Dachstein-Krippenstein: Wandern über den Wolken zwischen Eishöhlen und Gipfelmeer
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Dachstein-Krippenstein: Wandern über den Wolken zwischen Eishöhlen und Gipfelmeer

Karstwüste, Eishöhlen und ein Plateau über den Wolken – am Krippenstein wird jeder Schritt zum Kinomoment.

Wandern am Dachstein-Krippenstein

Es gibt Momente, in denen man oben ankommt und einfach nur schweigt. Der Dachstein-Krippenstein ist so ein Ort. Wer mit der Seilbahn von Obertraun hinaufschwebt und den ersten Schritt auf das karge, mondhafte Hochplateau setzt, versteht sofort, warum diese Region seit Jahrzehnten Bergverliebte in ihren Bann zieht. Weiße Kalkfelsen, tiefe Dolinen, endlose Fernsicht – und irgendwo unten glitzert der Hallstätter See wie ein hingeworfener Spiegel.

Der Krippenstein liegt im Herzen des UNESCO-Welterbes Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut und ist gleichzeitig sanft und wild. Sanft, weil dich moderne Bergbahnen bequem auf über 2000 Meter bringen. Wild, weil die Hochfläche mit ihren Karrenfeldern, Latschenkiefern und plötzlichen Nebelschwaden ein ganz eigenes, fast unwirkliches Gesicht trägt. Hier wandert man nicht einfach – hier taucht man ein in eine Landschaft, die aussieht, als hätte sie jemand für einen Film aus einer anderen Welt entworfen.

Das berühmte Aussichtsplateau 5fingers ragt kühn über den Abgrund, die spiralförmige Welterbespirale und der Dachstein Hai laden zum Staunen und Fotografieren ein. Wer tiefer eintauchen will, steigt hinab in die legendären Eishöhlen und Mammuthöhlen, wo ewiges Eis und uralte Gänge von der Kraft des Gebirges erzählen.

Doch der Krippenstein ist mehr als ein Aussichtsberg. Er ist Ausgangspunkt für Wanderungen jeder Couleur – von der gemütlichen Familienrunde über das Plateau bis zur ernsthaften Hochtour zum Dachsteingipfel. Zwischendurch wartet immer eine Hütte mit Kaiserschmarrn, ein Panorama, das dir den Atem raubt, und dieses Gefühl von Freiheit, das man nur bekommt, wenn man den Alltag ein paar Höhenmeter unter sich lässt. Willkommen über den Wolken.

Topografie & Landschaft

Karstiges Hochplateau

Höhenlage

bis 2109 m (Krippenstein)

Geländecharakter

Steinige Karstpfade, Felswege

Infrastruktur

Seilbahn, Hütten, Höhlen

Beste Reisezeit

Juni bis Oktober

Navigation

Highlights rund um den Krippenstein und das Salzkammergut

Das UNESCO-Welterbe Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut

Wenige Regionen der Alpen tragen so viel Geschichte und Naturgewalt in sich wie das Dachsteingebiet. Seit 1997 zählt die gesamte Kulturlandschaft rund um Hallstatt, Obertraun und den Dachstein zum UNESCO-Welterbe – und das aus gutem Grund. Über 7000 Jahre Salzabbau haben hier eine einzigartige Verbindung zwischen Mensch und Berg geschaffen. Wer über das Krippenstein-Plateau wandert, spürt dieses Alter förmlich in den verwitterten Felsen und den knorrigen Latschen.

Von oben blickst du auf das gesamte Ensemble: den tiefblauen Hallstätter See, die pittoreske Ortschaft Hallstatt, die sich an den Hang klammert, und die umliegenden Gipfel des Salzkammerguts. Es ist eine dieser Aussichten, bei denen man das Handy zückt und dann doch feststellt, dass kein Bild diesem Panorama gerecht wird. Man muss es einfach selbst erlebt haben.

