Belluneser Dolomiten: Wandern zwischen wilden Felsnadeln und stillen Almen
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Belluneser Dolomiten: Wandern zwischen wilden Felsnadeln und stillen Almen

Wilde Felstürme, einsame Almen und UNESCO-Welterbe fernab der großen Menschenmassen: Hier findest du die Dolomiten, wie sie früher einmal waren.

Wandern in den Belluneser Dolomiten

Wer über den Passo Duran das erste Mal die zerklüfteten Wände der Belluneser Dolomiten sieht, versteht sofort, warum hier so wenige Menschen unterwegs sind wie in kaum einer anderen Ecke der Dolomiten. Diese Berge in der Provinz Belluno geben sich rau, echt und wunderbar unaufgeregt. Hier gibt es keine glitzernden Modeorte, sondern verwitterte Almhütten, tiefe Wälder und Gipfel, die aussehen, als hätte ein launischer Riese sie mit dem Beil zurechtgehauen.

Zwischen dem wilden Nationalpark Belluneser Dolomiten, den senkrechten Wänden der Schiara und den einsamen Tälern der Zoldo-Region wandelst du auf Wegen, die noch nach echtem Abenteuer schmecken. Der Duft von Latschenkiefer liegt in der Luft, aus dem Tal klingen Kuhglocken herauf, und wenn du Glück hast, kreuzt ein Gämsenrudel deinen Weg. Die Region gehört seit 2009 zum UNESCO-Welterbe der Dolomiten, doch der große Trubel ist an ihr vorbeigezogen. Genau das ist ihr größter Schatz.

Du findest hier alles, was ein Wanderherz begehrt: sanfte Almwanderungen für Familien, aussichtsreiche Höhenwege wie die legendäre Alta Via Nummer 1, und knackige Klettersteige für alle, die den Fels unter den Fingern spüren wollen. Dazwischen liegen Rifugi, in denen dir noch selbstgemachte Casunziei und ein Glas Rotwein serviert werden, während der Wirt Geschichten von früher erzählt.

Belluno selbst, die elegante Hauptstadt der Region, ist der perfekte Ausgangspunkt. Von hier aus tauchst du in eine Bergwelt ein, die Ruhe schenkt statt Selfie-Massen. Schnür die Schuhe, die Belluneser Dolomiten warten mit weiten Horizonten und einer Stille, die man heute fast nirgends mehr findet.

Topografie & Landschaft

Wilde Kalkfelsen und Täler

Höhenlage

bis 3.220 m (Marmolada-Nähe), Schiara 2.565 m

Geländecharakter

Bergpfade, Almen, Klettersteige

Infrastruktur

Rifugi, Wanderwege, wenige Orte

Beste Reisezeit

Ende Juni bis Oktober

Navigation

Naturwunder, Kultur und Genuss der Belluneser Dolomiten

Der Nationalpark Belluneser Dolomiten

Der Parco Nazionale delle Dolomiti Bellunesi ist das grüne Herz der Region und ein wahres Paradies für alle, die Natur pur suchen. Auf über 30.000 Hektar erstreckt sich ein Mosaik aus tiefen Wäldern, blühenden Bergwiesen, senkrechten Felswänden und tief eingeschnittenen Schluchten. Hier leben Gämsen, Murmeltiere, Steinadler und mit etwas Glück siehst du sogar den scheuen Auerhahn balzen.

Besonders spannend ist die botanische Vielfalt: Der Park beherbergt zahlreiche endemische Pflanzenarten, die nur hier vorkommen. Im Frühsommer verwandeln sich die Wiesen in ein Meer aus Enzian, Alpenrosen und Frauenschuh. Naturliebhaber sollten das Besucherzentrum in Pian de Fontana oder das Museum in Santa Giustina einplanen, um die Zusammenhänge dieses fragilen Ökosystems zu verstehen.

Die Schiara und ihre markanten Felstürme

Als Hausberg von Belluno thront die Schiara mit ihren 2.565 Metern majestätisch über der Stadt. Ihr Wahrzeichen ist die Gusela del Vescovà, eine schlanke Felsnadel, die wie ein Zeigefinger in den Himmel ragt. Von der Stadt aus wirkt das Massiv fast unnahbar, doch für geübte Wanderer und Klettersteig-Fans erschließt sich eine grandiose Felswelt.

Rund um die Schiara ranken sich zahlreiche Sagen und Legenden. Die Einheimischen erzählen, dass die Gusela der versteinerte Bischofsstab eines heiligen Mannes sei. Wahr oder nicht: Wenn die Abendsonne die Wände in Gold taucht, glaubt man jede Geschichte gern.

