St.-Gotthard-Pass - Passo San Gottardo

Andermatt - Airolo
St.-Gotthard-Pass / Passo San Gottardo - Motorradtouren und Pässe
© adobe stock, HerrKaiser

Passprofil:
St.-Gotthard-Pass - Passo San Gottardo

40Km
  • Höhe 2108 Meter
  • Höhenmeter 686 Meter 982 Meter
  • Steigung Durchschnitt6.1% 6.7 %
  • Steigung Maximal 11% 11.9 %
  • Länge 40 Kilometer
  • Kehren 9
  • Mautpflicht Nein
  • Wintersperre Ja
  • Schwierigkeit 3

Lage und geografische Einordnung

Der St.-Gotthard-Pass liegt in der Zentralschweiz und verbindet Andermatt im Kanton Uri mit Airolo im Kanton Tessin. Er bildet eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen durch die Alpen und markiert den Übergang zwischen deutsch- und italienischsprachiger Schweiz.

Durch seine zentrale Lage im Alpenhauptkamm zählt der Gotthard zu den historisch bedeutendsten Alpenpässen Europas.

Kurzbeschreibung des Passes

Der St.-Gotthard-Pass ist eine hochgelegene, geschichtsträchtige Alpenstraße mit markanter Kehrenarchitektur und abwechslungsreicher Streckenführung. Er eignet sich besonders für Motorradfahrer, die klassische Alpenrouten mit technischem Anspruch und kultureller Bedeutung kombinieren möchten.

Im Vergleich zu moderneren Transitachsen steht hier die historische Passstraße mit ihren charakteristischen Abschnitten im Vordergrund.

Streckenführung und Fahrdynamik

Die Nordrampe von Andermatt verläuft relativ gleichmäßig und offen. Die Südrampe Richtung Airolo ist kurvenreicher und weist eine markante Kehrenfolge auf.

Besonderheit ist die historische Tremola-Strecke auf der Tessiner Seite mit ihren eng angelegten, gepflasterten Kehren. Dieser Abschnitt erfordert angepasste Fahrweise und präzise Linienwahl.

Öffnung, Saison und empfohlene Reisezeit

Der St.-Gotthard-Pass ist in der Regel von spätem Frühjahr bis in den Herbst geöffnet. In den Wintermonaten erfolgt der Verkehr durch den Tunnel.

Die beste Reisezeit liegt zwischen Juni und September. In den frühen Morgenstunden ist das Verkehrsaufkommen meist geringer.

Verkehrsaufkommen und Streckenbesonderheiten

Der moderne Transitverkehr nutzt überwiegend den Gotthard-Tunnel. Die Passstraße wird vor allem touristisch genutzt.

Motorräder, Pkw und Radfahrer sind regelmäßig unterwegs. In der Hochsaison kann das Verkehrsaufkommen ansteigen.

Wichtige Hinweise für Motorradfahrer

Auf der Tremola ist aufgrund des Kopfsteinpflasters bei Nässe besondere Vorsicht geboten. Auch bei trockenen Bedingungen verlangt der Belag angepasste Fahrweise.

Durch die Höhenlage sind schnelle Wetterwechsel möglich. Nebel und Wind können auftreten.

Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke

Im Bereich der Passhöhe befinden sich Restaurants und touristische Einrichtungen. Auch in Andermatt und Airolo bestehen zahlreiche Versorgungsmöglichkeiten.

Die Infrastruktur ist gut entwickelt.

Geschichte und Bedeutung

Der St.-Gotthard-Pass spielte seit dem Mittelalter eine zentrale Rolle im europäischen Nord-Süd-Handel. Mit dem Bau der historischen Saumwege und später der Passstraße entwickelte sich der Gotthard zu einer Schlüsselroute durch die Alpen.

Der Bau von Eisenbahntunnel und Straßentunnel unterstreicht die langfristige strategische Bedeutung dieser Achse.

Landschaft und regionaler Charakter

Die Strecke führt durch hochalpine Landschaft mit Seen, Felsformationen und weiten Ausblicken. Besonders eindrucksvoll ist der Kontrast zwischen der offenen Nordseite und der steileren Tessiner Südrampe.

Der Pass vermittelt deutlich den kulturellen und klimatischen Wechsel zwischen Uri und Tessin.

Anschlussrouten und Tourenkombinationen

Der St.-Gotthard-Pass eignet sich hervorragend als zentraler Bestandteil einer Schweizer Alpenrunde. Durch seine Lage in Andermatt lassen sich mehrere Hochalpenrouten miteinander kombinieren.

Er bildet ein strategisches Herzstück innerhalb vieler Alpenetappen.

Redaktionelle Einschätzung

Der St.-Gotthard-Pass ist eine historisch bedeutende Hochalpenroute mit charakteristischer Kehrenarchitektur und besonderem Streckenprofil. Die Kombination aus moderner Passstraße und historischer Tremola verleiht ihm eigenständigen Charakter.

Für Motorradfahrer ist der Gotthard weniger eine reine Kurvenstrecke, sondern vielmehr ein Stück alpiner Verkehrsgeschichte mit fahrerischem Anspruch.

Gleich hinter Andermatt zweigt die Passstraße gen Süden ab, verwöhnt unseren Gleichgewichtssinn mit einigen Kurven und Kehren, um dann im oberen Drittel in eine beinahe schnurgerade Kantonsstraße überzugehen. Die Passhöhe direkt am Hospiz zieren drei Bergseen, das Denkmal General Suvorovs, der Norditalien von den Franzosen befreite, sowie einige Einkehrmöglichkeiten und Andenkenläden. Am östlichen Felshang liegt die legendäre "Tremola", die befahrbare historische Gotthard-Südrampe. Eine üble Schlaglochpiste zwar, aber historischer Boden in des Wortes kühnster Bedeutung!

Die Geschichte des St. Gotthard Passes gehört zu den spannendsten aller hier versammelten Pässe. Um 1220 wurde eine erste Brücke über die unbegehbaren Schluchten des Gotthard gebaut, bald darauf folgte ein mit Granitplatten gepflasterter Saumweg, über den jährlich bis zu 12000 Menschen zogen. Das Gotthard-Hospiz wurde ab 1685 von Kapuzinermönchen geführt, die wegen des extremen Wetters ausnahmsweise sogar Schuhe tragen durften. Ab 1820 wurde eine erste Straße gebaut, 1902 fuhr erstmals ein Auto über den Gotthard. In den Weltkriegen wird der Gotthard zur Festung ausgebaut, um die sich bis heute unzählige Geheimnisse ranken.

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