Kalkstock, Urgesteinsberge, Almtal
Dachstein und Schladminger Tauern: Wo Gletscherglanz auf grüne Almrücken trifft
Wandern am Dachstein & in den Tauern
Es gibt Landschaften, die einen sofort packen – und dann gibt es den Dachstein. Wenn du das erste Mal auf einer der Höhen der Schladminger Tauern stehst und der mächtige Kalkstock mit seinem Gletscher gegenüber im Nachmittagslicht aufleuchtet, verstehst du, warum Generationen von Wanderern hierher pilgern. Auf der einen Seite die schroffen, weißgrauen Felstürme des Dachsteins, auf der anderen die sanft geschwungenen, grasigen Rücken der Schladminger Tauern mit ihren unzähligen Bergseen. Dazwischen liegt das Ennstal – breit, grün und voller Almen, die nach frisch gemähtem Heu und Latschenkiefer duften.
Diese Region ist ein Doppelpack, wie man ihn selten findet. Hier prallen zwei völlig unterschiedliche Gebirgswelten aufeinander: die wilde Hochgebirgskulisse des Dachsteins, wo Klettersteige und Gletscherpfade das Herz höher schlagen lassen, und die freundlichen Tauern mit ihren gemütlichen Panoramawegen, glasklaren Karseen und blühenden Bergwiesen. Ob du als Familie einen entspannten Almwandertag suchst oder als Gipfelsammler den nächsten Zweitausender ins Visier nimmst – beides findest du hier innerhalb weniger Kilometer.
Rund um Schladming, Ramsau am Dachstein und Haus im Ennstal hat sich eine der bestausgebauten Wanderregionen der Alpen entwickelt. Beschilderte Wege, moderne Bergbahnen und urige Hütten machen es leicht, tief einzutauchen. Und doch bleibt genug Wildnis übrig, um sich weit weg vom Trubel zu fühlen – auf einem einsamen Tauernsteig etwa, wo dir nur ein Murmeltier zupfeift.
Die Luft ist klar, das Wasser eiskalt, die Kaiserschmarrn-Portionen auf den Almen ehrlich groß. Willkommen in einer Region, die Wanderherzen im Sturm erobert – ohne dabei jemals angeben zu müssen.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
bis 2.995 m (Dachstein)
Geländecharakter
Almwege, Felssteige, Panoramapfade
Infrastruktur
Bergbahnen, Hütten, gut markiert
Beste Reisezeit
Ende Juni bis Oktober
Was du in Dachstein und Schladminger Tauern nicht verpassen darfst
Der Dachstein – König aus Fels und Eis
Der Dachstein ist mit 2.995 Metern nicht nur der höchste Berg der Steiermark, sondern auch das unverwechselbare Wahrzeichen der gesamten Region. Sein Gletscher – einer der wenigen noch aktiven in den Nordalpen – zieht Bergsteiger und Neugierige gleichermaßen an. Mit der Dachstein-Gletscherbahn schwebst du hinauf auf über 2.700 Meter, wo dich die spektakuläre Hängebrücke, die Treppe ins Nichts und der Eispalast erwarten. Der Blick reicht an klaren Tagen bis zum Großglockner und den Julischen Alpen.
Doch der Dachstein ist mehr als eine Aussichtsplattform. Rund um sein Massiv verläuft ein Netz legendärer Höhenwege, darunter der berühmte Übergang zur Adamekhütte oder die anspruchsvollen Klettersteige zum Gipfel. Wer es ruhiger mag, wandert am Fuß des Kalkstocks über den Ramsauer Zirbenweg und genießt den Berg aus sicherer Distanz – ehrfürchtig, aber ohne Nervenkitzel.
Die Schladminger Tauern und ihre Seen
Während der Dachstein mit Fels protzt, verzaubern die Schladminger Tauern mit ihrer sanften Wildheit. Diese Urgesteinsberge tragen keine Gletscher mehr, dafür aber Dutzende funkelnder Bergseen, die wie Edelsteine in den Karen liegen. Der Duisitzkarsee, der Giglachsee und der Obersee gehören zu den fotogensten Gewässern der Ostalpen – tiefblau, umrahmt von Zirben und stillen Gipfeln.
