Chasseral: Wo der Jura seine schönsten Aussichten verschenkt
Wandern • Chasseral

Chasseral: Wo der Jura seine schönsten Aussichten verschenkt

Weite Höhenkämme, Alpensicht bis zum Mont Blanc und cremiger Doppelrahm zur Belohnung. Der höchste Gipfel des Berner Jura wartet auf dich.

Wandern am Chasseral im Jura

Stell dir vor, du stehst frühmorgens auf einem sanft geschwungenen Bergrücken, unter dir wabert noch Nebel über dem Mittelland, und am Horizont ziehen sich die schneebedeckten Alpen von der Jungfrau bis zum Mont Blanc in einer Kette dahin, die schlicht kein Ende zu nehmen scheint. Genau dieses Gefühl schenkt dir der Chasseral, mit 1607 Metern der höchste Gipfel des Berner Jura und einer der spektakulärsten Aussichtsberge der ganzen Schweiz.

Der Chasseral ist kein wilder Felszacken, sondern ein freundlicher Riese mit weiten Weidekämmen, urigen Wytweiden voller einzeln stehender Bergahorne und Fichten, blühenden Trockenwiesen und dem markanten roten Sendeturm, der wie ein Wegweiser über der Landschaft thront. Zwischen dem Neuenburgersee im Süden und den Freibergen im Norden erstreckt sich hier ein regelrechtes Wanderparadies, das zum Regionalen Naturpark Chasseral gehört und Natur, Kultur und ein Stück gelebte Jura-Tradition auf wunderbare Weise vereint.

Was diese Region so besonders macht, ist ihr eigener, unaufgeregter Charakter. Hier hetzt niemand. Kühe mit dicken Glocken bimmeln über die Krete, der Wind streicht durch die Grashalme, und in den Bergrestaurants gibt es Meringues mit doppeltem Rahm, der so cremig ist, dass man kurz die Zeit vergisst. Die Wege sind bestens markiert, mal sanft geschwungen über offene Höhenzüge, mal schattig durch Buchen- und Tannenwälder hinab in stille Täler.

Ob du eine gemütliche Familienwanderung suchst, eine sportliche Kammüberschreitung oder einfach nur einen Sonnenuntergang, den du nie vergessen wirst: Der Chasseral liefert. Und das Schöne daran ist, dass er trotz seiner Schönheit erstaunlich unbekannt geblieben ist. Ein echter Geheimtipp im Herzen des Juras, den du am besten selbst entdeckst, bevor es alle anderen tun.

Topografie & Landschaft

Weite Jura-Höhenkämme

Höhenlage

Höchster Punkt: Chasseral 1607 m

Geländecharakter

Weidewege, Waldpfade, Wytweiden

Infrastruktur

Metairies, Postauto, Hotel am Gipfel

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Navigation

Was den Chasseral so besonders macht

Der Gipfel mit dem grossen Panorama

Der eigentliche Star der Region ist der Chasseral-Gipfel selbst. Von hier oben reicht der Blick an klaren Tagen über eine 250 Kilometer lange Alpenkette – vom Säntis über Eiger, Mönch und Jungfrau bis hinüber zum Mont Blanc. Zu deinen Füssen breiten sich gleich drei Seen aus: der Bielersee, der Neuenburgersee und der Murtensee glitzern wie hingeworfene Spiegel in der Landschaft des Drei-Seen-Lands.

Der rote Sendeturm auf dem Gipfel ist längst zum Wahrzeichen geworden. Er ist nicht besonders hübsch, das gibt jeder zu, aber er ist ein verlässlicher Orientierungspunkt, den du schon von weitem siehst. Rund um den Gipfel wurde ein informativer Panoramaweg angelegt, der dir mit Tafeln erklärt, welchen Berg du da eigentlich gerade bewunderst. Sehr praktisch, wenn dein Wissen über Alpengipfel eher überschaubar ist.

Wytweiden und die Kunst des freien Baums

Charakteristisch für den Chasseral sind die sogenannten Wytweiden, jene halboffenen Weidelandschaften, in denen einzelne mächtige Bergahorne, Fichten und Buchen weit verstreut auf saftigen Wiesen stehen. Diese Kulturlandschaft entstand über Jahrhunderte durch die Beweidung mit Kühen und ist heute ein streng geschütztes Biotop von seltener Schönheit.

