Lessinische Alpen mit dem Rad: Stille Hochplateaus, wilde Schluchten und die Genusspedale Venetiens
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Lessinische Alpen mit dem Rad: Stille Hochplateaus, wilde Schluchten und die Genusspedale Venetiens

Einsame Höhenstraßen, uralte Steinmauern und Almkäse als Belohnung – die Lessinia ist Venetiens bestgehütetes Radgeheimnis.

Radfahren in den Lessinischen Alpen

Über Verona hängt der Duft von Espresso und Amarone, doch nur eine knappe Autostunde nördlich verändert sich die Welt schlagartig. Die Lessinischen Alpen, von den Einheimischen liebevoll Lessinia genannt, breiten sich als grünes Hochplateau aus, das von tiefen Schluchten zerfurcht und von uralten Trockensteinmauern durchzogen ist. Hier oben, wo der venezianische Trubel verstummt, gehört die Straße auf einmal dir – und ein paar neugierigen Kühen.

Es ist eine Landschaft der leisen Töne. Sanft gewellte Weiden wechseln sich mit dunklen Buchenwäldern ab, dazwischen ducken sich malghe, die traditionellen Almhütten, in denen noch immer der berühmte Monte-Veronese-Käse reift. Wer die Serpentinen aus dem Val d'Illasi oder dem Valpolicella-Tal hinaufkurbelt, wird mit einer weiten Ruhe belohnt, die man in den Dolomiten oft vergeblich sucht. Und trotzdem: Bei klarer Sicht grüßen genau jene Dolomitengipfel am Horizont herüber, als wollten sie sagen: Schön hier, oder?

Die Lessinia ist ein Terrain für Radfahrer, die Geschichten mögen. Zwischen Fossilienfundstätten aus einem urzeitlichen Meer, geheimnisvollen Naturbrücken wie dem Ponte di Veja und den kargen Hochflächen um San Giorgio spürt man auf jedem Kilometer, dass diese Berge eine Vergangenheit haben. Rennradfahrer lieben die einsamen, gut asphaltierten Höhenstraßen, Gravel-Fans stürzen sich auf das dichte Netz aus Forst- und Almwegen, und Genussradler pendeln zwischen Weinbergen und Kirschbaumhainen.

Was die Region so charmant macht, ist ihr Understatement. Keine überlaufenen Passstraßen, keine Reihen von Wohnmobilen, dafür Bergdörfer, in denen dich der Wirt noch persönlich nach der Tour fragt. Die Lessinischen Alpen sind kein Ort zum Abhaken – sie sind ein Ort zum Verweilen, Bergaufkeuchen und Runterrollen mit einem Grinsen im Gesicht.

Topografie & Landschaft

Welliges Karst-Hochplateau mit Schluchten

Höhenlage

bis 1.865 m (Cima Trappola)

Geländecharakter

Asphaltstraßen, Alm- und Forstwege

Infrastruktur

Bergdörfer, Almhütten, Rifugi

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Navigation

Zwischen Fossilien, Almkäse und Schluchten: Was die Lessinischen Alpen so besonders macht

Ein Hochplateau wie aus einer anderen Zeit

Die Lessinia gehört zu den sogenannten Voralpen, doch das täuscht über ihren eigenwilligen Charakter hinweg. Statt schroffer Felstürme erwarten dich sanft ansteigende Grasflächen, die sich bis auf über 1.800 Meter hinaufziehen. Diese Weite ist ungewöhnlich für die Region – man fühlt sich eher an schottische Highlands erinnert als an das mediterrane Italien, das nur wenige Kilometer entfernt beginnt.

Durchzogen wird das Plateau von Hunderten Kilometern Trockensteinmauern, den marogne, die über Generationen von Bauern aufgeschichtet wurden. Sie erzählen von einer harten Landwirtschaft in Höhenlagen, in denen der Winter lang und der Boden karg ist. Wer hier radelt, fährt buchstäblich durch ein Freilichtmuseum bäuerlicher Baukunst – und sollte ruhig ab und zu absteigen, um die kunstvoll gefügten Steine zu bestaunen.

Ponte di Veja und die Zeugen der Urzeit

Zu den spektakulärsten Naturdenkmälern zählt der Ponte di Veja, eine gewaltige natürliche Felsbrücke, die als Überrest einer eingestürzten Höhle entstand. Mit fast 50 Metern Spannweite ist sie ein Fotomotiv, das man so schnell nicht vergisst – und angeblich diente sie schon Andrea Mantegna als Inspiration für seine Fresken.

