Hochalmen und Dolomiten-Felsmassive
Naturpark Schlern-Rosengarten: Wandern zwischen Dolomitenmagie und Almenglühen
Wandern im Schlern-Rosengarten
Wenn abends die letzten Sonnenstrahlen den Rosengarten in ein glühendes Rot tauchen, versteht man sofort, warum die Sage vom Zwergenkönig Laurin hier ihren Ursprung hat. Der Naturpark Schlern-Rosengarten im Herzen Südtirols ist eine Bühne, auf der die Dolomiten ihr eindrucksvollstes Schauspiel geben – das berühmte Enrosadira, das Alpenglühen, für das die Region weltberühmt ist.
Der markante Schlern mit seinen charakteristischen Türmen Santner und Euringer thront wie ein steinerner Wächter über der Seiser Alm, Europas größter Hochalm. Zu seinen Füßen breiten sich sanfte, blumenübersäte Wiesen aus, die im Frühsommer in allen Farben leuchten, während im Osten die zerklüfteten Zacken des Rosengarten-Massivs in den Himmel ragen. Zwischen diesen beiden Giganten liegt eine Wanderwelt, die kaum vielfältiger sein könnte.
Hier findest du alles: gemütliche Almwege über weite Hochplateaus, aussichtsreiche Höhenwanderungen entlang der Felswände und anspruchsvolle Gipfeltouren für erfahrene Bergfreunde. Überall entlang der Wege warten bewirtschaftete Almhütten mit hausgemachten Knödeln, dampfender Gerstsuppe und kühlem Buttermilch-Genuss. Dieser Naturpark, einer der ältesten Südtirols, wurde bereits 1974 unter Schutz gestellt und gehört heute zum UNESCO-Weltnaturerbe Dolomiten.
Die Region schenkt dir das, was echte Bergsehnsucht ausmacht: Weite, klare Luft, das Läuten der Kuhglocken und diese ganz besondere Ruhe, die sich einstellt, wenn man auf einem sonnigen Almwiesenhang sitzt und den Blick über die schroffen Felstürme schweifen lässt. Ob du zum ersten Mal in den Dolomiten unterwegs bist oder ein alter Bergfuchs – der Schlern-Rosengarten zieht dich in seinen Bann und lässt dich so schnell nicht wieder los.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
bis 2.981 m (Rosengartenspitze)
Geländecharakter
Almwege, Steige, alpines Fels- und Geröllgelände
Infrastruktur
Bergbahnen, Almhütten, Schutzhütten
Beste Reisezeit
Mitte Juni bis Oktober
Was den Naturpark Schlern-Rosengarten so besonders macht
Der Schlern – Wahrzeichen und steinerner Wächter
Kaum ein Berg prägt eine Region so sehr wie der Schlern das Landschaftsbild rund um Kastelruth, Völs und Seis. Mit seinen 2.563 Metern und den markanten Felstürmen Santner und Euringer ist er das inoffizielle Wahrzeichen Südtirols schlechthin. Von unzähligen Punkten der Region grüßt seine unverwechselbare Silhouette, und wer einmal oben auf dem Plateau steht, versteht die Faszination, die dieser Berg seit Jahrhunderten auf Menschen ausübt.
Der Schlern ist auch ein Ort der Mythen. Man erzählt sich Geschichten von Hexen, die auf dem Gipfelplateau ihr Unwesen trieben – die sogenannten Schlernhexen. Diese Sagen sind bis heute lebendig und begegnen dir in vielen Erzählungen der Einheimischen. Ganz nebenbei ist das Plateau ein bedeutender Fundort prähistorischer Brandopferplätze, die von einer jahrtausendealten Besiedlung zeugen.
Die Seiser Alm – ein Meer aus Almwiesen
Die Seiser Alm ist mit rund 56 Quadratkilometern die größte Hochalm Europas und bildet das sanfte Gegenstück zu den schroffen Felswänden. Hier wechseln sich blühende Wiesen, kleine Almhütten und weite Panoramen in einem Rhythmus ab, der beruhigt und begeistert zugleich. Im Frühsommer verwandelt sich das Plateau in ein Farbenmeer aus Krokussen, Enzian und Alpenrosen.
