Radfahren in den Karnischen Alpen: Grenzenloses Genussradeln zwischen Kärnten und Friaul
Fahrrad • Karnische Alpen

Radfahren in den Karnischen Alpen: Grenzenloses Genussradeln zwischen Kärnten und Friaul

Wo Kärntner Herzlichkeit auf italienische Leichtigkeit trifft und jede Kurve ein neues Bergpanorama bereithält – steig auf und lass dich verzaubern.

Radfahren in den Karnischen Alpen

Es gibt Regionen, die man nicht einfach nur bereist – man verliebt sich in sie. Die Karnischen Alpen gehören ganz eindeutig zu dieser Sorte. Hier, wo Kärnten mit einem herzlichen "Servus" auf das italienische Friaul mit einem entspannten "Ciao" trifft, entsteht ein Radlerparadies, das seinesgleichen sucht. Sonnenverwöhnte Täler, türkis schimmernde Flüsse und schroffe Kalkgipfel, die im Morgenlicht rosa leuchten – das ist die Bühne, auf der du hier in die Pedale trittst.

Die Karnischen Alpen ziehen sich als markanter Grenzkamm entlang der österreichisch-italienischen Grenze und bilden das Herzstück einer Region, die für Radfahrende jeder Couleur wie geschaffen ist. Genussradler folgen dem sanft rollenden Gailtal-Radweg durch duftende Wiesen, während sich Rennradfahrer an den legendären Passstraßen die Zähne ausbeißen dürfen. Und Mountainbiker? Die finden hier ein Wegenetz, das von leichten Almwegen bis zu technischen Trails alles bereithält, wovon das Herz begehrt.

Was die Region so unwiderstehlich macht, ist diese wunderbare Mischung aus alpiner Wildheit und mediterraner Lebensfreude. Vormittags kurbelst du vorbei an urigen Almhütten, wo dir der Duft frischen Bergkäses in die Nase steigt, und nachmittags sitzt du bei einem Espresso in einem sonnigen Piazza-Café auf der italienischen Seite. Die Grenzen verschwimmen hier auf die schönste Art – kulinarisch, kulturell und landschaftlich.

Dazu kommt die berühmte Kärntner Gastfreundschaft und das milde Klima des südlichen Alpenrandes, das die Saison angenehm lang werden lässt. Ob du auf dem E-Bike gemütlich die Aussicht genießt oder als ambitionierter Sportler die Höhenmeter zählst – die Karnischen Alpen empfangen dich mit offenen Armen und einem Panorama, das dich immer wieder anhalten lässt. Nicht, weil du müde bist, sondern weil du einfach nur schauen willst.

Topografie & Landschaft

Alpine Grenzkämme und Täler

Höhenlage

bis 2.780 m (Hohe Warte)

Geländecharakter

Asphaltradwege, Almwege, Passstraßen

Infrastruktur

Sehr gut ausgebaut, radfreundlich

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Navigation

Was die Karnischen Alpen so besonders macht

Zwei Länder, ein Lebensgefühl

Die Karnischen Alpen sind eine Grenzregion im besten Sinne – hier verschmelzen österreichische und italienische Kultur zu einem einzigartigen Mix. Auf der Kärntner Seite prägen sonnenverwöhnte Dörfer wie Kötschach-Mauthen, Hermagor und Kirchbach das Bild, während südlich des Kamms das italienische Friaul mit Orten wie Paluzza und Timau lockt. Der Plöckenpass verbindet die beiden Welten – und war schon zur Römerzeit ein bedeutender Handelsweg.

Dieses Aufeinandertreffen zweier Kulturen spürst du überall: in der Sprache, in der Architektur und vor allem auf dem Teller. Wo sonst kannst du zum Frühstück einen Kärntner Reindling genießen und mittags eine echte italienische Pasta, ohne dabei mehr als eine Stunde Fahrzeit zurückzulegen?

