Voralpenland mit Hochgebirge
Radfahren im Allgäu: Zwischen Alpenpanorama, Käsereien und endlosen Radwegen
Radfahren im Allgäu
Stell dir vor, du rollst auf einem sanft geschwungenen Radweg dahin, links wiegen sich saftig grüne Wiesen im Wind, rechts grasen Kühe mit hörbaren Glocken, und am Horizont schieben sich die schroffen Gipfel der Allgäuer Alpen in den Himmel. Genau so fühlt sich Radfahren im Allgäu an: eine Mischung aus Postkartenidylle und sportlichem Genuss, die selbst Radmuffel zu kleinen Tour-de-France-Fans macht.
Das Allgäu im Südwesten Bayerns ist eine dieser Regionen, die scheinbar für Radfahrer erschaffen wurden. Hier trifft das sanfte Hügelland des Unterallgäus auf die anspruchsvollen Anstiege rund um Oberstdorf und das Tannheimer Tal. Ob du gemütlich mit der Familie entlang der Iller radelst, dich auf gut beschilderten Fernradwegen treiben lässt oder dich mit dem Rennrad an alpinen Pässen abarbeitest – das Allgäu hat für jede Wadenstärke das passende Profil.
Was die Region so besonders macht, ist diese Vielfalt auf engstem Raum. Innerhalb weniger Kilometer wechselt die Kulisse von türkisblauen Bergseen über tiefe Schluchten bis hin zu blühenden Streuobstwiesen. Dazwischen liegen verträumte Dörfer mit Zwiebeltürmen, herrschaftliche Schlösser wie das märchenhafte Neuschwanstein und unzählige Einkehrmöglichkeiten, in denen man mit handgemachtem Bergkäse und kühlem Radler belohnt wird.
Und genau das ist das Schöne: Im Allgäu darfst du genießen. Niemand zwingt dich, Bestzeiten zu fahren. Hier geht es ums Erleben, ums Durchatmen und ums Staunen. Die Luft riecht nach frischem Heu, das Wasser der Bergbäche glitzert, und an jeder Ecke wartet ein Aussichtspunkt, an dem du einfach anhalten und das Panorama in dich aufsaugen möchtest.
Egal ob E-Bike, Tourenrad, Gravelbike oder Rennrad – das gut ausgebaute Radwegenetz, die durchdachte Beschilderung und die radfreundliche Infrastruktur machen das Allgäu zu einem der entspanntesten und gleichzeitig abwechslungsreichsten Reviere für Radreisende in ganz Deutschland.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
bis 2.224 m (Nebelhorn)
Geländecharakter
Asphaltwege, Forstwege, Bergstraßen
Infrastruktur
Sehr gut ausgebaut, radfreundlich
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Was das Allgäu so besonders macht
Bergwelt zum Niederknien
Das Allgäu ist im Kern Bergregion, und das spürst du an jeder Wegbiegung. Im Süden türmen sich die Allgäuer Hochalpen auf, mit dem markanten Nebelhorn und dem berühmten Hohen Ifen, dessen plattenartiger Gipfel aussieht wie von einem Riesen schräg in die Landschaft gesteckt. Selbst wenn du nur durchs Tal radelst, begleitet dich dieses imposante Bergpanorama wie eine ständige Kulisse, die mit jedem Sonnenstand ihre Farbe wechselt.
Besonders magisch wird es an den Bergseen. Der Alatsee bei Füssen, auch geheimnisvoller "Blutsee" genannt, der Hopfensee mit seinem flachen, fast mediterranen Ufer oder der wilde Schrecksee hoch oben in den Bergen – sie alle laden zu einer Pause ein. Ein Tipp am Rande: Pack die Badehose ein, denn nach einer schweißtreibenden Etappe ist ein Sprung ins kühle Bergwasser pures Glück.
Käse, Knödel und gemütliche Einkehr
Wer das Allgäu sagt, muss Käse sagen. Die Region ist das Herz der deutschen Bergkäse-Tradition, und auf vielen Touren kommst du an Sennalpen vorbei, wo der Käse noch in großen Kupferkesseln gerührt wird. Eine zünftige Brotzeit mit Allgäuer Emmentaler, Bergkäse und einem kühlen Getränk ist hier kein Klischee, sondern gelebter Alltag – und nach 40 Kilometern auf dem Sattel schmeckt sie umso besser.
