Radfahren in den Lechtaler Alpen: Wo der Lech die Melodie vorgibt
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Radfahren in den Lechtaler Alpen: Wo der Lech die Melodie vorgibt

Türkisgrünes Flusswasser, stille Bergstraßen und Kalkgipfel, die dich zum Staunen bringen – hier findet dein Rad seine schönste Spur.

Radfahren in den Lechtaler Alpen

Es gibt Regionen, die sich beim ersten Tritt in die Pedale sofort ins Herz fahren – die Lechtaler Alpen gehören zweifellos dazu. Hier, im Herzen Tirols, wo der junge Lech noch türkisgrün und ungezähmt durch weite Kiesbänke mäandert, öffnet sich vor dir eine Bergwelt, die zugleich wild und einladend ist. Zackige Kalkgipfel ragen über dunkle Nadelwälder, und dazwischen zieht sich ein Talboden entlang, der wie geschaffen scheint für lange, genussvolle Radtage.

Die Lechtaler Alpen sind der größte zusammenhängende Gebirgszug der Nördlichen Kalkalpen – und dennoch ein echter Geheimtipp geblieben. Während anderswo die Radwege überlaufen sind, hast du hier oft nur das Rauschen des Flusses, das Läuten einer fernen Kuhglocke und den Wind in den Ohren. Der Lechradweg begleitet dich sanft durchs Tal, während ambitionierte Bergradler in den Seitentälern und auf legendären Passstraßen ihre Grenzen austesten dürfen.

Was diese Region so besonders macht, ist ihre Ehrlichkeit. Die Dörfer entlang des Lechs – von Steeg über Elbigenalp bis nach Häselgehr – haben sich ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Holzschindeln, blühende Balkone, kleine Kapellen am Wegesrand. Und immer wieder dieser Blick nach oben, wo die Freispitze und die Parseierspitze, der höchste Gipfel der Region, majestätisch in den Himmel stechen.

Ob du auf dem E-Bike gemütlich von Hütte zu Hütte rollst, mit dem Gravelbike die Schotterwege der Seitentäler erkundest oder dich mit dem Rennrad über den Hahntennjoch quälst – die Lechtaler Alpen belohnen jede Anstrengung mit Ausblicken, die man nicht mehr vergisst. Pack dein Rad, füll die Trinkflasche und lass dich vom Lech leiten. Er kennt die schönsten Wege.

Topografie & Landschaft

Alpines Fluss- und Gebirgstal

Höhenlage

bis 3.036 m (Parseierspitze)

Geländecharakter

Asphalt, Schotter, Bergstraßen

Infrastruktur

Gut ausgebaut, radlerfreundlich

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Navigation

Highlights der Lechtaler Alpen: Natur, Kultur & Geheimtipps

Der wilde Lech – Tirols letzter Naturfluss

Der Lech ist die Seele dieser Region, und das merkst du bei jeder Kurbelumdrehung. Als einer der letzten frei fließenden Wildflüsse der Alpen hat er sich seinen ungezähmten Charakter bewahrt – mit breiten Kiesbänken, verzweigten Flussarmen und diesem unverwechselbaren türkisgrünen Schimmer, der von Gletscherwasser und Kalkstein stammt. Der gesamte Verlauf ist Teil des Naturparks Tiroler Lech, einem der wertvollsten Schutzgebiete des Landes.

Wer hier mit dem Rad unterwegs ist, erlebt eine seltene Ruhe. Am Ufer nisten seltene Vögel wie der Flussuferläufer, und mit etwas Glück entdeckst du sogar die Deutsche Tamariske, eine Pflanze, die es fast nur noch hier gibt. Ein perfekter Ort für eine Pause: Beine baumeln lassen, den kühlen Fluss beobachten und einfach durchatmen. Wusstest du schon? Der Lech gilt als einer der wenigen Alpenflüsse, der noch nahezu vollständig unverbaut fließt – ein echtes Naturwunder.

Dörfer mit Charakter und Geschichte

Die Orte entlang des Lechtals sind kein museales Freilichtensemble, sondern lebendige Bergdörfer mit langer Tradition. In Elbigenalp, dem Hauptort, lohnt sich ein Halt an der berühmten Schnitzschule, die seit Generationen Holzbildhauer ausbildet. Die kunstvollen Werke findest du überall in der Region – an Häuserfassaden, in Kapellen und auf kleinen Wegkreuzen.

