Sanfte Grasberge, weite Almen
Radfahren in den Kitzbüheler Alpen: Grasberge, Genuss und die Legende vom Hahnenkamm
Radfahren in den Kitzbüheler Alpen
Es gibt Regionen, die man im ersten Moment für zu schön hält, um wahr zu sein. Die Kitzbüheler Alpen gehören dazu. Statt schroffer Felsnadeln erwarten dich hier sanft geschwungene Grasberge, die im Sommer leuchten wie ein frisch gemähter Golfrasen und die selbst ambitionierte Rennradfahrer mit einem Lächeln bergauf schnaufen lassen. Zwischen Kitzbühel, St. Johann, Brixen im Thale und dem Pillerseetal spannt sich ein Radrevier auf, das seinesgleichen sucht: mild in den Talwegen, herausfordernd an den legendären Pässen und immer, wirklich immer, mit Postkartenblick.
Wer hier in die Pedale tritt, spürt schnell, dass Radfahren in den Kitzbüheler Alpen mehr ist als Kilometer sammeln. Es ist das Gefühl, morgens durch taufeuchte Almwiesen zu rollen, während die Kühe noch skeptisch dreinschauen. Es ist der Duft von frischem Heu und Kaiserschmarrn, der aus einer Hütte weht. Und es ist dieser eine Moment am Gipfel, wenn sich der Wilde Kaiser im Norden und die schneebedeckten Hohen Tauern im Süden gleichzeitig zeigen und du nicht weißt, wohin du zuerst schauen sollst.
Das Wegenetz ist ein Traum für alle Radtypen. Gemütliche Familien rollen entlang der Talradwege durch das Leukental und das Brixental, während E-Biker die zahllosen Almstraßen erobern, die früher nur den Sennern vorbehalten waren. Mountainbiker finden auf über tausend Kilometern beschilderter Strecken alles vom flowigen Trail bis zum knackigen Uphill. Und die Rennrad-Fraktion? Die pilgert natürlich zum Hahnenkamm und zu den großen Passstraßen, wo im Winter die Skistars donnern.
Was diese Region so unwiderstehlich macht, ist ihre Ausgewogenheit. Anstrengung und Genuss halten sich hier perfekt die Waage. Du kannst dich vormittags an einem Anstieg abarbeiten und nachmittags an einem der glasklaren Bergseen die Füße baumeln lassen. Willkommen in einem Radparadies, das Charme, Charakter und Kaiserschmarrn vereint.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
Bis 1.996 m (Kitzbüheler Horn)
Geländecharakter
Asphalt, Schotter, Almstraßen
Infrastruktur
Sehr gut ausgebaut, radlerfreundlich
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Was die Kitzbüheler Alpen so besonders macht
Kitzbühel: Mehr als nur die Streif
Kitzbühel klingt für viele erst einmal nach Champagner, Pelzmänteln und der berüchtigten Streif-Abfahrt. Doch die Gamsstadt hat im Sommer ein völlig anderes, herrlich entspanntes Gesicht. Die mittelalterliche Altstadt mit ihren bunten Häuserfassaden und der berühmten Vorderstadt lädt nach einer Radtour zum Bummeln ein, und die Kaffeehauskultur ist hier keine leere Floskel, sondern gelebte Tradition.
Rund um Kitzbühel findest du eine Dichte an Radrouten, die ihresgleichen sucht. Der Hahnenkamm ist dabei natürlich das große Ziel für alle, die es wissen wollen. Wer bis zur Bergstation strampelt, verdient sich nicht nur den Applaus der eigenen Waden, sondern auch einen Panoramablick, der von den Hohen Tauern bis zum Wilden Kaiser reicht. Ein Geheimtipp: Der Sonnenaufgang am Kitzbüheler Horn, wenn du früh genug in die Pedale trittst.
