Naturpark Dolomiti Friulane: Wildes Wanderparadies im Herzen Friauls
Wandern • Naturpark Dolomiti Friulane

Naturpark Dolomiti Friulane: Wildes Wanderparadies im Herzen Friauls

Einsame Täler, ein 300 Meter hoher Felszinken und Wildnis, die dir den Atem raubt – hier beginnt echtes Bergabenteuer.

Wandern in den Dolomiti Friulane

Stell dir vor, du stehst in einem Tal, in dem der Wind lauter ist als jede menschliche Stimme – wo Bären tatsächlich noch durch die Wälder streifen und Adler ihre Kreise über zerklüfteten Felsnadeln ziehen. Willkommen im Naturpark Dolomiti Friulane, dem vielleicht ursprünglichsten Winkel der gesamten Dolomiten. Hier, im äußersten Westen Friauls zwischen den Provinzen Pordenone und Udine, hat sich eine Berglandschaft erhalten, die anderswo längst von Seilbahnen, Skischaukeln und Souvenirläden überrollt wurde.

Dieser Naturpark ist der wildeste Teil des UNESCO-Welterbes der Dolomiten – und das merkst du bei jedem Schritt. Keine großen Bergbahnen, kaum Straßen, dafür einsame Täler wie das Val Cimoliana und das Val Settimana, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Der berühmte Campanile di Val Montanaia, ein 300 Meter hoher Steinfinger, der senkrecht in den Himmel zeigt, gilt vielen als eines der eindrucksvollsten Naturmonumente der Alpen.

Was die Dolomiti Friulane so besonders macht, ist ihre Stille. Während sich anderswo Wanderer auf den Panoramawegen drängen, kannst du hier stundenlang gehen, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Die Wege sind nicht immer bequem, manchmal ruppig, mal steil, gelegentlich weglos – aber genau das ist der Reiz. Du erlebst Natur, wie sie einmal überall war.

Rund um den Park liegen kleine Bergdörfer wie Cimolais, Claut und Erto, die von einer harten, ehrlichen Bergkultur erzählen. Wer hierher kommt, sucht keine Bespaßung, sondern echtes Abenteuer, klare Bergluft und diesen wohltuenden Moment, in dem man merkt: Es geht auch langsamer. Willkommen in einem der letzten großen Wildnisgebiete der Alpen.

Topografie & Landschaft

Wilde Dolomiten-Berglandschaft

Höhenlage

bis 2668 m (Monte Duranno)

Geländecharakter

Bergpfade, Geröll, Waldwege

Infrastruktur

Wenige Hütten, ursprünglich

Beste Reisezeit

Ende Juni bis Oktober

Navigation

Was den Naturpark Dolomiti Friulane so einzigartig macht

Der Campanile di Val Montanaia – der Finger Gottes

Wenn es ein Wahrzeichen für diesen Naturpark gibt, dann ist es dieser über 300 Meter hohe, freistehende Felszinken mitten im Val Montanaia. Die Einheimischen nennen ihn liebevoll den "Finger Gottes", und wer einmal vor ihm gestanden hat, versteht sofort, warum. Dieser schlanke Turm aus Dolomitgestein ragt so unwahrscheinlich senkrecht in den Himmel, dass man kaum glauben mag, dass ihn die Natur allein geformt hat.

Erstbestiegen wurde der Campanile bereits 1902, und noch heute gilt er als Sehnsuchtsziel für Kletterer aus aller Welt. Doch auch als Wanderer kommst du bis zu seinem Fuß, wo eine kleine Biwakschachtel und ein Gipfelbuch am Wandfuß von den Abenteuern erzählen. Der Anblick allein ist die anstrengende Wanderung durch das Val Cimoliana schon wert – und du wirst verstehen, warum dieser Ort seit über hundert Jahren die Menschen in seinen Bann zieht.

Wildnis, Bären und uralte Wälder

Die Dolomiti Friulane gehören zu den letzten Rückzugsorten großer Wildtiere in den Alpen. In den ausgedehnten Buchen- und Fichtenwäldern leben Gämsen, Steinböcke, Murmeltiere, Steinadler und – tatsächlich – gelegentlich sogar Braunbären, die aus dem benachbarten Slowenien und Trentino einwandern. Auch der Luchs kehrt langsam zurück. Das macht diesen Park zu einem echten Naturlabor, in dem die Wildnis wieder das Sagen hat.

