Erfolsmodell vom Comer See
Moto Guzzi V85 TT

TEXT: Ulf Böhringer - BILDER: Hersteller & Ulf Böhringer

Moto Guzzi V85 TT

Mit der V85 TT hat die ehrwürdige Motorradschmiede Moto Guzzi endlich wieder ein Erfolgsmodell auf die Räder gestellt.

Nur noch zwei Jahre ist Moto Guzzi mit Firmensitz in Mandello del Lario am Comer See von seinem 100. Geburtstag entfernt. Seit 2004 ist die 1921gegründete italienische Marke im Besitz der Piaggio Group; hauptsächlich deren Vespa-Erfolge fließen in den Erhalt des Traditionsunternehmens.

Fast alle Neumodelle der vergangenen Jahrzehnte waren nur mäßige Erfolge – mit der neuen V85 TT hat sich das Blatt gewendet: „Wir kommen mit Herstellung und Auslieferungen immer noch nicht nach“, sagt Firmensprecher Ansgar Schauerte. Klug konzipierte Guzzi eine mittelschwere Reiseenduro im Klassik-Design. Konsequenterweise mit Kardanantrieb.

Die Zutaten stellen einen neugierig machenden Mix aus hochmodernen wie auch klassischen Bauteilen dar: Der traditionelle Zweiventil-Zylinderkopf mit OHV-Ventilsteuerung und Luftkühlung weist Titan-Einlassventile auf, des Fahrers Gas-Befehle werden elektronisch übermittelt. Das ermöglicht nicht nur die Installation von drei unterschiedlichen Motor-Mappings für Straße, Regen und Offroad samt verlinkter Regelung von Traktionskontrolle und ABS, sondern auch eine bei einer Reiseenduro durchaus nützliche automatische Geschwindigkeitsregelung.

59 kW/80 PS bei 7.750/min. werden als Höchstleistung für den V2 angegeben, dessen mächtige Zylinder seitlich unterm Tank in den Fahrtwind ragen, 80 Newtonmeter bei zivilen 5.000 Touren notieren als Drehmoment-Maximum. Sobald mehr als 3.000/min. anliegen, ist das Triebwerk sehr präsent und drückt die vollgetankt 229 Kilogramm wiegende Guzzi nachdrücklich nach vorne. Um die 6.000er Marke herum kommt unter kräftigem Grollen aus dem Ansaugtrakt auch Spritzigkeit auf. Wer von der TT – die Abkürzung steht für „tutto terreno“, auf Deutsch „fährt in jedem Gelände“ – Quirligkeit erwartet, liegt falsch: Ihre Stärke ist souveränes Gleiten, gerne auch sehr flott.

Denn ihr Fahrwerk mit recht schmal bereiftem Speichenrädern, vorne 19, hinten 17 Zoll, ist bestens geraten: Stabil bei allen Tempi, agil genug für den flotten Kurvenswing auf sardischen Berg- und Küstenstraßen. Die einstellbare USD-Gabel wie auch das ebenfalls einstellbare Zentralfederbein mit eher straffer Grundabstimmung bieten dabei auch auf schlechten Strecken guten Komfort.

Ein sehr gutes Gefühl vermitteln die drei Scheibenbremsen, auch das ABS regelt zeitgemäß fix und hält die Guzzi sauber in der Spur. Jenseits des Asphalts macht die TT ihre Sache so gut, wie 17 Zentimeter Federweg und 21 Zentimeter Bodenfreiheit es eben zulassen. Insgesamt liegt der Guzzi cooles Enduro-Wandern mehr als rallyeartiges Treiben. Der Offroad-Fahrmodus (ermöglicht viel Schlupf am Hinterrad, deaktiviert das Hinterrad-ABS und lässt dem Vorderrad-ABS mehr Freiheiten) ist nützlich, die Ergonomie (Lenker, Fußrasten, Knieschluss im Stehen) machen das sichere Dirigieren der V85 in kniffligen Situationen einfach. Der stets gut durchziehende V2 erträgt auch sehr niedertouriges Fahren klaglos.

In das TT-Paket haben die Entwickler eine Menge hineingepackt: Eine beachtliche Zuladung von 219 Kilogramm bei einem akzeptablen Leergewicht von 229 Kilo mit gefülltem 23 Liter-Tank, eine moderate Sitzhöhe von 83 Zentimetern (mit Sonder-Sitzbänken auch mehr bzw. weniger möglich), eine große Reichweite von klar über 400 Kilometern, stabile Speichenräder und, nicht zu vergessen, den wartungsarmen Kardanantrieb, ein Alleinstellungsmerkmal in der Mittelklasse. Zudem findet sich im Cockpit ein TFT-Display mit hohen Info-Gehalt, dessen Oberfläche allerdings etwas verspielt gestaltet ist.

Technische Daten Moto Guzzi V85 TT

Motorleistung: 59 kW/80 PS, 80 Nm Drehmoment
Fahrwerk: Stahl-Girrerrohrahmen, USD-Telegabel/Zentralfederbein m. 17/17 cm Federweg, drei Scheiben-bremsen, Kardan
Gewicht: 229 kg
Sitzhöhe: 83 cm
Ausstattung: ABS, 3 Fahrmodi, Antischlupfregelung, Tempomat

Vmax: 195km/h
Verbrauch: 4,9l/100km
Farben: Blau, Grau, Rot sowie Gelb/Weiß/Rot und Rot/Weiß
Preis: ab 11.900 Euro + NK

Mehr Infos beim Hersteller

Für dieses Paket erscheinen 11.990 Euro für die unifarbene Version nicht zu viel. Die mehrfarbigen Versionen erfordern 310 Euro Aufpreis.

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