Bewaldetes Mittelgebirge
Radfahren im Böhmerwald: Grenzenlose Freiheit zwischen Wäldern, Mooren und stillen Höhen
Radfahren im Böhmerwald
Es gibt Regionen, die schreien nach Aufmerksamkeit, und dann gibt es den Böhmerwald – ein grünes Meer aus dunklen Fichtenwäldern, glitzernden Moorseen und weiten Hochebenen, das dich mit sanfter Beharrlichkeit in seinen Bann zieht. Wer hier in die Pedale tritt, spürt schnell, dass Zeit plötzlich eine andere Bedeutung bekommt. Zwischen Bayern, Österreich und Tschechien erstreckt sich eines der ältesten und ursprünglichsten Mittelgebirge Mitteleuropas, ein Landstrich, der jahrzehntelang im Schatten des Eisernen Vorhangs lag und gerade deshalb eine fast unberührte Wildheit bewahren konnte.
Für Radfahrer ist der Böhmerwald ein kleines Universum. Da sind die sanft geschwungenen Kammlagen, die dich mit endlosen Ausblicken belohnen, die gemütlichen Talwege entlang klarer Bäche und die stillen Radwege, auf denen du stundenlang niemandem begegnest außer vielleicht einem Reh am Waldrand. Egal ob du ein gemütlicher Genussradler bist, der lieber am Ufer eines Sees rastet, oder ein ambitionierter Mountainbiker auf der Suche nach dem nächsten Anstieg – hier findest du deine Linie.
Was den Böhmerwald so besonders macht, ist die Mischung aus Natur und Geschichte. Auf deiner Tour rollst du an alten Grenzsteinen vorbei, durchquerst verträumte Dörfer mit böhmischem Charme und entdeckst plötzlich die Spuren einer bewegten Vergangenheit. Zwischendurch lockt eine Einkehr mit deftigen Knödeln, würzigem Käse und einem frisch gezapften Bier, das nach so mancher Steigung fast wie eine Belohnung des Universums schmeckt.
Und dann ist da diese Stille. Diese besondere Ruhe, die nur Wälder erzeugen können, die seit Ewigkeiten stehen. Du hörst das Knirschen deiner Reifen auf dem Waldweg, das Rauschen des Windes in den Wipfeln und ab und zu den Ruf eines Vogels. Der Böhmerwald ist kein Ort für Eile, sondern für das echte Erleben – und genau das macht ihn zu einem der schönsten Radreviere Mitteleuropas.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
bis 1456 m (Großer Arber)
Geländecharakter
Waldwege, Forststraßen, Radwege
Infrastruktur
Gut ausgebaut, radlerfreundlich
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Sehenswertes im Böhmerwald: Natur, Kultur und Geheimtipps
Ursprüngliche Natur und der Nationalpark
Der Böhmerwald ist vor allem eines: Natur pur. Auf tschechischer Seite erstreckt sich der Nationalpark Šumava, auf bayerischer Seite grenzt der Nationalpark Bayerischer Wald an – zusammen bilden sie eines der größten zusammenhängenden Waldschutzgebiete Mitteleuropas. Wer hier unterwegs ist, erlebt ausgedehnte Fichten- und Buchenwälder, geheimnisvolle Hochmoore und kristallklare Gletscherseen, die wie dunkle Augen in der Landschaft liegen.
Besonders beeindruckend sind die Karseen wie der Plešné jezero (Plöckensteinsee) oder der Čertovo jezero (Teufelssee), die von steilen Felswänden umrahmt werden und eine fast mystische Atmosphäre verströmen. Zwischen den Bäumen kannst du mit etwas Glück Luchse, Auerhähne oder majestätische Rothirsche beobachten – der Böhmerwald zählt zu den letzten Rückzugsgebieten vieler seltener Arten.
Geschichte an der ehemaligen Grenze
Kaum eine Region trägt die europäische Geschichte so sichtbar in sich wie der Böhmerwald. Jahrzehntelang verlief hier der Eiserne Vorhang, und viele Dörfer wurden auf tschechischer Seite dem Erdboden gleichgemacht. Heute erinnern stille Gedenkstätten, verlassene Kapellen und einsame Kreuze an diese bewegte Vergangenheit. Wer mit dem Rad durch diese Landschaft fährt, spürt die Geschichte fast körperlich.