Wusstest du schon? Die Wälder im Val Settimana zählen zu den ursprünglichsten Italiens – teils uralte Bestände, die nie forstwirtschaftlich richtig erschlossen wurden. Wer hier mit offenen Augen unterwegs ist, entdeckt Spuren von Wildschweinen, hört das Röhren der Hirsche im Herbst und fühlt sich mitunter wie in einem längst vergessenen Winkel Europas.

Erto, Vajont und eine tragische Geschichte

Am Rand des Parks liegt der Ort Erto, untrennbar verbunden mit einer der größten Katastrophen der italienischen Nachkriegsgeschichte: dem Dammbruch am Vajont-Stausee im Jahr 1963. Ein gigantischer Bergrutsch stürzte ins Wasser, eine Flutwelle rollte über die Talorte und tötete rund 2000 Menschen. Der eindrucksvolle, gebogene Staudamm steht noch heute – als stummes, mahnendes Denkmal.

Ein Besuch der Gedenkstätte und des Museums gehört zu den bewegendsten Erlebnissen der Region. Die kleinen Dörfer Erto und Casso, teils halb verlassen und heute liebevoll restauriert, erzählen von einer Landschaft, die vom Menschen ebenso geformt wurde wie vom Fels. Es ist ein Ort, der unter die Haut geht.

Bergkultur und friaulische Kulinarik

Nach einer langen Wanderung schmeckt die deftige Bergküche Friauls doppelt gut. Probiere unbedingt den Frico – eine goldbraun gebratene Käsespezialität aus Montasio-Käse, oft mit Kartoffeln und Zwiebeln. Dazu gibt es Polenta, würzige Bergkäse und im Herbst Wild aus den umliegenden Wäldern.

Die Weine des Friaul zählen zu den besten Weißweinen Italiens, doch in den Bergdörfern trinkt man gern auch einen kräftigen roten Refosco oder einen selbstgebrannten Grappa zum Abschluss. Die Gastfreundschaft ist herzlich und unaufgeregt – hier zählen ehrliche Portionen und echte Geschichten mehr als schicke Präsentation. Geheimtipp: In den kleinen Trattorien von Claut und Cimolais bekommst du oft hausgemachte Gerichte, die auf keiner Speisekarte stehen.

Wanderhighlights zwischen einsamen Tälern und wilden Gipfeln

Wandern in echter Wildnis

Der Naturpark Dolomiti Friulane ist kein Ort für Gemütlichkeit auf breiten Panoramawegen mit Seilbahnkomfort. Genau das macht ihn für Wanderer so besonders. Hier gehst du auf schmalen Pfaden durch tief eingeschnittene Täler, überquerst Geröllfelder, folgst dem Rauschen wilder Bäche und erklimmst Gipfel, von denen aus du oft keinen einzigen anderen Menschen siehst. Wer die Einsamkeit sucht, findet sie hier in Reinform.

Die Wege sind überwiegend gut markiert (CAI-Nummerierung), aber ehrlicher als in vielen Touristenregionen. Rot-weiße Farbtupfer führen dich zuverlässig, doch du solltest trittsicher sein und Ausdauer mitbringen. Dafür wirst du mit einem Gefühl von Freiheit belohnt, das in den überlaufenen Teilen der Dolomiten längst verloren gegangen ist.

Landschaft, die dich sprachlos macht

Von den bizarren Felstürmen des Val Montanaia über die smaragdgrünen Gumpen der Bergbäche bis zu den weiten Hochkaren unter dem Monte Duranno – die Vielfalt der Landschaft ist enorm. Im Frühsommer blühen die Bergwiesen in einem Farbenrausch, im Herbst leuchten die Buchenwälder in Gold und Kupfer. Jede Jahreszeit hat hier ihren eigenen Charakter.

Besonders eindrucksvoll sind die tief eingeschnittenen Schluchten und die kristallklaren Flussläufe des Cimoliana und des Cellina. An heißen Tagen locken natürliche Badegumpen mit türkisblauem Wasser – ein herrlicher Kontrast zu den grauen Felswänden. Fotografen kommen hier voll auf ihre Kosten, denn das Licht in den engen Tälern schafft immer wieder magische Stimmungen.

