Alpines Hochtal mit Almebenen
Alpe Devero mit dem Rad: Hochtal-Abenteuer im Herzen des Piemont
Radfahren in der Alpe Devero
Ganz oben im piemontesischen Val d'Ossola, dort wo die Straßen enger werden und die Luft nach Lärchenharz und kaltem Gebirgswasser riecht, öffnet sich ein Hochtal, das man so schnell nicht wieder vergisst. Die Alpe Devero liegt auf über 1.600 Metern und wirkt wie ein Stück unberührte Alpenwelt, das die Zeit vergessen hat: weite Almwiesen, steinerne Walserhäuser, dunkle Wälder und im Hintergrund die schroffen Gipfel der Lepontinischen Alpen.
Für Radfahrer ist dieses Fleckchen Erde eine kleine Offenbarung. Die Anfahrt hinauf ins Tal ist bereits ein Erlebnis für sich – eine kurvenreiche Bergstraße, die dich Serpentine für Serpentine dem Himmel näher bringt und deine Wadenmuskeln höflich, aber bestimmt daran erinnert, dass du hier oben ehrlich verdiente Höhenmeter sammelst. Oben angekommen wartet ein Netz aus Schotterwegen, Almpfaden und alten Saumpfaden, das Mountainbiker und Gravel-Fans gleichermaßen ins Schwärmen bringt.
Was die Alpe Devero so besonders macht, ist ihre Ruhe. Das gesamte Gebiet gehört zum Naturpark Veglia-Devero, motorisierter Verkehr bleibt weitgehend draußen, und statt Autolärm begleiten dich das Läuten der Kuhglocken und das Rauschen der Bäche. Hier fährst du nicht gegen die Uhr, sondern mit der Landschaft – vorbei an glasklaren Bergseen, über sanfte Hochebenen und durch Wälder, in denen das Licht durch die Baumkronen tanzt.
Ob du eine gemütliche Runde über die Hochebene drehst oder dich an eine anspruchsvolle Bergauffahrt zum Devero-See wagst: Die Alpe Devero belohnt jede Anstrengung mit Ausblicken, die dir den Atem rauben. Und wenn du am Abend mit staubigen Beinen und einem breiten Grinsen bei einem Teller Polenta und einem Stück Ossolano-Käse sitzt, weißt du: Dieses Hochtal hat sich einen festen Platz in deinem Radfahrer-Herzen erobert.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
1.640 m, höchste Gipfel über 3.000 m
Geländecharakter
Schotter, Almwege, Bergstraße
Infrastruktur
Kleine Rifugi und Bergdörfer
Beste Reisezeit
Ende Juni bis Anfang Oktober
Naturschätze und Entdeckungen im Antigorio-Tal
Der Naturpark Veglia-Devero
Die Alpe Devero ist das Herzstück des gleichnamigen Naturparks, der sich über gut 8.500 Hektar erstreckt und zu den kostbarsten Schutzgebieten des Piemont zählt. Hier wechseln sich weite Hochmoore, dichte Lärchen- und Fichtenwälder, glasklare Seen und schroffe Felswände in einem ständigen, faszinierenden Spiel ab. Wer mit dem Rad unterwegs ist, spürt sofort, dass dies ein Ort ist, an dem die Natur noch das Sagen hat – Murmeltiere pfeifen von den Hängen, Steinadler ziehen ihre Kreise, und mit etwas Glück siehst du Gämsen über die Geröllfelder springen.
Das Besondere: Der Park verbindet die Alpe Devero mit der benachbarten Alpe Veglia, und beide Hochebenen bilden zusammen eine der ursprünglichsten Berglandschaften der Westalpen. Für Radfahrer bedeutet das ein Gefühl von Freiheit und Weite, das man in vielen touristisch erschlossenen Alpengebieten längst vergeblich sucht.
Walser-Kultur und steinerne Dörfer
Rund um die Alpe Devero triffst du auf die Spuren der Walser – jenes einst aus dem Wallis eingewanderten Bergvolks, das sich hier vor Jahrhunderten niederließ. Die kleinen Weiler wie Crampiolo mit seinen typischen Holz- und Steinhäusern erzählen von einem harten, aber würdevollen Leben in großer Höhe. Die charakteristischen Dächer aus Steinplatten (den sogenannten "piode") und die urigen Ställe sind bis heute erhalten und geben der Landschaft ihren unverwechselbaren Charakter.
