Urlaubsstimmung an der Müritz
Wandern • Müritz-Nationalpark

Müritz-Nationalpark: Wandern zwischen Seen, Adlern und uralten Buchenwäldern

Stille Seen, kreisende Adler und trompetende Kraniche: Der Müritz-Nationalpark ist Wandern in echter Wildnis, ganz ohne Bergstress.

Wandern im Müritz-Nationalpark

Es gibt Landschaften, die wirken, als hätte die Natur hier einfach mal tief durchgeatmet. Der Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern ist genau so ein Ort: weit, still und überraschend wild. Auf rund 322 Quadratkilometern zwischen der Müritz im Westen und den Wäldern um Serrahn im Osten erstreckt sich eine der größten zusammenhängenden Naturlandschaften Deutschlands. Hier glitzern hunderte Seen in der Sonne, schreien Seeadler über den Baumkronen und im Herbst trompeten zehntausende Kraniche, als würde der Himmel selbst Musik machen.

Wer hier wandert, taucht ein in ein Mosaik aus klaren Seen, Moorlandschaften, sandigen Heiden und uralten Buchenwäldern. Letztere sind so besonders, dass der Teilbereich Serrahn sogar zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Das Schöne: Hier muss man keine Höhenmeter erklimmen wie in den Alpen. Die Wege sind angenehm flach, dafür umso reicher an Begegnungen mit der Tierwelt. Es ist Wandern für die Seele, mit viel Zeit zum Schauen, Lauschen und Staunen.

Das Tempo im Nationalpark ist ein anderes. Hier zählt nicht der Gipfelsieg, sondern der Moment, in dem du am Ufer eines stillen Sees stehst, der Wind durchs Schilf streicht und plötzlich ein Fischadler ins Wasser stürzt. Beobachtungstürme, kilometerlange Holzstege und liebevoll angelegte Naturlehrpfade laden dazu ein, die Wildnis behutsam zu entdecken. Autofreie Zonen sorgen dafür, dass du oft nur dein eigenes Knirschen auf dem Sandweg hörst.

Egal, ob du als Familie mit Fernglas unterwegs bist, als ambitionierter Tagestourenwanderer oder einfach als Mensch, der dem Großstadtlärm entkommen will: Der Müritz-Nationalpark schenkt dir Weite, Ruhe und das wohlige Gefühl, ein kleines Stück echte Wildnis mitten in Deutschland gefunden zu haben.

Topografie & Landschaft

Flache Seen- und Waldlandschaft

Höhenlage

Bis etwa 140 m über NN

Geländecharakter

Sandwege, Waldpfade, Bohlenstege

Infrastruktur

Beobachtungstürme, Infohäuser, markierte Wege

Beste Reisezeit

Frühling bis Herbst, Kranichzeit

Navigation

Natur, Wasser und Wildnis: Die Höhepunkte der Müritz-Region

Eine Seenlandschaft, wie gemalt

Die Müritz selbst ist mit über 110 Quadratkilometern der größte See, der vollständig in Deutschland liegt, und sie verleiht dem gesamten Nationalpark ihren Namen. Doch der eigentliche Zauber liegt in der Vielzahl kleinerer Gewässer: Über hundert Seen, Tümpel und Moorgewässer durchziehen die Region wie ein blau funkelndes Netz. Manche sind groß genug zum Baden, andere so versteckt, dass man sie erst entdeckt, wenn man buchstäblich davorsteht.

Besonders eindrucksvoll ist der Ostteil rund um die Specker Seen und den Schweingartensee. Hier wechseln sich kristallklare Wasserflächen mit Schilfgürteln und sumpfigen Verlandungszonen ab, ein Paradies für Wasservögel. Wer am frühen Morgen unterwegs ist, erlebt oft Nebelschwaden, die über dem Wasser tanzen, während die ersten Sonnenstrahlen das Schilf golden färben. Solche Momente brennen sich ein.

Wildtiere hautnah

Der Müritz-Nationalpark ist eines der besten Reviere Deutschlands für Vogelbeobachtung. Seeadler segeln majestätisch über die Seen, Fischadler stürzen sich spektakulär ins Wasser, und im Herbst wird die Region zur Bühne eines Naturschauspiels der Superlative: Bis zu 30.000 Kraniche rasten hier auf ihrem Zug in den Süden. Wenn sie abends in lärmenden Schwärmen einfliegen, um auf den flachen Gewässern zu übernachten, läuft selbst abgebrühten Naturfreunden ein Schauer über den Rücken.

