Bewaldetes Mittelgebirge mit Flusstälern
Radfahren im Bayerischen Wald: Sanfte Hügel, tiefe Wälder und endlose Genuss-Kilometer
Radfahren im Bayerischen Wald
Stell dir vor, du rollst frühmorgens los, der Asphalt ist noch kühl, über den Wiesen hängt zarter Nebel und aus den dunklen Fichtenwäldern duftet es nach Harz und feuchtem Moos. Genau so beginnt ein Radtag im Bayerischen Wald – Europas größtem zusammenhängenden Waldgebirge, das sich entlang der tschechischen Grenze über sanfte Bergrücken, weite Hochflächen und romantische Flusstäler erstreckt.
Der Bayerische Wald ist kein Ort der Hektik. Hier zählt nicht der Rekord, sondern das Gefühl. Du fährst durch verträumte Dörfer mit barocken Zwiebeltürmen, vorbei an alten Glashütten, über stillgelegte Bahntrassen, die heute zu butterweichen Radwegen geworden sind, und immer wieder öffnet sich der Blick auf den Großen Arber, den höchsten Gipfel der Region. Es ist eine Landschaft, die dir Zeit lässt – und genau das macht sie auf dem Rad so besonders.
Familien lieben die flachen Talradwege entlang von Regen, Ilz und Donau, während ambitionierte Tourenfahrer und E-Biker die welligen Hochlagen schätzen, in denen jede Abfahrt mit einem Panorama belohnt wird. Dazwischen liegen Bierkeller, Hofläden und urige Einkehrhütten, in denen ein deftiger Brotzeitteller und ein kühles Helles auf dich warten.
Der Bayerische Wald hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Geheimtipp für Genussradler entwickelt. Gut beschilderte Fernradwege, dichte E-Bike-Ladeinfrastruktur und eine herzliche, bodenständige Gastfreundschaft machen ihn zu einer Region, in der man am liebsten einen Gang zurückschaltet – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Wer einmal hier geradelt ist, versteht schnell, warum man von diesem Landstrich auch liebevoll als das grüne Dach Europas spricht.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
Bis 1.456 m (Großer Arber)
Geländecharakter
Asphaltradwege, Bahntrassen, Talwege
Infrastruktur
Dichtes Radnetz, gute E-Bike-Versorgung
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Was den Bayerischen Wald so besonders macht
Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch
Der Bayerische Wald bildet zusammen mit dem böhmischen Šumava das größte zusammenhängende Waldgebirge Mitteleuropas. Hier reihen sich bewaldete Bergrücken aneinander, dazwischen liegen Hochmoore, klare Bergbäche und stille Bergseen wie der sagenumwobene Große Arbersee und der Kleine Arbersee. Auf dem Rad erlebst du diese Vielfalt besonders intensiv, weil sich Landschaft und Stimmung mit jedem Kilometer verändern.
Über allem thront der Große Arber mit 1.456 Metern, der König des Bayerwaldes. Selbst wenn du nicht ganz hinauffährst, begleitet dich sein markantes Profil auf vielen Touren. Die weiten Hochflächen rund um Bodenmais, Zwiesel und Frauenau wirken aufgeräumt und gleichzeitig wild – ein Spiel aus Wald, Wiese und Weite, das man so kein zweites Mal findet.
Glas, Geschichte und gelebte Tradition
Kaum eine Region in Deutschland ist so eng mit der Glasherstellung verbunden wie der Bayerische Wald. Seit Jahrhunderten lodern hier die Glashütten, und Orte wie Zwiesel, Frauenau und Bodenmais tragen den Beinamen Glasdörfer zu Recht. Wer mag, legt unterwegs einen Stopp ein und schaut den Glasbläsern bei der Arbeit über die Schulter – ein faszinierendes Schauspiel aus Feuer, Atem und Können.
Auch sonst ist die Region tief in ihrer Geschichte verwurzelt. Barocke Kirchen, alte Bauernhöfe und Freilichtmuseen erzählen vom harten, aber stolzen Leben der Waidler, wie sich die Einheimischen selbst nennen. Diese Bodenständigkeit spürst du überall – an den Hofläden am Wegesrand, an den selbstgemachten Marmeladen und an dem ehrlichen Lächeln, mit dem man dir den Weg erklärt.