Weiter talaufwärts erzählen Steeg und Holzgau von der Zeit der Säumer und Handelswege. Holzgau beeindruckt mit prächtig bemalten Bürgerhäusern, deren farbenfrohe Lüftlmalereien vom einstigen Wohlstand der Fernhändler zeugen. Ein Spaziergang durch diese Gassen fühlt sich an wie eine kleine Zeitreise – und die Einkehr in einem der urigen Gasthöfe rundet den Radtag perfekt ab.

Kulinarik: Bodenständig und ehrlich

Nach einer langen Etappe schmeckt in den Lechtaler Alpen alles doppelt gut. Die Küche ist bodenständig, herzhaft und regional geprägt. Klassiker wie Tiroler Gröstl, Kaspressknödel oder ein cremiger Kaiserschmarrn stehen auf fast jeder Almhütte auf der Karte. Dazu ein Glas frische Buttermilch oder ein alkoholfreies Radler – Genuss pur.

Ein besonderer Geheimtipp sind die kleinen Almen abseits der Hauptrouten, wo du selbstgemachten Bergkäse direkt vom Sennerhof bekommst. Der reift hier oben in der klaren Luft und schmeckt herzhaft-würzig wie nirgendwo sonst. Frag ruhig nach – die Sennerinnen und Sennen erzählen gern von ihrer Arbeit und lassen dich probieren.

Die Hängebrücke von Holzgau

Ein absolutes Highlight, das man gesehen haben muss: die Holzgauer Hängebrücke. Mit rund 200 Metern Länge und knapp 110 Metern Höhe über dem Höhenbachtal ist sie die längste Fußgänger-Hängebrücke Tirols. Auch wenn du dein Rad hier abstellen musst – der kurze Fußweg lohnt sich absolut.

Wer schwindelfrei ist, wird mit einem grandiosen Panoramablick belohnt. Unter dir rauscht der Wildbach, ringsum türmen sich die Berge, und der leichte Schwung der Brücke sorgt für ein Kribbeln im Bauch. Ein perfekter Abstecher für alle, die ihren Radtag mit einem kleinen Adrenalinschub würzen möchten.

Warum die Lechtaler Alpen ein Radfahr-Paradies sind

Der Lechradweg – Genuss von Quelle bis Talende

Das Herzstück des Radfahrens in den Lechtaler Alpen ist zweifellos der Lechradweg. Er begleitet den Fluss von seinem Ursprung am Formarinsee in Vorarlberg über Warth und Lech am Arlberg hinab ins Tiroler Lechtal. Auf tirolerischem Boden verläuft er weitgehend flach und familienfreundlich – ideal für Genussradler, die die Landschaft genießen wollen, ohne sich zu verausgaben.

Das Besondere: Der Weg führt fast durchgehend nah am Wasser entlang, mal auf feinem Asphalt, mal auf gut fahrbaren Schotterpassagen. Immer wieder öffnen sich Blicke auf die verzweigten Flussarme und die Kalkgipfel im Hintergrund. Wer mag, teilt die Strecke in gemütliche Etappen und übernachtet in den charmanten Dörfern entlang der Route.

E-Bike-Paradies mit sanften Anstiegen

Die Lechtaler Alpen haben sich in den letzten Jahren zu einer echten E-Bike-Region entwickelt. Zahlreiche Verleihstationen, Ladepunkte in Gasthöfen und ein gut ausgebautes Wegenetz machen es leicht, auch die höher gelegenen Almen und Seitentäler zu erreichen. Mit dem Rückenwind aus dem Akku werden selbst knackige Anstiege zum Vergnügen.

Gerade für Familien oder Einsteiger eröffnet das E-Bike völlig neue Möglichkeiten. Plötzlich sind Ziele erreichbar, die früher nur den Bergsportlern vorbehalten waren. Und das Beste: Oben angekommen, wartet oft eine urige Alm mit Sonnenterrasse und Bergpanorama als Belohnung.

Rennrad-Herausforderungen für Ambitionierte

Wer die sportliche Herausforderung sucht, wird in den Lechtaler Alpen fündig. Das legendäre Hahntennjoch, das das Lechtal mit dem Inntal verbindet, ist ein Klassiker unter den Rennradlern. Auf gut 1.894 Metern Höhe belohnt der Pass mit einer atemberaubenden Bergkulisse und einer rasanten Abfahrt.