Im Frühsommer verwandeln sich die Trockenwiesen in ein wahres Blütenmeer aus Enzian, Orchideen und Alpenaster. Wusstest du schon, dass der Naturpark Chasseral zu den artenreichsten Regionen der Schweiz gehört? Hier brüten seltene Vögel wie der Neuntöter, und mit etwas Glück siehst du Gämsen an den Felsbändern der Südflanke, den sogenannten Combes.

Kulinarik: Käse, Absinth und Doppelrahm

Der Jura ist Genussland, und der Chasseral macht da keine Ausnahme. In den urigen Metairies, den traditionellen Berggasthöfen auf den Weiden, bekommst du herzhafte Jura-Küche: Fondue, Rösti, Trockenfleisch und natürlich die legendären Meringues mit Doppelrahm. Die Metairie de Dombresson oder die Métairie de Saint-Jean sind beliebte Einkehrstationen mit echtem Bergbeizli-Charme.

Ein Stück weiter westlich, im Val-de-Travers, liegt die Wiege des Absinths, der grünen Fee. Die Region ist zudem berühmt für den Tête de Moine, jenen aromatischen Halbhartkäse, den man mit der Girolle zu zarten Rosetten schabt. Ein kulinarischer Ausflug lohnt sich hier fast genauso wie die Wanderung selbst.

Land, Leute und ein Hauch Uhrmachertradition

Rund um den Chasseral schlägt das Herz der Schweizer Uhrenindustrie. Orte wie Saint-Imier und La Chaux-de-Fonds zeugen von einer stolzen Handwerkstradition, die bis heute lebendig ist. Das Vallon de Saint-Imier zu Füssen des Berges ist ein sympathisches, bodenständiges Tal, in dem sich Industriekultur und Naturidylle die Hand geben.

Die Menschen hier sind herzlich, wortkarg im besten Sinne und stolz auf ihre Region, die zweisprachig zwischen Deutsch und Französisch changiert. Ein Gruss auf Französisch wird geschätzt, aber niemand wird dir den Kopf abreissen, wenn du auf Deutsch bestellst. Wusstest du schon, dass die Sonnenuhr von Saint-Imier eine der grössten der Schweiz ist?

Wanderglück auf dem Dach des Berner Jura

Wandern mit Weitblick statt Höhenangst

Das Schöne am Wandern auf dem Chasseral ist, dass du keine ausgesetzten Grate oder schwindelerregenden Felspassagen fürchten musst. Der Berg ist ein sanfter Geselle, dessen breite Höhenkämme sich wunderbar begehen lassen. Trotzdem wirst du mit einem Panorama belohnt, das man sonst nur von deutlich anspruchsvolleren Alpengipfeln kennt. Genau diese Kombination aus einfachem Terrain und maximaler Aussicht macht das Wandern hier so beliebt.

Die Wege sind durchgehend hervorragend mit den gelben Rautenwegweisern der Schweizer Wanderwege markiert. Du findest hier alles vom bequemen Familienspaziergang über die Krete bis zur langen Kammüberschreitung, die dich über Stunden auf dem Höhenzug hält, immer mit den Alpen im Blick.

Landschaft im Wandel der Höhenmeter

Was das Wandern am Chasseral so abwechslungsreich macht, ist der ständige Wechsel der Landschaftsbilder. Startest du unten im Tal, wanderst du zunächst durch dichte, kühle Buchen- und Tannenwälder, in denen im Herbst das Laub golden leuchtet. Weiter oben öffnet sich das Gelände zu den lichten Wytweiden mit ihren einzeln stehenden Bäumen, bis du schliesslich die offene, windumwehte Krete erreichst.

Diese Vielfalt macht die Touren auch für Kinder spannend, weil sich das Bild ständig verändert. Und im Frühsommer, wenn die Trockenwiesen blühen, verwandelt sich der ganze Berg in einen duftenden, summenden Naturgarten. Fotografen kommen hier voll auf ihre Kosten, besonders im Morgen- und Abendlicht.