Kulinarik zwischen Kasnudeln und Frico

Kötschach-Mauthen trägt nicht umsonst den Titel "Genuss-Region". Die Slow-Food-Bewegung hat hier tiefe Wurzeln geschlagen, und regionale Produzenten sind mit Leidenschaft bei der Sache. Der berühmte Gailtaler Almkäse mit geschützter Ursprungsbezeichnung reift auf den Hochalmen heran und schmeckt nach Enzian, Kräutern und Bergsommer.

Auf der italienischen Seite wartet der Frico – ein knuspriger Käse-Kartoffel-Auflauf, der jeden Radlerhunger stillt. Dazu ein Glas Friulano-Wein, und der Tag ist gerettet. Die Kärntner Kasnudeln, mit Topfen und Minze gefüllt, sind übrigens die perfekte Kohlenhydratquelle nach einer langen Tour. Wusstest du schon, dass in Mauthen eines der wenigen Genusslabor-Zentren Österreichs steht, in dem Verkostungen und Kochkurse angeboten werden?

Geschichte an jeder Ecke

Die Karnischen Alpen waren im Ersten Weltkrieg Schauplatz der dramatischen Gebirgsfront zwischen Österreich-Ungarn und Italien. Bis heute erinnern Freilichtmuseen, restaurierte Stellungen und der eindrucksvolle Karnische Höhenweg an diese bewegte Zeit. Das Museum 1915–1918 am Plöckenpass gehört zu den beeindruckendsten seiner Art und lohnt einen Zwischenstopp.

Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, findet in der Region auch römische Spuren. Der Plöckenpass, lateinisch "Monte Croce", war eine wichtige Römerstraße, und noch heute sind an den Felswänden antike Inschriften zu entdecken. Für Kulturinteressierte ein wahres Schatzkästchen zwischen zwei Radetappen.

Naturjuwelen und Geheimtipps

Ein absolutes Highlight ist der Weissensee – der höchstgelegene Badesee der Alpen in dieser Größe mit Trinkwasserqualität. Sein türkisfarbenes Wasser lädt nach einer schweißtreibenden Tour zum Sprung ins Kühle ein. Ebenso lohnend ist ein Abstecher zum Pressegger See, dessen umliegender Radweg besonders bei Familien beliebt ist.

Ein echter Geheimtipp ist die Garnitzenklamm bei Hermagor, eine wilde Schlucht mit Steganlagen und tosendem Wasser. Und für Sternengucker: Die Region gehört zu den dunkelsten Ecken Österreichs, ideal für einen Blick in den funkelnden Nachthimmel nach einem langen Radeltag.

Warum die Karnischen Alpen ein Radparadies sind

Der Gailtal-Radweg als sanftes Rückgrat

Das Herzstück des Genussradelns in den Karnischen Alpen ist der Gailtal-Radweg, der über weite Strecken flach und gut ausgebaut dem Lauf der Gail folgt. Von Kötschach-Mauthen bis hinunter nach Villach schlängelt er sich durch ein weites, sonniges Tal, gesäumt von Wiesen, Feldern und kleinen Dörfern. Die Steigungen halten sich hier angenehm in Grenzen, was diesen Weg zum idealen Einstieg für Familien und gemütliche Genussradler macht.

Das Besondere: Trotz des entspannten Charakters bietet der Radweg permanent Blicke auf die imposante Kulisse der Karnischen Alpen. Du rollst im Tal dahin, während links und rechts die Kalkgipfel aufragen – ein Panorama, das man sonst nur beim Wandern bekommt, ohne die Anstrengung des Aufstiegs.

Rennrad-Träume auf legendären Pässen

Für Rennradfahrer sind die Karnischen Alpen ein wahres Eldorado. Der Plöckenpass mit seinen 1.360 Metern Höhe ist ein Klassiker, der mit seinen Kehren und der grandiosen Aussicht bis nach Italien alle Höhenmeter wert ist. Die Passstraßen sind meist gut asphaltiert und verkehrstechnisch entspannter als manch andere Alpenpässe.

