Alpiner See von Bergen umrahmt
Radfahren in der Lugano Region: Palmen, Passhöhen und der Zauber des Tessins
Radfahren in der Lugano Region
Zwischen wehenden Palmen und schneebedeckten Alpengipfeln liegt eine Landschaft, die sich anfühlt, als hätte jemand Italien und die Schweiz in einen Mixer geworfen und daraus etwas völlig Eigenes gezaubert. Willkommen in der Lugano Region, dort wo der Cappuccino auf Italienisch bestellt wird, die Uhren aber trotzdem Schweizer Präzision zeigen. Für Radfahrer ist dieser Flecken Tessin ein kleines Paradies mit Nervenkitzel.
Der türkisblaue Luganersee bildet das Herzstück der Region. Um ihn herum ranken sich schmale Uferstraßen, steile Serpentinen und Wege, die dich mal ganz sanft am Wasser entlangführen und mal gnadenlos in die Höhe treiben. Der Monte Brè und der Monte San Salvatore wachen wie zwei Türsteher über die Stadt und belohnen jeden, der sich hochkämpft, mit einem Panorama, das dir kurzzeitig den Puls und den Verstand raubt.
Was diese Ecke der Schweiz so besonders macht, ist die mediterrane Leichtigkeit. Hier duftet es nach Rosmarin und Zitrone, an den Hängen wachsen Weinreben und die Piazzas laden nach der Tour zum Verweilen ein. Du radelst durch verträumte Bergdörfer mit engen Gassen, vorbei an alten Kirchtürmen und über sonnenwarme Kopfsteinpflaster, während im Hintergrund die Alpen glitzern.
Ob du mit dem Rennrad die legendären Anstiege suchst, mit dem Mountainbike die bewaldeten Hänge erkundest oder gemütlich mit dem E-Bike die Ufer abfährst - die Lugano Region passt sich deinem Tempo an. Sie ist anspruchsvoll genug für ambitionierte Beine und großzügig genug für Genießer, die lieber die Aussicht als den Höhenmesser im Blick haben. Und am Ende jedes Tages wartet ein Glas Merlot del Ticino, das dir zuflüstert, dass du morgen unbedingt wieder aufsteigen sollst.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
270 bis 1701 m (Monte Generoso)
Geländecharakter
Asphaltstraßen, Serpentinen, Waldtrails
Infrastruktur
Bergbahnen, Bootsverbindungen, Radverleih
Beste Reisezeit
April bis Oktober
Was die Lugano Region so unwiderstehlich macht
Der Luganersee als glitzerndes Zentrum
Der Luganersee, auf Italienisch Lago di Ceresio, ist das pulsierende Herz der Region und dein ständiger Begleiter. Mit seinen tief eingeschnittenen Buchten und den steil aufragenden Ufern wirkt er fast wie ein norwegischer Fjord, nur mit Palmen und deutlich mehr Sonnenstunden. Das Wasser schimmert je nach Lichteinfall in allen Blau- und Grüntönen und lädt nach einer schweißtreibenden Etappe zum erfrischenden Sprung ein.
Rund um den See reihen sich charmante Orte wie Morcote, Gandria oder Melide aneinander. Besonders Morcote, oft als schönstes Dorf der Schweiz gefeiert, verzaubert mit seinen Arkadengassen und der Wallfahrtskirche Santa Maria del Sasso, die über hunderte Steinstufen erreichbar ist. Wusstest du schon, dass der See teilweise auf italienischem Staatsgebiet liegt? Die Grenze verläuft mitten durchs Wasser, und du merkst es kaum, wenn du sie überquerst.
Zwischen Bergen und mediterranem Flair
Die beiden Hausberge Monte Brè und Monte San Salvatore prägen das Stadtbild von Lugano wie zwei stolze Wächter. Der Monte San Salvatore, der Zuckerhut des Tessins, bietet eine 360-Grad-Sicht über den See bis zu den Walliser und Berner Alpen. Wer keine Lust auf die Anstiege hat, nimmt die historische Standseilbahn - aber wo bleibt da der sportliche Stolz?