Für wen sich das Wandergebiet eignet

Der Chasseral ist ein echtes Wandergebiet für alle. Familien mit Kindern finden sanfte Rundwege rund um den Gipfel, die dank der Bergstrasse und dem Postauto auch ohne allzu grosse Höhenmeter erreichbar sind. Ambitionierte Wanderer nehmen die klassischen Aufstiege von Nods, Villeret oder Saint-Imier unter die Sohlen, die durchaus ordentliche Höhenmeter fordern.

Auch für Weitwanderer ist die Region interessant, denn der Chasseral liegt an der Route des berühmten Fernwanderwegs Jura-Höhenweg, der über den ganzen Kamm des Schweizer Juras führt. Wer mag, verbindet die Gipfeltour also mit einer mehrtägigen Etappenwanderung durch eine der stillsten Bergregionen des Landes.

Die besten Aussichtspunkte

Neben dem Gipfel selbst gibt es entlang der Krete zahlreiche Aussichtskanzeln, die zum Verweilen einladen. Der Aussichtspunkt beim Hotel Chasseral bietet einen Rundumblick, der Metairie-Weg entlang der Südflanke schenkt dir Tiefblicke auf den Bielersee, und beim Petit Chasseral etwas weiter westlich hast du oft die ganze Krete für dich allein.

Ein besonderer Tipp ist die Wanderung in der goldenen Stunde vor Sonnenuntergang, wenn die Alpenkette in warmes Licht getaucht wird und die Nebelmeere über dem Mittelland zu glühen beginnen. Solche Momente vergisst du nicht, und sie sind der Grund, warum viele immer wieder zurückkommen.

Übernachten am Chasseral: Gemütliche Unterkünfte mit Weitblick

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Die schönsten Wanderungen rund um den Chasseral

Von Nods auf den Chasseral-Gipfel

Der Klassiker unter den Chasseral-Wanderungen startet im Dorf Nods am Fuss des Berges. Von hier folgst du den gelben Wegweisern zunächst durch Wytweiden und lichte Wälder stetig bergauf. Der Weg ist gut angelegt und führt an der urigen Metairie du Milieu de Bienne vorbei, wo du dir eine erste Verschnaufpause mit einem Stück Kuchen gönnen kannst.

Nach rund zwei bis zweieinhalb Stunden Aufstieg und etwa 800 Höhenmetern erreichst du die Krete und schliesslich den Gipfel mit dem markanten Sendeturm. Der Lohn ist ein grandioses Panorama über das Drei-Seen-Land und die gesamte Alpenkette. Wer nicht wieder absteigen mag, kann sich mit dem saisonalen Postauto zurück ins Tal bringen lassen.

Diese Tour eignet sich für konditionell fitte Wanderer, die den Gipfel aus eigener Kraft erobern wollen und dabei die typische Jura-Landschaft in ihrer ganzen Vielfalt erleben möchten.

Kammwanderung über die Chasseral-Krete

Diese Höhenwanderung gehört zu den schönsten der ganzen Region und ist Teil des Jura-Höhenwegs. Du startest oft beim Hotel Chasseral oder direkt am Gipfel und wanderst über den langgezogenen Grasrücken in Richtung Westen zum Petit Chasseral und weiter Richtung Bugnenets.

Der Weg verläuft die meiste Zeit über offene Weidekämme, sodass dich der Alpenblick fast durchgehend begleitet. Zur linken Seite fällt das Gelände steil zum Vallon de Saint-Imier ab, zur rechten öffnet sich der Blick über die Seen. Unterwegs passierst du mehrere Metairies, die zur Einkehr einladen.

Die Strecke ist technisch einfach, aber je nach gewählter Länge durchaus ausdauernd. Sie eignet sich hervorragend für Geniesser, die lange auf der Höhe bleiben und das Weitblick-Gefühl auskosten wollen, ohne ständig auf- und absteigen zu müssen.

Combe Grède: die wilde Schlucht

Wer es etwas abenteuerlicher mag, sollte den Aufstieg durch die Combe Grède wählen, ein spektakuläres Felsentobel an der Nordseite des Chasseral oberhalb von Villeret. Diese Route ist die anspruchsvollste der Region und führt durch eine wildromantische Schlucht mit Wasserfällen, Leitern und Kettensicherungen.