Doch auch abseits der Vögel gibt es viel zu entdecken. Rothirsche, Wildschweine, Fischotter und sogar Biber sind hier zu Hause. Mit etwas Glück und Geduld an den richtigen Beobachtungspunkten bekommst du sie zu Gesicht. Wusstest du schon? Der Seeadler ziert das deutsche Wappentier, und im Müritz-Nationalpark brüten gleich mehrere Paare. Die Chance, das Original in freier Wildbahn zu sehen, ist hier so hoch wie kaum anderswo.

Weltnaturerbe Serrahn

Im Osten des Nationalparks liegt das stille Juwel Serrahn. Die hier wachsenden alten Buchenwälder wurden 2011 in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen, gemeinsam mit anderen alten Buchenwäldern Europas. Diese Wälder dürfen sich völlig ungestört entwickeln, ohne menschliches Eingreifen. Umgestürzte Baumriesen bleiben liegen, Pilze und Insekten übernehmen die Arbeit, und ein urwaldartiges Dickicht entsteht.

Ein Spaziergang durch Serrahn fühlt sich an wie eine Reise in eine andere Zeit. Das Licht fällt gedämpft durch das dichte Blätterdach, die Luft riecht nach feuchtem Moos und Holz, und außer Vogelstimmen ist es oft vollkommen still. Ein kleines, feines Informationszentrum in der ehemaligen Revierförsterei erklärt anschaulich, warum solche Wälder so wertvoll für unsere Erde sind.

Land, Leute und Kulinarik

Rund um den Nationalpark prägen verträumte Dörfer, alte Backsteinkirchen und gemütliche Gasthöfe das Bild. Orte wie Waren an der Müritz oder das beschauliche Federow sind ideale Ausgangspunkte. In Waren lohnt sich ein Bummel durch die historische Altstadt mit ihren hübschen Fachwerk- und Backsteinhäusern und ein Besuch im Müritzeum, einem modernen Naturerlebniszentrum mit dem größten Süßwasseraquarium Deutschlands.

Kulinarisch geht es bodenständig und ehrlich zu. Frischer Fisch aus den Seen, allen voran Maräne, Hecht und Zander, landet hier direkt auf dem Teller. Dazu gibt es deftige mecklenburgische Spezialitäten und im Sommer Sanddorn in allen Variationen. Geheimtipp: Halte Ausschau nach kleinen Fischräuchereien direkt am Wasser, hier schmeckt der frisch geräucherte Fisch nach einer Wanderung einfach am besten.

Warum der Müritz-Nationalpark ein Wanderparadies ist

Wandern ohne Bergstress

Wer beim Wort Wandern sofort an schweißtreibende Anstiege und schmerzende Waden denkt, wird im Müritz-Nationalpark angenehm überrascht. Die Landschaft ist flach bis sanft hügelig, die höchsten Erhebungen ragen kaum über hundert Meter hinaus. Das macht das Wandern hier entspannt und für nahezu jeden machbar, vom kleinen Kind bis zum Großelternteil. Statt Höhenmeter zu zählen, kannst du dich voll und ganz auf die Landschaft und die Tierwelt konzentrieren.

Diese Zugänglichkeit ist ein echtes Geschenk. Du kommst kaum ins Schwitzen und trotzdem nach Hause mit dem Gefühl, etwas erlebt zu haben. Die Wege sind meist breit, gut beschildert und bestehen aus sandigen Pfaden, Waldwegen und stellenweise hölzernen Bohlenstegen, die durch Moor- und Feuchtgebiete führen. Genau diese Stege gehören zu den schönsten Streckenabschnitten, weil sie dich mitten in sonst unzugängliche Naturräume bringen.

Naturerlebnis statt Massenbetrieb

Der Müritz-Nationalpark ist ein Schutzgebiet, und das spürt man. Große Teile sind autofrei, weite Bereiche dürfen nur auf markierten Wegen betreten werden. Das mag auf den ersten Blick streng klingen, sorgt aber für ein Naturerlebnis, das seinesgleichen sucht. Statt überfüllter Aussichtsplattformen erlebst du oft eine fast meditative Ruhe.

