Radfahren in den Brenta Dolomiten: Zwischen Kalkgipfeln, Bergseen und Apfelwiesen
Fahrrad • Brenta Dolomiten

Radfahren in den Brenta Dolomiten: Zwischen Kalkgipfeln, Bergseen und Apfelwiesen

Kalkzinnen im Rücken, Apfelblüte am Wegesrand und Bergseen, die aussehen wie retuschiert: Diese Region tritt dich an.

Radregion Brenta Dolomiten

Sanfte Kurbelumdrehungen, während sich vor dir eine Wand aus hellem Kalkstein in den Himmel schiebt: Die Brenta Dolomiten sind das eigenwillige Kind der Trentiner Bergwelt. Als einzige Dolomitengruppe westlich des Etschtals stehen sie ein bisschen abseits, fast trotzig, mit ihren gezackten Türmen und Wänden, die bei Sonnenuntergang in Rosa und Orange glühen. Und genau in diesem Kontrast liegt der Reiz fürs Radfahren.

Denn während die schroffen Felszinnen den Kletterern und Wanderern gehören, gehört das Vorland den Radlern. Rund um Madonna di Campiglio, Molveno und das Val di Non ziehen sich Wege durch endlose Apfelplantagen, entlang türkisblauer Seen und über Almen, auf denen im Frühsommer die Kühe bimmeln, als hätten sie nichts Besseres zu tun. Wer will, tritt gemütlich am Molvenosee entlang, wer mehr will, kämpft sich die Passstraßen hinauf, die einst schon dem Giro d'Italia als Bühne dienten.

Das Besondere ist diese Vielfalt auf engem Raum. Innerhalb weniger Kilometer wechselst du von mediterran anmutenden Weinhängen am Sarcatal in die alpine Frische von Madonna di Campiglio auf über 1.500 Metern. E-Biker erobern hier Höhenmeter, die früher nur den Waden aus Stahl vorbehalten waren, Rennradfahrer sammeln legendäre Anstiege, und Familien pedalieren auf autofreien Radwegen durch Streuobstwiesen.

Dazu kommt eine Kulisse, die immer präsent ist: Egal, wohin du fährst, die Brenta bleibt im Blick, mal als schroffe Silhouette am Horizont, mal zum Greifen nah über dem Ortler-blauen Wasser des Tovelsees. Es ist diese Mischung aus Naturgewalt und Genussradeln, die die Region zu einem der schönsten Reviere des Trentino macht. Also: Trikot an, Flasche gefüllt, und los.

Topografie & Landschaft

Alpine Kalkgebirgsregion mit Tälern

Höhenlage

von etwa 200 m bis über 3.000 m (Cima Tosa)

Geländecharakter

Passstraßen, Radwege, Almwege, Trails

Infrastruktur

Sehr gut, viele Verleihe

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Navigation

Was die Brenta Dolomiten so besonders macht

Die Brenta - Dolomiten mit eigenem Kopf

Die Brenta ist ein Sonderling unter den Dolomiten, und das im besten Sinne. Als einzige große Dolomitengruppe westlich der Etsch steht sie geologisch etwas isoliert da, was ihr eine ganz eigene Dramatik verleiht. Türme, Zinnen und Grate reihen sich aneinander, dazwischen liegen tiefe Kare und kleine Gletscherreste. Für Radfahrer ist sie vor allem eines: eine gigantische Kulisse, die dich auf jeder Tour begleitet.

Seit 2009 gehört die Brenta gemeinsam mit anderen Dolomitengruppen zum UNESCO-Weltnaturerbe. Der Naturpark Adamello-Brenta ist das größte Schutzgebiet des Trentino und Heimat einer Braunbärenpopulation, die einst fast verschwunden war und durch Wiederansiedlung zurückkehrte. Keine Sorge, den Bären begegnet man beim Radeln praktisch nie, aber es hat etwas Beruhigendes zu wissen, dass die Wildnis hier noch echt ist.

