Sonniger Talkessel mit Seitentälern
Radfahren im Meraner Land: Zwischen Palmen, Apfelwiesen und Alpengipfeln
Radfahren im Meraner Land
Wo sonst kannst du morgens durch schattige Apfelplantagen rollen, mittags unter Palmen an einer Promenade eine Pause einlegen und nachmittags den Blick auf schneebedeckte Dreitausender genießen? Das Meraner Land packt eine ganze Klimazonen-Sammlung in eine einzige Radtour – und macht damit selbst notorische Wetter-Nörgler still.
Rund um die Kurstadt Meran breitet sich ein Talkessel aus, der von der Sonne verwöhnt und von den Bergen umarmt wird. Die Etsch und die Passer schlängeln sich durchs Tal, gesäumt von perfekt asphaltierten Radwegen, die so entspannt zu fahren sind, dass du fast vergisst, dass du gerade Sport machst. Kein Wunder, dass das Meraner Land bei Genussradlern, Familien und E-Bikern gleichermaßen hoch im Kurs steht.
Doch das Tal ist erst der Anfang. Wer die Waden fordern möchte, findet in den Seitentälern – dem Passeiertal, dem Vinschgau, dem Ultental oder rund um Schenna und Dorf Tirol – Anstiege, die selbst hartgesottene Rennradfahrer zum Strahlen bringen. Von der mediterranen Talsohle bis auf über 2.000 Meter Höhe reicht das Spektrum, und dazwischen liegen Kastanienhaine, Weinberge, mittelalterliche Burgen und stille Bergseen.
Das Besondere: Hier prallen alpine Wucht und südländische Leichtigkeit aufeinander. Du fährst an Zypressen und Feigenbäumen vorbei, hörst das Rauschen der Waalwege und riechst gleichzeitig die frische Bergluft. Nach der Tour wartet eine Kugel Apfelstrudel-Eis, ein Glas Vernatsch oder ein Teller Schlutzkrapfen. Das Meraner Land ist eine Region, die weiß, wie man Radfahren zum Fest macht – bodenständig, sonnenverwöhnt und mit einem Augenzwinkern.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
320 m bis 2.509 m (Timmelsjoch)
Geländecharakter
Asphaltradwege, Bergstraßen, Forstwege
Infrastruktur
Sehr gut ausgebaut und beschildert
Beste Reisezeit
März bis November
Was das Meraner Land so besonders macht
Meran – die mondäne Kurstadt mit Herz
Meran war schon zu Kaiserin Sisis Zeiten das Sehnsuchtsziel europäischer Adliger, und dieses elegante Flair spürst du noch heute. Die berühmten Laubengassen, die Jugendstilbauten und die weltberühmte Kurpromenade entlang der Passer verleihen der Stadt einen Hauch von Belle Époque. Zwischen Palmen und blühenden Beeten flanierst du hier wie in einem südländischen Kurort – und vergisst fast, dass die Alpen direkt vor der Haustür stehen.
Ein absolutes Muss sind die Gärten von Schloss Trauttmansdorff, wo Kaiserin Elisabeth einst weilte. Auf über zwölf Hektar entfaltet sich eine botanische Weltreise mit über 80 Gartenlandschaften. Wusstest du schon? Die Gärten wurden mehrfach zum schönsten Garten Italiens und sogar Europas gekürt. Ein perfekter Zwischenstopp, wenn du deine Radtour mit einem Hauch Kultur würzen möchtest.
Apfelparadies und Weingenuss
Das Meraner Land ist eine der wichtigsten Obstanbauregionen Europas. Im Frühjahr verwandeln Millionen von Apfelblüten das Tal in ein rosa-weißes Blütenmeer – ein Anblick, der selbst nüchterne Radler ins Schwärmen bringt. Im Herbst hängen die Zweige schwer voller Früchte, und der Duft von reifen Äpfeln liegt in der Luft. Über die Apfelstraße kannst du durch dieses Panorama radeln und unterwegs frisch gepressten Saft direkt vom Hof genießen.
Doch nicht nur Äpfel gedeihen hier prächtig. An den sonnigen Hängen rund um Meran, in Marling, Algund und Tirol, reifen Trauben für ausgezeichnete Weine. Der Meraner Vernatsch ist ein leichter, fruchtiger Rotwein, der perfekt zu einer Marende – der zünftigen Südtiroler Brotzeit – passt. Kehr in einem Buschenschank ein und lass dir Speck, Kaminwurzen und Bergkäse schmecken.
