Das Laden von Openstreetmap wurde nicht erlaubt. Bitte ändern Sie die Datenschutz-Einstellungen
Reschenpass
Passprofil:
Reschenpass
- Höhe 1504 Meter
- Höhenmeter 610 Meter 497 Meter
- Steigung Durchschnitt2.9% 2.8 %
- Steigung Maximal 13% 8 %
- Länge 40 Kilometer
- Kehren 10
- Mautpflicht Nein
- Wintersperre Nein
- Schwierigkeit 2
Lage und geografische Einordnung
Der Reschenpass liegt im Grenzgebiet zwischen Österreich (Nordtirol) und Italien (Südtirol). Er verbindet das Oberinntal bei Nauders mit dem Vinschgau und stellt eine klassische Nord-Süd-Verbindung über den Alpenhauptkamm dar.
Als Teil der historischen Via Claudia Augusta besitzt der Reschenpass sowohl regionale als auch internationale Bedeutung.
Kurzbeschreibung des Passes
Der Reschenpass ist eine breit ausgebaute, verkehrstechnisch bedeutende Alpenstraße mit moderatem fahrerischem Anspruch. Er eignet sich für Motorradfahrer, die eine gut fahrbare Verbindung mit offenen Kurvenradien suchen.
Im Vergleich zu stark kehrenbetonten Hochalpenpässen steht hier weniger die technische Herausforderung als vielmehr die Funktion als wichtige Transitroute im Vordergrund.
Streckenführung und Fahrdynamik
Die Strecke verläuft weitgehend offen und gleichmäßig ansteigend. Enge Spitzkehren sind nicht prägend, stattdessen dominieren breite, flüssige Kurvenradien.
Besonders markant ist der Abschnitt entlang des Reschensees mit freiem Blick auf den See und den im Wasser stehenden Kirchturm von Alt-Graun. Der fahrerische Anspruch bleibt moderat und gut kalkulierbar.
Öffnung, Saison und empfohlene Reisezeit
Der Reschenpass ist aufgrund seiner internationalen Bedeutung meist ganzjährig befahrbar. Winterliche Bedingungen können temporäre Einschränkungen verursachen.
Für Motorradtouren gelten Mai bis Oktober als angenehmste Reisezeit. In den Sommermonaten ist mit höherem Verkehrsaufkommen zu rechnen.
Verkehrsaufkommen und Streckenbesonderheiten
Der Pass wird stark genutzt und ist Teil einer wichtigen Nord-Süd-Transitachse. Pkw, Motorräder, Busse und Schwerverkehr sind regelmäßig unterwegs.
In Ferienzeiten und an Wochenenden kann das Verkehrsaufkommen deutlich ansteigen.
Wichtige Hinweise für Motorradfahrer
Die Straße ist gut ausgebaut, jedoch durch das Verkehrsaufkommen teilweise stark frequentiert. Defensive Fahrweise ist empfehlenswert.
In Ufernähe des Reschensees kann Wind auftreten. Bei Nässe sind die weiten Kurven entsprechend vorsichtig anzufahren.
Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke
Entlang des Reschensees sowie in Nauders und Graun bestehen zahlreiche Restaurants und Versorgungsmöglichkeiten.
Die Infrastruktur ist stark touristisch geprägt.
Geschichte und Bedeutung des Passes
Der Reschenpass war bereits in römischer Zeit Teil der Via Claudia Augusta und entwickelte sich zu einer bedeutenden Handelsroute über die Alpen.
Mit dem Bau des Reschensees in der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das ursprüngliche Dorf Graun überflutet, wobei der Kirchturm als sichtbares Wahrzeichen erhalten blieb.
Landschaft und regionaler Charakter
Die Strecke führt durch hochalpine Landschaft mit dem Reschensee als prägendem Element. Offene Talräume und weite Blicke bestimmen das Landschaftsbild.
Der Charakter ist alpin, jedoch weniger hochgebirgig als bei Pässen über 2.000 Meter.
Anschlussrouten und Tourenkombinationen
Der Reschenpass eignet sich als Verbindung zwischen Nordtirol und Südtirol und lässt sich gut mit weiteren Alpenpässen im Vinschgau oder im Engadin kombinieren.
Er dient häufig als Ausgangspunkt für anspruchsvollere Hochalpenrouten der Region.
Redaktionelle Einschätzung
Der Reschenpass ist eine funktionale, gut ausgebaute Alpenverbindung mit moderatem Anspruch. Er eignet sich besonders als verbindende Etappe innerhalb größerer Alpenrunden.
Weniger geeignet ist er für Fahrer, die eine technisch anspruchsvolle oder stark kehrenorientierte Passstraße suchen.
Der Reschenpass verbindet Tirol mit dem Südtiroler Vinschgau. Beide Passseiten sind bundesstraßenähnlich ausgebaut, nur vom Schweizer Örtchen Martina kommend erfreuen den Biker einige abwechslungsreiche Kehren über die Norbertshöhe. Direkt beim Dorf Reschen auf 1504 m verläuft die Grenze zwischen Österreich und Italien, die Passhöhe selbst dominieren zahlreiche Einkehrmöglichkeiten sowie einige obligatorische Andenkenläden, auf österreichischer Seite liegt eine vergleichsweise günstige Tankstelle.
Das Highlight des Passes ist zweifelsohne die tragische Geschichte um das kleine Bergdorf Graun, dessen Kirchturm der wohl meist fotografierteste der ganzen Welt ist. 1948 wurde der Reschensee aufgestaut, dabei versank der Ort Graun in den Fluten, lediglich der Kirchturm des Ortes ragt bis heute trotzig aus den Fluten. Bei Niedrigwasser steht er in einer Art Lagune und kann umwandert werden. Nicht nur die Tatsache, dass es rein wirtschaftliche Interessen schafften, die Einwohner eines kompletten Dorfes zwangsweise zu enteignen und ihre Heimat in den Wassern versinken zu lassen, gibt diesem Ort einen ganz besonderen Flair.
Der Kurvenkönig Newsletter informiert dich über aktuelle Angebote, neue Touren und aktuelle News.