Seen wie aus dem Bilderbuch

Der Molvenosee ist das strahlend blaue Herz der Region. Eingebettet zwischen Wald und den Brenta-Wänden lädt er zu einer entspannten Umrundung ein und bietet danach die perfekte Ausrede für einen Sprung ins kühle Nass. An heißen Sommertagen ist das Wasser eine Wohltat, auch wenn es selbst im Hochsommer eher erfrischend als lauwarm bleibt.

Noch geheimnisvoller ist der Tovelsee im Val di Non. Er war lange als roter See bekannt, weil sich das Wasser durch eine Algenart früher im Sommer tiefrot färbte. Dieses Phänomen tritt heute nicht mehr auf, doch das smaragdgrüne Wasser vor den Felswänden ist noch immer eine der schönsten Kulissen der Alpen. Als Belohnung nach einem Anstieg durchs Val di Tovel schlicht unbezahlbar.

Kulinarik zwischen Apfel und Käse

Das Val di Non ist das Apfelparadies Italiens. Die geschützte Sorte Mela Val di Non wächst auf unzähligen Terrassen, und im Frühjahr verwandelt sich das ganze Tal in ein rosa-weißes Blütenmeer. Ein frisch gepresster Apfelsaft an einem Hofladen schmeckt nach einer schweißtreibenden Etappe wie Nektar.

Dazu kommen die alpinen Klassiker: der Trentingrana-Käse, geräucherter Speck, Polenta mit Pilzen und natürlich die Canederli, die deftigen Semmelknödel. Wusstest du schon, dass in Madonna di Campiglio noch heute an die Zeit erinnert wird, als Kaiserin Sisi hier ihre Sommerfrische verbrachte? Der mondäne Charme dieser Belle-Epoque-Vergangenheit haftet dem Ort bis heute an.

Land und Leute

Die Menschen hier sind bodenständig und stolz auf ihre Berge, gleichzeitig weltoffen durch den Tourismus. Trentino ist zweisprachig geprägt, italienisch dominiert, doch die alpine Kultur ist überall spürbar. In den kleinen Dörfern rund um die Brenta trifft man auf Kirchtürme, Brunnen und Bänke, auf denen die Einheimischen bei einem Ombra, dem kleinen Glas Wein, den Tag beschließen.

Ein Geheimtipp: Fahr abseits der Hauptorte in die kleinen Weiler des Val Rendena oder des oberen Val di Non. Dort findest du urige Trattorien, in denen noch nach Rezept der Großmutter gekocht wird, und Preise, die dich freundlich anlächeln, statt dich zu schrecken.

Warum du hier unbedingt aufs Rad steigen solltest

Vielfalt für jedes Radlerherz

Kaum eine Region im Trentino bietet auf so engem Raum eine derartige Bandbreite. Vom entspannten Familienausflug auf dem asphaltierten Radweg bis zum knüppelharten Passanstieg für ambitionierte Rennradfahrer ist hier alles dabei. Der große Vorteil: Du kannst dein Basislager in Molveno oder Madonna di Campiglio aufschlagen und jeden Tag ein völlig anderes Terrain erkunden, ohne stundenlang anreisen zu müssen.

Besonders E-Biker profitieren von der Landschaft. Die Kombination aus tiefen Tälern und hohen Pässen macht die Region wie geschaffen für elektrische Unterstützung. Wer früher vor den 800 Höhenmetern zur Alm kapituliert hätte, rollt heute mit einem Grinsen nach oben und hat oben noch Puste für die Aussicht.

Legendäre Anstiege für Rennradfahrer

Die Passstraßen rund um die Brenta gehören zum Pflichtprogramm jedes Höhenmeter-Sammlers. Der Passo Campo Carlo Magno oberhalb von Madonna di Campiglio verbindet das Val Rendena mit dem Val di Sole und ist ein klassischer Übergang mit gleichmäßiger Steigung. Weiter westlich lockt der berühmte Passo del Tonale, und wer es richtig wissen will, nimmt sich die epischen Anstiege des Val di Sole vor.