Waalwege und Wasserwelten
Eine Südtiroler Besonderheit sind die Waale – historische Bewässerungskanäle, die einst das Wasser aus den Bergen zu den Feldern leiteten. Entlang dieser Kanäle verlaufen heute idyllische Wege, die zwar hauptsächlich Wanderer anziehen, aber ein wunderbares Panorama für Radausflüge bilden. Der Algunder Waalweg und der Marlinger Waalweg gehören zu den bekanntesten.
Wasser spielt im Meraner Land ohnehin eine große Rolle. Die Passer und die Etsch prägen das Tal, und im hinteren Passeiertal locken wilde Schluchten und Wasserfälle. Ein Geheimtipp ist der Partschinser Wasserfall bei Partschins, einer der höchsten und imposantesten Wasserfälle Südtirols – ein erfrischender Abstecher an heißen Sommertagen.
Burgen, Land und Leute
Rund um Meran thronen zahlreiche Burgen und Schlösser auf den Hügeln, ein Erbe der bewegten Geschichte Tirols. Schloss Tirol, der namensgebende Stammsitz der Grafen von Tirol, überblickt majestätisch das Tal und beherbergt heute das Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte. Von hier stammt der Name der ganzen Region – ein echtes Stück Identität.
Die Menschen im Meraner Land sind bodenständig, herzlich und stolz auf ihre Doppelkultur zwischen deutschsprachiger Tradition und italienischer Lebensart. Diese Mischung schmeckst du auf jedem Teller: Knödel treffen auf Pasta, Strudel auf Espresso. Nimm dir Zeit, in einem Dorfgasthaus einzukehren, und du wirst schnell merken, dass Gastfreundschaft hier keine Floskel ist.
Warum Radfahren im Meraner Land ein Genuss ist
Genussradeln im sonnigsten Talkessel Südtirols
Das Meraner Land gilt als eine der fahrradfreundlichsten Regionen der Alpen – und das aus gutem Grund. Der Talkessel rund um Meran liegt geschützt zwischen den Bergen und genießt ein mildes, fast mediterranes Klima. Während anderswo noch Schnee liegt, blühen hier bereits die Mandelbäume. Die Radsaison ist entsprechend lang und reicht oft von März bis in den November hinein.
Das Herzstück für entspanntes Radeln ist der Etschtalradweg, der als Teil der langen Via Claudia Augusta durch das Tal führt. Perfekt asphaltiert, weitgehend flach und autofrei, eignet er sich hervorragend für Familien, Genussradler und alle, die lieber die Landschaft als den Tacho im Blick haben. Von Meran aus kannst du mühelos Richtung Bozen oder in den Vinschgau rollen – und bei Ermüdung einfach den Zug zurücknehmen.
Bergherausforderungen für ambitionierte Radler
Wer Höhenmeter sucht, wird im Meraner Land bestens bedient. Die Seitentäler und Höhenstraßen bieten legendäre Anstiege, die auch bei Rennradfahrern einen exzellenten Ruf genießen. Das Passeiertal führt hinauf zum Timmelsjoch, einem der spektakulärsten Alpenpässe überhaupt, der Südtirol mit Österreich verbindet. Serpentine um Serpentine schraubst du dich hier auf über 2.500 Meter empor – ein Erlebnis, das sich mit atemberaubenden Panoramen belohnt.
Auch das Ultental und die Auffahrten nach Hafling, Vöran oder Meran 2000 fordern die Beinmuskulatur. Diese Strecken sind ideal für Trainingsfans und alle, die den Gipfelsieg zelebrieren möchten. Die gute Nachricht: Dank des dichten E-Bike-Netzes und zahlreicher Verleihstationen kannst du dir auch mit elektrischer Unterstützung die Höhenmeter erobern und trotzdem den vollen Panoramagenuss mitnehmen.
Mountainbike und Trails
Für Mountainbiker hält das Meraner Land ein weit verzweigtes Netz an Forststraßen, Trails und Bikerouten bereit. Die Hochebenen von Hafling und Vöran sowie das Gebiet Meran 2000 bieten Touren mit herrlichen Ausblicken auf die Texelgruppe und die Ortlergruppe. Für Einsteiger gibt es sanfte Rundtouren, für Profis technisch anspruchsvolle Singletrails und flowige Abfahrten.
