Chasseral mit dem Rad: Der König des Berner Juras und seine endlosen Höhenzüge
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Chasseral mit dem Rad: Der König des Berner Juras und seine endlosen Höhenzüge

Sanfte Höhenrücken, weite Panoramen und uriger Käsegenuss – der Chasseral zeigt dir das echte Herz des Berner Juras vom Sattel aus.

Radfahren am Chasseral im Jura

Wer sich mit dem Rad an den Chasseral wagt, tritt in ein Reich aus sanft gewellten Jurahöhen, verwitterten Trockenmauern und einem Panorama, das an klaren Tagen fast unverschämt weit reicht: vom Berner Oberland über die Freiburger Voralpen bis zum Montblanc. Mit seinen 1607 Metern ist der Chasseral der höchste Gipfel des Berner Juras – und für Radfahrer ein Berg, der einlädt und fordert zugleich.

Das Besondere an dieser Region ist der Kontrast. Unten, am Bielersee, wärmt mediterranes Klima die Rebhänge, und Ausflugsschiffe tuckern über türkisblaues Wasser. Nur wenige Kilometer und einige Höhenmeter weiter oben empfängt dich eine völlig andere Welt: kühle Bergluft, das Bimmeln von Kuhglocken, weit verstreute Metairies – jene urigen Berggasthöfe, in denen es Käse, Meringues mit Doppelrahm und ehrliche Herzlichkeit gibt. Dazwischen ziehen sich Straßen und Wege, die nie langweilig werden.

Für Rennradfahrer ist der Anstieg über Nods oder von St-Imier ein echtes Prüfstück, das mit einer Bergstraße bis fast auf den Gipfel belohnt. Gravelbiker und Mountainbiker wiederum verlieren sich gern in dem dichten Netz aus Forstwegen, Kammpfaden und Weideland, das den langgezogenen Höhenrücken überzieht. Und wer es ruhiger mag, rollt entlang des Doubs oder um den Bielersee, immer den mächtigen Bergrücken im Blick.

Der Chasseral ist keine laute Region. Er lebt von Weite, Stille und einem Licht, das im Herbst golden über die Weiden fällt. Genau das macht ihn für Radfahrer so kostbar – hier findest du noch echte Einsamkeit, und trotzdem ist die nächste Käseplatte nie weit entfernt.

Topografie & Landschaft

Langgezogener Jurahöhenzug

Höhenlage

Höchster Punkt: Chasseral 1607 m

Geländecharakter

Bergstraßen, Forst- und Weidewege

Infrastruktur

Metairies, Berggasthöfe, gute Anbindung

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Navigation

Zwischen Aussichtsturm und Weideland: Highlights rund um den Chasseral

Der Gipfel des Chasseral und sein Panorama

Der höchste Punkt des Berner Juras trägt eine unübersehbare Landmarke: den 114 Meter hohen Sendeturm, der weithin sichtbar über dem Kamm thront. Doch nicht der Turm ist der Grund, warum Radfahrer hier hinaufkeuchen, sondern die Aussicht. An klaren Tagen reicht der Blick über den gesamten Alpenbogen – vom Säntis im Osten bis zum Montblanc im Westen. Unter dir liegen der Bielersee, der Neuenburgersee und der Murtensee wie drei blaue Spiegel im Mittelland.

Direkt unterhalb des Gipfels lädt das Hotel-Restaurant Chasseral zur verdienten Pause. Von der Terrasse aus schmeckt der Kaffee doppelt gut, wenn man die Höhenmeter in den Beinen spürt. Wusstest du schon? Die Bergstraße zum Chasseral wird im Winter nicht geräumt und verwandelt sich dann in ein Paradies für Schneeschuhwanderer – im Sommer dagegen gehört sie den Radfahrern.

Die Metairies – Käse, Kühe und Gastfreundschaft

Entlang des Chasseral-Kamms liegen die berühmten Metairies, urige Berggasthöfe, die einst reine Alpwirtschaften waren. Namen wie Métairie de Dombresson, Métairie de Saint-Jean oder Bison Ranch klingen fast poetisch. Hier bekommst du regionalen Tête de Moine, den würzigen Käse, der mit der Girolle zu zarten Rosetten gehobelt wird, dazu die legendären Meringues mit Nidle – Baiser mit dick geschlagenem Doppelrahm.

