Staller Sattel

St. Jakob im Defereggental - Valdaora im Antholzer
Staller Sattel - Motorradtouren und Pässe
© adobe stock, Taljat

Passprofil:
Staller Sattel

39Km
  • Höhe 2052 Meter
  • Höhenmeter 748 Meter 1087 Meter
  • Steigung Durchschnitt5% 5.9 %
  • Steigung Maximal 10.5% 18.8 %
  • Länge 39 Kilometer
  • Kehren 15
  • Mautpflicht Nein
  • Wintersperre Ja
  • Schwierigkeit 3

Lage und geografische Einordnung

Der Staller Sattel liegt an der Grenze zwischen Osttirol (Österreich) und Südtirol (Italien). Er verbindet das Defereggental bei St. Jakob mit dem Antholzertal und in weiterer Folge mit dem Pustertal.

Die Passhöhe auf rund 2.052 Metern markiert gleichzeitig die Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien. Der Übergang besitzt vor allem regionale und touristische Bedeutung.

Kurzbeschreibung des Passes

Der Staller Sattel ist eine schmale, hochalpine Bergstraße mit deutlicher Steigung und eingeschränktem Begegnungsverkehr. Er richtet sich an Motorradfahrer, die eine landschaftlich intensive Grenzroute mit ruhigem Charakter suchen.

Im Vergleich zu breit ausgebauten Alpenpässen wirkt der Staller Sattel enger, ursprünglicher und fahrerisch konzentrierter.

Streckenführung und Fahrdynamik

Die Auffahrt von St. Jakob führt zunächst durch lichten Bergwald stetig bergauf. Mit zunehmender Höhe öffnet sich die Landschaft oberhalb der Baumgrenze zu einem weiten Hochplateau.

Die Straße bleibt schmal und verlangt eine vorausschauende Fahrweise. Besonders auf der Südtiroler Seite ist die Fahrbahn abschnittsweise nur einspurig ausgebaut.

Öffnung, Saison und empfohlene Reisezeit

Der Staller Sattel ist in der Regel von spätem Frühjahr bis in den Herbst geöffnet. Die Öffnungsdauer hängt von Schneelage und Witterung ab.

Für Motorradtouren gelten Juni bis September als verlässlichste Monate. In höheren Lagen sind auch im Sommer kühlere Temperaturen möglich.

Verkehrsaufkommen und Streckenbesonderheiten

Die italienische Südseite unterliegt einer Ampelregelung, da die Straße dort nur einspurig befahrbar ist. Die Durchfahrt ist zeitlich geregelt:

Die Fahrt vom Obersee hinunter ins Antholzertal ist jeweils von Minute 0 bis 15 jeder Stunde möglich.
Die Fahrt vom Antholzertal hinauf Richtung Österreich erfolgt jeweils von Minute 30 bis 45 jeder Stunde.

Zwischen den Zeitfenstern besteht Wartepflicht. Wohnwagen und Busse sind auf italienischer Seite gesperrt.

Das Verkehrsaufkommen bleibt insgesamt moderat und ist überwiegend touristisch geprägt.

Wichtige Hinweise für Motorradfahrer

Die schmale Straßenführung und die Ampelregelung erfordern angepasste Tourenplanung. Wartezeiten auf der Passhöhe sind einzuplanen.

In schattigen oder feuchten Abschnitten kann die Fahrbahn rutschig sein. Die steileren Passagen verlangen kontrolliertes Bremsen bei der Abfahrt.

Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke

Auf der Passhöhe befindet sich die Oberseehütte, die als Rast- und Einkehrmöglichkeit dient. Weitere gastronomische Angebote bestehen im Defereggental sowie im Antholzertal.

Die Infrastruktur ist regional und saisonabhängig.

Geschichte und Bedeutung des Passes

Das Defereggental war bereits im Mittelalter wirtschaftlich mit benachbarten Regionen verbunden. Der Übergang über den Staller Sattel diente als lokale Handels- und Verbindungsroute.