Aber das Allgäu kann auch süß: Kaiserschmarrn mit Apfelmus, frische Krapfen und cremiger Käsekuchen warten in den vielen Berghütten und Landgasthöfen. Wusstest du schon? Die Allgäuer Milchwirtschaft entstand erst im 19. Jahrhundert richtig groß, weil das raue Klima Ackerbau erschwerte – aus der Not wurde eine der berühmtesten Käseregionen Europas.
Schlösser, Geschichte und Märchenmomente
Kaum eine andere Region in Deutschland punktet so mit royalem Flair wie das Allgäu. Allen voran natürlich Schloss Neuschwanstein, das märchenhafte Werk König Ludwigs II., das jährlich Millionen Besucher anzieht. Vom Sattel aus betrachtet, wenn es zwischen den bewaldeten Hügeln auftaucht, entfaltet es eine ganz besondere Wirkung – fern der Touristenmassen am Eingang.
Doch das Allgäu hat mehr zu bieten als nur das eine berühmte Schloss. Die barocke Wieskirche, ein UNESCO-Weltkulturerbe, liegt verträumt auf einer Wiese und überrascht mit prachtvollem Inneren. Historische Städtchen wie Kempten, eine der ältesten Städte Deutschlands mit römischen Wurzeln, oder das verwinkelte Füssen erzählen Geschichten aus vielen Jahrhunderten und laden zum entspannten Bummeln zwischen zwei Etappen ein.
Geheimtipps abseits der bekannten Pfade
Wer das Allgäu wirklich entdecken will, sollte das Westallgäu nicht auslassen. Die Region rund um Scheidegg und Lindenberg ist deutlich ruhiger als die touristischen Hotspots im Süden, dafür aber landschaftlich ein Traum aus Moorlandschaften, Wasserfällen und weiten Ausblicken bis zum Bodensee. Die Scheidegger Wasserfälle sind ein lohnender kleiner Abstecher, den viele Radler glatt verpassen.
Ein weiterer Geheimtipp ist das Günztal im Unterallgäu, wo es flach und ruhig zugeht – perfekt für entspannte Genussetappen ohne große Höhenmeter. Hier radelst du durch eine fast vergessene Bilderbuchlandschaft mit Mühlen, kleinen Bächen und urigen Wirtshäusern, in denen die Zeit ein bisschen langsamer zu ticken scheint.
Warum das Allgäu ein Radparadies ist
Vielfalt für jede Kondition
Das Allgäu ist ein echtes Chamäleon unter den Radregionen. Im flachen Unter- und Westallgäu rollst du auf sanften, fast ebenen Wegen dahin, ideal für Familien, Genussradler und alle, die das Erlebnis über den sportlichen Ehrgeiz stellen. Hier kannst du stundenlang fahren, ohne nennenswerte Steigungen, dafür mit ständigem Blick auf die Alpenkette am Horizont.
Je weiter du nach Süden kommst, desto knackiger wird es. Rund um Oberstdorf, im Tannheimer Tal oder am Riedbergpass, dem höchsten ganzjährig befahrbaren Pass Deutschlands, kommen ambitionierte Rennradfahrer und Bergziegen voll auf ihre Kosten. Diese Mischung aus gemütlich und herausfordernd macht das Allgäu für so unterschiedliche Radlertypen attraktiv.
Bestens ausgebaute Radwege
Was das Radfahren im Allgäu besonders entspannt macht, ist die hervorragende Infrastruktur. Fernradwege wie der Iller-Radweg oder der Bodensee-Königssee-Radweg ziehen sich gut beschildert durch die Region und führen größtenteils auf asphaltierten oder gut befestigten Wegen abseits des Autoverkehrs. Wer sich treiben lassen will, folgt einfach den Schildern und entdeckt dabei eine Landschaft nach der anderen.
Auch für Gravel- und Mountainbiker gibt es ein dichtes Netz aus Forst- und Naturwegen, die tief in die Wälder und hinauf zu Alpen führen. Viele Touren lassen sich flexibel kombinieren und über die zahlreichen Bahnhöfe mit Fahrradmitnahme bequem verkürzen oder verlängern – das nimmt jeglichen Druck aus der Tagesplanung.
