Hügeliges Mittelgebirge
Radfahren im Bergischen Land: Sanfte Hügel, alte Talsperren und endlose Panoramawege
Radfahren im Bergischen Land
Es gibt Regionen, die brüllen mit hohen Gipfeln und schwindelerregenden Pässen um Aufmerksamkeit. Und dann gibt es das Bergische Land – eine Landschaft, die dich nicht anschreit, sondern leise zu sich winkt. Sanfte Hügel, die sich endlos aneinanderreihen, dunkle Wälder, glitzernde Talsperren und Fachwerkdörfer, die aussehen, als wären sie einem Bilderbuch entsprungen. Hier zwischen Köln, Wuppertal und dem Sauerland radelst du durch eine Region, die ihren Charme nicht laut, aber dafür umso nachhaltiger entfaltet.
Das Bergische Land ist ein Paradies für alle, die das Radfahren als Reise verstehen und nicht als sportliches Pflichtprogramm. Auf den stillgelegten Bahntrassen rollst du fast ohne Anstrengung durch grüne Täler, während sich abseits davon knackige Anstiege für alle finden, die ihre Wadenmuskulatur fordern wollen. Die berühmten Bergischen Drei – Remscheid, Solingen und Wuppertal – bilden das urbane Herz, doch das wahre Bergische versteckt sich in den kleinen Dörfern, an Mühlenbächen und an den Ufern der zahlreichen Talsperren.
Charakteristisch sind die schiefergedeckten Häuser mit ihren leuchtend grünen Fensterläden, das satte Grün der Wiesen und natürlich das Wetter, das gern mal eine Schippe Regen drauflegt – nicht umsonst nennt man die Region augenzwinkernd das "Bergische Regenland". Doch genau dieser Regen schafft die üppige, fast irische Landschaft, in die du dich beim Radfahren so schnell verliebst.
Ob du genüsslich auf der Panorama-Radwege rollst, deine Familie auf flachen Bahntrassen ausführst oder dich mit dem E-Bike die Höhen hinaufschnurren lässt: Das Bergische Land belohnt dich mit Aussichten, Ruhe und einer herzlichen Gastfreundschaft, die nach jeder Tour mit einer ordentlichen Bergischen Kaffeetafel krönt. Schwing dich aufs Rad – diese Landschaft will entdeckt werden.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
bis ca. 500 m (Homert)
Geländecharakter
Bahntrassen, Waldwege, Nebenstraßen
Infrastruktur
Gut ausgebaut, beschildert
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Was das Bergische Land so besonders macht
Die Talsperren: Blaue Juwelen zwischen grünen Hügeln
Das Bergische Land trägt nicht umsonst den Beinamen "Land der Talsperren". Über ein Dutzend dieser künstlich angelegten Seen verteilen sich über die Region und prägen Landschaft wie Freizeitgestaltung gleichermaßen. Die Große Dhünn-Talsperre bei Wermelskirchen ist die zweitgrößte Trinkwassertalsperre Deutschlands und liegt in einem so unberührten Naturschutzgebiet, dass du dich fühlst, als würdest du durch ein Stück Wildnis radeln.
Auch die Bevertalsperre, die Wuppertalsperre und die Sengbachtalsperre laden zu Touren entlang ihrer Ufer ein. Im Sommer kannst du an manchen baden, an anderen einfach nur die Beine ins Gras strecken und auf das spiegelglatte Wasser blicken. Die Talsperren sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein wichtiges Stück Industrie- und Wasserwirtschaftsgeschichte der Region.
Fachwerk, Schiefer und Bergische Lebensart
Wer durch Orte wie Lennep, Gräfrath oder das historische Zentrum von Hückeswagen radelt, taucht ein in eine Welt aus schiefergedeckten Fassaden, kopfsteingepflasterten Gassen und grünen Fensterläden. Diese typisch bergische Bauweise mit weißen Schlagläden und schwarzem Schiefer ist ein echtes Markenzeichen der Region und macht jeden Dorfbummel zum Fotomotiv.
