Großglockner Hochalpenstraße

Bruck - Winklern
Großglockner Hochalpenstraße - Motorradtouren und Pässe
© adobe stock, Georg Hummer

Passprofil:
Großglockner Hochalpenstraße

87Km
  • Höhe 2571 Meter
  • Höhenmeter 2467 Meter 2279 Meter
  • Steigung Durchschnitt5.4% 5.5 %
  • Steigung Maximal 9.7% 14.8 %
  • Länge 87 Kilometer
  • Kehren 56
  • Mautpflicht Ja
  • Wintersperre Ja
  • Schwierigkeit 4

Lage und geografische Einordnung

Die Großglockner Hochalpenstraße liegt in Österreich und verbindet das Salzachtal in Salzburg mit dem Mölltal in Kärnten. Die Strecke führt durch den Nationalpark Hohe Tauern und verläuft nahe dem Großglockner, dem höchsten Berg Österreichs.

Sie ist keine klassische Passverbindung im engeren Sinn, sondern eine eigenständige Hochalpenstraße mit touristischer Ausrichtung.

Kurzbeschreibung der Strecke

Die Großglockner Hochalpenstraße ist eine hochgelegene, technisch klar strukturierte Panoramastraße mit ausgeprägter Kehrenarchitektur. Sie richtet sich an Motorradfahrer und Tourenfahrer, die regelmäßige Kurvenfolgen, große Höhenunterschiede und spektakuläre Hochgebirgslandschaft suchen.

Im Vergleich zu klassischen Alpenpässen ist sie stärker inszeniert, breiter ausgebaut und infrastrukturell erschlossen.

Streckenführung und Fahrdynamik

Die Großglockner Hochalpenstraße bietet eine regelmäßige Kehrenfolge mit klarer Linienführung und breiter Fahrbahn. Besonders markant sind die Kehrenbereiche der Nordrampe sowie die Auffahrt zur Edelweißspitze.

Die Straße ist technisch gut planbar und ermöglicht rhythmisches Kurvenfahren. Der fahrerische Anspruch entsteht aus Steigungswerten, Höhenlage und Verkehrsaufkommen, weniger aus engen oder unübersichtlichen Passagen.

Öffnung, Saison und empfohlene Reisezeit

Die Hochalpenstraße ist in der Regel von Mai bis Oktober geöffnet. Die genaue Öffnungsdauer hängt von Schneelage und Witterung ab.

Die beste Reisezeit liegt zwischen Juni und September. Frühmorgendliche Fahrten bieten meist ruhigere Bedingungen.

Verkehrsaufkommen und Streckenbesonderheiten

Die Großglockner Hochalpenstraße ist eine der bekanntesten Hochalpenrouten Österreichs und entsprechend stark frequentiert. Motorräder, Pkw, Reisebusse und Oldtimerfahrzeuge sind regelmäßig unterwegs.

Als touristische Erlebnisstraße besitzt sie keine klassische Transitfunktion, jedoch hohes saisonales Verkehrsaufkommen.

Wichtige Hinweise für Motorradfahrer

Durch die Höhenlage sind schnelle Wetterwechsel möglich. Nebel, Wind oder plötzliche Temperaturabfälle können auftreten.

In stark frequentierten Bereichen ist mit langsam fahrenden Fahrzeugen zu rechnen. Die gut ausgebaute Fahrbahn verleitet zu sportlicher Fahrweise, erfordert jedoch defensive Rücksichtnahme.

Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke

Entlang der Strecke befinden sich mehrere Besucherzentren, Restaurants und Aussichtspunkte. Die Infrastruktur ist umfassend und touristisch ausgerichtet.

Sowohl auf Nord- als auch auf Südseite bestehen zahlreiche Versorgungsmöglichkeiten.

Geschichte und Bedeutung

Die Großglockner Hochalpenstraße wurde in den 1930er-Jahren als Hochalpenprojekt realisiert und entwickelte sich rasch zu einer der bekanntesten Alpenstraßen Europas.

Heute gilt sie als technische Meisterleistung des alpinen Straßenbaus und als touristisches Wahrzeichen Österreichs.

Landschaft und regionaler Kontext

Die Strecke führt durch hochalpines Gelände mit Blick auf Gletscher, Felsformationen und die Gipfel der Hohen Tauern. Oberhalb der Baumgrenze dominiert offene Hochgebirgslandschaft.

Die Kombination aus Inszenierung, Infrastruktur und alpiner Kulisse verleiht der Route einen eigenständigen Charakter.

Anschlussrouten und Tourenkombinationen

Die Großglockner Hochalpenstraße lässt sich gut mit weiteren Alpenrouten in Salzburg und Kärnten kombinieren. Sie eignet sich als zentraler Höhepunkt einer Österreich-Tour.

Durch ihre Länge bietet sie sich auch als eigenständige Tagesetappe an.

Redaktionelle Einschätzung

Die Großglockner Hochalpenstraße ist eine inszenierte Hochalpenroute mit klarer Struktur und außergewöhnlicher Höhenlage. Sie bietet planbares, rhythmisches Kurvenfahren in spektakulärer Umgebung.

Wer naturbelassene, schmale Passstraßen sucht, findet in anderen Regionen ursprünglichere Alternativen. Wer jedoch eine technisch perfekt ausgebaute Hochalpenstraße mit beeindruckendem Panorama erleben möchte, findet hier eine der bekanntesten Routen der Alpen.

Sie zählt nicht nur zu den Klassikern, sondern auch heutzutage noch zu den absoluten Highlights aller Motorradstrecken Österreichs, ja der gesamten Alpenregion. Und es gehört zweifelsohne zum Pflichtprogramm eines jeden Bikerlebens, mindestens einmal genussvoll die Großglockner Hochalpenstraße erobert zu haben. Gut 2.500 Höhenmeter müssen in zahlreichen Ups and Downs auf 50 Kilometer Länge bewältigt werden. Der höchste Punkt der Straße liegt an der Edelweißspitze auf 2.571m. Legendär ist auch die Motorradtauglichkeit der gesamten Strecke – mit Treffpunkten, Info-Terminals, Biker-Unterkünften und sogar Biker-Safes für die Unterbringung von Helm und Ausrüstung.

„All diejenigen, die die Gletscherstraße zur Franz-Joseph-Höhe auslassen, bringen sich um den Höhepunkt der gesamten Fahrt“, warnen viele Reiseführer über die Tauern. Zu Recht, denn der Blick auf den majestätischen Großglockner sowie die Pasterze, den immer noch größten Gletscher der Ostalpen ist einmalig. Dazu pfeifen Murmeltiere um die Wette und das naheliegende Bergsteigerdorf Heiligenblut war und ist der legendäre Ausgangspunkt für so manche Glocknerbesteigung. Auf dem Dorffriedhof ruhen viele, die ihren Traum von der Bezwingung des ewigen Eises mit dem Leben bezahlen mussten. Nicht nur deshalb hat Heiligenblut unendlich viele und spannende Geschichten zu erzählen.

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