Ein Halt in Crampiolo lohnt sich nicht nur wegen der Architektur: Der kleine Ort gilt als Tor zum Lago delle Streghe, dem "Hexensee", dessen türkisgrünes Wasser an sonnigen Tagen fast unwirklich schimmert. Wusstest du schon? Der Name geht auf alte Sagen zurück, nach denen sich hier nachts Hexen zum Tanz getroffen haben sollen – heute tanzt hier höchstens das Sonnenlicht auf der Wasseroberfläche.
Kulinarische Entdeckungen
Radfahren macht hungrig, und die Alpe Devero enttäuscht in dieser Hinsicht garantiert nicht. Die Küche des Ossola-Tals ist herzhaft, ehrlich und perfekt für ausgehungerte Bergsportler. Ganz oben auf der Liste steht die cremige Polenta, oft serviert mit geschmolzenem Bergkäse oder deftigem Gulasch. Der lokale Ossolano-Käse trägt sogar ein DOP-Siegel und schmeckt am besten frisch von der Alm.
In den Rifugi und kleinen Trattorien der Region bekommst du außerdem hausgemachte Gnocchi, würzige Wurstwaren und zum Abschluss vielleicht ein Gläschen des kräftigen Ossola-Rotweins. Geheimtipp: Frag nach dem "Miele di rododendro", dem Alpenrosen-Honig – dieses seltene Bergprodukt ist ein flüssiges Souvenir, das die Aromen des Hochtals perfekt einfängt.
Die Seen der Hochebene
Wasser prägt die Alpe Devero wie kaum ein anderes Element. Neben dem berühmten Lago delle Streghe locken der große Stausee Lago di Devero und zahlreiche kleinere Bergseen, die wie blaue Augen in der Landschaft liegen. Viele davon lassen sich mit dem Mountainbike auf Schotterwegen gut erreichen und laden nach schweißtreibenden Anstiegen zu einer erfrischenden Pause ein.
Besonders die Panoramaseen oberhalb von Crampiolo sind ein echtes Highlight. Wer früh am Morgen unterwegs ist, erlebt oft eine spiegelglatte Wasseroberfläche, in der sich die umliegenden Gipfel perfekt spiegeln – ein Bild, das jede Kamera und jedes Radfahrer-Herz sofort in seinen Bann zieht.
Warum die Alpe Devero ein Traum für Radfahrer ist
Ein Hochtal für Genießer und Kämpfer
Die Alpe Devero ist keine Region für Radfahrer, die auf glattem Asphalt Kilometer abspulen wollen – hier geht es ans Eingemachte, aber auf die schönste Art und Weise. Das Herzstück des Raderlebnisses ist die Auffahrt aus dem Antigorio-Tal hinauf ins Hochtal: eine anspruchsvolle Bergstraße, die dich über zahlreiche Kehren und rund 1.000 Höhenmeter fordert. Rennradfahrer schätzen diesen Anstieg als lohnende Herausforderung, während Genussradler mit einem E-Bike deutlich entspannter nach oben schweben.
Oben angekommen wechselt der Charakter komplett: Statt steiler Rampen erwarten dich sanfte Hochebenen, weite Almwiesen und ein Netz aus Schotter- und Naturwegen, das sich hervorragend für Gravel-Bikes und Mountainbikes eignet. Hier kannst du ganz nach Lust und Laune entdecken, ohne ständig gegen die Steigung anzukämpfen.
Mountainbike-Paradies abseits der Massen
Für Mountainbiker ist die Alpe Devero ein echter Geheimtipp. Alte Saumpfade, Almwege und Verbindungswege zwischen den Weilern bilden ein abwechslungsreiches Trailnetz, das von technisch einfachen Schotterpisten bis zu anspruchsvollen, wurzeligen Singletrails alles bietet. Weil das Gebiet Teil eines Naturparks ist, bleibt der Verkehr weitgehend draußen – du hast die Wege oft für dich allein.
Besonders reizvoll ist die Verbindung zu höher gelegenen Almen und Pässen. Wer die Beine dafür hat, wird mit grandiosen Panoramen auf die Lepontinischen Alpen und teils sogar bis zum Monte Rosa belohnt. Wichtig ist dabei, Rücksicht auf Wanderer und Weidevieh zu nehmen – Fairness auf dem Trail ist hier oben oberstes Gebot.