Das Beste am Rennradfahren hier ist die Streckenqualität. Der Asphalt ist meist in gutem Zustand, die Straßen sind gut ausgebaut, und der Verkehr hält sich außerhalb der Hauptsaison in Grenzen. Dazu kommt die stete Sichtbeziehung zu den Brenta-Wänden, die jeden schmerzenden Oberschenkel für einen Moment vergessen lässt.

Mountainbike-Trails im Naturpark

Der Naturpark Adamello-Brenta ist ein Eldorado für Mountainbiker. Forst- und Almwege ziehen sich durch dichte Nadelwälder hinauf zu Hochebenen, von denen sich atemberaubende Panoramen öffnen. Die Region um Madonna di Campiglio hat sich zudem zu einem Zentrum des Bikeparks-Tourismus entwickelt, mit Liften, die dich und dein Rad bequem nach oben transportieren.

Für Genuss-Mountainbiker sind die Almauffahrten ideal: Man kurbelt gemütlich hinauf, kehrt in einer Malga ein, genießt Käse und Aussicht und rollt anschließend zurück. Wer es technischer mag, findet in den ausgeschilderten Trails und Flowtrails genug Herausforderung, um die Bremsscheiben glühen zu lassen.

Aussichtspunkte und Naturerlebnisse

Was Radfahren hier so besonders macht, sind die Momente des Innehaltens. Der Blick vom Passo Campo Carlo Magno auf die Brenta-Kette, das plötzliche Auftauchen des türkisen Tovelsees hinter einer Kurve, die Apfelblüte im Val di Non, die im Mai das ganze Tal in Pastellfarben taucht. Solche Bilder brennen sich ein.

Für Familien und Einsteiger ist die autofreie Umgebung vieler Radwege ein Segen. Kinder können ohne Verkehrsstress in die Pedale treten, während die Eltern die Landschaft genießen. Und wer es ruhiger mag, findet in den Nebentälern jede Menge Wege, auf denen man stundenlang niemandem begegnet außer ein paar neugierigen Kühen.

Radfreundliche Unterkünfte rund um die Brenta

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Die schönsten Radtouren in der Brenta-Region

Umrundung des Molvenosees

Diese Runde ist der perfekte Einstieg in die Region und eignet sich hervorragend für Familien. Vom Ortszentrum von Molveno startest du auf dem gut ausgebauten Uferweg, der dich fast durchgehend am Wasser entlangführt. Rechts glitzert der See in seinem intensiven Blau, links steigen die Brenta-Wände empor, ein Kontrast, der schöner kaum sein könnte.

Die etwa zehn Kilometer lange Runde ist weitgehend flach und autofrei, sodass auch kleinere Kinder sie problemlos bewältigen. Unterwegs laden mehrere Rastplätze und kleine Strände zum Verweilen ein. Besonders am südlichen Ufer eröffnen sich immer wieder tolle Fotomotive mit dem gesamten Bergpanorama im Hintergrund.

Nach der Runde bietet sich ein Bummel durch Molveno an, wo Eisdielen und Cafés auf dich warten. Wer noch Energie hat, kann die Runde mit einem Abstecher in Richtung Andalo verlängern und so ein paar zusätzliche Höhenmeter einbauen. Ein idealer Tag für alle, die Genuss über Leistung stellen.

Passo Campo Carlo Magno von Madonna di Campiglio

Dieser klassische Rennradanstieg verbindet das Val Rendena mit dem Val di Sole und ist eine der schönsten Auffahrten der Region. Vom Zentrum von Madonna di Campiglio auf rund 1.500 Metern führt die gut asphaltierte Passstraße gleichmäßig hinauf zum Passo Campo Carlo Magno auf etwa 1.680 Metern. Die Steigung ist moderat und gut fahrbar, was den Pass auch für ambitionierte Einsteiger attraktiv macht.

Oben angekommen öffnet sich der Blick auf die Adamello-Presanella-Gruppe auf der einen und die Brenta-Kette auf der anderen Seite. Hier oben spürst du die alpine Höhenluft und verstehst, warum diese Passhöhe schon so viele Radsportler begeistert hat. Der Passname erinnert übrigens an Karl den Großen, der der Legende nach hier durchgezogen sein soll.