Ein besonderes Highlight ist der Naturpark Texelgruppe, der größte Naturpark Südtirols. Zwischen wilden Gipfeln, Almwiesen und Bergseen findest du hier ein Bike-Revier abseits des Trubels. Die Kombination aus alpiner Natur und dem milden Talklima macht das Radeln hier zu einem Erlebnis für alle Sinne – von der schweißtreibenden Auffahrt bis zur wohlverdienten Einkehr auf einer sonnigen Almhütte.
Für jeden das passende Rad-Erlebnis
Das Schöne am Meraner Land ist die Vielfalt: Familien mit Kindern finden entlang der Talwege sichere, flache Strecken mit vielen Einkehr- und Spielmöglichkeiten. Genussradler kombinieren Radeln mit Kultur, Wein und Kulinarik. Rennradfahrer stürzen sich auf die legendären Pässe, und Mountainbiker erobern die Höhen. Dank des gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehrs mit fahrradfreundlichen Zügen und Bussen kannst du deine Touren flexibel planen und musst nie den gleichen Weg zweimal fahren.
Aussichtspunkte gibt es reichlich: Von den Höhenwegen rund um Dorf Tirol und Schenna blickst du über den gesamten Talkessel, während sich am Horizont die schneebedeckten Gipfel abzeichnen. Diese Kombination aus südlicher Weite und alpiner Dramatik ist es, die das Radeln im Meraner Land so unvergesslich macht.
Fahrradfreundliche Hotels und Unterkünfte im Meraner Land
Die schönsten Radtouren im Meraner Land
Etschtalradweg von Meran nach Bozen
Diese klassische Genusstour führt dich auf dem gut ausgebauten Etschtalradweg von Meran flussabwärts bis in die Landeshauptstadt Bozen. Auf rund 30 Kilometern rollst du weitgehend eben und autofrei entlang der Etsch, vorbei an endlosen Apfelplantagen, Weinbergen und kleinen Ortschaften wie Sinich, Vilpian und Terlan.
Der Weg ist perfekt asphaltiert und beschildert, sodass du dich ganz auf die Landschaft konzentrieren kannst. Im Frühjahr fährst du durch ein Meer aus Apfelblüten, im Herbst durch die Weinlese-Stimmung des Etschtals. In Terlan lohnt ein Stopp bei der bekannten Kellerei, in Bozen wartet die quirlige Altstadt mit den Lauben und dem Waltherplatz.
Ideal für Familien und Genussradler, die eine gemütliche Tagestour ohne große Steigungen suchen. Praktisch: Von Bozen bringt dich der Zug bequem samt Rad wieder zurück nach Meran, sodass du die Strecke nicht doppelt fahren musst.
Vinschger Radweg von Meran nach Mals
Der Vinschger Radweg gehört zu den beliebtesten Radrouten Südtirols und führt von Meran hinauf ins sonnige Vinschgau. Über Partschins, Naturns, Latsch und Schlanders rollst du entlang der Etsch stetig, aber sanft bergauf durch eine der trockensten und sonnenreichsten Regionen der Alpen.
Unterwegs passierst du das Freilichtmuseum bei Naturns mit der berühmten Prokulus-Kirche und ihren jahrhundertealten Fresken. Die Kulisse wird zunehmend alpiner, mit Blick auf die Ortlergruppe und den mächtigen König Ortler. In Kastelbell thront eine mittelalterliche Burg über dem Tal.
Der obere Abschnitt bis Mals führt an der berühmten überfluteten Kirchturmspitze des Reschensees vorbei – ein Fotomotiv, das um die Welt ging. Da es überwiegend leicht bergauf geht, empfiehlt sich für Genussradler die Rückfahrt mit der Vinschgerbahn, die Räder problemlos mitnimmt. Eine unvergessliche Tour für alle, die alpine Weite lieben.
Passeiertal-Runde nach St. Leonhard
Diese Tour führt dich von Meran entlang der Passer hinauf ins wildromantische Passeiertal, die Heimat des Tiroler Freiheitshelden Andreas Hofer. Über den Passeirer Radweg fährst du durch Riffian und Saltaus bis nach St. Leonhard in Passeier, dem Hauptort des Tals.
Der Weg begleitet die tosende Passer und wechselt zwischen sonnigen Talabschnitten und schattigen Waldpassagen. In St. Leonhard lohnt ein Besuch des MuseumPasseier und des Sandhofs, dem Geburtshaus von Andreas Hofer. Die Kulisse wird zunehmend bergig, und die Luft frischer, je weiter du ins Tal vordringst.