Landschaft, die süchtig macht
Was die Alpe Devero fürs Radfahren so einzigartig macht, ist die Vielfalt auf engstem Raum. Innerhalb weniger Kilometer fährst du durch schattige Lärchenwälder, über sonnige Hochplateaus, entlang rauschender Bäche und vorbei an türkisfarbenen Bergseen. Dieser ständige Wechsel sorgt dafür, dass keine Tour der anderen gleicht und die Landschaft nie langweilig wird.
Dazu kommt die außergewöhnliche Stille. Fernab von Verkehrslärm hörst du beim Fahren nur das Surren deiner Reifen, das Rauschen des Windes und das ferne Läuten der Kuhglocken. Für viele Radfahrer wird gerade diese Ruhe zum eigentlichen Suchtfaktor – hier tankst du Energie, während du gleichzeitig sportlich gefordert wirst.
Für wen ist die Region geeignet?
Grundsätzlich ist die Alpe Devero eher etwas für konditionsstarke Radfahrer und alle, die Bergauffahrten nicht scheuen. Die Anfahrt ins Tal verlangt Kraft und Ausdauer, weshalb ein E-Mountainbike gerade für weniger trainierte Fahrer eine echte Option ist, um das Hochtal entspannt zu genießen.
Oben angekommen gibt es aber auch für Familien und Einsteiger schöne, flachere Runden über die Hochebene, etwa Richtung Crampiolo und zu den nahen Seen. So findet vom ambitionierten Bergsportler bis zum genussorientierten Tourenfahrer jeder seine passende Strecke – die Alpe Devero ist erstaunlich vielseitig.
Unterkünfte und Bergrefugien rund um die Alpe Devero
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Radtouren und Trails in und um die Alpe Devero
Anstieg von Baceno hinauf zur Alpe Devero
Diese klassische Bergauffahrt ist der Königsweg ins Hochtal und ein absolutes Muss für konditionsstarke Rennrad- und E-Bike-Fahrer. Startpunkt ist der Ort Baceno im Antigorio-Tal, von wo aus sich die schmale Bergstraße über zahlreiche Serpentinen und rund 1.000 Höhenmeter hinauf zur Alpe Devero windet.
Die Strecke führt zunächst durch dichten Wald, immer wieder öffnen sich Blicke hinunter ins Tal und auf die schroffen Felswände. Je höher du kommst, desto weiter wird die Landschaft, bis du schließlich das Hochplateau der Alpe Devero mit seinen Almwiesen und Walserhäusern erreichst. Oben angekommen belohnt dich das kleine Bergdorf mit einer wohlverdienten Pause.
Diese Tour eignet sich für ambitionierte Fahrer mit guter Grundkondition. Wer es entspannter mag, nutzt ein E-Bike und genießt die grandiose Kulisse ohne Wadenkrämpfe. Für die Abfahrt gilt: konzentriert bleiben, die Kehren haben es in sich.
Rundtour über die Hochebene nach Crampiolo
Diese gemütlichere Runde beginnt direkt auf der Alpe Devero und führt dich über gut fahrbare Schotter- und Naturwege zum malerischen Weiler Crampiolo. Der Weg verläuft überwiegend flach über die weite Hochebene, vorbei an grasenden Kühen und typischen Steinhäusern mit ihren charakteristischen Piode-Dächern.
In Crampiolo lohnt sich ein Abstecher zum Lago delle Streghe, dem sagenumwobenen Hexensee, dessen türkisgrünes Wasser an sonnigen Tagen fast unwirklich leuchtet. Von hier aus hast du zudem einen herrlichen Blick auf die umliegenden Berggipfel des Naturparks Veglia-Devero.
Die Tour ist ideal für Familien, Einsteiger und Genussradler, die die Landschaft ohne große Anstrengung erleben wollen. Ein Mountainbike oder Gravel-Bike ist empfehlenswert, da die Wege stellenweise steinig sind. Perfekt für einen entspannten Vormittag mit anschließender Käsepause auf der Alm.
Mountainbike-Tour zum Lago di Devero
Für abenteuerlustige Mountainbiker führt diese Tour von der Alpe Devero über einen Schotterweg hinauf zum großen Stausee Lago di Devero. Der Anstieg ist zwar fordernd, aber technisch überschaubar und belohnt dich mit einem grandiosen Bergpanorama.