Für wen sich die Dolomiti Friulane eignen

Diese Region ist ein Paradies für erfahrene Wanderer, Bergsteiger und Naturliebhaber, die Ruhe und Ursprünglichkeit schätzen. Wer Trubel, Après-Ski und überfüllte Gipfelrestaurants sucht, ist hier falsch. Wer dagegen Stille, Wildnis und echtes Naturerlebnis will, wird schwer wieder wegwollen.

Auch Familien mit älteren, bergerfahrenen Kindern finden schöne Talwanderungen, etwa entlang des Cimoliana-Flusses. Anfänger sollten sich an die leichteren Rundwege in Talnähe halten und für anspruchsvolle Touren einen Bergführer oder gute Vorbereitung einplanen. Die Hüttendichte ist gering, was Selbstständigkeit und Planung wichtig macht – aber gerade das ist Teil des Abenteuers.

Aussichtspunkte und stille Höhepunkte

Zu den lohnendsten Aussichtszielen zählen der Rifugio Pordenone als Ausgangspunkt für den Blick auf den Campanile, die weiten Panoramen vom Monte Pramaggiore und die dramatischen Felskulissen rund um den Monte Duranno, mit über 2600 Metern einer der höchsten Gipfel des Parks.

Ein echter Geheimtipp ist der Sonnenaufgang im Val Montanaia: Wenn die ersten Strahlen den Campanile treffen und der Fels rot aufglüht, während das Tal noch im Schatten liegt, erlebst du einen dieser Momente, die man nicht in Worte fassen kann. Nimm dir Zeit, setz dich hin und lass die Wildnis auf dich wirken.

Unterkünfte & gemütliche Rückzugsorte rund um den Naturpark

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Die schönsten Wanderungen im Naturpark Dolomiti Friulane

Zum Campanile di Val Montanaia (Rifugio Pordenone)

Diese Wanderung ist das absolute Muss im Naturpark. Startpunkt ist das Rifugio Pordenone am Ende des Val Cimoliana, das du über eine schmale, teils unbefestigte Talstraße von Cimolais aus erreichst. Von der Hütte folgst du dem gut markierten Weg CAI 353 hinauf ins wilde Val Montanaia.

Der Aufstieg führt durch Latschenfelder und über Geröllhänge, bis sich plötzlich der berühmte Felszinken vor dir aufbaut – ein Anblick, der dir garantiert den Atem verschlägt. Am Fuß des Campanile stehen die kleine Biwakschachtel und ein Gipfelbuch. Setz dich, genieße die gewaltige Kulisse und beobachte die Kletterer an der Wand.

Für die Runde solltest du rund 4 bis 5 Stunden einplanen, gut 700 Höhenmeter und Trittsicherheit sind erforderlich. Belohnt wirst du mit einem der eindrucksvollsten Naturschauspiele der gesamten Dolomiten. Ideal für ambitionierte Wanderer, die das Herzstück des Parks erleben wollen.

Val Settimana – Wanderung durch die Urwaldtäler

Das Val Settimana bei Claut ist eines der ursprünglichsten Täler des Parks. Vom Parkplatz am Talende folgst du dem Fahrweg und späteren Pfad tief in das grüne Tal hinein, immer begleitet vom Rauschen des Wildbaches. Ziel kann das Casera Mela oder – für Ausdauernde – der weitere Aufstieg Richtung Forcella Clautana sein.

Unterwegs durchquerst du dichte Buchen- und Fichtenwälder, die zu den naturbelassensten Italiens zählen. Mit etwas Glück siehst du Gämsen an den Hängen oder entdeckst Spuren von Wild. Die Stille ist hier fast greifbar, und du fühlst dich wie in einer anderen Zeit.

Die Tour lässt sich flexibel gestalten: Als gemütliche Talwanderung eignet sie sich auch für Familien, die längere Variante Richtung Forcella verlangt gute Kondition. Ein Tal für alle, die Wildnis und Ruhe suchen, abseits jedes Trubels.

