Radfahren in Cortina d'Ampezzo: Pedalieren zwischen Dolomitenriesen und legendären Pässen
Fahrrad • Cortina d'Ampezzo

Radfahren in Cortina d'Ampezzo: Pedalieren zwischen Dolomitenriesen und legendären Pässen

Espresso am Morgen, mythische Pässe am Nachmittag – hier trittst du in die Pedale der Radgeschichte.

Radfahren in Cortina d'Ampezzo

Wenn die ersten Sonnenstrahlen die schroffen Felsnadeln der Tofane in ein glühendes Rosarot tauchen, während du deine Radschuhe zuschnallst, dann weißt du: Cortina d'Ampezzo ist kein gewöhnliches Radrevier. Die mondäne Bergstadt im Herzen der Ampezzaner Dolomiten liegt eingebettet in einem gewaltigen Talkessel, umringt von einigen der berühmtesten Gipfel der Alpen – Tofane, Cristallo, Sorapis und die zerklüfteten Zinnen der Croda da Lago wachen über jeden deiner Tritte.

Cortina ist ein Ort der großen Gefühle und der großen Anstiege. Hier haben sich Generationen von Rennradfahrern an den mythischen Dolomitenpässen die Seele aus dem Leib gekurbelt. Passo Falzarego, Passo Giau, Passo Tre Croci – Namen, die in der Radszene wie Gebete geflüstert werden. Wer hier hochfährt, tritt buchstäblich in die Pedale von Legenden, denn der Giro d'Italia macht immer wieder Station in diesem Amphitheater aus Fels und Licht.

Doch Cortina ist mehr als nur Höhenmeter-Schinderei. Rund um die Stadt schlängeln sich sanfte Radwege durch duftende Lärchenwälder, entlang smaragdgrüner Bäche und über blumenübersäte Almwiesen. Die stillgelegte Bahntrasse der Lange Weg der Dolomiten – die Ferrovia delle Dolomiti – ist heute ein Genussradweg erster Güte, auf dem auch Familien und E-Biker die Bergwelt ohne Schweißausbruch erleben.

Und dann ist da noch dieses besondere Cortina-Feeling: der Espresso auf der Corso Italia, das Knirschen der Reifen auf Schotterwegen, die Stille eines Bergsees am frühen Morgen. Hier verschmelzen alpine Ursprünglichkeit und italienische Lebensart zu einem Raderlebnis, das dich lange nach der letzten Abfahrt nicht mehr loslässt.

Topografie & Landschaft

Alpiner Hochgebirgs-Talkessel

Höhenlage

1.224 m Tal, Passo Giau 2.236 m

Geländecharakter

Passstraßen, Forstwege, Bahntrasse

Infrastruktur

Sehr gut, Verleih und Bergbahnen

Beste Reisezeit

Ende Juni bis Mitte September

Navigation

Cortina d'Ampezzo entdecken: Natur, Kultur und Dolomitenzauber

Die Königin der Dolomiten

Cortina d'Ampezzo trägt den Beinamen Königin der Dolomiten nicht ohne Grund. Die elegante Bergstadt hat schon 1956 die Olympischen Winterspiele ausgetragen und wird gemeinsam mit Mailand 2026 erneut olympisch. Dieser Glanz zeigt sich überall: in den schmucken Boutiquen entlang der Fußgängerzone Corso Italia, im markanten Kirchturm der Basilika Santi Filippo e Giacomo, der wie ein Zeiger in den Himmel ragt, und im mondänen Treiben der Cafés, wo sich Bergsteiger, Radfahrer und die schöne Mailänder Gesellschaft ganz selbstverständlich mischen.

Wer nach einer schweißtreibenden Etappe durch die Gassen schlendert, spürt schnell: Cortina versteht es, Alpinismus und Dolce Vita miteinander zu verheiraten. Ein Cappuccino oder ein Aperol Spritz auf einer Sonnenterrasse gehört hier ebenso zum Radtag wie der Blick hinauf zu den Tofane.

Ein Naturamphitheater aus Fels und Licht

Die Ampezzaner Dolomiten gehören zum UNESCO-Welterbe, und das merkt man auf jedem Kilometer. Rund um Cortina türmen sich die Bleichen Berge auf, deren Kalkfelsen bei Sonnenuntergang im legendären Enrosadira erglühen – jenem rosaroten Alpenglühen, das die Dolomiten weltberühmt gemacht hat. Der Sorapis-See mit seinem unwirklichen Türkis, die schroffe Silhouette des Cristallo und die verwunschene Croda da Lago mit ihrem Bergsee Lago Federa sind Sehnsuchtsorte, die man am besten frühmorgens erlebt.

