Neckarschleife im Odenwald
Fahrrad • Odenwald

Radfahren im Odenwald: Sanfte Hügel, dichte Wälder und genussvolle Kilometer im badischen Süden

Sanfte Hügel, stille Wälder und das märchenhafte Neckartal – der badische Odenwald ist ein Geheimtipp für genussvolle Radtage abseits des Trubels.

Radfahren im badischen Odenwald

Es gibt Regionen, die laut nach Aufmerksamkeit rufen – und dann gibt es den Odenwald. Der badisch-württembergische Teil dieses Mittelgebirges macht kein großes Aufheben um sich, und genau das ist sein Charme. Hier rollst du durch ein Land aus sanften Hügeln, tief verwurzelten Wäldern und Tälern, die so still daliegen, dass du dein eigenes Reifenrauschen hörst. Wer den Odenwald mit dem Rad entdeckt, lernt eine Landschaft kennen, die sich nicht aufdrängt, sondern Schicht für Schicht offenbart.

Der baden-württembergische Odenwald erstreckt sich grob zwischen dem Neckartal im Süden, der Bergstraße im Westen und dem fränkischen Tauberland im Osten. Es ist eine Gegend der Kontraste: blühende Streuobstwiesen an den Hängen, kühle Buchenwälder auf den Höhen und tief eingeschnittene Flusstäler, in denen sich Radwege wie von selbst entlangschlängeln. Besonders das Neckartal mit seinen verträumten Burgen gehört zu den schönsten Flussradwegen Deutschlands – flach, familienfreundlich und gespickt mit historischen Postkartenmotiven.

Doch der Odenwald kann auch anders. Wer in die Höhe will, findet Anstiege, die ordentlich in die Waden gehen, belohnt mit Panoramen über endlose Waldkämme. Genau diese Mischung macht die Region so vielseitig: Genussradler finden entlang der Flüsse ihr ruhiges Glück, während Rennradfahrer und Mountainbiker sich an den Höhenzügen austoben. E-Bikes haben hier ohnehin Hochkonjunktur und verwandeln so manchen schweißtreibenden Berg in ein entspanntes Vergnügen.

Und dann ist da noch das, was zwischen den Kilometern passiert: ein Stück hausgemachter Apfelkuchen in einem Gasthof, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Ein kühles Bier auf einer Terrasse mit Blick ins Tal. Ein freundliches Schwätzchen mit Einheimischen, die ihren Odenwald lieben und es dir gerne zeigen. Hier geht es nicht ums Abhaken von Sehenswürdigkeiten, sondern ums Ankommen – langsam, genussvoll und mit jeder Pedalumdrehung ein bisschen entschleunigter.

Topografie & Landschaft

Sanftes bewaldetes Mittelgebirge

Höhenlage

bis 626 m (Katzenbuckel)

Geländecharakter

Asphalt, Schotter, Waldwege

Infrastruktur

Gut ausgebaut, bahnerschlossen

Beste Reisezeit

April bis Oktober

Navigation

Was den badischen Odenwald so besonders macht

Das märchenhafte Neckartal

Wenn der Odenwald ein Aushängeschild hat, dann ist es das Neckartal. Zwischen Heidelberg und Mosbach windet sich der Fluss durch ein enges, bewaldetes Tal, über dem sich gleich eine ganze Reihe von Burgen erhebt. Die Vier-Burgen-Stadt Neckarsteinach ist hierfür das beste Beispiel – nirgendwo sonst stehen so viele Ritterburgen so dicht beieinander. Mit dem Rad gleitest du am Wasser entlang, während über dir Gemäuer thronen, die Geschichten aus Jahrhunderten erzählen.

