Alpines Hochgebirgstal
Radfahren im Montafon: Wo die Silvretta zum Kurbeln ruft
Radfahren im Montafon – Alpen pur
Es gibt Täler, die kennt man vom Hörensagen. Und dann gibt es das Montafon – ein knapp 40 Kilometer langes Alpental im Süden Vorarlbergs, das sich zwischen die mächtigen Gipfelketten von Silvretta, Rätikon und Verwall schmiegt. Wer hier zum ersten Mal mit dem Rad einrollt, spürt sofort: Das ist keine sanfte Postkartenidylle zum Abhaken, sondern echte Bergwelt mit Charakter, Ecken und Kanten.
Die Ill schlängelt sich als türkisgrünes Band durchs Tal, während links und rechts die Dörfer wie Schruns, Tschagguns, St. Gallenkirch und Gaschurn ihre Kirchtürme in den Himmel recken. Über allem thront die legendäre Silvretta-Hochalpenstraße mit ihren Serpentinen – ein Sehnsuchtsziel für jeden, der Wadenkraft und Aussichtsdurst mitbringt. Doch keine Sorge: Das Montafon ist längst kein reines Terrain für gestählte Rennradhelden mehr.
Mit dem E-Bike-Boom hat sich das Tal neu erfunden. Familien radeln entspannt auf dem gut ausgebauten Talradweg entlang der Ill, Genussradler pausieren auf sonnigen Almen bei einem Stück Kässpätzle, und Mountainbiker jagen über Flowtrails und Bergpanoramen, dass es eine wahre Freude ist. Die Kombination aus asphaltierten Talwegen, alpinen Passstraßen und griffigen Trails macht das Montafon zu einem der vielseitigsten Radreviere der Ostalpen.
Was das Ganze so besonders macht, ist die Mischung. Am Morgen ein Espresso in Schruns, mittags ein Bergkäse-Brot auf einer Alpe über 1.800 Metern, abends ein kühles Bier mit Blick auf die Zimba, den Matterhorn des Montafons. Dazwischen: Höhenmeter, Schweiß und dieses breite Grinsen, das nur echte Bergabfahrten hinterlassen. Ob du deine ersten alpinen Kilometer sammelst oder dich an die großen Pässe wagst – das Montafon nimmt dich, wie du bist, und schickt dich glücklich wieder heim.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
700 bis 3.312 m (Piz Buin)
Geländecharakter
Asphalt, Passstraßen, Trails
Infrastruktur
Sehr gut ausgebaut, radfreundlich
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Das Montafon entdecken: Natur, Kultur und stille Winkel
Bergwelt zwischen Silvretta, Rätikon und Verwall
Das Montafon wird von drei imposanten Gebirgsgruppen eingerahmt, und jede hat ihren eigenen Charakter. Die Silvretta im Süden ist das Reich der vergletscherten Dreitausender – der Piz Buin thront mit 3.312 Metern als höchster Berg Vorarlbergs über dem Tal. Der Rätikon im Westen beeindruckt mit schroffen Kalkwänden, allen voran die markante Zimba, die viele liebevoll das Matterhorn des Montafons nennen. Der Verwall schließlich zeigt sich rauer und einsamer.
Diese Kulisse ist nicht bloß Dekoration, sondern der eigentliche Grund, warum das Radfahren hier so intensiv wirkt. Du kurbelst nie im Flachen dahin, ohne dass ein Bergmassiv dich beobachtet. Jede Kehre eröffnet neue Perspektiven, jede Almwiese trägt den Duft von Kräutern und Kuhglocken. Wer einmal oben an der Bielerhöhe stand und auf den Silvretta-Stausee blickte, versteht, warum Menschen für dieses Panorama wiederkommen.
Kulinarik: Kässpätzle, Bergkäse und Montafoner Sura Kees
Radfahren macht hungrig, und das Montafon hat kulinarisch weit mehr zu bieten als schnelle Energieriegel. Der Montafoner Sura Kees ist eine echte Spezialität – ein magerer Sauermilchkäse, der schon seit Jahrhunderten auf den Alpen des Tals gereift wird. Herzhaft, würzig und ein bisschen eigenwillig, genau wie das Tal selbst. Dazu ein Stück Bauernbrot, und die Bergabfahrt kann kommen.