Die Tauern sind ein Paradies für Mehrtageswanderer. Der Schladminger-Tauern-Höhenweg verbindet über sieben Etappen die schönsten Hütten und Seen und gilt als eine der lohnendsten Weitwanderungen Österreichs. Wer nur einen Tag Zeit hat, findet hier trotzdem sein Glück – etwa auf einer gemütlichen Rundtour zu einem der Seen, wo das kalte Wasser zum mutigen Sprung einlädt.
Almkultur und Kulinarik
Rund 1.100 Bewirtschaftungseinheiten und unzählige Almen prägen das Ennstal. Auf den bewirtschafteten Hütten bekommst du echte steirische Küche: Kaspressknödel in klarer Suppe, Steirerkäse, deftige Brettljausen und natürlich Kaiserschmarrn, der über den Tellerrand hängt. Viele Almen verkaufen selbstgemachten Käse und Butter direkt ab Hof – ein Genuss, der nach Alm und Sonne schmeckt.
Wusstest du schon? Die Ramsau am Dachstein gilt als eines der schneesichersten Langlaufzentren Europas und war bereits mehrfach WM-Austragungsort. Im Sommer verwandeln sich dieselben Loipenwiesen in traumhafte Wanderwege mit Dachstein-Blick.
Land und Leute
Die Menschen im Ennstal sind bodenständig, herzlich und stolz auf ihre Berge – ohne dabei aufdringlich zu sein. In Schladming, das durch die Ski-WM 2013 international bekannt wurde, mischt sich moderne Infrastruktur mit gelebter Tradition. Am Hauptplatz sitzen Einheimische und Gäste einträchtig beim Bier, während die Berge langsam rosa werden.
Geheimtipp: Wer dem Trubel entkommen will, fährt ins hintere Untertal oder Obertal. Hier beginnen ruhige Wanderwege zu den Tauernseen, und die Almen sind noch echte Bauernstuben ohne Instagram-Deko. Am Morgen, wenn der Nebel über den Wiesen liegt, gehört dir dieses Tal fast allein.
Wanderglück zwischen Kalkriesen und Tauerngipfeln
Zwei Bergwelten, ein Wandergebiet
Was das Wandern rund um Dachstein und Schladminger Tauern so einzigartig macht, ist der Kontrast direkt vor der Haustür. Am Vormittag stehst du vielleicht auf einem alpinen Steig unter den Felswänden des Dachsteins, spürst die kühle Gletscherluft und hörst Steinschlag in der Ferne. Am Nachmittag wanderst du auf weichen Grasrücken der Tauern, während Kühe bimmeln und dir der Wind Almkräuterduft entgegenweht. Diese Vielfalt bekommst du in kaum einer anderen Region so kompakt serviert.
Für Wanderer bedeutet das: keine Langeweile. Egal ob du sanfte Familientouren, aussichtsreiche Höhenwege oder herausfordernde Gipfelbesteigungen suchst – hier findest du deine Route. Die klare Beschilderung und das dichte Hüttennetz sorgen dafür, dass du dich selten verläufst und nie hungrig bleibst.
Wege für jede Kondition
Die Region punktet mit einer beeindruckenden Bandbreite. Rund um die Bergbahnstationen – etwa auf der Planai, dem Hauser Kaibling oder der Reiteralm – starten kinderwagentaugliche Panoramawege und Themenpfade, die auch ungeübte Wanderer begeistern. Die Höhenmeter erledigt bequem die Gondel, sodass du dich ganz auf die Aussicht konzentrieren kannst.
Ambitionierte finden im Herzen der Tauern hochalpines Gelände: schmale Steige über Blockwerk, ausgesetzte Gratpassagen und ruhige Karböden. Der Wechsel zwischen Kalk (Dachstein) und Urgestein (Tauern) sorgt zudem für abwechslungsreiches Gehgefühl – vom griffigen Fels bis zum weichen Wiesenpfad.
Seen, Aussichten und stille Momente
Die Bergseen der Tauern sind das emotionale Highlight vieler Touren. Wenn sich der Dachstein im spiegelglatten Duisitzkarsee spiegelt, verstehst du, warum Fotografen morgens im Dunkeln aufstehen. Die Reiteralm mit ihren Spiegelseen ist der wohl bekannteste dieser Aussichtspunkte – ein Postkartenmotiv, das man einmal selbst gesehen haben muss.
