Alpines Hochtal
Livigno mit dem Rad: Das Hochtal, in dem Bikerträume auf 1.800 Metern beginnen
Radfahren in Livigno: Alpen-Hochtal pur
Auf 1.816 Metern Höhe, eingebettet zwischen den mächtigen Gipfeln des Livignasker Talkessels, liegt ein Ort, der scheinbar für Radfahrer erfunden wurde. Livigno – von den Einheimischen liebevoll Piccolo Tibet, das kleine Tibet, genannt – ist eines der höchstgelegenen dauerhaft bewohnten Dörfer der Alpen und ein Sehnsuchtsort für alle, die ihre Wadenmuskulatur lieben und die dünne Bergluft nicht scheuen.
Schon beim ersten Tritt in die Pedale spürst du, dass hier etwas anders ist. Die Luft ist klarer, der Himmel wirkt näher, und das breite, sonnenverwöhnte Tal öffnet sich vor dir wie eine Einladung. Rund um Livigno erstreckt sich ein Wegenetz, das von entspannten Talradwegen entlang des Flusses Spöl bis hin zu schweißtreibenden Passauffahrten reicht, die selbst gestandene Rennradprofis ins Grübeln bringen.
Livigno ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein Mekka für Mountainbiker, Gravel-Fans und Rennradfahrer gleichermaßen. Der weitläufige Bikepark Mottolino, die endlosen Trails am Carosello 3000 und die legendären Passstraßen zum Foscagno oder Forcola di Livigno machen die Region zu einem Ganzjahres-Trainingslager für Athleten und Genussradler.
Doch Livigno ist mehr als Sport. Als zollfreie Zone bietet der Ort ein charmantes Kuriosum: Espresso, Sprit und Sonnencreme sind hier günstiger als anderswo. Nach einer langen Tour lässt es sich in gemütlichen Berghütten mit Pizzoccheri und einem kühlen Getränk herrlich einkehren – ganz ohne schlechtes Gewissen dank der zurückgelegten Höhenmeter. Wer einmal die Kombination aus alpiner Weite, glasklaren Seen und der lockeren Bergdorf-Atmosphäre erlebt hat, kommt garantiert wieder.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
1.816 m Talboden, Gipfel über 3.000 m
Geländecharakter
Asphalt, Schotter, Singletrails
Infrastruktur
Sehr gut, viele Bike-Shops
Beste Reisezeit
Juni bis September
Livigno entdecken: Natur, Kultur und Geheimtipps im Hochtal
Piccolo Tibet: Das Dorf über den Wolken
Livigno trägt seinen Beinamen "kleines Tibet" nicht ohne Grund. Auf über 1.800 Metern gelegen, umgeben von schneebedeckten Dreitausendern, herrscht hier eine Atmosphäre, die an das Hochland Zentralasiens erinnert. Das langgezogene Tal misst rund 15 Kilometer und reiht sich entlang der Hauptstraße auf, an der sich Holzhäuser, moderne Hotels und unzählige Sportgeschäfte aneinanderreihen.
Wer durch den Ort schlendert, merkt schnell, dass Livigno ein Ort der Bewegung ist. Radfahrer, Läufer und Trailrunner prägen das Straßenbild, und die dünne Höhenluft sorgt dafür, dass viele Spitzensportler hier ihre Höhentrainingslager abhalten. Das milde, trockene Klima und die vielen Sonnentage machen den Aufenthalt selbst im Hochsommer angenehm.
Der Lago di Livigno und die Bergwelt
Das türkisblau schimmernde Wasser des Lago di Livigno ist eines der Wahrzeichen der Region. Der Stausee erstreckt sich am nördlichen Talende und bildet die Grenze zur Schweiz. Eine Umrundung mit dem Rad gehört zu den beliebtesten Erlebnissen und führt vorbei an stillen Buchten, kleinen Kapellen und atemberaubenden Ausblicken auf die umliegenden Gipfel.
Rund um den See ziehen sich Wanderwege und Radrouten durch eine unberührte Natur, in der Murmeltiere pfeifen und Steinböcke über die Felsen klettern. Der angrenzende Nationalpark Stilfserjoch, einer der ältesten Nationalparks Italiens, schützt diese einzigartige alpine Landschaft und bietet Naturerlebnisse abseits des Trubels.