Die Bergische Lebensart zeigt sich aber nicht nur in der Architektur, sondern vor allem am Tisch. Die berühmte Bergische Kaffeetafel – serviert in der traditionellen "Dröppelminna", einer Zinnkanne mit Tropfhahn – ist eine herzhafte Mischung aus Waffeln mit heißen Kirschen, Quark, Brot, Aufschnitt und Reisbrei. Nach einer langen Radtour ist das genau die Belohnung, die deine Beine verdient haben.
Schwebebahn, Müngstener Brücke und Industriekultur
Die Wuppertaler Schwebebahn ist eines der kuriosesten Verkehrsmittel der Welt und schwebt seit über 120 Jahren über dem Fluss Wupper. Allein dafür lohnt sich ein Abstecher in die Großstadt. Nur wenige Kilometer entfernt spannt sich die Müngstener Brücke als höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands über das Tal der Wupper – ein imposantes Stahlbauwerk, das du auf vielen Touren als Highlight ansteuern kannst.
Wusstest du schon? Das Bergische Land war einst eines der wichtigsten Zentren der Werkzeug- und Stahlindustrie. Solingen ist bis heute als "Klingenstadt" weltberühmt für Messer und Scheren. Auf deinen Touren begegnen dir immer wieder alte Schleifkotten, Hammerwerke und Industriedenkmäler, die von dieser produktiven Vergangenheit erzählen.
Wälder, Wild und stille Natur
Abseits der Sehenswürdigkeiten besticht das Bergische Land durch seine schiere Naturfülle. Dichte Buchen- und Mischwälder, plätschernde Bäche und weite Wiesentäler bestimmen das Bild. Mit etwas Glück siehst du frühmorgens Rehe am Waldrand oder einen Bussard, der über den Hügeln kreist.
Ein echter Geheimtipp ist das Eifgenbachtal bei Wermelskirchen – ein verwunschenes, naturbelassenes Bachtal, das zu den schönsten Ecken der Region zählt und herrlich ruhig ist. Hier spürst du, warum das Bergische so viele Naturfreunde anzieht: Es ist Erholung pur, fast vor der Haustür des Ruhrgebiets und des Rheinlands.
Warum Radfahren hier ein echtes Erlebnis ist
Bahntrassen-Radeln: Genuss ohne Steigung
Das Bergische Land ist ein wahres Eldorado für Bahntrassen-Radler. Auf den ehemaligen Eisenbahnstrecken, die längst stillgelegt und zu komfortablen Radwegen umgebaut wurden, rollst du auf sanften, gleichmäßigen Gefällen durch die Landschaft. Tunnel, Viadukte und alte Bahnhöfe säumen die Strecken und verleihen jeder Tour einen Hauch von Abenteuer und Nostalgie.
Die bekannteste dieser Routen ist die Balkantrasse, aber auch die Panorama-Radwege Niederbergbahn und die Nordbahntrasse in Wuppertal gehören zu den Klassikern. Das Schöne: Weil die alten Bahnstrecken nie steiler als wenige Prozent ansteigen durften, sind diese Wege ideal für Familien, ungeübte Radler und alle, die einfach entspannt die Aussicht genießen wollen, ohne sich die Lunge aus dem Leib zu strampeln.
Für jeden das Richtige: vom Genussradler bis zum Bergstürmer
Trotz seines Namens ist das Bergische Land kein Hochgebirge, sondern ein Mittelgebirge mit überschaubaren, aber zahlreichen Steigungen. Genau das macht die Region so vielseitig. Wer es gemütlich mag, bleibt auf den Bahntrassen und an den Talsperren. Wer die Herausforderung sucht, verlässt die Trassen und nimmt die welligen Nebenstraßen und Waldwege unter die Reifen – hier kommen schnell ordentliche Höhenmeter zusammen.
Das ständige Auf und Ab macht das Bergische besonders für Rennradfahrer und Mountainbiker reizvoll. Die Hügel sind selten richtig hoch, aber sie hören einfach nicht auf – ein echtes Intervalltraining von Mutter Natur. Und für alle, die das nicht mit reiner Muskelkraft bewältigen wollen, ist das E-Bike der perfekte Begleiter. Die Region ist mittlerweile hervorragend mit Ladestationen und Verleihstationen ausgestattet.
