Alpine Täler und Hochgebirgspässe
Radfahren am Arlberg und im Klostertal: Alpine Passträume zwischen Vorarlberg und Tirol
Radfahren am Arlberg & Klostertal
Wo im Winter die Skifahrer über legendäre Pisten rauschen, gehört der Arlberg im Sommer den Radlern. Und was für ein Terrain sich hier auftut: Der Arlbergpass auf 1.793 Metern verbindet Vorarlberg mit Tirol und ist einer jener Anstiege, von denen Rennradfahrer noch Jahre später am Stammtisch schwärmen. Doch der Arlberg ist mehr als nur Schweiß und Höhenmeter – er ist ein Sehnsuchtsort, der Bergluft, alpine Weite und diese besondere Stille zwischen zwei Kehren serviert.
Das Klostertal zieht sich unterhalb des Passes wie ein grünes Band durch Vorarlberg. Von Bludenz bis hinauf nach Klösterle folgt es dem Lauf der Alfenz, gesäumt von steilen Bergflanken, tiefen Wäldern und Dörfern, die ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben. Hier verläuft auch ein Teil des berühmten Alpenradwegs, der genussvolle Familientouren und ambitionierte Bergetappen gleichermaßen ermöglicht.
Was diese Region so besonders macht, ist ihre Vielseitigkeit. Wer die Beine so richtig brennen lassen will, nimmt sich den Arlbergpass oder den ebenso legendären Flexenpass Richtung Zürs und Lech vor. Wer es entspannter mag, rollt durchs Tal, vorbei an rauschenden Bächen und historischen Kapellen, und gönnt sich unterwegs eine Vorarlberger Käseknöpfle-Pause. Und E-Biker? Die haben hier ohnehin das große Los gezogen, denn die Motorunterstützung macht selbst die knackigen Rampen zum Genuss.
Dazu kommt eine Bergkulisse, die man nicht so schnell vergisst: die schroffen Gipfel der Lechtaler Alpen im Norden, die sanfteren Höhen des Verwall im Süden. Frische Alpenluft, das Rauschen der Bergbäche und dieses unbeschreibliche Gefühl, wenn du oben am Pass stehst und die Welt unter dir liegt – das ist Radfahren am Arlberg. Schnall dich an, hier wird jede Kehre zum Erlebnis.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
570 m bis 1.793 m (Arlbergpass)
Geländecharakter
Asphaltstraßen, Talradwege, Forstwege
Infrastruktur
Bahnanbindung, Verleihe, Ladestationen
Beste Reisezeit
Ende Mai bis Anfang Oktober
Natur, Kultur und Genuss am Fuße des Arlbergs
Der Arlbergpass – Bühne der Radgeschichte
Der Arlbergpass ist weit mehr als eine Straße über den Berg. Über Jahrhunderte war er die entscheidende Verbindung zwischen dem Bodenseeraum und Tirol, ein Übergang, der Handel, Kultur und Menschen verband. Wer heute mit dem Rad hinaufkurbelt, spürt diese Geschichte in jeder Kehre – und teilt sich die Straße mit einer beeindruckenden Bergkulisse, die sich mit jedem Höhenmeter weiter öffnet.
Oben angekommen, auf 1.793 Metern, wartet nicht nur ein wohlverdientes Gipfelfoto, sondern auch der Blick in zwei Bundesländer: Hier endet Vorarlberg, hier beginnt Tirol. Der Kontrast der Landschaften auf beiden Seiten ist verblüffend, und viele Radler nutzen den Pass als sportliches Highlight einer mehrtägigen Alpenüberquerung. Wusstest du schon? Der Arlberg-Straßentunnel darunter ist mit rund 14 Kilometern einer der längsten Straßentunnel Österreichs – doch Radler dürfen dort selbstverständlich nicht hindurch und genießen stattdessen die deutlich schönere Passstraße.
Bludenz – die Alpenstadt als Ausgangspunkt
Am Talausgang des Klostertals liegt Bludenz, die charmante Alpenstadt, in der fünf Täler zusammenlaufen. Ihre historische Altstadt mit dem Oberen Tor und den bunten Fassaden lädt zum Bummeln ein, und der Duft von Schokolade liegt sprichwörtlich in der Luft – die Milka-Schokoladenfabrik prägt die Stadt seit über hundert Jahren. Für Radler ist Bludenz ein idealer Startpunkt, gut mit der Bahn erreichbar und mit allem ausgestattet, was das Radlerherz braucht.