Kulinarik, die satt und glücklich macht
Radfahren macht hungrig, und der Bayerische Wald nimmt das sehr ernst. Auf den Tellern landen deftige Klassiker wie Schweinsbraten mit Knödel, geräucherter Saibling aus heimischen Bächen, dampfende Dampfnudeln und der berühmte Bayerwald-Bierkäse. Dazu ein Bier aus einer der vielen kleinen Privatbrauereien, die hier teils seit Jahrhunderten brauen.
Ein echter Geheimtipp sind die urigen Einkehrhütten abseits der Hauptwege, wo es noch hausgemachte Brotzeit und selbstgebrannte Schnäpse gibt. Wusstest du schon? Der Bayerische Wald hat eine der höchsten Brauereidichten Europas – statistisch gesehen findest du hier fast hinter jedem Hügel ein neues Bier zum Probieren.
Wilde Natur im Nationalpark
Der Nationalpark Bayerischer Wald war 1970 der erste Nationalpark Deutschlands. Hier gilt das Motto Natur Natur sein lassen, und das merkt man: Urwaldähnliche Wälder, Luchse, Wildkatzen und sogar Wölfe haben hier wieder ein Zuhause gefunden. Auf den Radwegen rund um den Park tauchst du in eine Stille ein, die in unserer lauten Welt fast schon ein Luxus ist.
Ein besonderes Erlebnis ist der Baumwipfelpfad bei Neuschönau, der dich über eine spektakuläre Holzkonstruktion bis in die Baumkronen führt. Wusstest du schon? Mit 1.300 Metern Länge gehört er zu den längsten der Welt – ein perfekter Zwischenstopp, um den Wald einmal von oben zu erleben.
Warum Radfahren hier ein echtes Erlebnis ist
Radwege für jeden Geschmack
Der Bayerische Wald ist überraschend vielseitig, wenn es ums Radfahren geht. Im Tal findest du flache, asphaltierte Fernradwege, die selbst weniger geübten Radlern und Familien Freude machen. Auf den Höhen warten dagegen wellige Strecken mit knackigen Anstiegen und rauschenden Abfahrten, die das Herz von Tourenfahrern und Rennradlern höherschlagen lassen.
Besonders charmant sind die zahlreichen Bahntrassenradwege, die auf ehemaligen Bahnstrecken verlaufen. Sie sind angenehm flach, gut ausgebaut und führen dich durch Tunnel, über alte Viadukte und mitten durch dichte Wälder. Hier kannst du herrlich entspannt dahinrollen, ohne dir Gedanken über starken Verkehr machen zu müssen.
Ein Paradies für E-Biker
Kaum eine Region hat sich so konsequent auf E-Bikes eingestellt wie der Bayerische Wald. Die welligen Höhenlagen, die früher manchen Radler abgeschreckt haben, werden mit elektrischer Unterstützung zum reinen Vergnügen. Ladestationen gibt es an Gasthöfen, Hotels, Bahnhöfen und vielen Sehenswürdigkeiten – nachladen ist hier so selbstverständlich wie eine Einkehr.
Dadurch eröffnen sich auch Genussradlern Touren, die früher den sportlich Ambitionierten vorbehalten waren. Der Weg zum Aussichtspunkt mit Arberblick? Mit dem E-Bike plötzlich locker machbar. Das macht die Region ideal für gemischte Gruppen, in denen sportliche und gemütliche Fahrer gemeinsam unterwegs sein wollen.
Aussichten, die hängen bleiben
Die Belohnung für jeden Anstieg sind die Panoramen. Von vielen Hochlagen blickst du über ein endloses Meer aus Wäldern, das sich bis weit nach Böhmen erstreckt. An klaren Tagen reicht die Sicht über die Donauebene bis zu den Alpen, deren weiße Gipfel am Horizont schimmern.
Besonders schön ist das Licht in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag, wenn die Sonne flach über die Bergrücken streicht und die Wälder in warmes Gold taucht. Wer dann an einem Aussichtspunkt wie dem Hohenbogen oder rund um den Arber pausiert, versteht sofort, warum man sich hier so leicht in die Landschaft verliebt.
Für wen sich der Bayerische Wald lohnt
Diese Region ist ein Traum für alle, die das Radfahren als Genuss verstehen. Familien finden sichere, verkehrsarme Talradwege, Entdecker freuen sich über Glashütten, Burgen und Naturschauspiele, und Sportler bekommen auf den Höhen ihre Herausforderungen. Auch Einsteiger fühlen sich wohl, weil sich Anspruch und Distanz hier flexibel dosieren lassen.