Diese Einkehrmöglichkeiten sind mehr als nur Verpflegungsstationen. Sie sind das kulturelle Rückgrat der Region, Orte, an denen Bauern, Wanderer und Radfahrer an denselben Holztischen sitzen. Plane deine Tour ruhig so, dass eine dieser Metairies auf dem Weg liegt – denn ohne eine Käseplatte am Chasseral gewesen zu sein, wäre die halbe Miete verpasst.

Der Bielersee und die Rebhänge

Am Fuße des Chasseral breitet sich der Bielersee aus, umsäumt von den sonnenverwöhnten Rebhängen des Bielersees. Die Region rund um Twann, Ligerz und La Neuveville gehört zu den mediterransten Ecken der Schweiz. Steile Weinberge fallen bis fast ans Ufer, dazwischen führen schmale Sträßchen, die Radfahrer lieben.

Ein besonderes Juwel ist die St. Petersinsel, die eigentlich eine Halbinsel ist und über einen Damm erreichbar bleibt. Schon Jean-Jacques Rousseau schwärmte hier von der Ruhe. Für Radler ist die Uferpromenade der perfekte Kontrast zum harten Anstieg: flach, sonnig und mit Blick auf das Wasser, das im Sommer zum Sprung einlädt.

Combe Grède und wilde Schluchten

Wer glaubt, der Jura sei nur sanft, wird von der Combe Grède eines Besseren belehrt. Diese wilde Felsschlucht oberhalb von Villeret im Vallon de Saint-Imier gilt als eine der spektakulärsten des Juras. Steinadler und Gämsen sind hier keine Seltenheit, und das Naturschutzgebiet gehört zum regionalen Naturpark Chasseral.

Der Naturpark selbst umfasst über 30 Gemeinden und schützt eine einzigartige Kulturlandschaft aus Weiden, Trockenmauern und Wytweiden – jenen halboffenen Waldweiden, die für den Jura so typisch sind. Für Radfahrer bedeutet das: intakte Natur, wenig Verkehr und immer wieder Überraschungen hinter der nächsten Kurve.

Warum der Chasseral ein Radparadies für Genießer und Kämpfer ist

Ein Berg für alle Radtypen

Der Chasseral hat die seltene Eigenschaft, ganz unterschiedliche Radfahrer glücklich zu machen. Rennradfahrer finden im Anstieg von Nods aus einen klassischen Bergpass-Charakter: rund 600 Höhenmeter auf gut asphaltierter Straße, mit gleichmäßiger Steigung und einer Aussicht, die mit jedem Meter besser wird. Die Auffahrt von St-Imier oder aus dem Vallon de Saint-Imier ist länger und wilder – ein echtes Ausdauerprojekt.

Gravelbiker dagegen erleben ihre Sternstunden auf dem langgezogenen Kamm, wo Forststraßen und Feldwege zwischen Weiden und Wäldern verlaufen. Das Netz ist so dicht, dass sich Routen fast beliebig kombinieren lassen. Und Mountainbiker? Die stürzen sich in die Wytweiden, folgen schmalen Pfaden durch die Combe und rollen über naturbelassene Trails, wie man sie im dicht bewaldeten Jura selten so offen findet.

Landschaft, die den Rhythmus vorgibt

Das Radfahren am Chasseral hat einen ganz eigenen Rhythmus. Anders als in den Hochalpen gibt es hier kein monotones Hinaufquälen über endlose Serpentinen. Stattdessen wechseln sich Anstiege, sanfte Kuppen und lange Rollpassagen ab. Der Kamm selbst ist überraschend flach, sodass du nach dem Aufstieg mit kilometerlangen Panoramafahrten belohnt wirst.

Das Licht spielt dabei eine Hauptrolle. Morgens liegt oft Nebel über dem Mittelland, während der Kamm schon in der Sonne badet – ein magisches Erlebnis, das viele als Nebelmeer kennen. Im Herbst färben sich die Buchenwälder golden, und die Weiden leuchten in warmen Tönen. Wer die Kamera dabei hat, kommt kaum voran.

Aussichtspunkte und stille Momente

Neben dem Gipfel selbst gibt es zahlreiche Stellen, an denen sich das Anhalten lohnt. Der Aussichtspunkt beim Sendeturm bietet das große Panorama, doch die wahren Geheimtipps liegen abseits. An der Métairie de Dombresson etwa öffnet sich der Blick weit ins Val de Ruz, und von den Weiden oberhalb von Nods sieht man den Bielersee in der Tiefe schimmern.