Rund um die Stadt eröffnen sich Tourenmöglichkeiten in alle Himmelsrichtungen. Wer mag, kombiniert die Fahrt ins Klostertal mit einem Abstecher ins Montafon oder ins Große Walsertal. So wird Bludenz zur Drehscheibe für tagelange Radabenteuer, ohne dass du je zweimal dieselbe Strecke fahren musst.
Kulinarik zwischen Käse und Bergkräutern
Vorarlberg ist ein Genussland, und das schmeckt man auch am Arlberg. Die berühmten Käseknöpfle, kleine Spätzle mit reichlich Bergkäse und knusprigen Röstzwiebeln, sind das perfekte Radler-Kraftfutter nach einer langen Etappe. Dazu ein Stück Sennerei-Käse aus dem Bregenzerwald oder eine deftige Riebel-Portion, und die verbrannten Kalorien sind schnell wieder aufgeholt.
Entlang der Talstrecke findest du urige Gasthäuser und Almhütten, die regionale Produkte servieren. Viele Bauernhöfe verkaufen ihren Käse direkt ab Hof, und wer die Augen offenhält, entdeckt kleine Hofläden mit Bergkräutertees, Honig und selbstgemachten Marmeladen. Ein Geheimtipp: Gönn dir zum Abschluss einer Tour einen Vorarlberger Subira-Kaffee mit einem Stück hausgemachtem Kuchen – Balsam für müde Radlerbeine.
Lech und Zürs – Glamour trifft Bergnatur
Über den Flexenpass erreichst du Lech und Zürs, im Winter mondäne Skiorte, im Sommer ruhige Bergdörfer von großer Schönheit. Der Weg dorthin führt durch die spektakulären Flexengalerien, in Fels gehauene Tunnel und Überdachungen, die schon für sich ein Erlebnis sind. Die Kulisse hier ist hochalpin, geprägt von der mächtigen Bergwelt des Arlbergmassivs.
Rund um Lech laden im Sommer glasklare Bergseen und blühende Almwiesen zum Verweilen ein. Wusstest du schon? Lech gehört zu den wenigen Orten, die sich mit dem Titel eines der schönsten Dörfer der Welt schmücken dürfen. Ein Abstecher hierher lohnt sich also nicht nur für die Höhenmeter, sondern auch für die Seele.
Warum der Arlberg zum Radfahrer-Paradies wird
Passträume für Rennradfahrer
Der Arlberg ist ein Magnet für alle, die ihre Waden lieben und gleichzeitig herausfordern wollen. Der Anstieg von Klösterle hinauf zum Pass ist ein Klassiker: gleichmäßige Steigungen, gut ausgebaute Straße und diese unvergleichliche Kulisse, die dich Höhenmeter für Höhenmeter belohnt. Wer noch mehr will, hängt den Flexenpass Richtung Zürs an – eine Kombination, die zu den schönsten Passfahrten der Ostalpen zählt.
Das Besondere: Die Straßen sind hier meist in tadellosem Zustand, die Steigungen fordernd, aber fair, und die Verkehrsführung dank Tunnel oft entspannter, als man es von alpinen Pässen gewohnt ist. Für ambitionierte Rennradler ist der Arlberg deshalb ein Pflichtziel, das sich hervorragend zu größeren Rundfahrten durch Vorarlberg und Tirol verbinden lässt.
Genussradeln durchs Klostertal
Nicht jeder will schwitzen, bis die Trikots kleben – und genau dafür ist das Klostertal ideal. Entlang der Alfenz verläuft ein gut ausgebauter Radweg, der als Teil des Alpenradwegs sanft durch das Tal führt. Die Steigungen sind hier moderat, sodass auch Familien und Genussradler ihre Freude haben, während links und rechts die Bergflanken emporragen.
Unterwegs passierst du historische Dörfer wie Dalaas, Wald am Arlberg und Klösterle, kleine Kapellen und immer wieder Rastplätze mit Blick auf die umliegenden Gipfel. Das Rauschen der Alfenz begleitet dich fast durchgehend, und der Wechsel aus schattigen Waldpassagen und offenen Talabschnitten macht die Strecke abwechslungsreich, ohne je zu überfordern.
