valle Maira verbindet.
Der Aufstieg zieht sich durch Lärchenwälder und öffnet sich mit zunehmender Höhe zu weiten Bergwiesen. Von der Passhöhe hast du eines der grandiosesten Monviso-Panoramen der ganzen Region – der König aus Stein präsentiert sich hier in voller Pracht. An klaren Tagen reicht der Blick weit über die Kette der Cottischen Alpen.
Die Runde eignet sich für konditionsstarke Rennrad- und Gravelfahrer, da Teile der Strecke auf der Maira-Seite unbefestigt sein können. Wer möchte, kann die Tour zu einer großen Überquerung ausbauen und über das Valle Maira zurückkehren. Ein absolutes Muss für alle, die Höhenmeter mit spektakulären Ausblicken belohnt sehen wollen.
Häufige Fragen
Welche Radtypen eignen sich für die Region Monviso?
Am Monviso ist praktisch jeder Radtyp gut aufgehoben, es kommt aber auf deine Vorlieben an. Für die klassischen Passfahrten wie den Colle dell'Agnello oder die Auffahrt nach Pian del Re ist ein leichtes Rennrad ideal, denn die Straßen sind gut asphaltiert, wenn auch schmal.
Wer die einsamen Seitentäler, alten Militärstraßen und Schotterpassagen erkunden möchte, ist mit einem Gravelbike bestens beraten. Für die ehemaligen Grenzpfade und Almwege in höheren Lagen bietet sich ein Mountainbike an. E-Bikes werden ebenfalls immer beliebter und nehmen den langen Anstiegen ein wenig den Schrecken – gerade wenn du die Landschaft mehr genießen als kämpfen möchtest.
Wann ist die beste Zeit für eine Radreise am Monviso?
Die ideale Saison reicht von Ende Mai bis Anfang Oktober. In den unteren Tälern rund um Saluzzo und Dronero kannst du oft schon im Frühjahr angenehm radeln, während die Hochpässe erst später schneefrei sind.
Der Colle dell'Agnello etwa ist in der Regel erst ab Juni befahrbar, da er lange unter Schnee liegt. Die Monate Juli und August bieten die zuverlässigste Wetterlage für Höhentouren, können aber im Tal heiß werden. Besonders schön ist der September: Die Luft ist klar, die Temperaturen mild, und die Wälder beginnen sich herbstlich zu färben. Für ruhige Fahrten ohne viel Verkehr ist die Nebensaison im Frühherbst ein echter Geheimtipp.
Ist die Region für Anfänger geeignet?
Ja, aber mit Einschränkungen. Die Hochpässe und Bergauffahrten sind anspruchsvoll und erfordern eine gewisse Grundkondition. Wenn du Radanfänger bist, solltest du dich nicht gleich am Colle dell'Agnello versuchen.
Für Einsteiger und Familien gibt es jedoch schöne, flachere Alternativen: die Radwege und Landstraßen entlang des Po bei Saluzzo etwa oder gemütliche Runden durch die Obstlandschaft am Fuße des Massivs. So kannst du die imposante Kulisse des Monviso genießen, ohne dich gleich in eine Bergetappe zu stürzen. Mit einem E-Bike werden zudem viele der anspruchsvolleren Anstiege auch für weniger trainierte Radler machbar.
Kann ich mit dem Hund radeln?
Grundsätzlich ist die Region für Radtouren mit Hund gut geeignet, da viele Straßen ruhig sind und wenig Verkehr herrscht. In den einsamen Seitentälern wirst du oft stundenlang kaum ein Auto sehen, was für dich und deinen Vierbeiner entspannt ist.
Achte allerdings auf die Hitze im Sommer, besonders in den unteren Tallagen, und plane genügend Wasserstopps ein – zum Glück gibt es an vielen Dorfbrunnen frisches Bergwasser. In Naturschutzgebieten wie dem Parco del Monviso solltest du deinen Hund an der Leine führen, um die Tierwelt nicht zu stören. Ein Hundeanhänger oder Körbchen kann auf längeren Anstiegen sinnvoll sein.
Wie komme ich am besten in die Region?
Die nächstgelegenen größeren Städte sind Turin und Cuneo, beide gut mit Bahn und Auto erreichbar. Von Turin aus fährst du in etwa einer Stunde nach Saluzzo, das ein idealer Ausgangspunkt für Touren in Richtung Monviso ist.
Mit dem Auto erreichst du die Talorte problemlos über die gut ausgebauten Straßen. Wer mit der Bahn anreist, kommt bis Saluzzo oder Cuneo und kann von dort aus mit dem Rad oder lokalen Bussen weiter in die Täler. Für die höher gelegenen Startpunkte wie Crissolo oder Pontechianale ist ein Auto oder Mietwagen jedoch die bequemste Lösung, da der öffentliche Nahverkehr in die Bergtäler eingeschränkt ist.
Gibt es unterwegs genug Einkehrmöglichkeiten?
In den Dörfern und Talorten findest du zahlreiche Bars, Trattorien und kleine Läden, in denen du dich stärken kannst. Ein Espresso an der Dorfbar oder ein Teller hausgemachter Ravioli gehören zum Radfahren im Piemont einfach dazu.