Wer möchte, verlängert die Tour hinunter ins Val di Sole in Richtung Dimaro und macht daraus eine anspruchsvolle Tagesetappe mit ordentlich Höhenmetern. Für die Rückfahrt lohnt sich eine Einkehr in einer der Almwirtschaften am Wegesrand, wo Käse und Speck auf müde Beine warten.

Val di Tovel zum Tovelsee

Diese Tour ist ein echtes Highlight für alle, die Natur pur suchen. Von Tuenno im Val di Non führt die Straße durch das enge, waldreiche Val di Tovel stetig bergauf bis zum berühmten Tovelsee. Der Anstieg zieht sich, belohnt aber mit einer der spektakulärsten Kulissen der Alpen: dem smaragdgrünen Bergsee vor den senkrechten Felswänden der Brenta.

Das Tal liegt im Herzen des Naturparks Adamello-Brenta, entsprechend ist der Verkehr in der Hochsaison geregelt, was den Anstieg für Radfahrer angenehm macht. Unterwegs säumen dichte Wälder und rauschende Bäche den Weg, und mit etwas Glück siehst du Rehe oder Gämsen. Der See selbst war früher für seine rote Färbung berühmt, heute überzeugt er mit tiefem Grün.

Am See angekommen lohnt eine Pause mit Blick aufs Wasser, bevor es zurück ins Tal geht. Die Abfahrt durch das Val di Tovel ist ein Genuss, da die Straße kurvenreich, aber gut fahrbar ist. E-Biker sind hier klar im Vorteil, doch auch trainierte Fahrer kommen voll auf ihre Kosten.

Apfelblüten-Radweg durch das Val di Non

Das Val di Non ist das Apfelherz Italiens, und diese Genusstour führt dich mitten hindurch. Startpunkt ist etwa Cles am Nordufer des Santa-Giustina-Stausees. Von hier aus rollst du über kleine Nebenstraßen und asphaltierte Radwege durch die endlosen Apfelplantagen, die das Tal prägen. Im Frühjahr, zur Apfelblüte, ist die Strecke ein einziges Blütenmeer in Rosa und Weiß.

Die Tour ist überwiegend leicht bis mittelschwer und eignet sich gut für Familien und Genussradler. Immer wieder tauchen kleine Dörfer mit Kirchtürmen und Hofläden auf, in denen du frisch gepressten Apfelsaft oder regionale Spezialitäten kaufen kannst. Der Blick reicht über die Obstterrassen bis hinüber zur Brenta-Kette am Horizont.

Ein besonderes Ziel ist das eindrucksvolle Castel Thun, eine der schönsten Burgen des Trentino, die du in die Route einbauen kannst. So verbindest du Radgenuss mit Kultur und Kulinarik. Wusstest du, dass im Val di Non jährlich mehrere hunderttausend Tonnen Äpfel geerntet werden? Kein Wunder, dass die Luft hier im Herbst süßlich nach Apfel duftet.

Mountainbike-Runde Madonna di Campiglio und Almen

Für Mountainbiker ist diese Runde ein Paradebeispiel für alpines Genussbiken. Von Madonna di Campiglio geht es auf Forst- und Almwegen hinauf in Richtung der Hochflächen unterhalb der Brenta-Wände. Die Wege ziehen sich durch duftende Nadelwälder, bevor sie sich zu weiten Almwiesen öffnen, auf denen im Sommer die Kühe grasen.

Ein lohnendes Ziel ist eine der Malghe, die bewirtschafteten Almhütten, in denen du hausgemachten Käse, Butter und Speck bekommst. Von hier oben hast du einen grandiosen Blick auf die Zinnen der Brenta, die zum Greifen nah scheinen. Die Kombination aus sportlicher Auffahrt und kulinarischer Belohnung macht diese Tour so beliebt.