Der Monte Generoso im Süden krönt die Region mit 1701 Metern und beheimatet das spektakuläre Blumensteingebäude Fiore di Pietra des Star-Architekten Mario Botta. Von hier oben reicht der Blick an klaren Tagen bis zur Poebene und zum Matterhorn. Die Kombination aus südlicher Vegetation im Tal und alpiner Frische auf den Gipfeln macht jede Tour zu einer kleinen Weltreise.
Kulinarik und Grottos - der Tessiner Genuss
Nach dem Radeln wartet in der Lugano Region eine Küche, die das Beste aus der italienischen und der schweizerischen Tradition vereint. In den typischen Grotti, urigen Steinhäusern oft in den kühlen Wäldern versteckt, servieren die Wirte hausgemachte Polenta, Luganighe-Würste, Risotto und Alpkäse. Dazu ein Glas Merlot del Ticino, der hier auf den sonnenverwöhnten Hängen zu einem der besten Rotweine der Schweiz reift.
Ein Geheimtipp: Suche das Grotto in Gandria oder das versteckte Grotto San Giuseppe, wo du unter Kastanienbäumen sitzt und der Alltag ganz weit weg scheint. Im Herbst darfst du unbedingt die Kastanienfeste, die Sagra della Castagna, nicht verpassen, bei denen geröstete Maroni und junger Wein die Straßen füllen.
Kultur, Kunst und lebendige Piazzas
Lugano selbst ist mehr als nur ein Ausgangspunkt für Radtouren. Die Stadt vibriert mit einem lebendigen Kulturleben, das im modernen Kulturzentrum LAC seinen Höhepunkt findet. Kunst, Musik und Theater treffen hier auf mediterrane Lebensfreude. Die Altstadt mit ihren autofreien Gassen, den Boutiquen und den einladenden Cafés lädt zum Bummeln ein.
Wusstest du schon, dass in der Region Italienisch die Amtssprache ist? Ein herzliches Buongiorno öffnet dir hier deutlich mehr Türen als ein Grüezi. Die Menschen sind offen, warmherzig und stolz auf ihre Doppelidentität als Schweizer mit italienischer Seele - eine Mischung, die sich auf jeden übertragt, der ein paar Tage hier verbringt.
Warum Radfahren rund um Lugano ein Fest für die Beine ist
Ein Terrain für alle Ambitionen
Die Lugano Region ist ein Eldorado für Radfahrer, weil sie eine seltene Vielfalt auf engem Raum bietet. Innerhalb weniger Kilometer wechselst du von flachen Uferpromenaden zu knackigen Anstiegen, die selbst erfahrene Rennradler an ihre Grenzen bringen. Die Straßen sind meist gut asphaltiert und dank der italienischen Fahrkultur oft entspannter zu befahren, als man es vermuten würde.
Für Genussradler und E-Biker gibt es sanfte Routen entlang des Sees und durch die Weinberge, während Mountainbiker in den bewaldeten Hängen des Malcantone und rund um den Monte Tamaro ihr Glück finden. Diese Bandbreite macht die Region ideal für gemischte Gruppen, in denen der eine schwitzen und der andere schlendern möchte.
Anstiege mit Kultstatus
Wer die Beine testen will, findet hier legendäre Rampen. Der Anstieg zum Monte Lema, der Weg hinauf nach Miglieglia oder die Serpentinen zum Alpe Foppa verlangen Kondition, belohnen dich aber mit Ausblicken, die sich tief ins Gedächtnis brennen. Die Steigungen sind oft konstant und lang - ideal für alle, die den rhythmischen Kampf mit dem eigenen Puls lieben.
Das Besondere: Anders als in den nördlichen Alpen radelst du hier meist bei angenehmen Temperaturen und südlichem Licht. Selbst im Frühling und Herbst sind die Bedingungen oft mild, sodass die Saison spürbar länger dauert. Nach jedem Gipfelsieg wartet unten der See mit seinem türkisfarbenen Versprechen auf Abkühlung.
Aussichtspunkte, die den Atem rauben
Kaum eine Region bietet so viele lohnende Panoramen wie das Luganese. Von der Belvedere-Terrasse am Monte San Salvatore über die Sicht vom Monte Brè bis zum weiten Rundumblick des Monte Generoso - jeder Anstieg endet in einem Fotomotiv. Die Kombination aus glitzerndem Wasser, sanften Hügeln und schroffen Alpen im Hintergrund wirkt fast surreal schön.