Der Weg schlängelt sich durch Almgelände und über offene Hänge, immer wieder eröffnen sich Blicke auf die umliegenden Dreitausender. Am Stausee angekommen, wirkt die Szenerie fast nordisch: tiefblaues Wasser, umrahmt von kargen Felsen und satten grünen Weiden. Ein idealer Ort für eine Rast mit Aussicht.
Diese Route richtet sich an trainierte Mountainbiker mit guter Kondition und Trittsicherheit auf Schotter. Wer möchte, kombiniert die Auffahrt mit einer kleinen Wanderung zu den höher gelegenen Seen. Zurück geht es über denselben Weg – die flotte Abfahrt ist der Lohn für die Mühen.
Gravel-Runde durch das Antigorio-Tal
Diese Tour verbindet Talradeln mit alpinem Flair und führt durch das schöne Antigorio-Tal unterhalb der Alpe Devero. Startpunkt ist Baceno, von wo aus du entlang der Toce-Schlucht und über kleine Nebenstraßen und Schotterwege das Tal erkundest.
Ein Highlight ist der Abstecher zu den Orridi di Uriezzo, spektakulären Felsschluchten, die von den Gletscherwassern über Jahrtausende in den Fels geschliffen wurden. Auch die alte Kirche San Gaudenzio in Baceno mit ihren beeindruckenden Fresken ist einen Halt wert und gibt der sportlichen Runde eine kulturelle Note.
Die Strecke eignet sich hervorragend für Gravel-Bikes und ist etwas weniger fordernd als die reinen Bergauffahrten. Sie ist ideal für alle, die Natur, Kultur und moderaten Sport verbinden wollen. Wer danach noch Kraft hat, kann die Runde mit dem Anstieg zur Alpe Devero krönen.
Panorama-Tour zu den Bergseen oberhalb Crampiolo
Diese anspruchsvolle Mountainbike-Tour führt dich von Crampiolo aus hinauf zu den höher gelegenen Bergseen und Almen der Alpe Devero. Über steile, teils wurzelige Wege gewinnst du rasch an Höhe und wirst mit einem der schönsten Panoramen der Region belohnt.
Je weiter du aufsteigst, desto grandioser die Aussicht: Bei klarem Wetter reicht der Blick über die Lepontinischen Alpen bis in die Ferne. Die stillen Bergseen spiegeln an windstillen Tagen die umliegenden Gipfel und laden zu einer meditativen Pause fernab jeder Hektik ein.
Diese Route ist etwas für erfahrene und trittsichere Mountainbiker mit sehr guter Kondition. Streckenweise muss das Rad geschoben werden, doch die einsame Hochgebirgsatmosphäre entschädigt für jede Mühe. Ein echtes Abenteuer für alle, die das ursprüngliche Gesicht der Alpe Devero suchen.
Häufige Fragen
Ist die Alpe Devero für Anfänger zum Radfahren geeignet?
Grundsätzlich ist die Region eher für konditionsstarke Radfahrer gedacht, da bereits die Anfahrt ins Hochtal von Baceno aus rund 1.000 Höhenmeter verlangt. Für absolute Anfänger ist dieser Anstieg auf dem klassischen Rad durchaus fordernd.
Oben auf der Hochebene angekommen gibt es allerdings auch schöne, flachere Runden, etwa nach Crampiolo und zu den nahen Seen, die auch für weniger geübte Fahrer gut machbar sind. Wer den Anstieg vermeiden möchte, kann mit dem Auto bis zum Parkplatz der Alpe Devero fahren und von dort entspannt die Hochebene erkunden. So wird die Region auch für Einsteiger zum Genuss.
Eignet sich ein E-Bike für die Alpe Devero?
Absolut, ein E-Mountainbike ist hier fast schon die ideale Wahl. Die anspruchsvollen Anstiege, insbesondere die Auffahrt ins Hochtal, lassen sich mit elektrischer Unterstützung deutlich entspannter bewältigen, ohne dass du auf das Naturerlebnis verzichten musst.
Gerade weniger trainierte Radfahrer oder alle, die die Landschaft mehr genießen als sich quälen wollen, profitieren enorm von einem E-Bike. Achte allerdings darauf, dass dein Akku für die vielen Höhenmeter ausreichend geladen ist, denn Ladestationen sind im Hochtal begrenzt. Ein zweiter Akku oder ein sparsamer Umgang mit der Unterstützung kann sich lohnen.