Zahlreiche Beobachtungstürme und versteckte Verstecke, sogenannte Hides, ermöglichen es dir, Wildtiere zu beobachten, ohne sie zu stören. Der Aussichtsturm am Käflingsbergweg etwa belohnt mit einem Rundumblick über die endlosen Wälder. Für viele Besucher ist gerade dieses behutsame Eintauchen in die Wildnis der Höhepunkt ihres Aufenthalts.

Für wen ist das Wandern hier ideal?

Familien mit Kindern finden im Nationalpark ein riesiges Freiluftklassenzimmer. Die kurzen, ebenen Wege und die vielen Tiere sorgen dafür, dass auch kleine Beine motiviert bleiben. Ein Fernglas im Gepäck verwandelt jede Wanderung in eine spannende Entdeckungstour. Vogelbeobachter und Fotografen wiederum kommen hier voll auf ihre Kosten, besonders während der Kranichzeit im Herbst.

Aber auch sportlich ambitionierte Wanderer werden glücklich. Wer Strecke machen will, kann auf gut ausgebauten Routen lange Tagestouren von 20 Kilometern und mehr unternehmen, ohne in technisch anspruchsvolles Gelände zu geraten. Der Reiz liegt dann weniger in der Herausforderung als im Genuss der Weite und des stetigen Wechsels von Wald, Wasser und offener Landschaft.

Die schönsten Aussichten

Auch wenn der Nationalpark flach ist, gibt es lohnende Aussichtspunkte. Der Bolter Kanal und die Schleuse bei Boek bieten reizvolle Wasserblicke, und vom Aussichtsturm bei Federow lassen sich an guten Tagen sogar Adlerhorste beobachten. Über eine Webcam wird das Brutgeschehen sogar live in das Informationshaus übertragen, ein cleveres Detail für alle, die dem Wetter nicht trauen.

Im Westen am Müritzufer eröffnen sich entlang des Ufer-Rundwegs immer wieder weite Blicke über den größten See der Region. Hier kannst du dem Wasser beim Glitzern zusehen und verstehen, warum diese Gegend Menschen seit Generationen verzaubert.

Übernachten am Rande des Müritz-Nationalparks

Die schönsten Wanderungen im Müritz-Nationalpark

Adlertour von Federow zum Käflingsberg

Diese rund 12 Kilometer lange Rundwanderung startet am Nationalpark-Informationshaus in Federow, einem perfekten Einstiegspunkt mit Webcam-Übertragung aus dem Seeadlerhorst. Von hier führt der Weg auf breiten, sandigen Forstwegen tief in die Wälder des Müritz-Nationalparks hinein. Die Strecke ist nahezu eben und damit auch für Familien gut zu bewältigen.

Highlight der Tour ist der Aussichtsturm am Käflingsberg. Von der hölzernen Plattform reicht der Blick über ein scheinbar endloses Meer aus Baumkronen, durchbrochen vom Glitzern einzelner Seen. Mit etwas Glück siehst du Seeadler über dem Wald kreisen. Auf dem Rückweg lohnt sich ein Abstecher zu den ruhigen Waldwegen rund um den Schweingartensee.

Diese Tour eignet sich ideal für Naturbeobachter und Familien, die Wildnis erleben wollen, ohne sich zu verausgaben. Festes Schuhwerk und ein Fernglas gehören unbedingt ins Gepäck.

Weltnaturerbe-Runde bei Serrahn

Diese etwa 10 Kilometer lange Rundtour beginnt am Parkplatz Zinow im Osten des Nationalparks und führt mitten hinein in die UNESCO-Weltnaturerbe-Buchenwälder von Serrahn. Der Weg ist gut markiert und führt über Waldpfade durch einen der ursprünglichsten Wälder Deutschlands.

Unterwegs passierst du den idyllischen Großen Serrahnsee und die ehemalige Revierförsterei, in der heute eine kleine Ausstellung über die Bedeutung der Buchenwälder informiert. Umgestürzte Baumriesen, dichtes Unterholz und das gedämpfte Licht zwischen den mächtigen Stämmen vermitteln ein echtes Urwaldgefühl.