Aussichten, die hängen bleiben
Das Wechselspiel aus Höhen und Tälern beschert dir auf vielen Touren immer wieder weite Ausblicke über das grüne Hügelmeer. Besonders eindrucksvoll ist der Blick von den Höhen rund um Burscheid, Kürten oder Lindlar, wo du an klaren Tagen bis weit ins Rheinland und manchmal sogar bis zum Kölner Dom schauen kannst.
Ein Genuss sind auch die Talsperren-Panoramen, wenn sich die umliegenden Wälder im Wasser spiegeln. Die markierten Themenrouten führen dich gezielt zu den schönsten Aussichtspunkten und sparen dir das mühsame Suchen. Halte auf jeden Fall die Kamera bereit – das satte Grün und die typische bergische Stimmung mit ihren wechselnden Wolken sind echte Motivlieferanten.
Gut beschildert und bestens vernetzt
Das Radwegenetz im Bergischen Land ist vorbildlich ausgeschildert. Die einheitliche Knotenpunktbeschilderung macht es leicht, eigene Touren zusammenzustellen und sich nicht zu verfahren. Zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, Rastplätze und Radlerfreundliche Betriebe entlang der Strecken sorgen dafür, dass du nie hungrig oder durstig strandest.
Auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist gut: Viele Touren lassen sich bequem mit Bahn und Bus kombinieren, sodass du nicht zwingend eine Rundtour planen musst. Das macht das Bergische Land besonders flexibel und einsteigerfreundlich – ideal für spontane Tagesausflüge oder ein verlängertes Radwochenende.
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Die schönsten Radtouren im Bergischen Land
Balkantrasse: Von Leverkusen-Opladen nach Remscheid
Die Balkantrasse ist der Klassiker unter den Bahntrassen-Radwegen im Bergischen Land und zugleich eine der entspanntesten Touren der Region. Auf rund 50 Kilometern folgst du der ehemaligen Bahnstrecke von Leverkusen-Opladen über Burscheid, Wermelskirchen und Hückeswagen bis nach Remscheid-Lennep. Der Name geht übrigens auf den volkstümlichen Spitznamen der einst kurvigen, ländlichen Bahnstrecke zurück.
Weil es sich um eine alte Bahntrasse handelt, sind die Steigungen sanft und gleichmäßig – ideal für Familien und Genussradler. Unterwegs rollst du durch grüne Wiesentäler, vorbei an alten Bahnhofsgebäuden, die heute teils als Cafés dienen, und über schöne Viadukte. In Burscheid lohnt sich ein Stopp im Ortskern, in Wermelskirchen kannst du dir eine Bergische Kaffeetafel gönnen.
Das Ziel Lennep mit seiner liebevoll restaurierten Altstadt voller Schieferhäuser ist ein würdiger Abschluss. Wer mag, kombiniert die Tour mit der Rückfahrt per Bahn, sodass keine Rundstrecke nötig ist. Eine perfekte Einsteiger-Tour mit hohem Wohlfühlfaktor.
Panorama-Radweg Niederbergbahn
Der Panorama-Radweg Niederbergbahn verbindet auf etwa 38 Kilometern die Städte Essen-Kettwig, Heiligenhaus, Velbert und Wülfrath miteinander und führt dich auf einer weiteren ehemaligen Bahntrasse durch den nördlichen Teil des Bergischen Landes. Der Name ist Programm: Immer wieder öffnen sich weite Ausblicke über die hügelige Landschaft des Niederbergischen.
Highlights entlang der Strecke sind der beeindruckende Tunnel von Heiligenhaus und die zahlreichen Aussichtspunkte über die grünen Hügel. Auch hier sorgt das geringe Gefälle der Bahntrasse für ein entspanntes Fahrgefühl. Die Strecke ist durchgehend asphaltiert und damit auch für Trekkingräder und Rennräder gut geeignet.