Der Weg klettert steil zwischen mächtigen Felswänden hinauf, in denen mit etwas Glück Gämsen zu sehen sind. Die Combe Grède ist ein geschütztes Naturreservat und beeindruckt mit ihrer fast alpinen Wildheit, die man dem sanften Chasseral von aussen gar nicht zutraut.

Oben angekommen, öffnet sich das Gelände wieder zu den vertrauten Weidekämmen, und du kannst zum Gipfel weiterwandern. Diese Tour ist trittsicheren und schwindelfreien Wanderern vorbehalten und bei Nässe mit Vorsicht zu geniessen. Ein echtes Highlight für alle, die das Ursprüngliche suchen.

Metairie-Rundweg für Familien

Diese entspannte Rundwanderung startet direkt beim Hotel Chasseral oder dem Parkplatz auf der Höhe und ist ideal für Familien mit Kindern. Der Weg führt gemütlich über die Krete und die Wytweiden, ohne grosse Höhenunterschiede zu überwinden.

Unterwegs passierst du gleich mehrere bewirtschaftete Metairies, in denen die Kinder Kühe, Ziegen und manchmal auch Schweine bestaunen können, während sich die Eltern über einen Kaffee und Meringues mit Doppelrahm freuen. Die Wiesen laden zum Picknicken und Herumtollen ein.

Dank der kurzen Distanz und der einfachen Wege lässt sich diese Tour wunderbar an die Bedürfnisse von Kindern anpassen. Wer möchte, kombiniert sie mit dem lehrreichen Panoramaweg am Gipfel, der spielerisch Wissen über die umliegenden Berge vermittelt.

Von Saint-Imier über die Südflanke

Diese Tour startet im lebendigen Uhrmacherstädtchen Saint-Imier im Vallon und führt dich über die bewaldete Südflanke hinauf zum Chasseral. Der Aufstieg ist lang und stetig, belohnt aber mit ständig wechselnden Ausblicken über das Tal und die gegenüberliegenden Jura-Höhen.

Auf dem Weg kommst du an mehreren Metairies vorbei, die perfekte Rastplätze bilden. Der Kontrast zwischen dem industriell geprägten Tal mit seiner Uhrmachertradition und der wilden Bergnatur oben auf der Krete macht diese Wanderung besonders reizvoll.

Für den Rückweg bietet sich eine Variante über einen anderen Bergpfad an, sodass du eine grosse Rundtour gehen kannst. Diese Route ist etwas für konditionsstarke Wanderer, die eine ordentliche Tagestour mit reichlich Höhenmetern und viel Abwechslung suchen.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Chasseral und wie anspruchsvoll sind die Wanderungen?

Der Chasseral ist mit 1607 Metern der höchste Gipfel des Berner Jura. Die meisten Wanderungen sind technisch einfach bis mittelschwer, da der Berg breite, gut begehbare Höhenkämme statt ausgesetzter Grate bietet.

Die Aufstiege aus den Tälern wie Nods, Villeret oder Saint-Imier fordern mit rund 600 bis 900 Höhenmetern durchaus etwas Kondition. Wer es gemütlicher mag, fährt mit dem saisonalen Postauto oder dem Auto bis auf die Höhe und wandert von dort auf ebenen Wegen. Die einzige wirklich anspruchsvolle Route ist der Aufstieg durch die Combe Grède, die Trittsicherheit erfordert.

Ist der Chasseral zum Wandern mit Kindern geeignet?

Absolut, der Chasseral ist ein wunderbares Ziel für Familien. Besonders die Rundwege oben auf der Krete rund um den Gipfel sind kurz, sicher und ohne grosse Höhenunterschiede zu bewältigen.

Kinder lieben die vielen Kühe und Ziegen bei den Metairies, die weiten Wiesen zum Herumtollen und den Panoramaweg am Gipfel mit seinen Erklärtafeln. Wenn ihr nicht den ganzen Berg zu Fuss erklimmen wollt, nehmt am besten das Auto oder das Postauto bis auf die Höhe und startet von dort. So bleibt genug Energie für Picknick und Entdeckungstouren.

Kann ich mit dem Hund am Chasseral wandern?