Was viele nicht wissen: Die Seiser Alm ist ein sensibles Ökosystem und wird bewusst nachhaltig bewirtschaftet. Der motorisierte Verkehr ist tagsüber weitgehend eingeschränkt, sodass die Ruhe erhalten bleibt. Genau das macht das Wandern hier so besonders – statt Motorenlärm hörst du das Summen der Bienen und das ferne Läuten der Kuhglocken.
Der Rosengarten und das Alpenglühen
Das Rosengarten-Massiv im Osten des Parks ist die dramatischere Schwester des Schlern. Seine zerklüfteten Zacken, Türme und Wände sind ein Paradies für Bergsteiger und Fotografen. Der Name geht auf die Sage vom Zwergenkönig Laurin zurück, der hier einen prachtvollen Rosengarten besaß und ihn nach seiner Niederlage verfluchte – seither soll er weder bei Tag noch bei Nacht zu sehen sein. Nur in der Dämmerung, so heißt es, vergaß Laurin die Dämmerstunde, und deshalb glüht der Fels genau dann rot.
Wusstest du schon? Das berühmte Enrosadira entsteht durch den hohen Dolomit-Gehalt des Gesteins, das die Rottöne des Sonnenlichts besonders intensiv reflektiert. Kein Wunder, dass sich abends ganze Wandergruppen an den besten Aussichtspunkten versammeln, um dieses Naturschauspiel nicht zu verpassen.
Kulinarik und gelebte Tradition
Die Almhütten der Region sind keine bloßen Raststationen, sondern kleine Genusstempel. Frisch gebackene Kaiserschmarrn, deftige Schlutzkrapfen, Speckknödel und hausgemachter Apfelstrudel sorgen dafür, dass du dich nach jeder Tour königlich belohnen kannst. Dazu gehört ein Glas Südtiroler Wein oder ein kühles Radler mit Blick auf die Felswände.
In den Dörfern Kastelruth, Seis, Völs am Schlern und Tiers ist die Tradition tief verwurzelt. Trachten, Blasmusik und uralte Bauernhöfe prägen das Bild. Ein Geheimtipp ist ein Besuch während einer der zahlreichen Almfeste im Sommer, wenn die Einheimischen ihre Kultur mit unverstellter Herzlichkeit feiern.
Warum Wandern im Schlern-Rosengarten ein Erlebnis ist
Wanderparadies für alle Ansprüche
Der Naturpark Schlern-Rosengarten ist eine dieser seltenen Regionen, in denen wirklich jeder auf seine Kosten kommt. Familien mit Kinderwagen finden auf der Seiser Alm breite, gut ausgebaute Wege mit sanften Steigungen, während ambitionierte Bergsteiger sich an den anspruchsvollen Klettersteigen und Gipfeltouren am Rosengarten austoben können. Diese Bandbreite ist es, die den Park so beliebt macht.
Die Wegequalität ist durchweg hervorragend. Die Beschilderung folgt dem klaren Südtiroler System mit Wegnummern und Zeitangaben, sodass du dich auch ohne perfekte Ortskenntnis gut zurechtfindest. Zahlreiche Bergbahnen – etwa die Umlaufbahn von Seis auf die Seiser Alm oder die Kabinenbahn nach Compatsch – nehmen dir die ersten Höhenmeter ab und verschaffen dir mehr Zeit für die schönsten Passagen.
Landschaft, die ihr Gesicht ständig wandelt
Was das Wandern hier so faszinierend macht, ist der ständige Kontrast. Innerhalb einer einzigen Tour wechselst du von weiten, sonnenverwöhnten Almwiesen zu düsteren, imposanten Felswänden, von blühenden Blumenteppichen zu kargen Geröllfeldern. Diese Vielfalt auf engstem Raum ist typisch für die Dolomiten und sorgt dafür, dass keine Wanderung der anderen gleicht.
Besonders reizvoll sind die Höhenwege entlang der Felsbasis des Rosengartens, etwa der Weg zur Kölner Hütte oder über den Tschager Joch. Hier hast du das Gefühl, unmittelbar unter den Felstürmen zu wandeln, während sich zu deinen Füßen das Panorama der Almen und Täler ausbreitet.