Auch der Weg über den Flexenpass und den Arlberg lockt geübte Radler. Die Steigungen sind ehrlich, die Serpentinen fordernd, doch die Aussicht auf die schroffen Kalkwände entschädigt für jeden Tropfen Schweiß. Wichtig: Diese Strecken sind eher wenig befahren, aber dennoch sollte man auf den motorisierten Verkehr achten, gerade an schönen Wochenenden.

Gravel & Mountainbike in den Seitentälern

Abseits des Talbodens locken die stillen Seitentäler mit Schotterwegen und Almstraßen, die wie gemacht sind für Gravel- und Mountainbikes. Das Höhenbachtal bei Holzgau oder das Bschlaber Tal bieten einsame Naturerlebnisse, wo du oft stundenlang keiner Menschenseele begegnest.

Die Wegequalität ist überwiegend gut, mal grober Schotter, mal feiner Waldboden. Für Mountainbiker gibt es zudem anspruchsvollere Trails und Forststraßen, die hinauf zu Almen und Aussichtspunkten führen. Hier zählt nicht die Geschwindigkeit, sondern das Eintauchen in eine unberührte Bergwelt fernab des Trubels.

Radlerfreundliche Unterkünfte im Lechtal

Die schönsten Radtouren durch die Lechtaler Alpen

Lechradweg von Steeg nach Weißenbach

Diese genussvolle Taletappe ist der perfekte Einstieg in die Radwelt der Lechtaler Alpen. Vom idyllischen Bergdorf Steeg aus rollst du auf dem gut ausgebauten Lechradweg immer entlang des türkisgrünen Flusses talabwärts. Die Strecke verläuft weitgehend flach und ist damit ideal für Familien, Genussradler und E-Biker.

Unterwegs passierst du charmante Orte wie Holzgau mit seinen prächtigen Lüftlmalereien und Elbigenalp, wo sich ein Halt an der berühmten Schnitzschule lohnt. Immer wieder öffnen sich weite Blicke auf die Kiesbänke des Lechs und die aufragenden Kalkgipfel. Ein kurzer Abstecher zur Holzgauer Hängebrücke ist absolut empfehlenswert.

Nach rund 25 Kilometern erreichst du Weißenbach am Lech, wo zahlreiche Gasthöfe zur verdienten Einkehr laden. Wer möchte, verlängert die Tour weiter Richtung Reutte. Die Etappe eignet sich hervorragend als entspannter Tagesausflug mit vielen Fotostopps.

Hahntennjoch – Der Rennrad-Klassiker

Für ambitionierte Rennradler ist das Hahntennjoch das absolute Muss. Der Anstieg beginnt in Elmen im Lechtal und führt über rund 15 Kilometer und etwa 1.000 Höhenmeter hinauf zur Passhöhe auf 1.894 Metern. Die Straße windet sich in eleganten Serpentinen durch felsiges Gelände und bietet ständig wechselnde Perspektiven auf die schroffe Bergwelt.

Die Steigung ist ehrlich und fordernd, mit Rampen von bis zu zehn Prozent. Doch mit jedem Höhenmeter wächst die Aussicht, und oben angekommen breitet sich ein grandioses Panorama der Lechtaler und Ötztaler Alpen aus. Ein kurzer Rückblick ins Tal und der Blick hinüber Richtung Imst machen jede Anstrengung wett.

Die anschließende Abfahrt hinab nach Imst ins Inntal ist rasant und ein wahrer Genuss. Wichtig: Die Passstraße ist relativ schmal, deshalb solltest du gerade an sonnigen Wochenenden auf Motorradfahrer und Autos achten. Eine Tour für konditionsstarke Radler mit Sinn für Bergabenteuer.

E-Bike-Tour ins Höhenbachtal bei Holzgau

Diese abwechslungsreiche E-Bike-Tour startet im schmucken Dorf Holzgau und führt dich in das wildromantische Höhenbachtal. Nach der obligatorischen Begehung der beeindruckenden Hängebrücke folgst du der Almstraße, die sich sanft ansteigend durch dichten Wald und über offene Almwiesen schlängelt.