Ein besonderer Tipp für Naturliebhaber ist die Region rund um den Monte San Giorgio, ein UNESCO-Weltnaturerbe, das für seine spektakulären Fossilienfunde berühmt ist. Radelnd durch diese uralte Landschaft spürst du, wie viel Geschichte in diesen Bergen steckt.
Für wen die Region gemacht ist
Die Lugano Region spricht eine breite Zielgruppe an. Rennradfahrer lieben die anspruchsvollen Pässe und die kurvenreichen Abfahrten, Mountainbiker schätzen die abwechslungsreichen Trails am Monte Tamaro mit seinem eigenen Bikepark. Familien und Genießer wiederum finden entspannte Wege entlang des Sees, wo Eisdielen und Badeplätze zum Pausieren einladen.
Besonders reizvoll ist die Region für alle, die Sport und Kultur verbinden möchten. Du kannst vormittags einen Gipfel erobern und nachmittags in einem Grotto die Beine hochlegen. Diese Kombination aus sportlicher Herausforderung und mediterranem Dolce far niente macht das Radfahren hier zu einem ganzheitlichen Erlebnis, das lange nachwirkt.
Bike-freundliche Hotels und Unterkünfte rund um Lugano
Die schönsten Radtouren in der Lugano Region
Rund um den Luganersee: Von Lugano nach Morcote
Diese klassische Genusstour startet mitten in Lugano an der Uferpromenade und führt dich am Westufer des Sees entlang in Richtung Süden. Über Paradiso und Melide, wo du über den charakteristischen Seedamm rollst, erreichst du nach und nach die Halbinsel Ceresio. Die Strecke ist überwiegend flach bis leicht wellig und daher auch für Genussradler und E-Biker bestens geeignet.
Das unbestrittene Highlight ist das Dorf Morcote am südlichsten Zipfel, das oft als schönstes Dorf der Schweiz bezeichnet wird. Hier lohnt ein Halt an den Arkaden am Seeufer und der Aufstieg zur Wallfahrtskirche Santa Maria del Sasso. Auf dem Rückweg kannst du einen Abstecher zum Parco San Grato in Carona einplanen, einem botanischen Garten mit prächtigen Azaleen und Rhododendren.
Die Tour eignet sich hervorragend für einen entspannten Tag mit vielen Fotostopps, Kaffeepausen und einem Bad im See. Rechne mit etwa 35 bis 45 Kilometern, je nach Abstechern, und plane genug Zeit ein, um die mediterrane Atmosphäre der Dörfer aufzusaugen.
Königsetappe zum Monte Lema
Für ambitionierte Rennradfahrer ist der Anstieg zum Monte Lema eine der prägendsten Herausforderungen der Region. Von Lugano aus geht es zunächst durch das Malcantone in Richtung Miglieglia, dem Ausgangspunkt der eigentlichen Kletterei. Von dort schrauben sich die Serpentinen kontinuierlich in die Höhe, mit Steigungen, die deine Beine ordentlich fordern.
Auf dem Weg durchquerst du dichte Kastanienwälder und kleine Bergdörfer, die typisch für das Malcantone sind. Je höher du kommst, desto weiter öffnet sich der Blick auf den Lago Maggiore und den Luganersee zugleich. Am Ende der Straße wartet die Bergstation, von der aus du zu Fuß den Gipfel des Monte Lema auf 1624 Metern erreichst.
Diese Tour ist etwas für konditionsstarke Radler, die den langen Kampf lieben. Die Abfahrt ist ein technisches Vergnügen und belohnt dich mit fließenden Kurven. Vergiss nicht, dich oben mit einer deftigen Mahlzeit im Bergrestaurant zu stärken, bevor du dich in die rasante Talfahrt stürzt.
Mountainbike-Abenteuer am Monte Tamaro
Der Monte Tamaro nördlich von Lugano bei Rivera ist das Mekka für Mountainbiker in der Region. Von der Talstation aus bringt dich die Gondel bequem nach oben zur Alpe Foppa, sodass du dir die Kraft für die spaßigen Abfahrten aufhebst. Wer lieber selbst hochkurbelt, findet auch anspruchsvolle Auffahrtsrouten durch die bewaldeten Hänge.