Was alle eint: das Gefühl, in einer ehrlichen, unaufgeregten Landschaft unterwegs zu sein. Hier gibt es keinen Massentourismus, keine überfüllten Radwege, sondern viel Platz, frische Luft und diese typisch bayerwäldlerische Gelassenheit, die sich schnell auf dich überträgt.
Übernachten zwischen Wäldern und Flusstälern
Die schönsten Radtouren im Bayerischen Wald
Regental-Radweg: Von Bayerisch Eisenstein nach Cham
Der Regental-Radweg gehört zu den beliebtesten Touren der Region und folgt dem Lauf des Schwarzen und Weißen Regen. Du startest an der Grenzstation Bayerisch Eisenstein mit ihrem markanten, exakt auf der deutsch-tschechischen Grenze stehenden Bahnhof und rollst auf überwiegend flacher Strecke talwärts Richtung Cham.
Unterwegs passierst du die Glasstadt Zwiesel, das hübsche Regen mit seiner Burgruine Weißenstein und immer wieder idyllische Flussabschnitte, an denen sich eine Rast geradezu aufdrängt. Der Weg ist gut ausgebaut, größtenteils asphaltiert und damit ideal für Familien und Genussradler. Weil es überwiegend bergab geht, bleibt genug Energie für Einkehr und Besichtigungen.
Das Besondere an dieser Tour ist das ständige Begleitgeräusch des Flusses und das angenehme Gefühl, ohne große Anstrengung tief in die Landschaft einzutauchen. Plane ruhig zwei Tage ein, um die rund 60 Kilometer entspannt zu genießen und die Glasdörfer entlang der Strecke zu erkunden.
Rund um den Großen Arber
Wer den König des Bayerischen Waldes hautnah erleben will, ist auf der Tour rund um den Großen Arber richtig. Startpunkt ist meist Bodenmais, von wo aus du dich durch die welligen Höhenlagen Richtung Arbergebiet kämpfst. Diese Tour ist anspruchsvoller und für trainierte Radler oder E-Biker gedacht.
Ein landschaftliches Highlight ist der Abstecher zum Großen Arbersee, der dunkel und geheimnisvoll inmitten steiler Bergwälder liegt. Sagen ranken sich um den See, und mit etwas Glück siehst du die schwimmenden Inseln aus Torf, die hier über das Wasser treiben. Der Anstieg zum Arber-Parkplatz wird mit einem grandiosen Panorama belohnt.
Die Abfahrten sind ein echtes Vergnügen, doch Vorsicht: Hier ist Fahrtechnik gefragt. Diese Tour eignet sich für alle, die Steigungen lieben, gerne schwitzen und sich danach mit einem Bier in Bodenmais belohnen wollen. Die Aussichten machen jede Anstrengung mehr als wett.
Donau-Radweg-Etappe: Passau nach Vilshofen
Am südlichen Rand des Bayerischen Waldes verläuft der weltberühmte Donau-Radweg. Die Etappe von der Dreiflüssestadt Passau nach Vilshofen ist ein echter Klassiker und überzeugt durch ihre flache, familienfreundliche Streckenführung direkt am Flussufer.
Du startest in Passau, wo Donau, Inn und Ilz zusammenfließen, und tauchst zunächst in das mediterran anmutende Flair der Altstadt mit ihrem mächtigen Dom St. Stephan ein. Dann folgst du dem breiten Strom durch saftige Auenlandschaften, vorbei an Schiffsanlegern, Biergärten und kleinen Dörfern.
Diese Tour ist ideal für entspannte Tage und lässt sich wunderbar mit einer Schiffsfahrt kombinieren. Die rund 20 Kilometer sind locker machbar und eignen sich perfekt als Einstieg, wenn du dich erst an längere Distanzen herantasten möchtest. Unterwegs warten zahlreiche Einkehrmöglichkeiten mit Blick auf das Wasser.
Ilztal-Radweg durch das wilde Flusstal
Die Ilz gilt als eine der letzten naturbelassenen Flusslandschaften Bayerns und trägt den Beinamen Schwarze Perle. Der Ilztal-Radweg begleitet diesen wildromantischen Fluss von seinen Quellgebieten bis zur Mündung in die Donau bei Passau und ist ein Erlebnis für Naturliebhaber.