Wer die richtige Herausforderung sucht, kombiniert mehrere Anstiege zu ambitionierten Rundtouren, die auch mal die italienische Seite mit einbeziehen. Der Nassfeld-Pass ist ein weiterer beliebter Anstieg, der Kondition und Nervenkitzel verspricht. Die lange, milde Saison am südlichen Alpenrand macht es möglich, hier oft von April bis Oktober zu fahren.

Mountainbike-Vielfalt für jeden Geschmack

Die Almwege und Forststraßen der Region erschließen ein weites Netz an Mountainbike-Touren. Vom gemütlichen Almauffahrt-Erlebnis mit Einkehr auf einer bewirtschafteten Hütte bis hin zu technisch anspruchsvollen Trails findest du hier alles. Besonders die Nassfeld-Region hat sich als Bike-Destination einen Namen gemacht und bietet ausgeschilderte Strecken sowie geführte Touren.

Für Einsteiger und Familien eignen sich die sanften Almwege rund um den Weissensee und die Gailtaler Alpen. Ambitionierte Biker finden dagegen in den höheren Lagen technische Herausforderungen und einsame Trails, auf denen man stundenlang niemandem begegnet – außer vielleicht ein paar neugierigen Kühen.

E-Bike-freundlich und bestens vernetzt

Die Karnischen Alpen haben sich in den letzten Jahren perfekt auf den E-Bike-Boom eingestellt. Ladestationen an Hütten, Gasthöfen und in den Ortszentren sind mittlerweile Standard, und viele Unterkünfte bieten Verleih und Akku-Service. So werden auch die knackigen Anstiege für weniger trainierte Radler oder Genießer erreichbar.

Dank der guten Beschilderung und zahlreicher Rundwege lässt sich das Netz flexibel kombinieren. Ob du eine gemütliche Halbtagesrunde drehen oder eine mehrtägige Tour über den Alpe-Adria-Radweg planen möchtest – die Infrastruktur macht es dir leicht, dein persönliches Radabenteuer zu gestalten.

Radlerfreundliche Unterkünfte in den Karnischen Alpen

Die schönsten Radtouren in den Karnischen Alpen

Gailtal-Radweg: Von Kötschach-Mauthen nach Hermagor

Diese entspannte Genusstour bildet das Rückgrat des Radfahrens im Gailtal. Du startest im geschichtsträchtigen Kötschach-Mauthen und folgst dem gut ausgeschilderten Gailtal-Radweg (R3) flussabwärts entlang der Gail. Der Weg verläuft überwiegend flach und asphaltiert, immer wieder abseits des Autoverkehrs auf eigenen Radwegen und ruhigen Nebenstraßen.

Unterwegs passierst du beschauliche Dörfer wie Kirchbach und Sankt Daniel, während dich rechts die imposante Kette der Karnischen Alpen und links die Gailtaler Alpen begleiten. Ein perfekter Zwischenstopp ist die Garnitzenklamm kurz vor Hermagor, wo du das Rad für einen kurzen Fußweg abstellen kannst.

In Hermagor angekommen, lohnt sich ein Bummel durch den hübschen Ort und eine Einkehr in einem der gemütlichen Gasthöfe. Die Tour ist ideal für Familien und Genussradler und lässt sich problemlos auf einer der zahlreichen Bahnverbindungen zurückfahren. Ein Klassiker, der die Seele des Gailtals einfängt.

Plöckenpass-Auffahrt: Rennrad-Klassiker nach Italien

Wer sich als Rennradfahrer beweisen will, kommt am Plöckenpass nicht vorbei. Von Kötschach-Mauthen aus führt die Passstraße über rund 1.360 Höhenmeter hinauf zur Grenze zwischen Kärnten und dem italienischen Friaul. Die Auffahrt beginnt gemächlich, wird aber im oberen Teil mit engen Kehren und Rampen richtig fordernd.