Das Pillerseetal und die stille Schönheit
Etwas abseits des Trubels liegt das Pillerseetal mit dem türkisgrünen Pillersee, der bei bestimmtem Lichteinfall fast unwirklich schimmert. Rund um den See führt ein familienfreundlicher Radweg, der auch mit Kindern gut zu bewältigen ist. Die Orte St. Ulrich, Fieberbrunn und Hochfilzen strahlen eine authentische Ruhe aus, die man in den bekannteren Nachbargemeinden manchmal vermisst.
Wusstest du schon? Fieberbrunn soll seinen Namen einer Legende zufolge einer Quelle verdanken, deren Wasser einer erkrankten Herzogin das Fieber vertrieb. Ob das stimmt, sei dahingestellt, aber die frische Bergluft und das kristallklare Wasser haben zweifellos eine heilsame Wirkung auf müde Radlerseelen.
Kulinarik: Kaiserschmarrn als Grundnahrungsmittel
In den Kitzbüheler Alpen wird Genuss großgeschrieben, und das nicht nur auf den Tellern der Haubenrestaurants. Die urigen Almhütten entlang der Radwege servieren deftige Klassiker wie Kaspressknödel, Tiroler Gröstl und natürlich den unvermeidlichen Kaiserschmarrn, der hier in verschwenderischen Portionen auf den Tisch kommt. Nach einem langen Anstieg schmeckt so eine Almjause übrigens gleich doppelt so gut.
Besonders spannend ist die regionale Käsekultur. Die Bergkäsereien der Region verarbeiten die Milch der Kühe, die den ganzen Sommer auf den saftigen Almwiesen grasen, zu würzigen Spezialitäten. Ein Halt an einer Sennerei gehört für Genussradler einfach dazu, und der ein oder andere Laib Bergkäse hat schon so manche Satteltasche schwerer gemacht.
Land und Leute: Herzlichkeit mit Handschlagqualität
Die Menschen in den Kitzbüheler Alpen sind bodenständig geblieben, trotz des internationalen Rummels rund um die Gamsstadt. In den kleineren Orten wirst du als Radfahrer oft mit einem freundlichen Gruß bedacht, und in den Hütten kommt man schnell ins Gespräch. Diese herzliche, unaufgeregte Art ist es, die viele Gäste immer wieder zurückkehren lässt.
Auch die Traditionen werden hier hochgehalten. Im Sommer erlebst du mit etwas Glück einen Almabtrieb, bei dem die geschmückten Kühe unter Glockengeläut ins Tal geführt werden, oder eines der zahlreichen Dorffeste mit Blasmusik und Tracht. Solche Momente machen deutlich, dass hinter der glänzenden Fassade eine lebendige, echte Kultur steckt.
Warum Radfahren hier ein Fest für die Beine ist
Grasberge statt Felswüste: Das sanfte Auf und Ab
Was die Kitzbüheler Alpen radtechnisch so einzigartig macht, ist ihre Topografie. Die Berge sind hier bis in große Höhen mit Gras bewachsen, weil sie aus verwitterungsanfälligem Schiefergestein bestehen. Das bedeutet: keine schroffen Wände, dafür endlose, sanft geschwungene Almrücken, die sich mit dem Rad geradezu spielerisch erschließen lassen. Diese besondere Landschaftsform sorgt dafür, dass Anstiege zwar fordernd, aber selten brutal steil ausfallen.
Für E-Biker und Genussradler ist das ein Segen, denn viele Almen sind über gut ausgebaute Wirtschaftswege erreichbar. Wer oben ankommt, wird mit weiten Panoramen belohnt, die man in felsigeren Regionen so nicht findet. Der Blick schweift ungehindert über grüne Kuppen bis zu den weißen Gipfeln der Hohen Tauern.