Gleichzeitig ist genau diese Vergangenheit ein Segen für die Natur: Weil das Grenzgebiet über Jahrzehnte für Menschen gesperrt war, konnte sich hier eine Wildnis entwickeln, die in Mitteleuropa ihresgleichen sucht. Der Grüne Streifen entlang der ehemaligen Grenze ist heute ein wertvoller Biotopverbund und ein faszinierendes Ziel für neugierige Radler.
Kulinarik zwischen Böhmen und Bayern
Radeln macht hungrig, und der Böhmerwald weiß das. Die regionale Küche ist deftig, ehrlich und herzhaft. Auf der bayerischen Seite locken Schweinsbraten, Knödel und frisch gebackenes Bauernbrot, dazu ein süffiges Bier aus einer der kleinen Brauereien. Auf tschechischer Seite gibt es den berühmten Svíčková, geräucherten Käse und natürlich das legendäre böhmische Bier, das seinen Ruf zu Recht genießt.
Ein echter Geheimtipp sind die kleinen Waldgasthöfe abseits der Hauptrouten, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Hier bekommst du nicht nur ein warmes Essen, sondern auch Geschichten der Einheimischen, die den Böhmerwald wie ihre Westentasche kennen. Wusstest du schon? Der Böhmerwald gilt als eine der Wiegen des mitteleuropäischen Glasmacherhandwerks – bis heute produzieren traditionelle Glashütten kunstvolle Erzeugnisse, die du auf deiner Tour bestaunen kannst.
Land und Leute
Die Menschen im Böhmerwald sind bodenständig, herzlich und oft von einer angenehmen Ruhe. Das Leben tickt hier langsamer, und das überträgt sich schnell auf jeden Besucher. In den kleinen Dörfern wird noch Wert auf Tradition gelegt, ob beim Musikantentreffen, dem Trachtenfest oder dem sonntäglichen Frühschoppen.
Ein besonderer Geheimtipp für Radler ist die Region rund um Železná Ruda (Markt Eisenstein), wo sich böhmische und bayerische Kultur direkt an der Grenze begegnen. Hier kannst du morgens in Bayern frühstücken und nachmittags in Tschechien Kaffee trinken – das grenzenlose Radfahren wird hier zur gelebten Realität.
Warum der Böhmerwald ein Paradies für Radfahrer ist
Grenzenlose Freiheit auf dem Rad
Radfahren im Böhmerwald bedeutet, drei Länder auf einer Tour verbinden zu können. Kaum eine andere Region Mitteleuropas erlaubt es dir, mühelos zwischen Bayern, Österreich und Tschechien zu pendeln. Die alten Grenzen sind längst offen, und statt Schlagbäumen erwarten dich heute grenzüberschreitende Radwege, die das Beste aus allen Welten vereinen.
Diese Vielfalt macht den Reiz aus: Innerhalb weniger Stunden wechselst du von bayerischer Gemütlichkeit über österreichische Almlandschaften bis hin zu den weiten, wilden Wäldern Böhmens. Jede Grenze bringt neue Aromen, neue Sprachen und neue Landschaftsbilder – und das alles aus dem Sattel deines Rades erlebt.
Landschaft und Wegequalität
Der Böhmerwald ist ein Mittelgebirge, und das spürst du. Sanfte, langgezogene Anstiege wechseln sich mit rasanten Abfahrten ab, während die Kammlagen dich mit weiten Panoramen belohnen. Die Wege reichen von gut ausgebauten Asphaltradwegen über feste Schotterpisten bis hin zu anspruchsvollen Singletrails für Mountainbiker.
Besonders angenehm: Viele Routen führen über ehemalige Bahntrassen oder Forststraßen, die eine gleichmäßige Steigung und wenig Verkehr bieten. So kannst du dich ganz auf die Landschaft konzentrieren, ohne ständig auf Autos achten zu müssen. Für E-Biker ist der Böhmerwald ein Traum, denn die längeren Anstiege lassen sich mit Rückenwind aus dem Akku entspannt meistern.
Für wen ist der Böhmerwald geeignet?
Die gute Nachricht: für fast jeden. Genussradler finden entlang der Flusstäler und Seen entspannte, weitgehend flache Routen, die auch mit Kindern gut zu bewältigen sind. Familien schätzen die kinderfreundlichen Radwege rund um die großen Seen und die vielen Einkehrmöglichkeiten unterwegs.