Technisch bewegt sich die Runde im mittleren Bereich, mit einigen steileren Passagen auf Schotter. Für die Abfahrt gibt es je nach Können verschiedene Optionen, von gemütlichen Forstwegen bis zu flowigen Trails. E-Mountainbiker erweitern den Radius problemlos und erreichen auch höher gelegene Aussichtspunkte ohne Kraftakt.

Val Rendena Talradweg

Der Radweg durch das Val Rendena ist eine entspannte Verbindung entlang des Flusses Sarca und ideal, um die Talschaft zwischen Madonna di Campiglio und dem Ausgang bei Tione di Trento kennenzulernen. Der überwiegend asphaltierte und teils schotterige Weg verläuft weitgehend abseits des Autoverkehrs und begleitet den Fluss durch Wiesen, Wälder und kleine Dörfer.

Da es tendenziell bergab geht, wenn man von Campiglio aus startet, ist die Tour auch für weniger trainierte Radler gut machbar. Unterwegs lohnen sich Stopps in charmanten Orten wie Pinzolo, wo die berühmte Totentanz-Fresken an der Kirche San Vigilio zu sehen sind, ein kulturelles Kleinod von überregionaler Bedeutung.

Das Val Rendena ist bekannt für seine urige Gastfreundschaft und die Rendena-Rinder, eine alte lokale Rasse. Kehr in einer Trattoria ein und probiere die regionale Küche, bevor du entweder umkehrst oder dich für die Rückfahrt bequem shutteln lässt. Eine ideale Tour, um Natur, Kultur und Genuss zu verbinden.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Radfahren in den Brenta Dolomiten?

Die ideale Saison für das Radfahren in den Brenta Dolomiten reicht von Mai bis Oktober. Im Frühling, besonders im Mai, verwandelt sich das Val di Non durch die Apfelblüte in ein wahres Blütenmeer, was Radtouren in tieferen Lagen zu einem besonderen Erlebnis macht.

Die Passstraßen und höheren Almwege sind in der Regel ab Juni bis in den frühen Oktober gut befahrbar, da dann auch der Schnee in den Höhenlagen verschwunden ist. Der Hochsommer bringt angenehme Bergtemperaturen, während im Tal auch mal die Hitze zuschlagen kann. Der Herbst begeistert mit klarer Sicht auf die Berge und der Apfelernte, kann aber schon kühler werden. Wer die Menschenmassen meiden will, fährt am besten im Juni oder September.

Ist die Region für E-Bikes geeignet?

Die Brenta Dolomiten sind geradezu prädestiniert für E-Bikes. Die Kombination aus tiefen Tälern und hohen Pässen bedeutet, dass viele lohnende Ziele mit teils erheblichen Höhenmetern verbunden sind, die mit elektrischer Unterstützung deutlich entspannter zu bewältigen sind.

In den Hauptorten wie Madonna di Campiglio, Molveno und Andalo gibt es zahlreiche Verleihstationen, die hochwertige E-Mountainbikes und E-Trekkingräder anbieten. Auch Ladestationen sind an vielen Almhütten und in den Ortschaften vorhanden. Gerade für gemischte Gruppen mit unterschiedlichem Fitnessniveau ist das E-Bike ideal, weil alle gemeinsam auch anspruchsvollere Auffahrten schaffen. Denke an einen zweiten Akku, wenn du eine längere Bergtour mit vielen Höhenmetern planst.

Kann ich mit Kindern in der Region radfahren?

Ja, die Region bietet einige sehr kinderfreundliche Optionen. Besonders die Umrundung des Molvenosees eignet sich hervorragend, da der Uferweg weitgehend flach und autofrei ist. Auch die Radwege im Val di Non durch die Apfelplantagen sind für Familien gut geeignet.

Für längere Bergtouren oder Passanstiege sind kleinere Kinder natürlich weniger geeignet. Hier bieten sich Anhänger, Kindersitze oder für ältere Kinder E-Bikes an. Viele Verleihe halten auch Kinderräder und passendes Zubehör bereit. Plane bei Familientouren immer ausreichend Pausen ein, denn Bergseen und Eisdielen sind hervorragende Motivationshilfen für den Nachwuchs. So wird der Radtag zum entspannten Familienerlebnis statt zur Quälerei.