Ein Wegenetz für jede Kondition
Die Region hat ihr Radangebot über Jahre konsequent ausgebaut. Über tausend Kilometer beschilderte Mountainbike-Strecken durchziehen die Kitzbüheler Alpen, dazu kommen entspannte Talradwege und anspruchsvolle Passstraßen für Rennradfahrer. Die Beschilderung ist vorbildlich, sodass du dich auch ohne ständigen Blick aufs GPS zurechtfindest.
Besonders praktisch: Viele Bergbahnen nehmen im Sommer Räder mit. So kannst du dir den knackigen Uphill sparen und die Höhenmeter für die genussvolle Abfahrt aufheben. Diese Kombination aus Bahn und Bike macht die Region auch für Familien und weniger trainierte Radler attraktiv, die trotzdem die hochalpinen Aussichten erleben wollen.
Aussichtspunkte, die den Anstieg vergessen lassen
Es gibt in den Kitzbüheler Alpen kaum eine Tour, die nicht mit einem großartigen Ausblick belohnt wird. Das Kitzbüheler Horn thront wie ein Balkon über der Region und bietet an klaren Tagen einen Rundumblick auf über siebzig Dreitausender. Auch die Steinbergalm oder die Almen am Wildseeloder gehören zu den Zielen, an denen sich die Anstrengung in reine Freude verwandelt.
Der schönste Moment ist oft der, in dem man sein Rad an die Almhüttenwand lehnt, sich mit einem kühlen Getränk auf die Sonnenterrasse setzt und einfach nur schaut. Genau dafür fährt man Rad in dieser Region: nicht nur für die Bewegung, sondern für diese kleinen Gipfelglücksmomente.
Für wen sich die Region eignet
Die Kitzbüheler Alpen sind so etwas wie das eierlegende Wollmilchschwein unter den Radregionen. Familien finden flache Talwege und sichere Rundkurse, Rennradfahrer schwelgen in legendären Pässen und Traumkulissen, Mountainbiker haben von Flowtrail bis Alpenüberquerung alles am Start, und E-Biker erobern mühelos die hochgelegenen Almen.
Gerade diese Vielfalt macht die Region auch für gemischte Gruppen ideal. Während der eine den sportlichen Anstieg sucht, rollt der andere gemütlich am See entlang, und abends trifft man sich zufrieden bei einer Jause wieder. Selten passt eine Landschaft so gut zu so unterschiedlichen Ansprüchen.
Radlerfreundliche Hotels & Unterkünfte in den Kitzbüheler Alpen
Die schönsten Radtouren in den Kitzbüheler Alpen
Hahnenkamm-Auffahrt von Kitzbühel
Die Auffahrt zum Hahnenkamm ist der Klassiker schlechthin und ein absolutes Muss für alle, die den Mythos der Streif einmal aus eigener Kraft erleben wollen. Start ist mitten in Kitzbühel, von wo aus du der Straße folgst, die sich in stetigen Serpentinen den berühmten Hausberg hinaufwindet. Auf rund 1.700 Höhenmetern der Bergstation angekommen, hast du je nach Route zwischen 800 und 900 Höhenmeter unter die Reifen genommen.
Der Weg führt vorbei an den legendären Abfahrtspassagen des Ski-Weltcups, die sich im Sommer als steile Grashänge zeigen und dir großen Respekt vor den Skirennläufern einflößen werden. Oben angekommen erwartet dich das Panoramarestaurant mit Rundumblick auf den Wilden Kaiser und die Hohen Tauern.
Diese Tour eignet sich für konditionsstarke Rennrad- und E-Biker. Der Anstieg ist gleichmäßig, aber fordernd, und die Belohnung an der Bergstation entschädigt für jeden Tropfen Schweiß. Wer mag, verlängert die Runde über die Ehrenbachhöhe.
Pillersee-Runde im Pillerseetal
Diese familienfreundliche Rundtour führt dich rund um den idyllischen Pillersee und durch das gleichnamige Tal zwischen St. Ulrich am Pillersee und Waidring. Der überwiegend flache bis leicht wellige Verlauf macht die Strecke ideal für Familien mit Kindern und für alle, die den Genuss über die Höhenmeter stellen.