In den urigen Alpgasthäusern und Hütten warten außerdem dampfende Kässpätzle, Riebel oder ein deftiger Speckteller. Die Montafoner nehmen Gastfreundschaft ernst, und nach einer langen Tour schmeckt eine warme Suppe auf 1.700 Metern besser als jedes Sternemenü. Geheimtipp: Viele Alpen verkaufen ihren Käse direkt ab Hof – der perfekte Proviant für unterwegs.
Kultur, Bergbau und Ernest Hemingway
Das Montafon blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Über Jahrhunderte prägte der Bergbau das Tal – Silber, Kupfer und Eisen wurden hier abgebaut, was sich noch heute in alten Stollen und Museen wie dem Montafoner Bergbaumuseum in Silbertal nachvollziehen lässt. Die traditionelle Montafoner Bauweise mit dunklem Holz und Schindeln verleiht den Dörfern ihren unverwechselbaren Charme.
Wusstest du schon? Der berühmte Schriftsteller Ernest Hemingway verbrachte in den 1920er-Jahren mehrere Winter in Schruns und lernte hier das Skifahren. Er beschrieb das Montafon in seinen Erinnerungen als einen seiner glücklichsten Orte. Wer heute durch das kleine Städtchen radelt, spürt noch immer diese entspannte Mischung aus Alpencharme und weltoffener Leichtigkeit.
Geheimtipps abseits der Hauptrouten
Wer dem Trubel entfliehen will, findet im Montafon stille Winkel zuhauf. Das Silbertal etwa ist ein Seitental, das viele Radler links liegen lassen – zu Unrecht, denn hier findest du Ruhe, dichte Wälder und einen entspannten Anstieg zur Kristbergbahn. Auch das Gebiet rund um den Vermuntstausee jenseits der Bielerhöhe lohnt einen Abstecher.
Ein weiterer Tipp: Fahre früh los. Die Silvretta-Hochalpenstraße ist ab dem späten Vormittag von Motorrädern und Autos frequentiert, doch in den frühen Morgenstunden gehört der Berg fast dir allein. Das Licht ist dann golden, die Luft klar, und die Serpentinen wirken wie ein Versprechen.
Warum das Montafon ein Radparadies ist
Ein Tal für alle: vom Familienausflug bis zur Königsetappe
Das Besondere am Montafon ist seine Bandbreite. Kaum ein anderes Alpental bietet auf so engem Raum derart unterschiedliche Raderlebnisse. Der Montafoner Talradweg zieht sich fast eben entlang der Ill von Bludenz bis nach Partenen und ist perfekt für Familien, Einsteiger und Genussradler. Gut beschildert, asphaltiert und mit zahlreichen Einkehrmöglichkeiten – hier kann sich niemand verfahren.
Wer mehr will, findet in den Seitentälern und auf den Passstraßen ordentlich Futter für die Beine. Die Silvretta-Hochalpenstraße ist die Königsetappe schlechthin, ein Prüfstein für Rennradfahrer aus ganz Europa. Und für alle dazwischen gibt es E-Bike-Verleihe an fast jeder Ecke, die auch weniger Trainierte mühelos in luftige Höhen bringen.
Mountainbiken und Flowtrails
Für Mountainbiker hat sich das Montafon in den letzten Jahren mächtig ins Zeug gelegt. Rund um Gargellen, Silvretta Montafon und die Golmerbahn wurden Trails, Flowlines und Uphill-Strecken angelegt, die vom Einsteiger bis zum Downhill-Profi jeden abholen. Die Bergbahnen nehmen dich und dein Rad bequem mit nach oben – dann heißt es nur noch: rollen lassen.