Auf der Passhöhe erwartet dich neben dem grandiosen Ausblick auch das eindrucksvolle Freilichtmuseum zum Gebirgskrieg 1915–1918. Ein Zwischenstopp lohnt sich unbedingt, um die Geschichte dieser einstigen Frontlinie zu erspüren, bevor die Abfahrt hinunter nach Timau und Paluzza in Italien beginnt.

Auf der italienischen Seite belohnt dich ein Espresso oder ein Teller Frico für die Anstrengung. Die Rückfahrt über denselben Pass oder als große Runde über weitere Anstiege macht diese Tour zu einem echten Höhepunkt für ambitionierte Rennradler. Kondition und Bergziegen-Mentalität sind hier gefragt.

Weissensee-Runde: Baden und Radeln vereint

Der Weissensee gilt als einer der schönsten Bergseen der Alpen, und die Radrunde um ihn herum ist ein wahres Genusserlebnis. Vom Ort Techendorf aus umrundest du den langgestreckten See auf gut ausgebauten Wegen und Straßen, teils direkt am Ufer, teils leicht erhöht mit traumhaftem Blick auf das türkisfarbene Wasser.

Die Strecke ist moderat und auch für weniger geübte Radler und Familien machbar, wobei ein E-Bike an den kleinen Anstiegen ganz hilfreich sein kann. Immer wieder laden Badestellen zum Sprung ins glasklare Wasser ein – der Weissensee hat Trinkwasserqualität und im Sommer angenehme Badetemperaturen.

Unterwegs findest du zahlreiche Einkehrmöglichkeiten mit Seeblick, wo du frischen Fisch aus dem See probieren solltest. Die Kombination aus sportlicher Bewegung, spektakulärer Naturkulisse und Bademöglichkeit macht diese Tour zu einem perfekten Sommertag im Sattel. Ein absolutes Muss für alle, die das Radeln mit Erholung verbinden möchten.

Nassfeld-Bergtour: Mountainbike-Herausforderung mit Weitblick

Die Nassfeld-Region ist das Mountainbike-Zentrum der Karnischen Alpen und bietet Trails und Almwege für jeden Anspruch. Diese Tour startet im Tal bei Tröpolach und führt über Forststraßen und Almwege hinauf ins Nassfeld-Gebiet auf rund 1.500 Meter Höhe direkt an der italienischen Grenze.

Der Anstieg fordert konditionell einiges, wird aber mit fantastischen Ausblicken auf die umliegenden Gipfel und blühende Almwiesen belohnt. Oben angekommen, kannst du auf mehreren bewirtschafteten Hütten einkehren und dich mit deftiger Kärntner Kost stärken, bevor es weiter über Almpfade geht.

Wer die Seilbahn nutzt, kann sich den Aufstieg erleichtern und die Kraft für die Trailabfahrten aufsparen. Die Region bietet sowohl flowige als auch technische Abfahrten. Diese Tour ist ideal für konditionsstarke Mountainbiker, die Höhenmeter und Naturerlebnis in einem einsamen, hochalpinen Ambiente suchen.

Alpe-Adria-Radweg: Etappe durchs südliche Kärnten

Der Alpe-Adria-Radweg zählt zu den schönsten Fernradwegen Europas und verbindet Salzburg mit Grado an der Adria. Eine besonders reizvolle Etappe führt durch das südliche Kärnten und streift die Ausläufer der Karnischen Alpen. Von Villach aus rollst du in Richtung Süden durch das sonnige Kanaltal Richtung italienische Grenze.

Die Strecke ist überwiegend flach bis leicht abfallend und nutzt teilweise eine ehemalige Bahntrasse, die heute als komfortabler Radweg dient. Dadurch fährst du entspannt durch Tunnel und über alte Viadukte, immer begleitet von der grandiosen Bergkulisse. Der Übergang von der alpinen Welt in die mediterrane Landschaft ist ein besonderes Erlebnis.