E-Bike-Eldorado in den Bergen
Das Allgäu hat sich in den letzten Jahren zu einem wahren Paradies für E-Bike-Fans entwickelt. Wo früher steile Anstiege so manchen Radler abgeschreckt haben, summen heute die Akkus, und plötzlich sind Bergpanoramen und Alpenpässe auch für weniger trainierte Beine in Reichweite. Ein dichtes Netz aus Ladestationen, E-Bike-Verleihen und akkufreundlichen Hotels macht die Tourenplanung kinderleicht.
Gerade in Kombination mit den vielen Höhenmetern entfaltet das E-Bike hier seinen ganzen Charme: Du kannst die Aussicht genießen, statt nur auf den Asphalt vor dem Vorderrad zu starren. Und falls die Wadenkraft doch mal nachlässt, hilft der elektrische Rückenwind den letzten Anstieg zur Aussichtsterrasse hinauf, wo der verdiente Kaiserschmarrn schon wartet.
Aussichten, die süchtig machen
Es gibt Regionen, in denen man fürs perfekte Panorama lange suchen muss. Im Allgäu ist genau das Gegenteil der Fall. An nahezu jeder Wegbiegung öffnet sich ein neuer Blick: mal auf eine sanft geschwungene Hügelkette, mal auf einen tiefblauen See, mal auf die schroffen Felswände der Hochalpen. Diese ständige optische Belohnung macht selbst lange Etappen kurzweilig.
Besonders eindrucksvoll sind die Sonnenuntergänge, wenn die Berge in warmes Alpenglühen getaucht werden. Wer seine Tour clever plant und gegen Abend einen erhöhten Aussichtspunkt ansteuert, wird mit einem Naturschauspiel belohnt, das man so schnell nicht vergisst. Kameras zücken erlaubt, aber das schönste Bild speicherst du sowieso im Kopf.
Fahrradfreundliche Unterkünfte im Allgäu
Hotel Interest Vitalhotel
Deutschland, Oberstaufen
Hotel Interest Vitalhotel in Oberstaufen im Allgäu ist ein perfekter Ausgangspunkt für Motorradtouren, Wanderungen und Radtouren durch die bayerische Alpenlandschaft sowie den Alpen. Ihr 4 Sterne-Hotel in ruhiger Top-Lage - wenige Gehminuten zum Zentrum.
Unsere schönsten Radtouren im Allgäu
Iller-Radweg: Vom Gebirge bis zur Donau
Der Iller-Radweg ist der Klassiker schlechthin und einer der schönsten Flussradwege Süddeutschlands. Er begleitet die Iller von ihrem wilden Ursprung bei Oberstdorf bis zur Mündung in die Donau bei Ulm und verbindet auf rund 150 Kilometern die ganze Bandbreite des Allgäus – vom alpinen Hochgebirge bis zur sanften Flusslandschaft.
Das Schöne an dieser Route: Sie ist überwiegend abschüssig, da du flussabwärts fährst. Das macht sie auch für Genussradler und Familien attraktiv. Der Weg verläuft fast durchgehend auf asphaltierten oder gut befestigten Wegen abseits des Verkehrs und ist hervorragend beschildert.
Unterwegs passierst du das historische Kempten, kommst an idyllischen Auenlandschaften vorbei und kannst immer wieder am Flussufer pausieren. Wer mag, teilt die Strecke in zwei bis drei entspannte Tagesetappen auf und genießt abends die regionale Küche in einem der gemütlichen Gasthöfe entlang des Weges.
Rund um die Königsschlösser
Diese Tour ist Märchen pur. Von Füssen aus führt die Route durch eine traumhafte Landschaft aus Seen, Wiesen und Wäldern direkt in den Bann der Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Schon von weitem grüßen die Türme zwischen den bewaldeten Hügeln, und das Bergpanorama im Hintergrund sorgt für Gänsehautmomente.
Die Strecke ist moderat hügelig und damit für die meisten Radler gut machbar, gerade mit E-Bike-Unterstützung ein entspanntes Vergnügen. Unterwegs lockt der Forggensee mit Bademöglichkeiten und Bootsfahrten, und auch der ruhige Hopfensee lädt zu einer Pause am Ufer ein.
Ein besonderer Tipp ist der Abstecher zur Marienbrücke, von der aus du den wohl berühmtesten Blick auf Neuschwanstein hast. Wer früh startet, entgeht den großen Besucherströmen und kann die Atmosphäre in aller Ruhe genießen.