Die Tour ist ruhig und kontemplativ, ideal für alle, die Wald und Stille suchen. Da die Wege teils naturbelassen sind, empfiehlt sich wetterfestes Schuhwerk, besonders nach Regen.

Müritz-Uferweg von Waren nach Boek

Wer die große Wasserweite sucht, ist auf dieser Strecke entlang des Westufers der Müritz richtig. Die etwa 18 Kilometer lange Etappe startet in Waren an der Müritz und folgt dem Ufer Richtung Süden bis ins ruhige Dorf Boek. Der Weg verläuft als Teil des Fernwanderwegs rund um die Müritz und ist durchgehend gut ausgeschildert.

Immer wieder öffnet sich der Blick auf den größten Binnensee Deutschlands, dazwischen führt der Weg durch lichte Kiefern- und Mischwälder. Am Bolter Kanal und an der Schleuse bei Boek kannst du Boote und Wasservögel beobachten und eine wohlverdiente Pause einlegen.

Diese Tour ist etwas für ausdauernde Wanderer, die Strecke machen und das Element Wasser genießen möchten. Da sie als Einbahnstrecke angelegt ist, lohnt sich die Planung der Rückfahrt mit Bus oder Fahrgastschiff.

Kranich-Beobachtungstour bei Federow im Herbst

Diese rund 8 Kilometer lange Runde ist im September und Oktober ein absolutes Muss. Vom Ausgangspunkt Federow führt der Weg zu den Kranichbeobachtungspunkten am Rederangsee, wo sich in den Abendstunden tausende Kraniche zum Schlafen versammeln. Der Weg ist flach und gut begehbar.

Am späten Nachmittag positionierst du dich an einem der Beobachtungspunkte und wartest auf das große Schauspiel. Wenn die Kraniche in lärmenden Schwärmen einfliegen, ist das ein akustisches und visuelles Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst. Geführte Touren der Nationalparkverwaltung erhöhen die Chancen, die Tiere optimal zu sehen.

Diese Tour richtet sich an Naturfreunde und Fotografen. Warme Kleidung, Fernglas und Geduld sind die wichtigsten Begleiter, denn die schönsten Momente kommen erst in der Dämmerung.

Rundweg um den Schweingartensee

Diese knapp 9 Kilometer lange Rundwanderung führt durch den abwechslungsreichen Ostteil des Nationalparks rund um den stillen Schweingartensee. Der Einstieg gelingt gut vom Parkplatz bei Carpin oder über die Wanderwege ab Zinow. Die Strecke verbindet schattige Buchenwälder mit offenen Heideflächen.

Der Schweingartensee selbst liegt eingebettet in dichte Wälder und strahlt eine tiefe Ruhe aus. An mehreren Stellen reicht der Weg nah ans Ufer heran und bietet schöne Rastplätze. Im Frühling blüht hier das Unterholz, im Herbst leuchten die Buchen in warmen Farben.

Eine entspannte Tour für Genusswanderer und Familien, die einen abwechslungsreichen Querschnitt durch die Landschaft des Nationalparks suchen. Die Wege sind überwiegend naturbelassen und gut zu begehen.

Häufige Fragen

Brauche ich Eintritt für den Müritz-Nationalpark?

Nein, der Müritz-Nationalpark kann kostenlos betreten und durchwandert werden. Wie alle deutschen Nationalparks ist er ein öffentlich zugängliches Schutzgebiet, für das du keinen Eintritt zahlen musst.

Kosten können lediglich für Parkplätze an einigen Eingängen, geführte Touren der Nationalparkverwaltung oder den Besuch von Einrichtungen wie dem Müritzeum in Waren anfallen. Diese Angebote sind aber freiwillig. Wenn du den Park unterstützen möchtest, kannst du bei geführten Wanderungen mitmachen oder die regionalen Anbieter rund um den Park nutzen. Das Wandern selbst bleibt für alle frei zugänglich.

Ist Wandern mit Hund im Nationalpark erlaubt?

Ja, Hunde dürfen mit in den Müritz-Nationalpark, allerdings gilt eine strikte Leinenpflicht. Diese Regelung schützt die empfindliche Tierwelt, insbesondere bodenbrütende Vögel und Wild, das durch frei laufende Hunde stark gestört würde.