Gerade weil die Region nicht überlaufen ist, findest du hier noch echte Stille. Es kann passieren, dass du minutenlang keiner Menschenseele begegnest, nur den grasenden Kühen und dem Wind, der über den Kamm streicht. Für viele Radfahrer ist genau das der größte Luxus – kein Trubel, keine Hektik, nur du, dein Rad und der weite Horizont.

Herausforderung und Genuss im Gleichgewicht

Der Chasseral fordert dich, ohne dich zu überfordern. Die Anstiege sind sportlich, aber nie brutal, die Abfahrten flüssig und übersichtlich. Das macht die Region ideal für ambitionierte Hobbyfahrer, die einen Gipfel bezwingen wollen, ohne sich in extreme Höhen zu wagen.

Gleichzeitig lässt sich jede Tour mit Genussmomenten würzen. Eine Rast in einer Metairie, ein Sprung in den Bielersee, ein Glas Wein in Twann – der Chasseral verbindet sportliche Herausforderung und puren Genuss so selbstverständlich, wie es nur wenige Regionen schaffen.

Übernachten am Chasseral: Gemütliche Unterkünfte für Radfahrer

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Die schönsten Radtouren rund um den Chasseral

Klassiker: Chasseral-Auffahrt von Nods

Diese Tour ist der König unter den Anstiegen des Berner Juras. Start ist im Dorf Nods am Fuße des Chasseral. Von hier führt die gut ausgebaute Bergstraße in gleichmäßiger Steigung durch Wald und offene Weiden hinauf zur Métairie du Milieu de Bienne und weiter zum Hotel-Restaurant Chasseral kurz unterhalb des Gipfels.

Auf rund 600 Höhenmetern und etwa acht Kilometern arbeitest du dich stetig nach oben. Die Straße ist verkehrsarm und asphaltiert, ideal fürs Rennrad. Je höher du kommst, desto weiter öffnet sich der Blick auf den Bielersee und die Alpenkette. Oben angekommen, lohnt der kurze Fußweg zum Aussichtsturm mit dem 360-Grad-Panorama.

Die Tour eignet sich für konditionsstarke Hobbyfahrer, die einen echten Jura-Gipfel bezwingen wollen. Belohnt wirst du mit einer der schönsten Abfahrten der Region – und einer Käseplatte in der nächsten Metairie.

Panorama-Kammtour über den Chasseral-Grat

Diese Gravel-Tour verbindet die schönsten Höhenzüge des Chasseral zu einer aussichtsreichen Runde. Ausgangspunkt ist St-Imier im Vallon de Saint-Imier. Über Forststraßen und Weidewege geht es hinauf in Richtung Chasseral-Kamm, vorbei an mehreren Metairies wie der Métairie de Saint-Jean.

Der langgezogene Grat bietet kilometerweite Panoramafahrten über offenes Weideland, gesäumt von den typischen Trockenmauern und einzelnen Wettertannen. Immer wieder öffnen sich Blicke auf beide Talseiten – nach Norden ins Vallon, nach Süden zum Bielersee. Die Wege sind größtenteils naturbelassen und erfordern ein Gravel- oder Mountainbike.

Nach der Kammpassage rollst du über einen der Weidewege zurück Richtung Villeret und St-Imier. Diese Tour ist ideal für Gravelbiker, die Weite und Ruhe suchen und den Gipfelrummel meiden wollen. Eine Einkehr in einer Metairie ist Pflicht.

Bielersee-Runde mit Rebhängen und St. Petersinsel

Wer es genussvoll und flach mag, findet in dieser Runde um den Bielersee die perfekte Tour. Start in Biel/Bienne, dann entlang des Nordufers durch die Rebdörfer Twann und Ligerz bis nach La Neuveville. Die schmalen Sträßchen führen durch steile Weinberge mit ständigem Blick auf das türkisblaue Wasser.

Ein Höhepunkt ist der Abstecher zur St. Petersinsel, die über einen Damm erreichbar ist. Hier wandelst du auf Rousseaus Spuren und genießt die Ruhe unter alten Bäumen. Anschließend geht es am Südufer über den Radweg zurück nach Biel.

Die Strecke ist überwiegend flach und gut asphaltiert, ideal für Familien, Genussradler und E-Biker. Der Chasseral thront dabei stets als mächtige Kulisse über dem See. Perfekt als lockerer Kontrast zu den anstrengenden Bergtouren.