Kann ich mit dem Rennrad in die Alpe Devero fahren?
Ja, die asphaltierte Bergstraße von Baceno hinauf zur Alpe Devero ist eine echte Traumstrecke für Rennradfahrer. Die zahlreichen Serpentinen und die kontinuierliche Steigung machen den Anstieg zu einer lohnenden sportlichen Herausforderung mit grandiosen Ausblicken.
Oben angekommen endet allerdings der geteerte Bereich weitgehend, und die Wege über die Hochebene sind meist geschottert. Wer also nur mit dem Rennrad unterwegs ist, konzentriert sich am besten auf die Auffahrt und die Abfahrt. Für die Erkundung der Hochebene selbst ist ein Gravel- oder Mountainbike die bessere Wahl.
Ist Radfahren mit Hund möglich?
Radfahren mit Hund ist in der Alpe Devero grundsätzlich möglich, erfordert aber Rücksicht und Vorsicht. Da das Gebiet Teil des Naturparks Veglia-Devero ist und viele Weideflächen genutzt werden, solltest du deinen Hund unbedingt unter Kontrolle halten und in der Nähe von Weidevieh anleinen.
Auf den ruhigeren Schotterwegen der Hochebene kann dein Vierbeiner gut neben dem Rad herlaufen. Bedenke jedoch die Höhenlage und die Anstrengung – lange Bergauffahrten sind für Hunde belastend. Nimm ausreichend Wasser mit und lege regelmäßige Pausen ein. Die vielen Bäche und Seen bieten deinem Hund willkommene Abkühlung.
Wann ist die beste Zeit zum Radfahren in der Alpe Devero?
Die ideale Saison für Radtouren in der Alpe Devero reicht von Ende Juni bis Anfang Oktober. In dieser Zeit sind die Wege schneefrei, die Almen grün und das Wetter meist stabil. Der Frühsommer besticht durch blühende Alpenwiesen, während der Herbst mit goldenen Lärchenwäldern beeindruckt.
Im Hochsommer kann es tagsüber warm werden, doch dank der Höhenlage bleibt es meist angenehmer als im Tal. Beachte, dass es in den Bergen auch im Sommer zu plötzlichen Wetterumschwüngen kommen kann. Im Winter ist die Region ein Ski- und Schneeschuhgebiet und für Radfahrer nicht geeignet.
Gibt es Verleihstationen für Fahrräder?
Direkt in der Alpe Devero ist das Angebot an Fahrradverleihen begrenzt, da es sich um ein kleines, naturnahes Hochtal handelt. Es empfiehlt sich, ein Leihrad oder E-Bike bereits im Val d'Ossola, etwa in Domodossola oder Baceno, zu organisieren und die Verfügbarkeit vorab telefonisch zu klären.
Viele Radfahrer bringen ihr eigenes Rad mit, um sicher das passende Modell zur Hand zu haben. Wenn du auf einen Verleih angewiesen bist, plane etwas Vorlauf ein und buche in der Hochsaison rechtzeitig. Größere Auswahl an Mountainbikes und E-Bikes findest du generell in den Talorten.
Ist die Region für Familien mit Kindern geeignet?
Für Familien ist besonders die Hochebene rund um Crampiolo geeignet. Die flachen Schotterwege lassen sich gut mit Kindern befahren, und die kurze Distanz zu den Bergseen macht die Ausflüge überschaubar und abwechslungsreich. Der sagenumwobene Lago delle Streghe begeistert Kinder oft besonders.
Die Anfahrt ins Hochtal mit dem Rad ist für Kinder allerdings zu anstrengend – hier fährt man besser mit dem Auto hinauf und startet die Radtouren oben. Achte auf angemessene Kleidung, da es in der Höhe schnell kühl werden kann, und plane genügend Pausen mit Verpflegung ein. Die Almen und Tiere sorgen für zusätzliche Begeisterung bei den Kleinen.
Wie erreiche ich die Alpe Devero am besten?
Die Alpe Devero erreichst du mit dem Auto über das Val d'Ossola. Von Domodossola aus fährst du Richtung Baceno und weiter über die kurvenreiche Bergstraße hinauf zum Parkplatz der Alpe Devero, wo die autofreie Zone beginnt. Von dort aus geht es zu Fuß oder mit dem Rad weiter.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anreise etwas aufwendiger: Domodossola ist gut per Bahn erreichbar, auch von der Schweiz aus über die Simplon-Strecke. Von Domodossola fahren Busse ins Antigorio-Tal, jedoch nicht immer bis ganz nach oben. Prüfe die Fahrpläne im Voraus, besonders außerhalb der Hauptsaison.