Besonders die Burg Hornberg bei Neckarzimmern hat es in sich: Hier lebte einst Götz von Berlichingen, der Ritter mit der eisernen Hand und dem berühmt-deftigen Zitat. Heute kannst du auf der Burg einkehren, regionalen Wein verkosten und den Blick über das Tal schweifen lassen. Das Neckartal ist flach und gut ausgebaut, perfekt also auch für Familien, die ohne große Steigungen viel Romantik erleben wollen.

Kulinarik: Apfelwein, Wild und herzhafte Hausmannskost

Der Odenwald isst bodenständig, und das ist ein Kompliment. In den Gasthöfen warten kräftige Wildgerichte aus den heimischen Wäldern, frische Forellen aus den Tälern und natürlich Streuobst in allen Variationen. Apfelsaft, Apfelwein und gebrannte Edelobst-Spezialitäten gehören hier zur Kultur – die unzähligen Streuobstwiesen sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch flüssiger Genuss in der Flasche.

Wusstest du schon? Der Odenwald gehört zu den waldreichsten Regionen Deutschlands, und genau dieser Wald liefert das, was auf den Tellern landet. Ein deftiges Vesper mit Handkäse, Speck und frischem Bauernbrot schmeckt nach einer Radtour gleich doppelt so gut. Wer es süß mag, sollte den Odenwälder Kuchen nicht verpassen – jedes Gasthaus hat hier sein eigenes Geheimrezept.

Geheimtipp: Die Stille der Höhenzüge

Während sich im Neckartal die Radler tummeln, sind die Höhen des Odenwaldes oft erstaunlich einsam. Rund um den Katzenbuckel, mit 626 Metern die höchste Erhebung des gesamten Odenwaldes, findest du Wege, auf denen du stundenlang fahren kannst, ohne mehr als ein paar Wanderer zu treffen. Der Katzenbuckel ist übrigens ein erloschener Vulkan – eine Tatsache, die viele überrascht.

Ein echter Geheimtipp sind die kleinen Dörfer im hinteren Odenwald, etwa rund um Eberbach oder im Schefflenztal. Hier ticken die Uhren langsamer, die Wirtshäuser sind ursprünglich, und die Preise haben den Sprung in die Gegenwart oft glücklich verpasst. Wer den echten, ungeschminkten Odenwald sucht, wird hier fündig.

Kultur und Geschichte am Wegesrand

Der Odenwald ist gespickt mit Spuren der Vergangenheit. Der römische Limes durchzieht die Region und ist heute UNESCO-Welterbe – an vielen Stellen kannst du rekonstruierte Wachtürme und Kastelle besichtigen. Wer mit dem Rad unterwegs ist, fährt buchstäblich durch zweitausend Jahre Geschichte.

Auch die Fachwerkstädtchen verdienen einen Halt. Mosbach mit seinem prächtigen Marktplatz oder das mittelalterliche Eberbach laden zum Bummeln ein. Diese Orte sind keine Museumskulissen, sondern lebendige Städtchen, in denen sich Geschichte und Alltag auf charmante Weise mischen.

Warum der Odenwald ein Radparadies ist

Vielfalt für jeden Fahrtyp

Der badische Odenwald ist eine dieser seltenen Regionen, die wirklich jedem Radfahrer etwas bieten. Bist du gemütlicher Genussradler, rollst du entlang des Neckars von Burg zu Burg, ohne dass dir die Steigungen den Spaß verderben. Suchst du dagegen die sportliche Herausforderung, schickt dich der Odenwald in seine Höhenzüge, wo Anstiege und Abfahrten dein Herz höherschlagen lassen.

Diese Vielfalt macht die Region besonders für Gruppen mit unterschiedlichen Ansprüchen attraktiv. Während die einen die Flusstäler genießen, drehen die anderen ihre Runde über die Kämme – und abends trifft man sich wieder im Gasthof. E-Bikes verschieben dabei längst die Grenzen: Was früher als knackiger Anstieg galt, wird mit Motorunterstützung zum entspannten Höhenflug mit Panoramablick.