Ambitionierte Radfahrer und Mountainbiker hingegen kommen auf den Kammwegen und in den höheren Lagen voll auf ihre Kosten. Hier warten knackige Anstiege, technische Trails und Höhenmeter, die selbst geübte Beine fordern. Der Böhmerwald ist damit ein echtes Allround-Revier, das sich flexibel an dein Können und deine Lust anpasst.
Aussichtspunkte und Naturerlebnisse
Wer den Böhmerwald erkunden will, sollte seine Kamera bereithalten. Der Aufstieg zum Hochficht oder die Fahrt hinauf zum Dreisesselberg belohnen dich mit spektakulären Fernblicken, die an klaren Tagen bis zu den Alpen reichen. Auch der Aussichtsturm auf dem Poledník gehört zu den lohnenswertesten Zielen.
Doch der Böhmerwald wirkt oft am stärksten im Kleinen: das Morgenlicht über einem Hochmoor, der Nebel, der zwischen den Baumwipfeln aufsteigt, das Glitzern eines Sees am frühen Nachmittag. Diese Momente machen das Radfahren hier zu einem echten Naturerlebnis, das lange nachwirkt.
Radlerfreundliche Unterkünfte im Böhmerwald
Die schönsten Radtouren im Böhmerwald
Moldau-Radweg: Von Hohenfurth nach Krumau
Der Moldau-Radweg (Vltavská cyklostezka) ist einer der beliebtesten Klassiker der Region und führt dich entlang der jungen Moldau durch das südböhmische Herz des Böhmerwaldes. Start ist im Örtchen Vyšší Brod (Hohenfurth) mit seinem eindrucksvollen Zisterzienserkloster. Von hier folgst du dem Fluss überwiegend flach und entspannt talwärts.
Die Strecke schlängelt sich durch Auwälder, vorbei an kleinen Wehren, Wiesen und historischen Ortschaften. Ein absolutes Highlight ist die Ankunft in Český Krumlov (Krumau), dessen mittelalterliche Altstadt und mächtiges Schloss zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Die etwa 30 Kilometer lange Etappe eignet sich hervorragend für Familien und Genussradler, da kaum nennenswerte Steigungen zu bewältigen sind.
Unterwegs laden zahlreiche Rastplätze und gemütliche Gasthöfe zum Verweilen ein. Wer möchte, kann die Tour mit einer Bootsfahrt auf der Moldau kombinieren oder in Krumau ausgiebig durch die verwinkelten Gassen bummeln. Ein perfekter Einstieg in das Radrevier Böhmerwald.
Kammrunde über den Dreisesselberg
Diese Tour ist etwas für ambitionierte Radler mit Lust auf Höhenmeter. Ausgangspunkt ist das bayerische Neureichenau, von dem aus du dich stetig in Richtung des markanten Dreisesselberges hocharbeitest. Der Anstieg fordert die Beine, doch die Belohnung an den bizarren Granitfelsen ist grandios.
Vom Gipfelbereich rund um den Dreisessel und den nahen Hochstein genießt du an klaren Tagen einen weiten Blick über das grenzenlose Waldmeer bis hinein nach Tschechien und Österreich. Hier treffen gleich drei Länder aufeinander, und das Dreiländereck ist ein beliebtes Fotomotiv. Die urigen Felsformationen wirken fast wie von Riesenhand gestapelt.
Die anschließende Abfahrt zurück ins Tal ist ein reines Vergnügen. Insgesamt solltest du für diese anspruchsvolle Rundtour gute Kondition oder einen E-Bike-Akku mitbringen. Für Mountainbiker und sportliche Tourenfahrer, die Panorama und Herausforderung suchen, ist diese Runde ein echtes Highlight.
Rund um den Lipno-Stausee
Der Lipno-Stausee ist das größte Gewässer Tschechiens und ein absolutes Paradies für Radfahrer. Der gut ausgebaute Rundweg führt dich über rund 60 Kilometer einmal um den weiten See herum, größtenteils asphaltiert und komfortabel zu befahren. Start und Ziel kannst du frei wählen, etwa in Lipno nad Vltavou oder Frymburk.
