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Kleiner St. Bernhard - Col du Petit Saint-Bernard
Passprofil:
Kleiner St. Bernhard - Col du Petit Saint-Bernard
- Höhe 2188 Meter
- Höhenmeter 1286 Meter 1456 Meter
- Steigung Durchschnitt5.6% 6.3 %
- Steigung Maximal 8.8% 15 %
- Länge 48 Kilometer
- Kehren 48
- Mautpflicht Nein
- Wintersperre Ja
- Schwierigkeit 4
Lage und geografische Einordnung
Der Kleine St. Bernhard liegt an der Grenze zwischen Frankreich (Savoyen) und Italien (Aostatal). Er verbindet Bourg-Saint-Maurice im Tarentaise-Tal mit La Thuile im Aostatal und stellt eine klassische West-Ost-Verbindung über die Westalpen dar.
Als internationaler Grenzpass besitzt er historische und grenzüberschreitende Bedeutung.
Kurzbeschreibung des Passes
Der Kleine St. Bernhard ist eine hochgelegene, gut ausgebaute Alpenstraße mit gleichmäßiger Linienführung und moderatem fahrerischem Anspruch. Er eignet sich besonders für Motorradfahrer, die eine lange, offene Hochalpenstrecke mit internationalem Charakter suchen.
Im Vergleich zu engen, stark kehrenbetonten Pässen wirkt die Strecke großzügig angelegt und weniger technisch anspruchsvoll.
Streckenführung und Fahrdynamik
Die französische Nordwestauffahrt verläuft gleichmäßig mit mehreren gut einsehbaren Kehren. Die Straße ist breit angelegt und ermöglicht einen flüssigen Fahrstil.
Die italienische Südostseite ist etwas direkter geführt, bleibt jedoch ebenfalls großzügig ausgebaut. Der fahrerische Anspruch entsteht eher durch die Länge der Strecke und die Höhenlage als durch technische Enge.
Öffnung, Saison und empfohlene Reisezeit
Der Kleine St. Bernhard ist in der Regel von spätem Frühjahr bis in den Herbst geöffnet. Die Öffnungsdauer hängt von Schneelage und Witterung ab.
Die besten Bedingungen für Motorradtouren liegen meist zwischen Juni und September. Auch im Sommer sind auf der Passhöhe kühlere Temperaturen möglich.
Verkehrsaufkommen und Streckenbesonderheiten
Der Pass wird touristisch und grenzüberschreitend genutzt. Pkw, Motorräder, Busse und saisonaler Reiseverkehr sind typisch.
In der Hauptsaison kann das Verkehrsaufkommen ansteigen, bleibt jedoch meist gut verteilt aufgrund der großzügigen Straßenführung.
Wichtige Hinweise für Motorradfahrer
Die offene Passhöhe kann windanfällig sein. Wetterwechsel sind aufgrund der Höhenlage möglich.
Die gut ausgebaute Strecke erlaubt flüssiges Fahren, erfordert jedoch Aufmerksamkeit bei stärkerem Verkehrsaufkommen.
Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke
Sowohl auf der Passhöhe als auch in Bourg-Saint-Maurice und La Thuile bestehen gastronomische Betriebe und Versorgungsmöglichkeiten.
Die Infrastruktur ist touristisch geprägt und saisonabhängig.
Geschichte und Bedeutung des Passes
Der Kleine St. Bernhard war bereits in römischer Zeit eine bedeutende Alpenroute. Archäologische Funde belegen die frühe Nutzung als Handels- und Heerstraße.
Über Jahrhunderte diente der Pass als wichtige Verbindung zwischen Frankreich und Italien und behielt seine internationale Bedeutung bis in die Neuzeit.
Landschaft und regionaler Charakter
Die Strecke führt durch offene Hochalpenlandschaft mit weiten Wiesenflächen und Blick auf die Gipfel der Westalpen. Die Passhöhe wirkt weitläufig und weniger felsdurchzogen als andere Hochalpenpässe.
Der Übergang markiert den Wechsel vom französischen Savoyen ins italienische Aostatal.
Anschlussrouten und Tourenkombinationen
Der Kleine St. Bernhard eignet sich als Bestandteil einer grenzüberschreitenden Alpenrunde zwischen Savoyen und Aostatal. Er lässt sich gut mit weiteren Westalpenpässen kombinieren.
Er ist häufig Teil längerer Frankreich-Italien-Routen.
Redaktionelle Einschätzung
Der Kleine St. Bernhard ist eine hochalpine, international bedeutende Verbindung mit moderatem fahrerischem Anspruch. Er bietet lange, flüssige Streckenabschnitte und weite Hochalpenlandschaft.
Besonders geeignet ist er für Motorradfahrer, die eine grenzüberschreitende Alpenroute mit gleichmäßiger Linienführung suchen. Weniger geeignet ist er für Fahrer, die sehr enge oder technisch extreme Passstraßen bevorzugen.
Der reisefreudige Adelssprössling Bernhard von Aosta errichtete hier ein Hospiz und gab dem Pass seinen Namen. Auf der Passhöhe verläuft die Grenze zwischen Italien und Frankreich, die Nordrampe mit engen Spitzkehren verlangt volle Konzentration. Durch das obere Aostatal geht es dann zügig bergan zur Passhöhe. Diese dominieren einige verlassene Grenzgebäude sowie ein kleines Gasthaus. Gen Süden senkt sich die Straße hinab ins Skiressort La Rosière und nach Bourg Saint Maurice.
Das Valle d'Aosta zwischen Mont Blanc und Monte Rosa bietet dem Motorradfahrer nicht nur alle touristischen Annehmlichkeiten, auch die landschaftliche Vielfalt lässt sich intensiv vom Sattel aus genießen. Aosta, die sehenswerte Landeshauptstadt der Region geht bis auf die Römer zurück, immerhin 82 Schlösser und Burgen verteilen sich auf gut 80 Kilometer im Aostatal, allesamt erbaut zwischen dem 12. und 18. Jahrhundert, bilden sie die Zeugnisse der wechselvollen Geschichte und Bedeutung dieser Region.
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