Wegequalität und Beschilderung

Die Radinfrastruktur im Odenwald hat in den letzten Jahren deutlich aufgeholt. Der Neckartal-Radweg ist durchgehend gut ausgebaut, überwiegend asphaltiert und vorbildlich beschildert. Auch viele Verbindungsrouten in den Seitentälern sind solide markiert, sodass du dich auch ohne ständigen Blick aufs Navi zurechtfindest.

In den Höhenlagen wird es naturgemäß ruppiger. Hier wechseln sich asphaltierte Sträßchen mit Schotterwegen und Waldpfaden ab. Für Tourenräder und Gravelbikes ist das ideales Terrain, Rennradfahrer halten sich besser an die ausgebauten Höhenstraßen. Wer Mountainbike fährt, findet im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald ein dichtes Netz aus Trails und Forstwegen.

Naturerlebnisse und Aussichtspunkte

Was den Odenwald so besonders macht, ist die Ruhe. Die dichten Buchen- und Mischwälder dämpfen jeden Lärm, und an manchen Tagen begegnet dir auf den Höhenwegen mehr Wild als Menschen. Im Frühling blühen die Streuobstwiesen in zartem Weiß und Rosa, im Herbst leuchten die Wälder in Gold und Kupfer – ein Fest für die Augen.

Aussichtspunkte gibt es reichlich. Der Aussichtsturm auf dem Katzenbuckel belohnt die Mühe des Anstiegs mit einem Rundblick bis zum Schwarzwald und zum Pfälzerwald. Auch von vielen Burgen aus öffnet sich das Tal in seiner ganzen Schönheit. Plane unbedingt Zeit für solche Pausen ein – der Odenwald ist kein Ort zum Durchhetzen.

Für wen lohnt sich der Odenwald?

Familien lieben das flache Neckartal mit seinen kurzen Etappen und vielen Burgen, die Kinderaugen zum Leuchten bringen. Genussradler finden hier eine Region, die nicht überlaufen ist und in der das Einkehren noch zur Kultur gehört. Sportlich Ambitionierte schätzen die Höhenmeter und die kurvigen Abfahrten.

Und dann ist da die wachsende Schar der E-Biker und Gravel-Fans, für die der Odenwald geradezu maßgeschneidert scheint: vielseitiges Gelände, abwechslungsreiche Untergründe und immer wieder lohnende Ziele. Wer dem Trubel der bekannteren Radregionen entkommen will, ist hier goldrichtig.

Übernachten im Odenwald: Gastfreundliche Unterkünfte für Radfahrer

Die schönsten Radtouren im badischen Odenwald

Neckartal-Radweg: Von Heidelberg nach Mosbach

Diese Etappe gehört zu den schönsten Flussradtouren Deutschlands und ist der perfekte Einstieg in den Odenwald. Du startest in der quirligen Studentenstadt Heidelberg und folgst dem Neckar flussaufwärts, immer am Wasser entlang. Das Tal wird zunehmend enger und wilder, links und rechts steigen bewaldete Hänge auf, und über dir tauchen die ersten Burgen auf.

Highlights wie Neckargemünd, Neckarsteinach mit seinen vier Burgen und das mittelalterliche Eberbach reihen sich wie Perlen an der Strecke auf. Der Weg ist nahezu flach, durchgehend gut ausgebaut und damit ideal für Familien und Genussradler. Etwa 60 Kilometer liegen vor dir, doch dank der vielen Einkehrmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten verfliegt die Zeit wie im Flug.

Wer mag, kürzt mit der Bahn ab – die Bahnlinie begleitet das Tal und nimmt Räder problemlos mit. So lässt sich die Tour flexibel an deine Form anpassen. Am Ziel in Mosbach wartet ein traumhafter Fachwerkmarktplatz auf dich, perfekt für einen Schlummertrunk.

