Hügelige Karstlandschaft mit Flusstälern
Radfahren in der Fränkischen Schweiz: Burgen, Bäche und die schönsten Bierkeller Bayerns
Radfahren in der Fränkischen Schweiz
Stell dir vor, du rollst durch ein enges, grünes Flusstal, links plätschert die Wiesent über moosige Steine, rechts ragen bizarre Felstürme in den Himmel, und auf dem Hügel davor thront eine mittelalterliche Burg, als hätte sie nur auf dich gewartet. Willkommen in der Fränkischen Schweiz – jener verträumten Hügellandschaft zwischen Bamberg, Bayreuth und Nürnberg, die zu den ältesten Ferienregionen Deutschlands gehört und doch immer wieder überrascht.
Die Fränkische Schweiz ist ein Radlerparadies der leiseren Töne. Hier geht es nicht um Megakilometer und Höhenmeter-Rekorde, sondern um das Genießen. Die großen Flusstäler von Wiesent, Püttlach und Ailsbach bieten herrlich flache, gut ausgebaute Radwege, während die Hochflächen mit ihren Streuobstwiesen und Kirschbaumalleen für jene da sind, die ihre Wadeln gerne mal fordern. Im Frühling verwandelt sich die Region rund um Pretzfeld und Egloffstein in ein weiß-rosa Blütenmeer – die Fränkische ist nämlich eines der größten zusammenhängenden Kirschanbaugebiete Europas.
Was diese Landschaft so unverwechselbar macht, ist die Dichte an Sehenswertem auf engstem Raum. Tropfsteinhöhlen, romantische Mühlen, Felsformationen zum Staunen und – das muss man so deutlich sagen – die wohl höchste Brauereidichte der Welt. Über 70 kleine Familienbrauereien sorgen dafür, dass nach der Tour die Belohnung nie weit ist. Auf schattigen Bierkellern unter alten Kastanien lässt sich der Tag perfekt ausklingen, mit einem süffigen Kellerbier und einer deftigen Brotzeit.
Ob entspannte Familientour am Flussufer, sportliche Runde über die Albhochfläche oder genussvolle Brauerei-Tour von Keller zu Keller – die Fränkische Schweiz nimmt dich mit auf eine Reise, die alle Sinne anspricht. Schwing dich aufs Rad, und lass dich von dieser herrlich altmodischen, charmanten Ecke Frankens verzaubern.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
bis etwa 600 m am Hetzleser Berg
Geländecharakter
Asphaltradwege, Schotter- und Wirtschaftswege
Infrastruktur
Sehr gut ausgebaut, radlerfreundlich
Beste Reisezeit
April bis Oktober
Was die Fränkische Schweiz so besonders macht
Burgen, Felsen und eine Landschaft wie gemalt
Kaum eine Region in Deutschland packt so viel Romantik auf so wenig Fläche wie die Fränkische Schweiz. Wohin du auch blickst, thronen Burgen und Ruinen auf schroffen Felsen über den Tälern. Die Burg Pottenstein, eine der ältesten Höhenburgen Frankens, wacht seit über tausend Jahren über das Püttlachtal. Wenige Kilometer weiter empfängt dich die Burg Gößweinstein, deren Anblick einst sogar Richard Wagner zur Gralsburg im Parsifal inspiriert haben soll.
Doch nicht nur Mauern und Türme prägen das Bild – es sind vor allem die bizarren Felsformationen, die der Landschaft ihren unverwechselbaren Charakter geben. Überall ragen Dolomitfelsen aus dem dichten Grün, perfekt geformt für Kletterer und ein Augenschmaus für jeden Radler. Diese Felsen sind übrigens uralte Korallenriffe aus dem Jurameer, das hier vor 150 Millionen Jahren plätscherte. Wer hätte gedacht, dass man durch ein versteinertes Meer radelt?