Aussichtspunkte und Naturerlebnisse
Die Panoramen im Schlern-Rosengarten gehören zu den schönsten der gesamten Alpen. Vom Schlernhaus reicht der Blick über die Seiser Alm bis zum Sella-Massiv und den Langkofel, und bei klarer Sicht erkennst du die Gipfelkette der Zentralalpen am Horizont. Der Aussichtspunkt am Sella- und Rosengartenblick ist besonders bei Sonnenuntergang ein Erlebnis für die Seele.
Auch die Tierwelt ist ein ständiger Begleiter. Murmeltiere pfeifen von den Hängen, Steinadler ziehen ihre Kreise über den Wänden, und mit etwas Glück siehst du am frühen Morgen Gämsen am Fels. Für Botanik-Freunde ist der Frühsommer die beste Zeit: Dann steht die alpine Flora in voller Pracht.
Für wen sich die Region eignet
Genussewanderer lieben die entspannten Runden über die Seiser Alm mit Einkehr in gemütlichen Hütten. Ambitionierte Bergsteiger finden am Rosengarten mit dem Santner-Klettersteig und den Gipfeln der Vajolet-Türme echte Herausforderungen. Und wer einfach nur die Seele baumeln lassen möchte, findet auf einer Almwiese den perfekten Ort dafür.
Auch für Mehrtageswanderer ist die Region ideal. Ein Netz gut bewirtschafteter Schutzhütten wie das Schlernhaus, die Tierser-Alpl-Hütte oder die Kölner Hütte macht Hüttentouren zu einem unvergesslichen Erlebnis, bei dem du morgens direkt aus dem Bett in die Bergwelt startest.
Unterkünfte am Fuße von Schlern und Rosengarten
Hotel Torretta
Italien, Bellamonte - Valle di Fiemme
Ab dem Moment ihrer Ankunft sollen sich unsere Gäste wie zu Hause fühlen. Aus diesem Grund legen wir großen Wert auf eine einladende und angenehme Atmosphäre, in der alle Sorgen verschwinden. Das Hotel Torretta erwartet Sie zu jeder Jahreszeit!
Die schönsten Wanderungen im Schlern-Rosengarten
Über die Seiser Alm zum Schlernhaus und Schlerngipfel
Diese Klassiker-Tour startest du am besten bei Compatsch auf der Seiser Alm, die du bequem mit der Kabinenbahn von Seis erreichst. Von dort führt der breite Almweg (Weg Nr. 5) sanft ansteigend Richtung Saltnerhütte, wo du das erste Mal einkehren kannst. Der Blick auf die Schlerntürme Santner und Euringer wird mit jedem Schritt eindrucksvoller.
Ab der Saltnerhütte wird es steiler: Der Touristensteig windet sich in Serpentinen die Schlernflanke hinauf, bis du das weite Gipfelplateau erreichst. Hier oben, beim Schlernhaus auf 2.457 Metern, breitet sich ein grandioses Rundum-Panorama aus – Rosengarten, Langkofel und die Seiser Alm liegen dir zu Füßen. Wer noch Kraft hat, geht weiter zum höchsten Punkt, dem Petz auf 2.563 Metern.
Die Tour ist konditionell anspruchsvoll, aber technisch nicht schwierig und eignet sich für trittsichere Wanderer mit guter Grundkondition. Plane einen ganzen Tag ein und genieße oben die Almmilch und den Kaiserschmarrn – du hast sie dir verdient.
Rundweg zur Kölner Hütte am Fuß des Rosengartens
Diese aussichtsreiche Tour beginnt an der Bergstation der Kabinenbahn Frommer Alm oberhalb von Welschnofen bzw. am Karerpass. Von der Bergstation der Rosengarten-Bahn erreichst du in kurzer Zeit die Kölner Hütte (Rifugio Fronza) auf rund 2.337 Metern, die unmittelbar unter den gewaltigen Wänden des Rosengartens thront.
Von hier aus lohnt sich die Verlängerung Richtung Tschager Joch entlang des Weges Nr. 550, wo du das Gefühl hast, direkt an den Felstürmen entlangzuwandern. Die schroffe Kulisse der Rosengartenspitze und der Vajolet-Türme ist einfach spektakulär, besonders im warmen Abendlicht.
Die Wanderung eignet sich hervorragend für Genusswanderer und Familien mit größeren Kindern, da die Bahn viele Höhenmeter abnimmt. Bei einer Einkehr in der Kölner Hütte solltest du unbedingt einen Platz auf der Terrasse ergattern – der direkte Blick auf die Felswände ist unbezahlbar.