Die Höhlenwelten: Eis, Fels und ewige Dunkelheit

Der Dachstein ist ein Karstgebirge – und das bedeutet: unter der Oberfläche verbirgt sich ein wahres Labyrinth. Die Dachstein-Rieseneishöhle ist berühmt für ihre gewaltigen Eisformationen, die selbst im Hochsommer meterhoch glitzern. Kunstvoll beleuchtete Eiswände und Kammern mit Namen wie König-Artus-Dom lassen dich vergessen, dass draußen die Sonne scheint. Nimm unbedingt eine warme Jacke mit – hier drinnen herrschen Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Gleich nebenan liegt die Mammuthöhle, eines der größten Höhlensysteme der Welt mit über 60 Kilometern erforschter Gänge. Die geführten Touren durch die riesigen Hallen sind ein Erlebnis für sich und lassen sich wunderbar mit einer Plateauwanderung kombinieren. Wusstest du schon? Das Eis in der Rieseneishöhle wächst und schrumpft jedes Jahr – es ist geologisch betrachtet noch relativ jung, während der Fels ringsum Millionen Jahre alt ist.

Aussichtsattraktionen mit Nervenkitzel

Der Krippenstein hat sich in den letzten Jahren zu einer echten Bühne für spektakuläre Aussichtspunkte gemausert. Der Star ist zweifellos die 5fingers-Plattform: fünf schmale Stege, die sich frei schwebend über die senkrechte Felswand strecken. Wer sich bis zur Spitze wagt, steht über einem gähnenden Abgrund – und wird mit einem Panorama belohnt, das seinesgleichen sucht. Nichts für schwache Nerven, aber ein Muss für Adrenalinliebhaber.

Ergänzt wird das Ganze durch die Welterbespirale und den fotogenen Dachstein Hai, eine begehbare Skulptur, die zum beliebtesten Fotomotiv der Region avanciert ist. All diese Punkte sind über gut ausgeschilderte, meist kurze Wege von der Bergstation erreichbar – ideal also auch für alle, die nicht stundenlang unterwegs sein wollen, aber trotzdem das große Bergkino erleben möchten.

Kulinarik und Einkehr

Wandern macht hungrig, und das Salzkammergut versteht sich aufs Genießen. Auf dem Plateau lädt die Lodge am Krippenstein mit ihrer sonnigen Terrasse zum Verweilen ein – bei einem Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster fühlt sich das Bergleben gleich noch besser an. Weiter unten in Obertraun und Hallstatt warten urige Gasthäuser mit regionalen Spezialitäten: frischer Reinanke aus dem See, deftige Brettljause und natürlich der obligatorische Almkäse.

Geheimtipp: Kehre nach der Tour in einem der kleinen Fischerlokale am Hallstätter See ein. Der Fisch kommt hier oft direkt aus dem Wasser vor der Tür, und der Sonnenuntergang über dem See ist gratis dazu. Ein perfekter Abschluss für einen Tag hoch über den Wolken.

Was das Wandern am Dachstein so unvergesslich macht

Ein Plateau wie von einem anderen Stern

Das Besondere am Wandern rund um den Krippenstein ist diese fast unwirkliche Karstlandschaft. Statt sattgrüner Almwiesen erwarten dich weite Karrenfelder, in denen der Regen über Jahrtausende bizarre Rillen und Trichter in den Kalk gefräst hat. Zwischen den weißen Felsen ducken sich dunkelgrüne Latschenkiefern, und immer wieder öffnen sich tiefe Dolinen wie Fenster ins Erdinnere. Man fühlt sich manchmal eher wie auf einer Mondexpedition als auf einer Bergwanderung.

Diese einzigartige Kulisse macht jede Tour zum Erlebnis. Selbst geübte Alpinisten geraten hier ins Staunen, denn das Zusammenspiel aus Weite, Fels und Fernsicht ist im Alpenraum selten in dieser Konzentration zu finden. Bei Nebel bekommt die Landschaft eine geradezu mystische Note – dann sollte man allerdings die Markierungen genau im Auge behalten.

Für jeden das passende Abenteuer

Was den Krippenstein so beliebt macht: Er ist unglaublich vielseitig. Familien mit Kindern schweben mit der Seilbahn bequem hinauf und erkunden auf kurzen, gut gesicherten Wegen die Aussichtsplattformen und Höhlen. Genusswanderer folgen dem Plateauweg und lassen sich Zeit für Fotos und Einkehr. Und ambitionierte Bergsteiger nutzen den Krippenstein als Sprungbrett für ernsthafte Hochtouren über den Gletscher zum Hohen Dachstein.

Diese Mischung macht die Region ideal für Gruppen mit unterschiedlichen Ansprüchen. Während die einen auf 5fingers Fotos schießen, machen sich die anderen auf den Weg zum Gjaidstein. Und am Abend trifft man sich wieder auf der Hüttenterrasse – jeder mit seiner eigenen Gipfelgeschichte.