Rifugio Padova und Monte Pramaggiore

Vom Rifugio Padova im Val di Cimoliana startet eine der klassischen Bergtouren des Parks. Der markierte Weg führt über Almböden und durch lichte Wälder stetig bergauf Richtung Forcella und schließlich zum Anstieg des Monte Pramaggiore, einem der markanten Gipfel der Region.

Der Aufstieg belohnt dich Schritt für Schritt mit weiter werdenden Ausblicken über das Meer aus Felstürmen und Tälern. Oben angekommen, breitet sich ein grandioses Panorama über die zentralen Dolomiti Friulane aus – an klaren Tagen reicht der Blick bis in die julischen Alpen.

Diese Tour verlangt Ausdauer, Trittsicherheit und rund 6 bis 7 Stunden Zeit. Sie ist ideal für erfahrene Bergwanderer, die den Kontrast zwischen sanften Almen und schroffem Hochgebirge erleben und dabei die Weite des Parks aus der Höhe genießen wollen.

Der Vajont-Erlebnisweg bei Erto und Casso

Diese Tour verbindet Natur mit bewegender Geschichte. Ausgangspunkt sind die Dörfer Erto und Casso oberhalb des Vajont-Stausees. Auf gut begehbaren Wegen erkundest du den gewaltigen Staudamm und die Spuren der Katastrophe von 1963, die hier rund 2000 Menschen das Leben kostete.

Der Weg führt vorbei an der Abrisskante des riesigen Bergsturzes des Monte Toc und bietet immer wieder Ausblicke auf den Damm und das Tal. Informationstafeln erklären die Ereignisse, und die restaurierten Ortskerne von Erto vecchia und Casso lohnen einen ausgiebigen Rundgang.

Diese Wanderung ist technisch leicht bis mittel und eignet sich hervorragend für alle, die sich neben dem Naturerlebnis auch für die Geschichte der Region interessieren. Plane etwa 3 bis 4 Stunden ein und nimm dir Zeit für das Vajont-Museum – es ist ein Erlebnis, das nachwirkt.

Talwanderung entlang des Torrente Cimoliana

Wer es entspannter mag oder mit Kindern unterwegs ist, findet entlang des Torrente Cimoliana eine wunderschöne, überwiegend flache Wanderung. Von Cimolais aus folgst du dem Tal, begleitet vom kristallklaren Fluss mit seinen türkisfarbenen Gumpen und weißen Kiesbänken.

Immer wieder laden Stellen zum Verweilen, Rasten und – an warmen Tagen – zum Füßekühlen im eiskalten Bergwasser ein. Rundum ragen die Felswände auf und geben einen Vorgeschmack auf die Wildheit des inneren Parks, ohne dass du dich hoch hinauf quälen musst.

Die Länge lässt sich individuell anpassen, je nachdem wie weit du ins Tal hineingehst. Diese Tour ist ideal für Familien, Genusswanderer und alle, die die Landschaft der Dolomiti Friulane in gemütlichem Tempo kennenlernen möchten. Ein perfekter Einstieg in die Region.

Rundtour zur Forcella Clautana

Diese anspruchsvolle Rundwanderung startet in Claut und führt dich über alte Saumpfade hinauf zur Forcella Clautana, einem historischen Übergang zwischen den Tälern. Der Weg war einst wichtige Verbindung für Hirten und Schmuggler und atmet noch heute Bergkultur.

Auf dem Aufstieg wechseln sich Wald, Almwiesen und felsige Passagen ab. Von der Forcella eröffnet sich ein weiter Blick über die zerklüftete Bergwelt des Parks. Der Abstieg kann als Runde zurück ins Tal gelegt werden, was die Tour besonders abwechslungsreich macht.

Mit rund 900 Höhenmetern und 6 Stunden Gehzeit richtet sich diese Tour an konditionsstarke Wanderer. Sie bietet ein authentisches Bergerlebnis fernab jeder Hektik und ist ein echter Geheimtipp für alle, die die stille Seite Friauls suchen und historische Pfade lieben.

Häufige Fragen

Ist der Naturpark Dolomiti Friulane für Anfänger geeignet?

Grundsätzlich ist der Park anspruchsvoller als viele bekannte Dolomiten-Regionen, weil es kaum Bergbahnen gibt und viele Wege ruppig und steil sind. Für absolute Anfänger sind die Talwanderungen entlang des Torrente Cimoliana oder im unteren Val Settimana aber gut machbar.