Die Lessinia ist außerdem ein Paradies für Fossilienfans. In der Fundstätte Bolca wurden versteinerte Fische und Pflanzen von Weltrang geborgen, die belegen, dass dieses Hochland vor rund 50 Millionen Jahren ein tropisches Meer war. Das kleine Museum vor Ort ist ein perfekter Regentag-Zwischenstopp, wenn die Wolken mal tief hängen.

Käse, Kirschen und ein Schuss Amarone

Kulinarisch spielt die Lessinia in einer eigenen Liga. Der Monte Veronese DOP reift in den Almkellern und schmeckt je nach Reifegrad mild-cremig oder würzig-kräftig. Dazu kommt eine überraschende Vielfalt: In den unteren Lagen gedeihen die berühmten Kirschen von Marostica und Umgebung, während im angrenzenden Valpolicella die schweren Amarone-Weine gekeltert werden.

Wusstest du schon, dass in der Lessinia bis heute eine kleine deutschsprachige Minderheit lebt? Die Zimbern siedelten sich vor Jahrhunderten hier an, und in Dörfern wie Giazza wird ihr altertümlicher Dialekt gepflegt. Wer dort einkehrt, radelt also nicht nur durch italienische, sondern auch durch ein Stück versteckte mitteleuropäische Kulturgeschichte.

Land und Leute abseits des Trubels

Die Menschen hier sind bodenständig und herzlich, ohne aufdringlich zu sein. In den Bergdörfern um Bosco Chiesanuova, Erbezzo oder San Giorgio geht es ruhig zu, und genau das ist der Reiz. Ein Cappuccino an der Bar des Ortes, ein kurzer Plausch über das Wetter, dann geht es wieder in die Pedale.

Ein echter Geheimtipp ist die Valle delle Sfingi, das Tal der Sphinxen, in dem die Erosion bizarre Felstürme geformt hat. Es liegt abseits der Hauptrouten, und wer hierher findet, hat den Ort meist ganz für sich allein – abgesehen vom Wind, der durch die Grasflächen streicht.

Warum die Lessinischen Alpen ein Radparadies mit Charakter sind

Einsamkeit auf perfektem Asphalt

Was Rennradfahrer an der Lessinia lieben, ist die Kombination aus ruhigen Straßen und ordentlichem Belag. Die Auffahrten aus den Tälern von Illasi, Squaranto oder Fumane sind lange, gleichmäßige Anstiege, auf denen du deinen Rhythmus finden kannst, ohne alle zwei Minuten von Autos überholt zu werden. Der Verkehr konzentriert sich auf wenige Hauptdörfer, dazwischen herrscht oft eine fast andächtige Stille.

Die Höhenmeter sind respektabel: Von Verona auf rund 1.500 Meter hinauf sammelst du auf einer Tour schnell über 1.500 Höhenmeter. Die Steigungen sind dabei meist fair, mit Passagen zwischen fünf und neun Prozent, die dich fordern, aber selten brechen. Genau diese Mischung macht die Lessinia zu einem idealen Trainingsrevier für ambitionierte Rennradler.

Gravel-Eldorado auf dem Plateau

Oben auf dem Hochplateau beginnt das Reich der Schotterfans. Ein dichtes Netz aus Forststraßen, Almwegen und alten Verbindungspfaden zieht sich zwischen den malghe hindurch. Hier kannst du stundenlang unterwegs sein, ohne asphaltierte Straßen zu berühren – vorbei an Weiden, durch lichte Buchenwälder und über offene Kämme mit weitem Blick.

Besonders reizvoll ist, dass sich Gravel- und Asphaltrouten problemlos kombinieren lassen. Du kurbelst über eine ruhige Höhenstraße hinauf, biegst auf eine Schotterpiste ab und rollst später auf Asphalt ins Tal zurück. Für Bikepacker ist die Lessinia ein Geheimtipp: Die überschaubare Größe und die Almhütten als Einkehr machen mehrtägige Touren angenehm planbar.