Wege, Markierungen und Qualität

Die Wanderwege am Dachstein sind größtenteils gut markiert und gepflegt, gehören aber dennoch dem hochalpinen Gelände an. Auf dem Plateau bewegst du dich über steinige, teils raue Pfade, die festes Schuhwerk verlangen. Die kurzen Wege zu den Aussichtspunkten sind hingegen einfach und für nahezu jeden machbar. Wer weiter hinaus möchte, sollte trittsicher sein und die Bergerfahrung mitbringen, die der Karst verlangt.

Ein großer Vorteil: Die Bergbahn nimmt dir die anstrengenden Höhenmeter des Aufstiegs ab. So bleibt mehr Energie für die eigentliche Wanderung oben. Trotzdem gilt – der Berg ist der Chef. Wetterumschwünge kommen hier oben schnell, und Nebel kann die Orientierung erschweren. Eine gute Vorbereitung und ein Blick auf die Wettervorhersage gehören immer dazu.

Aussichtspunkte, die man nie vergisst

Die Fernsicht ist das große Kapital dieser Region. Bei klarem Wetter reicht der Blick von den Gipfeln des Toten Gebirges über das Salzkammergut bis hinein in die Ennstaler Alpen. Der Gjaidstein-Gipfel etwa belohnt mit einem Rundumpanorama, das die ganze Mühe des Aufstiegs vergessen lässt. Und der Blick von 5fingers hinunter nach Hallstatt gehört zu den meistfotografierten Motiven der gesamten Alpen.

Doch es sind oft die stillen Momente abseits der bekannten Punkte, die am längsten bleiben. Wenn du am frühen Morgen allein über das Plateau gehst und die ersten Sonnenstrahlen die Karrenfelder golden färben, verstehst du, warum Menschen für solche Augenblicke immer wieder auf den Berg steigen.

Unterkünfte am Dachstein-Krippenstein: Schlafen, wo die Berge wohnen

Die schönsten Wanderungen am Dachstein-Krippenstein

Welterbeblick-Runde zu den 5fingers

Diese Tour ist der perfekte Einstieg in die Krippenstein-Welt und ideal für Familien sowie Genusswanderer. Von der Bergstation der Krippenstein-Seilbahn (Bergstation Krippenstein auf rund 2050 Metern) folgst du dem gut markierten Weg Richtung 5fingers-Aussichtsplattform. Nach etwa 15 bis 20 Minuten stehst du auf den freischwebenden Stegen und blickst senkrecht hinab auf den Hallstätter See.

Von hier aus lohnt sich der Weiterweg zur Welterbespirale und zum begehbaren Dachstein Hai, wo du das komplette Panorama des Salzkammerguts einrahmen kannst. Der Weg ist überwiegend eben bis leicht ansteigend und in gutem Zustand, dennoch braucht es festes Schuhwerk, da die Kalkpfade rau sein können.

Die Runde lässt sich in ein bis zwei Stunden gemütlich bewältigen und mit einer Einkehr in der Lodge am Krippenstein verbinden. Ein Tipp: Früh am Morgen ist das Licht am schönsten und die Plattform am leersten – dann gehört dir das Bergkino fast allein.

Heilbronner Rundwanderweg über das Plateau

Der Heilbronner Rundweg ist der Klassiker für alle, die den Krippenstein wirklich erwandern möchten. Start ist die Bergstation, von wo du dem markierten Rundweg quer über das karstige Hochplateau folgst. Die Tour dauert je nach Tempo etwa zwei bis drei Stunden und führt dich durch die typische Mondlandschaft aus Karrenfeldern, Dolinen und Latschenkiefern.

Unterwegs passierst du mehrere Gedenkstätten und erreichst herrliche Aussichtspunkte in Richtung Gjaidstein und Dachsteinmassiv. Der Weg ist als Rundtour angelegt, sodass du wieder bequem bei der Bergstation ankommst. Das Gelände ist steinig und verlangt Trittsicherheit, ist aber technisch nicht schwierig.

Besonders reizvoll ist diese Runde bei stabilem Wetter, wenn die Fernsicht bis zum Toten Gebirge reicht. Bei aufziehendem Nebel solltest du die Markierungen genau beachten, denn das Plateau kann schnell orientierungslos machen. Für konditionsstarke Familien mit größeren Kindern und alle Naturliebhaber ein echtes Highlight.