Kulinarik zwischen Italien und Alpentradition
Die Küche Livignos ist ein herrlicher Mix aus italienischer Lebensfreude und rustikaler Bergkost. Das absolute Muss sind die Pizzoccheri, kräftige Buchweizennudeln mit Kohl, Kartoffeln und geschmolzenem Bergkäse – das perfekte Comfort Food nach einer langen Radtour. Dazu gesellen sich deftige Polenta-Gerichte und der lokale Bitto-Käse aus dem Veltlin.
Ein besonderes Schmankerl: Weil Livigno eine zollfreie Zone ist, sind Kaffee, Wein und Spirituosen deutlich günstiger als im übrigen Italien. Viele Einheimische und Gäste nutzen das für einen entspannten Espresso in der Sonne. Wusstest du schon? Der zollfreie Status Livignos existiert bereits seit dem 16. Jahrhundert und wurde eingeführt, weil das abgeschiedene Tal im Winter monatelang von der Außenwelt abgeschnitten war.
Geheimtipps abseits der Hauptstraße
Wer Livigno wirklich verstehen will, sollte die Seitentäler erkunden. Das Val Federia etwa führt in eine stille Almlandschaft, in der die Zeit stillzustehen scheint. Hier kannst du auf einer schattigen Schotterpiste dem Trubel entfliehen und triffst vielleicht nur ein paar grasende Kühe.
Ein weiterer Geheimtipp ist die kleine Kirche Santa Maria, die mit ihren barocken Fresken überrascht, sowie das Mus! – das Museum von Livigno, das die harte Geschichte des Bergdorfes lebendig macht. Nach einem Tag im Sattel lohnt sich außerdem ein Abstecher in die Aquagranda, eines der größten Wellnessbäder der Alpen, in dem müde Radlerbeine wieder zu Kräften kommen.
Warum Livigno ein Paradies für Radfahrer ist
Ein Bike-Eldorado auf allen Ebenen
Livigno gehört zu den wenigen Regionen der Alpen, die wirklich jede Radfahrer-Seele glücklich machen. Egal ob du auf dem Rennrad die berühmten Passhöhen erklimmen, mit dem Gravelbike durch stille Seitentäler rollen oder auf dem Mountainbike waghalsige Trails hinuntersausen willst – hier findest du dein Terrain. Das breite, flache Talzentrum eignet sich perfekt für entspannte Einsteigerrunden, während die Berge ringsum die sportliche Herausforderung liefern.
Die schiere Vielfalt ist beeindruckend: Über 3.000 Höhenmeter Unterschied zwischen Talboden und den umliegenden Gipfeln bedeuten ein nahezu grenzenloses Spielfeld. Dank der Höhenlage ist die Luft dünn, was das Training intensiver macht – nicht ohne Grund kommen Profiteams aus dem Radsport, Triathlon und der Leichtathletik zum Höhentraining nach Livigno.
Der Bikepark Mottolino und Carosello 3000
Für Mountainbiker ist der Bikepark Mottolino das pulsierende Herz Livignos. Bequem per Gondel gelangst du hinauf, um dich anschließend über flowige Lines, anspruchsvolle Downhill-Strecken und technische Trails ins Tal zu stürzen. Die Strecken sind bestens gepflegt und für alle Könnerstufen ausgeschildert – vom sanften Flow Trail für Familien bis zur ruppigen Profistrecke.
Auf der gegenüberliegenden Talseite ergänzt der Carosello 3000 das Angebot mit weiteren Abfahrten und traumhaften Panoramablicken. Zusammen bilden die beiden Gebiete ein weitverzweigtes Trailnetz, das dich tagelang beschäftigen kann. Wer es lieber gemütlich mag, findet auch zahlreiche einfache Panoramawege, die ohne Adrenalinschübe auskommen.
Legendäre Passstraßen für Rennradfahrer
Rennradfahrer schlagen in Livigno das Herz höher: Von hier aus erreichst du gleich mehrere kultige Alpenpässe. Der Passo del Foscagno und der Passo d'Eira gehören zu den klassischen Auffahrten, während der Passo di Forcola die Verbindung zur Schweiz herstellt. Wer richtig ambitioniert ist, kombiniert eine Runde mit dem legendären Stilfserjoch, einem der berühmtesten Anstiege der Radsportgeschichte.