Neben den großen Klassikern gibt es unzählige stille Ecken: einsame Karböden, wo nur der Wind rauscht, kleine Quelltümpel und Aussichtskanzeln, die kaum jemand kennt. Wer früh aufbricht oder auf Hütten übernachtet, erlebt diese Region in ihrer schönsten, ruhigsten Form.
Für wen sich das Wandern lohnt
Familien lieben die kinderfreundlichen Themenwege und Erlebniswelten an den Bergbahnen. Genusswanderer schätzen die dichte Almgastronomie und die vielen Halbtagestouren. Und Bergprofis stürzen sich auf Klettersteige, Höhenwege und die Weitwanderroute durch die Tauern.
Kurz gesagt: Diese Region ist ein Wanderbuffet, an dem sich wirklich jeder satt essen kann – von der ersten zaghaften Almwanderung bis zum stolzen Gipfelfoto am Dachstein-Kreuz.
Deine Basislager zwischen Gletscher und Almen
Die schönsten Wanderungen in der Region
Rundwanderung zum Duisitzkarsee
Diese Tour startet im hinteren Untertal beim Parkplatz Eschachalm, wohin dich von Schladming aus eine kurvige Bergstraße bringt. Von dort führt ein gut beschilderter Forst- und Wanderweg stetig bergauf durch lichten Zirbenwald bis zum Duisitzkarsee auf rund 1.647 Metern – einem der schönsten Bergseen der Schladminger Tauern.
Am See erwarten dich gleich zwei bewirtschaftete Hütten, die Duisitzkarseehütte und die Fahrlechhütte, wo Kaiserschmarrn und kalte Getränke auf sonnige Terrassen locken. Wer möchte, umrundet den See auf einem einfachen Uferweg und genießt die Spiegelung der umliegenden Gipfel wie des Höchsteins im tiefblauen Wasser.
Die Tour ist familientauglich und auch für weniger geübte Wanderer machbar, verlangt aber etwas Ausdauer beim Aufstieg. Für sportlichere Wanderer bietet sich eine Verlängerung Richtung Giglachseen an. Ein Klassiker, der zu Recht auf keiner Wunschliste fehlen darf.
Spiegelsee-Runde auf der Reiteralm
Die wohl berühmteste Fotomotiv-Tour der Region beginnt an der Bergstation der Reiteralm-Bahn bei Pichl. Von hier wanderst du in etwa einer Stunde zum Spiegelsee (auch Mittersee genannt), der bei Windstille den Dachstein perfekt reflektiert – ein Anblick, der jeden Fotografen entzückt.
Weiter geht es über den Untersee und den Großen See auf einem gut markierten Rundweg. Die Landschaft wechselt zwischen Almwiesen, Latschenfeldern und felsigem Karboden, während der Dachstein dich fast die ganze Zeit begleitet. Die Höhenmeter halten sich dank des hohen Startpunkts angenehm in Grenzen.
Diese Runde eignet sich hervorragend für Familien und Genusswanderer. Tipp: Komm früh am Morgen, wenn das Wasser noch spiegelglatt ist und die Menschenmassen noch schlafen. Dann gehört dir dieser magische Ort fast allein.
Dachstein-Rundwanderweg auf der Ramsau
Diese aussichtsreiche Tour startet am Fuß des Dachsteins auf dem Hochplateau der Ramsau. Der Rundweg führt dich durch die typische Kulturlandschaft aus Bergwiesen, kleinen Bauernhöfen und Zirbenwäldchen, immer mit der imposanten Nordwand des Dachsteins im Blick.
Unterwegs passierst du urige Almen und Einkehrmöglichkeiten wie die Türlwandhütte, die du auch als Startpunkt der Gletscherbahn nutzen kannst. Der Weg ist überwiegend flach und breit, damit ideal für Familien mit Kindern, Senioren oder alle, die einen entspannten Panoramatag suchen.
Das Besondere: Du erlebst den Dachstein aus der Froschperspektive, spürst seine Wucht und verstehst, warum dieser Berg so viele Menschen fasziniert. Wer möchte, kombiniert die Wanderung mit einer Fahrt zur Gletscherbahn und der Hängebrücke am Skywalk.
Giglachseen von der Ursprungalm
Ein echtes Tauern-Highlight startet an der Ursprungalm im hinteren Preuneggtal, erreichbar über eine mautpflichtige Bergstraße ab Rohrmoos. Von dort wanderst du auf einem gut markierten Steig in etwa eineinhalb Stunden hinauf zu den Giglachseen auf rund 1.920 Metern.