Eine unterirdische Welt zum Staunen
Die Fränkische Schweiz ist von Höhlen geradezu durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Die Teufelshöhle bei Pottenstein gehört zu den größten und schönsten Schauhöhlen Deutschlands. Tropfsteine, die wie Orgelpfeifen herabhängen, und gewaltige Hallen sorgen für Gänsehaut. Hier wurden sogar Skelette von Höhlenbären gefunden – die Region war also schon vor Jahrtausenden gut besucht.
Eine willkommene Abkühlung bieten die Höhlen an heißen Sommertagen, denn drinnen herrschen konstant kühle Temperaturen. Lehn dein Rad an, gönn dir eine Führung und tauche ab in eine Welt aus Stein und Stille. Auch die Sophienhöhle bei Ahorntal lohnt einen Abstecher – sie gilt als eine der prachtvollsten Tropfsteinhöhlen des Landes.
Genuss aus Kessel und Krug
Jetzt wird es ernst – kulinarisch gesehen. Die Fränkische Schweiz hält den inoffiziellen Weltrekord für die höchste Brauereidichte. Über 70 meist winzige Familienbrauereien brauen hier nach jahrhundertealten Rezepten. Jedes Dorf hat sein eigenes Bier, jeder Keller seinen eigenen Charme. Das berühmte Bierkeller-Kulturerbe lebt besonders rund um Aufseß, das als Dorf mit der höchsten Brauereidichte der Welt sogar im Guinnessbuch steht.
Dazu gehört natürlich eine ordentliche Brotzeit: fränkische Bratwürste, Schäuferla, Pressack und der unvermeidliche Obatzda. Im Sommer locken die schattigen Bierkeller, die nichts mit Kellern im Keller zu tun haben, sondern lauschige Biergärten unter alten Bäumen sind. Wusstest du schon? Das Karpfenessen hat in der Region ebenfalls Tradition – allerdings nur in Monaten mit "R", also von September bis April.
Geheimtipp: Das Tal der wilden Kirschen
Wer im April oder Anfang Mai unterwegs ist, sollte unbedingt die Hochflächen rund um Pretzfeld, Egloffstein und Hetzles ansteuern. Dann blühen Hunderttausende Kirschbäume, und die ganze Landschaft duftet süßlich. Die Fränkische Schweiz ist das größte zusammenhängende Kirschanbaugebiet Europas. Im Sommer kannst du an vielen Höfen frische Kirschen direkt vom Bauern naschen – und im Herbst gibt es den berühmten fränkischen Kirschbrand. Ein Geheimtipp für alle, die abseits der bekannten Pfade radeln möchten.
Warum die Fränkische Schweiz ein Radlerparadies ist
Flusstäler zum Dahingleiten
Das Herzstück des Radwegenetzes bilden die idyllischen Flusstäler. Der Wiesenttal-Radweg führt dich auf weiten Strecken nahezu eben am Wasser entlang, vorbei an Mühlen, durch verträumte Dörfer und immer wieder mit Blick auf die markanten Felsen. Diese Routen sind so entspannt, dass selbst ungeübte Radler oder Familien mit Kindern hier ohne Stress unterwegs sind.
Das Besondere an den Talwegen ist ihr stetiges, sanftes Gefälle und die durchgehend gute Beschilderung. Du musst nicht ständig auf die Karte schauen, sondern kannst einfach die Landschaft genießen. Schattige Uferpassagen wechseln sich mit sonnigen Wiesen ab, und immer wieder laden Rastplätze und Mühlencafés zum Verweilen ein. Wer es ganz gemütlich mag, leiht sich am Talanfang ein Rad und lässt sich am Ende mit dem Shuttle wieder zurückbringen.
Für sportliche Beine: die Albhochfläche
Wer es etwas anstrengender mag, sollte die Täler verlassen und auf die Hochflächen aufsteigen. Hier oben weht ein anderer Wind, im wahrsten Sinne. Die Wege führen über sanfte Kuppen, durch Streuobstwiesen und vorbei an einsamen Gehöften. Die Anstiege sind selten brutal, aber sie summieren sich – am Ende des Tages hast du ordentlich Höhenmeter gesammelt.