Oben angekommen erwartet dich ein Netz aus Flowtrails und technischeren Singletrails, die durch Wald und über offene Almwiesen führen. Besonders sehenswert ist die von Mario Botta entworfene Kapelle Santa Maria degli Angeli, ein architektonisches Meisterwerk, das perfekt in die Bergkulisse eingebettet ist.
Die Trails bieten für jedes Level das Passende, von genussvollen Abfahrten für Einsteiger bis zu wurzeligen Passagen für erfahrene Biker. Die Aussicht auf die umliegenden Alpen und den Talkessel ist während der ganzen Fahrt ein ständiger Begleiter. Ein perfekter Tag für alle, die den groben Untergrund und den Adrenalinkick suchen.
Gandria und das versteckte Ostufer
Diese Tour führt dich vom Zentrum Luganos in Richtung Osten zum malerischen Fischerdorf Gandria, das sich terrassenförmig an den steilen Berghang schmiegt. Die Strecke entlang des Ostufers ist etwas anspruchsvoller als die Westseite, belohnt dich aber mit ruhigeren Straßen und intimen Ausblicken auf den See.
Gandria selbst ist autofrei und ein verwinkeltes Labyrinth aus engen Gassen, Treppen und Blumenbalkonen. Hier lohnt es sich, das Rad kurz abzustellen und zu Fuß durch das Dorf zu schlendern. Gegenüber am Seeufer liegt das Zollmuseum, das nur per Boot erreichbar ist und die Geschichte des Schmuggels an der Grenze erzählt.
Von Gandria aus kannst du weiter in Richtung der Grenze zu Italien fahren und dabei die Ruhe abseits der touristischen Zentren genießen. Diese Route ist ideal für Radler, die die authentische, versteckte Seite der Region entdecken möchten. Ein Grotto am Wegesrand sorgt für die verdiente Stärkung mit Blick aufs Wasser.
Panoramafahrt zum Monte Generoso
Der Monte Generoso im Süden der Region ist mit 1701 Metern der höchste Gipfel des Luganese und bietet eine der spektakulärsten Aussichten überhaupt. Die Auffahrt beginnt in der Regel bei Mendrisio oder Rovio und verlangt eine solide Ausdauer, denn die Straße windet sich stetig bergauf durch Wälder und offene Hänge.
Auf dem Gipfel thront das Fiore di Pietra, die steinerne Blume des Architekten Mario Botta, mit Restaurant und Aussichtsterrasse. Von hier reicht der Blick an klaren Tagen bis zur Poebene, zum Monte Rosa und sogar zum Matterhorn. Die Region ist zudem für ihre reiche Flora und die freilebenden Steinböcke bekannt.
Diese Tour eignet sich für konditionsstarke Rennradfahrer, die eine echte Belohnung für ihre Mühe suchen. Wer die letzten Meter nicht selbst fahren möchte, kann die historische Zahnradbahn von Capolago nutzen. Die Abfahrt ist ein Genuss und rundet einen unvergesslichen Radtag perfekt ab.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit zum Radfahren in der Lugano Region?
Die Lugano Region punktet mit ihrem milden, mediterranen Klima und bietet daher eine der längsten Radsaisons der Schweiz. Ideal sind die Monate von April bis Juni sowie September und Oktober, wenn die Temperaturen angenehm sind und die Landschaft in voller Blüte oder herbstlichem Farbenspiel steht.
Im Hochsommer kann es in den tieferen Lagen um den See sehr heiß werden, weshalb sich dann höher gelegene Touren oder frühe Morgenstunden empfehlen. Der Frühling ist besonders reizvoll, weil dann die Azaleen und Kamelien blühen, während der Herbst mit der Kastanienernte und dem jungen Wein lockt. Dank der geschützten Lage sind auch milde Wintertage für flache Uferrunden nutzbar.
Eignet sich die Region auch für Familien mit Kindern?
Absolut, die Lugano Region hat viel für Familien zu bieten. Besonders die flachen Strecken entlang des Sees, etwa von Lugano über Paradiso nach Melide, sind ideal für gemeinsame Ausflüge mit Kindern. Hier gibt es kaum Steigungen, viele Badeplätze und immer wieder Gelegenheiten für eine Eispause.