Rund um den Katzenbuckel: Auf den Dach des Odenwaldes

Diese Tour ist etwas für ambitionierte Radler, die Höhenmeter nicht scheuen. Vom Tal aus arbeitest du dich hinauf zum Katzenbuckel, mit 626 Metern die höchste Erhebung des Odenwaldes und obendrein ein erloschener Vulkan. Der Anstieg fordert dich, doch die Belohnung folgt prompt: Vom Aussichtsturm reicht der Blick an klaren Tagen bis zum Schwarzwald.

Die rund 45 Kilometer lange Runde führt durch tiefe Wälder und vorbei an verschlafenen Dörfern, in denen die Welt noch in Ordnung scheint. Unterwegs wechseln sich asphaltierte Sträßchen mit Schotterpassagen ab, weshalb ein Tourenrad oder Gravelbike die beste Wahl ist. Mit dem E-Bike wird der Anstieg natürlich deutlich entspannter.

Plane genug Zeit für Pausen ein, denn die Stille der Höhen will genossen werden. Einkehrmöglichkeiten gibt es, aber sie sind seltener gesät als im Tal – ein gefüllter Vesperbeutel im Gepäck schadet also nie.

Limes-Radweg: Auf den Spuren der Römer

Geschichte trifft Genuss: Der Limes-Radweg folgt der einstigen Grenze des Römischen Reiches, die quer durch den Odenwald verlief. Unterwegs passierst du rekonstruierte Wachtürme und Kastelle und radelst buchstäblich durch zweitausend Jahre Vergangenheit. Das UNESCO-Welterbe wird hier auf zwei Rädern lebendig.

Die Strecke ist abwechslungsreich und mittelschwer, mit einigen sanften Anstiegen, die das Profil interessant halten. Wälder, Felder und kleine Ortschaften wechseln sich ab, sodass keine Langeweile aufkommt. Informationstafeln am Wegesrand erklären die Geschichte des Limes und machen die Tour auch für Familien lehrreich.

Besonders schön ist diese Route im Frühsommer, wenn die Felder grünen und die Temperaturen angenehm sind. Wer Interesse an Geschichte mit körperlicher Betätigung verbinden möchte, findet hier eine ideale Kombination.

Schefflenztal-Runde: Stille Täler und Streuobstwiesen

Diese Tour führt dich in den weniger bekannten Teil des Odenwaldes, wo die Touristenströme dünn werden und die Idylle dafür umso dichter. Das Schefflenztal mit seinen ausgedehnten Streuobstwiesen ist im Frühling ein blühendes Meer aus Weiß und Rosa, im Herbst ein Paradies für Apfelliebhaber.

Die etwa 40 Kilometer lange Runde ist moderat hügelig und führt über ruhige Nebenstraßen und gut befahrbare Wirtschaftswege. Du passierst kleine Dörfer mit ursprünglichen Gasthäusern, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint – und in denen ein Glas frischer Apfelsaft oder Most zum Pflichtprogramm gehört.

Diese Tour ist ein echter Geheimtipp für alle, die den Odenwald fernab des Trubels erleben möchten. Hier geht es nicht um Spektakel, sondern um die leisen Schönheiten der Landschaft und die herzliche Gastfreundschaft der Einheimischen.

Burgentour Neckar: Von Ritter zu Ritter

Diese familienfreundliche Tour verbindet die schönsten Burgen des Neckartals zu einer abwechslungsreichen Runde. Start ist meist in Neckarzimmern unterhalb der Burg Hornberg, wo einst Götz von Berlichingen residierte. Von hier aus geht es entlang des Flusses und hinauf zu verschiedenen Burgen, die das Tal überragen.

Die rund 35 Kilometer lange Strecke kombiniert flache Talabschnitte mit kurzen, knackigen Anstiegen zu den Burgen. Diese Mischung sorgt für Abwechslung, ohne zu überfordern. Auf der Burg Hornberg kannst du regionalen Wein verkosten und den Blick über das Neckartal genießen – ein würdiger Höhepunkt.