Die Belohnung sind grandiose Weitblicke über die gesamte Region. Von oben überblickst du das Wechselspiel aus Wald, Fels und Tal, und an klaren Tagen reicht die Sicht weit ins fränkische Land hinein. Mountainbiker und Gravelfans finden auf den Forst- und Wirtschaftswegen ein dankbares Terrain mit abwechslungsreichen Untergründen und kaum Verkehr.
E-Bike-Eldorado mit Charakter
Gerade die hügelige Topografie macht die Fränkische Schweiz zum perfekten Revier für E-Biker. Mit elektrischer Unterstützung verlierst du den Respekt vor den Anstiegen und kannst die Region in ihrer ganzen Vielfalt erleben – morgens entspannt im Tal, mittags auf der Hochfläche, nachmittags zum Bierkeller. Das Ladenetz ist gut ausgebaut, viele Gasthöfe und Cafés bieten Lademöglichkeiten an.
Auch ohne Akku-Power lohnt sich die Region für alle Niveaus. Familien finden kinderfreundliche Talrouten, Genussradler kombinieren Kultur und Kulinarik, und ambitionierte Sportler stellen sich anspruchsvolle Hochflächenrunden zusammen. Die Mischung macht den Reiz aus – hier findet wirklich jeder seine Tour.
Naturerlebnis pur
Radfahren in der Fränkischen Schweiz heißt, die Natur mit allen Sinnen aufzunehmen. Im Frühling betörender Kirschblütenduft, im Sommer das Rauschen der Wiesent, im Herbst leuchtendes Laub über den Felsen. Karstquellen, klare Bäche und artenreiche Wiesen säumen die Wege. Es ist diese intakte, ursprüngliche Naturlandschaft, die die Region so erholsam macht.
Halte unterwegs immer wieder an, lehn das Rad an einen Felsen und lausche. Vielleicht hörst du das Plätschern einer Quelle, das Summen der Bienen in den Streuobstwiesen oder das ferne Läuten einer Dorfkirche. Diese kleinen Momente sind es, die eine Radtour hier zu einem echten Erlebnis machen.
Radlerfreundliche Unterkünfte in der Fränkischen Schweiz
Die schönsten Radtouren durch die Fränkische Schweiz
Der Wiesenttal-Radweg: Frankens entspannter Klassiker
Diese Tour ist sozusagen die Visitenkarte der Region und gehört zu den schönsten Flussradwegen Bayerns. Von Ebermannstadt bis nach Behringersmühle rollst du auf rund 30 entspannten Kilometern durch das enge, romantische Wiesenttal. Der Weg ist nahezu eben, gut ausgebaut und ideal für Familien, Genussradler und alle, die das Radeln ohne Schweißausbruch lieben.
Unterwegs begleiten dich ständig die markanten Dolomitfelsen, alte Mühlen und verträumte Dörfer wie Streitberg und Muggendorf. Immer wieder eröffnen sich Postkartenblicke auf Burgen und Felsformationen. Plane unbedingt Zeit für Pausen ein – ob am Flussufer, in einem Mühlencafé oder bei einer der vielen kleinen Brauereien am Wegesrand.
Das Schöne: Die Dampfbahn fährt parallel zur Strecke, sodass du dich bequem zurückbringen lassen kannst. Eine perfekte Tour für einen rundum gelungenen Tag mit viel Landschaft und wenig Anstrengung.
Brauerei-Tour rund um Aufseß: Bier-Pilgern auf zwei Rädern
Wer Frankens Bierkultur erleben möchte, kommt um den legendären "Bierweg" rund um Aufseß nicht herum. Auf rund 13 Kilometern verbindet diese Rundtour vier traditionsreiche Familienbrauereien in einem winzigen Dorfgebiet – Weltrekord laut Guinnessbuch. Die Strecke ist moderat hügelig und gut zu bewältigen, auch wenn die Beine nach der ein oder anderen Verkostung etwas weicher werden.