Halte deinen Hund deshalb durchgehend an der Leine und bleibe auf den markierten Wegen. So vermeidest du Konflikte mit der Natur und sorgst dafür, dass auch andere Besucher die Tierwelt ungestört beobachten können. An warmen Tagen solltest du genügend Wasser für deinen Vierbeiner mitnehmen, da nicht überall Trinkmöglichkeiten vorhanden sind und das Schwimmen in den Seen in den Schutzzonen nicht erlaubt ist.

Eignet sich der Park für Wanderungen mit Kindern?

Absolut, der Müritz-Nationalpark ist geradezu ideal für Familien. Die Wege sind flach, gut ausgebaut und meist nicht zu lang, sodass auch kleinere Kinder gut mithalten können. Die vielen Tiere, Beobachtungstürme und Holzstege machen jede Wanderung zu einem kleinen Abenteuer.

Besonders empfehlenswert sind die kurzen Rundwege rund um Federow oder die Touren mit Aussichtsturm, von dem aus Kinder mit dem Fernglas auf Adlersuche gehen können. Ein Besuch im Nationalpark-Informationshaus mit der Adler-Webcam begeistert die Kleinen ebenfalls. Packe Snacks, Fernglas und etwas Geduld ein, dann wird der Ausflug zum echten Naturerlebnis für die ganze Familie.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern?

Grundsätzlich ist der Müritz-Nationalpark ganzjährig ein lohnendes Wanderziel, doch jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz. Das Frühjahr begeistert mit frischem Grün und der Rückkehr vieler Zugvögel, der Sommer lockt mit langen Tagen und Bademöglichkeiten an den Seen außerhalb der Schutzzonen.

Der absolute Höhepunkt für Naturfreunde ist jedoch der Herbst. Von September bis Oktober rasten zehntausende Kraniche im Park, und die Buchenwälder leuchten in warmen Farben. Auch der Winter hat seinen Charme, wenn der Raureif die Landschaft verzaubert und es besonders still ist. Achte dann allerdings auf kürzere Tageslichtzeiten und gegebenenfalls glatte Wege.

Wie komme ich am besten in den Nationalpark?

Der Müritz-Nationalpark ist gut erreichbar. Mit dem Auto gelangst du über die Autobahn A19 und A24 in die Region, zentrale Ausgangspunkte sind Waren an der Müritz und Neustrelitz. Von dort führen ausgeschilderte Straßen zu den verschiedenen Parkeingängen.

Auch mit der Bahn ist die Anreise möglich, etwa nach Waren oder Neustrelitz, von wo aus regionale Busse die Eingänge ansteuern. Im Inneren des Parks gibt es zudem das umweltfreundliche Nationalpark-Ticket und Buslinien, die einzelne Punkte verbinden. Da große Teile autofrei sind, lohnt es sich, die Anreise vorab zu planen und öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad in Erwägung zu ziehen.

Gibt es geführte Wanderungen?

Ja, die Nationalparkverwaltung und verschiedene zertifizierte Nationalpark-Führer bieten regelmäßig geführte Wanderungen und Exkursionen an. Diese reichen von allgemeinen Naturerlebnistouren über spezielle Vogelbeobachtungen bis hin zu den begehrten Kranichexkursionen im Herbst.

Eine geführte Tour lohnt sich besonders, wenn du tiefer in die Ökologie des Parks eintauchen möchtest. Die kundigen Führer kennen die besten Beobachtungsplätze, erklären Zusammenhänge und helfen dir, Tiere zu entdecken, die du allein leicht übersehen würdest. Informationen und Anmeldungen findest du in den Nationalpark-Informationshäusern, etwa in Federow oder Serrahn. Eine vorherige Reservierung ist gerade in der Hochsaison empfehlenswert.

Darf ich im Park zelten oder übernachten?

Wildes Zelten ist im Müritz-Nationalpark nicht erlaubt, da es sich um ein streng geschütztes Gebiet handelt. Das gilt auch für das Übernachten im Wohnmobil außerhalb ausgewiesener Plätze. Diese Regeln dienen dem Schutz der Tierwelt und der sensiblen Lebensräume.

Stattdessen findest du in den Orten rund um den Park, etwa in Waren, Federow, Boek oder Neustrelitz, zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten von gemütlichen Pensionen über Ferienwohnungen bis hin zu Campingplätzen. Viele davon sind ideale Ausgangspunkte für Tagestouren in den Park. So kannst du tagsüber die Wildnis genießen und abends komfortabel den Tag ausklingen lassen.