Gipfeltour auf den Gjaidstein

Wer den Krippenstein-Plateau hinter sich lassen und einen echten Gipfel unter die Sohlen nehmen will, ist auf dem Weg zum Gjaidstein (rund 2794 Meter) genau richtig. Von der Bergstation Krippenstein wanderst du über das Plateau in Richtung Gjaidalm und weiter hinauf zum Sattel. Der Aufstieg ist lang und fordernd, belohnt aber mit einem der besten Rundumblicke der gesamten Region.

Oben am Gjaidstein breitet sich das Dachsteinmassiv mit dem Hallstätter Gletscher direkt vor dir aus, während im Hintergrund die Gipfel des Salzkammerguts und der Niederen Tauern aufragen. Die Tour verlangt gute Kondition, Trittsicherheit und alpine Erfahrung, insbesondere in den oberen, felsigen Passagen.

Plane für die gesamte Runde einen ganzen Tag ein und starte früh, um dem Wetter und dem Nachmittagsnebel zuvorzukommen. Diese Tour ist ambitionierten Bergwanderern vorbehalten – aber wer sie meistert, trägt das Gipfelglück noch lange in sich.

Abstieg über die Gjaidalm nach Obertraun

Diese Tour ist etwas für alle, die das Bergerlebnis nicht mit der Seilbahn beenden, sondern zu Fuß ins Tal wandern möchten. Von der Bergstation Krippenstein führt der markierte Weg zunächst über das Plateau zur Gjaidalm, einer bewirtschafteten Alm, die zur Rast bei frischer Almmilch und deftiger Jause einlädt.

Von der Alm geht es dann auf gut angelegten Wegen durch Latschenzonen und lichten Bergwald steil hinab in Richtung Obertraun. Der Abstieg ist lang und beansprucht vor allem die Knie, weshalb Stöcke eine gute Idee sind. Unterwegs öffnen sich immer wieder Ausblicke auf den Hallstätter See tief unten im Tal.

Für die gesamte Strecke solltest du je nach Kondition drei bis vier Stunden einplanen. Sie eignet sich besonders für erfahrene Wanderer, die den ganzen Höhenunterschied bewusst erleben wollen. Praktisch: Man kann bergwärts die Seilbahn nutzen und den Rückweg zu Fuß genießen – so bekommt man das Beste aus beiden Welten.

Höhlenwanderung zu Eishöhle und Mammuthöhle

Diese Tour verbindet Wandern mit einem Blick ins Erdinnere und ist perfekt für Neugierige und Familien. Von der Mittelstation der Dachstein-Seilbahn (Station Schönbergalm) führen kurze, gut ausgeschilderte Wege hinauf zu den Eingängen der Dachstein-Rieseneishöhle und der Mammuthöhle. Der Zustieg ist steil, aber überschaubar und dauert jeweils rund 15 bis 20 Minuten.

In der Rieseneishöhle erwarten dich meterhohe Eisformationen und kunstvoll beleuchtete Kammern, während dich die Mammuthöhle in eines der größten Höhlensysteme der Welt entführt. Die Führungen sind ein Erlebnis für sich – nimm unbedingt eine warme Jacke mit, denn drinnen herrschen frostige Temperaturen.

Zwischen den Höhlenbesuchen kannst du auf der Schönbergalm einkehren und die Aussicht genießen. Diese Kombination aus Bergluft und Untergrund macht die Tour zu einem der abwechslungsreichsten Erlebnisse der Region. Für die Höhlen selbst brauchst du Tickets, die Wege dorthin sind frei zugänglich.

Häufige Fragen

Wie komme ich am besten auf den Krippenstein?

Der bequemste Weg auf den Krippenstein führt über die Dachstein-Krippenstein-Seilbahn von Obertraun aus. In mehreren Sektionen schwebst du von der Talstation über die Schönbergalm bis hinauf zur Bergstation auf rund 2050 Metern. Das erspart dir viele anstrengende Höhenmeter und lässt dir mehr Energie für die eigentlichen Wanderungen oben.

Wer sportlich ambitioniert ist, kann natürlich auch zu Fuß aufsteigen, etwa über die Gjaidalm. Das ist allerdings eine ausgedehnte Bergtour, die Kondition und Zeit verlangt. Für die meisten Besucher ist die Kombination aus Seilbahn hinauf und Wandern oben die entspannteste und schönste Variante.