Kulinarik zwischen Alm und Tal

Die Belluneser Küche ist ehrlich, deftig und bodenständig, genau richtig nach einem langen Wandertag. Probier unbedingt die Casunziei, halbmondförmige Ravioli, gefüllt mit Roter Bete oder Spinat, übergossen mit brauner Butter und Mohn. Dazu passt ein kräftiger Käse aus den Almhütten der Zoldo-Täler, die für ihre lange Tradition der Speiseeisherstellung berühmt sind.

Wusstest du schon? Aus dem Zoldo-Tal stammen die berühmtesten Eismacher Italiens. Wer heute in Deutschland oder Österreich ein italienisches Eiscafé betritt, trifft mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Familien, deren Wurzeln in diesen abgelegenen Bergtälern liegen. Ein süßer Grund, hier einzukehren.

Belluno, die elegante Stadt der Berge

Die Provinzhauptstadt Belluno vereint venezianische Eleganz mit alpiner Bodenständigkeit. Die Piazza dei Martiri mit ihren Arkaden, der Dom und der Palazzo dei Rettori zeugen von der jahrhundertelangen Zugehörigkeit zur Republik Venedig. Von der Altstadt aus hast du an klaren Tagen einen fantastischen Blick auf die umliegenden Dolomitengipfel.

Ein Geheimtipp ist ein Bummel durch die kleinen Gassen bei Sonnenuntergang, wenn die warmen Farbtöne der Häuser mit dem Alpenglühen der Berge verschmelzen. Setz dich in ein Café, bestell einen Spritz und lass den Tag ausklingen, während die Berge langsam ihre Farbe wechseln.

Was Wandern in den Belluneser Dolomiten so besonders macht

Ursprünglichkeit statt Massentourismus

Was das Wandern in den Belluneser Dolomiten so besonders macht, ist die wohltuende Abwesenheit von Menschenmassen. Während sich in Cortina d'Ampezzo oder an den drei Zinnen die Wanderer auf den Wegen stauen, hast du hier ganze Höhenzüge oft für dich allein. Diese Ruhe ist Gold wert und ein zunehmend seltenes Gut in den Alpen.

Die Region ist ideal für alle, die das Ursprüngliche suchen. Statt asphaltierter Zufahrten und überlaufener Aussichtsplattformen findest du hier schmale Steige, verwitterte Wegweiser und Almen, die noch bewirtschaftet werden. Wer sich ein wenig Einsamkeit und echtes Bergerlebnis wünscht, ist hier goldrichtig.

Die legendäre Alta Via 1

Die Belluneser Dolomiten sind Ziel und Höhepunkt der berühmtesten Weitwanderung der Dolomiten, der Alta Via Nummer 1. Dieser Höhenweg verläuft von Pragser Wildsee bis nach Belluno und durchquert auf seiner Südetappe die spektakuläre Landschaft des Nationalparks. Die letzten Etappen zählen zu den einsamsten und wildesten des gesamten Weges.

Wer die komplette Route nicht gehen möchte, kann Teilabschnitte als Tagestour genießen. Die Wege sind gut markiert, aber teils anspruchsvoll und erfordern Trittsicherheit. Belohnt wirst du mit Panoramen, die von tiefen Tälern bis zu den fernen Gipfeln der Marmolada reichen.

Vielfalt für jedes Niveau

Trotz ihres wilden Rufs bieten die Belluneser Dolomiten für jeden das passende Erlebnis. Familien mit Kindern finden sanfte Almwanderungen mit Einkehrmöglichkeiten, etwa rund um das Val di Zoldo oder im weiten Talboden des Cadore. Genusswanderer freuen sich über aussichtsreiche Panoramawege, die ohne Absturzgefahr zu grandiosen Ausblicken führen.

Erfahrene Bergsteiger und Klettersteig-Enthusiasten kommen an der Schiara, dem Pelmo oder dem Civetta voll auf ihre Kosten. Der Klettersteig zur Schiara-Hütte, der Ferrata Marmol, gehört zu den lohnendsten Touren der Ostalpen. So findet vom Familienausflug bis zur konditionell fordernden Mehrtagestour jeder seinen Weg.

Naturerlebnisse und Aussichtspunkte

Die Wege der Belluneser Dolomiten sind ein einziges Naturschauspiel. Im Frühsommer erlebst du blühende Bergwiesen, im Herbst leuchten die Lärchenwälder golden. An klaren Tagen reicht der Blick von den Gipfeln bis zur Poebene und an manchen Stellen sogar bis zur Adria.