Der Höhenbach begleitet dich mit seinem Rauschen, und immer wieder tauchen kleine Wasserfälle und Gumpen auf. Mit dem elektrischen Rückenwind meisterst du die Anstiege spielend und kannst dich ganz auf die Naturkulisse konzentrieren. Ziel ist die Simmshütte, wo eine deftige Brotzeit und ein herrlicher Bergblick auf dich warten.

Die Tour eignet sich hervorragend für Familien und Genussradler, die gern mit dem E-Bike in höhere Regionen vordringen. Für den Rückweg wählst du dieselbe Strecke und genießt die entspannte Abfahrt zurück nach Holzgau. Ein perfekter Halbtagesausflug mit Naturerlebnis-Garantie.

Rundtour durch das Bschlaber Tal

Das stille Bschlaber Tal, das vom Hahntennjoch abzweigt, ist ein echter Geheimtipp für Gravel- und Tourenradler. Startpunkt ist Elmen, von wo aus du auf einer wenig befahrenen Bergstraße hinauf nach Bschlabs und Pfafflar radelst. Die Landschaft wird zunehmend einsamer und ursprünglicher.

Unterwegs passierst du das idyllische Weiler Boden und kleine Kapellen, die von der tiefen Verwurzelung der Bergbauern zeugen. Die Straße steigt stetig an, belohnt dich aber mit einer außergewöhnlichen Ruhe und Blicken auf die umliegenden Gipfel. Hier begegnest du oft stundenlang keiner Menschenseele.

Wer sportlich unterwegs ist, kombiniert die Auffahrt mit dem Hahntennjoch zu einer anspruchsvollen Rundtour. Die Mischung aus Asphalt und ruhigen Bergstraßen macht diese Route zu einem besonderen Erlebnis für alle, die die Einsamkeit der Berge suchen. Feste Beine und etwas Kondition solltest du allerdings mitbringen.

Vom Formarinsee entlang des jungen Lech

Diese landschaftlich grandiose Tour beginnt am Formarinsee auf rund 1.800 Metern, dem Ursprung des Lechs, unterhalb der markanten Roten Wand. Von hier aus folgst du dem jungen, noch wilden Fluss talabwärts über Zug nach Lech am Arlberg und weiter Richtung Warth und Steeg.

Die Strecke ist überwiegend abschüssig und führt durch eine hochalpine Landschaft, die im Laufe der Fahrt in dichtere Wälder und Talwiesen übergeht. Der Kontrast zwischen den kargen Höhen und dem grünen Talboden ist beeindruckend. Immer wieder kannst du beobachten, wie aus dem kleinen Bergbach ein kraftvoller Wildfluss wird.

Diese Etappe eignet sich für konditionsstarke Tourenradler und E-Biker, die den Charakter des Lechs von seiner Geburt an erleben möchten. Der Zubringer zum Formarinsee erfolgt am besten per Wanderbus oder Shuttle. Eine Tour voller Naturschauspiele und ein echtes Highlight für Flussliebhaber.

Häufige Fragen

Ist Radfahren in den Lechtaler Alpen für Anfänger geeignet?

Auf jeden Fall! Die Lechtaler Alpen bieten für jedes Niveau die passende Strecke. Besonders der Lechradweg im Talboden ist weitgehend flach und gut ausgebaut, sodass auch Einsteiger und Familien entspannt in die Pedale treten können.

Wer sich mehr zutraut, kann sich langsam an die Seitentäler und Anstiege herantasten. Mit einem E-Bike werden zudem viele höher gelegene Ziele problemlos erreichbar. Wichtig ist nur, die eigene Kondition realistisch einzuschätzen und die Etappen entsprechend zu planen. Für den Einstieg empfehlen sich die gemütlichen Talstrecken zwischen Steeg und Weißenbach.

Wann ist die beste Reisezeit zum Radfahren?

Die ideale Radsaison in den Lechtaler Alpen erstreckt sich von etwa Mai bis Oktober. Im Frühsommer erwacht die Natur, die Almwiesen blühen und der Lech führt frisches Schmelzwasser – eine besonders schöne Zeit für Tal- und E-Bike-Touren.

Die Hochpässe wie das Hahntennjoch sind in der Regel erst ab Ende Mai bis Anfang Juni schneefrei befahrbar. Der Spätsommer und der frühe Herbst bieten oft stabiles Wetter und angenehme Temperaturen. Der Herbst verzaubert zudem mit goldenen Wäldern. In den Hochlagen kann es allerdings schon früh kühl werden, weshalb du immer eine warme Schicht dabeihaben solltest.