Wer erste Bergerfahrung sammeln möchte, sollte mit diesen leichteren Touren beginnen und sich langsam steigern. Anspruchsvolle Gipfeltouren wie zum Monte Pramaggiore verlangen dagegen Trittsicherheit, Ausdauer und gute Vorbereitung. Plane realistisch und überschätze dich nicht – die Wildnis verzeiht Fehler hier weniger als anderswo.

Kann ich mit Hund im Naturpark wandern?

Ja, Wandern mit Hund ist im Naturpark Dolomiti Friulane erlaubt, allerdings solltest du deinen Vierbeiner unbedingt an der Leine führen. Das ist wichtig, weil der Park Lebensraum für viele Wildtiere ist, darunter Gämsen, Steinböcke und gelegentlich sogar Bären.

Auf schmalen, ausgesetzten Pfaden und in Geröllfeldern ist ein trittsicherer, bergerfahrener Hund von Vorteil. Nimm ausreichend Wasser mit, auch wenn es viele Bäche gibt, und achte auf die Pfoten deines Hundes bei felsigem Untergrund. In den Tälern findest du herrliche Bademöglichkeiten, über die sich jeder Hund freut.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern?

Die ideale Wandersaison reicht von Ende Juni bis Anfang Oktober. In diesen Monaten sind die höheren Wege schneefrei und die Hütten geöffnet. Der Frühsommer verwöhnt dich mit blühenden Bergwiesen, während der Herbst mit goldenen Buchenwäldern und klarer Fernsicht punktet.

Im Hochsommer kann es in den Tälern heiß werden – dann sind die kühlen Badegumpen ein Segen. Für höhere Touren solltest du vorher immer die Schneelage und Wetterbedingungen prüfen. Im Winter und Frühjahr sind viele Wege wegen Schnee, Lawinengefahr oder Nässe nicht begehbar.

Gibt es Berghütten für Übernachtungen?

Ja, aber die Hüttendichte ist deutlich geringer als in anderen Teilen der Dolomiten. Wichtige Stützpunkte sind das Rifugio Pordenone im Val Cimoliana und das Rifugio Padova, die als Ausgangspunkte für viele Touren dienen. Sie bieten Verpflegung und Schlafmöglichkeiten in der Saison.

Es empfiehlt sich, vorab zu reservieren und die Öffnungszeiten zu prüfen, da diese wetter- und saisonabhängig sind. Für Mehrtagestouren solltest du gut planen, da du nicht überall auf bewirtschaftete Hütten triffst. In den umliegenden Dörfern wie Cimolais und Claut findest du zusätzlich Gasthöfe und kleine Unterkünfte.

Wie erreiche ich den Naturpark am besten?

Der Naturpark liegt in der Provinz Pordenone im Nordwesten Friauls. Mit dem Auto erreichst du die Ausgangsorte Cimolais, Claut und Erto über die Straße durch das Cellina-Tal. Von Pordenone oder Longarone kommend fährst du in etwa ein bis eineinhalb Stunden.

Öffentliche Verkehrsmittel sind hier eher spärlich, weshalb ein eigenes Auto klar von Vorteil ist – besonders um zu den Ausgangspunkten im Val Cimoliana zu gelangen. Beachte, dass die Talstraße ins Val Cimoliana schmal und teils unbefestigt ist und in der Hochsaison Zufahrtsregelungen gelten können.

Ist der Park für Familien mit Kindern geeignet?

Für Familien mit bergerfahrenen, älteren Kindern bietet der Park wunderbare Erlebnisse, besonders die Talwanderungen entlang der Flüsse mit ihren Badegumpen. Kinder lieben es, im klaren Wasser zu planschen und Tiere zu beobachten.

Für die anspruchsvolleren Höhentouren ist der Park wegen ausgesetzter und steiler Passagen weniger geeignet für kleine Kinder. Wähle familienfreundliche Routen im Tal, plane genug Pausen ein und mach das Wandern zum Abenteuer mit Fluss, Steinen und Wildtierspuren. So wird der Ausflug für die ganze Familie zum Erlebnis.

Kann man im Park wirklich Bären begegnen?

