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Turracher Höhe
Passprofil:
Turracher Höhe
- Höhe 1785 Meter
- Höhenmeter 1008 Meter 915 Meter
- Steigung Durchschnitt5% 9.9 %
- Steigung Maximal 12.5% 13.4 %
- Länge 31 Kilometer
- Kehren 5
- Mautpflicht Nein
- Wintersperre Nein
- Schwierigkeit 3
Lage und geografische Einordnung
Die Turracher Höhe liegt an der Grenze zwischen der Steiermark und Kärnten in Österreich. Sie verbindet Predlitz im Murtal mit Ebene Reichenau und quert die Gurktaler Alpen von Nord nach Süd.
Der Übergang besitzt vor allem regionale und touristische Bedeutung und ist heute stark vom ganzjährigen Freizeitverkehr geprägt.
Kurzbeschreibung des Passes
Die Turracher Höhe ist eine gut ausgebaute Alpenstraße mit deutlicher Steigung und klarer Kurvenstruktur. Sie eignet sich für Motorradfahrer, die eine mittellange Bergstrecke mit konstantem Anstieg und teilweise anspruchsvollen Steigungswerten suchen.
Im Vergleich zu hochalpinen Pässen steht hier weniger die extreme Höhenlage im Vordergrund, sondern die Kombination aus kräftigen Steigungen, Hochplateau-Charakter und touristischer Infrastruktur.
Streckenführung und Fahrdynamik
Die Nordauffahrt von Predlitz ist fahrerisch prägend. Mehrere steile Abschnitte mit zweistelligen Steigungswerten strukturieren den Anstieg. Die Turracher Höhe zählt damit zu den steileren Straßenpässen Österreichs.
Die Kurven sind überwiegend gut ausgebaut, jedoch erfordern die starken Steigungen kontrollierte Gas- und Bremsdosierung. Die Südrampe Richtung Ebene Reichenau ist etwas gleichmäßiger geführt, bleibt aber ebenfalls kraftbetont.
Auf der Passhöhe öffnet sich die Landschaft zu einem Hochplateau mit dem Turracher See als zentralem Orientierungspunkt.
Öffnung, Saison und empfohlene Reisezeit
Die Turracher Höhe ist meist ganzjährig befahrbar, da sie ein bedeutendes Tourismus- und Skigebiet erschließt. Winterliche Bedingungen können temporäre Einschränkungen verursachen.
Für Motorradtouren gelten Mai bis Oktober als verlässlichste Reisezeit. In der Sommersaison ist mit erhöhtem Freizeitverkehr zu rechnen.
Verkehrsaufkommen und Streckenbesonderheiten
Die Strecke wird stark touristisch genutzt. Neben Motorrad- und Pkw-Verkehr ist insbesondere im Winter mit Skigästen zu rechnen.
Im Bereich der Passhöhe befindet sich ein touristisch ausgebautes Zentrum rund um den Turracher See.
Wichtige Hinweise für Motorradfahrer
Die steilen Passagen erfordern saubere Linienwahl und vorausschauendes Fahren, insbesondere bei Nässe. In schattigen Bereichen kann die Fahrbahn rutschig sein.
Im Bereich der Passhöhe ist mit ein- und abbiegendem Verkehr zu rechnen.
Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke
Auf der Passhöhe befinden sich Hotels, Restaurants und Versorgungsmöglichkeiten. Auch in Predlitz und Ebene Reichenau bestehen gastronomische Angebote.
Die Infrastruktur ist stark touristisch geprägt.
Geschichte und Bedeutung des Passes
Bereits im 14. Jahrhundert spielte die Turracher Höhe eine wirtschaftliche Rolle. Die Bewohner von Reichenau besaßen das Recht, Salz aus Hallein zollfrei in ihr Tal zu transportieren. Als Gegenleistung mussten sie den Übergang ganzjährig offenhalten.
Da die erlaubten Mengen nicht ausreichten, entwickelte sich zusätzlich ein reger Salzschmuggel. Die sogenannten Reichenauer Schmuggler erlangten überregionale Bekanntheit und nutzten versteckte Pfade durch die Nockberge, um „Lungauer Salz“ ins Tal zu bringen. Diese Praxis trug bis ins späte 18. Jahrhundert zur wirtschaftlichen Absicherung der Region bei.