Tannheimer Tal Genussrunde
Das Tannheimer Tal, gern als das schönste Hochtal Europas bezeichnet, ist ein wahres Paradies für Radfahrer. Die Rundtour führt durch eine weite, von hohen Bergen gerahmte Talebene, die mit ihren blühenden Wiesen und glasklaren Seen wie gemalt wirkt. Der gut ausgebaute Radweg verläuft größtenteils flach und abseits der Hauptstraße.
Diese Tour eignet sich hervorragend für Familien und alle, die das Panorama mehr genießen als die Höhenmeter zählen wollen. Der Vilsalpsee am Talende ist ein absolutes Highlight – ein tiefblauer Bergsee inmitten eines Naturschutzgebiets, der zum Verweilen einlädt.
Wer mehr will, kann die Runde mit dem anspruchsvollen Anstieg über den Gaichtpass kombinieren und sich so eine ordentliche Portion Bergerlebnis abholen. Anschließend belohnst du dich in einer der vielen Almhütten mit deftiger Tiroler-Allgäuer Küche.
Westallgäuer Wasserwege
Im ruhigeren Westallgäu wartet eine Tour für alle, die das authentische, weniger überlaufene Allgäu suchen. Die Route rund um Scheidegg und Lindenberg führt durch eine sanft hügelige Landschaft aus Moorgebieten, Streuobstwiesen und Wäldern, immer wieder mit weiten Ausblicken bis zum Bodensee und in die Schweizer Berge.
Ein landschaftliches Highlight sind die Scheidegger Wasserfälle, die sich über mehrere Stufen in die Tiefe stürzen und einen reizvollen Stopp bieten. Die Region ist deutlich weniger touristisch geprägt als der Süden, was die Tour zu einem echten Geheimtipp macht.
Die hügelige Topografie sorgt für ein abwechslungsreiches Fahrgefühl mit kurzen, knackigen Anstiegen und genussvollen Abfahrten. Unterwegs laden urige Wirtshäuser zur Einkehr ein, in denen die Allgäuer Gemütlichkeit noch ganz unverfälscht zu Hause ist.
Riedbergpass für Bergliebhaber
Diese Tour ist nichts für schwache Nerven, aber ein absolutes Muss für ambitionierte Rennradfahrer und E-Bike-Bergziegen. Der Riedbergpass ist mit über 1.400 Metern der höchste ganzjährig befahrbare Straßenpass Deutschlands und verbindet das Tal von Balderschwang mit Oberstdorf über teils heftige Steigungen.
Die Auffahrt fordert mit Rampen von bis zu 16 Prozent ordentlich Tribut, doch die Belohnung am Scheitelpunkt ist gewaltig: ein grandioses Bergpanorama, das dich für alle Mühen entschädigt. Die Strecke ist gut ausgebaut und führt durch dichte Bergwälder und über offene Almflächen.
Wer die Herausforderung sucht, kombiniert die Passauffahrt mit weiteren Anstiegen rund um Oberstdorf zu einer echten Königsetappe. Am Ende wartet die rasante Abfahrt, bei der du den Fahrtwind förmlich spürst – ein Glücksgefühl, das man sich am Berg erst verdienen muss.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit zum Radfahren im Allgäu?
Die ideale Radsaison im Allgäu erstreckt sich von Mai bis Oktober. Im Frühsommer erlebst du blühende Wiesen und angenehm milde Temperaturen, während der Hochsommer mit langen Tagen und warmem Badewetter an den Seen lockt.
Besonders schön ist der goldene Herbst im September und Oktober, wenn die Wälder sich verfärben und die Sicht auf die Berge oft besonders klar ist. Beachte jedoch, dass die höher gelegenen Pässe wie der Riedbergpass im Frühjahr und Spätherbst noch oder schon wieder von Schnee betroffen sein können. Im Hochgebirge kann das Wetter zudem schnell umschlagen, daher lohnt sich immer ein Blick auf den Bergwetterbericht.
Eignet sich das Allgäu für Familien mit Kindern?
Absolut, das Allgäu ist eine hervorragende Region für Familienradtouren. Vor allem das flache Unter- und Westallgäu sowie die Flussradwege wie der Iller-Radweg bieten entspannte, weitgehend autofreie Strecken ohne große Steigungen.