Die Strecke verläuft überwiegend nah am Wasser und bietet immer wieder herrliche Ausblicke auf den See und die umliegenden Wälder. Am Ufer laden Badestellen, Strände und Cafés zu erfrischenden Pausen ein – gerade an heißen Sommertagen ein echter Genuss. Fähren verbinden einzelne Uferabschnitte und machen individuelle Streckenvarianten möglich.
Ein besonderes Highlight ist der Baumwipfelpfad Lipno mit seinem spektakulären Aussichtsturm. Die Tour ist ideal für Familien und Genussradler, da sie kaum steile Anstiege enthält und trotzdem abwechslungsreich bleibt. Wer den Böhmerwald von seiner sonnigen, wasserreichen Seite erleben will, ist hier genau richtig.
Bayerwald-Loipe zur Bike-Runde: Bayerisch Eisenstein nach Zwiesel
Diese Tour verbindet grenznahes Flair mit tiefen Waldeindrücken. Startpunkt ist der Grenzort Bayerisch Eisenstein mit seinem berühmten Bahnhof, der genau auf der Landesgrenze steht. Von hier aus rollst du durch das Tal des Großen Regen in Richtung Zwiesel, der Glasstadt des Bayerischen Waldes.
Der Weg führt überwiegend auf gut befahrbaren Radwegen und ruhigen Nebenstraßen durch dichte Wälder und entlang des Flusses. Immer wieder öffnen sich Blicke auf den mächtigen Großen Arber, den höchsten Gipfel des Bayerischen Waldes. Die Strecke ist mäßig anspruchsvoll und auch für weniger geübte Radler gut zu bewältigen.
In Zwiesel angekommen, lohnt sich ein Besuch der traditionellen Glashütten und Manufakturen, in denen du dem Glasmacherhandwerk hautnah zusehen kannst. Wer mag, kombiniert die Tour mit der Waldbahn, die Räder mitnimmt und flexible Rückwege ermöglicht. Eine gelungene Mischung aus Natur, Kultur und Handwerk.
Zur Teufelsmauer und zum Teufelssee bei Železná Ruda
Diese Tour startet im lebhaften Grenzort Železná Ruda (Markt Eisenstein) und führt dich in die wilde Bergwelt des tschechischen Böhmerwaldes. Ziel sind die geheimnisvollen Karseen Čertovo jezero (Teufelssee) und der nahe gelegene Černé jezero (Schwarzer See), die zu den schönsten Naturjuwelen der Region gehören.
Der Aufstieg zu den Seen führt über Waldwege und Forststraßen und verlangt etwas Kondition. Doch die Mühe lohnt sich: Umrahmt von steilen, bewaldeten Hängen liegen die dunklen Gewässer wie aus einer anderen Welt in der Landschaft. Die mystische Stimmung, gerade wenn sich Nebel über das Wasser legt, bleibt lange in Erinnerung.
Rund um die Seen gibt es markierte Wege und Informationstafeln zur Entstehung der eiszeitlichen Karseen. Die Tour eignet sich für sportliche Radler und Mountainbiker, die Naturerlebnis und ein wenig Herausforderung suchen. Zurück in Železná Ruda kannst du in einem der urigen Gasthöfe einkehren und die böhmische Küche genießen.
Häufige Fragen
Ist der Böhmerwald für Anfänger zum Radfahren geeignet?
Ja, der Böhmerwald bietet für Einsteiger viele geeignete Strecken, auch wenn er insgesamt ein Mittelgebirge ist. Besonders die Radwege entlang der Flusstäler, etwa der Moldau-Radweg, oder die Rundstrecke um den Lipno-Stausee verlaufen weitgehend flach und lassen sich gut bewältigen.
Für Anfänger empfiehlt es sich, die Touren an das eigene Tempo anzupassen und ausreichend Pausen einzuplanen. Viele Wege sind gut ausgeschildert und asphaltiert oder gut befahrbar. Wer sich unsicher fühlt, kann auf ein E-Bike zurückgreifen, das gerade die längeren Anstiege deutlich angenehmer macht. So steht auch dem entspannten Einstieg in das Radrevier nichts im Weg.
Kann ich mit dem E-Bike gut im Böhmerwald fahren?
Absolut, der Böhmerwald ist geradezu ideal für E-Biker. Die längeren, gleichmäßigen Anstiege in den Kammlagen lassen sich mit elektrischer Unterstützung deutlich entspannter meistern, sodass du mehr Energie für die Aussicht und den Genuss übrig hast.