Kinder lieben diese Tour, weil hinter jeder Kurve ein neues Schloss oder eine neue Burg wartet. Mit etwas Fantasie verwandelt sich die Fahrt in eine echte Ritterreise. Mehrere Einkehrmöglichkeiten unterwegs sorgen dafür, dass weder kleine noch große Radler hungrig bleiben.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Radfahren im Odenwald?

Die ideale Saison reicht von April bis Oktober. Der Frühling ist besonders reizvoll, wenn die Streuobstwiesen in voller Blüte stehen und die Wälder frisch ergrünen. Die Temperaturen sind dann angenehm, und die Wege sind noch nicht überlaufen.

Der Herbst hat seinen ganz eigenen Charme: Die Buchenwälder leuchten in Gold und Kupfer, und die Apfelernte sorgt für kulinarische Höhepunkte unterwegs. Der Hochsommer kann in den Tälern gelegentlich schwül werden, doch die schattigen Waldwege der Höhenlagen bieten dann angenehme Kühlung. Im Winter ruht das Radfahren weitgehend, da Schnee und Eis besonders die Höhenzüge unpassierbar machen können.

Eignet sich der Odenwald für Familien mit Kindern?

Absolut, vor allem das Neckartal ist wie geschaffen für Familien. Der flache, gut ausgebaute Radweg entlang des Flusses kommt ohne anstrengende Steigungen aus, und die vielen Burgen unterwegs sorgen für leuchtende Kinderaugen. Die Etappen lassen sich flexibel gestalten, und die begleitende Bahnlinie ermöglicht jederzeit eine bequeme Abkürzung.

Auch die Schefflenztal-Runde und die Burgentour eignen sich gut für Familien, sofern die Kinder etwas Raderfahrung mitbringen. Wichtig ist, ausreichend Pausen einzuplanen und unterwegs Vesper und Getränke mitzunehmen. Die zahlreichen Einkehrmöglichkeiten im Tal machen das Radeln mit der ganzen Familie zu einem entspannten Erlebnis.

Brauche ich ein E-Bike für die Touren im Odenwald?

Notwendig ist ein E-Bike keineswegs, aber je nach Tour kann es den Genuss deutlich erhöhen. Im flachen Neckartal kommst du auch mit einem normalen Tourenrad bestens zurecht. Für die Höhentouren rund um den Katzenbuckel oder die hügeligen Seitentäler ist ein E-Bike jedoch eine echte Erleichterung, besonders wenn du die Anstiege lieber genießen als erleiden möchtest.

E-Bikes sind im Odenwald sehr verbreitet, und entsprechend gut ist die Infrastruktur: Viele Gasthöfe und Unterkünfte bieten Lademöglichkeiten, und in den Orten gibt es zunehmend Verleihstationen. Wer also unsicher ist, ob die Kondition für die Höhenmeter reicht, fährt mit einem E-Bike entspannt und mit einem Lächeln über die Berge.

Wie gut ist die Radwegbeschilderung?

Die Hauptrouten wie der Neckartal-Radweg sind durchgehend und zuverlässig beschildert. Du findest dich hier auch ohne Navigationsgerät gut zurecht, da die Wegweiser regelmäßig und an allen wichtigen Abzweigungen stehen. Auch der Limes-Radweg ist solide markiert und zusätzlich mit informativen Tafeln versehen.

In den Höhenlagen und auf weniger frequentierten Verbindungsrouten wird die Beschilderung gelegentlich lückenhaft. Hier empfiehlt sich eine GPS-Navigation oder eine gute Radkarte als Ergänzung. Insgesamt hat sich die Radinfrastruktur im Odenwald in den letzten Jahren deutlich verbessert, sodass du dich auf den meisten Strecken gut orientieren kannst.

Welches Rad ist für den Odenwald am besten geeignet?