Ist Wandern am Krippenstein mit Kindern möglich?

Absolut, der Krippenstein ist überraschend familienfreundlich. Die kurzen, gut gesicherten Wege von der Bergstation zu den Aussichtspunkten wie den 5fingers, der Welterbespirale und dem Dachstein Hai lassen sich problemlos mit Kindern gehen. Die spektakulären Plattformen und die Höhlenführungen begeistern gerade den Nachwuchs.

Für längere Touren über das Plateau oder gar Gipfelwanderungen sollten Kinder allerdings schon etwas ausdauernder sein, da das Gelände steinig und teils rau ist. Achte immer auf festes Schuhwerk und passende Kleidung, denn das Wetter kann oben schnell umschlagen. Mit der richtigen Planung wird der Ausflug ein unvergessliches Familienerlebnis.

Kann ich meinen Hund mitnehmen?

Ja, Hunde sind auf den Wanderwegen am Krippenstein grundsätzlich willkommen und dürfen in der Regel auch in der Seilbahn mitfahren. Auf dem Plateau haben Vierbeiner viel Platz zum Erkunden, allerdings solltest du deinen Hund wegen der Dolinen, steilen Abbrüche und der Aussichtsplattformen unbedingt an der Leine führen.

Bei den Höhlenführungen sind Hunde meist nicht erlaubt, das solltest du vorab abklären. Denk außerdem daran, ausreichend Wasser mitzunehmen, denn auf dem karstigen Hochplateau gibt es kaum natürliche Wasserstellen. Mit etwas Rücksicht auf andere Wanderer und die empfindliche Natur steht einem gemeinsamen Bergtag mit Hund nichts im Weg.

Welche Ausrüstung brauche ich?

Für die kurzen Wege zu den Aussichtsplattformen reichen bequeme, feste Schuhe. Sobald du aber längere Touren über das Plateau oder zu Gipfeln planst, solltest du knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil tragen, denn das Karstgelände ist steinig und uneben.

Nimm immer eine warme Schicht und eine wind- und wasserdichte Jacke mit, denn das Wetter kann auf über 2000 Metern rasch umschlagen. Sonnenschutz, ausreichend Wasser, ein Snack und je nach Tour Wanderstöcke gehören ebenfalls ins Gepäck. Für die Eishöhle solltest du dich warm anziehen, dort herrschen selbst im Hochsommer Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Wann ist die beste Zeit für eine Wanderung?

Die klassische Wandersaison am Krippenstein reicht etwa von Juni bis Oktober, wenn das Plateau schneefrei und die Bergbahn im Sommerbetrieb ist. In dieser Zeit sind die Wege gut begehbar und die Höhlen sowie Aussichtsattraktionen geöffnet.

Der Frühsommer besticht durch klare Luft und blühende Latschenzonen, während der Herbst mit kristallklarer Fernsicht und ruhigeren Wegen punktet. Die Hochsaison im Juli und August bringt das schönste Wetter, aber auch die meisten Besucher. Wer es ruhiger mag, plant seine Tour am besten früh morgens oder in den Randmonaten.

Wie schwierig sind die Wanderungen?

Das Spektrum reicht von sehr einfach bis anspruchsvoll. Die kurzen Wege zu den 5fingers und den anderen Aussichtspunkten sind leicht und für nahezu jeden geeignet. Der Heilbronner Rundweg über das Plateau erfordert schon etwas mehr Trittsicherheit, ist aber technisch nicht schwierig.

Gipfeltouren wie zum Gjaidstein hingegen verlangen gute Kondition, Trittsicherheit und alpine Erfahrung, vor allem in den felsigen oberen Passagen. Grundsätzlich solltest du das hochalpine Umfeld ernst nehmen: Auch einfache Wege können bei Nebel oder plötzlichem Wetterumschwung schnell anspruchsvoll werden.

Gibt es Einkehrmöglichkeiten unterwegs?

Ja, für das leibliche Wohl ist gut gesorgt. Direkt an der Bergstation liegt die Lodge am Krippenstein mit sonniger Terrasse, wo du dich mit Kaiserschmarrn, Suppen und regionalen Gerichten stärken kannst. Auf dem Weg ins Tal lädt die bewirtschaftete Gjaidalm zu einer urigen Rast ein.