Zwischen den Brauereien führt der Weg durch sanfte Hügellandschaft, Wälder und über Hochflächen. Du radelst von Keller zu Keller, probierst die unterschiedlichen Bierstile und genießt dazu deftige fränkische Brotzeiten unter schattigen Kastanien. Jede Brauerei hat ihren eigenen Charakter und ihre eigenen Geschichten.
Wichtiger Hinweis aus der Vernunftabteilung: Genieße in Maßen oder plane das E-Bike samt Übernachtung ein. Diese Tour ist ein Genusserlebnis, kein Trinkwettbewerb – und die Landschaft verdient klare Sinne.
Höhlen- und Felsentour: Rund um Pottenstein
Diese abwechslungsreiche Tour kombiniert die spektakulärsten Naturhighlights der Region. Ausgangspunkt ist das malerische Städtchen Pottenstein mit seiner mächtigen Höhenburg. Von hier aus geht es durch das Püttlach- und Ailsbachtal, vorbei an imposanten Felswänden und der berühmten Teufelshöhle.
Die Route ist etwas anspruchsvoller, mit einigen Anstiegen auf die Hochflächen, von denen aus du herrliche Ausblicke genießt. Wer mag, baut einen Höhlenbesuch ein – die kühle Unterwelt ist gerade im Sommer eine willkommene Abwechslung. Auch die Sommerrodelbahn und der Erlebnisfelsen in Pottenstein bieten sich für eine längere Pause an, besonders mit Kindern.
Diese Tour ist ideal für aktive Radler, die Natur, Kultur und ein bisschen Action verbinden möchten. Mit E-Bike sind die Anstiege gut machbar, sodass auch weniger Geübte die volle Vielfalt genießen können.
Kirschblüten-Runde rund um Pretzfeld
Diese Tour ist ein Saisonhighlight und entfaltet ihren ganzen Zauber im April und Mai. Dann verwandeln sich die Hochflächen rund um Pretzfeld, Hetzles und Egloffstein in ein weiß-rosa Blütenmeer. Hunderttausende Kirschbäume stehen in voller Blüte, und die Luft ist erfüllt von süßlichem Duft.
Die Strecke führt über sanfte Hügel, durch Obstgärten und kleine Dörfer. Es geht etwas auf und ab, aber die Anstiege sind moderat und werden mit weiten Ausblicken über die blühende Landschaft belohnt. Immer wieder kannst du an Hofläden und Brennereien anhalten, um regionale Produkte zu kosten – von Kirschsaft bis zum edlen Kirschbrand.
Auch außerhalb der Blütezeit lohnt die Runde: Im Sommer naschst du frische Kirschen direkt vom Baum, im Herbst leuchtet das Laub. Eine ruhige, genussvolle Tour abseits der großen Touristenströme – ein echter Geheimtipp.
Fünf-Flüsse-Radweg: Etappe durch die Fränkische Schweiz
Der überregionale Fünf-Flüsse-Radweg gehört zu den beliebtesten Fernradwegen Bayerns und streift auf einer seiner schönsten Etappen die Fränkische Schweiz. Die Route verbindet die Flusstäler von Pegnitz, Vils, Naab, Donau und Regnitz und führt durch eine besonders abwechslungsreiche Landschaft.
Auf dem Abschnitt durch die Fränkische Schweiz radelst du überwiegend auf gut ausgebauten, verkehrsarmen Wegen entlang der Flüsse. Die Strecke ist familienfreundlich und gut beschildert, sodass du dich ganz auf das Landschaftserlebnis konzentrieren kannst. Burgen, Felsen und Mühlen säumen den Weg.