Für abenteuerlustigere Familien bietet der Monte Tamaro mit seinen Gondeln eine bequeme Möglichkeit, in die Höhe zu gelangen und dort leichte Wege zu erkunden. Auch die Miniaturstadt Swissminiatur in Melide ist ein beliebter Zwischenstopp. Auf viel befahrenen Straßen solltest du mit Kindern jedoch aufpassen und lieber die ausgeschilderten Radrouten wählen.
Kann ich meinen Hund mitnehmen?
Grundsätzlich ist die Region hundefreundlich, allerdings solltest du bei sportlichen Radtouren die Belastung für dein Tier realistisch einschätzen. Bei den heißen Sommertemperaturen im Tal ist es für Hunde oft zu anstrengend, längere Strecken nebenherzulaufen. Frühe Morgenstunden oder kühlere Jahreszeiten sind hier deutlich verträglicher.
Viele Restaurants und Grotti heißen Hunde willkommen, und am Seeufer gibt es Stellen, an denen dein Vierbeiner sich abkühlen kann. In öffentlichen Verkehrsmitteln und Bergbahnen gelten meist Leinenpflicht und teils eine Ticketpflicht für Hunde. Informiere dich am besten vorab über die konkreten Bedingungen deiner geplanten Route.
Brauche ich ein Rennrad oder reicht ein E-Bike?
Das hängt ganz von deinen Ambitionen ab. Für die anspruchsvollen Anstiege zum Monte Lema oder Monte Generoso ist ein leichtes Rennrad oder ein sportliches Gravelbike ideal, da hier viel Höhenmeter überwunden werden. Für ambitionierte Fahrer sind die Pässe ein Traum.
Ein E-Bike ist in der hügeligen Region eine hervorragende Wahl, gerade wenn du die Höhenmeter genießen möchtest, ohne dich völlig zu verausgaben. Damit werden auch die Anstiege zu den Aussichtspunkten machbar und du kannst mehr von der Landschaft sehen. Für Mountainbike-Touren am Monte Tamaro empfiehlt sich natürlich ein geländetaugliches Rad. Verleihstationen in Lugano bieten alle Varianten an.
Wo kann ich Fahrräder mieten?
In Lugano und den umliegenden Orten gibt es zahlreiche Verleihstationen, die von City-Bikes über E-Bikes bis hin zu Rennrädern und Mountainbikes alles anbieten. Die städtische Bike-Sharing-Initiative ermöglicht zudem unkompliziertes Ausleihen für kurze Strecken innerhalb der Stadt.
Für hochwertige Sporträder empfiehlt es sich, spezialisierte Radläden aufzusuchen, die auch Beratung und Wartung bieten. Am Monte Tamaro gibt es direkt an der Talstation einen Verleih für Mountainbikes. Es ist ratsam, besonders in der Hochsaison im Voraus zu reservieren, um sicherzugehen, dass dein Wunschmodell verfügbar ist.
Wie sicher ist das Radfahren auf den Straßen?
Die Straßen rund um Lugano sind größtenteils gut ausgebaut, und die Fahrkultur ist im Vergleich zu vielen anderen Regionen recht rücksichtsvoll gegenüber Radfahrern. Dennoch solltest du beachten, dass einige Uferstraßen und Verbindungswege recht schmal und kurvig sein können, mit teils regem Verkehr in der Hauptsaison.
Für mehr Sicherheit empfehlen sich die ausgeschilderten Radrouten, die oft über ruhigere Nebenstraßen führen. Ein Helm ist selbstverständlich Pflicht für deine Sicherheit, und gute Lichter sind besonders in den Tunneln entlang des Sees wichtig. Auf den Abfahrten von den Bergen solltest du wegen der engen Kurven immer aufmerksam und kontrolliert fahren.
Kann ich mein Fahrrad im Zug transportieren?
Ja, der öffentliche Verkehr in der Schweiz ist sehr fahrradfreundlich. Auf den meisten Zügen der SBB und den regionalen Linien kannst du dein Rad mitnehmen, wobei du in der Regel ein separates Velo-Ticket benötigst. In Spitzenzeiten kann es voll werden, daher ist eine Reservierung auf manchen Strecken ratsam.
Auch die Bergbahnen und Gondeln, etwa am Monte Tamaro oder Monte Generoso, bieten oft einen Fahrradtransport an, was die Planung von Auf- und Abfahrten sehr erleichtert. Die Schifffahrt auf dem Luganersee nimmt ebenfalls Räder mit, sodass du kreative Rundtouren mit Boot und Rad kombinieren kannst. Das macht die Region logistisch sehr flexibel.