Darf ich meinen Hund mitnehmen?

Grundsätzlich ist die Region hundefreundlich, allerdings solltest du beim Radfahren einige Dinge beachten. Für die flachen Radwege am Molvenosee oder im Val di Non kann ein fitter Hund gut nebenherlaufen, sofern die Temperaturen nicht zu hoch sind und er ans Radfahren gewöhnt ist.

Im Naturpark Adamello-Brenta gilt in vielen Bereichen Leinenpflicht, um die Wildtiere zu schützen, insbesondere weil hier auch Braunbären leben. Auf langen Bergtouren oder Passanstiegen ist ein Hundeanhänger die schonendere Lösung für das Tier. Achte immer auf ausreichend Wasser und Schatten für deinen Vierbeiner und vermeide Touren in der Mittagshitze. Viele Unterkünfte in der Region nehmen Hunde gerne auf, frage aber vorab nach.

Welche Ausrüstung brauche ich?

Das hängt stark von der geplanten Tour ab. Für gemütliche Talradwege reichen ein verkehrssicheres Rad, ein Helm und ausreichend Wasser. Für Bergtouren und Passanstiege solltest du dein Rad gut warten und auf funktionierende Bremsen achten, gerade die langen Abfahrten fordern die Bremsen enorm.

Da das Bergwetter schnell umschlagen kann, empfehlen sich eine Windjacke und ein leichtes Regencape, auch wenn morgens die Sonne strahlt. In höheren Lagen kann es selbst im Sommer empfindlich kühl werden. Sonnenschutz ist wichtig, weil die UV-Strahlung in der Höhe intensiver ist. Für Mountainbiker sind zusätzlich Ersatzschlauch, Flickzeug und Werkzeug Pflicht, da man auf Almwegen schnell weit von jeder Werkstatt entfernt ist.

Wie komme ich am besten in die Region?

Die Brenta Dolomiten liegen im Westen des Trentino und sind gut erreichbar. Mit dem Auto fährst du über den Brenner und die Autobahn A22 bis zu den Ausfahrten Richtung Trento oder San Michele all'Adige und von dort weiter ins Val di Non oder über das Sarcatal nach Madonna di Campiglio.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichst du Trento per Zug, von wo aus regionale Busse in die Täler fahren. In der Hauptsaison gibt es zudem Bike-Shuttles und Busse, die Fahrräder mitnehmen. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Verona, Bergamo und Innsbruck. Wer flexibel sein möchte, ist mit dem eigenen Auto klar im Vorteil, da die Region weitläufig ist und sich viele Startpunkte für Touren erst mit fahrbarem Untersatz gut erreichen lassen.

Gibt es geführte Radtouren?

Ja, in den größeren Orten wie Madonna di Campiglio, Molveno und Andalo werden geführte Touren für unterschiedliche Niveaus angeboten. Erfahrene Guides kennen die schönsten Strecken und die besten Einkehrmöglichkeiten und können ihre Touren an die Fitness der Gruppe anpassen.

Gerade für Mountainbiker sind geführte Touren empfehlenswert, weil sie die besten Trails im Naturpark kennen und dir technische Tipps geben können. Auch für Rennradfahrer, die die legendären Anstiege in Angriff nehmen wollen, lohnt sich ein Guide, der das Tempo und die Pausen sinnvoll einteilt. Viele Verleihstationen und Sportgeschäfte vermitteln solche Touren, oft in Kombination mit Radmiete. Frage am besten direkt in deiner Unterkunft nach lokalen Angeboten.

Wie schwierig sind die Rennradanstiege?

Die Region bietet Anstiege für jedes Niveau. Der Passo Campo Carlo Magno von Madonna di Campiglio aus ist mit moderater und gleichmäßiger Steigung auch für ambitionierte Einsteiger machbar. Wer es härter mag, findet in den umliegenden Tälern anspruchsvollere Pässe mit deutlich mehr Höhenmetern.