Diese Etappe eignet sich hervorragend als Teil einer mehrtägigen Radreise oder als ausgedehnte Tagestour. Wer mag, kombiniert die Strecke mit Übernachtungen in radlerfreundlichen Gasthöfen und macht aus dem Ausflug ein kleines Abenteuer mit Frankens schönsten Tälern.
Häufige Fragen
Wie anspruchsvoll ist Radfahren in der Fränkischen Schweiz?
Das hängt ganz davon ab, wo du fährst. Die Flusstäler von Wiesent, Püttlach und Ailsbach sind angenehm flach und auch für Familien und Gelegenheitsradler bestens geeignet. Hier rollst du fast mühelos dahin und kannst die Landschaft genießen.
Sobald du jedoch auf die Albhochflächen aufsteigst, wird es sportlicher. Die Anstiege sind selten extrem steil, summieren sich aber zu ordentlichen Höhenmetern. Für diese Routen solltest du eine gewisse Grundkondition mitbringen oder gleich auf ein E-Bike setzen. So kombinierst du entspanntes Talradeln mit den herrlichen Ausblicken der Höhen, ohne dich völlig zu verausgaben.
Eignet sich die Region für E-Bikes?
Absolut, die Fränkische Schweiz ist geradezu ein E-Bike-Eldorado. Gerade die hügelige Topografie mit ihren Anstiegen auf die Hochflächen macht elektrische Unterstützung zu einem echten Gewinn. Mit dem E-Bike verlierst du den Respekt vor den Steigungen und kannst die ganze Vielfalt der Region an einem Tag erleben.
Das Ladenetz ist gut ausgebaut. Viele Gasthöfe, Cafés und Brauereien bieten Lademöglichkeiten an, und in den größeren Orten gibt es Verleihstationen. Du musst dir also kaum Sorgen um leere Akkus machen. Gerade für die Brauerei-Touren ist das E-Bike praktisch, weil du auch nach einer Brotzeit entspannt weiterkommst.
Wann ist die beste Reisezeit zum Radfahren?
Die Hauptsaison reicht von April bis Oktober. Ein ganz besonderer Höhepunkt ist die Kirschblüte im April und Anfang Mai, wenn die Hochflächen in einem weiß-rosa Blütenmeer versinken. Das ist ein Erlebnis, das du so schnell nicht vergisst.
Der Sommer bietet warmes Wetter und die Möglichkeit, in den kühlen Höhlen oder schattigen Bierkellern Abkühlung zu finden. Der Herbst verzaubert mit buntem Laub und der Karpfensaison. Generell sind Frühling und Frühherbst ideal, weil es dann angenehm warm, aber nicht zu heiß ist und die beliebten Strecken weniger überlaufen sind.
Sind die Radwege gut beschildert?
Ja, das Radwegenetz in der Fränkischen Schweiz ist sehr gut ausgeschildert. Die beliebten Talrouten wie der Wiesenttal-Radweg und überregionale Wege wie der Fünf-Flüsse-Radweg sind durchgehend mit klaren Wegweisern markiert, sodass du dich kaum verfahren kannst.
Trotzdem empfiehlt es sich, eine Radkarte oder eine GPS-App mitzunehmen, besonders wenn du eigene Routen über die Hochflächen zusammenstellst. Dort sind die Wege zwar ebenfalls beschildert, aber die Auswahl an Abzweigungen ist größer. Mit etwas Vorbereitung findest du dich aber problemlos zurecht und kannst dich ganz auf die Landschaft konzentrieren.
Kann ich Fahrräder vor Ort leihen?
Ja, in den größeren Orten wie Ebermannstadt, Pottenstein, Gößweinstein und Forchheim gibt es Verleihstationen, die sowohl normale Räder als auch E-Bikes anbieten. Gerade für E-Bikes lohnt sich der Verleih, wenn du nicht dein eigenes mitbringen möchtest.