Oben angekommen erwartet dich ein weites Hochtal mit zwei glasklaren Seen, umrahmt von den grasigen Gipfeln der Schladminger Tauern. Die Ignaz-Mattis-Hütte am Ufer lädt zur verdienten Rast ein und ist auch Etappenort des Schladminger-Tauern-Höhenwegs.
Diese Tour verbindet moderate Anforderungen mit großer landschaftlicher Belohnung. Sie eignet sich für konditionsstarke Familien und ambitionierte Genusswanderer gleichermaßen. Wer mehr will, steigt weiter zum Znachsattel auf und genießt den weiten Blick über die Tauernketten.
Hauser Kaibling – Gipfelgenuss mit Panorama
Der Hauser Kaibling über Haus im Ennstal gilt als einer der besten Aussichtsberge der Region. Mit der Gondel schwebst du bequem hinauf, ehe der Gipfelweg auf 2.015 Meter beginnt. Der Aufstieg zum Kreuz ist kurz, aber lohnend und für die meisten Wanderer gut machbar.
Vom Gipfel öffnet sich ein grandioses 360-Grad-Panorama: Der Dachstein liegt dir gegenüber, die Schladminger Tauern breiten sich südlich aus, und tief unten schlängelt sich die Enns durchs Tal. An klaren Tagen reicht der Blick weit über die steirische Bergwelt.
Oben laden mehrere Hütten und ein Themenweg zum Verweilen ein. Diese Tour ist perfekt für alle, die mit überschaubarem Aufwand ein maximales Bergerlebnis suchen – ideal auch für Familien mit älteren Kindern, die stolz auf ihrem ersten Zweitausender stehen wollen.
Etappe des Schladminger-Tauern-Höhenwegs
Für erfahrene Bergwanderer ist der Schladminger-Tauern-Höhenweg das Nonplusultra. Eine besonders lohnende Tagesetappe führt von der Ignaz-Mattis-Hütte bei den Giglachseen über den Trockenbrotscharte hinüber zur Keinprechthütte. Der Weg verläuft im hochalpinen Gelände über Blockwerk, Grate und einsame Karböden.
Unterwegs begegnest du der ganzen Wildheit der Tauern: karge Felslandschaften, tiefblaue Lacken, weite Ausblicke und mit etwas Glück Steinböcke oder Murmeltiere. Trittsicherheit und alpine Erfahrung sind hier Pflicht, ebenso festes Schuhwerk und Wetterfestigkeit.
Diese Etappe ist ein Erlebnis für alle, die Einsamkeit und echte Bergabenteuer suchen. Sie lässt sich hervorragend zu einer Mehrtagestour verlängern und gehört zu den schönsten Weitwanderrouten der gesamten Ostalpen. Wer hier oben übernachtet, erlebt Sonnenauf- und -untergänge, die man nie vergisst.
Häufige Fragen
Ist die Region zum Wandern mit Kindern geeignet?
Absolut, die Region rund um Dachstein und Schladminger Tauern ist ein wahres Paradies für Familien. An den Bergbahnen wie der Planai, dem Hauser Kaibling oder der Reiteralm gibt es zahlreiche kinderwagentaugliche Panoramawege und Erlebniswelten mit Spielstationen, die den Nachwuchs bei Laune halten.
Die Spiegelsee-Runde auf der Reiteralm oder der Dachstein-Rundweg auf der Ramsau sind kurze, flache Touren, die auch kleinere Kinder gut schaffen. Praktisch: Viele Wege starten an einer Bergstation, sodass ihr euch die anstrengenden Höhenmeter spart. Und mit einem Kaiserschmarrn auf der Hütte als Ziel ist die Motivation ohnehin gesichert.
Darf ich meinen Hund mitnehmen?
Ja, Hunde sind auf den meisten Wanderwegen der Region herzlich willkommen. Gerade die Almwege und Seerundwanderungen eignen sich hervorragend für vierbeinige Begleiter. Achte aber darauf, deinen Hund im Bereich von Almvieh unbedingt an der Leine zu führen – Kühe und besonders Mutterkühe mit Kälbern können empfindlich reagieren.