Der Weg führt durch enge, bewaldete Schluchten, vorbei an der eindrucksvollen Burg Hals und dem alten Triftsperren aus der Zeit der Holzflößerei. Das Wasser schimmert hier tatsächlich dunkel, fast schwarz, was dem Tal seine geheimnisvolle Atmosphäre verleiht. Streckenweise fährst du auf naturnahen Wegen, was die Tour abwechslungsreich macht.
Diese Route eignet sich für geübtere Genussradler, die die Einsamkeit suchen und die Natur in ihrer ursprünglichen Form erleben möchten. Tierbeobachtungen sind keine Seltenheit, und die kühlen, schattigen Abschnitte sind besonders an heißen Sommertagen ein Segen.
Glasscherbenweg und Nationalpark-Runde bei Frauenau
Diese Rundtour verbindet kulturelles Erbe mit wilder Natur und startet im Glasdorf Frauenau, Heimat des sehenswerten Glasmuseums. Von hier aus führt dich die Route Richtung Nationalpark Bayerischer Wald und in die Nähe von Spiegelau, einem Tor in den Park.
Unterwegs radelst du durch dichte, naturbelassene Wälder, die den urwaldähnlichen Charakter des Nationalparks erahnen lassen. Ein lohnender Abstecher führt zum Trinkwassertalsperre-Gebiet, dessen klares Wasser inmitten der Wälder fast unwirklich türkis schimmert. Die Strecke ist moderat hügelig und für die meisten Radler gut zu bewältigen.
Was diese Tour auszeichnet, ist die Kombination aus Glaskultur und Naturerlebnis. Du kannst morgens den Glasbläsern zuschauen, mittags durch tiefe Wälder rollen und nachmittags am Wasser pausieren. Ideal für alle, die einen abwechslungsreichen Tag mit Kultur, Bewegung und Naturgenuss suchen.
Bayerwald-Höhenrunde über den Hohenbogen
Für sportliche Radler ist die Höhenrunde rund um den Hohenbogen bei Neukirchen beim Heiligen Blut ein lohnendes Ziel. Diese Tour fordert die Beine, belohnt aber mit einigen der schönsten Fernblicke der ganzen Region und einem echten Bergerlebnis.
Du arbeitest dich über kurvige Straßen und Wege bergauf, vorbei an Almwiesen und durch dichte Fichtenwälder. Vom Gipfelbereich des Hohenbogen reicht der Blick weit über den Bayerischen Wald hinein nach Böhmen, und an klaren Tagen erkennst du sogar die Silhouette der Alpen am Horizont.
Die anschließenden Abfahrten sind rasant und machen riesigen Spaß, verlangen aber Konzentration. Diese Runde ist etwas für ambitionierte Tourenfahrer und gut ausgestattete E-Biker, die Höhenmeter nicht scheuen. Als Belohnung wartet im Tal die herzhafte Wirtshausküche der Region, die nach einem solchen Tag doppelt mundet.
Häufige Fragen
Wie anspruchsvoll ist Radfahren im Bayerischen Wald?
Das hängt ganz davon ab, wo du fährst. Die Talradwege entlang von Regen, Ilz und Donau sind überwiegend flach und auch für Familien sowie weniger geübte Radler gut machbar. Hier rollst du entspannt am Flussufer entlang und musst dir kaum Gedanken über Steigungen machen.
Sobald du jedoch in die Höhenlagen rund um den Arber, den Hohenbogen oder in den Nationalpark fährst, wird es deutlich anspruchsvoller. Dort warten knackige Anstiege und längere Höhenmeter. Die gute Nachricht: Dank der hervorragenden E-Bike-Infrastruktur sind auch diese Touren für viele machbar. Plane deine Strecke einfach passend zu deiner Kondition.
Ist die Region für E-Bikes geeignet?
Absolut, der Bayerische Wald ist geradezu prädestiniert für E-Bikes. Die welligen Höhenlagen, die ohne Motor durchaus anstrengend sein können, werden mit elektrischer Unterstützung zum Genuss. Gerade die schönen Aussichtspunkte auf den Bergrücken sind so deutlich leichter erreichbar.