Die gut asphaltierten Straßen, der überschaubare Verkehr und die grandiosen Ausblicke machen jede Fahrt zum Erlebnis. Besonders reizvoll ist, dass du die Anstiege je nach Tagesform und Ehrgeiz variieren kannst – vom entspannten Genusstempo bis zur ambitionierten Bergwertung ist alles möglich.
Landschaft, die süchtig macht
Was Livigno über den reinen Sport hinaus so besonders macht, ist die grandiose Kulisse. Türkisblaue Seen, weite Almwiesen, dichte Lärchenwälder und schroffe Felswände wechseln sich ab und sorgen dafür, dass keine Tour der anderen gleicht. Immer wieder eröffnen sich Panoramen, bei denen du unwillkürlich anhalten und die Aussicht genießen willst.
Die Nähe zum Nationalpark Stilfserjoch garantiert zudem intakte Natur und tierische Begegnungen. Mit etwas Glück beobachtest du Steinböcke, Gämsen oder majestätische Adler. Diese Verbindung aus sportlicher Herausforderung und unberührter Bergwelt macht Livigno zu einem Ort, an den man immer wieder zurückkehrt.
Bikerfreundliche Hotels und Unterkünfte in Livigno
Wir konnten leider kein Hotel finden...
Sie sind Hotelier, oder führen einen Gasthof oder eine Pension und interessieren sich für eine Aufnahme in unser Portal?
oder direkt anrufen
+49 (0)8167-69 63 70
Die schönsten Radtouren rund um Livigno
Umrundung des Lago di Livigno
Diese landschaftlich atemberaubende Tour startet im Ortszentrum von Livigno und führt dich entlang der Hauptstraße nach Norden Richtung Stausee. Nach wenigen Kilometern erreichst du das südliche Ende des Lago di Livigno, dessen türkisfarbenes Wasser sich schier endlos in die Berge zieht. Die Strecke verläuft überwiegend auf gut befahrbaren Asphalt- und Schotterwegen und ist sowohl mit dem Gravelbike als auch mit dem E-MTB bestens machbar.
Der besondere Reiz liegt in der Ruhe: Während der Ortskern belebt ist, wird es am See zunehmend stiller. Du passierst die imposante Staumauer, kleine Buchten und Aussichtspunkte mit Blick auf die Schweizer Grenze. Wer möchte, verlängert die Runde bis zur Grenze am Munt La Schera oder fährt durch den beleuchteten Munt-la-Schera-Tunnel Richtung Ofenpass.
Ideal ist diese Tour für Genussradler und Familien mit älteren Kindern, die Naturerlebnis und moderate Anstrengung suchen. Plane genug Zeit für Fotostopps ein – das Farbenspiel des Sees ist bei Sonnenschein einfach unvergesslich.
Passo di Foscagno und Passo d'Eira Rennrad-Runde
Diese klassische Rennradrunde ist ein Pflichttermin für ambitionierte Fahrer. Vom Zentrum Livignos rollst du zunächst talauswärts Richtung Süden, ehe der Anstieg zum Passo d'Eira (2.208 m) beginnt. Nach der Passhöhe folgt eine flotte Abfahrt, bevor sich die Straße erneut hinaufschraubt zum Passo del Foscagno (2.291 m), dem eigentlichen Tor zum Livigno-Tal.
Die Auffahrten sind gleichmäßig und bestens asphaltiert, mit herrlichen Ausblicken auf die umliegenden Gipfel und das Veltlin. An der Passhöhe des Foscagno befindet sich die Zollstation, ein Relikt der zollfreien Zone. Von hier oben genießt du ein grandioses Bergpanorama, bevor es zurück ins Tal geht.
Diese Runde eignet sich für trainierte Rennradfahrer, die Höhenmeter lieben. Die Kombination beider Pässe ergibt eine anspruchsvolle, aber überaus lohnende Tour. Wer noch mehr will, verbindet sie mit einer Fahrt zum Stilfserjoch für das ultimative Alpenerlebnis.
Val Federia Genusstour
Das idyllische Val Federia ist ein echter Geheimtipp und die perfekte Route für alle, die dem Trubel entfliehen möchten. Vom Ortsteil Florin aus zweigt die Strecke ins Seitental ab und folgt einem sanft ansteigenden Schotterweg entlang eines plätschernden Baches. Die Kulisse aus Almwiesen, Lärchen und schroffen Berggipfeln wirkt wie aus dem Bilderbuch.