Kann ich mit Kindern in den Lechtaler Alpen radeln?

Ja, die Region ist erstaunlich familienfreundlich. Der Lechradweg im Talboden verläuft größtenteils abseits des Autoverkehrs und ohne große Steigungen, was ihn perfekt für Familien mit Kindern macht. Kurze Etappen mit vielen Pausenmöglichkeiten sorgen dafür, dass die Motivation der kleinen Radler hoch bleibt.

Highlights wie die Holzgauer Hängebrücke oder die Kiesbänke am Lech, an denen sich herrlich planschen lässt, machen den Radtag zum Abenteuer. Viele Verleihstationen bieten Kinderräder, Anhänger und Kindersitze an. Achte darauf, ausreichend Verpflegung und Sonnenschutz mitzunehmen, dann steht einem entspannten Familienausflug nichts im Weg.

Darf mein Hund mit auf die Radtour?

Grundsätzlich ist das Radeln mit Hund in den Lechtaler Alpen möglich, erfordert aber etwas Planung. Auf den flachen Talstrecken kann dein Vierbeiner gut nebenherlaufen, sofern er fit und ans Rad gewöhnt ist. Bei längeren oder anspruchsvolleren Touren empfiehlt sich ein spezieller Fahrradanhänger für den Hund.

Beachte, dass du dich im Naturpark Tiroler Lech bewegst, wo besondere Rücksicht auf die Tierwelt geboten ist. Halte deinen Hund daher stets unter Kontrolle und leine ihn in sensiblen Bereichen an. Denke außerdem an ausreichend Wasser und regelmäßige Pausen, besonders an heißen Tagen. Der kühle Lech bietet unterwegs oft eine willkommene Abkühlung.

Gibt es E-Bike-Verleih und Ladestationen?

Ja, die Lechtaler Alpen sind gut auf E-Biker eingestellt. In vielen Orten entlang des Lechtals, etwa in Elbigenalp, Holzgau oder Reutte, findest du Verleihstationen mit modernen E-Mountainbikes und Trekking-E-Bikes. Auch viele Hotels und Pensionen bieten Leihräder für ihre Gäste an.

Ein Netz aus Ladestationen in Gasthöfen, Almen und an zentralen Punkten sorgt dafür, dass dir unterwegs nicht der Saft ausgeht. Es empfiehlt sich dennoch, die Route im Vorfeld zu planen und die verfügbaren Ladepunkte zu kennen. Viele Betriebe erlauben das Aufladen während einer gemütlichen Einkehr – so verbindest du Genuss und Praktisches gleich miteinander.

Wie anspruchsvoll ist das Hahntennjoch mit dem Rennrad?

Das Hahntennjoch gilt als anspruchsvoller, aber lohnender Anstieg für konditionsstarke Rennradler. Von Elmen aus überwindest du auf rund 15 Kilometern etwa 1.000 Höhenmeter, mit Rampen von bis zu zehn Prozent Steigung. Es braucht also eine solide Grundfitness und die richtige Übersetzung am Rad.

Belohnt wirst du mit einer grandiosen Bergkulisse und einer aussichtsreichen Passhöhe auf 1.894 Metern. Die anschließende Abfahrt Richtung Imst ist rasant und ein echtes Highlight. Plane genügend Zeit ein und starte am besten am Vormittag, wenn der Verkehr noch gering ist. An schönen Wochenenden solltest du besonders auf Motorradfahrer achten, die die kurvige Strecke ebenfalls lieben.

Welche Ausrüstung sollte ich mitnehmen?

Für Radtouren in den Lechtaler Alpen gilt: Das Wetter im Gebirge kann schnell umschlagen. Neben Helm und passender Radbekleidung solltest du daher immer eine wind- und wasserdichte Jacke sowie eine warme Schicht einpacken, gerade wenn du in höhere Lagen fährst.

Ausreichend Wasser und ein kleiner Snack gehören ebenso ins Gepäck wie Sonnenschutz, denn die Bergsonne ist intensiv. Ein kleines Reparaturset mit Ersatzschlauch, Pumpe und Multitool ist besonders in den einsamen Seitentälern Gold wert, wo der nächste Fahrradladen weit entfernt sein kann. Ein Smartphone mit Offline-Karten und geladenem Akku rundet die sinnvolle Ausrüstung ab.