Vallon de Saint-Imier und Mont-Soleil

Diese Runde erkundet das Vallon de Saint-Imier und die sonnigen Höhen des Mont-Soleil. Start ist in St-Imier, dem historischen Uhrmacherort. Über eine Bergstraße geht es hinauf zum Mont-Soleil, bekannt für sein Sonnenkraftwerk und die große Windturbinenanlage.

Oben angekommen genießt du einen weiten Blick über das Vallon und zum Chasseral-Kamm gegenüber. Über den Mont-Crosin, wo sich einer der größten Windparks der Schweiz dreht, führt die Route weiter über offene Höhenzüge. Die Kombination aus Technik und Natur macht diese Tour besonders reizvoll.

Die Strecke verläuft auf Asphalt und guten Nebenstraßen und eignet sich für Rennrad und Gravel gleichermaßen. Sie ist perfekt für alle, die neben Landschaft auch ein Stück Ingenieurskunst und Regionalgeschichte erleben wollen. Zurück geht es über die Höhenstraße hinab nach St-Imier.

Vom Val de Ruz zur Métairie de Dombresson

Diese Tour startet im Val de Ruz, dem breiten Talkessel zwischen Neuenburg und dem Chasseral. Von Dombresson aus geht es auf einer kurvenreichen Bergstraße hinauf durch Wald und Weiden bis zur Métairie de Dombresson, einer der schönsten Berggasthöfe der Region.

Der Anstieg ist stetig und fordernd, führt aber durch abwechslungsreiche Landschaft mit Wytweiden und einzelnen Bauernhöfen. Oben angekommen, öffnet sich der Blick weit ins Val de Ruz und hinüber zu den Freiburger Voralpen. Die Terrasse der Metairie lädt zu einer ausgiebigen Rast mit regionalem Käse ein.

Für Rückweg und weitere Höhenmeter kannst du dem Kamm folgen und über die Weidewege in Richtung Chasseral fahren. Die Tour eignet sich für ambitionierte Radfahrer, die abseits der Hauptrouten die Westseite des Chasseral entdecken möchten.

Häufige Fragen

Wie anspruchsvoll ist die Auffahrt zum Chasseral?

Die Auffahrt zum Chasseral gilt als sportlich, aber machbar für konditionsstarke Hobbyfahrer. Von Nods aus bewältigst du rund 600 Höhenmeter auf etwa acht Kilometern, was einer durchschnittlichen Steigung von etwa sieben bis acht Prozent entspricht.

Die Straße ist gut asphaltiert und verkehrsarm, was die Anstrengung erträglicher macht. Wer von der anderen Seite über St-Imier aufsteigt, muss mit einer längeren und teils steileren Strecke rechnen. Mit einem E-Bike wird der Anstieg deutlich entschärft, sodass auch weniger trainierte Radfahrer den Gipfel erreichen können. Plane genug Zeit und Verpflegung ein.

Ist die Region auch für E-Biker geeignet?

Absolut, der Chasseral ist ein wunderbares E-Bike-Revier. Gerade die anspruchsvollen Anstiege werden mit elektrischer Unterstützung zum Genuss, sodass du die Panoramen ohne völlige Erschöpfung genießen kannst.

In den größeren Orten wie Biel, St-Imier oder La Neuveville findest du Verleihstationen und Lademöglichkeiten. Viele Metairies und Berggasthöfe sind mittlerweile ebenfalls auf E-Biker eingestellt und bieten Steckdosen für die Akkuladung. Achte trotzdem darauf, deine Route so zu planen, dass die Reichweite ausreicht, denn oben am Kamm sind Lademöglichkeiten seltener. Ein voller Akku sollte für die klassische Gipfeltour locker genügen.

Welche Radtypen eignen sich am besten?

Das hängt ganz von deiner geplanten Tour ab. Für die klassischen Bergauffahrten und die Rundtouren um den Bielersee ist ein Rennrad ideal, da hier vor allem asphaltierte Straßen befahren werden.

Möchtest du hingegen den langgezogenen Chasseral-Kamm mit seinen Forst- und Weidewegen erkunden, empfiehlt sich ein Gravelbike oder Mountainbike. Die naturbelassenen Wege auf dem Grat und in der Combe Grède verlangen nach griffigen Reifen und etwas Fahrsicherheit im Gelände. Wer beides kombinieren will, ist mit einem Gravelbike am flexibelsten aufgestellt, denn es meistert sowohl Asphalt als auch die meisten Naturwege der Region komfortabel.