Auf dem Weg passierst du traditionelle Almhütten, auf denen im Sommer noch Kühe grasen. Am Talende erwartet dich eine weite Hochebene mit einem grandiosen Blick auf die umliegende Bergwelt. Der überschaubare Höhenunterschied und der gute Wegzustand machen die Tour auch für weniger geübte Radler und Familien mit E-Bikes zugänglich.
Besonders schön ist die Stille dieses Tals – oft begegnest du nur wenigen anderen Menschen. Ein Zwischenstopp auf einer der Almen mit frischer Milch oder Käse rundet das Erlebnis ab. Wer Ruhe und ursprüngliche Natur sucht, wird das Val Federia lieben.
Mottolino Flow Trail Abfahrt
Für Mountainbiker, die den Adrenalinkick suchen, führt kein Weg am Bikepark Mottolino vorbei. Mit der Gondel geht es von der Talstation bequem hinauf auf rund 2.400 Meter. Oben angekommen, öffnet sich ein weitverzweigtes Netz an Abfahrten für alle Könnerstufen – vom sanften Flow Trail bis zur technischen Downhill-Strecke.
Der berühmte Flow Trail schlängelt sich in weiten Kurven, über Wellen und kleine Sprünge ins Tal und ist ein Fest für alle, die das Fließen lieben. Die Strecke ist bestens präpariert und macht sowohl Anfängern als auch Fortgeschrittenen riesigen Spaß. Wer es ruppiger mag, findet zahlreiche schwarze Lines mit Wurzelpassagen und Steinfeldern.
Dank der Gondel kannst du die Abfahrten beliebig oft wiederholen, ohne dich beim Hochfahren zu verausgaben. Schützausrüstung ist Pflicht, Leihräder und geführte Kurse werden vor Ort angeboten. Ein perfekter Tag für alle, die Downhill-Feeling in traumhafter Bergkulisse erleben wollen.
Passo di Forcola in die Schweiz
Diese grenzüberschreitende Tour führt dich vom nördlichen Ende Livignos hinauf zum Passo di Forcola (2.315 m), der die Verbindung zur Schweiz und zum Berninapass herstellt. Der Anstieg beginnt sanft am Talboden und wird zunehmend steiler, während sich das Tal hinter dir immer weiter öffnet.
Die Passstraße ist vergleichsweise ruhig und bietet grandiose Ausblicke auf die Livigno-Alpen. Oben auf der Passhöhe erreichst du die italienisch-schweizerische Grenze, von wo aus sich die Landschaft schlagartig verändert. Wer möchte, verlängert die Tour hinüber zum berühmten Berninapass mit seinen Gletscherblicken.
Diese Route richtet sich an konditionsstarke Rennrad- und Gravelfahrer, die den besonderen Reiz eines Grenzübertritts per Rad genießen möchten. Die Abfahrt zurück nach Livigno ist ein Genuss, und das Gefühl, zwei Länder an einem Tag durchradelt zu haben, ist unbezahlbar.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit zum Radfahren in Livigno?
Die ideale Saison für Radfahrer in Livigno erstreckt sich von Anfang Juni bis Ende September. In diesen Monaten sind die Passstraßen schneefrei und der Bikepark Mottolino sowie das Gebiet Carosello 3000 geöffnet. Aufgrund der Höhenlage kann es aber selbst im Hochsommer kühl werden, weshalb du immer eine wärmende Schicht dabei haben solltest.
Der Juli und August sind am zuverlässigsten, was das Wetter angeht, aber auch am belebtesten. Der Juni und der September belohnen dich mit weniger Trubel und oft strahlend klarer Bergluft. Beachte, dass die höher gelegenen Pässe erst spät im Frühjahr komplett geöffnet werden – vor Anfang Juni kann noch Schnee liegen.
Ist Livigno für Anfänger geeignet?
Absolut! Auch wenn Livigno vor allem für seine anspruchsvollen Pässe und Trails bekannt ist, gibt es reichlich Möglichkeiten für Einsteiger. Der flache Talradweg entlang des Ortszentrums und des Flusses Spöl ist ideal für entspannte Ausfahrten ohne große Anstrengung und auch mit Kindern problemlos machbar.