Gibt es geführte Radtouren?
In der Lugano Region werden verschiedene geführte Touren angeboten, die von lokalen Guides begleitet werden. Diese reichen von gemütlichen E-Bike-Ausflügen mit kulinarischem Schwerpunkt bis zu sportlichen Rennrad- und Mountainbike-Touren für erfahrene Fahrer. Ein Guide kennt die schönsten Geheimwege und versteckten Grotti.
Der Vorteil einer geführten Tour liegt darin, dass du dich nicht um die Navigation kümmern musst und viel über die Geschichte, Kultur und Natur der Region erfährst. Gerade wenn du zum ersten Mal hier bist, lohnt sich das sehr. Die Tourismusbüros in Lugano vermitteln gerne passende Angebote und Anbieter für deine Interessen.
Wie anspruchsvoll sind die Höhenmeter?
Die Region ist geprägt von einem stetigen Auf und Ab, denn der See ist von steilen Bergen umgeben. Wer die klassischen Anstiege wie den Monte Lema, den Monte Generoso oder den Monte Tamaro angeht, muss mit mehreren hundert bis über tausend Höhenmetern pro Tour rechnen. Das erfordert eine gute Grundkondition.
Für weniger trainierte Radler oder Genießer gibt es aber ebenso viele flachere Alternativen entlang des Sees und in den Talebenen. Mit einem E-Bike werden auch die Höhenmeter deutlich entspannter, sodass praktisch jeder die spektakulären Aussichtspunkte erreichen kann. Plane deine Touren realistisch nach deinem Fitnesslevel, dann wird jede Fahrt zum Genuss.
Wo finde ich unterwegs Verpflegung und Wasser?
Entlang der Uferstraßen und in den Dörfern findest du zahlreiche Cafés, Restaurants und Grotti, die für Verpflegung sorgen. Die Tessiner Grotti sind ein besonderes Erlebnis und servieren regionale Spezialitäten wie Polenta, Käse und den lokalen Merlot. Trinkbrunnen mit frischem Wasser gibt es in vielen Ortschaften.
Auf den Bergtouren solltest du dich vorher gut mit Wasser eindecken, da die Möglichkeiten zur Auffüllung mit zunehmender Höhe seltener werden. Auf den Gipfeln der beliebten Berge wie Monte Tamaro oder Monte Generoso gibt es jedoch Bergrestaurants, die dich mit warmen Mahlzeiten und Getränken versorgen. Ein kleiner Snack im Trikot schadet nie.
Ist die Region auch für Anfänger geeignet?
Definitiv, auch wenn die Lugano Region für ihre Anstiege bekannt ist, gibt es viele Optionen für Einsteiger. Die flachen Wege entlang des Sees, etwa auf der Westseite Richtung Melide und Morcote, sind gut zu bewältigen und bieten trotzdem großartige Ausblicke. So kannst du das Radfahren ohne große Anstrengung genießen.
Für Anfänger, die trotzdem hoch hinaus wollen, sind die Bergbahnen ein Segen, weil sie die Höhenmeter übernehmen und dir oben leichte Wege ermöglichen. Ein E-Bike gleicht Kondtionsunterschiede aus und macht auch anspruchsvollere Routen zugänglich. Wichtig ist, dass du deine Touren dem eigenen Können anpasst und nicht gleich mit dem Monte Generoso startest.
Kann ich Radfahren mit einer Bootsfahrt kombinieren?
Ja, und das ist eines der schönsten Erlebnisse in der Region. Die Schifffahrtsgesellschaft auf dem Luganersee bietet regelmäßige Verbindungen zwischen den Orten am See an und nimmt in der Regel auch Fahrräder mit. So kannst du beispielsweise eine Strecke fahren und die andere entspannt per Boot zurücklegen.
Diese Kombination ist ideal, wenn du eine anstrengende Anfahrt vermeiden oder einfach die Perspektive vom Wasser aus genießen möchtest. Vom Boot aus siehst du die von Bergen umrahmten Dörfer und die Villen an den Hängen aus einem völlig neuen Blickwinkel. Es lohnt sich, die Fahrpläne vorab zu prüfen, da diese saisonal variieren.