Ja, das Wandern mit Hund ist grundsätzlich gut möglich und viele Wege eignen sich bestens für Vierbeiner. Allerdings solltest du unbedingt beachten, dass der Chasseral eine aktive Weidelandschaft ist.

Zwischen Frühsommer und Herbst grasen hier viele Kühe, teilweise mit Kälbern und Mutterkühen, die Hunde als Bedrohung wahrnehmen können. Halte deinen Hund daher unbedingt an der Leine und meide Weiden mit Muttertieren. Im Naturschutzgebiet Combe Grède und in sensiblen Zonen gilt zudem strikte Leinenpflicht zum Schutz der Wildtiere. Wasser für den Hund solltest du mitnehmen, da es auf der Höhe nicht überall Quellen gibt.

Wie komme ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Chasseral?

Der Chasseral ist mit dem öffentlichen Verkehr recht gut erschlossen. Von Biel oder La Chaux-de-Fonds erreichst du per Bahn die Orte im Vallon de Saint-Imier wie Saint-Imier oder Villeret, von wo aus du zu Fuss aufsteigen kannst.

In der Sommersaison verkehrt zudem ein saisonales Postauto von Nods bis fast zum Gipfel hinauf. Dieser Bus ist ideal, wenn du nur bergab wandern oder eine einfache Gipfeltour machen möchtest. Prüfe die Fahrpläne vorher, da der Bus nur an bestimmten Tagen und in der warmen Jahreszeit fährt. Die Kombination aus Bahn, Bus und Wanderung macht flexible Touren gut planbar.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern am Chasseral?

Die ideale Wandersaison am Chasseral reicht von Mai bis Oktober. Im Frühsommer, etwa im Juni, blühen die Trockenwiesen in voller Pracht und verwandeln die Weiden in ein Blütenmeer, das jeden Naturliebhaber begeistert.

Der Herbst punktet mit klarer Fernsicht, goldenem Laub in den Buchenwäldern und oft spektakulären Nebelmeeren über dem Mittelland, aus denen die Alpenkette herausragt. Im Winter ist der Chasseral ein beliebtes Schneeschuh- und Langlaufgebiet, aber zum klassischen Wandern eher ungeeignet. Achte auf klare Tage, denn nur dann entfaltet das berühmte Panorama seine volle Wirkung.

Gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten?

Ja, und das ist eines der grössten Vergnügen am Chasseral. Entlang der Kämme und Weiden liegen zahlreiche Metairies, die traditionellen Berggasthöfe des Juras. Dort bekommst du herzhafte regionale Küche wie Fondue, Rösti, Trockenfleisch und die berühmten Meringues mit Doppelrahm.

Bekannte Adressen sind unter anderem die Métairie de Saint-Jean, die Métairie du Milieu de Bienne oder die Métairie de Dombresson. Direkt am Gipfel gibt es zudem das Hotel Chasseral mit Restaurant. Beachte, dass viele Metairies nur in der Sommersaison und teils nur an bestimmten Tagen geöffnet sind, weshalb sich ein kleiner Vorrat an Proviant im Rucksack immer lohnt.

Kann man vom Chasseral wirklich bis zum Mont Blanc sehen?

Ja, an klaren Tagen ist die Sicht vom Chasseral schlicht atemberaubend. Die Alpenkette erstreckt sich über rund 250 Kilometer, vom Säntis im Osten über die Berner Alpen mit Eiger, Mönch und Jungfrau bis hin zum Mont Blanc im Südwesten.

Dazu kommt der Blick auf gleich drei Seen des Drei-Seen-Lands: Bielersee, Neuenburgersee und Murtensee. Diese Weitsicht ist der Grund, warum der Chasseral als einer der schönsten Aussichtsberge der Schweiz gilt. Die besten Chancen auf klare Sicht hast du nach einem Wetterwechsel, im Herbst oder an windigen Föhntagen.

Wie lange dauert eine typische Wanderung auf den Gipfel?

Das hängt stark vom gewählten Startpunkt ab. Der Aufstieg von Nods dauert etwa zwei bis zweieinhalb Stunden bei rund 800 Höhenmetern. Von Saint-Imier oder Villeret bist du je nach Route etwas länger unterwegs.