Wusstest du schon? Die berühmten Cinque Torri – fünf freistehende Felstürme – waren im Ersten Weltkrieg heiß umkämpfte Frontstellungen. Heute ist das dortige Freilichtmuseum mit restaurierten Schützengräben ein bewegendes Ausflugsziel, das sich hervorragend mit einer Mountainbike-Runde verbinden lässt.

Kulinarik zwischen Almhütte und Sternerestaurant

Die Ampezzaner Küche ist eine köstliche Grenzgängerin zwischen Tirol und Venetien. Auf den urigen Rifugi rund um Cortina wartet Casunziei – halbmondförmige Ravioli, gefüllt mit roter Bete und übergossen mit brauner Butter und Mohn. Dazu ein deftiger Speck, Bergkäse und zum Abschluss ein Stück Strudel. Wer es feiner mag, findet in Cortina einige der besten Restaurants der Alpen.

Ein Geheimtipp für Genussradler: Plane deine Tour so, dass du mittags eine der bewirtschafteten Hütten wie das Rifugio Averau oder das Rifugio Scoiattoli erreichst. Von deren Terrassen genießt du ein Panorama, für das Menschen weite Reisen auf sich nehmen – und ein Teller Polenta mit Pilzen schmeckt hier oben doppelt so gut.

Land und Leute der Ampezzaner

Die Menschen im Ampezzotal pflegen mit dem Ladinischen eine eigene, uralte Sprache, die sich neben Italienisch und Deutsch behauptet. Diese kulturelle Eigenständigkeit spürt man in den Traditionen, den bemalten Häusern und der herzlichen Gastfreundschaft. Die Ampezzaner sind stolz auf ihre Regola-Gemeinschaften, ein jahrhundertealtes System gemeinschaftlicher Waldnutzung, das bis heute lebendig ist.

Wer abseits der eleganten Fassaden ins Gespräch kommt, entdeckt eine bodenständige Bergkultur voller Geschichten – vom Holzfäller über den Bergführer bis zum Käser. Genau diese Mischung aus Weltläufigkeit und alpiner Wurzel macht den besonderen Charme von Cortina aus.

Warum Cortina ein Traumziel für Rennrad und Mountainbike ist

Das Mekka der Dolomitenpässe

Für Rennradfahrer ist Cortina d'Ampezzo eine Art Wallfahrtsort. Von hier aus erreichst du in alle Himmelsrichtungen legendäre Alpenpässe, die regelmäßig im Giro d'Italia auftauchen. Der Passo Falzarego mit seiner beeindruckenden Felskulisse, der brutal steile Passo Giau, der als einer der härtesten Anstiege der Dolomiten gilt, und der etwas sanftere Passo Tre Croci Richtung Misurina bilden ein Netz aus Höhenmetern, das jedes Bergfahrerherz höherschlagen lässt.

Das Besondere: Viele dieser Pässe lassen sich zu großartigen Rundfahrten kombinieren. Der berühmte Sellaronda-Ausläufer, die Runde über Falzarego und Valparola oder die Tour der vier Pässe sind Klassiker, die man einmal im Leben gefahren sein sollte. Die Straßen sind gut asphaltiert, die Ausblicke atemberaubend, und an jedem Passübergang wartet eine Hütte mit Belohnung.

Mountainbike-Paradies auf alten Kriegswegen

Nicht nur die Straße lockt – die Ampezzaner Dolomiten sind auch ein erstklassiges Mountainbike-Revier. Ein dichtes Netz aus Forststraßen, Almwegen und ehemaligen Militärstraßen aus dem Ersten Weltkrieg durchzieht das Gebiet. Rund um die Cinque Torri, entlang der Tofane und hinauf zum Passo Giau findest du Trails für jeden Geschmack, vom entspannten Genusstrail bis zur technisch anspruchsvollen Abfahrt.

