Col de L'Iseran

Seez - Lanslevillard
Col de L'Iseran - Motorradtouren und Pässe
© adobe stock, Richard Semik

Passprofil:
Col de L'Iseran

74Km
  • Höhe 2770 Meter
  • Höhenmeter 2120 Meter 1526 Meter
  • Steigung Durchschnitt5.1% 4.8 %
  • Steigung Maximal 14.9% 12.7 %
  • Länge 74 Kilometer
  • Kehren 28
  • Mautpflicht Nein
  • Wintersperre Ja
  • Schwierigkeit 4

Lage und geografische Einordnung

Der Col de l’Iseran liegt in den französischen Alpen im Département Savoie und verbindet das Tal der Isère bei Bourg-Saint-Maurice mit dem Maurienne-Tal bei Lanslebourg-Mont-Cenis. Mit seiner extremen Höhenlage zählt er zu den höchsten befestigten Alpenpässen Europas.

Der Pass verläuft durch hochalpines Gelände nahe der italienischen Grenze und ist Teil einer zentralen Ost-West-Verbindung in den französischen Nordalpen.

Kurzbeschreibung des Passes

Der Col de l’Iseran ist eine sehr hoch gelegene, lange und eindrucksvolle Hochalpenstraße mit ausgeprägtem Gebirgscharakter. Die Strecke richtet sich vor allem an erfahrene Motorradfahrer, die große Höhenunterschiede, lange Anstiege und alpines Panorama schätzen.

Im Vergleich zu technisch engen Pässen steht hier weniger die Kurvendichte als die Kombination aus Höhe, Weite und Länge im Vordergrund.

Streckenführung und Fahrdynamik

Der Col de l’Iseran bietet lange, gleichmäßige Anstiege mit weit gezogenen Kurven und offenen Hochflächen oberhalb der Baumgrenze. Die Straße ist größtenteils breit und gut ausgebaut, wodurch ein flüssiger Fahrstil möglich ist.

Die Nordseite aus Richtung Bourg-Saint-Maurice ist deutlich länger und wirkt alpiner. Die Südseite aus dem Maurienne-Tal steigt stetig an und zeigt einen etwas kompakteren Verlauf. Der fahrerische Anspruch entsteht weniger durch extreme Kurven, sondern durch die enorme Streckenlänge und Höhenlage.

Öffnung, Saison und empfohlene Reisezeit

Der Pass ist in der Regel von spätem Frühjahr bis in den Herbst geöffnet. Aufgrund der extremen Höhe kann die Öffnungsdauer stark von Schneelage und Wetter abhängen.

Die beste Reisezeit liegt zwischen Juni und September. Selbst im Hochsommer können auf der Passhöhe niedrige Temperaturen herrschen.

Verkehrsaufkommen und Streckenbesonderheiten

Der Col de l’Iseran ist eine bekannte Hochalpenroute und entsprechend touristisch geprägt. Motorräder, Pkw, Reisebusse und Radfahrer nutzen die Strecke regelmäßig.

In der Hochsaison und an Wochenenden ist mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen, insbesondere im oberen Bereich.

Wichtige Hinweise für Motorradfahrer

Die extreme Höhenlage bringt schnelle Wetterwechsel mit sich. Nebel, starker Wind oder Regen können auch bei zunächst stabilem Wetter auftreten. In exponierten Bereichen ist die Strecke windanfällig.

Aufgrund der Länge des Passes sollte ausreichend Kraftstoff eingeplant werden. Warme Kleidung ist selbst im Sommer empfehlenswert.

Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke

Im Bereich der Passhöhe befindet sich eine kleine Kapelle sowie eine saisonale Infrastruktur. In den angrenzenden Orten Bourg-Saint-Maurice und Lanslebourg stehen mehrere Restaurants und Cafés zur Verfügung.

Die Einkehrmöglichkeiten direkt am Pass sind begrenzt.

Geschichte und Bedeutung des Passes

Der Col de l’Iseran wurde im 19. Jahrhundert als Hochalpenstraße erschlossen und zählt zu den bedeutendsten Straßenbauprojekten der französischen Alpen.

Heute ist er sowohl verkehrstechnisch als auch im alpinen Tourismus von großer Bedeutung und gilt als einer der bekanntesten Hochalpenpässe Frankreichs.

Landschaft und regionaler Charakter

Der Pass führt durch karges, hochalpines Gelände oberhalb der Baumgrenze. Weite Hochflächen, schroffe Felsformationen und offene Hänge prägen das Bild.

Die Landschaft wirkt rau und ursprünglich, mit klar spürbarem Hochgebirgscharakter.

Anschlussrouten und Tourenkombinationen

Der Col de l’Iseran lässt sich hervorragend mit weiteren Nordalpenpässen kombinieren und bildet einen zentralen Bestandteil vieler Hochalpenrouten durch die französischen Alpen.

Durch seine Länge eignet sich der Pass besonders für ausgedehnte Tagesetappen oder als Highlight einer mehrtägigen Tour.

Redaktionelle Einschätzung

Der Col de l’Iseran ist eine der höchsten und eindrucksvollsten Hochalpenstraßen Europas. Er überzeugt weniger durch extreme Kurvendichte, sondern durch seine außergewöhnliche Höhenlage und landschaftliche Weite.

Für erfahrene Motorradfahrer ist der Iseran ein Pflichtziel in den französischen Alpen. Wer enge, technische Kurven sucht, wird hier weniger gefordert, erhält jedoch ein ausgedehntes Hochalpen-Erlebnis.

 

Er ist der höchste befahrbare Gebirgspass der Alpen, zentraler Bestandteil der legendären "Route des Grandes Alpes" und dementsprechend anspruchsvoll. Mit atemberaubenden Ausblicken auf das Isère-Tal geht es hinauf zur Passhöhe, die klimatisch bedingt viele Tage im Jahr in Wolken liegt. Eine kleine Kirche, ein Hospiz sowie unendliche Weiten bilden die Passhöhe. Gen Süden lockt bereits die Wärme der Provence, über Bonneval sur Arc geht es auf landschaftlich schöner Strecke bergab.

Die legendäre "Route des Grandes Alpes" verbindet die Höhepunkte der französischen Seealpen miteinander. 1910 hatte der Touring Club de France die Idee zu dieser vielleicht schönsten Hochalpen-Panoramastraße Europas, 1937 war feierliche Eröffnung. Heutzutage führt sie von Thonon-les-Bains am Genfer See gute 700 oftmals anspruchsvolle Kilometer hinunter nach Menton bei Nizza. 16000 Höhenmeter sind insgesamt zu bewältigen, von 16 Pässen liegen immerhin 6 über 2000 Meter. Durchgängig befahrbar ist sie in der Regel zwischen Juni und Mitte Oktober.

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