Das hängt stark von deinen Plänen ab. Für das Neckartal und die ausgebauten Hauptrouten reicht ein normales Trekking- oder Tourenrad völlig aus. Die Wege sind hier überwiegend asphaltiert und komfortabel zu fahren.

Möchtest du die Höhenzüge und Seitentäler erkunden, ist ein Gravelbike oder ein robustes Tourenrad die bessere Wahl, da dort häufig Schotterwege und Waldpfade auf dich warten. Rennradfahrer finden auf den ausgebauten Höhenstraßen ihr Glück, sollten aber Schotterpassagen meiden. Mountainbiker hingegen finden im Geo-Naturpark ein dichtes Netz aus Trails. Wer flexibel bleiben will, fährt mit einem allroundtauglichen Gravelbike am besten.

Wie komme ich mit der Bahn in den Odenwald?

Der Odenwald ist hervorragend an das Bahnnetz angebunden. Die Neckartalbahn verbindet Heidelberg über Eberbach bis Mosbach und begleitet das Tal auf seiner ganzen Länge. Räder können in diesen Regionalzügen problemlos mitgenommen werden, was die Tourenplanung enorm erleichtert.

Diese gute Anbindung ermöglicht es dir, Touren als Einbahnstrecke zu planen: Du fährst eine Etappe mit dem Rad und kehrst bequem mit der Bahn zum Ausgangspunkt zurück. Auch der Odenwald selbst ist über verschiedene Linien erschlossen. Achte in der Hauptsaison und an Wochenenden darauf, dass die Radabteile gelegentlich voll werden – eine frühe Abfahrt zahlt sich dann aus.

Gibt es genügend Einkehrmöglichkeiten unterwegs?

Im Neckartal und in den größeren Orten ist die Versorgung ausgezeichnet. Gasthöfe, Cafés und Biergärten reihen sich entlang der Hauptrouten aneinander, und die Odenwälder Gastfreundschaft ist legendär. Hausgemachter Kuchen, deftige Vesper und regionale Spezialitäten warten an vielen Stellen auf dich.

In den abgelegeneren Höhenlagen und stillen Tälern wird das Angebot dünner. Hier solltest du dich vorher informieren und im Zweifel etwas Verpflegung mitnehmen. Ein gefüllter Vesperbeutel und ausreichend Wasser gehören auf den Höhentouren ohnehin ins Gepäck. Viele kleine Dorfgasthäuser haben zudem unregelmäßige Öffnungszeiten oder Ruhetage – ein kurzer Blick vorab erspart Enttäuschungen.

Wie anspruchsvoll sind die Touren im Odenwald?

Das Spektrum ist breit. Das Neckartal ist nahezu flach und damit für Einsteiger und Familien problemlos zu bewältigen. Hier kommt es eher auf die Streckenlänge als auf die Höhenmeter an. Diese Touren sind ideal, wenn du entspannt genießen und nicht ständig schwitzen möchtest.

Die Höhentouren hingegen verlangen ordentlich Kondition. Anstiege wie der zum Katzenbuckel haben es in sich, und auch die Seitentäler warten mit knackigen Steigungen auf. Für diese Routen solltest du eine gewisse Grundfitness mitbringen oder auf ein E-Bike setzen. Insgesamt findet aber jeder Fahrtyp passende Strecken – vom gemütlichen Genussradler bis zum ambitionierten Bergfan.

Kann man im Odenwald gut mehrtägige Radtouren machen?

Ja, der Odenwald eignet sich hervorragend für mehrtägige Radreisen. Der Neckartal-Radweg lässt sich beispielsweise über mehrere Etappen genießen, mit Übernachtungen in charmanten Städtchen wie Eberbach oder Mosbach. So kannst du die Region in Ruhe entdecken und musst nicht alles an einem Tag schaffen.

