Yamaha Tracer 900/900 GT - Das Multitool

TEXT: Torsten Thimm - BILDER: Yamaha/Torsten Thimm

Yamaha mit Testredakteur
Torsten Thim

Unser Redakteur Torsten Thimm war für uns im Spanischen Granada, wo Yamaha das überarbeitete Modell der Tracer 900 vorgestellt hat

Doch wie mache ich einen Bestseller wie dieses Modell noch besser?
Die Antwort darauf klingt unter Umständen paradox, doch man hat das Gefühl, dass die Ingenieure ein großes Maß an Feinfühligkeit bewiesen haben und einfach denen zugehört haben die solch eine Maschine besitzen. Was dabei herauskam ist eine noch bessere Tracer.

Yamaha Tracer 900 und daneben Tracer 900 GT

Look
Durch die geänderten Verkleidungsteile wirken die Formen rund um die Scheinwerfer und an den Flanken der Maschine eleganter und nicht mehr so zerstückelt wie beim Vorgänger. Das neue breitere Windschild ist nun mit einer Hand in 15 Raststufen verstellbar. Die Handprotektoren tragen weniger stark auf und leiten dafür den Fahrtwind besser ab.

Der schmalere Lenker (runde 1,6 cm weniger) kommt kleineren Fahrern wie mir entgegen und wirkt sich beim Handling keineswegs negativ aus. Ganz im Gegenteil man hat das Gefühl, dass die gesamte Aerodynamik der Maschine durch die Kombination der Veränderungen gewonnen hat.

Ergonomie und Komfort
Auch in diesem Bereich legen die Ingenieure Hand an und sorgen mit einer neuen Kontur der Sitzbank für besseren Sitzkomfort. Der Fahrersitzplatz wirkt zudem straffer als früher, ist aber weiterhin in zwei Stufen einstellbar.

Dadurch kann die Sitzhöhe bei der Tracer wie auch bei der GT-Variante zwischen 850 und 865 mm eingestellt werden, je nach Gusto des Fahrers. Und auch der Sozius profitiert von den ergonomischen Veränderungen. Hatten sich doch viele Besitzer in der Vergangenheit über die zu hoch montierte hintere Fußrastenanlage beschwert! Dieses Problem wurde durch 3 cm tiefer angebrachte Bauteile gelöst. Im gleichen Zug ändert Yamaha den Haltegriff am Heck und verlängert den Soziussitz damit um ca. 2 cm.

Fahrwerk und Radstand
Noch einmal 4 cm mehr Länge als der Soziussitzplatz, also insgesamt 6 cm, bekommt die komplett neu gestaltete Schwinge ab. Diese Achillessehne der alten Tracer benötigt dringend ein Update. Denn bei hohem Tempo mit Sozius oder auch schwerer Beladung kommt es vor, dass sich das alte Modell unfreundlich aufschaukelt. Ein solcher Eingriff führt natürlich zu massiven Veränderungen des die einerseits durch das längere Fahrwerk die gewünschten Vorteile in der Stabilität mitbringen, andererseits aber Nachteile in der Handlichkeit.

Nicht so hier, wenn überhaupt merkt man eine Veränderung der Agilität nur in Nuancen, bekommt aber dafür ein dickes Plus an Stabilität und damit auch Sicherheit. Eine Sicherheit, die das GT Modell der Tracer noch verfeinert. Im Gegensatz zur Standardvariant kommt die GT nämlich mit voll einstellbaren Federelementen daher, die on the road noch einmal in einer ganz anderen Liga spielen.
Die goldene Kayaba USD-Gabel an der Front ist nicht nur ein optischer Eyecatcher. In Verbindung mit dem per Handrad verstellbaren Federbein stellt sie das schon wirklich gute Fahrwerk der Standard Tracer in Sachen Ansprechverhalten und Fahrkomfort noch einmal in den Schatten.

Weitere Ausstattung der GT Version
Yamaha selbst bezeichnet sie als das Motorrad, welches dem ,,Sport-Touring-Fahrer das ultimative Paket zu einem vernünftigen Preis bietet‘‘ und das ist keine hohle Phrase. Denn im Detail bedeutet es, dass sie außer den Verkleidungsupdates und des hochwertigeren Fahrwerks, mit 22 Liter Hartschalenkoffern, einem übersichtlich gestalteten TFT Farbdisplay (die Standard Tracer hat noch immer das mittlerweile in die Jahre gekommene Cockpit der Tenere), einem Tempomat und drei-stufig beheizbaren Heizgriffen geliefert wird.

Der Quick-Shifter (ohne Blibberfunktion) rundet das GT-Paket nach oben hin vorerst einmal ab. Ein wirklicher Mehrwert, der den überschaubaren Preisunterschied der Modelle rechtfertigt.

Zubehör und Merchandising
Auch die Individualisierung kommt wie üblich bei der MT-Familie des Herstellers nicht zu kurz. Mit reichlich hauseigenem Zubehör und einer speziellen Bekleidungslinie sorgt Yamaha dafür, dass der individuelle Spielraum nach oben offenbleibt. Das 2018er-Programm umfasst neben einem Akrapovič-Slip-On-Schalldämpfer auch Soft-ABS Seitenkoffer, verschiedene Topcases und bietet zudem eine Auswahl an beheizten Sitzen, Komfortsitzen und Verkleidungsscheiben. Darüber hinaus ist eine breite Palette von stylischen Zubehör-Anbauteilen, Protektoren und Billet-Komponenten verfügbar.

Fazit
Sieht man einmal von Kleinigkeiten wie dem nicht einstellbaren Kupplungshebel, dem fehlenden Schutzgitter am Kühler und dem zu kurzen Ausleger am Seitenständer ab, ist es Yamaha ohne Zweifel gelungen eine gute Maschine noch zu verbessern. Ob mit der Standard Tracer für 10.595 Euro oder der GT Variante für 12.195 Euro, in beiden Fällen bekommt man für sein Geld eines der umfangreichst ausgestatteten Motorräder dieser Klasse.

Nützliche Links

Zur Yamaha Homepage.

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