Besonders beliebt ist der Golm mit seinen abwechslungsreichen Abfahrten und dem Panoramablick auf die Zimba. Wer lieber technisch anspruchsvoll unterwegs ist, findet in den höheren Lagen naturbelassene Singletrails, die echtes Alpin-Feeling vermitteln. Helm auf, Blick nach vorn, und der Berg wird zur Spielwiese.
Wegequalität und Aussichtspunkte
Die Infrastruktur im Montafon ist erstklassig. Der Talradweg ist durchgehend beschildert, gepflegt und größtenteils vom Autoverkehr getrennt. E-Ladestationen, Reparaturstationen und radlerfreundliche Betriebe finden sich entlang der gesamten Strecke. Das nimmt viel vom Planungsstress und lässt dich einfach losfahren.
Und die Aussichten? Grandios. Ob vom Sattel der Bielerhöhe auf den Silvretta-Stausee, von der Kristbergbahn über das ganze Tal oder von der Golmer Höhe hinüber zum Rätikon – die Panoramen sind das Salz in der Suppe jeder Tour. Pack die Kamera ein, du wirst sie brauchen.
Für wen sich das Montafon lohnt
Ehrlich gesagt: für fast jeden. Familien mit Kindern finden auf dem Talradweg entspannte Kilometer mit Eisdielen-Stopps. Genussradler kombinieren Almhütten mit sanften Anstiegen. Rennradfahrer stürzen sich in die Serpentinen der Silvretta. Und Mountainbiker toben sich auf den Trails der Bergbahnen aus.
Das E-Bike hat das Tal zusätzlich demokratisiert: Wer früher vor den Höhenmetern kapitulierte, erreicht heute mit Rückenwind aus dem Akku Ziele, die einst nur den Fittesten vorbehalten waren. Genau diese Offenheit macht das Montafon so sympathisch – hier wird niemand ausgeschlossen, nur weil die Waden noch nicht ganz mitspielen.
Übernachten im Montafon: Radlerfreundliche Hotels & Gasthöfe
Die schönsten Radtouren im Montafon
Montafoner Talradweg: Von Bludenz nach Partenen
Der Klassiker für alle, die das Tal in seiner ganzen Länge erleben wollen. Der Montafoner Talradweg beginnt in Bludenz und folgt der türkisgrünen Ill über rund 40 Kilometer bis nach Partenen am Talschluss. Der Weg ist durchgehend asphaltiert, gut beschildert und größtenteils vom Autoverkehr getrennt – ideal für Familien und Genussradler.
Unterwegs passierst du die charmanten Dörfer Schruns, Tschagguns, St. Gallenkirch und Gaschurn, jedes mit seinen typischen Montafoner Holzhäusern und Einkehrmöglichkeiten. Die Steigung ist sanft, aber stetig, denn es geht bergauf Richtung Talschluss – auf dem Rückweg belohnt dich das leichte Gefälle. Wer möchte, nimmt für die Rückfahrt die Montafonerbahn, die Räder problemlos mitnimmt.
Diese Tour ist perfekt für einen entspannten Tag mit Familie, für Einsteiger und alle, die das Tal kennenlernen wollen, ohne sich zu verausgaben. Zahlreiche Eisdielen, Cafés und Badeplätze an der Ill laden zum Verweilen ein.
Silvretta-Hochalpenstraße zur Bielerhöhe
Die Königsetappe des Montafons und ein Traum für jeden Rennradfahrer. Von Partenen aus schraubt sich die legendäre Silvretta-Hochalpenstraße in unzähligen Serpentinen hinauf zur Bielerhöhe auf 2.032 Metern. Rund 1.000 Höhenmeter wollen bewältigt werden – eine echte Herausforderung, aber jede Kehre wird mit spektakulären Ausblicken belohnt.
Oben angekommen, breitet sich der türkisblaue Silvretta-Stausee vor dir aus, umrahmt von den vergletscherten Gipfeln der Silvretta. Der Piz Buin, höchster Berg Vorarlbergs, grüßt in der Ferne. Eine Einkehr im Berggasthaus an der Bielerhöhe ist Pflicht, bevor du dich in die rasante Abfahrt stürzt oder weiter Richtung Galtür im Tirol rollst.