Das E-Bike-Eldorado
Wenn es eine Region gibt, die wie geschaffen fürs E-Bike ist, dann ist es diese. Die kräftigen Anstiege, die ambitionierte Radler herausfordern, werden mit Motorunterstützung zum reinen Vergnügen. Plötzlich rückt auch der Arlbergpass für Genießer in greifbare Nähe, und die schroffe Bergwelt rund um Lech und Zürs öffnet sich für alle.
Ladestationen finden sich in vielen Gasthäusern und Hotels der Region, und immer mehr Betriebe stellen sich auf E-Biker ein. So kannst du morgens im Tal starten, dich hoch zu einer Alm kurbeln lassen, dort einkehren und am Nachmittag entspannt zurückrollen – ein perfekter Bergtag ohne Erschöpfungszustände.
Mountainbike-Trails und Bergerlebnis
Abseits der Asphaltstraßen wartet auf Mountainbiker ein Netz aus Forstwegen und Trails, die tief in die Verwallgruppe und die Lechtaler Alpen führen. Almauffahrten belohnen mit Panoramen, die von den grünen Höhen bis zu den fernen Dreitausendern reichen. Die Wege sind vielfältig, von entspannten Schotterpisten bis zu technisch anspruchsvolleren Passagen.
Besonders reizvoll sind die Touren rund um die Sonnenkopf-Region bei Klösterle, wo eine Bergbahn im Sommer den Aufstieg erleichtert und dir die Abfahrten schmackhaft macht. Wer die Ruhe sucht, findet in den Seitentälern einsame Wege, auf denen man stundenlang keiner Menschenseele begegnet – nur den Murmeltieren und dem eigenen Kettenrasseln.
Radlerfreundliche Hotels am Arlberg und im Klostertal
Die schönsten Radtouren am Arlberg und im Klostertal
Klassiker: Arlbergpass von Klösterle nach St. Anton
Diese Tour ist der Inbegriff des alpinen Radfahrens am Arlberg. Du startest in Klösterle im oberen Klostertal und folgst der Arlberg-Passstraße hinauf zur Passhöhe auf 1.793 Metern. Der Anstieg zieht sich mit gleichmäßiger Steigung durch die alpine Landschaft, vorbei am Weiler Stuben, wo einst schon Skipionier Hannes Schneider seine Legenden schrieb.
Oben am Pass stehst du an der Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol – ein Moment, den man sich mit einem Gipfelfoto festhält. Von hier rollst du hinab nach St. Anton am Arlberg, das berühmte Wintersportdorf, das im Sommer eine völlig andere, entspannte Seite zeigt. Die Abfahrt ist ein Genuss, doch Vorsicht: Der Verkehr auf der Passstraße will respektiert werden.
Diese Strecke richtet sich an konditionsstarke Rennradfahrer und ambitionierte E-Biker. Wer den Kick sucht, verbindet sie mit der Rückfahrt oder plant sie als Teil einer größeren Alpenüberquerung. Ein Klassiker, der dich mit Höhenmetern, Geschichte und atemberaubenden Ausblicken belohnt.
Königsetappe: Flexenpass-Runde über Zürs und Lech
Für diese Runde brauchst du gute Beine – die Belohnung ist dafür umso größer. Von Klösterle steigst du zunächst Richtung Arlbergpass auf, biegst dann aber am Flexenpass ab, um durch die spektakulären Flexengalerien nach Zürs und weiter nach Lech zu fahren. Die in den Fels gehauenen Galerien gehören zu den beeindruckendsten Bauwerken der Alpenstraßen.
In Lech, einem der schönsten Bergdörfer der Alpen, lohnt sich eine ausgiebige Pause. Die hochalpine Kulisse mit den Gipfeln des Arlbergmassivs, blühenden Almwiesen und dem klaren Bergbach ist ein Erlebnis für sich. Von hier führt der Weg zurück Richtung Tal, wahlweise über den Rückweg nach Warth oder zurück über den Flexenpass.
Diese Tour ist etwas für erfahrene Radler mit guter Kondition, gerne auch für E-Biker, die die Steigungen genießen wollen. Es ist eine der landschaftlich schönsten Passkombinationen der gesamten Ostalpen und ein echtes Highlight für jeden, der große Bergstraßen liebt.