Wer Höhenmeter sucht, kann von St. Leonhard aus die legendäre Auffahrt zum Timmelsjoch in Angriff nehmen – ein Traum für ambitionierte Rennradfahrer. Für Genussradler ist die Tour bis St. Leonhard und zurück ein perfekter Tagesausflug mit mäßiger Steigung und viel Kultur.
Marling und Algund – die Sonnenterrassen-Runde
Diese entspannte Rundtour verbindet die sonnigen Weindörfer westlich von Meran. Von der Kurstadt aus rollst du nach Algund, weiter Richtung Töll und über die Höhen von Marling zurück. Die Strecke führt durch Weinberge, Obstwiesen und mediterran anmutende Ortschaften mit Zypressen und Palmen.
Ein besonderes Highlight ist die Fahrt in der Nähe des Algunder und Marlinger Waalwegs, wo die historischen Bewässerungskanäle plätschern. Von den Hängen aus genießt du herrliche Ausblicke über den gesamten Meraner Talkessel bis hinüber nach Dorf Tirol und Schenna.
Unterwegs laden zahlreiche Buschenschänke und Hofläden zur Einkehr ein – hier kannst du Meraner Vernatsch, hausgemachten Speck und frische Bauernprodukte probieren. Eine kurze, aber intensive Genusstour, die sich hervorragend für einen halben Tag eignet und Kultur, Wein und Panorama vereint.
Timmelsjoch – die Königsetappe für Rennradfahrer
Für ambitionierte Rennradfahrer ist die Auffahrt zum Timmelsjoch das absolute Highlight des Meraner Landes. Von Meran aus geht es zunächst durch das Passeiertal bis St. Leonhard, bevor die eigentliche Bergwertung beginnt. Von hier schraubst du dich auf über 2.500 Meter Höhe – der höchste Punkt der gesamten Region.
Die Passstraße gilt als eine der spektakulärsten Alpenüberquerungen und verbindet Südtirol mit dem österreichischen Ötztal. Endlose Serpentinen, dramatische Felswände und ein Panorama, das dir den Atem raubt – hier wird jeder Höhenmeter zum Erlebnis. Die architektonisch beeindruckenden Erlebnisstationen entlang der Straße erzählen von Natur, Geschichte und Technik.
Diese Tour ist ausschließlich für trainierte Radler mit guter Kondition geeignet, denn es warten über 1.800 Höhenmeter am Stück. Belohnt wirst du auf dem Gipfel mit einem grandiosen Rundblick über die Ötztaler Alpen. Wetterfeste Kleidung ist Pflicht, denn oben kann es auch im Sommer empfindlich kühl werden.
Häufige Fragen
Ist das Meraner Land für Anfänger zum Radfahren geeignet?
Absolut! Das Meraner Land ist einer der besten Orte für Radeinsteiger und Genussradler in ganz Südtirol. Der Talkessel rund um Meran ist weitgehend flach, und die ausgebauten Talradwege wie der Etschtalradweg sind bestens asphaltiert, gut beschildert und größtenteils autofrei.
Anfänger können hier ganz entspannt Kilometer sammeln, ohne sich mit steilen Anstiegen herumzuärgern. Wer trotzdem ein paar Höhenmeter machen möchte, kann auf ein E-Bike zurückgreifen – Verleihstationen gibt es zahlreiche. Zudem sorgt das dichte Netz an fahrradfreundlichen Zügen und Bussen dafür, dass du Strecken flexibel abkürzen oder verlängern kannst.
Kann ich im Meraner Land ein Fahrrad oder E-Bike mieten?
Ja, das Angebot an Radverleihen ist ausgezeichnet. In Meran und den umliegenden Orten wie Lana, Algund und Naturns findest du zahlreiche Verleihstationen, die von City- und Tourenrädern über Rennräder bis hin zu Mountainbikes und modernen E-Bikes alles im Sortiment haben.
Viele Hotels bieten zudem eigene Leihräder oder kooperieren mit lokalen Anbietern. Es empfiehlt sich, in der Hochsaison im Frühjahr und Herbst rechtzeitig zu reservieren, besonders für E-Bikes und hochwertige Rennräder. Praktisch ist auch das regionale Bikemobil-Card-Angebot, mit dem du Leihräder und öffentliche Verkehrsmittel kombinieren kannst.
Wann ist die beste Zeit zum Radfahren im Meraner Land?