Viele Verleiher und Hotels bieten zudem praktische Services wie die Zustellung der Räder oder Shuttle-Transfers an, sodass du etwa den Wiesenttal-Radweg bequem in eine Richtung fahren und dich danach zurückbringen lassen kannst. Es empfiehlt sich, gerade in der Hauptsaison vorab zu reservieren, um sicherzugehen, dass dein Wunschrad verfügbar ist.
Ist die Region für Familien mit Kindern geeignet?
Die Fränkische Schweiz ist ein wunderbares Ziel für Familien. Die flachen Talradwege sind ideal für Kinder, weil sie verkehrsarm, gut ausgebaut und nicht zu anstrengend sind. Auf dem Wiesenttal-Radweg etwa können auch jüngere Radler problemlos mithalten.
Dazu gibt es jede Menge Attraktionen, die Kinderaugen leuchten lassen: die Sommerrodelbahn in Pottenstein, die geheimnisvolle Teufelshöhle, der Erlebnisfelsen und natürlich die Burgen, die zum Entdecken einladen. Eine Radtour lässt sich hier wunderbar mit einem Höhlenbesuch oder einem Burgausflug kombinieren, sodass keine Langeweile aufkommt.
Wie komme ich mit dem Fahrrad in die Region?
Die Anreise mit der Bahn ist gut möglich. Forchheim und Pegnitz liegen an überregionalen Bahnstrecken und sind gute Einstiegspunkte. Von dort gelangst du mit Regionalbahnen weiter in die Region, etwa nach Ebermannstadt.
Ein besonderes Highlight ist die historische Dampfbahn im Wiesenttal, die an bestimmten Tagen verkehrt und Fahrräder mitnimmt. Mit dem Auto erreichst du die Region bequem über die A9 oder A73. In den Orten findest du ausreichend Parkmöglichkeiten, von denen aus du deine Touren starten kannst. Wer umweltbewusst reist, kombiniert Bahnanreise und Radtour ideal.
Stimmt es, dass es hier so viele Brauereien gibt?
Ja, das ist kein Werbemärchen, sondern Realität. Die Fränkische Schweiz hat die höchste Brauereidichte der Welt. Über 70 meist kleine Familienbrauereien brauen hier nach traditionellen Rezepten, und das Dorf Aufseß steht sogar mit der höchsten Brauereidichte im Guinnessbuch der Rekorde.
Für Radler ist das ein echter Genuss, denn nach der Tour wartet fast überall ein süffiges Kellerbier. Die schattigen Bierkeller, lauschige Biergärten unter alten Bäumen, sind ein fester Bestandteil der Kultur. Hier kannst du regionale Bierstile probieren und dazu deftige fränkische Brotzeiten genießen. Plane aber verantwortungsvoll und setze auf das E-Bike oder eine Übernachtung, wenn du ausgiebig verkosten möchtest.
Welche Verpflegungsmöglichkeiten gibt es unterwegs?
An Verpflegung mangelt es in der Fränkischen Schweiz wahrlich nicht. Entlang der beliebten Routen reihen sich Gasthöfe, Mühlencafés, Brauereien und Hofläden aneinander. Du musst selten lange fahren, bis die nächste Einkehrmöglichkeit auftaucht.
Probier unbedingt die regionalen Spezialitäten wie fränkische Bratwürste, Schäuferla oder Obatzda. Im Frühjahr und Sommer locken frische Kirschen und Kirschprodukte direkt vom Hof, von September bis April hat der berühmte fränkische Karpfen Saison. Auch wenn die Auswahl groß ist, empfiehlt es sich, gerade für längere Touren über die Hochflächen etwas Proviant und genug Wasser mitzunehmen.
Brauche ich ein spezielles Rad oder reicht ein normales Trekkingrad?
Für die meisten Touren in der Fränkischen Schweiz reicht ein normales Trekking- oder Cityrad völlig aus. Die Talradwege sind gut befestigt und problemlos mit jedem Rad zu fahren. Auch die ausgeschilderten Hauptrouten erfordern keine spezielle Ausrüstung.