Unterwegs laden charmante Orte wie Tarvis zu einer Pause ein, wo bereits italienisches Flair spürbar wird. Diese Etappe eignet sich hervorragend für Genussradler und Familien und ist die perfekte Wahl, um das Gefühl einer echten Alpenüberquerung mit dem Rad zu erleben – ohne dabei komplett aus der Puste zu kommen.

Pressegger See und Gailtaler Runde

Diese abwechslungsreiche Familienrunde verbindet den idyllischen Pressegger See mit einer Fahrt durch das untere Gailtal. Startpunkt ist Hermagor, von wo aus du den kurzen Weg zum Pressegger See einschlägst, einem der wärmsten Badeseen Kärntens mit ausgedehntem Schilfgürtel und geschützten Naturzonen.

Rund um den See führt ein flacher, gut befahrbarer Weg, der sich hervorragend für Kinder und Radeinsteiger eignet. Der See ist ein Paradies für Naturliebhaber – hier brüten seltene Vögel im Schilf, und die Wasserqualität ist ausgezeichnet. Eine Badepause gehört bei dieser Tour einfach dazu.

Anschließend führt die Runde zurück ins Gailtal und über ruhige Radwege durch die weite Talebene. Unterwegs begegnest du typischen Gailtaler Bauernhöfen und kannst regionale Produkte wie Almkäse oder Speck direkt ab Hof kaufen. Eine entspannte, kurzweilige Tour, die Naturerlebnis, Badespaß und kulinarische Entdeckungen auf angenehme Weise vereint.

Häufige Fragen

Sind die Karnischen Alpen für Familien mit Kindern geeignet?

Ja, die Region ist ausgesprochen familienfreundlich. Besonders der Gailtal-Radweg und die Runden um den Weissensee und Pressegger See sind flach, gut ausgebaut und größtenteils vom Autoverkehr getrennt, sodass Kinder sicher unterwegs sind.

Viele Strecken lassen sich mit Badepausen an den kristallklaren Seen kombinieren, was den Radeltag für den Nachwuchs abwechslungsreich gestaltet. Unterwegs gibt es zahlreiche Einkehrmöglichkeiten und Spielplätze. Für längere Touren empfiehlt sich ein E-Bike für die Eltern oder ein Fahrradanhänger für die Kleinsten. Insgesamt bietet die Region ideale Bedingungen für einen entspannten Familienurlaub im Sattel.

Kann ich das Radfahren hier mit meinem Hund verbinden?

Grundsätzlich ja, allerdings solltest du die Touren an die Kondition deines Vierbeiners anpassen. Auf den flachen Talradwegen wie dem Gailtal-Radweg kann ein fitter Hund gut mitlaufen, sofern die Temperaturen nicht zu hoch sind.

An heißen Sommertagen ist Vorsicht geboten – plane Touren am frühen Morgen oder Abend und achte auf ausreichend Wasserpausen. Die zahlreichen Seen bieten deinem Hund willkommene Abkühlung. In bestimmten Naturschutzgebieten, etwa am Schilfgürtel des Pressegger Sees, gilt Leinenpflicht. Viele Unterkünfte in der Region heißen Hunde ausdrücklich willkommen, informiere dich aber vorab.

Wann ist die beste Reisezeit zum Radfahren?

Dank des milden Klimas am südlichen Alpenrand ist die Saison in den Karnischen Alpen angenehm lang. Die Talradwege sind oft schon ab April befahrbar, während die hochalpinen Touren und Passstraßen meist von Mai bis Oktober offen sind.