Die längeren Auffahrten wie ins Val di Sole oder zum Tonalepass verlangen eine solide Grundfitness und gute Beine. Als Faustregel gilt, dass die meisten Anstiege gut ausgebaut und asphaltiert sind, sodass die Herausforderung eher in der Länge und den Höhenmetern liegt als in extremer Steilheit. Mit einer passenden Übersetzung und einem realistischen Tempo lassen sich die meisten Klassiker der Region auch von Hobbyradlern genießen.

Wo kann ich Fahrräder mieten?

In allen wichtigen Touristenorten der Region findest du gut sortierte Verleihstationen. In Madonna di Campiglio, Molveno, Andalo und im Val di Non gibt es Anbieter, die von Kinderrädern über Trekkingbikes bis hin zu hochwertigen E-Mountainbikes und Rennrädern alles im Angebot haben.

Die Preise variieren je nach Radtyp und Mietdauer, wobei sich für mehrere Tage oft Wochenpauschalen lohnen. Viele Verleihe bieten auch Zubehör wie Helme, Anhänger oder GPS-Geräte an. In der Hochsaison ist es ratsam, besonders begehrte Modelle wie E-Bikes vorab zu reservieren. Achte darauf, dass das Rad vor der Übergabe technisch geprüft wird, und lass dir gleich die passenden Tourentipps für dein Niveau geben.

Ist Radfahren im Naturpark überall erlaubt?

Im Naturpark Adamello-Brenta gelten bestimmte Regeln zum Schutz der empfindlichen Natur. Auf ausgewiesenen Forst- und Almwegen ist das Radfahren in der Regel erlaubt, jedoch sind manche Wanderwege und sensible Bereiche für Räder gesperrt. Es ist wichtig, sich an die Beschilderung zu halten.

In der Hauptsaison ist zudem die Zufahrt zu einigen beliebten Zielen wie dem Tovelsee für Autos geregelt, was für Radfahrer meist von Vorteil ist, da weniger Verkehr herrscht. Respektiere die Wildtiere, halte dich an markierte Routen und hinterlasse keinen Müll. Der Naturpark ist Heimat seltener Arten wie Braunbär, Steinadler und Gämse, und rücksichtsvolles Verhalten sorgt dafür, dass diese Natur auch künftig erlebbar bleibt.

Gibt es Einkehrmöglichkeiten unterwegs?

Ja, die Region ist gut mit Einkehrmöglichkeiten versorgt. In den Tälern und Ortschaften findest du zahlreiche Cafés, Trattorien und Restaurants, die regionale Spezialitäten anbieten. Auf den Almen laden bewirtschaftete Malghe zu einer Rast mit hausgemachtem Käse, Speck und Polenta ein.

Gerade nach anstrengenden Auffahrten sind diese Almwirtschaften ein Highlight, weil man dort nicht nur seine Energiereserven auffüllt, sondern auch eine grandiose Aussicht genießt. Im Val di Non locken Hofläden mit frischem Apfelsaft und lokalen Produkten. Plane deine Pausen ruhig ein und probiere die trentinerische Küche, die von deftig-alpin bis mediterran reicht. Ein Espresso oder ein Glas lokaler Wein zum Abschluss gehört einfach dazu.

Eignet sich die Region für Rennrad und Mountainbike gleichermaßen?

Absolut, die Brenta Dolomiten sind eine der wenigen Regionen, in denen beide Disziplinen gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Rennradfahrer finden gut asphaltierte Passstraßen und Talrouten mit legendären Anstiegen, während Mountainbiker im Naturpark ein weitläufiges Netz aus Forst- und Almwegen sowie ausgeschilderte Trails vorfinden.

Rund um Madonna di Campiglio hat sich zudem ein Bikepark-Angebot mit Lift-unterstützten Abfahrten etabliert, das gezielt Downhill- und Enduro-Fans anspricht. Wer beide Räder dabei hat, kann seinen Urlaub abwechslungsreich gestalten und je nach Wetter und Laune zwischen Straße und Gelände wählen. Diese Vielfalt macht die Region zu einem echten Allrounder unter den Radregionen des Trentino.

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