Eine besondere historische Entdeckung wurde 1999 im Obersee gemacht: Eine wissenschaftliche Tauchexpedition bestätigte den Fund eines über 1.000 Jahre alten Einbaums in rund acht Metern Tiefe. Der etwa drei Meter lange, aus regionalem Holz gefertigte Einbaum gilt als höchstgelegener Schiffsfund Europas. Der Fund belegt, dass der See bereits im frühen Mittelalter genutzt wurde und liefert Hinweise auf die Lebens- und Wirtschaftsweise vergangener Generationen.

Landschaft und regionaler Charakter

Die Turracher Höhe des Staller Sattels – geprägt vom Hochplateau rund um den Obersee – zeigt eine offene, alpine Landschaft oberhalb der Baumgrenze.

Der Obersee liegt unmittelbar an der Passstraße. Umgeben von Almflächen und Bergen der Rieserfernergruppe vermittelt die Umgebung einen ruhigen, hochalpinen Charakter mit wenig touristischer Überformung.

Anschlussrouten und Tourenkombinationen

Der Staller Sattel eignet sich als grenzüberschreitende Verbindung zwischen Osttirol und Südtirol. Er lässt sich gut in Rundtouren durch Defereggental, Antholzertal und Pustertal integrieren.

Als alternative Grenzroute ergänzt er stärker frequentierte Alpenübergänge der Region.

Redaktionelle Einschätzung

Der Staller Sattel ist eine schmale, fahrerisch konzentrierte Hochalpenroute mit besonderer Verkehrsregelung. Er eignet sich besonders für Motorradfahrer, die ruhige Grenzpassagen und ursprüngliche Berglandschaft suchen.

Weniger geeignet ist er für Fahrer, die breite, schnell befahrbare Transitstrecken oder kontinuierlichen Verkehrsfluss ohne Wartezeiten erwarten.

Das Osttiroler Defereggental an sich ist bereits ein landschaftlicher Leckerbissen, der Staller Sattel verbindet das Defereggental Richtung Westen mit dem Antholzer- und in der Folge mit dem Pustertal in Südtirol. Die Passhöhe selbst liegt auf 2.052 m und bildet gleichzeitig die Grenze zwischen Österreich und Italien.

Die Passstraße windet sich von St. Jakob kommend zunächst durch lichten Bergwald in die Höhe, bevor wir oberhalb der Baumgrenze auf ein weites Hochplateau stoßen. Eine landschaftliche Perle dieses Plateaus ist der geheimnisvolle, weil bis heute wohl nicht vollständig ergründete Obersee, in dem vor einigen Jahren sogar der höchst gelegene Schiffsfund Europas gemacht wurde (s. Infokasten Sehenswertes). Das Alpen-Gasthaus „Oberseehütte“ lädt Biker wie Wanderer zur Einkehr und Rast. Zum Beispiel auch, um die Wartezeit bis zur Weiterfahrt Richtung Antholz zu überbrücken. Denn auf italienischer Seite besteht aufgrund der nur einspurigen Straßenbreite eine Ampel gesteuerte Einbahnregelung sowie ein Verkehrsverbot für Wohnwagen und Busse.

Die Fahrt vom Obersee hinunter ins Pustertal ist jeweils von der 0. bis zur 15. Minute, die Fahrt vom Antholzer See hinauf Richtung Österreich jeweils von der 30. bis zur 45. Minute einer jeden Stunde möglich. Immer wieder im Gespräch ist auch eine Mautpflicht für den Staller Sattel, bislang wurde sie nicht realisiert. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Gerüchte darüber gab es anscheinend schon lange und Taucher der Wasserrettung aus Lienz wollten ihn schon schemenhaft gesehen haben – jenen geheimnisvollen Einbaum aus dem Obersee. Doch erst eine wissenschaftliche Tauchexpedition 1999 brachte die Gewissheit, dass der geheimnisvolle Bergsee bereits vor über eintausend Jahren befischt wurde. Gut 8 m tief liegt der recht gut erhaltene Einbaum unter der Wasseroberfläche an einem steil abfallenden Felshang. Drei Meter lang und mannsbreit stammt er nach den Untersuchungen der Universität Innsbruck eindeutig aus dieser Region. Eine Tatsache, die Wissenschaftler hellauf begeistert, zumal es sich hiermit um den höchst gelegenen Schiffsfund Europas handelt, der die Fantasie der Menschen über die Lebensumstände längst vergangener Tage mehr als beflügelt.

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