Für wen sich die Region eignet

Die Lessinia ist erstaunlich vielseitig. Rennradfahrer finden fordernde Anstiege und lange Höhenpassagen, Gravel-Biker ein weitverzweigtes Wegenetz, und Genussradler können in den unteren Lagen zwischen Weinbergen und Obsthainen gemütlich unterwegs sein. E-Bike-Fahrer profitieren enorm, denn die langen Anstiege lassen sich mit Motorunterstützung in reines Vergnügen verwandeln.

Familien und Einsteiger halten sich am besten an die Talradwege und die weniger steilen Plateauabschnitte, während Bergziegen ihre Freude an den Serpentinen haben. Wichtig zu wissen: Ein reines Anfängergebiet ist die Lessinia nicht – wer nach oben will, muss treten. Aber die Belohnung in Form von Aussicht und Käse ist die Mühe wert.

Aussichten, die im Kopf bleiben

Der Lohn der Höhenmeter sind Panoramen, die man nicht erwartet. Vom Monte Tomba oder den Kämmen um Malga San Giorgio schweift der Blick an klaren Tagen bis zu den Dolomiten, zum Gardasee-Umland und über die weite Poebene hinweg. Bei Sonnenuntergang glüht das Gras golden, und die Trockensteinmauern werfen lange Schatten.

Der Nationalpark der Lessinischen Alpen schützt diese besondere Landschaft und sorgt dafür, dass sie ihren ursprünglichen Charakter behält. Auf dem Rad erschließt sich diese Weite auf ideale Weise – schnell genug, um viel zu sehen, langsam genug, um alles zu spüren.

Wohlfühlbasis auf zwei Rädern: Unterkünfte in den Lessinischen Alpen

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Unsere schönsten Radtouren durch die Lessinischen Alpen

Verona – Bosco Chiesanuova – San Giorgio (Klassiker-Auffahrt)

Diese Tour ist der Einstieg in die Höhen der Lessinia und startet direkt am Rand von Verona. Über Grezzana und das Val Pantena rollst du zunächst durch Weinberge und Olivenhaine, bevor die Straße bei Stallavena spürbar zu steigen beginnt. Der Anstieg nach Bosco Chiesanuova ist der große Prüfstein: rund 20 Kilometer stetiges Klettern mit Passagen um sechs bis acht Prozent.

In Bosco Chiesanuova, dem Hauptort des Hochlands, lohnt sich eine Pause an der Piazza. Von hier geht es weiter zur Malga San Giorgio auf rund 1.500 Metern, wo im Winter ein kleines Skigebiet, im Sommer aber wunderbare Ruhe herrscht. Der Blick über das Plateau ist grandios, und mit etwas Glück siehst du die Dolomiten am Horizont.

Die Abfahrt zurück ins Tal ist ein Genuss – lange, gut einsehbare Kurven, auf denen du das erkämpfte Höhenprofil in Fahrtwind umsetzt. Für ambitionierte Rennradler ein Muss, für E-Biker eine entspannte Panoramarunde. Rechne mit rund 55 Kilometern und über 1.400 Höhenmetern.

Runde zum Ponte di Veja und durch das Valpolicella

Diese Rundtour verbindet Natur und Wein und startet idealerweise in Fumane im Valpolicella. Zunächst kurbelst du durch das Weinbaugebiet hinauf Richtung Sant'Anna d'Alfaedo, wobei du dich mit jedem Kilometer weiter aus dem mediterranen Tal in die kühleren Höhen schraubst.

Das Highlight ist die natürliche Felsbrücke Ponte di Veja, ein beeindruckendes geologisches Denkmal, das man vom Sattel aus in wenigen Minuten zu Fuß erreicht. Hier lohnt sich eine ausgiebige Pause – die Wucht dieser Steinbrücke wirkt auf jedem Foto kleiner, als sie in echt ist.

Auf dem Rückweg führt die Route über ruhige Nebenstraßen zurück ins Valpolicella, wo eine Einkehr in einer Weinkellerei den perfekten Abschluss bildet. Ein alkoholfreies Getränk vor dem letzten Abschnitt ist allerdings die vernünftigere Wahl. Die Runde umfasst etwa 45 Kilometer und rund 900 Höhenmeter und eignet sich gut für Genuss- und E-Bike-Fahrer.

Gravel-Traverse über das Plateau nach Giazza

Für Schotterfans ist diese Traverse ein Erlebnis. Start ist in Bosco Chiesanuova, von wo du über Forst- und Almwege in Richtung der Hochweiden aufbrichst. Der Weg führt vorbei an zahlreichen malghe, an denen im Sommer noch Käse produziert wird – ein spontaner Einkauf am Hüttenfenster ist ausdrücklich erwünscht.