In den größeren Orten und an vielen Gasthöfen findest du inzwischen zahlreiche Ladestationen für dein E-Bike. Auch Verleihstationen bieten vielerorts hochwertige Pedelecs an. Achte trotzdem darauf, deinen Akku bei längeren Touren im Blick zu behalten und plane bei Bergetappen etwas Reserve ein. So kannst du auch anspruchsvollere Routen bequem genießen.
Ist Radfahren im Böhmerwald mit Kindern möglich?
Ja, gerade Familien mit Kindern finden im Böhmerwald viele passende Strecken. Besonders die flachen Uferwege am Lipno-Stausee oder die Talradwege entlang der Flüsse sind gut geeignet, da sie wenig Steigung und meist wenig Verkehr aufweisen.
Für Familien empfiehlt es sich, Etappen zu wählen, die zwischendurch genügend Rast- und Bademöglichkeiten bieten, um die Motivation der Kinder hochzuhalten. Viele Regionen sind zudem auf Radtouristen eingestellt und bieten kindgerechte Attraktionen wie Baumwipfelpfade oder Tierparks am Wegesrand. So wird die Radtour zum echten Familienabenteuer, das allen Freude bereitet.
Darf mein Hund beim Radfahren mit?
Grundsätzlich ja, doch beim Radfahren mit Hund solltest du einige Dinge beachten. Für kürzere, gemütliche Touren auf schattigen Waldwegen kann dein Vierbeiner nebenherlaufen, sofern er gut trainiert ist und die Distanz bewältigt. An heißen Tagen ist jedoch Vorsicht geboten.
In den Nationalparkbereichen gelten teilweise Leinenpflicht und besondere Regeln zum Schutz der Tierwelt, daher solltest du dich vorab informieren. Für längere Strecken bietet sich ein spezieller Fahrradanhänger an, in dem der Hund bei Erschöpfung mitfahren kann. Wasser für deinen Begleiter solltest du immer dabei haben, denn die frischen Bäche laden zwar zum Trinken ein, sind aber nicht überall zugänglich.
Wann ist die beste Reisezeit zum Radfahren?
Die ideale Radsaison im Böhmerwald reicht in der Regel von Mai bis Oktober. Im Frühsommer erlebst du die Landschaft in frischem Grün, die Wiesen blühen und die Temperaturen sind angenehm mild. Auch die Wasserstände der Seen und Flüsse laden dann besonders zum Verweilen ein.
Der Herbst ist bei vielen Radlern besonders beliebt, denn die bunten Wälder bieten ein spektakuläres Farbenspiel und die Luft ist klar. Der Hochsommer kann in den Tälern warm werden, doch die Wälder spenden meist ausreichend Schatten. Da der Böhmerwald ein Mittelgebirge ist, solltest du auch im Sommer wetterfeste Kleidung mitnehmen, da Regen und Temperaturschwankungen jederzeit möglich sind.
Wie sind die Radwege ausgeschildert?
Der Böhmerwald verfügt über ein gut ausgebautes und beschildertes Radwegenetz, das grenzüberschreitend funktioniert. Auf tschechischer Seite folgen die Radwege einem nummerierten System mit gelben Schildern, während auf bayerischer und österreichischer Seite eigene, ebenfalls klar erkennbare Beschilderungen existieren.
Für längere Touren empfiehlt es sich dennoch, eine Radkarte oder eine GPS-fähige App mitzunehmen, da die Beschilderung in abgelegenen Waldgebieten gelegentlich lückenhaft sein kann. Viele Touristeninformationen halten kostenloses Kartenmaterial bereit und geben gerne Auskunft zu aktuellen Wegverhältnissen. Mit etwas Vorbereitung findest du dich im grenzenlosen Radnetz schnell zurecht.
Brauche ich ein Mountainbike oder reicht ein Trekkingrad?
Das hängt ganz davon ab, welche Touren du planst. Für die klassischen Radwege entlang der Flüsse und Seen sowie für die gut ausgebauten Strecken reicht ein solides Trekkingrad oder ein E-Trekkingbike völlig aus. Diese Routen sind meist asphaltiert oder gut geschottert.