Kann ich mit Kindern in der Region radfahren?

Ja, der Chasseral bietet auch familienfreundliche Möglichkeiten, wenn auch nicht direkt am steilen Gipfel. Besonders geeignet ist die flache Uferregion des Bielersees, wo gut ausgebaute Radwege durch die Rebdörfer und zur St. Petersinsel führen.

Diese Strecken sind weitgehend eben, verkehrsarm und bieten viele Einkehr- und Bademöglichkeiten, was sie ideal für Familien mit Kindern macht. Die Auffahrt zum Gipfel selbst ist für Kinder dagegen zu anspruchsvoll, es sei denn, sie sind sehr trainiert oder fahren mit einem E-Bike. Für Familienausflüge in die Höhe bietet sich eher eine Kombination aus Anreise mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln und kürzeren Radtouren auf dem Kamm an.

Darf ich meinen Hund mitnehmen?

Grundsätzlich ist die Region hundefreundlich, doch gibt es einige Dinge zu beachten. Auf den Weiden und Wytweiden des Chasseral grasen zahlreiche Kühe, teilweise mit Kälbern, weshalb Hunde unbedingt an der Leine geführt werden sollten.

Im Naturschutzgebiet Combe Grède und in sensiblen Zonen des Naturparks gelten teils strengere Regeln zum Schutz der Wildtiere wie Gämsen und Steinadler. Informiere dich vor Ort über die aktuellen Bestimmungen. Für den Hund selbst können die langen Anstiege und die Hitze im Sommer anstrengend sein, daher solltest du genügend Wasser und Pausen einplanen. Viele Metairies begrüßen Hunde auf ihren Terrassen.

Wann ist die beste Zeit zum Radfahren am Chasseral?

Die ideale Saison reicht von Mai bis Oktober, wenn die Bergstraße schnee- und eisfrei ist. Im Frühsommer blühen die Weiden, und die Luft ist angenehm frisch, während das Mittelland unten schon in sommerlicher Wärme liegt.

Der Herbst ist für viele die schönste Zeit, denn dann färben sich die Buchenwälder golden und das Licht taucht die Landschaft in warme Töne. An klaren Herbsttagen liegt oft ein Nebelmeer über dem Mittelland, während der Kamm in der Sonne strahlt. Beachte, dass die Bergstraße zum Gipfel im Winter nicht geräumt wird und dann für Radfahrer gesperrt ist. Im Hochsommer ist der frühe Morgen wegen der Hitze empfehlenswert.

Wie komme ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Region?

Die Anreise mit Bahn und Bus ist bequem und gut ausgebaut. Biel/Bienne ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt mit direkten Verbindungen aus Zürich, Bern und Basel und bildet ein ideales Tor zur Region.

Von dort erreichst du St-Imier, La Neuveville oder Nods mit Regionalzügen und Bussen. In den Sommermonaten verkehrt zudem eine Buslinie, die dich mitsamt Fahrrad einen Teil des Weges nach oben bringt, was besonders für weniger trainierte Radfahrer praktisch ist. Fahrräder können in den meisten Zügen gegen einen Aufpreis mitgenommen werden, in Stoßzeiten empfiehlt sich eine Reservation. Die Kombination aus Zug und Rad ist eine entspannte Art, die Region zu entdecken.

Gibt es unterwegs genug Verpflegungsmöglichkeiten?

Ja, die Region ist überraschend gut versorgt, vor allem dank der traditionellen Metairies entlang des Chasseral-Kamms. Diese Berggasthöfe bieten regionale Spezialitäten wie Tête de Moine, Meringues mit Doppelrahm und deftige Gerichte.

Am Gipfel selbst lädt das Hotel-Restaurant Chasseral zur Einkehr ein. In den Tälern und Dörfern wie St-Imier, Nods und den Bielersee-Orten findest du zusätzlich Bäckereien, Restaurants und Geschäfte. Beachte jedoch, dass viele Metairies nur saisonal geöffnet haben, meist von Mai bis Oktober. Es empfiehlt sich, für längere Kammtouren dennoch ausreichend Wasser und einen Riegel dabeizuhaben, da die Abstände zwischen den Einkehrmöglichkeiten auf dem Grat größer sein können.