Moderne Bergbahnen wie die Kabinenbahn zur Tofana oder der Sessellift zu den Cinque Torri verkürzen den Aufstieg und schenken dir mehr Zeit für die Abfahrten. Wer die technische Herausforderung sucht, findet im Bikepark und auf den ausgeschilderten Enduro-Strecken sein Glück.

Genussradeln auf der alten Bahntrasse

Nicht jeder will sich die Lunge aus dem Hals kurbeln – und genau dafür gibt es die Lunga Via delle Dolomiti. Auf der Trasse der einstigen Dolomitenbahn führt ein wunderbar sanfter Radweg von Cortina Richtung Dobbiaco im Norden und Richtung Calalzo im Süden. Mit moderaten Steigungen, Tunneln, alten Bahnhöfen und traumhaften Ausblicken ist er ideal für Familien, E-Biker und alle, die die Landschaft in vollen Zügen genießen wollen.

Dieser Weg ist ein echtes Juwel für entspannte Radtage. Unterwegs laden Bahnhofscafés und Rastplätze zum Verweilen ein, und weil die Strecke meist abseits des Autoverkehrs verläuft, kannst du dich ganz auf die vorbeiziehende Dolomitenkulisse konzentrieren.

Für wen ist Cortina das Richtige?

Cortina spricht Radfahrer aller Couleur an – vorausgesetzt, man liebt die Berge. Ambitionierte Rennradfahrer finden hier ihr persönliches Höhenmeter-Paradies, während Mountainbiker zwischen sanften Almrunden und ruppigen Trails wählen können. Dank E-Bike-Verleih und Bergbahnen ist die Region aber auch für weniger trainierte Genießer und Familien bestens erschlossen.

Wichtig zu wissen: Fast alle Touren führen früher oder später bergauf – flache Kilometer sind in diesem Talkessel Mangelware. Wer die Herausforderung liebt und mit atemberaubenden Panoramen belohnt werden will, ist hier goldrichtig.

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Passo Falzarego und Valparola – der Klassiker

Diese Rundfahrt gehört zum Pflichtprogramm jedes Rennradfahrers in Cortina. Von der Stadt aus rollst du zunächst durch das Boitetal, bevor die Straße Richtung Pocol allmählich zu steigen beginnt. Der lange, gleichmäßige Anstieg zum Passo Falzarego auf 2.105 Metern zieht sich über rund 16 Kilometer und bietet mit jedem Höhenmeter grandiosere Blicke auf die Tofane und den markanten Felsklotz des Sass de Stria.

Am Falzarego angekommen, lohnt sich der kurze Abstecher zum nur wenige Höhenmeter höheren Passo Valparola mit seinem kleinen Kriegsmuseum und dem tiefblauen Bergsee. Die Abfahrt Richtung La Villa im Gadertal ist ein Genuss, doch die klassische Runde führt zurück über den Falzarego nach Cortina. Wer mag, verlängert die Tour über den Passo Giau zu einer echten Königsetappe.

Diese Tour richtet sich an konditionsstarke Rennradfahrer, die den Mythos der Dolomitenpässe erleben wollen. Belohnt wird die Mühe mit einem Espresso auf der Passhöhe und Ausblicken, die man so schnell nicht vergisst.

Passo Giau – der gefürchtete Riese

Der Passo Giau gilt als einer der härtesten und schönsten Anstiege der gesamten Alpen. Von Cortina fährst du über Pocol Richtung Süden, und ab dem Weiler Pocol beginnt die eigentliche Herausforderung: rund 10 Kilometer mit durchschnittlich fast 10 Prozent Steigung, gespickt mit 29 nummerierten Kehren. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Doch die Qual hat ihren Lohn: Oben auf 2.236 Metern öffnet sich ein 360-Grad-Panorama, das seinesgleichen sucht. Die zerklüfteten Türme der Croda da Lago, der Nuvolau und in der Ferne die Marmolada bilden eine Kulisse, die den brennenden Beinen sofort verzeiht. Das Rifugio auf der Passhöhe bietet die verdiente Rast.

Diese Tour ist etwas für ehrgeizige und gut trainierte Radfahrer. Wer den Giau bezwingt, gehört zum erlesenen Kreis derer, die einen der mythischsten Anstiege des Giro d'Italia gemeistert haben – ein Erlebnis fürs Radfahrerleben.