Der Pillersee selbst schimmert in einem intensiven Türkisgrün und lädt an heißen Tagen zu einer erfrischenden Pause am Ufer ein. Entlang der Route passierst du saftige Wiesen, kleine Weiler und immer wieder herrliche Blicke auf die Loferer und Leoganger Steinberge, die sich markant vom Himmel abheben.
Unterwegs findest du zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, von der urigen Gaststube bis zum Almgasthof. Die Tour lässt sich beliebig verlängern, etwa Richtung Hochfilzen. Für Genussradler und Familien ist diese entspannte Runde ein perfekter Einstieg in die Radregion Kitzbüheler Alpen.
Kitzbüheler Horn Bergauffahrt
Das Kitzbüheler Horn ist der zweite große Gipfel der Gamsstadt und mit seiner mautpflichtigen Panoramastraße ein Traumziel für ehrgeizige Rennradfahrer. Vom Talort aus schraubst du dich über gut asphaltierte Serpentinen bis knapp unter den Gipfel auf rund 1.900 Meter, wobei über 900 Höhenmeter zu bewältigen sind.
Die Straße gilt als eine der schönsten Panoramastraßen der Ostalpen. Mit jedem Kilometer öffnet sich der Blick weiter, bis du oben angekommen einen sagenhaften Rundblick auf über siebzig Dreitausender genießt. Der Alpenblumengarten unterhalb des Gipfels ist ein zusätzliches Highlight für alle, die sich für die alpine Flora begeistern.
Diese Tour ist etwas für trainierte Beine. Der Anstieg ist stellenweise recht steil, aber die perfekte Straßenqualität und die einzigartige Aussicht machen jede Anstrengung wett. Ein früher Start lohnt sich, um den Sonnenaufgang über den Bergen zu erleben.
Brixental-Radweg von Kirchberg nach Hopfgarten
Der Talradweg durch das Brixental ist ein Genuss für alle, die entspannt Kilometer sammeln wollen. Die Strecke verläuft weitgehend flach entlang der Brixentaler Ache und verbindet die Orte Kirchberg, Brixen im Thale, Westendorf und Hopfgarten miteinander.
Die Route führt durch ein weites, grünes Tal, das von den sanften Grasbergen der Region eingerahmt wird. Immer wieder radelst du vorbei an typischen Tiroler Bauernhöfen, kleinen Kapellen und blühenden Wiesen. Der gut ausgebaute, asphaltierte Weg ist auch für ungeübte Radler und Familien bestens geeignet.
In den Orten entlang der Strecke laden zahlreiche Cafés und Gasthäuser zur Rast ein. Wer möchte, kombiniert die Tour mit einer Fahrt der Salvenbahn in Hopfgarten hinauf zur Hohen Salve, dem Aussichtsberg des Brixentals. Eine ideale Genusstour für gemütliche Radtage.
KAT Bike Etappe: St. Johann über die Almen
Die KAT Bike ist die Mountainbike-Transalp der Kitzbüheler Alpen und führt über mehrere Etappen quer durch die Region. Eine besonders lohnende Teilstrecke startet in St. Johann in Tirol und führt über die Almwege hinauf zur Angerer Alm und weiter in Richtung der aussichtsreichen Hochplateaus.
Auf dieser Route erlebst du die typische Almlandschaft der Region in ihrer schönsten Form. Über gut befahrbare Schotterwege und Wirtschaftsstraßen gewinnst du kontinuierlich an Höhe, vorbei an weidenden Kühen und urigen Almhütten, in denen du dich mit frischer Buttermilch und Speck stärken kannst.
Die Tour richtet sich an konditionsstarke Mountainbiker und E-Biker, die die hochalpine Weite suchen. Die Panoramen auf den Wilden Kaiser und die umliegenden Gipfel sind grandios. Als Mehrtagestour über die komplette KAT Bike wird sie zum unvergesslichen Bike-Abenteuer.