Dank des milden, fast mediterranen Klimas ist die Radsaison im Meraner Land besonders lang. Von März bis November kannst du hier komfortabel radeln. Das Frühjahr, wenn die Apfelblüte das Tal in ein rosa-weißes Meer verwandelt, ist eine der schönsten Zeiten überhaupt.
Der Herbst punktet mit angenehmen Temperaturen, der Weinlese und einer stimmungsvollen Farbenpracht in den Weinbergen und Kastanienhainen. Die Hochsommermonate Juli und August können im Talkessel recht heiß werden, dann bieten sich frühe Startzeiten oder Touren in die kühleren Bergregionen an. Die Bergpässe wie das Timmelsjoch sind in der Regel von Juni bis Oktober befahrbar.
Ist Radfahren im Meraner Land mit Kindern möglich?
Sehr gut sogar! Die flachen Talradwege sind ideal für Familien mit Kindern. Der Etschtalradweg und der Passeirer Radweg verlaufen weitgehend abseits des Autoverkehrs und bieten sichere Bedingungen auch für jüngere Nachwuchsradler.
Entlang der Strecken gibt es viele Rastplätze, Spielplätze, Eisdielen und familienfreundliche Gasthäuser, die zur Pause einladen. Für kleinere Kinder eignen sich Kinderanhänger oder Tandemstangen, die bei vielen Verleihstationen erhältlich sind. Ein besonderes Erlebnis für die ganze Familie ist der Besuch der Gärten von Schloss Trauttmansdorff, die sich hervorragend mit einer kurzen Radtour verbinden lassen.
Darf ich mein Fahrrad im Zug oder Bus mitnehmen?
Ja, das öffentliche Verkehrsnetz in Südtirol ist ausgesprochen fahrradfreundlich. Die Vinschgerbahn und die Regionalzüge verfügen über spezielle Fahrradabteile, in denen du dein Rad problemlos transportieren kannst. Auch viele Buslinien haben Fahrradanhänger.
Das erleichtert die Tourenplanung enorm: Du kannst zum Beispiel gemütlich talabwärts nach Bozen radeln und mit dem Zug zurückfahren, oder eine Strecke bergauf mit dem Rad meistern und bergab bequem zurückkehren. Mit der BikemobilCard erhältst du außerdem ein Kombiticket für öffentliche Verkehrsmittel und einen Leihradgutschein. In der Hochsaison kann es sinnvoll sein, Randzeiten zu nutzen, da die Fahrradabteile beliebt sind.
Kann ich mit dem Hund radeln gehen?
Grundsätzlich ist das Radfahren mit Hund im Meraner Land möglich, erfordert aber etwas Planung. Auf den flachen Talradwegen kann dein Vierbeiner neben dem Rad herlaufen, sofern er gut trainiert und an das Tempo gewöhnt ist. Bei längeren oder anspruchsvolleren Touren solltest du die Belastung für den Hund realistisch einschätzen.
An heißen Sommertagen ist der Talkessel für Hunde oft zu warm – hier empfehlen sich frühe Morgenstunden oder schattige Bergrouten. Viele Gasthäuser und Almhütten heißen Hunde willkommen und stellen Wassernäpfe bereit. Für kleinere Hunde gibt es außerdem spezielle Fahrradkörbe und Anhänger. Achte stets darauf, deinen Hund in belebten Gebieten und auf Waalwegen an der Leine zu führen.
Wie anspruchsvoll sind die Bergtouren im Meraner Land?
Das Meraner Land bietet ein sehr breites Spektrum an Schwierigkeitsgraden. Während die Talradwege selbst für Ungeübte problemlos zu bewältigen sind, gehören die Bergpässe zur Königsklasse. Die Auffahrt zum Timmelsjoch mit über 1.800 Höhenmetern am Stück fordert selbst durchtrainierte Rennradfahrer heraus.
Dazwischen gibt es zahlreiche moderate Anstiege, etwa nach Dorf Tirol, Schenna, Hafling oder ins Ultental, die auch von ambitionierten Freizeitradlern gemeistert werden können. Dank der guten Verfügbarkeit von E-Bikes lassen sich auch die anspruchsvolleren Höhenmeter mit elektrischer Unterstützung genießen. Wichtig ist eine ehrliche Einschätzung der eigenen Kondition und eine gute Vorbereitung mit ausreichend Wasser und Verpflegung.
Gibt es geführte Radtouren im Meraner Land?