Diese Tour richtet sich an trainierte Rennradfahrer und ambitionierte E-Biker. Wichtig: Früh starten, denn ab dem späten Vormittag wird die Passstraße von Motorrädern und Autos stark befahren. Belohnung: eine der schönsten Bergstraßen der Ostalpen ganz für dich allein.
Kristberg-Runde durchs Silbertal
Ein Geheimtipp abseits der Hauptrouten. Vom Bahnhof Schruns radelst du zunächst ins beschauliche Silbertal, ein ruhiges Seitental, das viele übersehen. Von dort führt die Route hinauf Richtung Kristberg – wer die Höhenmeter nicht komplett aus eigener Kraft nehmen will, nutzt die Kristbergbahn für den Aufstieg.
Der Kristberg gilt als der Genießerberg des Montafons. Oben erwartet dich die kleine Kristbergkapelle, eine der ältesten Kirchen der Region, sowie ein weiter Panoramablick über das gesamte Tal bis zum Rätikon. Die Alpgasthäuser servieren hier Montafoner Sura Kees und hausgemachte Spezialitäten.
Diese Runde ist ideal für Genussradler und E-Biker, die Ruhe suchen und dem Trubel der Hauptstraßen entkommen wollen. Die Kombination aus stiller Waldlandschaft, historischem Bergbauerbe und weiten Ausblicken macht diese Tour zu einem stimmungsvollen Erlebnis fernab der ausgetretenen Pfade.
Golm Flowtrail-Abfahrt
Für Mountainbiker, die es fließen lassen wollen. Mit der Golmerbahn geht es von Tschagguns bequem hinauf zur Bergstation auf rund 1.890 Metern. Von dort startet der Golm Trail, eine abwechslungsreiche Flowline, die sich in weiten Kurven und mit sanften Sprüngen hinunter ins Tal schlängelt.
Der Trail ist so angelegt, dass sowohl Einsteiger als auch geübte Biker ihren Spaß haben – die meisten Passagen lassen sich rollen, ohne dass technisches Können zwingend nötig ist. Unterwegs eröffnen sich immer wieder Blicke auf die Zimba, das Matterhorn des Montafons, und die umliegende Bergwelt.
Wer mag, kombiniert die Abfahrt mit einer Runde auf dem Golm-Panoramaweg oder einer Einkehr auf einer der Alpen. Für Familien lohnt sich der benachbarte Golm-Erlebnispark mit dem Waldrutschenpark. Eine ideale Tour für alle, die das Adrenalin einer Bergabfahrt ohne endlose Uphills genießen wollen.
Gargellen: Bergdorf-Tour ins hinterste Seitental
Gargellen ist das höchstgelegene Dorf des Montafons und liegt in einem stillen Seitental nahe der Schweizer Grenze. Von St. Gallenkirch aus führt die Route über eine kurvenreiche Straße hinauf ins Dorf auf rund 1.400 Metern – ein knackiger Anstieg, der Kondition verlangt, aber mit alpiner Idylle belohnt.
Das Bergdorf mit seinen traditionellen Höfen wirkt wie aus der Zeit gefallen. Rundherum erheben sich die Gipfel des Rätikon, und von der Bergstation der Schafbergbahn eröffnen sich weite Ausblicke bis in die Schweizer Berge. Wanderer starten von hier zum berühmten Madrisa-Rundweg.
Diese Tour ist etwas für sportlich ambitionierte Radler und E-Biker, die Höhenmeter und Einsamkeit suchen. Die Abfahrt zurück ins Tal ist ein Genuss, und in Gargellen selbst laden urige Gasthäuser zu einer wohlverdienten Pause ein. Ein authentisches Stück Montafon, das viele Tagesgäste gar nicht erst finden.
Häufige Fragen
Ist das Montafon für Radanfänger geeignet?
Absolut. Der Montafoner Talradweg entlang der Ill ist durchgehend asphaltiert, gut beschildert und weitgehend vom Autoverkehr getrennt. Die Steigungen sind sanft, sodass auch weniger geübte Radler gut zurechtkommen.
