Klausenpass

Altdorf - Linthal
Klausenpass - Motorradtouren und Pässe
© adobe stock, rickdeacon

Passprofil:
Klausenpass

45Km
  • Höhe 1948 Meter
  • Höhenmeter 1542 Meter 1332 Meter
  • Steigung Durchschnitt6.1% 5.9 %
  • Steigung Maximal 13.7% 10 %
  • Länge 45 Kilometer
  • Kehren 34
  • Mautpflicht Nein
  • Wintersperre Ja
  • Schwierigkeit 4

Lage und geografische Einordnung

Der Klausenpass liegt in der Zentralschweiz und verbindet Altdorf im Kanton Uri mit Linthal im Kanton Glarus. Er bildet eine bedeutende Ost-West-Verbindung zwischen dem Reusstal und dem Glarnerland.

Durch seine Lage zwischen Schächental und Urnerboden zählt der Klausenpass zu den landschaftlich eindrucksvollsten Alpenpässen der Zentralschweiz.

Kurzbeschreibung des Passes

Der Klausenpass ist eine hochgelegene, kurvenreiche Alpenstraße mit klarer Hochalpencharakteristik und spürbarem fahrerischem Anspruch. Er eignet sich besonders für Motorradfahrer, die abwechslungsreiche Streckenführung, große Höhenunterschiede und weite Panoramablicke suchen.

Im Vergleich zu stärker ausgebauten Transitachsen wirkt der Klausenpass ursprünglicher und landschaftlich intensiver.

Streckenführung und Fahrdynamik

Die Auffahrt von Altdorf ist langgezogen und führt durch mehrere deutlich ausgeprägte Kehren und steilere Abschnitte. Besonders im oberen Bereich entstehen offene Hochalpenpassagen mit weitem Blick.

Die Glarner Seite wirkt stellenweise schmaler und verlangt präzise Linienwahl bei Gegenverkehr. Der fahrerische Anspruch entsteht aus Streckenlänge, Höhenunterschied und der Kombination aus engen und mittleren Kurvenradien.

Öffnung, Saison und empfohlene Reisezeit

Der Klausenpass ist in der Regel von spätem Frühjahr bis in den Herbst geöffnet. In den Wintermonaten besteht eine Wintersperre.

Die beste Reisezeit liegt zwischen Juni und September. In den frühen Morgenstunden ist das Verkehrsaufkommen meist geringer.

Verkehrsaufkommen und Streckenbesonderheiten

Der Pass wird touristisch und regional genutzt. Motorräder, Pkw und Radfahrer sind regelmäßig unterwegs.

In der Hochsaison sowie an Wochenenden ist mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen, insbesondere bei gutem Wetter.

Wichtige Hinweise für Motorradfahrer

Die lange Auffahrt erfordert vorausschauende Fahrweise, besonders in engen Kehren mit Gegenverkehr. In schattigen Bereichen kann der Asphalt bei Nässe rutschig sein.

Durch die Höhenlage sind schnelle Wetterumschwünge möglich. Nebel oder Temperaturabfälle können auch im Sommer auftreten.

Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke

Im Bereich der Passhöhe befinden sich saisonale Einkehrmöglichkeiten. Auch in Altdorf und Linthal bestehen zahlreiche Restaurants und Versorgungsmöglichkeiten.

Die Infrastruktur ist funktional und regional geprägt.

Geschichte und Bedeutung

Der Klausenpass wurde im frühen 20. Jahrhundert als Alpenstraße ausgebaut und erlangte durch historische Bergrennen Bekanntheit.

Heute ist er eine wichtige inneralpinen Verbindung und ein klassischer Bestandteil vieler Zentralschweiz-Touren.

Landschaft und regionaler Charakter

Die Strecke führt durch bewaldete Hänge, Almflächen und offene Hochalpenlandschaft. Besonders markant ist der Abschnitt über den Urnerboden, eine weitläufige Hochebene.

Der landschaftliche Charakter ist abwechslungsreich und vermittelt ausgeprägtes Alpengefühl.

Anschlussrouten und Tourenkombinationen

Der Klausenpass lässt sich gut mit weiteren Zentralschweizer Alpenrouten kombinieren und eignet sich als zentrale Verbindung zwischen Uri und Glarus.

Durch seine Länge ist er auch als eigenständige Etappe attraktiv.

Redaktionelle Einschätzung

Der Klausenpass ist eine anspruchsvolle Hochalpenroute mit großer landschaftlicher Vielfalt und klarer Kurvenstruktur. Er bietet fahrerische Herausforderung ohne extreme Enge.

Für Motorradfahrer, die eine abwechslungsreiche Alpenstraße mit klassischem Charakter suchen, zählt der Klausenpass zu den stärkeren Routen der Zentralschweiz.

Der Klausenpass verbindet die Kantone Uri und Glarus miteinander. Der Straßenzustand ist wechselhaft, so manches Mal auch mit Schlaglöchern und Frostbeulen durchsetzt. Unterhalb der Passhöhe empfängt uns dann das imposante Hotel-Restaurant "Klausenpasshöhe" und gaukelt uns vor, wir hätten die Passhöhe bereits erreicht. Doch die liegt gut einen Kilometer weiter mit unspektakulärem Imbiss und Andenkenverkauf. Richtung Linthal schwingt die Straße in weiten Kurven bergab durch Almen und lichte Bergwälder.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wollte der habsburgische Landvogt Hermann Gessler die Gesinnung seines Volkes prüfen und ließ in Altdorf einen Hut auf einer Stange anbringen, den jedermann zu grüßen habe. Wilhelm Tell dachte nicht daran, diesen Blödsinn mitzumachen. Er wurde festgenommen und verurteilt, dem eigenen Sohn einen Apfel vom Kopf zu schießen. Obwohl der Schuss gelang, verurteilte Gessler Tell zu lebenslanger Kerkerhaft. Warum das und wie Tell dennoch die Freiheit zurück erlangte, erzählt das berühmte Tellmuseum in Bürglen mit zahlreiche Zeugnisse aus historischen Tagen.

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