Wer den Tag verlängern möchte, schließt im Süden an weitere Trassen an und kann so Touren ins Herz des Bergischen Landes planen. Die gute Anbindung an den Nahverkehr macht die Niederbergbahn ideal für einen flexiblen Tagesausflug aus dem Ruhrgebiet.
Rund um die Große Dhünn-Talsperre
Diese Tour führt dich zu einem der schönsten Naturschauplätze der Region: der Großen Dhünn-Talsperre bei Wermelskirchen. Da das unmittelbare Ufer als Trinkwasserschutzgebiet weitgehend gesperrt ist, verläuft die rund 40 Kilometer lange Rundtour durch die umliegenden Wälder und über die Höhen, von denen du immer wieder Blicke auf die ausgedehnte Wasserfläche erhaschst.
Start- und Zielpunkt ist meist Wermelskirchen. Von hier aus radelst du durch ruhige Waldgebiete, vorbei an der Vorsperre und durch kleine Bergische Weiler. Die Strecke ist welliger als die Bahntrassen und fordert ein paar Höhenmeter, belohnt dich dafür aber mit echtem Naturerlebnis und herrlicher Stille.
Diese Tour eignet sich für trainierte Radler und alle E-Biker, die das Auf und Ab gelassen meistern. Wer Ruhe sucht und die Natur des Bergischen in ihrer ursprünglichsten Form erleben will, ist hier genau richtig. Festes Schuhwerk und Picknickproviant lohnen sich.
Bergischer Panorama-Radweg: Etappe Marienheide nach Wipperfürth
Der Bergische Panorama-Radweg ist eine große Rundtour durch das Bergische Land, die sich hervorragend in Etappen aufteilen lässt. Eine besonders lohnende Teilstrecke führt von Marienheide nach Wipperfürth, der ältesten Stadt des Bergischen Landes. Diese Etappe verbindet ehemalige Bahntrassen mit landschaftlich reizvollen Abschnitten.
Unterwegs passierst du die Bevertalsperre und die Wuppertalsperre, deren Ufer zum Verweilen einladen. Die historische Altstadt von Wipperfürth mit ihrer Pfarrkirche St. Nikolaus und den schönen Fachwerkhäusern ist ein kulturelles Glanzlicht und der ideale Ort für eine Einkehr.
Die Etappe bietet eine ausgewogene Mischung aus entspannten Trassenabschnitten und einigen Steigungen, die für etwas Würze sorgen. Damit eignet sie sich für sportlich ambitionierte Genussradler und für E-Biker. Wer mag, verbindet mehrere Etappen zu einer mehrtägigen Radreise rund ums Bergische.
Nordbahntrasse Wuppertal
Die Nordbahntrasse ist ein urbanes Radwege-Highlight und führt auf rund 23 Kilometern quer durch Wuppertal. Auf einer ehemaligen Güterbahnstrecke radelst du hoch über den Dächern der Stadt, durch beleuchtete Tunnel und über imposante Viadukte – ein faszinierender Mix aus Industriekultur, Großstadtflair und überraschend viel Grün.
Start- und Endpunkte sind frei wählbar, da die Trasse mehrere Stadtteile von Vohwinkel bis Wichlinghausen verbindet. Entlang der Strecke findest du kreative Gastronomie, Cafés und Kunstprojekte, die in alten Bahnhofsgebäuden ein neues Zuhause gefunden haben. Die zahlreichen Tunnel sind ein echtes Erlebnis und verleihen der Tour einen besonderen Charakter.
Weil die Trasse fast eben verläuft, ist sie perfekt für Familien, Pendler und Stadtentdecker geeignet. Verbinde die Tour mit einer Fahrt in der berühmten Wuppertaler Schwebebahn und einem Abstecher zur Müngstener Brücke, und du hast einen rundum gelungenen Radeltag.
Häufige Fragen
Ist das Bergische Land für Anfänger zum Radfahren geeignet?
Absolut! Trotz des Namens musst du keine Angst vor unüberwindbaren Bergen haben. Das Bergische Land bietet mit seinen zahlreichen ehemaligen Bahntrassen ideale Bedingungen für Einsteiger. Diese Strecken haben nur sehr geringe Steigungen, sind oft asphaltiert und gut beschildert.