Genusstour: Alfenz-Radweg durchs Klostertal
Diese Strecke ist die entspannte Antwort auf die knackigen Passfahrten. Du folgst dem Radweg entlang der Alfenz von Bludenz talaufwärts, vorbei an den Dörfern Braz, Dalaas und Wald am Arlberg bis hinauf nach Klösterle. Der Weg verläuft überwiegend abseits der Hauptstraße und bietet moderate Steigungen, die auch für Familien gut machbar sind.
Unterwegs begleitet dich das Rauschen der Alfenz, und die Bergflanken des Klostertals ragen zu beiden Seiten empor. Immer wieder passierst du historische Kapellen und kleine Rastplätze, an denen sich eine Pause lohnt. In Dalaas kannst du einen Blick auf die imposante Pfarrkirche werfen und die alpine Ruhe genießen.
Ideal ist diese Tour für Familien, Genussradler und alle, die die Landschaft in Ruhe erleben wollen. Als E-Biker rollst du sie ganz entspannt, und dank der guten Bahnanbindung von Bludenz und Langen am Arlberg lässt sich die Strecke bequem als Einwegtour planen.
Bergerlebnis: Sonnenkopf und Muttjöchle
Diese Mountainbike-Tour startet in Klösterle und nutzt die Sonnenkopfbahn, die dich im Sommer bequem in die Höhe bringt. Von der Bergstation aus eröffnet sich ein weites Netz an Forstwegen und Trails, die tief in die Bergwelt des Klostertals und der Verwallgruppe führen. Die Panoramen reichen weit über die grünen Höhen hinaus zu den fernen Gipfeln.
Ein lohnendes Ziel ist die Alpe oberhalb der Bergstation, wo du bei einer Einkehr regionale Schmankerl genießen kannst. Von hier lassen sich verschiedene Routen kombinieren, je nach Fitness und Lust auf Höhenmeter. Die Wege wechseln zwischen entspannten Schotterpassagen und etwas anspruchsvolleren Abschnitten.
Diese Tour richtet sich an Mountainbiker mit Bergerfahrung und alle, die das hochalpine Gefühl suchen. Die Kombination aus Bergbahn-Auffahrt und aussichtsreicher Fahrt macht sie zu einem perfekten Tag in den Bergen, ohne dass du jeden Höhenmeter selbst erkämpfen musst.
Panoramarunde: Von Bludenz ins Große Walsertal
Wer den Arlberg mit einem Abstecher verbinden will, findet in dieser Runde eine wunderbare Alternative. Von Bludenz aus fährst du hinein ins benachbarte Große Walsertal, das als UNESCO-Biosphärenpark unter besonderem Schutz steht. Die Landschaft hier ist geprägt von steilen Wiesenhängen, urigen Walserdörfern und einer bemerkenswerten Ursprünglichkeit.
Der Weg führt entlang der Lutz durch Dörfer wie Thüringerberg und Sonntag, vorbei an traditionellen Höfen und weiten Almflächen. Die moderate bis mittelschwere Streckenführung macht sie zu einer lohnenden Tagestour für alle, die Natur und Kultur verbinden wollen. Bergkäse-Sennereien laden unterwegs zur Verkostung.
Diese Runde eignet sich für sportliche Genussradler und E-Biker. Sie zeigt eine andere, stillere Seite der Region, fernab der großen Passstraßen, und beweist, dass rund um Bludenz noch viel mehr zu entdecken ist als nur der Arlberg. Ein Geheimtipp für alle, die das Authentische suchen.
Häufige Fragen
Ist der Arlbergpass für ungeübte Radfahrer machbar?
Der Arlbergpass ist eine ernstzunehmende sportliche Herausforderung mit rund 1.800 Höhenmetern am Scheitelpunkt. Für ungeübte Radfahrer ohne E-Bike-Unterstützung ist er eher nicht zu empfehlen, da der Anstieg Kondition und Ausdauer erfordert.
Mit einem E-Bike sieht die Sache ganz anders aus: Dank Motorunterstützung wird der Pass auch für weniger trainierte Radler zu einem realistischen und genussvollen Ziel. Wichtig ist, den Akku entsprechend zu planen und Ladestationen entlang der Route einzukalkulieren. Anfänger, die ihre Grenzen austesten wollen, sollten die Tour bei gutem Wetter angehen und ausreichend Zeit einplanen.
Eignet sich die Region zum Radfahren mit Kindern?