Wenn du dagegen die höheren Kammlagen, technische Trails oder unbefestigte Forstwege erkunden möchtest, ist ein Mountainbike die bessere Wahl. Gerade für die anspruchsvolleren Touren rund um die Karseen oder in den Bergregionen sorgt ein geländegängiges Rad für mehr Sicherheit und Fahrspaß. Überlege dir also vorab, welchen Charakter deine Touren haben sollen.
Gibt es unterwegs genügend Einkehrmöglichkeiten?
Auf den beliebteren Routen und in der Nähe der Orte findest du zahlreiche Gasthöfe, Cafés und Rasthütten, in denen du dich stärken kannst. Besonders entlang der Flusstäler und am Lipno-Stausee ist die Versorgungslage sehr gut, und die regionale Küche lädt zum Genießen ein.
In den abgelegeneren Waldgebieten und höheren Lagen kann es dagegen längere Strecken ohne Einkehr geben. Hier solltest du ausreichend Proviant und Wasser mitnehmen, um nicht in Verlegenheit zu geraten. Ein kleiner Snack für zwischendurch und eine gefüllte Trinkflasche gehören auf jeder Böhmerwald-Tour ins Gepäck, denn die frische Luft macht bekanntlich hungrig.
Kann ich Fahrräder in öffentlichen Verkehrsmitteln mitnehmen?
Ja, der Böhmerwald ist gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, und die Mitnahme von Fahrrädern ist in vielen Zügen und Bussen möglich. Besonders die Waldbahn im Bayerischen Wald und einige tschechische Regionalzüge sind auf Radtouristen eingestellt und bieten Platz für Räder.
Zusätzlich gibt es in der Saison spezielle Radbusse, die beliebte Ausgangspunkte miteinander verbinden und dir flexible Streckenplanungen ermöglichen. So kannst du eine Tour in eine Richtung fahren und bequem mit Bahn oder Bus zurückkehren. Informiere dich vorab über die Fahrpläne und eventuelle Reservierungspflichten, damit dein Rad garantiert mitreisen darf.
Wie anspruchsvoll sind die Höhenmeter im Böhmerwald?
Als Mittelgebirge bringt der Böhmerwald durchaus einige Höhenmeter mit sich, allerdings verteilen sich diese meist auf lange, gleichmäßige Anstiege statt auf steile Rampen. Das macht das Radfahren angenehmer, da du dein Tempo gut dosieren kannst. Die höchsten Gipfel liegen bei rund 1400 bis 1450 Metern.
Für die Talrouten und Seenrundwege sind die Höhenunterschiede gering, während die Kammtouren und Bergstrecken durchaus fordernd sein können. Wer sich unsicher ist, sollte mit einer leichteren Etappe starten und sich langsam steigern. E-Bikes gleichen die Höhenmeter zusätzlich aus und öffnen auch weniger trainierten Radlern die schöneren Höhenlagen.
Muss ich beim Grenzübertritt etwas beachten?
Innerhalb des Schengen-Raums, zu dem Deutschland, Österreich und Tschechien gehören, kannst du die Grenzen mit dem Rad in der Regel völlig unkompliziert überqueren. Es gibt keine festen Grenzkontrollen, und viele Radwege führen nahtlos von einem Land ins andere.
Trotzdem solltest du deinen Personalausweis oder Reisepass immer dabei haben, da stichprobenartige Kontrollen möglich sind. Praktisch ist es außerdem, etwas Bargeld in tschechischen Kronen mitzunehmen, da nicht überall mit Karte oder Euro bezahlt werden kann. So bist du auf beiden Seiten der Grenze bestens für spontane Einkehr und Einkäufe gerüstet.
Gibt es geführte Radtouren in der Region?
Ja, in vielen Orten des Böhmerwaldes werden geführte Radtouren angeboten, die sich an unterschiedliche Zielgruppen und Schwierigkeitsgrade richten. Erfahrene Guides zeigen dir dabei nicht nur die schönsten Strecken, sondern erzählen auch Wissenswertes über Natur, Geschichte und Kultur der Region.
Solche geführten Touren sind besonders empfehlenswert, wenn du das Gebiet noch nicht kennst oder Geheimtipps abseits der Hauptrouten entdecken möchtest. Örtliche Touristeninformationen und Radverleihe vermitteln entsprechende Angebote und helfen dir, die passende Tour für dein Können zu finden. So kannst du dich ganz auf das Fahren konzentrieren und die Landschaft in vollen Zügen genießen.