In den höheren Lagen und auf den Passfahrten wird das Angebot dünner, daher solltest du für abgelegene Etappen wie Pian del Re oder den Colle dell'Agnello ausreichend Verpflegung und Wasser mitnehmen. Am Passübergang oder an Almhütten gibt es teils saisonale Refugien, auf die man sich aber nicht immer verlassen kann. Ein Geheimtipp: Kaufe Käse und Wurst direkt bei den Almen und Käsereien am Weg.
Wie fit muss ich für die Passfahrten sein?
Die großen Anstiege am Monviso verlangen eine solide Grundkondition. Der Colle dell'Agnello etwa hat auf über 20 Kilometern rund 1.500 Höhenmeter, teils mit zweistelligen Steigungsprozenten. Das ist nichts für den Gelegenheitsradler.
Wenn du regelmäßig trainierst und schon längere Bergtouren gefahren bist, wirst du die Herausforderung genießen. Für weniger Geübte empfiehlt sich ein E-Bike oder die Beschränkung auf kürzere, weniger steile Anstiege. Wichtig ist eine passende Übersetzung am Rad – eine bergtaugliche Kassette macht den Unterschied zwischen Genuss und Qual. Teile dir die Kraft gut ein und genieße die Landschaft, statt gegen die Uhr zu fahren.
Sind die Straßen stark befahren?
Eine der großen Stärken der Monviso-Region ist der geringe Verkehr. Anders als in vielen bekannteren Alpenregionen sind die Straßen in den Seitentälern oft angenehm leer, und du teilst sie eher mit Kühen als mit Autos.
Auf den Hauptzufahrten zu den Tälern und rund um Saluzzo kann es tagsüber etwas mehr Verkehr geben, aber sobald du höher hinaufkommst, wird es ruhig. Die Straße nach Pian del Re ist für Autos mautpflichtig und dadurch besonders entspannt zu befahren. Insgesamt ist die Region ein Paradies für alle, die Ruhe und Naturerlebnis dem Trubel vorziehen.
Kann man mehrtägige Touren oder Bikepacking machen?
Absolut, die Region eignet sich hervorragend für Mehrtagestouren. Die Täler lassen sich zu großen Runden verbinden, etwa über die verschiedenen Pässe zwischen Valle Po, Valle Varaita und Valle Maira. Auch Abschnitte der Grande Traversata delle Alpi verlaufen hier.
Für Bikepacker gibt es genügend Unterkünfte in den Dörfern, von einfachen Bergquartieren bis zu gemütlichen Agriturismi. Wer autark unterwegs sein möchte, findet zudem schöne Plätze in der Natur, sollte aber die Regeln der Schutzgebiete beachten. Die Kombination aus Asphalt und Schotter macht die Region besonders für Gravel-Bikepacker attraktiv, die Abenteuer und Kultur verbinden wollen.
Was sollte ich unbedingt einpacken?
Neben der üblichen Radausrüstung ist in den Bergen wetterfeste Kleidung Pflicht. Auch im Sommer kann es auf den Pässen empfindlich kühl werden, und Wetterumschwünge sind schnell da. Eine Windjacke und Armlinge für die rasanten Abfahrten sind Gold wert.
Denke außerdem an ausreichend Ersatzmaterial wie Schläuche und Flickzeug, da Fahrradläden in den abgelegenen Tälern rar sind. Sonnenschutz ist in der Höhe besonders wichtig, ebenso genügend Wasserflaschen. Für Gravel- und Mountainbiketouren empfiehlt sich robustes Schuhwerk. Und vergiss die Kamera nicht – die Monviso-Panoramen wirst du festhalten wollen.
Ist die Region auch für Familien mit Kindern geeignet?
Für Familien mit radelerfahrenen älteren Kindern bietet der Monviso durchaus schöne Möglichkeiten, vor allem in den unteren Tallagen und auf den ruhigen Wegen entlang des Po bei Saluzzo. Dort ist das Gelände flach und der Verkehr gering.
Die großen Passfahrten sind für Kinder natürlich zu anspruchsvoll, aber gemütliche Ausflüge durch die Obstlandschaft oder kurze Talrunden machen der ganzen Familie Spaß. Mit einem Kinderanhänger oder E-Bike lassen sich auch etwas längere Strecken bewältigen. Als Belohnung locken italienisches Eis in Saluzzo und die Aussicht auf den beeindruckenden König aus Stein am Horizont.
Wo finde ich passende Unterkünfte?
Die Region bietet eine große Bandbreite an Unterkünften, von charmanten Agriturismi über kleine familiengeführte Hotels bis zu Berggasthöfen. Besonders in Saluzzo, Sampeyre, Crissolo und Dronero findest du gute Standorte für Radreisen.
Viele Unterkünfte sind auf Radfahrer eingestellt und bieten sichere Abstellmöglichkeiten, Werkzeug und ein kräftiges Frühstück. Wer die authentische Bergatmosphäre sucht, sollte einen Agriturismo in einem der Seitentäler wählen – hier gibt es oft hausgemachte Produkte direkt vom Hof. In der Hauptsaison im Sommer empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung, während du in der Nebensaison meist spontan fündig wirst.