Absolut, allerdings nicht auf den großen Passstraßen. Der Alfenz-Radweg durch das Klostertal ist mit seinen moderaten Steigungen und der weitgehenden Trennung vom Autoverkehr ideal für Familien geeignet. Kinder können hier sicher und entspannt radeln, während die Landschaft mit dem rauschenden Bach und den Bergen für Abwechslung sorgt.
Für jüngere Kinder empfiehlt sich, die Strecke in Etappen zu planen und die gute Bahnanbindung zu nutzen, um bei Bedarf abzukürzen. Viele Gasthäuser entlang des Weges sind kinderfreundlich und bieten Spielmöglichkeiten sowie Rastplätze. So wird der Radausflug für die ganze Familie zum entspannten Erlebnis.
Kann ich mein E-Bike unterwegs aufladen?
Ja, die Region hat sich gut auf E-Biker eingestellt. In vielen Gasthäusern, Almhütten und Hotels entlang der Strecken findest du Ladestationen oder zumindest die Möglichkeit, deinen Akku während einer Einkehr aufzuladen. Es empfiehlt sich, vor längeren Touren die verfügbaren Lademöglichkeiten kurz zu recherchieren.
Plane deine Tour so, dass du natürliche Rastpunkte mit Ladeoptionen einbaust – etwa eine gemütliche Mittagspause auf einer Alm. Für die großen Passfahrten solltest du mit einem voll geladenen Akku starten und gegebenenfalls einen Ersatzakku mitführen, wenn du besonders viele Höhenmeter planst.
Wann ist die beste Zeit zum Radfahren am Arlberg?
Die ideale Radsaison am Arlberg reicht von Ende Mai bis Anfang Oktober. In dieser Zeit sind die Passstraßen schneefrei und die Almhütten geöffnet. Die Hochsommermonate Juli und August bieten die stabilste Wetterlage und angenehme Temperaturen, auch in den höheren Lagen.
Wer weniger Verkehr und mildere Temperaturen bevorzugt, findet im Juni und September ideale Bedingungen. Im Frühherbst zeigt sich die Landschaft zudem in wunderschönen Farben. Beachte, dass es in den Höhenlagen auch im Sommer kühl werden kann, daher gehört warme Kleidung immer ins Gepäck, besonders für die Passabfahrten.
Wie komme ich mit dem Zug in die Region?
Die Anreise mit der Bahn ist einer der großen Vorteile dieser Region. Bludenz ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt mit guter Anbindung, und auch die Orte Braz, Dalaas, Wald am Arlberg, Klösterle und Langen am Arlberg haben Bahnhaltestellen entlang der Arlbergbahn.
Das macht es besonders einfach, Touren als Einwegstrecken zu planen: Du fährst mit dem Rad talaufwärts oder über den Pass und nimmst für die Rückfahrt bequem den Zug. Die meisten Regionalzüge nehmen Fahrräder mit, allerdings ist in der Hauptsaison eine Reservierung empfehlenswert, um sicher einen Platz zu bekommen.
Ist Radfahren mit Hund möglich?
Grundsätzlich lässt sich die Region auch mit Hund erkunden, allerdings solltest du die Bedingungen realistisch einschätzen. Auf den ruhigen Talstrecken des Alfenz-Radwegs kann ein gut trainierter Hund neben dem Rad herlaufen, sofern die Temperaturen nicht zu hoch sind und ausreichend Wasserstellen vorhanden sind.
Für längere oder anspruchsvolle Bergtouren empfiehlt sich ein Fahrradanhänger oder eine spezielle Hundebox, da die Distanzen und Höhenmeter für die meisten Hunde zu viel wären. Achte auf regelmäßige Pausen im Schatten und darauf, dass dein Vierbeiner genug trinkt. Auf den stark befahrenen Passstraßen ist von einem freilaufenden Hund dringend abzuraten.
Welche Ausrüstung brauche ich für die Passfahrten?
Für die großen Passfahrten am Arlberg solltest du gut vorbereitet sein. Ein zuverlässiges Rad mit funktionierenden Bremsen ist Pflicht, ebenso ein Helm. Da die Abfahrten lang und teils schnell sind, empfiehlt sich eine Windjacke oder Weste, denn oben am Pass kann es deutlich kühler sein als im Tal.