Tierser Alpl und Tschamintal – wilde Dolomitenwelt
Startpunkt dieser abwechslungsreichen Tour ist das Bergdorf Tiers oder der Parkplatz am Nigerpass. Von dort führt der Weg über blühende Almwiesen und durch lichten Bergwald hinauf zum Tierser-Alpl (Rifugio Alpe di Tires) auf 2.440 Metern, das mit seinem markanten roten Dach zu den fotogensten Hütten der Dolomiten zählt.
Der Aufstieg belohnt dich mit einem grandiosen Blick auf die Rosszähne und den Schlern. Wer die Runde erweitern möchte, steigt über das wildromantische Tschamintal ab – eine der ursprünglichsten Ecken des Naturparks, wo tosende Bäche, Wasserfälle und dichte Wälder eine völlig andere Atmosphäre schaffen als die offenen Almen.
Diese Tour ist eher für geübte Wanderer mit guter Kondition geeignet, da die Höhenmeter und die Länge nicht zu unterschätzen sind. Als Belohnung wartet auf dem Tierser-Alpl eine herzhafte Brotzeit mit Panoramablick, der dich alle Anstrengung vergessen lässt.
Familienrunde Hexenbänke und Puflatsch
Diese entspannte Rundwanderung auf der Seiser Alm ist ideal für Familien und alle, die ein sanftes Naturerlebnis suchen. Von Compatsch führt der Weg gemächlich hinauf zum Puflatsch (2.176 m), einem der schönsten Aussichtsbalkone über die gesamte Alm. Der Sessellift kann den Aufstieg bei Bedarf verkürzen.
Oben angekommen erwarten dich die berühmten Hexenbänke – steinerne Sitzplätze, die mit der Sagenwelt der Schlernhexen verbunden sind. Von hier reicht der Blick weit über die Seiser Alm bis zum Schlern und ins Grödnertal. Kinder lieben die Geschichten über die Hexen, die man sich unterwegs erzählen kann.
Der Rückweg führt über sanfte Almwiesen zurück nach Compatsch, vorbei an mehreren einladenden Hütten. Die Runde ist gut ausgebaut, wenig anspruchsvoll und lässt sich flexibel gestalten – perfekt für einen genussvollen Wandertag ohne Stress.
Hüttentour Schlernhaus – Tierser-Alpl (2 Tage)
Für alle, die das echte Dolomiten-Feeling suchen, ist diese Zweitagestour ein Traum. Am ersten Tag steigst du von der Seiser Alm zum Schlernhaus auf und übernachtest hoch oben auf dem Gipfelplateau. Der Sonnenuntergang über dem Rosengarten und der Sternenhimmel fernab jeder Lichtverschmutzung sind ein unvergessliches Erlebnis.
Am zweiten Tag wanderst du über den aussichtsreichen Höhenweg (Weg Nr. 4) entlang der Rosszähne zum Tierser-Alpl. Diese Etappe führt dich durch hochalpines Gelände mit ständigem Blick auf die schroffen Felsformationen und ist landschaftlich einer der Höhepunkte des gesamten Naturparks.
Die Tour erfordert Trittsicherheit, gute Kondition und etwas Bergerfahrung, belohnt aber mit einem Naturerlebnis, das im Gedächtnis bleibt. Reserviere die Hüttenplätze unbedingt vorab, denn die Schutzhütten sind in der Hauptsaison schnell ausgebucht.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Schlern-Rosengarten?
Die ideale Wandersaison im Naturpark Schlern-Rosengarten reicht von Mitte Juni bis Ende Oktober. In dieser Zeit sind die meisten Almhütten und Schutzhütten geöffnet und die Bergbahnen in Betrieb.
Der Frühsommer, also Juni und Anfang Juli, verzaubert mit einer üppig blühenden Alpenflora – die Seiser Alm steht dann in voller Blütenpracht. Der September ist besonders bei Kennern beliebt, weil die Luft klar und die Fernsicht hervorragend ist, während weniger Betrieb herrscht. Im Hochsommer solltest du früh starten, um Nachmittagsgewittern zu entgehen.
Ist Wandern im Naturpark für Kinder geeignet?