Über offene Kämme und durch lichte Buchenwälder rollst du in Richtung des zimbrischen Dorfes Giazza im Val d'Illasi. Dieses Dorf ist ein kultureller Schatz: Hier wird noch die altertümliche zimbrische Sprache gepflegt, und das kleine Museum erzählt von den deutschsprachigen Siedlern der Region.

Die Strecke ist technisch nicht extrem anspruchsvoll, verlangt aber Kondition und ein robustes Gravel-Setup. Mit rund 50 Kilometern und 1.100 Höhenmetern ist sie eine ausgewachsene Tagestour für erfahrene Schotterfahrer, die Einsamkeit und Kultur gleichermaßen suchen.

Auffahrt nach Bolca zu den Fossilien

Diese Tour verbindet Sport und Wissenschaft. Startpunkt ist Vestenanova oder das untere Val d'Alpone, von wo aus die Straße stetig nach Bolca hinaufführt. Der Anstieg ist gleichmäßig und gut fahrbar, ideal für Rennradfahrer, die einen konstanten Rhythmus schätzen.

Das Ziel ist die weltberühmte Fossilienfundstätte Bolca mit ihrem Museum, in dem versteinerte Fische und Pflanzen aus einem 50 Millionen Jahre alten Tropenmeer ausgestellt sind. Es ist ein wunderbarer Kontrast: Erst schwitzt du dich den Berg hinauf, dann tauchst du gedanklich in eine urzeitliche Unterwasserwelt ein.

Die Umgebung von Bolca bietet zudem schöne Ausblicke über die östlichen Ausläufer der Lessinia. Auf dem Rückweg kannst du die gewonnene Höhe in einer schwungvollen Abfahrt genießen. Die Runde umfasst rund 40 Kilometer und etwa 800 Höhenmeter und passt gut für einen halben Tag mit Kulturstopp.

Große Lessinia-Königsetappe über Malga San Giorgio und Corno d'Aquilio

Wer die Lessinia in ihrer ganzen Breite erfahren will, nimmt diese anspruchsvolle Königsetappe unter die Räder. Von Verona aus geht es über das Val Pantena hinauf nach Bosco Chiesanuova und weiter zur Malga San Giorgio. Von dort führt die Höhenstraße über das gesamte Plateau in Richtung Sant'Anna d'Alfaedo und zum Aufstiegsbereich des Corno d'Aquilio.

Diese Region gilt als eine der schönsten der Lessinia. Hier findest du die berühmte Spluga della Preta, eine der tiefsten Höhlen Italiens, und weite Grasflächen, die den Blick bis zu den Dolomiten freigeben. Die Höhe von über 1.500 Metern sorgt selbst im Hochsommer für angenehm kühle Luft.

Die Rückfahrt kann über das Val d'Illasi oder das Valpolicella erfolgen und macht die Tour zu einer echten Rundfahrt durch das Herz des Nationalparks. Mit rund 90 Kilometern und über 2.000 Höhenmetern ist dies eine Etappe für gut trainierte Rennradler oder E-Biker mit ausreichend Akku. Belohnt wirst du mit dem vollen Programm der Lessinia: Weinberge, Almen, Fossilienland und endlose Aussichten.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Radfahren in den Lessinischen Alpen?

Die ideale Saison reicht von Mai bis Oktober. Im Frühsommer blühen die Hochweiden auf und die Temperaturen sind angenehm, während die Täler bereits mediterran warm sind. Der Hochsommer bietet auf dem Plateau angenehme Kühle, wenn es in Verona drückend heiß wird – ein echter Vorteil der Höhenlage.

Der Herbst ist besonders reizvoll, weil sich die Buchenwälder golden färben und die Weinlese im Valpolicella läuft. In den Monaten November bis April kann in den Höhenlagen Schnee liegen, weshalb die oberen Straßen dann oft nicht befahrbar sind. Wer im Winter kommt, konzentriert sich auf die tieferen Talrouten rund um Verona.

Ist die Region für Rennrad oder Gravel besser geeignet?

Die gute Nachricht: für beides hervorragend. Rennradfahrer finden lange, gut asphaltierte Anstiege aus den Tälern und ruhige Höhenstraßen mit wenig Verkehr, die ideale Bedingungen für Trainingsfahrten und Genussrunden bieten.