Die Region hat sich konsequent auf E-Biker eingestellt. An Gasthöfen, Hotels, Bahnhöfen und vielen Sehenswürdigkeiten findest du Ladestationen, sodass du dein Akku unterwegs problemlos nachladen kannst. Viele Verleihstationen bieten zudem moderne E-Bikes an, falls du kein eigenes mitbringen möchtest. So werden auch gemischte Gruppen mit unterschiedlicher Fitness glücklich.
Wann ist die beste Reisezeit zum Radfahren?
Die ideale Saison liegt zwischen Mai und Oktober. Im Frühsommer ist die Landschaft besonders frisch und grün, die Wiesen blühen und die Temperaturen sind angenehm zum Radeln. Der Sommer bietet lange, warme Tage, allerdings kann es in den Tälern auch schon mal richtig heiß werden – dann sind die schattigen Waldabschnitte ein Segen.
Besonders schön ist der Herbst, wenn sich die Laubwälder golden färben und das Licht klar und mild wird. Die Fernsicht ist dann oft am besten. Im Winter ruht der Radbetrieb weitgehend, da in den Höhenlagen Schnee liegt. Wer Ruhe sucht, ist im September unterwegs goldrichtig, wenn die Hochsaison vorbei ist.
Gibt es gut beschilderte Radwege?
Ja, der Bayerische Wald verfügt über ein dichtes und gut ausgeschildertes Radwegenetz. Die großen Fernradwege wie der Regental-Radweg, der Donau-Radweg oder der Ilztal-Radweg sind durchgehend markiert, sodass du dich auch ohne ständigen Blick auf die Karte gut zurechtfindest.
Zusätzlich empfiehlt es sich, eine Navigations-App oder einen GPS-Computer zu nutzen, besonders wenn du individuelle Routen in den Höhenlagen planst. Vor Ort bekommst du in Tourismusbüros oft kostenloses Kartenmaterial und gute Tipps. Die Kombination aus klassischer Beschilderung und digitaler Navigation funktioniert hier hervorragend.
Eignet sich die Region für einen Familienurlaub mit dem Rad?
Der Bayerische Wald ist hervorragend für Familien geeignet, vor allem wegen der flachen, verkehrsarmen Talradwege. Strecken wie der Regental-Radweg oder die Donau-Etappe zwischen Passau und Vilshofen lassen sich gemütlich und sicher mit Kindern fahren.
Hinzu kommen zahlreiche Attraktionen, die einen Radtag spannend machen: der Baumwipfelpfad bei Neuschönau, die Glashütten zum Zuschauen, Badeseen für die Abkühlung und naturkundliche Erlebnispfade. So wird die Tour nie langweilig, und auch der Nachwuchs bleibt motiviert. Viele Unterkünfte sind zudem auf Familien eingestellt und bieten kindgerechte Verpflegung und Ausstattung.
Kann ich Fahrräder vor Ort leihen?
Ja, in den größeren Orten und Tourismuszentren wie Bodenmais, Zwiesel, Regen oder Passau findest du gut sortierte Verleihstationen. Dort kannst du sowohl klassische Tourenräder als auch moderne E-Bikes und teilweise Mountainbikes ausleihen. Viele Hotels bieten ebenfalls eigene Leihräder an.
Es lohnt sich, vor allem in der Hauptsaison und für E-Bikes, vorab zu reservieren, damit dein Wunschmodell verfügbar ist. Die Verleiher beraten dich meist auch zu passenden Touren und stellen Helme sowie Zubehör bereit. So kannst du auch ohne eigenes Rad anreisen und trotzdem komfortabel unterwegs sein.
Wie komme ich mit dem Rad in die Region und wieder zurück?
Der Bayerische Wald ist gut mit der Bahn erreichbar. Die Waldbahn verbindet Orte wie Plattling, Zwiesel und Bayerisch Eisenstein und nimmt in der Regel Fahrräder mit, was für Streckentouren ideal ist. So kannst du eine Etappe fahren und mit dem Zug bequem zurückkehren.
Auch für die An- und Abreise bietet sich die Kombination aus Bahn und Rad an, da viele Talrouten entlang der Bahnlinien verlaufen. In der Hauptsaison empfiehlt es sich, frühzeitig zu planen, da die Fahrradplätze in den Zügen begehrt sind. Wer mit dem Auto anreist, findet an vielen Bahnhöfen und Ausgangspunkten Parkmöglichkeiten.