Absolut, der Schlern-Rosengarten ist eine hervorragende Familiendestination. Besonders die Seiser Alm bietet viele breite, gut ausgebaute Wege mit sanften Steigungen, die auch mit geländegängigen Kinderwagen bewältigbar sind.
Runden wie der Puflatsch mit den Hexenbänken oder die gemütlichen Almwege rund um Compatsch begeistern Kinder mit Sagen, Tieren und vielen Einkehrmöglichkeiten. Die zahlreichen Almhütten sorgen für regelmäßige Pausen mit Kaiserschmarrn und frischer Milch. Wichtig ist, die Tourenlänge an das Tempo der Kleinsten anzupassen und Bergbahnen für den Auf- oder Abstieg einzuplanen.
Darf ich meinen Hund mit auf die Wanderungen nehmen?
Ja, Hunde sind im Naturpark grundsätzlich willkommen, allerdings solltest du einige Regeln beachten. Auf den Almen weiden zahlreiche Kühe, weshalb dein Hund unbedingt an der Leine geführt werden sollte, um Konflikte mit dem Weidevieh zu vermeiden.
Mutterkühe können bei freilaufenden Hunden aggressiv reagieren, daher ist Vorsicht geboten. Führe deinen Vierbeiner ruhig und umsichtig, halte Abstand zu den Herden und weiche bei Bedarf großzügig aus. Viele Hütten sind hundefreundlich, doch frage im Zweifel vorher nach. Denk außerdem an ausreichend Wasser für deinen Hund, besonders an heißen Tagen.
Welche Ausrüstung brauche ich für die Wanderungen?
Für die Almwanderungen auf der Seiser Alm genügen feste Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung und ausreichend Wasser. Für die Gipfeltouren zum Schlern oder die Höhenwege am Rosengarten solltest du besser ausgestattet sein.
Knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil, Regen- und Windschutz, eine warme Zwischenschicht sowie Sonnenschutz gehören ins Gepäck. Das Bergwetter kann schnell umschlagen, deshalb ist Kleidung nach dem Zwiebelprinzip ideal. Für Klettersteige wie den Santner-Klettersteig brauchst du eine komplette Klettersteigausrüstung mit Helm, Klettersteigset und Gurt sowie entsprechende Erfahrung.
Wie komme ich am besten in die Region?
Der Naturpark Schlern-Rosengarten ist gut erreichbar. Die Anreise mit dem Auto erfolgt über die Brennerautobahn A22, Ausfahrt Bozen Nord, von wo aus du in wenigen Minuten die Orte Seis, Völs oder Kastelruth erreichst.
Für die Seiser Alm empfiehlt sich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und die Nutzung der Umlaufbahn von Seis, da der motorisierte Verkehr auf der Alm stark eingeschränkt ist. Auch mit dem Zug bis Bozen und anschließend mit Bus und Bergbahn kommst du komfortabel und umweltfreundlich an. Die Südtirol-Guest-Card, die viele Unterkünfte anbieten, macht die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel besonders günstig.
Gibt es geführte Wanderungen im Naturpark?
Ja, in der Region werden zahlreiche geführte Wanderungen angeboten, die sich an unterschiedliche Ansprüche richten. Die Tourismusvereine von Kastelruth, Seis, Völs und Tiers organisieren regelmäßig geführte Touren, oft im Rahmen von Wanderprogrammen der Unterkünfte.
Von gemütlichen Kräuterwanderungen über Sonnenaufgangstouren bis zu anspruchsvollen Gipfelbesteigungen ist alles dabei. Für den Rosengarten und die Klettersteige empfiehlt sich die Begleitung durch einen ausgebildeten Bergführer, der Sicherheit und wertvolles Wissen über die Bergwelt mitbringt. Geführte Touren sind auch eine schöne Gelegenheit, mehr über die Sagen und die Geschichte der Region zu erfahren.
Muss ich Hütten im Voraus reservieren?
Für Tageswanderungen mit Einkehr ist eine Reservierung meist nicht nötig, du kannst einfach vorbeischauen. Anders sieht es aus, wenn du in einer Schutzhütte übernachten möchtest.