Der Frühsommer besticht durch blühende Almwiesen und angenehme Temperaturen, während der Hochsommer ideal ist, um das Radeln mit Badevergnügen an den warmen Seen zu verbinden. Der Herbst gehört zu den Geheimtipps: klare Luft, goldenes Licht und weniger Betrieb machen September und Oktober zu einer wunderbaren Zeit für Genussradler und Rennradfahrer.

Brauche ich ein E-Bike oder reicht ein normales Fahrrad?

Das hängt ganz von deinen Zielen und deiner Fitness ab. Für die flachen Talradwege wie den Gailtal-Radweg reicht ein normales Trekkingrad völlig aus, und du wirst kaum ins Schwitzen kommen.

Möchtest du hingegen die knackigen Passstraßen wie den Plöckenpass oder Bergtouren zum Nassfeld in Angriff nehmen, ist ein E-Bike eine große Erleichterung, sofern du nicht sportlich ambitioniert bist. Die Region ist hervorragend auf E-Biker eingestellt: Ladestationen und Verleihe sind flächendeckend vorhanden. Viele Genießer schätzen das E-Bike, weil sie so mehr von der Landschaft sehen und weniger auf die Anstrengung achten müssen.

Wie gut ist die Beschilderung der Radwege?

Die Radwege in den Karnischen Alpen sind durchweg gut beschildert und markiert. Der Gailtal-Radweg (R3) sowie der Alpe-Adria-Radweg folgen einer einheitlichen, leicht erkennbaren Ausschilderung, die dich zuverlässig durch die Region leitet.

Auch die Mountainbike-Strecken rund um Nassfeld sind mit Schwierigkeitsgraden und Streckennummern gekennzeichnet. Dennoch empfiehlt es sich, zusätzlich eine Karten-App oder GPS-Gerät zu nutzen, besonders bei anspruchsvolleren Touren in höheren Lagen. Die örtlichen Tourismusbüros stellen zudem detaillierte Radkarten und Tourenvorschläge zur Verfügung, die dir bei der Planung helfen.

Gibt es Möglichkeiten zum Fahrradverleih?

Ja, in den größeren Orten wie Kötschach-Mauthen, Hermagor und rund um den Weissensee findest du zahlreiche Verleihstationen. Das Angebot reicht von klassischen Trekkingrädern über Mountainbikes bis hin zu modernen E-Bikes.

Viele Verleiher bieten auch Zubehör wie Helme, Kindersitze und Anhänger an. Für Mountainbiker gibt es spezialisierte Shops in der Nassfeld-Region, die hochwertige Sportgeräte und Full-Suspension-Bikes vermieten. Es empfiehlt sich, gerade in der Hochsaison vorab zu reservieren. Zahlreiche radfreundliche Unterkünfte stellen ihren Gästen zudem eigene Räder zur Verfügung oder vermitteln den Kontakt zu Verleihstationen.

Kann ich Bahn und Rad kombinieren?

Absolut, die Region ist gut an das Bahnnetz angebunden, was besonders praktisch für Einwegtouren ist. Die Gailtalbahn und Verbindungen von Villach aus ermöglichen es dir, Touren flexibel zu gestalten und die Rückfahrt bequem mit dem Zug anzutreten.

Fahrradmitnahme ist in den meisten Regionalzügen möglich, in der Hochsaison ist jedoch eine Reservierung empfehlenswert. Der Alpe-Adria-Radweg lässt sich hervorragend etappenweise mit Bahnunterstützung erkunden. So kannst du eine lange Abfahrt genießen und musst nicht denselben Weg wieder hinaufkurbeln. Die Kombination aus Rad und Bahn eröffnet dir viele entspannte Tourenmöglichkeiten.

Wie anspruchsvoll sind die Rennradtouren wirklich?

Das Spektrum reicht von entspannt bis extrem fordernd. Die Talstraßen entlang der Gail sind flach und ideal zum Einrollen oder für Genussrunden. Die Passauffahrten dagegen, allen voran der Plöckenpass mit über 1.300 Höhenmetern, verlangen dir einiges an Kondition ab.