Auf vielen Hütten stehen Wassernäpfe bereit, und die Wirtsleute sind meist tierfreundlich eingestellt. In den hochalpinen Bereichen der Tauern über Blockwerk solltest du die Trittsicherheit deines Hundes einschätzen. Bergbahnen transportieren Hunde in der Regel gegen einen kleinen Aufpreis mit.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern?
Die klassische Wandersaison reicht von Ende Juni bis Anfang Oktober. In dieser Zeit sind die Almen bewirtschaftet, die Bergbahnen in Betrieb und die hochgelegenen Seen und Höhenwege schneefrei zugänglich. Der Hochsommer bietet stabile Verhältnisse, während der September mit klarer Fernsicht und weniger Trubel punktet.
Im Frühsommer blühen die Bergwiesen in voller Pracht, allerdings können in den höheren Tauernlagen dann noch Schneefelder liegen. Der goldene Herbst mit den leuchtenden Lärchen ist landschaftlich ein absolutes Highlight. Für hochalpine Touren solltest du immer die aktuelle Wetter- und Schneelage prüfen.
Brauche ich alpine Erfahrung?
Das kommt ganz auf deine gewählte Tour an. Für die vielen Almwanderungen, Seerundwege und Panoramatouren an den Bergbahnen brauchst du keine besondere Erfahrung – gutes Schuhwerk und normale Kondition genügen völlig.
Anders sieht es bei den hochalpinen Touren aus, etwa auf dem Schladminger-Tauern-Höhenweg oder bei Klettersteigen am Dachstein. Hier sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung Pflicht. Wenn du dir unsicher bist, buche eine geführte Tour bei einem lokalen Bergführer – so lernst du die Berge sicher und mit spannenden Hintergrundinfos kennen.
Wie komme ich auf den Dachstein-Gletscher?
Der bequemste Weg ist die Dachstein-Gletscherbahn, die von der Talstation bei der Türlwandhütte auf über 2.700 Meter hinaufschwebt. Oben erwarten dich die berühmte Hängebrücke, die Treppe ins Nichts, der Skywalk und der Eispalast – ein spektakuläres Erlebnis, das auch ohne Bergsteigerausrüstung machbar ist.
Wer den Gipfel des Dachsteins (2.995 m) selbst besteigen möchte, benötigt Klettersteigausrüstung und alpine Erfahrung oder sollte einen Bergführer engagieren. Der Gletscher ist trotz seiner Zugänglichkeit ein echtes Hochgebirge – warme Kleidung ist selbst im Hochsommer empfehlenswert.
Gibt es genug Einkehrmöglichkeiten?
Ja, die Region ist mit einem dichten Netz bewirtschafteter Hütten und Almen gesegnet. Ob am Duisitzkarsee, an den Giglachseen oder auf den Gipfeln der Bergbahnen – fast überall findest du eine Terrasse mit steirischer Küche und traumhafter Aussicht.
Serviert werden echte Klassiker wie Kaspressknödelsuppe, Brettljause, Steirerkäse und natürlich Kaiserschmarrn in großzügigen Portionen. Viele Almen verkaufen auch selbstgemachte Produkte direkt ab Hof. Bei mehrtägigen Höhenwegen sind die Schutzhütten wie die Ignaz-Mattis-Hütte oder die Keinprechthütte wichtige Stützpunkte für Verpflegung und Übernachtung.
Kann ich die Region ohne Auto erkunden?
Ja, das funktioniert erstaunlich gut. Schladming ist mit der Bahn direkt erreichbar, und im Sommer verkehren regelmäßige Wanderbusse zu den wichtigsten Ausgangspunkten und Bergbahnen. Mit der Sommercard, die viele Unterkünfte anbieten, sind Bergbahnen und öffentliche Verkehrsmittel oft inklusive.
Für abgelegenere Ausgangspunkte wie die Ursprungalm oder das hintere Untertal sind allerdings eigenes Auto oder ein Taxi manchmal die praktischere Wahl. Insgesamt lässt sich aber ein Großteil der Highlights bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln entdecken – ideal für umweltbewusste Wanderer.
Was ist die Sommercard und lohnt sie sich?
Die Sommercard ist eine Gästekarte, die du bei vielen teilnehmenden Unterkünften kostenlos zu deiner Übernachtung dazubekommst. Sie beinhaltet die kostenlose oder vergünstigte Nutzung zahlreicher Bergbahnen, Bäder, Museen und weiterer Attraktionen in der Region Schladming-Dachstein.