Wenn du allerdings die unbefestigten Wirtschafts- und Forstwege auf den Hochflächen erkunden möchtest, sind etwas breitere Reifen von Vorteil, wie sie ein Gravelbike oder Mountainbike bietet. Für die hügeligen Strecken ist ein E-Bike eine komfortable Wahl. Grundsätzlich gilt aber: Mit einem soliden Trekkingrad bist du in der Region bestens aufgestellt.
Gibt es geführte Radtouren?
Ja, in der Region werden regelmäßig geführte Radtouren angeboten, vor allem in den Tourismushochburgen wie Pottenstein, Gößweinstein und Ebermannstadt. Diese reichen von gemütlichen Genussfahrten über Brauerei-Touren bis hin zu sportlicheren E-Bike-Erkundungen.
Geführte Touren sind ideal, wenn du die Region zum ersten Mal besuchst, denn die ortskundigen Guides kennen die schönsten Wege, die besten Aussichtspunkte und natürlich die heimeligsten Bierkeller. Auch viele Hotels und Pensionen organisieren Touren oder geben wertvolle Tipps. Informiere dich am besten vorab bei den örtlichen Tourismusbüros über aktuelle Angebote und Termine.
Wo finde ich radlerfreundliche Unterkünfte?
Die Fränkische Schweiz ist auf Radtouristen gut eingestellt. In Orten wie Ebermannstadt, Muggendorf, Pottenstein und Gößweinstein findest du zahlreiche radlerfreundliche Gasthöfe, Pensionen und Hotels. Viele davon bieten abschließbare Fahrradräume, Lademöglichkeiten für E-Bikes und kleine Reparaturservices an.
Achte bei der Buchung auf das Zertifikat "Bett & Bike", das Unterkünfte mit besonderem Service für Radfahrer auszeichnet. Diese Häuser stellen sich gezielt auf die Bedürfnisse von Radlern ein, oft inklusive Lunchpaketen, Wäscheservice und Tipps zu den schönsten Routen. So startest du am Morgen frisch gestärkt in deinen nächsten Radtag.
Kann ich Radtour und Höhlenbesuch kombinieren?
Unbedingt, das ist sogar eine der schönsten Kombinationen, die die Region zu bieten hat. Entlang vieler Routen liegen beeindruckende Schauhöhlen wie die Teufelshöhle bei Pottenstein oder die Sophienhöhle bei Ahorntal, die du bequem in deine Tour einbauen kannst.
Gerade an heißen Sommertagen ist ein Höhlenbesuch eine wunderbare Abwechslung, denn drinnen herrschen konstant kühle Temperaturen. Du lehnst dein Rad an, gönnst dir eine Führung durch die faszinierende Tropfsteinwelt und steigst danach erfrischt wieder aufs Rad. Plane für den Besuch etwa eine Stunde ein und denk daran, dass es unterirdisch auch im Sommer eine leichte Jacke wert ist.
Ist die Fränkische Schweiz auch für Mountainbiker interessant?
Ja, auch Mountainbiker kommen hier auf ihre Kosten. Die abwechslungsreiche Topografie aus Tälern, Felsen und Hochflächen bietet vielfältiges Terrain. Auf den Forst- und Wirtschaftswegen kannst du dir anspruchsvolle Runden mit ordentlich Höhenmetern und unterschiedlichen Untergründen zusammenstellen.
Die Region eignet sich besonders für Tourenfahrer und Gravelbiker, die das Erlebnis und die Landschaft schätzen. Bitte nimm dabei Rücksicht auf andere Naturnutzer und bleibe auf den erlaubten Wegen, denn viele Felsbereiche stehen unter Naturschutz und sind beliebte Kletterreviere. Mit etwas Planung findest du hier herrliche Strecken fernab des Verkehrs und mit grandiosen Ausblicken.