Wer sich unsicher fühlt, kann den Weg in Etappen fahren und die Montafonerbahn für die Rückfahrt nutzen – Räder werden problemlos mitgenommen. Für alpine Touren und Passstraßen solltest du hingegen etwas Kondition oder ein E-Bike mitbringen. Insgesamt ist das Tal aber ein sehr einsteigerfreundliches Revier.
Kann ich im Montafon E-Bikes leihen?
Ja, das Montafon ist bestens auf E-Biker eingestellt. In fast allen Orten wie Schruns, Tschagguns, St. Gallenkirch und Gaschurn findest du Verleihstationen mit modernen E-Mountainbikes und Trekking-E-Bikes.
Entlang des Talradwegs und in vielen Gasthäusern gibt es zudem E-Ladestationen, sodass du unterwegs den Akku auffrischen kannst. Gerade für die anspruchsvollen Anstiege ins Silbertal, nach Gargellen oder auf die Silvretta-Hochalpenstraße lohnt sich ein E-Bike enorm. Es empfiehlt sich, in der Hauptsaison vorab zu reservieren.
Ist Radfahren mit Kindern im Montafon möglich?
Ja, das Montafon ist ein tolles Ziel für Familien. Der Talradweg ist flach genug, um auch mit jüngeren Kindern gemütlich zu radeln, und die vielen Badeplätze an der Ill, Eisdielen und Spielplätze sorgen für Motivation und Pausen.
Für ältere Kinder bietet sich der Golm-Erlebnispark an, der mit Sommerrodelbahn und Waldrutschenpark lockt. Auch die Bergbahnen nehmen Räder mit, sodass ihr anstrengende Anstiege umgehen und die Abfahrten genießen könnt. Kindersitze und Anhänger lassen sich vielerorts mitleihen.
Darf mein Hund mit auf die Radtour?
Grundsätzlich ja, allerdings solltest du die Bedingungen realistisch einschätzen. Der Talradweg eignet sich gut, wenn dein Hund neben dem Rad herlaufen kann – aber die Distanzen und die sommerliche Hitze können anstrengend sein. Ausreichend Wasserpausen sind Pflicht.
Auf Passstraßen mit Autoverkehr wie der Silvretta-Hochalpenstraße ist Vorsicht geboten. Viele Bergbahnen befördern Hunde mit, sodass ihr gemeinsam in die Höhe kommt. Erkundige dich vorab bei den jeweiligen Bahnen und Gasthäusern nach den genauen Regelungen für Vierbeiner.
Wann ist die beste Zeit für eine Radtour im Montafon?
Die Radsaison im Montafon reicht üblicherweise von Mai bis Oktober. Der Frühsommer mit blühenden Almwiesen und der Herbst mit klarer Luft und goldenem Licht sind besonders reizvoll.
Die Silvretta-Hochalpenstraße ist wetterabhängig meist von Anfang Juni bis Oktober befahrbar, im Winter ist der Pass gesperrt. Im Hochsommer solltest du für die Passstraßen früh starten, um Hitze und Verkehr zu vermeiden. Der Talradweg lässt sich hingegen die ganze Saison über bequem befahren.
Wie anspruchsvoll ist die Silvretta-Hochalpenstraße?
Die Silvretta-Hochalpenstraße gehört zu den anspruchsvollsten Passauffahrten der Ostalpen. Von Partenen aus sind rund 1.000 Höhenmeter über zahlreiche Serpentinen bis zur Bielerhöhe auf 2.032 Metern zu bewältigen.
Für trainierte Rennradfahrer ist es eine lohnende Herausforderung, für E-Biker mit gutem Akku gut machbar. Ungeübte sollten die Auffahrt nicht unterschätzen. Belohnt wirst du oben mit einem der schönsten Bergpanoramen der Region rund um den Silvretta-Stausee. Achte auf das Wetter und starte möglichst früh am Morgen.
Gibt es geführte Radtouren im Montafon?