Auch das Tannheimer Tal eignet sich mit seinem flachen Talradweg ideal für Kinder. Unterwegs gibt es viele Pausenmöglichkeiten an Seen, Spielplätzen und gemütlichen Gasthöfen. Für die kleinen Radler gibt es zahlreiche Verleihstationen mit Kinderrädern, Anhängern und Helmen. Plane die Etappen jedoch realistisch und mit genügend Pausen, damit der Spaß für die ganze Familie im Vordergrund bleibt.
Brauche ich ein E-Bike oder reicht ein normales Rad?
Das hängt ganz von deiner Kondition und der gewählten Route ab. Für die flachen Flussradwege und das sanfte Hügelland reicht ein normales Tourenrad völlig aus, und du genießt die Landschaft auch ohne elektrische Unterstützung.
Möchtest du jedoch die bergigeren Regionen rund um Oberstdorf oder Alpenpässe erkunden, kann ein E-Bike den Genuss deutlich steigern. Die elektrische Unterstützung macht steile Anstiege zugänglich und lässt dich die Aussicht genießen, statt dich nur abzukämpfen. Das Allgäu verfügt über ein dichtes Netz an Verleihstationen und Ladepunkten, sodass du dir bei Bedarf bequem vor Ort ein E-Bike ausleihen kannst.
Wie gut ist die Beschilderung der Radwege?
Die Radwege im Allgäu sind in der Regel sehr gut und einheitlich beschildert. Die großen Fernradwege wie der Iller-Radweg oder der Bodensee-Königssee-Radweg folgen klaren Logos und Wegweisern, sodass du dich auch ohne ständigen Blick aufs Handy gut zurechtfindest.
Dennoch empfiehlt es sich, zusätzlich eine GPS-Navigation oder eine gute Radkarte mitzuführen, besonders wenn du individuelle Routen abseits der Hauptwege fährst. In den abgelegeneren Gebieten des Westallgäus oder auf Gravel-Strecken kann die Beschilderung mancherorts dünner werden. Viele Tourismusbüros bieten kostenlose Kartenmaterialien und digitale Routen zum Download an.
Kann ich mein Fahrrad in Bus und Bahn mitnehmen?
Ja, die Fahrradmitnahme im öffentlichen Nahverkehr funktioniert im Allgäu sehr gut. Viele Regionalzüge verfügen über ausgewiesene Fahrradabteile, und an zahlreichen Bahnhöfen kannst du ein- und aussteigen, um deine Etappen flexibel zu gestalten.
In der Hauptsaison kann es in den Zügen jedoch voll werden, daher lohnt es sich, früh zu reisen oder Stoßzeiten zu vermeiden. Zusätzlich gibt es in vielen Tälern spezielle Radbusse, die dich samt Drahtesel zu höher gelegenen Startpunkten bringen. So kannst du etwa bequem hochfahren und die Abfahrt genießen, ohne dich vorher abzukämpfen.
Welche Strecke eignet sich für Rennradfahrer?
Ambitionierte Rennradfahrer kommen vor allem im Süden des Allgäus auf ihre Kosten. Der Riedbergpass als höchster ganzjährig befahrbarer Pass Deutschlands ist ein echtes Highlight und eine willkommene Herausforderung mit Rampen von bis zu 16 Prozent.
Auch das Tannheimer Tal mit dem Gaichtpass, die Anstiege rund um Oberstdorf oder Touren in Richtung Kleinwalsertal bieten anspruchsvolle Höhenmeter und großartige Panoramastraßen. Die Straßen sind überwiegend gut asphaltiert und landschaftlich reizvoll. Wer es lieber rollend mag, findet im hügeligen Westallgäu schöne, kurvenreiche Strecken mit kurzen, knackigen Anstiegen.
Gibt es genügend Einkehrmöglichkeiten unterwegs?
Das Allgäu ist ein Paradies für genussorientierte Radler, und an Einkehrmöglichkeiten mangelt es definitiv nicht. Entlang der Hauptrouten reihen sich Almhütten, Landgasthöfe, Cafés und Sennalpen aneinander, in denen du dich mit regionalen Spezialitäten stärken kannst.