Besonders die Balkantrasse oder die Nordbahntrasse in Wuppertal eignen sich hervorragend für die ersten Radtouren. Wer es etwas anspruchsvoller mag, kann jederzeit die welligen Nebenstraßen und Waldwege erkunden. So findet wirklich jeder die passende Strecke für sein Niveau.
Kann ich im Bergischen Land gut mit Kindern radeln?
Ja, das Bergische Land ist sehr familienfreundlich. Die flachen Bahntrassen sind nahezu autofrei und damit sicher und stressarm für den Nachwuchs. Auf Strecken wie der Balkantrasse oder der Niederbergbahn können Kinder entspannt mitradeln, ohne von steilen Anstiegen überfordert zu werden.
Entlang der Routen gibt es viele Rastplätze, Spielmöglichkeiten und kinderfreundliche Cafés. Auch die Talsperren bieten im Sommer schöne Pausenmöglichkeiten zum Spielen und teilweise Baden. Plane einfach genügend Pausen ein, dann wird die Radtour zum Familienerlebnis.
Eignet sich das Bergische Land für E-Bikes?
Das Bergische Land ist geradezu prädestiniert fürs E-Bike-Fahren. Das ständige Auf und Ab der Mittelgebirgslandschaft lässt sich mit elektrischer Unterstützung mühelos meistern, sodass du die Aussichten genießen kannst, statt zu schwitzen.
Die Region hat sich gut auf E-Biker eingestellt: Es gibt zahlreiche Ladestationen, radlerfreundliche Gastronomiebetriebe und Verleihstationen. Mit dem E-Bike öffnen sich dir auch die anspruchsvolleren Touren abseits der Bahntrassen, die du sonst vielleicht meiden würdest. So wird der Aktionsradius deutlich größer.
Welche Jahreszeit ist die beste zum Radfahren?
Die ideale Zeit für Radtouren im Bergischen Land liegt zwischen Mai und Oktober. Im Frühling erblüht die Landschaft in saftigem Grün, der Sommer lockt mit Badegelegenheiten an den Talsperren und der Herbst verzaubert mit bunter Laubfärbung in den Wäldern.
Beachte allerdings, dass das Bergische Land nicht umsonst den Spitznamen "Regenland" trägt. Eine Regenjacke gehört hier zur Grundausstattung, egal in welchem Monat. Dafür sorgt der Regen für die üppige, fast irisch anmutende Vegetation, die die Region so reizvoll macht.
Kann ich meinen Hund auf der Radtour mitnehmen?
Grundsätzlich ist das Radfahren mit Hund im Bergischen Land gut möglich, besonders auf den ruhigen Bahntrassen abseits des Autoverkehrs. Viele Strecken führen durch Wälder und entlang von Bächen, wo dein Vierbeiner zwischendurch trinken und sich abkühlen kann.
Wichtig: An den Trinkwassertalsperren wie der Großen Dhünn-Talsperre gelten strenge Schutzregeln, hier ist das Baden und teils auch der Zugang eingeschränkt. Achte außerdem auf die Leinenpflicht in Naturschutzgebieten. Bei warmem Wetter solltest du das Tempo deinem Hund anpassen und regelmäßige Pausen einlegen.
Wie sind die Radwege beschildert?
Das Bergische Land verfügt über ein vorbildliches Radwegenetz mit einheitlicher Knotenpunktbeschilderung. An den nummerierten Knotenpunkten kannst du dich leicht orientieren und eigene Touren flexibel zusammenstellen, indem du dir einfach die Nummernfolge merkst.
Zusätzlich sind die bekannten Themenrouten wie der Bergische Panorama-Radweg oder die einzelnen Bahntrassen klar ausgeschildert. Eine Karte oder eine Navigations-App schadet trotzdem nie, vor allem wenn du die Hauptrouten verlässt. Insgesamt ist die Orientierung im Bergischen Land aber sehr unkompliziert.
Gibt es Fahrradverleihe in der Region?