Im Bikepark Mottolino gibt es zudem eigens ausgewiesene Flow Trails und Übungsstrecken für Anfänger, teilweise begleitet von Fahrtechnikkursen. E-Bikes sind vor Ort weit verbreitet und helfen, auch die längeren Anstiege oder Seitentäler wie das Val Federia mühelos zu bewältigen. So kann jeder in seinem Tempo die Bergwelt genießen.
Kann ich in Livigno Fahrräder ausleihen?
Ja, Livigno verfügt über eine hervorragende Infrastruktur für Radfahrer. Zahlreiche gut sortierte Bike-Shops und Verleihstationen bieten Mountainbikes, E-MTBs, Gravelbikes und Rennräder zur Miete an. Die Auswahl reicht von robusten Downhill-Fullys für den Bikepark bis hin zu leichten Rennmaschinen für die Passjagd.
Viele Verleiher bieten außerdem Schutzausrüstung, Helme und geführte Touren an. Es empfiehlt sich, in der Hochsaison vorab zu reservieren, um das gewünschte Modell zu bekommen. Das Personal ist meist sehr erfahren und hilft dir gerne bei der Auswahl des passenden Rads sowie mit Tipps zu den besten Strecken.
Ist Radfahren mit Hund in Livigno möglich?
Grundsätzlich ist die Region hundefreundlich, und auf vielen Talwegen und ruhigen Schotterpisten kannst du deinen Vierbeiner mitnehmen. Besonders die Seitentäler wie das Val Federia oder Rundwege am Talboden eignen sich gut, da hier wenig Verkehr herrscht und dein Hund nebenherlaufen kann.
Im Bikepark und auf den ausgewiesenen Downhill-Strecken ist das Mitführen von Hunden aus Sicherheitsgründen jedoch nicht gestattet. Achte in der Höhe außerdem auf die Kondition deines Hundes, denn die dünne Luft und die teils langen Distanzen können auch für Tiere anstrengend sein. Ausreichend Wasser und Pausen sind Pflicht.
Wie komme ich am besten nach Livigno?
Livigno liegt recht abgeschieden im äußersten Norden der Lombardei, was Teil seines Charmes ist. Mit dem Auto erreichst du den Ort aus Italien über den Passo del Foscagno oder aus der Schweiz durch den mautpflichtigen Munt-la-Schera-Tunnel. Beide Anfahrten sind landschaftlich spektakulär, verlangen aber etwas Fahrpraxis auf Bergstraßen.
Im Winter kann der Foscagno-Pass wetterbedingt gesperrt sein, dann ist der Tunnel die zuverlässigste Verbindung. Öffentliche Anreise ist möglich, aber aufwendig: Am nächsten liegen die Bahnhöfe Zernez (Schweiz) oder Tirano, von wo aus Busse nach Livigno fahren. Wer sein eigenes Rad mitbringen will, ist mit dem Auto meist am flexibelsten.
Muss ich mich an die Höhenlage gewöhnen?
Da Livigno auf 1.816 Metern liegt und die Touren dich schnell über 2.000 Meter führen, spielt die Höhe durchaus eine Rolle. Die dünnere Luft kann dazu führen, dass du schneller außer Atem gerätst und deine gewohnte Leistung nicht sofort abrufen kannst. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge.
Plane für die ersten ein bis zwei Tage ruhigere Ausfahrten ein, um deinem Körper Zeit zur Akklimatisierung zu geben. Trinke ausreichend, iss kohlenhydratreich und überfordere dich nicht direkt am Anreisetag. Nach kurzer Eingewöhnung profitierst du sogar vom Höhentraining, das viele Profisportler gezielt hierher führt.
Welche Ausrüstung sollte ich mitbringen?
Neben deinem Rad und Helm ist wetterfeste Kleidung das A und O, denn das Bergwetter kann schnell umschlagen. Auch im Sommer solltest du eine Windjacke, Armlinge und leichte Handschuhe dabeihaben, besonders für die schnellen Abfahrten von den Pässen, wo es empfindlich kühl werden kann.
Sonnenschutz ist in der Höhe extrem wichtig, da die UV-Strahlung intensiver ist – Sonnencreme und eine gute Sportbrille gehören ins Gepäck. Für Mountainbiker im Bikepark empfehlen sich Protektoren und ein Fullface-Helm. Ausreichend Wasser, Riegel und ein kleines Reparaturset für unterwegs runden die Ausstattung ab.