Ja, verschiedene Anbieter und lokale Bikeschulen organisieren geführte Radtouren für unterschiedliche Ansprüche. Von gemütlichen Genussrunden mit Weinverkostung über Mountainbike-Touren durch den Naturpark Texelgruppe bis hin zu ambitionierten Rennrad-Ausfahrten ist für jeden etwas dabei.
Geführte Touren haben den Vorteil, dass ortskundige Guides dir die schönsten Ecken zeigen, kulturelle und kulinarische Hintergründe erzählen und die Route optimal auf die Gruppe abstimmen. Gerade für Ortsunkundige oder Einsteiger ist das eine ideale Möglichkeit, die Region sicher und stressfrei zu erkunden. Informationen und Buchungen erhältst du bei den lokalen Tourismusbüros in Meran und Umgebung sowie in vielen radfreundlichen Hotels.
Welche Ausrüstung brauche ich für Radtouren im Meraner Land?
Für die Talradwege reicht eine solide Grundausstattung: ein verkehrssicheres Rad, ein Helm, bequeme Radkleidung, ausreichend Wasser und ein kleines Reparaturset mit Ersatzschlauch und Luftpumpe. Sonnenschutz ist im sonnenverwöhnten Meraner Land ganzjährig ratsam.
Für Bergtouren solltest du zusätzlich an wetterfeste Kleidung denken, denn auf den Pässen kann es auch im Sommer empfindlich kühl und windig werden. Eine Windjacke, Armlinge und lange Handschuhe für die Abfahrt sind empfehlenswert. Mountainbiker sollten auf griffige Reifen und gegebenenfalls Protektoren achten. Ein Handy mit GPS oder eine Karte hilft bei der Orientierung, auch wenn die Hauptrouten hervorragend beschildert sind.
Wo finde ich fahrradfreundliche Unterkünfte?
Das Meraner Land verfügt über ein dichtes Netz an fahrradfreundlichen Hotels, Pensionen und Bauernhöfen. Viele Betriebe sind auf Radgäste spezialisiert und bieten abschließbare Fahrradräume, Werkzeug, Waschmöglichkeiten für die Bikes und teilweise sogar E-Bike-Ladestationen.
Achte bei der Buchung auf entsprechende Kennzeichnungen oder Mitgliedschaften in Radhotel-Verbünden. Oft gibt es zudem Leihräder direkt im Haus, Tourenberatung durch das Personal und einen Wäscheservice für verschwitzte Radkleidung. In Orten wie Meran, Schenna, Dorf Tirol, Lana und Naturns findest du eine große Auswahl unterschiedlicher Kategorien – vom gemütlichen Gasthof bis zum luxuriösen Wellnesshotel mit Bergpanorama.
Sind die Radwege gut beschildert?
Ja, die Beschilderung im Meraner Land ist vorbildlich. Die überregionalen Radrouten wie der Etschtalradweg und der Vinschger Radweg sind durchgängig ausgeschildert und teilweise sogar mit Kilometerangaben und Zielpunkten versehen. Auch die regionalen Verbindungen zwischen den Orten sind gut markiert.
Für Mountainbiker gibt es ein eigenes Wegenetz mit Nummerierungen und Schwierigkeitsangaben. Dennoch empfiehlt es sich, für die Bergregionen zusätzlich eine gute Karte oder eine Navigations-App wie Komoot dabeizuhaben, besonders wenn du abseits der Hauptrouten unterwegs bist. Die Tourismusbüros geben kostenlose Radkarten aus, die einen guten Überblick über das Streckennetz bieten.
Kann man Radfahren mit Kulinarik und Kultur verbinden?
Das Meraner Land ist geradezu prädestiniert dafür! Kaum eine andere Region verbindet sportliches Radeln so mühelos mit Genuss und Kultur. Entlang der Routen reihen sich Buschenschänke, Weingüter, Hofläden und Almhütten aneinander, wo du regionale Spezialitäten wie Speck, Bergkäse, Schlutzkrapfen und natürlich den Meraner Vernatsch probieren kannst.
Kulturell locken Schloss Tirol mit dem Landesmuseum, die Gärten von Schloss Trauttmansdorff, die historische Altstadt von Meran mit ihren Lauben und zahlreiche mittelalterliche Burgen. Viele Radler gestalten ihre Touren bewusst als Genussrunden mit mehreren Einkehrstopps. So wird aus einer sportlichen Ausfahrt ein rundum sinnliches Erlebnis, bei dem Landschaft, Geschichte und Küche verschmelzen.