Gravel-Fahrer wiederum kommen auf dem Hochplateau voll auf ihre Kosten, wo ein dichtes Netz aus Forst- und Almwegen wartet. Viele Radler kombinieren beides: Asphalt für die Auffahrt, Schotter für die Erkundung der Weiden. Ein robustes Gravel-Rad mit etwas breiteren Reifen ist auf dem Plateau die vielseitigste Wahl.

Wie anspruchsvoll sind die Touren?

Die Lessinia ist kein flaches Genussrevier – wer die schönsten Aussichten will, muss klettern. Von den Tälern auf rund 100 Metern geht es hinauf auf über 1.500 Meter, sodass auf einer Tagestour schnell 1.000 bis 2.000 Höhenmeter zusammenkommen.

Die Steigungen sind allerdings meist fair und gleichmäßig, mit Passagen zwischen fünf und neun Prozent. Für sportliche Radler sind das ideale Bedingungen, für Einsteiger empfiehlt sich der Umstieg aufs E-Bike oder die Konzentration auf die weniger steilen Talrouten. Wichtig ist eine gute Grundfitness, wenn man das Plateau erreichen möchte.

Eignet sich die Region auch für E-Bikes?

Absolut, die Lessinia ist wie geschaffen fürs E-Bike. Die langen Anstiege, die manch ambitionierten Rennradler ins Schwitzen bringen, werden mit Motorunterstützung zu purem Panoramavergnügen. So erreichst du auch als weniger trainierter Radler die schönsten Aussichtspunkte auf dem Hochplateau.

Zu beachten ist die Reichweite: Auf den langen Höhentouren solltest du den Akkuverbrauch im Auge behalten und die Route entsprechend planen. In den Bergdörfern wie Bosco Chiesanuova gibt es Einkehrmöglichkeiten, wo man teilweise nachladen kann. Ein zweiter Akku bei größeren Touren schadet nie.

Kann ich mit Kindern in den Lessinischen Alpen radeln?

Mit Kindern eignen sich vor allem die flacheren Abschnitte auf dem Plateau und die Talradwege am besten. Die großen Anstiege aus den Tälern sind für Familien mit kleineren Kindern eher ungeeignet, da die Distanzen und Höhenmeter herausfordernd sind.

Wer mit dem Auto direkt nach Bosco Chiesanuova oder in die Höhenlagen fährt, kann von dort aus schöne, weniger steile Rundtouren über das Plateau unternehmen. Die Almwege sind ruhig und autofrei, und Zwischenstopps an den Almhütten mit frischem Käse motivieren auch den Nachwuchs. E-Bikes für ältere Kinder oder Anhänger für die Kleinen erleichtern die Sache erheblich.

Darf ich meinen Hund mitnehmen?

Auf den ruhigen Höhenstraßen und Almwegen ist ein Hund grundsätzlich gut aufgehoben, da hier wenig Verkehr herrscht. Auf den langen Auffahrten mit dem Rad selbst wird es für den Vierbeiner allerdings schnell zu weit – lange Distanzen zu Fuß neben dem Rad sind belastend.

Praktikabler ist es, mit dem Auto in die Höhenlagen zu fahren und von dort kürzere Runden zu drehen, bei denen der Hund mitlaufen kann. Beachte, dass auf den Almweiden Kühe und teilweise Herdenschutz vorhanden sein können, weshalb der Hund an der Leine bleiben sollte. Wasser für den Vierbeiner solltest du im Sommer immer dabeihaben.

Wie komme ich am besten in die Region?

Der natürliche Ausgangspunkt ist Verona, das über einen internationalen Flughafen sowie sehr gute Bahn- und Autobahnverbindungen verfügt. Von Verona aus erreichst du die Täler der Lessinia in 30 bis 60 Minuten mit dem Auto.

Wer mit dem Rad anreisen möchte, kann direkt von Verona aus in die Höhen starten – das ist zugleich schon der erste Anstieg. Öffentliche Busse fahren in die größeren Bergdörfer, sind aber nicht sehr dicht getaktet, sodass ein Mietwagen oder das eigene Auto für flexible Touren meist die bessere Wahl sind.

Gibt es unterwegs genug Einkehrmöglichkeiten?

