Col de la Cayolle

Barcelonette - Guillaumes
Col de la Bonette mit Restefond - Motorradtouren und Pässe
© adobe stoch, rudiernst

Passprofil:
Col de la Cayolle

62Km
  • Höhe 2327 Meter
  • Höhenmeter 1189 Meter 1536 Meter
  • Steigung Durchschnitt4.1% 4.7 %
  • Steigung Maximal 8.3% 10 %
  • Länge 62 Kilometer
  • Kehren 32
  • Mautpflicht Nein
  • Wintersperre Ja
  • Schwierigkeit 4

Lage und geografische Einordnung

Der Col de la Cayolle liegt in den französischen Seealpen und verbindet das Ubaye-Tal bei Barcelonnette mit dem oberen Var-Tal in Richtung Guillaumes. Der Pass befindet sich im südlichen Alpenraum nahe der Grenze zum Nationalpark Mercantour und zählt zu den landschaftlich reizvollsten Übergängen der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur.

Er ist kein klassischer Transitpass, sondern vor allem eine touristisch geprägte Hochalpenverbindung mit ausgeprägt naturbelassenem Charakter.

Kurzbeschreibung des Passes

Der Col de la Cayolle ist eine lange, schmale und technisch abwechslungsreiche Hochalpenstraße, die sich besonders an erfahrene Motorradfahrer richtet. Enge Kurven, wechselnde Radien und teilweise schmalere Abschnitte prägen das Fahrbild.

Im Vergleich zu stark ausgebauten Alpenpässen wirkt die Cayolle ursprünglicher und weniger standardisiert. Der Reiz liegt im Wechsel aus alpiner Weite und technischer Streckenführung.

Streckenführung und Fahrdynamik

Der Col de la Cayolle bietet eine abwechslungsreiche Streckenführung mit engen Kurven und offenen Hochflächen. Die Fahrbahn ist schmaler als bei vielen großen Alpenpässen, was bei Gegenverkehr zusätzliche Aufmerksamkeit erfordert.

Die Nord- und Südseite unterscheiden sich im Charakter. Während die Auffahrt aus dem Ubaye-Tal technisch und kurvenreich wirkt, öffnet sich die Strecke Richtung Var-Tal in längeren Abschnitten mit weitem Blick. Der fahrerische Anspruch entsteht aus der Kombination von Höhe, Kurvendichte und Streckenbreite.

Öffnung, Saison und empfohlene Reisezeit

Der Col de la Cayolle ist in der Regel von spätem Frühjahr bis in den Herbst geöffnet. In den Wintermonaten besteht eine Wintersperre aufgrund von Schneelage.

Die beste Reisezeit liegt zwischen Juni und September. Frühmorgendliche Fahrten bieten meist klare Sicht und geringeres Verkehrsaufkommen.

Verkehrsaufkommen und Streckenbesonderheiten

Im Vergleich zu großen Alpenachsen ist der Col de la Cayolle moderat frequentiert. Neben Motorrädern sind Pkw und vereinzelt Radfahrer unterwegs.

Durch die schmale Streckenführung kann Gegenverkehr in engen Kurven zu Engstellen führen. Geduld und vorausschauendes Fahren sind hier besonders wichtig.

Wichtige Hinweise für Motorradfahrer

Die Höhenlage kann schnelle Wetterwechsel mit sich bringen. Nebel, Regen oder starke Temperaturunterschiede sind auch im Sommer möglich. In schattigen Abschnitten kann der Asphalt bei Nässe rutschig sein.

Die schmaleren Passagen erfordern eine präzise Linienwahl und defensives Fahren bei Gegenverkehr.

Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke

Direkt am Pass befinden sich nur wenige Einkehrmöglichkeiten. In den angrenzenden Orten im Ubaye-Tal und im Var-Tal finden sich jedoch mehrere Restaurants und Cafés.

Die Infrastruktur ist weniger dicht als bei großen Touristenpässen, was zum ursprünglichen Charakter der Route beiträgt.

Geschichte und Bedeutung des Passes

Der Col de la Cayolle war historisch eine wichtige Verbindung zwischen den Tälern der südlichen Alpen. Mit dem Ausbau zur modernen Straße entwickelte sich der Pass zu einer bedeutenden regionalen Hochalpenroute.

Heute spielt er vor allem im Tourismus und im Radsport eine Rolle.

Landschaft und regionaler Charakter

Der Pass führt durch hochalpines Gelände mit offenen Hängen, kargen Felsformationen und weiten Ausblicken. Die Umgebung wirkt naturbelassen und weniger touristisch überformt als viele zentrale Alpenregionen.

Die Nähe zum Nationalpark Mercantour verleiht der Strecke zusätzlichen landschaftlichen Reiz.

Anschlussrouten und Tourenkombinationen

Der Col de la Cayolle lässt sich gut mit weiteren Pässen der französischen Seealpen kombinieren. Beliebte Verbindungen führen ins Ubaye-Tal oder weiter Richtung Col de la Bonette.

Durch seine Lage eignet sich der Pass hervorragend für ausgedehnte Tagestouren in den südlichen Alpen.

Redaktionelle Einschätzung

Der Col de la Cayolle ist eine technisch abwechslungsreiche Hochalpenroute mit ursprünglichem Charakter. Er richtet sich an Motorradfahrer, die schmalere, weniger überlaufene Passstraßen bevorzugen.

Wer breite, stark ausgebaute Alpenachsen sucht, wird hier weniger fündig. Wer jedoch alpine Ruhe, abwechslungsreiche Kurven und landschaftliche Weite schätzt, findet an der Cayolle eine der reizvollsten Strecken der französischen Seealpen.

Der Col de la Cayolle liegt auf der Hauptroute der „Route des Grandes Alpes“ und ist in Nord-Süd-Richtung sowohl fahrerisch, als auch in puncto Ausblick wesentlich abwechslungsreicher. Durch die Gorges du Bachelard geht es auf schmaler Piste nach Bayasse und weiter zum Passanstieg. Die Passhöhe zieren eine schlichte Steintafel sowie herrliche Ausblicke. Die Südrampe beglückt mit echtem Spitzkehren-Vergnügen auf auskömmlich guter Piste Richtung Guillaumes.

Der Col de Cayolle lässt sich bequem zu einem „hochalpinen Achter“ kombinieren: In Barcelonette geht es via D908 zum Col d’Allos und weiter nach Colmars les Alpes. Dort links ab zum Col des Champs, via D902 hinauf zum Col de Cayolle und retour nach Barcelonette. Gen Osten auf der D900 erobern wir den Col de Restefond, weiter auf der D2205 über St. Sauveur sur Tinée geht es zum Col de la Couillole und Col de Valberg, bevor wir abschließend nochmals über den Cayolle retour nach Barcelonette pendeln. 280 Kilometer, 8000 Höhenmeter bergauf und bergab sowie 6 Pässe – toll!

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