Auch an der Schönbergalm auf Höhe der Höhlen gibt es eine Einkehrmöglichkeit. Trotzdem solltest du bei längeren Touren immer eigenen Proviant und ausreichend Wasser mitnehmen, denn zwischen den Hütten liegen oft weite Strecken ohne Versorgung. Ein kleines Picknick mit Panoramablick gehört ohnehin zu den schönsten Momenten am Berg.

Muss ich die Höhlen extra buchen?

Für die Dachstein-Rieseneishöhle und die Mammuthöhle brauchst du Eintrittskarten, die du an der Talstation oder online erwerben kannst. Die Höhlen sind nur im Rahmen geführter Touren zugänglich, die zu festen Zeiten starten. In der Hochsaison empfiehlt es sich, frühzeitig zu buchen oder anzukommen.

Die Wege zu den Höhleneingängen ab der Schönbergalm sind frei zugänglich und kurz, aber steil. Plane für einen Höhlenbesuch samt Zustieg und Führung mindestens zwei bis drei Stunden ein. In Kombination mit einer Plateauwanderung lässt sich daraus ein wunderbar abwechslungsreicher Tag gestalten.

Wie sicher sind die Aussichtsplattformen?

Die spektakulären Plattformen wie die 5fingers sind fest verankert, professionell gebaut und regelmäßig geprüft, also grundsätzlich absolut sicher. Der Nervenkitzel entsteht rein durch den Blick in die Tiefe, nicht durch tatsächliche Gefahr. Wer schwindelfrei ist, kann die Stege bedenkenlos betreten.

Für Menschen mit ausgeprägter Höhenangst können die frei schwebenden Konstruktionen dennoch eine Herausforderung sein. Niemand muss bis zur äußersten Spitze gehen, schon vom sicheren Bereich aus ist die Aussicht überwältigend. Halte Kinder auf jeden Fall an der Hand und achte auf die Absperrungen.

Kann ich mehrere Tage in der Region wandern?

Auf jeden Fall, die Region rund um Obertraun, Hallstatt und den Dachstein bietet Stoff für mehrere Tage. Du kannst einen Tag dem Krippenstein-Plateau und den Aussichtspunkten widmen, einen weiteren den Höhlen und wieder einen anderen einer ambitionierten Gipfeltour oder dem Talwandern rund um den Hallstätter See.

Für Mehrtagestouren bieten sich Unterkünfte in Obertraun oder Hallstatt an, von wo aus du bequem starten kannst. Wer richtig weit hinaus will, findet auf dem Dachsteinmassiv auch Stützpunkte für Übernachtungen in der Höhe. So lässt sich das Salzkammergut in seiner ganzen Vielfalt erleben.

Was passiert bei schlechtem Wetter?

Am Berg ist Wetter der entscheidende Faktor, und am Krippenstein kann es rasch umschlagen. Bei Nebel, Gewitter oder starkem Wind solltest du längere Plateau- oder Gipfeltouren unbedingt verschieben, da die Orientierung im Karst schwierig wird und Blitzschlaggefahr besteht. Prüfe immer die aktuelle Vorhersage vor dem Aufstieg.

Ein Vorteil der Region: Bei Regen bietet sich der Besuch der Höhlen an, denn dort spielt das Wetter draußen keine Rolle. Auch die Einkehr in einer gemütlichen Hütte kann einen verregneten Tag retten. Die Bergbahn stellt bei extremem Wetter allerdings den Betrieb ein, das solltest du bei der Planung berücksichtigen.

Ist der Krippenstein auch ohne Bergerfahrung machbar?

Ja, gerade die kurzen Wege rund um die Bergstation sind bestens für Einsteiger und Gelegenheitswanderer geeignet. Du erreichst die berühmten Aussichtsplattformen ohne alpine Vorkenntnisse und kannst das große Panorama genießen, ohne dich zu überfordern.

Sobald du jedoch weiter ins Gelände vordringst, etwa auf dem Heilbronner Rundweg oder zu den Gipfeln, brauchst du Trittsicherheit und ein realistisches Einschätzungsvermögen. Beginne mit den einfachen Wegen, taste dich langsam heran und respektiere die Bergverhältnisse. Dann steht dem Genuss auch für Ungeübte nichts im Weg.

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