Für ambitionierte Rennradfahrer lassen sich mehrere Pässe zu langen Rundtouren mit erheblichen Höhenmetern kombinieren, teils über die italienische Grenze. Die gute Straßenqualität und der vergleichsweise geringe Verkehr machen das Fahren angenehm. Wer trainiert ist, findet hier alpine Herausforderungen; wer es gemächlicher mag, bleibt einfach in den Tälern und genießt trotzdem das grandiose Bergpanorama.

Gibt es geführte Radtouren in der Region?

Ja, verschiedene Anbieter und Tourismusverbände organisieren geführte Touren für unterschiedliche Ansprüche. Für Mountainbiker gibt es geführte Trailtouren in der Nassfeld-Region, bei denen erfahrene Guides die schönsten und sichersten Strecken zeigen.

Auch geführte Genussradtouren mit kulinarischem Schwerpunkt werden angeboten – hier verbindest du das Radeln mit Verkostungen von Almkäse, Speck und regionalen Spezialitäten. Diese Touren sind eine hervorragende Möglichkeit, die Region mit lokalem Wissen zu entdecken und Geheimtipps kennenzulernen, die man alleine leicht übersieht. Die örtlichen Tourismusbüros geben gerne Auskunft über aktuelle Angebote und Termine.

Wo finde ich unterwegs Einkehrmöglichkeiten?

Die Karnischen Alpen sind kulinarisch bestens erschlossen. Entlang der Talradwege reihen sich Gasthöfe, Cafés und Bauernhöfe aneinander, in denen du regionale Spezialitäten genießen kannst. Kötschach-Mauthen als Genuss-Region ist besonders reich an ausgezeichneten Adressen.

Auf den Bergtouren laden zahlreiche bewirtschaftete Almhütten zur Rast ein, wo du deftige Kärntner Kost wie Kasnudeln oder Brettljause bekommst. Auf der italienischen Seite locken Osterias und Trattorien mit Pasta, Frico und Espresso. Plane deine Pausen ruhig großzügig ein – das Genießen gehört hier einfach dazu und ist Teil des besonderen Charmes dieser Grenzregion.

Ist die Region auch für Anfänger geeignet?

Definitiv. Gerade für Radeinsteiger bietet die Region ideale Bedingungen mit ihren flachen, gut ausgebauten Talradwegen. Der Gailtal-Radweg und die Seenrunden lassen sich ohne große Vorkenntnisse und ohne besondere Fitness bewältigen.

Die Strecken sind meist verkehrsarm und mit sanften Steigungen versehen, sodass du dich langsam an das Radfahren gewöhnen kannst. Ein E-Bike nimmt zusätzlich den Respekt vor kleineren Anstiegen. Da die Touren flexibel verkürzt oder verlängert werden können, findest du immer eine passende Distanz. Anfänger, Genussradler und Familien fühlen sich hier gleichermaßen wohl und können die Landschaft in Ruhe erkunden.

Was sollte ich für eine Radtour einpacken?

Neben der obligatorischen Grundausstattung mit Helm, Trinkflasche und Reparaturset solltest du wegen der wechselhaften Bergwetterlagen an Kleidung im Zwiebelprinzip denken. Auch an sonnigen Tagen kann es auf den Pässen deutlich kühler werden, eine Windjacke gehört daher ins Gepäck.

Sonnenschutz ist am südlichen Alpenrand besonders wichtig – Sonnencreme, Brille und Kopfbedeckung nicht vergessen. Für die Seentouren empfiehlt sich Badekleidung, denn eine Erfrischung im türkisen Wasser ist Gold wert. Snacks und ausreichend Wasser sind auf längeren Bergtouren ratsam, auch wenn die Einkehrdichte hoch ist. Eine Karten-App und ein kleines Bargeldpolster für urige Hütten runden die Ausrüstung ab.

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