Entlang der Hauptrouten gibt es zahlreiche radlerfreundliche Unterkünfte, von gemütlichen Gasthöfen bis zu komfortablen Hotels. Viele bieten Lademöglichkeiten für E-Bikes, sichere Abstellplätze und ein kräftiges Frühstück für den nächsten Tag. Wer länger bleibt, kann das Neckartal mit Abstechern in die Höhenlagen oder das Tauberland kombinieren und so eine abwechslungsreiche Rundreise gestalten.

Was sollte ich an Ausrüstung dabei haben?

Neben dem obligatorischen Helm und passender Radkleidung empfiehlt sich im Odenwald immer eine wetterfeste Jacke, denn das Mittelgebirgsklima kann durchaus wechselhaft sein. Besonders in den Höhenlagen kann es schnell kühler oder regnerischer werden als im Tal.

Außerdem solltest du Ersatzschlauch, Flickzeug und eine Luftpumpe mitführen, da auf den abgelegeneren Strecken nicht immer schnelle Hilfe greifbar ist. Ausreichend Wasser und ein Snack gehören ebenfalls ins Gepäck, vor allem auf den Höhentouren. Wer auf Schotter- und Waldwegen unterwegs ist, fährt mit etwas breiteren Reifen komfortabler. Eine Radkarte oder ein GPS-Gerät runden die Ausrüstung ab.

Sind die Wege auch bei Regen befahrbar?

Die asphaltierten Hauptrouten wie der Neckartal-Radweg sind auch bei Regen gut befahrbar, du solltest lediglich vorsichtiger fahren und auf rutschige Stellen achten. Mit einer guten Regenausrüstung lässt sich auch ein Schauer problemlos überstehen.

Anders sieht es auf den Schotter- und Waldwegen der Höhenlagen aus. Diese können bei anhaltendem Regen matschig und schwer befahrbar werden. Wenn längere Regenperioden angekündigt sind, weichst du besser auf die befestigten Talrouten aus. Generell gilt: Ein Blick auf die Wettervorhersage vor der Tour hilft, böse Überraschungen zu vermeiden und den schönsten Streckenabschnitt für das beste Wetter zu wählen.

Gibt es Fahrradverleih und Reparaturmöglichkeiten?

In den größeren Orten wie Heidelberg, Eberbach und Mosbach findest du Fahrradgeschäfte und Verleihstationen, an denen du Räder und zunehmend auch E-Bikes mieten kannst. Auch Reparaturen lassen sich dort meist unkompliziert erledigen. Einige touristische Anlaufstellen vermitteln zudem Leihräder.

In den kleineren Dörfern wird das Angebot naturgemäß dünner. Es empfiehlt sich daher, vor der Tour zu prüfen, wo die nächste Werkstatt liegt, und selbst grundlegendes Reparaturwerkzeug dabeizuhaben. Wer einen Platten oder ein kleines technisches Problem selbst beheben kann, ist auf den abgelegeneren Strecken klar im Vorteil. Für E-Bikes sind spezialisierte Händler vor allem in den größeren Städten zu finden.

Lohnt sich der Odenwald auch für sportliche Rennradfahrer?

Durchaus, denn die Höhenzüge des Odenwaldes bieten kurvenreiche, gut ausgebaute Straßen mit reizvollen Anstiegen und schwungvollen Abfahrten. Der Verkehr ist auf vielen Nebenstrecken erfreulich gering, sodass sich entspannt trainieren lässt. Die Mischung aus Tal- und Bergstrecken erlaubt abwechslungsreiche Trainingsrunden.

Rennradfahrer sollten allerdings die Schotter- und Waldwege meiden und sich an die asphaltierten Höhenstraßen halten. Eine gute Tourenplanung im Vorfeld lohnt sich, um die ideale Route zu finden. Wer Höhenmeter und Panoramablicke sucht, kommt im Odenwald voll auf seine Kosten – ohne die Massen, die man aus bekannteren Rennradregionen kennt.

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