Gibt es geführte Radtouren in Livigno?
Ja, in Livigno werden zahlreiche geführte Touren angeboten, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten. Von entspannten E-Bike-Ausflügen für Familien über Gravel-Abenteuer bis hin zu anspruchsvollen Mountainbike-Touren und Fahrtechnikkursen ist alles dabei. Erfahrene lokale Guides kennen die besten und schönsten Strecken.
Gerade wenn du zum ersten Mal in der Region bist, lohnt sich eine geführte Tour, um die versteckten Trails und Panoramaplätze kennenzulernen, die du allein vielleicht nicht finden würdest. Viele Bike-Schulen und Verleiher bieten diese Touren an, oft in kleinen Gruppen. Eine Buchung im Voraus ist besonders in der Hochsaison ratsam.
Ist Livigno auch für Familien mit Kindern geeignet?
Livigno ist ein hervorragendes Ziel für Radfahrfamilien. Der flache, gut ausgebaute Talradweg entlang des Ortes ist autofrei und ideal, um mit Kindern gefahrlos in die Pedale zu treten. Auch die Seitentäler bieten einfache Routen mit geringem Höhenunterschied und viel Natur zum Staunen.
Im Bikepark Mottolino gibt es spezielle Übungsareale und leichte Flow Trails, auf denen Kinder unter Anleitung erste Trail-Erfahrungen sammeln können. Zusätzlich sorgen zahlreiche Freizeitangebote wie das Wellnessbad Aquagranda, Spielplätze und Sommerrodelbahnen dafür, dass auch abseits des Rads keine Langeweile aufkommt. Familien fühlen sich hier rundum gut aufgehoben.
Wie sind die Straßen und Wege beschaffen?
Die Straßeninfrastruktur in Livigno ist ausgezeichnet. Die Passstraßen sind durchweg gut asphaltiert und werden regelmäßig gewartet, was sie für Rennradfahrer sehr attraktiv macht. Der Verkehr hält sich außerhalb der Stoßzeiten in Grenzen, was das Fahren angenehm und sicher gestaltet.
Für Mountainbiker und Gravel-Fans gibt es ein weitverzweigtes Netz aus Schotterpisten, Forstwegen und Singletrails. Die Trails im Bikepark sind professionell angelegt und bestens gepflegt. Ob glatter Asphalt, gerollte Schotterwege oder technische Wurzelpassagen – in Livigno findest du für jeden Radtyp und jedes Können den passenden Untergrund.
Kann ich in Livigno günstig einkaufen und tanken?
Ja, und das ist eine echte Besonderheit! Livigno ist eine zollfreie Zone, was bedeutet, dass viele Waren wie Sprit, Alkohol, Kaffee, Parfüm und Elektronik deutlich günstiger sind als im übrigen Italien oder in den Nachbarländern. Das lockt viele Besucher zusätzlich zum Shoppen an.
Auch für Radfahrer kann das interessant sein, denn Bike-Zubehör und Sportartikel sind hier oft preiswerter zu haben. Beachte jedoch, dass bei der Ausreise gewisse Mengenbegrenzungen für zollfreie Waren gelten. Am Passo del Foscagno gibt es eine Zollstation, an der stichprobenartig kontrolliert wird. Für den Alltagsbedarf während deines Aufenthalts ist der günstige Status aber ein angenehmer Bonus.
Gibt es Einkehrmöglichkeiten entlang der Touren?
Livigno und seine Umgebung bieten reichlich Gelegenheit zur Einkehr. Entlang der Trails und Passstraßen findest du urige Berghütten und Almen, in denen du dich mit regionalen Spezialitäten stärken kannst. Besonders die Pizzoccheri, deftige Buchweizennudeln, sind ein beliebtes Gericht nach anstrengenden Touren.
Im Ort selbst reihen sich Cafés, Bäckereien, Pizzerien und Restaurants aneinander, sodass du nach einer Tour reichlich Auswahl hast. Viele Berghütten am Mottolino und Carosello 3000 haben Sonnenterrassen mit spektakulärer Aussicht, auf denen sich eine wohlverdiente Pause bestens genießen lässt. Denk daran: Bei den zurückgelegten Höhenmetern darf das Essen auch mal deftig ausfallen.