In den Bergdörfern wie Bosco Chiesanuova, Erbezzo, Sant'Anna d'Alfaedo und San Giorgio findest du Bars, Trattorien und Rifugi, die klassische lokale Küche servieren. Der berühmte Monte-Veronese-Käse und deftige Bergspezialitäten sorgen für die nötige Energie.

Auf dem Hochplateau selbst sind die malghe die charmantesten Stopps – manche verkaufen direkt frischen Käse und einfache Snacks. Allerdings liegen sie oft weit auseinander, weshalb du auf längeren Etappen ausreichend Verpflegung und Wasser mitnehmen solltest. In der Nebensaison haben nicht alle Hütten geöffnet.

Wie ist der Verkehr auf den Straßen?

Ein großer Pluspunkt der Lessinia ist der geringe Verkehr. Auf den Höhenstraßen und in den kleinen Tälern begegnen dir oft nur wenige Autos, was das Radfahren sehr entspannt macht. Der Verkehr konzentriert sich auf die Hauptdörfer und die Zufahrtsstraßen zu Wochenendausflugszielen.

An sonnigen Sommerwochenenden kann es rund um beliebte Ausflugsziele wie den Ponte di Veja oder die Malga San Giorgio etwas voller werden. Wer den Trubel meiden möchte, fährt unter der Woche oder startet früh am Morgen. Insgesamt gehört die Region zu den ruhigsten Radrevieren im Umkreis von Verona.

Brauche ich eine besondere Ausrüstung?

Für die asphaltierten Höhentouren reicht ein gut übersetztes Rennrad mit einer bergtauglichen Kassette, denn die langen Anstiege verlangen kleine Gänge. Für das Plateau und die Almwege empfiehlt sich ein Gravel- oder Mountainbike mit etwas breiteren Reifen.

Wichtig ist wetterfeste Kleidung: Auf über 1.500 Metern kann es selbst im Sommer kühl und windig werden, und das Wetter schlägt manchmal schnell um. Eine leichte Windjacke, Ersatzschlauch, ausreichend Wasser und Sonnenschutz gehören ins Gepäck. Für die einsameren Gravel-Touren ist ein GPS-Gerät oder eine Navi-App sehr hilfreich.

Sind die Gravel-Wege gut befahrbar und markiert?

Die Forst- und Almwege auf dem Plateau sind größtenteils gut befahrbar, wobei die Qualität von festem Schotter bis zu gröberen Passagen reicht. Ein robustes Rad und etwas Fahrpraxis auf unbefestigtem Untergrund sind von Vorteil.

Eine durchgängige Radbeschilderung wie in klassischen Radregionen gibt es nicht überall, weshalb die Navigation per GPS-Track die zuverlässigste Methode ist. Es lohnt sich, die Route vorab herunterzuladen, da das Mobilfunknetz in den entlegeneren Ecken des Nationalparks nicht immer stabil ist. Wanderwegweiser können bei der Orientierung zusätzlich helfen.

Kann ich Touren in den Lessinischen Alpen mit dem Gardasee kombinieren?

Ja, das bietet sich sogar an, denn der Gardasee liegt nur eine gute Autostunde westlich. Viele Radreisende kombinieren die intensiven, mediterranen Anstiege am Ostufer des Gardasees mit den ruhigen Höhenrunden der Lessinia für abwechslungsreiche Ferien.

Verona ist dabei der ideale Dreh- und Angelpunkt, von dem aus beide Regionen gut erreichbar sind. Während der Gardasee für spektakuläre Uferstraßen und mehr Trubel steht, bietet die Lessinia die stille, ursprüngliche Gegenwelt. Diese Kombination gibt dir das ganze Spektrum des venetischen Radfahrens von mediterran bis alpin.

Gibt es geführte Touren oder Verleihstationen?

In Verona und einigen der größeren Orte findest du Radverleiher, die sowohl Rennräder als auch Gravel- und E-Bikes anbieten. Auch geführte Touren werden von lokalen Anbietern organisiert, was besonders für Neulinge in der Region sinnvoll ist, um die schönsten Routen und Geheimtipps kennenzulernen.

Die Auswahl ist allerdings kleiner als in großen Tourismuszentren, weshalb sich eine vorherige Reservierung empfiehlt, gerade in der Hauptsaison. Wer flexibel bleiben und die Region auf eigene Faust erkunden möchte, plant seine Touren am besten mit GPS-Tracks und einem eigenen oder gemieteten Rad.

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