Wildseeloder-Runde bei Fieberbrunn
Diese anspruchsvolle Mountainbike-Tour bei Fieberbrunn führt dich hinauf in Richtung des Wildsees und der Wildseeloderhütte, eines der schönsten Ausflugsziele der Region. Vom Ortszentrum aus geht es zunächst über Forststraßen stetig bergauf durch schattigen Wald, bevor sich die Landschaft zur offenen Almregion weitet.
Das Highlight ist zweifellos der Wildsee auf rund 1.850 Metern Höhe, ein kristallklarer Bergsee, der von den Felswänden des Wildseeloders eingerahmt wird. Die nahe gelegene Hütte bietet eine perfekte Gelegenheit für eine ausgiebige Einkehr mit Tiroler Spezialitäten und einem Panorama, das man so schnell nicht vergisst.
Die Tour ist konditionell und teils fahrtechnisch fordernd und richtet sich an geübte Mountainbiker. Die letzten Meter zum See sind oft nur zu Fuß machbar, doch der Anblick des türkisen Wassers vor der Bergkulisse ist jede Mühe wert. Ein echtes Naturjuwel abseits des Trubels.
Häufige Fragen
Für welche Radtypen eignen sich die Kitzbüheler Alpen?
Die Region ist außergewöhnlich vielseitig und bietet für praktisch jeden Radtyp das Passende. Rennradfahrer finden legendäre Anstiege wie den Hahnenkamm oder das Kitzbüheler Horn sowie gut ausgebaute Passstraßen. Mountainbiker erwartet ein Wegenetz von über tausend Kilometern mit allem von flowigen Trails bis zu alpinen Uphills.
Genussradler und Familien kommen auf den flachen Talradwegen im Brixental, Leukental und Pillerseetal voll auf ihre Kosten. Und E-Biker? Für sie ist die Region ein Paradies, weil die zahlreichen Almstraßen mit Motorunterstützung mühelos zu erobern sind. Egal ob sportlich oder gemütlich, hier findet jeder seine Traumstrecke.
Ist die Region auch für Familien mit Kindern geeignet?
Absolut, die Kitzbüheler Alpen sind sehr familienfreundlich. Besonders die Talradwege eignen sich hervorragend für Ausflüge mit Kindern, da sie überwiegend flach, gut asphaltiert und autoarm sind. Die Runde um den Pillersee ist ein echter Klassiker für Familien, weil sie kurz genug ist und mit dem badetauglichen See eine tolle Belohnung bietet.
Viele Bergbahnen nehmen im Sommer Räder mit, sodass ihr Höhenmeter sparen und trotzdem die Aussicht genießen könnt. Zudem gibt es zahlreiche Almhütten mit Spielmöglichkeiten und kinderfreundlicher Küche. Für Familien mit älteren, geübten Kindern bieten sich sanftere Mountainbike-Touren an.
Kann ich mit dem Hund radfahren?
Grundsätzlich ist Radfahren mit Hund in den Kitzbüheler Alpen möglich, erfordert aber etwas Rücksicht und Planung. Auf den flachen Talradwegen kann dein Vierbeiner gut nebenherlaufen, sofern er das Tempo und die Distanz gewohnt ist. Achte an heißen Sommertagen unbedingt auf ausreichend Pausen, Schatten und Wasser für deinen Hund.
Wichtig ist besonders in den Almgebieten die Rücksicht auf Weidevieh. Kühe, vor allem Mutterkühe mit Kälbern, reagieren empfindlich auf Hunde. Halte deinen Hund in der Nähe von Weiden unbedingt an der Leine und meide direkte Begegnungen. In vielen Hütten sind angeleinte Hunde willkommen, frag aber im Zweifel freundlich nach.
Wann ist die beste Zeit zum Radfahren?