Lunga Via delle Dolomiti Richtung Dobbiaco

Für alle, die es entspannter mögen, ist die alte Bahntrasse Richtung Norden ein Traum. Vom ehemaligen Bahnhof Cortina folgst du dem gut ausgebauten Radweg durch das Val di Landro hinauf zum Cimabanche-Pass und weiter Richtung Dobbiaco im Hochpustertal. Die Steigungen sind sanft und gleichmäßig, sodass auch ungeübte Radler und Familien gut vorankommen.

Unterwegs passierst du den malerischen Lago di Landro mit seinem Postkartenblick auf die Drei Zinnen und radelst durch schattige Wälder und über alte Eisenbahnbrücken. Immer wieder tauchen die Dolomitengipfel zwischen den Bäumen auf und sorgen für Fotostopps. In Dobbiaco angekommen, kannst du dich in einem Café stärken und die überwiegend abschüssige Rückfahrt genießen.

Diese Strecke ist ideal für Genussradler, E-Biker und Familien mit Kindern. Weil der Weg fast vollständig autofrei verläuft, kannst du dich voll auf die Landschaft konzentrieren – ein perfekter Tag ohne Höhenmeter-Stress.

Mountainbike-Runde Cinque Torri und Rifugio Averau

Diese Mountainbike-Tour verbindet Kriegsgeschichte, Almidylle und traumhafte Ausblicke. Von Cortina fährst du Richtung Passo Falzarego und biegst bei Bai de Dones ab. Über Forst- und Almwege geht es hinauf zum Freilichtmuseum der Cinque Torri, wo restaurierte Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg an die bewegte Geschichte der Front erinnern.

Weiter führt der Weg zum Rifugio Averau und Rifugio Scoiattoli, wo du eine Rast mit Blick auf die fünf markanten Felstürme und die umliegenden Dolomiten einlegen kannst. Die Casunziei oder eine Polenta schmecken hier oben besonders gut. Die Abfahrt zurück ins Tal führt über abwechslungsreiche Trails und Schotterwege.

Die Runde eignet sich für konditionsstarke Mountainbiker mit Freude an Geschichte und Panorama. Wer den Aufstieg abkürzen möchte, kann den Sessellift von Bai de Dones zu den Scoiattoli nutzen und sich ganz auf die Abfahrten konzentrieren.

Runde zum Lago di Misurina über Passo Tre Croci

Diese Tour führt dich zu einem der schönsten Bergseen der Dolomiten. Von Cortina steigt die Straße über den Passo Tre Croci auf 1.805 Meter, vorbei am Fuße des mächtigen Cristallo-Massivs. Der Anstieg ist gleichmäßig und deutlich weniger brutal als der Giau, was ihn auch für ambitionierte Freizeitradler machbar macht.

Nach der Passhöhe rollst du hinab zum Lago di Misurina, dessen spiegelglatte Wasseroberfläche die umliegenden Gipfel reflektiert. Der See gilt als heilklimatischer Kurort und ist ein wunderbarer Ort für eine ausgiebige Pause mit Gelato am Ufer. Von hier aus kann man optional weiter zu den Drei Zinnen fahren.

Die Rückfahrt über denselben Pass belohnt mit einer schwungvollen Abfahrt nach Cortina. Diese Tour ist perfekt für Rennradfahrer und E-Biker, die ein großes Naturerlebnis ohne die extreme Steilheit anderer Dolomitenpässe suchen.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Radfahren in Cortina d'Ampezzo?

Die ideale Radsaison in Cortina erstreckt sich von Ende Juni bis Mitte September. In diesem Zeitraum sind alle Dolomitenpässe schneefrei und geöffnet, und die Temperaturen sind auch in der Höhe angenehm. Im Frühsommer blühen die Almwiesen in voller Pracht, während der Spätsommer oft die stabilsten Wetterlagen bietet.

Beachte, dass es in den hohen Lagen selbst im Hochsommer morgens empfindlich kühl sein kann und Gewitter am Nachmittag keine Seltenheit sind. Es empfiehlt sich, größere Passtouren früh am Morgen zu starten. Im Mai und Oktober können die höchsten Pässe noch bzw. schon wieder gesperrt sein, weshalb du dich vorab über die Straßenverhältnisse informieren solltest.

Ist Cortina auch für Anfänger geeignet?