Wie ist die Straßen- und Wegequalität?

Die Straßenqualität in der Region ist insgesamt sehr gut. Die Bergstraßen zum Chasseral und in den Tälern sind gut asphaltiert und verkehrsarm, was das Rennradfahren besonders angenehm macht.

Auf dem Kamm und in den höheren Lagen wechseln sich Asphalt und naturbelassene Forst- und Weidewege ab, die für Gravel- und Mountainbikes bestens geeignet sind. Manche Wege können nach Regen matschig werden, weshalb eine Wettercheck vor der Tour ratsam ist. Die Beschilderung der offiziellen Radrouten der Schweiz ist zuverlässig, sodass du dich gut orientieren kannst. Für Touren abseits der markierten Wege lohnt sich eine GPS-Navigation oder eine gute Wander- und Radkarte der Region.

Ist die Region überlaufen oder eher ruhig?

Der Chasseral gehört zu den ruhigeren Radregionen der Schweiz, was viele als großen Vorteil empfinden. Anders als in den bekannten Alpenpässen begegnest du hier oft nur wenigen anderen Radfahrern, dafür umso mehr grasenden Kühen.

Besonders auf dem langgezogenen Kamm und in den Seitentälern findest du echte Stille und Weite. Lediglich an schönen Sommerwochenenden kann es am Gipfel und rund um den Bielersee etwas belebter werden, da auch Wanderer und Ausflügler die Region schätzen. Wer die Einsamkeit sucht, sollte unter der Woche oder in den frühen Morgenstunden fahren. Genau diese Ruhe macht für viele den besonderen Reiz des Chasseral aus.

Welche Sprache wird in der Region gesprochen?

Die Region rund um den Chasseral liegt an der Sprachgrenze zwischen Deutsch und Französisch, was sie kulturell besonders spannend macht. In Biel/Bienne, das offiziell zweisprachig ist, hörst du beide Sprachen im Alltag.

Auf der Südseite Richtung Neuenburg und Val de Ruz sowie im Vallon de Saint-Imier wird überwiegend Französisch gesprochen, während die Bielersee-Region und Teile des Berner Juras deutschsprachig geprägt sind. Mit ein paar Brocken Französisch kommst du in den Metairies und Restaurants aber überall gut zurecht, und die meisten Einheimischen im Grenzgebiet sind ohnehin zweisprachig. Diese kulturelle Vielfalt spiegelt sich auch in der Küche und den Ortsnamen wider.

Gibt es geführte Radtouren oder Verleihstationen?

Ja, in der Region gibt es mehrere Möglichkeiten, Fahrräder und E-Bikes zu mieten sowie an geführten Touren teilzunehmen. Vor allem in Biel und den größeren Orten des Vallon de Saint-Imier findest du Verleihstationen mit gut gewarteten Rädern.

Der regionale Naturpark Chasseral und lokale Tourismusbüros bieten in der Saison teils geführte Ausfahrten und Themenrouten an, bei denen du auch Einblicke in die Natur und Kultur der Region erhältst. Solche geführten Touren eignen sich besonders für Ortsunkundige oder wer gern in Gesellschaft fährt. Es empfiehlt sich, vorab bei den Tourismusbüros in Biel oder St-Imier nach aktuellen Angeboten und Reservierungsmöglichkeiten zu fragen.

Was sollte ich bei der Abfahrt vom Chasseral beachten?

Die Abfahrt vom Chasseral gehört zu den schönsten der Region, verlangt aber Aufmerksamkeit. Die Straße ist zwar gut ausgebaut, doch einige Kurven sind unübersichtlich, und gelegentlich kreuzen Kühe oder landwirtschaftliche Fahrzeuge die Fahrbahn.

Fahre daher kontrolliert und passe deine Geschwindigkeit den Sichtverhältnissen an. Bei feuchtem Wetter können einzelne Streckenabschnitte rutschig sein, besonders im Schatten der Wälder. Kontrolliere vor der Abfahrt unbedingt deine Bremsen, da du auf der langen Talfahrt viel bremsen musst. Wärmere Kleidung ist ebenfalls ratsam, denn nach dem schweißtreibenden Aufstieg kühlt der Fahrtwind bei der Abfahrt schnell aus. Mit etwas Vorsicht wird die Abfahrt zum reinsten Genuss.

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