Nimm ausreichend Wasser und Verpflegung mit, auch wenn es unterwegs Einkehrmöglichkeiten gibt. Ein kleines Reparaturset mit Ersatzschlauch, Flickzeug und Pumpe gehört ebenso ins Gepäck wie Sonnenschutz. In der Höhe ist die UV-Strahlung intensiver, daher sind Sonnencreme und Sonnenbrille wichtig. Wetterumschwünge sind in den Bergen jederzeit möglich, also plane flexibel.
Gibt es geführte Radtouren in der Region?
Ja, in der Arlberg-Region und rund um Bludenz werden verschiedene geführte Radtouren angeboten, sowohl für Rennradfahrer als auch für Mountainbiker und E-Biker. Diese geführten Touren sind besonders für Ortsunkundige praktisch, da erfahrene Guides die schönsten Strecken kennen und ihr Wissen über die Region teilen.
Viele Hotels und Tourismusbüros vermitteln solche Angebote oder organisieren eigene Ausfahrten. Für Einsteiger sind geführte Touren eine gute Möglichkeit, die Region kennenzulernen und gleichzeitig von der Erfahrung der Guides zu profitieren. Erkundige dich am besten vor Ort oder vorab bei den Tourismusverbänden nach aktuellen Terminen und Konditionen.
Wo kann ich Fahrräder oder E-Bikes ausleihen?
In Bludenz und in den größeren Orten der Arlberg-Region findest du Verleihstationen für Fahrräder, Mountainbikes und E-Bikes. Auch in Lech und St. Anton am Arlberg gibt es gut ausgestattete Verleihe, sodass du nicht unbedingt dein eigenes Rad mitbringen musst.
Gerade E-Bikes erfreuen sich großer Beliebtheit, weshalb sich eine Vorabreservierung in der Hauptsaison lohnt. Viele Verleihe bieten neben dem Rad auch Helme und Zubehör an und beraten dich gerne zu passenden Strecken. So kannst du unkompliziert und ohne eigene Ausrüstung ein Radabenteuer am Arlberg starten.
Sind die Radwege gut ausgeschildert?
Die Radwege in der Region sind größtenteils gut ausgeschildert, insbesondere der Alfenz-Radweg im Klostertal als Teil des überregionalen Alpenradwegs. Die Beschilderung folgt den üblichen österreichischen Standards und weist verlässlich die Richtung und teils auch Entfernungen aus.
Für die Mountainbike-Trails und Bergrouten empfiehlt sich dennoch die zusätzliche Nutzung einer Karten-App oder eines GPS-Geräts, da einige Wege in den Bergen weniger deutlich markiert sind. Die Tourismusbüros stellen zudem oft kostenlose Radkarten zur Verfügung, die einen guten Überblick über das Wegenetz geben. So findest du dich auch ohne Ortskenntnis gut zurecht.
Wie viele Höhenmeter hat die Arlbergpass-Auffahrt?
Die Auffahrt zum Arlbergpass variiert je nach Startpunkt. Von Klösterle aus, das bereits auf rund 1.070 Metern liegt, sind es etwa 720 Höhenmeter bis zur Passhöhe auf 1.793 Metern. Startest du hingegen tiefer im Klostertal oder in Bludenz, kommen entsprechend mehr Höhenmeter zusammen.
Von der Tiroler Seite aus, etwa von St. Anton am Arlberg, gestaltet sich der Anstieg etwas kürzer. Wer die gesamte Talstrecke von Bludenz bis zum Pass fährt, sammelt über den Tag verteilt eine beachtliche Menge an Höhenmetern. Plane die Tour also je nach deiner Kondition und wähle den Startpunkt passend zu deinem Fitnesslevel.
Kann ich mehrtägige Radreisen in der Region planen?
Die Region eignet sich hervorragend für mehrtägige Radreisen. Dank der zentralen Lage am Arlberg lassen sich Touren nach Tirol, ins Montafon, ins Große Walsertal oder in Richtung Bregenzerwald wunderbar kombinieren. Der Arlbergpass ist zudem ein beliebter Etappenpunkt bei Alpenüberquerungen mit dem Rad.
Die gute Infrastruktur mit radfreundlichen Hotels, Verleihstationen und Bahnanbindung erleichtert die Planung erheblich. Du kannst deine Route so gestalten, dass du jede Nacht an einem anderen Ort übernachtest, und dabei sowohl sportliche Passfahrten als auch entspannte Genussetappen einbauen. Für die Planung helfen dir die regionalen Tourismusverbände gerne weiter.