Die ideale Radsaison in den Kitzbüheler Alpen erstreckt sich von Mai bis Oktober. Der Frühsommer ist besonders reizvoll, weil dann die Almwiesen in voller Blüte stehen und die Landschaft in sattem Grün leuchtet. Die höheren Almstraßen sind ab Ende Mai bis Juni schneefrei befahrbar.
Der Hochsommer bietet die stabilste Wetterlage, kann aber in den Tälern recht warm werden, weshalb sich frühe Startzeiten empfehlen. Der Herbst ist bei vielen Kennern besonders beliebt: klare Fernsicht, milde Temperaturen und die goldene Färbung der Lärchen machen September und Oktober zu einer traumhaften Radzeit. Beachte, dass Bergbahnen und Hütten meist saisonale Öffnungszeiten haben.
Gibt es Verleihstationen für E-Bikes und Mountainbikes?
Ja, die Region ist bestens auf Radgäste eingestellt. In allen größeren Orten wie Kitzbühel, St. Johann, Fieberbrunn, Kirchberg und Hopfgarten findest du Sportgeschäfte und Verleihstationen, die hochwertige E-Mountainbikes, Trekkingräder und teilweise auch Rennräder anbieten. Viele Verleiher bieten moderne Modelle namhafter Hersteller an.
Es empfiehlt sich, besonders in der Hochsaison und für spezielle Modelle vorab zu reservieren. Zahlreiche radlerfreundliche Hotels arbeiten mit Verleihstationen zusammen oder haben eigene Räder im Angebot. Auch Zubehör wie Helme, Kindersitze oder Anhänger lässt sich meist unkompliziert dazu mieten.
Wie schwer ist die Auffahrt zum Hahnenkamm?
Die Auffahrt zum Hahnenkamm ist konditionell durchaus fordernd, aber für trainierte Radler und E-Biker gut machbar. Von Kitzbühel aus bewältigst du rund 800 bis 900 Höhenmeter, verteilt über eine Strecke mit gleichmäßigen Serpentinen. Die durchschnittliche Steigung ist herausfordernd, aber nicht brutal steil.
Für Rennradfahrer mit guter Grundkondition ist der Anstieg ein lohnendes Ziel, das man in etwa einer Stunde bewältigen kann. E-Biker haben es naturgemäß leichter und können die Fahrt entspannt genießen. Wer sich unsicher ist, sollte den Anstieg an einem kühleren Tag oder in den Morgenstunden angehen. Die Belohnung an der Bergstation ist die Anstrengung in jedem Fall wert.
Kann ich Räder in den Bergbahnen transportieren?
Ja, viele Bergbahnen in den Kitzbüheler Alpen bieten im Sommer einen Radtransport an. Das ist besonders praktisch, wenn du dir den mühsamen Uphill sparen und stattdessen die Abfahrt oder die hochgelegenen Almwege genießen möchtest. Bahnen wie die am Hahnenkamm, am Kitzbüheler Horn oder die Salvenbahn in Hopfgarten transportieren Bikes.
Die Mitnahme ist meist gegen einen kleinen Aufpreis oder mit der passenden Gästekarte möglich. Informiere dich vorab über die aktuellen Betriebszeiten und eventuelle Kapazitätsbeschränkungen, da nicht alle Bahnen den ganzen Tag über Räder befördern. Die Kombination aus Bahn und Bike eröffnet gerade Familien und Genussradlern viele Möglichkeiten.
Wie gut ist die Beschilderung der Radwege?
Die Beschilderung in den Kitzbüheler Alpen gilt als vorbildlich. Sowohl die Talradwege als auch das ausgedehnte Mountainbike-Netz sind durchgängig markiert und mit Wegweisern versehen, die Entfernungen, Höhenmeter und Ziele angeben. Du findest dich in der Regel auch ohne ständigen Blick aufs Navigationsgerät gut zurecht.