Cortina liegt in einem Talkessel, der von hohen Bergen umgeben ist – flache Strecken sind daher rar. Für absolute Anfänger, die anspruchsvolle Anstiege scheuen, ist die Region auf dem Rennrad durchaus fordernd. Dennoch muss niemand auf das Raderlebnis verzichten.

Die alte Bahntrasse Lunga Via delle Dolomiti bietet mit ihren sanften Steigungen einen idealen Einstieg für weniger geübte Radler und Familien. Zudem hat sich der E-Bike-Verleih stark entwickelt, sodass auch Untrainierte die Bergwelt genießen können. Wer mit dem E-Bike unterwegs ist, kann sogar die berühmten Pässe angehen. Für den Anfang empfehlen sich aber die entspannten Talrouten.

Kann ich in Cortina E-Bikes und Rennräder ausleihen?

Ja, in Cortina d'Ampezzo gibt es mehrere gut sortierte Radverleihstationen und Sportgeschäfte, die hochwertige Rennräder, Mountainbikes und E-Bikes anbieten. Viele Anbieter führen aktuelle Markenräder und bieten auch Zubehör wie Helme, Radschuhe und Satteltaschen an.

Gerade in der Hauptsaison im Juli und August ist es ratsam, das Wunschrad im Voraus zu reservieren, da die Nachfrage hoch ist. Einige Hotels arbeiten mit Verleihstationen zusammen oder bieten selbst Leihräder an. E-Mountainbikes sind besonders beliebt, da sie es ermöglichen, mehr Höhenmeter und Trails an einem Tag zu erleben.

Wie schwierig sind die Dolomitenpässe rund um Cortina?

Die Schwierigkeit variiert erheblich. Der Passo Tre Croci gilt als moderat und ist auch für ambitionierte Freizeitradler machbar. Der Passo Falzarego ist mit rund 16 Kilometern lang, aber gleichmäßig und daher gut einteilbar. Der Passo Giau hingegen zählt mit durchschnittlich fast 10 Prozent Steigung zu den härtesten Anstiegen der Alpen und verlangt sehr gute Kondition.

Grundsätzlich solltest du für die großen Pässe eine solide Grundlagenausdauer und passende Übersetzung am Rad mitbringen. Wer sich unsicher ist, kann mit dem E-Bike auch die anspruchsvollen Pässe entspannt angehen oder sich langsam an die leichteren Anstiege herantasten.

Ist Radfahren mit Kindern in Cortina möglich?

Ja, Familien mit Kindern finden vor allem auf der Lunga Via delle Dolomiti hervorragende Bedingungen. Der weitgehend autofreie Radweg auf der alten Bahntrasse hat sanfte Steigungen und bietet mit Tunneln, alten Bahnhöfen und Seen viel Abwechslung für den Nachwuchs.

Für kleinere Kinder eignen sich Fahrradanhänger oder Kindersitze, ältere Kinder mit etwas Raderfahrung können auf den flacheren Abschnitten selbst fahren. Die Bergpässe sind für Kinder in der Regel zu anspruchsvoll. Achte darauf, ausreichend Pausen einzuplanen und die vielen einladenden Rastplätze und Cafés entlang der Strecke zu nutzen.

Kann ich mit Hund radeln?

Radfahren mit Hund ist in der Region grundsätzlich möglich, erfordert aber Rücksicht und Planung. Auf den ruhigeren Wald- und Almwegen sowie Teilen der Bahntrasse kann dein Vierbeiner mitlaufen, sofern er gut konditioniert und an das Tempo gewöhnt ist. Die Höhenlage und die teils hohen Temperaturen im Sommer sollten dabei nicht unterschätzt werden.

Für längere Touren empfiehlt sich ein spezieller Fahrradanhänger für Hunde. Auf stark befahrenen Passstraßen ist Vorsicht geboten. Denke stets an ausreichend Wasser für deinen Hund und plane Pausen im Schatten ein. Viele Hütten und Cafés in der Region sind hundefreundlich.

Wie komme ich am besten nach Cortina d'Ampezzo?

Cortina d'Ampezzo hat keinen eigenen Bahnhof, ist aber gut über die umliegenden Verkehrsknoten erreichbar. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Calalzo di Cadore im Süden und in Dobbiaco im Norden, von wo aus regelmäßig Busse nach Cortina fahren, die auch Fahrradtransport ermöglichen.