Für eine gemütliche Rundwanderung oben auf der Krete solltest du je nach Länge ein bis drei Stunden einplanen. Wer die grosse Kammwanderung als Teil des Jura-Höhenwegs geht, ist locker einen ganzen Tag beschäftigt. Plane immer genug Zeit für Pausen in den Metairies und zum Geniessen der Aussicht ein, denn genau das macht den Reiz dieser Region aus.

Was sollte ich für die Wanderung einpacken?

Auch wenn der Chasseral kein Hochgebirge ist, solltest du dich auf wechselhaftes Bergwetter einstellen. Feste Wanderschuhe mit gutem Profil sind Pflicht, ebenso wettertaugliche Kleidung, denn auf der offenen Krete kann es überraschend windig und kühl werden.

Sonnenschutz und Kopfbedeckung sind wichtig, da du auf den offenen Weiden kaum Schatten findest. Nimm ausreichend Wasser mit, ebenso etwas Proviant, falls die Metairies gerade geschlossen haben. Eine Wanderkarte oder App zur Orientierung schadet nie, auch wenn die Beschilderung vorbildlich ist. Und vergiss die Kamera nicht, dieses Panorama willst du festhalten.

Ist der Chasseral Teil eines Naturparks?

Ja, der Chasseral bildet das Herzstück des Regionalen Naturparks Chasseral, der sich über die Kantone Bern und Neuenburg erstreckt. Dieser Park schützt eine der artenreichsten und schönsten Kulturlandschaften der Schweiz.

Zu den Besonderheiten gehören die charakteristischen Wytweiden mit ihren einzeln stehenden Bäumen, seltene Trockenwiesen und geschützte Tierarten wie Gämsen, Neuntöter und zahlreiche Schmetterlingsarten. Als Besucher solltest du die markierten Wege nicht verlassen, keinen Abfall hinterlassen und die Ruhe der Natur respektieren. So bleibt dieses Paradies auch für kommende Generationen erhalten.

Eignet sich der Chasseral für Weitwanderungen über mehrere Tage?

Ja, der Chasseral liegt direkt am berühmten Jura-Höhenweg, einem der schönsten Fernwanderwege der Schweiz, der über den gesamten Kamm des Juras führt. Wanderer verbinden die Gipfeltour daher gerne mit einer mehrtägigen Etappenwanderung.

Entlang der Route findest du Übernachtungsmöglichkeiten in Berggasthöfen, Hotels und teils auch in Metairies. Der Kammverlauf schenkt dir tagelang Alpenblicke und ein Gefühl von Weite und Freiheit. Wer die stille, ursprüngliche Seite des Juras kennenlernen will, ist auf diesem Weitwanderweg goldrichtig. Plane deine Etappen gut und reserviere Unterkünfte in der Hochsaison rechtzeitig.

Gibt es Parkmöglichkeiten am Chasseral?

Ja, es gibt mehrere Parkplätze rund um den Berg. Von Nods führt eine Bergstrasse fast bis zum Gipfel hinauf, wo du auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz beim Hotel Chasseral parken kannst.

Beachte, dass diese Strasse in der Regel nur in der schneefreien Zeit und teils mit Fahreinschränkungen befahrbar ist. In den Talorten wie Saint-Imier und Villeret findest du ebenfalls Parkmöglichkeiten, wenn du von unten aufsteigen willst. Aus Umweltgründen und wegen der begrenzten Kapazität am Gipfel empfiehlt sich in der Hochsaison die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Ist die Combe Grède für Anfänger geeignet?

Nein, die Combe Grède ist die anspruchsvollste Route am Chasseral und definitiv nichts für ungeübte Wanderer. Der Aufstieg durch die wildromantische Felsschlucht oberhalb von Villeret führt über Leitern, Treppen und mit Ketten gesicherte Passagen.

Du brauchst hier absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und festes Schuhwerk. Bei Nässe oder nach Regen wird der Weg rutschig und gefährlich, weshalb er dann gemieden werden sollte. Für erfahrene und fitte Wanderer ist die Combe Grède allerdings ein echtes Highlight mit fast alpinem Charakter und guten Chancen, Gämsen zu beobachten. Anfänger und Familien wählen besser die sanfteren Aufstiege.

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