Landschaft und regionaler Charakter
Die Turracher Höhe bildet ein alpines Hochplateau auf rund 1.800 Metern. Drei Bergseen prägen das Landschaftsbild: der Turracher See, der Schwarzsee und der Grünsee.
Der Turracher See ist mit rund 18 Hektar der größte der drei Seen und erreicht Tiefen bis etwa 33 Meter. Etwa 200 Höhenmeter oberhalb liegt der Schwarzsee, dessen dunkle Färbung durch umliegende Hochmoore entsteht. Der kleinere Grünsee ist von Lärchen und Zirben umgeben und landschaftlich ruhiger eingebettet.
Das Gebiet zählt zu den größten zusammenhängenden Zirbenwaldregionen Österreichs und wird von den Nockbergen umrahmt. Der landschaftliche Charakter ist offen, alpin und plateauartig – weniger schroff als klassische Hochgebirgspässe.
Anschlussrouten und Tourenkombinationen
Die Turracher Höhe eignet sich als Verbindung zwischen steirischem Murtal und Kärnten und lässt sich gut in regionale Rundtouren integrieren.
Sie wird häufig als Bestandteil steirisch-kärntner Alpenrunden genutzt.
Redaktionelle Einschätzung
Die Turracher Höhe ist eine steile, gut ausgebaute Alpenverbindung mit spürbarer Anstiegsdynamik. Sie eignet sich besonders für Motorradfahrer, die kräftige Steigungsabschnitte mit touristisch gut erschlossener Infrastruktur kombinieren möchten.
Weniger geeignet ist sie für Fahrer, die extreme Höhenlagen oder eine ausgeprägte Spitzkehrenarchitektur erwarten.
Als alpines Hochplateau auf 1800 Metern, geschmückt mit drei unergründlichen Bergseen, umgeben von den größten zusammenhängenden Zirbenwälder-Gebieten Österreichs sowie umringt von den imposanten Nockbergen ist die Turracher Höhe seit Jahren schon der Geheimtipp für Wanderer und Mountainbiker. Doch auch uns Motorradfahrern hat die Höhenstraße viel zu bieten. Die Straße über die Turracher Höhe quert die Gurktaler Alpen von Nord nach Süd, sie ist in weiten Teilen gut ausgebaut, besitzt aber mit satten Steigungen auch ihre Herausforderungen. Denn sie zählt zu den steilsten Straßenpässen Österreichs.
Seit dem 14. Jahrhundert besaßen die Reichenauer das Recht, ein gewisses Quantum Salz, das aus Hallein stammte, zollfrei ins eigene Tal zu schaffen. Als Entgelt dafür mussten sie den Übergang über die Turracher Höhe Sommers wie Winters offen halten. Doch das so ins Tal gelangte Quantum Salz reichte den Bewohnern vorne und hinten nicht. Deshalb verlegten sie sich zusätzlich auf das Schmuggeln. Und brachten es hierbei immerhin zu überregionaler Berühmtheit, zählten die Reichenauer Schmuggler doch zu den intelligentesten ihrer Zunft. Über streng geheime Pfade schlichen sie vor allem nächtens durch die Nockberge hinein ins Salzburgische, um das wertvolle „Lungauer Salz“ zu „organisieren“. So geschickt waren sie dabei, dass sie trotz vieler Versuche, ihnen das Handwerk zu legen, ihr „Salzprivileg“ bis zum Ende des 18. Jahrhunderts aufrechterhalten konnten und damit dem gesamten Tal einen bescheidenen Wohlstand sicherten.
Aus Herrgotts Tränen – so erzählt man – sollen die drei wunderschönen Bergseen entstanden sein, welche die Turracher Höhe zieren: der Turracher See, der Grünsee und der Schwarzsee fügen sich malerisch zwischen Almen und Zirbelwäldern in die Landschaft ein. Der größte von ihnen ist der Turracher See mit 18 Hektar Fläche und bis zu 33m Tiefe. Einen Katzensprung östlich und 200 Höhenmeter aufwärts liegt der Schwarzsee umgeben von weiten Hochmooren, die seine Wasser dunkel färben und ihm den Namen gaben.
Der Dritte im Bunde ist gleichzeitig der Kleinste und lieblichste: Der Grünsee, nur einen halben Hektar groß und bis zu 12 m tief, umgeben von Lärchen und Zirben.
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