Für Wanderer lohnt sie sich enorm, denn allein die Bergbahnfahrten summieren sich schnell. Mit der Karte kommst du bequem zu den hochgelegenen Ausgangspunkten und sparst dir Höhenmeter und Geld. Frag einfach bei deiner Unterkunft nach – die Ersparnis über einen mehrtägigen Aufenthalt ist beträchtlich.
Welche Ausrüstung sollte ich mitnehmen?
Für die meisten Touren gehören feste Wanderschuhe mit gutem Profil, wetterfeste Kleidung und ausreichend Wasser zur Grundausstattung. Das Bergwetter kann schnell umschlagen, daher solltest du auch bei Sonnenschein immer eine warme Schicht und eine Regenjacke im Rucksack haben.
Sonnenschutz ist in der Höhe besonders wichtig, ebenso ein Sonnenhut und ausreichend Verpflegung für längere Touren. Für hochalpine Wege empfehlen sich Wanderstöcke, und bei Klettersteigen ist die entsprechende Sicherungsausrüstung unerlässlich. Ein kleines Erste-Hilfe-Set und ein geladenes Handy sollten immer dabei sein.
Wie anspruchsvoll ist der Schladminger-Tauern-Höhenweg?
Der Schladminger-Tauern-Höhenweg zählt zu den anspruchsvolleren Weitwanderungen der Ostalpen und erstreckt sich über mehrere Tagesetappen von Hütte zu Hütte. Er führt durch hochalpines Gelände mit Blockwerk, Graten und teils ausgesetzten Passagen, weshalb Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gute Kondition Voraussetzung sind.
Belohnt wirst du mit einer der schönsten Bergseenlandschaften Österreichs, absoluter Einsamkeit und unvergesslichen Panoramen. Die Etappen lassen sich flexibel kombinieren und dank der gut gelegenen Schutzhütten auch verkürzen. Wer die Herausforderung sucht, findet hier ein echtes alpines Abenteuer fernab des Massentourismus.
Sind die Bergseen zum Baden geeignet?
Grundsätzlich ja – wer mutig ist, kann in vielen der Tauernseen wie dem Duisitzkarsee oder den Giglachseen ein erfrischendes Bad wagen. Allerdings solltest du wissen: Diese Bergseen sind auch im Hochsommer bitterkalt, oft nur um die 12 bis 15 Grad. Der Sprung ins Wasser ist also eher ein kurzer, belebender Adrenalinkick als entspanntes Schwimmen.
Bitte respektiere die sensible Natur und verzichte auf Sonnencremes oder Seifen im Wasser. Manche Seen dienen als Trinkwasserreservoir oder liegen in Schutzgebieten, wo das Baden eingeschränkt sein kann. Achte auf die entsprechenden Hinweisschilder vor Ort.
Wo kann ich am besten übernachten?
Als zentrale Ausgangsorte bieten sich Schladming, Ramsau am Dachstein, Haus im Ennstal und Rohrmoos an. Alle vier verfügen über eine breite Palette an Unterkünften – vom gemütlichen Bauernhof über urige Pensionen bis zum komfortablen Wellnesshotel.
Ramsau punktet mit direkter Dachstein-Nähe und ruhiger Hochplateaulage, während Schladming das lebendigere Zentrum mit vielen Restaurants und Bars ist. Wer tief in die Bergwelt eintauchen will, übernachtet auf einer der Schutzhütten in den Tauern – ein unvergessliches Erlebnis mit Sonnenuntergang und Sternenhimmel inklusive.
Gibt es geführte Wanderungen?
Ja, in der gesamten Region werden zahlreiche geführte Wanderungen angeboten – von entspannten Kräuterwanderungen über Sonnenaufgangstouren bis hin zu anspruchsvollen Gipfelbesteigungen und Klettersteigen am Dachstein. Lokale Bergführer und die Tourismusverbände organisieren regelmäßige Touren, oft im Rahmen von Wochenprogrammen.
Gerade für Einsteiger oder alle, die das hochalpine Gelände sicher erleben möchten, sind geführte Touren ideal. Du profitierst nicht nur von der Sicherheit, sondern erfährst auch spannende Geschichten über Geologie, Flora, Fauna und die Kultur der Region. Frag am besten direkt bei deiner Unterkunft oder beim örtlichen Tourismusbüro nach.