Welche Ausrüstung sollte ich dabeihaben?
Für entspannte Talradtouren reichen ein verkehrssicheres Rad, ein Helm und etwas Verpflegung. Da das Wetter im Bayerischen Wald wechselhaft sein kann, gehört eine leichte Regenjacke in jedem Fall ins Gepäck. Auch in den Sommermonaten kann es in den Höhenlagen schnell kühl und feucht werden.
Für längere oder hügelige Touren solltest du genügend Wasser, einen Ersatzschlauch, Flickzeug und eine kleine Pumpe mitnehmen. Sonnenschutz ist auf den offenen Hochflächen wichtig, ebenso wie gute Bremsen für die teils steilen Abfahrten. Wer abseits der Hauptwege unterwegs ist, freut sich über ein vollständig geladenes Smartphone mit Navigation und etwas Bargeld für urige Hütten.
Gibt es unterwegs genug Einkehrmöglichkeiten?
Der Bayerische Wald ist ein Paradies für Genussradler, und entlang der meisten Routen findest du reichlich Gasthöfe, Biergärten, Hofläden und urige Einkehrhütten. Die regionale Küche ist deftig und ehrlich, mit Klassikern wie Schweinsbraten, Knödeln, geräuchertem Saibling und natürlich frisch gezapftem Bier aus den vielen kleinen Privatbrauereien.
Besonders entlang der Talradwege und in den Glasdörfern ist die Versorgung sehr gut. In abgelegeneren Bergregionen oder im Nationalpark solltest du dir die Einkehrmöglichkeiten vorher anschauen und im Zweifel etwas Proviant einpacken. Ein Geheimtipp sind die kleinen Hofläden am Wegesrand, an denen du frische, regionale Produkte direkt vom Erzeuger bekommst.
Ist Radfahren im Nationalpark erlaubt?
Im Nationalpark Bayerischer Wald gilt das Radfahren nur auf den dafür ausgewiesenen Wegen. Der Schutz der einzigartigen Natur hat hier oberste Priorität, weshalb du dich unbedingt an die markierten Routen halten solltest. Querfeldein fahren oder das Verlassen der Wege ist nicht gestattet.
Die ausgewiesenen Radwege führen dich dennoch durch eindrucksvolle, urwaldähnliche Landschaften und bieten ein intensives Naturerlebnis. Informiere dich vor der Tour über die aktuell befahrbaren Strecken, etwa in den Nationalpark-Informationszentren. So trägst du dazu bei, dass diese wertvolle Wildnis auch für kommende Generationen erhalten bleibt – und genießt gleichzeitig die besondere Stille des ältesten Nationalparks Deutschlands.
Sind die Touren auch für Anfänger geeignet?
Ja, der Bayerische Wald ist eine sehr einsteigerfreundliche Radregion, sofern du die passenden Strecken wählst. Die flachen Talradwege entlang der Flüsse sind ideal, um sich an längere Distanzen heranzutasten, ohne von Steigungen überfordert zu werden. Hier kannst du dein Tempo selbst bestimmen und jederzeit Pausen einlegen.
Wer noch unsicher ist, kann mit einem E-Bike starten, das auch kleinere Anstiege mühelos meistert. Wichtig ist, die Tagesetappen realistisch zu planen und nicht zu viel auf einmal zu wollen. Die Region bietet so viele kurze, lohnende Strecken, dass auch Anfänger schnell Erfolgserlebnisse sammeln und Lust auf mehr bekommen.
Was macht den Bayerischen Wald besonders im Vergleich zu anderen Radregionen?
Der Bayerische Wald punktet vor allem mit seiner ursprünglichen, unaufgeregten Atmosphäre. Während andere Regionen oft überlaufen sind, findest du hier noch echte Ruhe, weite Wälder und herzliche Gastfreundschaft. Es ist eine Region für Menschen, die das Radfahren als Genuss und nicht als Wettkampf verstehen.
Hinzu kommt die einzigartige Kombination aus Natur und Kultur: Glashütten, der erste Nationalpark Deutschlands, eine der höchsten Brauereidichten Europas und die wilde Schönheit von Flusstälern wie der Ilz. Diese Mischung gibt es so kein zweites Mal. Wer hier radelt, taucht in eine Landschaft ein, die liebevoll als das grüne Dach Europas bezeichnet wird – ehrlich, bodenständig und überraschend vielfältig.