Mit dem Auto erreichst du Cortina über die Brennerautobahn oder aus dem Veneto kommend über Belluno. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Venedig und Innsbruck. Wer mit dem eigenen Rad anreist, sollte die Anfahrt gut planen, da die Bergstraßen im Sommer stark frequentiert sein können.

Gibt es geführte Radtouren und Guides?

Ja, in Cortina und Umgebung gibt es qualifizierte Bike-Guides und Anbieter, die geführte Rennrad- und Mountainbike-Touren organisieren. Das ist besonders empfehlenswert, wenn du die Region nicht kennst und die schönsten Trails und Pässe mit ortskundiger Begleitung entdecken möchtest.

Geführte Touren gibt es für verschiedene Niveaus, von entspannten Genussrunden bis zu anspruchsvollen Passtouren und technischen Enduro-Abfahrten. Guides kennen die aktuellen Wege- und Wetterbedingungen und können die Tour an deine Fitness anpassen. Erkundige dich beim Tourismusbüro oder direkt bei den Bikeschulen nach aktuellen Angeboten.

Kann ich Bergbahnen mit dem Fahrrad nutzen?

Ja, mehrere Bergbahnen rund um Cortina transportieren Fahrräder und sind besonders bei Mountainbikern beliebt. Der Sessellift von Bai de Dones zu den Cinque Torri und die Kabinenbahnen an der Tofana ermöglichen es, den mühsamen Aufstieg abzukürzen und mehr Zeit für die genussvollen Abfahrten zu haben.

Die Betriebszeiten der Bahnen sind saisonabhängig, meist von Ende Juni bis September. Für den Fahrradtransport wird in der Regel ein Zuschlag fällig. Es lohnt sich, vorab die aktuellen Fahrpläne und Tarife zu prüfen. Mit einer Bergbahn-Kombination lassen sich hervorragende Trailtage gestalten, ohne sich beim Aufstieg zu verausgaben.

Welche Ausrüstung sollte ich mitnehmen?

Aufgrund der Höhenlage und der wechselhaften Bergwetterlagen ist die richtige Ausrüstung entscheidend. Neben Helm und passender Radbekleidung solltest du immer eine Windweste oder Regenjacke sowie Arm- und Beinlinge dabeihaben, da die Temperaturen auf den Pässen deutlich kühler sind als im Tal und Abfahrten schnell auskühlen.

Sonnenschutz, ausreichend Wasser und Verpflegung gehören ebenso ins Gepäck. Für Rennradtouren empfiehlt sich eine bergtaugliche Übersetzung. Mountainbiker sollten auf Protektoren und robustes Reifenmaterial achten. Ein kleines Reparaturset mit Ersatzschlauch und Multitool ist Pflicht, da die Handynetzabdeckung in abgelegenen Tälern lückenhaft sein kann.

Sind die Straßen im Sommer stark befahren?

Cortina ist ein beliebtes Reiseziel, und die Passstraßen können im Hochsommer, besonders an Wochenenden, von Autos und Motorrädern stark frequentiert sein. Das gilt vor allem für die berühmten Pässe wie Falzarego und Giau, die auch bei Motorradfahrern sehr beliebt sind.

Um dem Verkehr zu entgehen, empfiehlt es sich, früh morgens zu starten, wenn die Straßen noch ruhig sind. An manchen Sommertagen werden einzelne Passstraßen zeitweise für den motorisierten Verkehr gesperrt und ganz den Radfahrern überlassen – solche Sellaronda-Bike-Days sind ein besonderes Erlebnis. Informiere dich vorab über solche Aktionstage.

Wo kann ich unterwegs einkehren?

Rund um Cortina gibt es ein dichtes Netz an bewirtschafteten Berghütten, den sogenannten Rifugi, die zum Einkehren einladen. Auf den Passhöhen und an den beliebten Ausflugszielen wie den Cinque Torri, dem Passo Giau oder dem Rifugio Averau bekommst du deftige regionale Küche und ein grandioses Panorama gratis dazu.

Probiere unbedingt die lokalen Spezialitäten wie Casunziei, Polenta mit Pilzen oder einen frischen Apfelstrudel. In der Stadt selbst findest du entlang der Corso Italia zahlreiche Cafés, Bars und Restaurants für jeden Geschmack. Die meisten Hütten sind während der Sommersaison täglich geöffnet, in der Nebensaison solltest du die Öffnungszeiten vorab prüfen.

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