Allgäuer Bergkäse, deftige Brotzeiten, Kässpatzen und süßer Kaiserschmarrn gehören zum Pflichtprogramm jeder Tour. In den höher gelegenen Bergregionen solltest du dennoch die Öffnungszeiten der Hütten beachten, da diese saisonal und wetterabhängig variieren können. Für längere Etappen abseits der bekannten Wege lohnt es sich, immer etwas Proviant und ausreichend Wasser dabeizuhaben.
Wie schwierig sind die Touren im Allgäu?
Die Schwierigkeit der Touren variiert im Allgäu sehr stark, was die Region für so unterschiedliche Radlertypen attraktiv macht. Im Unterallgäu und entlang der Flussradwege findest du entspannte, flache Strecken, die auch für Einsteiger und Familien problemlos machbar sind.
Im Süden hingegen warten anspruchsvolle Bergetappen mit teils heftigen Steigungen, die eine gute Grundkondition oder ein E-Bike erfordern. Achte bei der Planung auf die angegebenen Höhenmeter und Distanzen und wähle eine Route, die zu deinem Fitnesslevel passt. Durch die gute Bahn- und Busanbindung kannst du viele Touren flexibel anpassen und so überfordernde Etappen vermeiden.
Wo finde ich Fahrradverleihe im Allgäu?
Fahrradverleihe sind im Allgäu nahezu flächendeckend vorhanden, besonders in den touristischen Zentren wie Oberstdorf, Füssen, Kempten und im Tannheimer Tal. Viele Verleihstationen bieten eine breite Palette von Tourenrädern über E-Bikes bis hin zu Kinderrädern und Anhängern.
Es empfiehlt sich, vor allem in der Hochsaison vorab zu reservieren, um sicherzugehen, dass das gewünschte Modell verfügbar ist. Zahlreiche Hotels und Pensionen verfügen zudem über eigene Leihräder oder kooperieren mit Verleihern. Bei der Buchung erhältst du oft auch gleich Helme, Schlösser und Kartenmaterial dazu, sodass du sorgenfrei in die Tour starten kannst.
Welche Ausrüstung sollte ich dabeihaben?
Für eine entspannte Radtour im Allgäu solltest du auf wetterfeste Kleidung achten, denn das Bergwetter kann schnell umschlagen. Eine leichte Regenjacke, eine zusätzliche Schicht für kühlere Abfahrten und Sonnenschutz gehören in jedes Gepäck.
Ein Helm ist dringend empfohlen, ebenso wie ausreichend Wasser und kleine Snacks für unterwegs. Bei längeren oder bergigen Touren solltest du ein Reparaturset, einen Ersatzschlauch und eine Luftpumpe dabeihaben. Für die Navigation empfiehlt sich ein GPS-Gerät oder eine Smartphone-Halterung. Wer mit E-Bike unterwegs ist, sollte zudem das passende Ladegerät einpacken, falls eine längere Etappe geplant ist.
Sind die Radwege auch bei Regen befahrbar?
Die meisten Hauptradwege im Allgäu sind asphaltiert oder gut befestigt und daher auch bei Regen problemlos befahrbar. Auf diesen Strecken kannst du selbst bei nassem Wetter sicher unterwegs sein, solange du vorsichtig fährst und die Geschwindigkeit anpasst.
Anders sieht es auf Naturwegen und Gravel-Strecken aus, die bei starkem Regen matschig und rutschig werden können. In den Bergen solltest du bei schlechtem Wetter zudem vorsichtig sein, da Abfahrten gefährlich werden und sich das Wetter rasch verschlechtern kann. Im Zweifel lohnt es sich, eine flachere Talstrecke zu wählen oder den Tag für einen Besuch in einem der gemütlichen Städtchen zu nutzen.
Kann ich das Allgäu auch auf einer Mehrtagestour erkunden?
Ja, das Allgäu eignet sich hervorragend für mehrtägige Radreisen. Fernradwege wie der Iller-Radweg oder der Bodensee-Königssee-Radweg lassen sich bequem in mehrere Tagesetappen aufteilen und führen dich durch ständig wechselnde Landschaften.
Entlang der Routen findest du eine große Auswahl an fahrradfreundlichen Unterkünften, die oft sichere Abstellmöglichkeiten, Trockenräume und sogar Werkzeug für kleine Reparaturen bieten. Viele Hotels sind auf Radreisende eingestellt und helfen gern bei der Planung der nächsten Etappe. So kannst du dich ganz auf das Erlebnis konzentrieren und musst dir um die Logistik kaum Gedanken machen.