Wie anspruchsvoll sind die Wanderwege?

Die Wanderwege im Müritz-Nationalpark sind überwiegend leicht bis mittel und damit für die meisten Menschen gut machbar. Das Gelände ist flach bis sanft hügelig, nennenswerte Steigungen gibt es kaum. Die Wege bestehen aus sandigen Pfaden, Waldwegen und Bohlenstegen.

Die Herausforderung liegt eher in der Länge mancher Touren als in der Technik. Wer eine 18 Kilometer lange Strecke wählt, sollte eine gewisse Grundkondition mitbringen, kommt aber nicht in schwieriges Gelände. Festes, bequemes Schuhwerk reicht völlig aus. Nach Regen können naturbelassene Abschnitte matschig werden, daher sind wasserfeste Schuhe in der nassen Jahreszeit von Vorteil.

Kann ich im Nationalpark baden?

Baden ist im Müritz-Nationalpark nur an wenigen, ausgewiesenen Stellen erlaubt, denn viele Uferbereiche und Gewässer stehen unter besonderem Schutz. In den Kernzonen ist das Betreten des Wassers untersagt, um die empfindlichen Lebensräume nicht zu stören.

Außerhalb der Schutzzonen, etwa an einigen Stellen der Müritz bei Waren oder an offiziellen Badestellen in den umliegenden Orten, kannst du dich aber durchaus erfrischen. Informiere dich vorab über die zugelassenen Bereiche und respektiere die Beschilderung. So genießt du eine Abkühlung, ohne der Natur zu schaden, und trägst dazu bei, dass dieses einzigartige Gebiet erhalten bleibt.

Welche Tiere kann ich realistisch beobachten?

Die Chancen auf Tierbeobachtungen sind im Müritz-Nationalpark ausgesprochen gut. Am ehesten begegnest du der reichen Vogelwelt: Seeadler, Fischadler, Kraniche, Reiher und unzählige Wasservögel sind regelmäßig zu sehen, besonders an den Seen und von den Beobachtungstürmen aus.

Säugetiere wie Rothirsche, Wildschweine, Fischotter und Biber sind scheuer, lassen sich aber mit Geduld in den frühen Morgen- und Abendstunden erspähen. Ein Fernglas erhöht deine Chancen enorm. Verhalte dich leise, bleibe auf den Wegen und nimm dir Zeit zum stillen Beobachten. Gerade die Kranichzeit im Herbst bietet ein Naturschauspiel, das selbst erfahrene Tierfreunde immer wieder begeistert.

Gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten?

Innerhalb des Nationalparks selbst gibt es nur wenige Versorgungsmöglichkeiten, da das Gebiet möglichst naturbelassen bleiben soll. Du solltest daher ausreichend Proviant und Wasser für deine Touren mitnehmen, gerade auf längeren Strecken.

In den Orten am Rande des Parks wie Waren, Federow, Boek oder Neustrelitz findest du dagegen eine gute Auswahl an Gasthöfen, Cafés und Restaurants. Hier kannst du regionale Spezialitäten wie frischen Fisch aus den Seen genießen. Plane deine Wanderung am besten so, dass du Start oder Ziel in einem dieser Orte legst, um den Tag entspannt mit einer warmen Mahlzeit ausklingen zu lassen.

Sind die Wege gut ausgeschildert?

Ja, der Müritz-Nationalpark verfügt über ein gut ausgebautes und durchgängig markiertes Wegenetz. An den Eingängen und wichtigen Kreuzungen findest du Übersichtstafeln, und die Routen sind mit Symbolen und Farbmarkierungen gekennzeichnet. Das macht die Orientierung in der Regel einfach.

Dennoch empfiehlt es sich, eine Wanderkarte oder eine GPS-fähige Wander-App mitzuführen, gerade in den ausgedehnten Waldgebieten. So behältst du auch auf längeren Touren den Überblick und findest die schönsten Aussichtspunkte und Beobachtungstürme zuverlässig. Die Informationshäuser geben gerne aktuelle Auskünfte zu Wegezuständen und eventuellen Sperrungen wegen Naturschutz.

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