Ja, verschiedene Anbieter und Bergsportschulen organisieren geführte Touren, sowohl für Rennrad, Trekking als auch Mountainbike. Das ist besonders praktisch, wenn du die Region nicht kennst oder dir bei der Streckenwahl Sicherheit wünschst.
Geführte Mountainbike-Touren erschließen dir zudem die besten Trails rund um Golm, Silvretta Montafon und Gargellen, oft inklusive Fahrtechniktipps. Auch E-Bike-Guides bieten entspannte Genusstouren an. Erkundige dich am besten beim Tourismusbüro oder direkt in deinem Hotel nach aktuellen Angeboten und Terminen.
Kann ich mein Rad in der Montafonerbahn mitnehmen?
Ja, die Montafonerbahn und die regionalen Busse sind grundsätzlich radfreundlich und nehmen Fahrräder mit. Das ist ideal, um etwa nur bergab zu radeln oder eine Etappe zu überbrücken, ohne zurückzufahren.
In der Hauptsaison kann es voll werden, daher empfiehlt sich flexibles Planen. Auch viele Bergbahnen wie die Golmerbahn oder die Kristbergbahn befördern Räder gegen einen kleinen Aufpreis, was gerade für Mountainbiker den Aufstieg enorm erleichtert. So kombinierst du bequem Bahn und Trail.
Wo finde ich radlerfreundliche Unterkünfte?
Das Montafon verfügt über zahlreiche radlerfreundliche Hotels und Gasthöfe, die mit abschließbaren Radgaragen, Werkzeug, Waschmöglichkeiten und E-Bike-Ladestationen ausgestattet sind. Viele Betriebe bieten zudem Trockenräume und einen Verleihservice an.
Beim Buchen lohnt sich die Suche nach zertifizierten Bett+Bike-Betrieben oder Häusern, die sich explizit als radfreundlich ausweisen. Das Personal kennt sich meist bestens mit Touren aus und gibt gerne Tipps. Von der einfachen Pension bis zum komfortablen Wellnesshotel ist alles dabei.
Sind die Mountainbike-Trails auch für Einsteiger geeignet?
Ja, das Montafon hat sein Trail-Angebot bewusst breit aufgestellt. Der Golm Flowtrail etwa lässt sich größtenteils rollen und eignet sich gut für Einsteiger, die erste Erfahrungen mit Flowlines sammeln möchten.
Für Fortgeschrittene und Profis gibt es technisch anspruchsvollere Singletrails und Downhill-Strecken in höheren Lagen. Wichtig ist die richtige Ausrüstung – ein Helm ist Pflicht, Protektoren sind je nach Trail empfehlenswert. Wer unsicher ist, bucht am besten einen Fahrtechnikkurs, die vor Ort angeboten werden.
Gibt es Reparaturmöglichkeiten unterwegs?
Ja, entlang des Talradwegs und in den Orten findest du Fahrradgeschäfte und Servicestationen, die kleinere und größere Reparaturen übernehmen. Zudem gibt es öffentliche Reparaturstationen mit Werkzeug und Luftpumpe an mehreren Punkten.
Trotzdem solltest du für alpine Touren immer ein Basis-Reparaturset, Ersatzschlauch und Flickzeug dabeihaben, da du auf den höheren Passstraßen und Trails schnell abseits jeder Werkstatt bist. Bei E-Bikes lohnt sich zudem der Check des Akkuladestands vor längeren Anstiegen.
Wie komme ich am besten ins Montafon?
Das Montafon ist gut erreichbar. Mit dem Auto fährst du über die A14 Rheintal-Autobahn bis Bludenz und von dort ins Tal. Wer mit der Bahn anreist, erreicht Bludenz per Fernverkehr und steigt dort in die Montafonerbahn um, die dich direkt ins Tal bringt.
Die Montafonerbahn nimmt auch Fahrräder mit, sodass du dein Rad problemlos mitbringen kannst. Vom nächstgelegenen Flughafen in Zürich oder Friedrichshafen sind es je nach Ziel rund zwei bis drei Stunden Fahrt. Innerhalb der Region ist das ÖPNV-Netz gut ausgebaut.