Tatsächlich zählen die Dolomiti Friulane zu den wenigen Alpenregionen, in denen Braunbären vorkommen, die aus dem Trentino und Slowenien einwandern. Begegnungen sind jedoch extrem selten, da Bären sehr scheu sind und Menschen normalerweise meiden.

Wenn du unterwegs bist, verhalte dich respektvoll: Mach beim Gehen etwas Lärm, damit Tiere dich frühzeitig bemerken, und lass keine Essensreste zurück. Die Chance, tatsächlich einen Bären zu sehen, ist gering – aber allein das Wissen, in echter Wildnis unterwegs zu sein, macht das Erlebnis besonders. Eine echte Rarität in den Alpen.

Brauche ich eine spezielle Ausrüstung?

Für die meisten Wanderungen benötigst du feste Bergschuhe mit gutem Profil, da die Wege oft steinig, steil und teils weglos sind. Wanderstöcke sind bei Geröllpassagen und Abstiegen sehr hilfreich. Denk außerdem an ausreichend Wasser, Proviant und Sonnenschutz.

Da das Wetter im Gebirge schnell umschlagen kann, gehören Regen- und Windschutz sowie eine warme Schicht immer in den Rucksack. Für längere oder höhere Touren empfiehlt sich zusätzlich eine Karte, GPS oder eine Wander-App, da die Handynetzabdeckung in den Tälern lückenhaft ist. Sicherheit geht in dieser Wildnis vor.

Sind die Wanderwege gut markiert?

Die Hauptwege sind mit der üblichen rot-weißen CAI-Markierung und Wegnummern gekennzeichnet und in der Regel zuverlässig zu finden. Dennoch ist die Beschilderung sparsamer und ehrlicher als in stärker touristisch erschlossenen Regionen der Dolomiten.

Auf abgelegeneren Pfaden und in höheren Lagen kann die Orientierung anspruchsvoller werden, besonders bei Nebel oder in Geröllfeldern. Es lohnt sich daher, immer eine gute Karte oder eine Offline-Wander-App dabeizuhaben und die Tour vorab zu studieren. Wer sich unsicher fühlt, sollte auf die gut ausgeschilderten Talwege setzen.

Kann man im Park baden?

Ja, und das ist eines der schönsten Sommervergnügen! Die Bergbäche, allen voran der Torrente Cimoliana und der Cellina, bilden traumhafte, türkisfarbene Gumpen und natürliche Pools mit glasklarem Wasser. An heißen Tagen ist ein Sprung ins kühle Nass eine herrliche Erfrischung.

Bedenke aber, dass das Wasser auch im Hochsommer sehr kalt ist, da es direkt aus den Bergen kommt. Achte beim Baden auf rutschige Steine und starke Strömungen nach Regenfällen. Die Badestellen entlang der Talwanderungen sind ideal für eine ausgedehnte Pause mit Picknick und Naturgenuss.

Gibt es geführte Wanderungen?

Ja, in den Ortschaften rund um den Park und über das Besucherzentrum werden geführte Wanderungen und Naturexkursionen angeboten. Lokale Bergführer kennen die versteckten Pfade, die besten Aussichtspunkte und wissen viel über Flora, Fauna und die Geschichte der Region zu erzählen.

Besonders für Erstbesucher oder für anspruchsvollere Touren ist eine geführte Wanderung eine hervorragende Möglichkeit, den Park sicher und mit vielen Hintergrundinformationen zu erleben. Auch geführte Touren zum Campanile di Val Montanaia oder thematische Wanderungen zur Vajont-Katastrophe werden angeboten und sind sehr empfehlenswert.

Wie viel Zeit sollte ich für den Park einplanen?

Um die Vielfalt des Parks wirklich zu erleben, solltest du mindestens drei bis vier Tage einplanen. So kannst du eine Talwanderung, eine anspruchsvollere Gipfeltour und den bewegenden Vajont-Erlebnisweg miteinander kombinieren.

Wer mehr Zeit hat, entdeckt auch entlegenere Täler wie das Val Settimana und kann das Tempo entschleunigen, das diese Region so wohltuend macht. Ein Wochenende reicht für einen ersten Eindruck, doch die wahre Magie der Dolomiti Friulane erschließt sich, wenn du dir Zeit nimmst und in ihre Stille eintauchst.

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