Ja, in den größeren Städten und an beliebten Ausgangspunkten der Touren findest du diverse Fahrradverleihe, die sowohl klassische Trekkingräder als auch E-Bikes anbieten. Gerade für Tagesausflügler oder Touristen ohne eigenes Rad ist das eine praktische Lösung.
Es empfiehlt sich, besonders in der Hauptsaison und an Wochenenden vorab zu reservieren, da E-Bikes schnell ausgebucht sein können. Viele Verleihstationen bieten auch Zubehör wie Helme, Kindersitze oder Satteltaschen an. Frage am besten direkt vor Ort oder online nach den aktuellen Konditionen.
Welche Strecke ist die schönste für eine Tagestour?
Das hängt natürlich von deinem Geschmack ab, aber die Balkantrasse von Opladen nach Lennep gilt als einer der Klassiker für eine entspannte Tagestour. Sie verbindet landschaftliche Schönheit mit kulturellen Stopps und endet in der charmanten Altstadt von Lennep.
Wer Industriekultur und Großstadtflair sucht, ist auf der Nordbahntrasse in Wuppertal mit ihren Tunneln und Viadukten bestens aufgehoben. Für Naturliebhaber lohnt sich eine Runde um die Große Dhünn-Talsperre. So findet jeder Tourtyp seine Lieblingsstrecke für einen perfekten Radeltag.
Wie komme ich mit Bahn und Bus zu den Touren?
Das Bergische Land ist gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, was Radtouren besonders flexibel macht. Viele Städte wie Wuppertal, Remscheid, Solingen und Leverkusen sind per Regionalbahn erreichbar, und die meisten Züge nehmen Fahrräder mit.
Das hat den großen Vorteil, dass du keine Rundtour planen musst, sondern eine Strecke in eine Richtung fahren und mit der Bahn zurückkehren kannst. Achte auf die jeweiligen Fahrradmitnahme-Regelungen und eventuell nötige Fahrradtickets. So kombinierst du Anreise und Radvergnügen ganz entspannt.
Sind die Touren auch für Rennräder geeignet?
Ja, das Bergische Land ist bei Rennradfahrern sehr beliebt. Das ständige Auf und Ab der hügeligen Landschaft sorgt für ein abwechslungsreiches Training und ordentlich Höhenmeter, ohne dass es alpine Dimensionen erreicht. Die welligen Nebenstraßen sind hierfür ideal.
Die asphaltierten Bahntrassen eignen sich ebenfalls für Rennräder, sind aber eher für ein gemütliches Rollen gedacht. Wer die sportliche Herausforderung sucht, plant Touren über die kleinen Landstraßen rund um Kürten, Lindlar oder Wipperfürth. Beachte, dass einige Wirtschafts- und Waldwege für schmale Reifen weniger geeignet sind.
Wo kann ich unterwegs gut einkehren?
Entlang der Radwege findest du zahlreiche radlerfreundliche Cafés, Gasthäuser und Hofläden. Ein absolutes Muss ist die Bergische Kaffeetafel mit Waffeln, heißen Kirschen und Kaffee aus der traditionellen Dröppelminna – die perfekte Stärkung nach einigen Kilometern.
Besonders an den umgebauten alten Bahnhöfen entlang der Trassen haben sich gemütliche Einkehrmöglichkeiten etabliert. In den historischen Altstädten von Lennep, Wipperfürth oder Gräfrath findest du ebenfalls eine gute Auswahl an Lokalen. Plane deine Pausen am besten grob vor, dann bleibst du nie hungrig.
Wie anstrengend sind die Touren wirklich?
Das kommt ganz auf die gewählte Strecke an. Auf den Bahntrassen ist das Radfahren dank der geringen Steigungen sehr entspannt und auch für ungeübte Radler problemlos zu bewältigen. Hier kannst du locker viele Kilometer abspulen, ohne dich zu verausgaben.
Verlässt du die Trassen und nimmst die hügeligen Nebenstraßen, kommen jedoch schnell einige Höhenmeter zusammen. Die Anstiege sind selten lang, aber dafür zahlreich. Für diese Touren solltest du eine gewisse Grundkondition mitbringen oder auf ein E-Bike setzen, das die Hügel zum Vergnügen macht.