Beliebte Hütten wie das Schlernhaus, die Tierser-Alpl-Hütte oder die Kölner Hütte sind in der Hochsaison von Juli bis September oft ausgebucht. Reserviere deinen Schlafplatz daher unbedingt einige Wochen im Voraus, besonders wenn du an Wochenenden unterwegs bist. Die meisten Hütten sind telefonisch oder online buchbar. Denk daran, einen eigenen Hüttenschlafsack mitzunehmen, der auf vielen Hütten vorgeschrieben ist.
Wie schwierig sind die Wanderungen im Schlern-Rosengarten?
Die Schwierigkeit reicht von einfachen Almspaziergängen bis hin zu anspruchsvollen alpinen Touren. Auf der Seiser Alm findest du viele leichte Wege, die auch für ungeübte Wanderer und Familien gut machbar sind.
Die Gipfeltour zum Schlern ist konditionell fordernd, aber technisch überschaubar und für trittsichere Wanderer mit guter Grundkondition gut zu bewältigen. Deutlich anspruchsvoller wird es bei den Klettersteigen am Rosengarten und den hochalpinen Höhenwegen, die Bergerfahrung und Trittsicherheit erfordern. Achte immer darauf, die Tour an dein Können anzupassen, und informiere dich vorab über die Wegverhältnisse.
Kann ich das berühmte Alpenglühen (Enrosadira) selbst erleben?
Ja, und es ist ein absolutes Muss während deines Aufenthalts. Das Enrosadira, bei dem der Rosengarten in der Dämmerung rot zu glühen scheint, kannst du am besten bei Sonnenuntergang von den Aussichtspunkten rund um Karersee, Karerpass oder von der Seiser Alm beobachten.
Auch am Morgen zur Sonnenaufgangszeit taucht das Licht die Felsen in warme Farben. Besonders eindrucksvoll ist das Schauspiel bei klarem Himmel, wenn keine Wolken den Fels verdecken. Plane deine Abendwanderung so, dass du zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist – dieses Naturphänomen gehört zu den unvergesslichsten Erlebnissen der Dolomiten.
Gibt es Einkehrmöglichkeiten entlang der Wege?
Die Einkehrmöglichkeiten im Naturpark sind hervorragend und zahlreich. Vor allem die Seiser Alm ist mit gemütlichen Almhütten und Berggasthäusern geradezu gespickt, sodass du selten länger als eine Stunde bis zur nächsten Rast gehst.
Die Hütten servieren typische Südtiroler Spezialitäten wie Speckknödel, Schlutzkrapfen, Kaiserschmarrn und hausgemachten Apfelstrudel. Auch am Rosengarten und im Schlerngebiet findest du bewirtschaftete Schutzhütten wie die Kölner Hütte oder das Schlernhaus. Achte auf die Öffnungszeiten, denn außerhalb der Hauptsaison haben viele Hütten geschlossen. Bargeld ist auf manchen Hütten immer noch praktischer als Kartenzahlung.
Ist die Region auch für Mehrtageswanderungen geeignet?
Ja, der Schlern-Rosengarten ist ein Traumziel für Hüttentouren und Mehrtageswanderungen. Dank des dichten Netzes an bewirtschafteten Schutzhütten kannst du bequem von Hütte zu Hütte wandern, ohne schweres Gepäck ins Tal tragen zu müssen.
Eine beliebte Kombination ist die Tour vom Schlernhaus über die Rosszähne zum Tierser-Alpl, die dir das hochalpine Gelände in seiner ganzen Pracht zeigt. Auch längere Dolomiten-Höhenwege führen durch die Region. Für solche Touren solltest du gut vorbereitet sein, die Etappen sorgfältig planen und die Hüttenübernachtungen rechtzeitig reservieren.
Wie ist die Handynetz- und Notfallversorgung im Naturpark?
In den Tälern und auf der Seiser Alm ist der Handyempfang meist gut, in abgelegeneren Gebieten und Felsschluchten kann er jedoch schwächer sein oder ganz aussetzen. Verlasse dich daher nicht ausschließlich auf dein Smartphone zur Navigation.
Speichere die europäische Notrufnummer 112 sowie die Bergrettungsnummer 118 ab. Es empfiehlt sich, immer eine analoge Wanderkarte mitzuführen und jemandem deine geplante Route mitzuteilen. Die Bergrettung Südtirol ist gut organisiert und schnell einsatzbereit. Ein kleines Erste-Hilfe-Set und eine Rettungsdecke gehören bei anspruchsvolleren Touren immer ins Gepäck.