Fernpass

Leermoos - Nassereith
Fernpass - Motorradtouren und Pässe
© adobe stock, Thomas Schuetz

Passprofil:
Fernpass

21Km
  • Höhe 1212 Meter
  • Höhenmeter 280 Meter 431 Meter
  • Steigung Durchschnitt2.8% 4 %
  • Steigung Maximal 10% 5.5 %
  • Länge 21 Kilometer
  • Kehren 3
  • Mautpflicht Nein
  • Wintersperre Nein
  • Schwierigkeit 1

Lage und geografische Einordnung

Der Fernpass liegt in Tirol und verbindet Reutte mit Nassereith im Tiroler Oberland. Er bildet eine wichtige Nord-Süd-Verbindung zwischen dem Allgäu und dem Inntal.

Durch seine Lage im Außerfern besitzt der Fernpass hohe verkehrstechnische Bedeutung und zählt zu den meistbefahrenen Alpenübergängen Österreichs.

Kurzbeschreibung des Passes

Der Fernpass ist eine verkehrsreiche, gut ausgebaute Alpenstraße mit moderatem fahrerischem Anspruch und überwiegend flüssiger Linienführung. Er eignet sich weniger als reine Genussstrecke, sondern eher als funktionale Verbindung innerhalb einer größeren Tour.

Im Vergleich zu hochalpinen Pässen steht hier nicht die extreme Höhe oder Kehrenarchitektur, sondern die Transitfunktion im Vordergrund.

Streckenführung und Fahrdynamik

Die Strecke verläuft überwiegend flüssig mit weiten Kurvenradien und moderaten Steigungswerten. Enge Kehren sind selten.

Die Straße ist breit ausgebaut und erlaubt gleichmäßiges Fahren. Der fahrerische Anspruch ist gering und gut kalkulierbar.

Öffnung, Saison und empfohlene Reisezeit

Der Fernpass ist ganzjährig befahrbar und stellt eine wichtige regionale und touristische Verbindung dar.

Für Motorradtouren sind Frühjahr und Herbst oft angenehmer, da das Verkehrsaufkommen im Hochsommer deutlich steigt.

Verkehrsaufkommen und Streckenbesonderheiten

Der Fernpass ist stark frequentiert und Teil einer wichtigen Transitroute. Pkw, Motorräder und Schwerverkehr sind regelmäßig unterwegs.

In Ferienzeiten und an Wochenenden ist mit hohem Verkehrsaufkommen und möglichen Verzögerungen zu rechnen.

Wichtige Hinweise für Motorradfahrer

Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens ist vorausschauendes und defensives Fahren wichtig. Überholmanöver sollten mit Bedacht durchgeführt werden.

Witterungsbedingte Einschränkungen sind im Winter möglich.

Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke

Entlang der Strecke sowie in Reutte und Nassereith bestehen zahlreiche Restaurants und Versorgungsmöglichkeiten.

Die Infrastruktur ist gut entwickelt und stark auf Durchgangsverkehr ausgelegt.

Geschichte und Bedeutung

Der Fernpass war bereits in römischer Zeit ein bedeutender Alpenübergang und entwickelte sich über Jahrhunderte zu einer wichtigen Handels- und Verbindungsroute zwischen Nord- und Südeuropa.

Ein markantes historisches Bauwerk entlang der Südrampe ist das hoch über dem smaragdgrünen Fernsteinsee gelegene Schloss Fernsteinsee. Das Anwesen diente im Laufe der Jahrhunderte als Rast- und Repräsentationsort für hochrangige Persönlichkeiten. Besondere Bekanntheit erlangte es durch König Ludwig II. von Bayern, der dort wiederholt verweilte und sich dauerhaft Zimmer reservieren ließ.

Die landschaftliche Kulisse rund um den Fernsteinsee zählt zu den prägnantesten Naturabschnitten entlang des Fernpasses und prägt bis heute das kulturelle und touristische Bild der Route.

Landschaft und regionaler Charakter

Die Strecke führt durch voralpine Landschaft mit Blick auf umliegende Gipfel und Seen. Der landschaftliche Charakter ist reizvoll, jedoch weniger hochgebirgig als bei höheren Alpenpässen.

Der Pass vermittelt eher den Eindruck einer Talverbindung als einer klassischen Hochalpenstraße.

Anschlussrouten und Tourenkombinationen

Der Fernpass eignet sich als verbindendes Element zwischen Allgäu, Außerfern und dem Tiroler Oberland. Er lässt sich gut in größere Alpenrouten integrieren.

Als reine Genussstrecke wird er häufig durch alternative, weniger frequentierte Routen ergänzt.

Redaktionelle Einschätzung

Der Fernpass ist eine funktionale, gut ausgebaute Alpenverbindung mit geringem technischem Anspruch. Er überzeugt weniger durch fahrerische Herausforderung als durch seine strategische Lage.

Für Motorradfahrer ist er vor allem als verbindende Etappe innerhalb einer größeren Tour relevant, weniger als eigenständiges Kurvenhighlight.

Er ist einer der berühmtesten, aber auch verkehrsreichsten Alpenübergänge, führt durch dichten Tannen- und Mischwald und bietet nur wenige Ausblicke auf die Tiroler Alpen. Die auf gut ausgebauter Strecke rasch zu erreichende Passhöhe zieren eine Tankstelle, einige Einkehrmöglichkeiten sowie Andenkenläden. Kurz vor der Passhöhe bietet sich auf einem großen Parkplatz die Möglichkeit, einen Blick auf das imposante Zugspitzmassiv zu werfen. Nach Süden pendelt die Strecke im Tiroler Dorf Nassereith aus.

Schloss Fernsteinsee hoch über dem smaragdgrünen Fernsteinsee ist das Highlight der Südrampe des Fernpasses. Hier gaben sich im Laufe der Jahrhunderte Kaiser und Könige die Ehre der Einkehr, ganz besondere Bedeutung erlangte das Hotel durch den Besuch König Ludwig II. von Bayern, der sich hier sogar zwei Zimmer reservieren ließ – natürlich auf Lebenszeit und Staatskosten. Verständlich, denn die Landschaft rund um den Fernsteinsee gewann schon mehrmals erste Plätze in der Rangfolge aller Tiroler Naturschönheiten. Nach einem Blick auf all die Pracht werden Sie wissen, warum.

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