Welche Ausrüstung brauche ich für Radtouren hier?
Für die Alpe Devero solltest du gut ausgerüstet sein. Ein zuverlässiges Mountainbike oder Gravel-Bike mit griffigen Reifen ist für die Schotterwege ideal. Helm, Handschuhe und eine Grundausstattung an Werkzeug und Ersatzschlauch gehören ebenso ins Gepäck wie ausreichend Wasser und Verpflegung.
Da das Wetter in den Bergen schnell umschlagen kann, empfiehlt sich Kleidung im Zwiebelprinzip inklusive einer wind- und regenfesten Jacke. Auch bei sonnigem Start kann es in der Höhe kühl und windig werden. Sonnenschutz und eine Karte oder ein GPS-Gerät runden die Ausrüstung ab, denn im Hochtal ist nicht überall Mobilfunkempfang garantiert.
Gibt es Einkehrmöglichkeiten während der Touren?
Ja, in der Alpe Devero und im Weiler Crampiolo findest du mehrere Rifugi, Berghütten und kleine Trattorien, die hungrige Radfahrer mit deftiger Ossola-Küche versorgen. Polenta, Bergkäse und hausgemachte Gerichte stehen hoch im Kurs und schmecken nach anstrengenden Höhenmetern doppelt gut.
Die Öffnungszeiten richten sich stark nach der Saison, in den Sommermonaten sind die meisten Hütten geöffnet. Außerhalb der Hauptsaison kann das Angebot eingeschränkt sein, daher lohnt es sich, vorher zu prüfen oder für längere Touren eigene Verpflegung mitzunehmen. In der abgelegenen Hochgebirgslandschaft gibt es zwischen den Weilern kaum Versorgungsmöglichkeiten.
Muss ich beim Radfahren im Naturpark etwas beachten?
Da die Alpe Devero Teil des Naturparks Veglia-Devero ist, gelten hier besondere Verhaltensregeln zum Schutz der empfindlichen Bergnatur. Bleibe möglichst auf den ausgewiesenen Wegen, um Flora und Fauna nicht zu stören, und nimm deinen Müll wieder mit ins Tal.
Nicht alle Wanderwege sind für Radfahrer freigegeben, informiere dich daher vorab über erlaubte Strecken. Nimm Rücksicht auf Wanderer und Weidevieh, reduziere die Geschwindigkeit in unübersichtlichen Passagen und begegne allen Naturliebhabern freundlich. So bleibt das Hochtal auch für kommende Generationen ein Paradies.
Wie schwierig sind die Trails in der Alpe Devero?
Das Trailnetz der Alpe Devero deckt ein breites Spektrum ab. Es gibt gut fahrbare Schotterwege über die Hochebene, die auch für weniger geübte Fahrer machbar sind, sowie anspruchsvolle Singletrails und steile Auffahrten für erfahrene Mountainbiker mit guter Trittsicherheit.
Die reinen Höhenmeter und die alpine Umgebung machen viele Touren konditionell fordernd. Technisch bewegen sich die meisten Wege im mittleren Bereich, einige höher gelegene Routen erfordern jedoch Erfahrung und teils auch das Schieben des Rades. Wähle die Strecke passend zu deinem Können und plane genügend Zeit ein.
Kann ich Radfahren und Wandern kombinieren?
Ja, das ist sogar eine hervorragende Idee. Viele Radfahrer nutzen das Bike, um schneller Höhe zu gewinnen, und wandern anschließend zu höher gelegenen Seen oder Aussichtspunkten, die per Rad nicht erreichbar sind. So erlebst du die Vielfalt der Alpe Devero besonders intensiv.
Beliebt ist etwa, mit dem Rad bis Crampiolo zu fahren, das Bike dort sicher abzustellen und zu Fuß weiter zu den Bergseen zu wandern. Achte darauf, dein Rad ordentlich abzuschließen, und nimm passende Wanderschuhe mit. Diese Kombination aus Radfahren und Wandern eröffnet dir die schönsten und stillsten Winkel des Hochtals.