Wie komme ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Region?

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist gut möglich. Der nächstgelegene größere Bahnhof ist Reutte in Tirol, von wo aus regelmäßige Busverbindungen ins Lechtal führen. Auch über den Bahnhof Imst-Pitztal gelangst du mit dem Bus über das Hahntennjoch ins Tal.

Viele Busse in der Region sind mit Fahrradanhängern ausgestattet, sodass du dein Rad bequem mitnehmen kannst. Das ist besonders praktisch, wenn du eine Einweg-Tour planst oder eine anstrengende Auffahrt vermeiden möchtest. Es empfiehlt sich, die Fahrpläne im Voraus zu prüfen, da die Taktung in den Bergregionen begrenzt sein kann. Der Wanderbus zum Formarinsee ist ein beliebter Zubringer für Radtouren.

Gibt es geführte Radtouren in den Lechtaler Alpen?

Ja, in der Region werden verschiedene geführte Radtouren angeboten, sowohl für E-Biker als auch für Mountainbiker und Rennradler. Ortskundige Guides zeigen dir die schönsten Strecken, kennen die besten Einkehrmöglichkeiten und wissen um versteckte Geheimtipps abseits der bekannten Routen.

Geführte Touren sind besonders für Neulinge in der Region empfehlenswert, da du dich ganz auf das Fahren konzentrieren kannst und die Navigation dem Guide überlässt. Viele Touren sind thematisch ausgerichtet, etwa auf Natur, Kulinarik oder sportliche Herausforderungen. Erkundige dich bei den örtlichen Tourismusverbänden oder in deiner Unterkunft nach aktuellen Angeboten und Terminen.

Sind die Radwege gut ausgeschildert?

Der Lechradweg als Hauptroute ist durchgehend gut ausgeschildert und leicht zu finden. Auch die wichtigsten regionalen Radrouten sind mit Wegweisern versehen, sodass du dich gut orientieren kannst. Die einheitliche Beschilderung in Tirol erleichtert die Navigation zusätzlich.

In den entlegeneren Seitentälern und auf einigen Gravel- und Mountainbike-Strecken ist die Ausschilderung mitunter etwas sparsamer. Hier lohnt es sich, zusätzlich eine GPS-App oder Offline-Karten zu nutzen, um sicher ans Ziel zu kommen. Viele Tourismusverbände stellen kostenlose Kartenmaterialien und digitale Tourenvorschläge bereit, die dir bei der Planung helfen.

Wo finde ich radlerfreundliche Unterkünfte?

Entlang des Lechtals gibt es zahlreiche Unterkünfte, die sich auf Radgäste spezialisiert haben. Diese bieten meist abschließbare Fahrradräume, Werkzeug zur kleinen Reparatur, Waschmöglichkeiten für die Radbekleidung und oft auch Ladestationen für E-Bikes.

Von gemütlichen Pensionen und Bauernhöfen bis hin zu komfortablen Hotels ist für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei. Viele Betriebe kennen die besten Touren der Umgebung und geben dir gerne Tipps für den nächsten Radtag. Achte bei der Buchung auf entsprechende Kennzeichnungen wie bett+bike, die radlerfreundliche Unterkünfte auszeichnen. So startest du bestens versorgt in den Tag.

Muss ich im Naturpark Tiroler Lech besondere Regeln beachten?

Ja, der Naturpark Tiroler Lech ist ein wertvolles Schutzgebiet, in dem besondere Rücksicht auf die Natur gefragt ist. Bleibe stets auf den ausgewiesenen Wegen und Radrouten, um empfindliche Uferbereiche und Brutgebiete seltener Vögel nicht zu stören.

Hinterlasse keinen Müll, verhalte dich ruhig und respektiere die Tier- und Pflanzenwelt. Das Befahren der Kiesbänke oder das Durchqueren des Flusses mit dem Rad ist zu vermeiden. Diese Regeln dienen dem Erhalt eines der letzten Wildflusslandschaften der Alpen. Wenn sich alle daran halten, bleibt dieses Naturjuwel auch für kommende Generationen erhalten – und du kannst die unberührte Schönheit in vollen Zügen genießen.

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