Trotzdem empfiehlt sich für längere oder alpine Touren die Nutzung einer Rad-App oder eines GPS-Geräts, besonders wenn du abgelegene Almwege erkunden willst. Viele Tourismusbüros bieten kostenlose Radkarten an, und die offiziellen Tourenportale der Region stellen detaillierte Streckeninformationen zur Verfügung.
Gibt es geführte Radtouren?
Ja, in der Region werden zahlreiche geführte Touren angeboten, sowohl für Mountainbiker als auch für E-Biker und Genussradler. Erfahrene Guides zeigen dir die schönsten Strecken, kennen die besten Einkehrmöglichkeiten und passen das Tempo an die Gruppe an. Das ist ideal, wenn du die Region zum ersten Mal besuchst und die Highlights nicht selbst suchen möchtest.
Viele Bikeschulen bieten zudem Fahrtechnik-Kurse an, besonders für Mountainbike-Einsteiger und für alle, die ihre Trailfähigkeiten verbessern wollen. Informationen zu Terminen und Anbietern erhältst du bei den örtlichen Tourismusverbänden oder direkt in den Sportgeschäften. Geführte E-Bike-Touren zu den Almen sind besonders beliebt.
Wie sieht es mit Einkehrmöglichkeiten unterwegs aus?
Die Kitzbüheler Alpen sind ein Schlaraffenland für hungrige Radler. Entlang nahezu aller Routen findest du urige Almhütten, gemütliche Gasthöfe und Cafés, die dich mit Tiroler Spezialitäten versorgen. Von Kaiserschmarrn über Kaspressknödel bis zum deftigen Tiroler Gröstl ist für jeden Geschmack und jeden Kalorienbedarf gesorgt.
Besonders die Almhütten in höheren Lagen sind ein Erlebnis, wo du oft hausgemachte Produkte wie Bergkäse, Buttermilch und Speck direkt vom Erzeuger bekommst. Beachte, dass viele Almen nur saisonal geöffnet sind, in der Regel von Anfang Juni bis Ende September oder Oktober. In den Talorten gibt es ganzjährig ein breites gastronomisches Angebot.
Brauche ich für Mountainbike-Touren spezielle Ausrüstung?
Für die meisten Mountainbike-Touren in den Kitzbüheler Alpen genügt ein gut gewartetes Mountainbike oder E-Mountainbike mit funktionierenden Bremsen und geländetauglicher Bereifung. Ein Helm ist absolute Pflicht, und für längere alpine Touren empfehlen sich zusätzlich Handschuhe, eine Brille und wetterangepasste Kleidung.
Da sich das Bergwetter schnell ändern kann, solltest du immer eine Regenjacke, ausreichend Wasser und einen kleinen Snack dabeihaben. Für abgelegene Strecken sind ein Ersatzschlauch, eine Pumpe und Basiswerkzeug ratsam. Bei anspruchsvollen Trails schützen zusätzlich Protektoren. Denk auch an Sonnencreme, denn die Höhensonne unterschätzt man leicht.
Ist die Region für Rennradfahrer lohnend?
Für Rennradfahrer sind die Kitzbüheler Alpen ein wahres Eldorado. Die legendären Anstiege zum Hahnenkamm und zum Kitzbüheler Horn locken ambitionierte Fahrer aus ganz Europa an. Dazu kommen zahlreiche Passstraßen und Talrouten mit hervorragender Asphaltqualität und traumhaften Kulissen.
Die Kombination aus fordernden Anstiegen und genussvollen Talpassagen macht die Region ideal für abwechslungsreiche Trainingseinheiten und Rennrad-Urlaube. Viele Hotels sind speziell auf Rennradfahrer eingestellt und bieten sichere Radgaragen, Werkstattbereiche und Tourenberatung. Beliebte Rundtouren verbinden mehrere Täler und lassen sich individuell auf die eigene Kondition zuschneiden.