Besonders eindrucksvoll sind die Sonnenaufgänge auf einer der zahlreichen Hütten. Wer im Rifugio übernachtet und früh aufsteht, erlebt das berühmte Enrosadira, das rosafarbene Glühen der Dolomiten in den ersten Sonnenstrahlen. Ein Moment, der sich tief einprägt und für jede Anstrengung entschädigt.

Unterkünfte und Berghütten in den Belluneser Dolomiten

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Die schönsten Wanderungen in den Belluneser Dolomiten

Auf die Schiara zum Rifugio 7° Alpini

Diese Tour führt dich mitten hinein in das Herz von Bellunos Hausberg. Startpunkt ist die Case Bortot am Ende der Straße von Bolzano Bellunese aus. Von hier folgst du dem markierten Weg Nummer 501 durch den schattigen Wald des Val dell'Ardo, bis sich die Schlucht öffnet und der Blick auf die imposanten Wände der Schiara frei wird.

Nach rund drei Stunden erreichst du das Rifugio 7° Alpini auf 1.502 Metern, malerisch am Fuße der senkrechten Felswände gelegen. Von hier aus wird deutlich, warum diese Berge so berühmt für ihre Kletterrouten sind. Wer weiter will und Klettersteig-Erfahrung hat, kann über die Ferrata Marmol den Gipfel der Schiara anpeilen.

Die Tour eignet sich für konditionsstarke Wanderer mit Trittsicherheit. Der Weg ist teils steil und erfordert Aufmerksamkeit, belohnt aber mit einem der wildesten Talschlüsse der Dolomiten. In der Hütte gibt es deftige Bergkost und herzliche Gastfreundschaft.

Rundwanderung im Val di Zoldo zum Rifugio Coldai

Diese Wanderung erschließt die grandiose Welt des Civetta-Massivs. Startpunkt ist der Passo Staulanza zwischen Zoldo Alto und Selva di Cadore. Auf dem Weg Nummer 564 wanderst du gemächlich ansteigend durch Lärchenwälder und über weite Almwiesen, während sich die gewaltige Nordwestwand der Civetta vor dir aufbaut.

Nach etwa zwei Stunden erreichst du das Rifugio Coldai auf 2.132 Metern. Ein kurzer Abstecher führt dich zum idyllischen Lago Coldai, einem Bergsee, in dem sich an windstillen Tagen die Civetta spiegelt. Das ist einer der schönsten Fotostopps der gesamten Region.

Der Weg ist Teil der Alta Via 1 und daher gut markiert und gepflegt. Die Tour ist mittelschwer und auch für geübte Familien mit älteren Kindern geeignet. Wer mag, verlängert die Runde über den Rückweg durch das Val di Zoldo und genießt unterwegs die ursprüngliche Bergwelt.

Umrundung des Monte Pelmo

Der Pelmo, von den Einheimischen liebevoll Caregon del Padreterno, also Thron des Herrgotts, genannt, ist einer der eindrucksvollsten Berge der Dolomiten. Die Umrundung startet am Passo Staulanza und folgt dem Weg Nummer 472 im Uhrzeigersinn um das mächtige Massiv.

Highlight der Tour sind die versteinerten Dinosaurierspuren am Fuße der Nordwand, ein echtes Naturdenkmal, das bereits vor Millionen Jahren im Wattenmeer entstand. Weiter geht es über die Malga Fiorentina und das Rifugio Venezia, wo du eine wohlverdiente Rast einlegen kannst.

Die Rundtour dauert je nach Tempo sechs bis sieben Stunden und ist konditionell anspruchsvoll, technisch aber gut machbar. Sie richtet sich an ausdauernde Wanderer, die einen ganzen Tag in großartiger Bergkulisse verbringen möchten. Der ständige Blickwechsel auf die verschiedenen Gesichter des Pelmo macht diese Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Familienwanderung zum Lago di Pontesei und Umgebung

Für einen entspannten Tag mit der ganzen Familie bietet sich eine Wanderung rund um den türkisgrünen Lago di Pontesei im Val di Zoldo an. Der Stausee liegt eingebettet zwischen bewaldeten Hängen und bietet immer wieder schöne Ausblicke auf die umliegenden Gipfel.

Vom Parkplatz am See aus folgst du dem gut begehbaren Uferweg. Die Strecke ist weitgehend eben und daher auch für kleinere Kinder gut zu bewältigen. Unterwegs laden schattige Plätze zum Picknick ein, und mit etwas Glück entdeckst du Fische im klaren Wasser.

Diese Tour eignet sich hervorragend als Einstieg oder als Ruhetag zwischen anspruchsvolleren Wanderungen. Sie zeigt eindrucksvoll, dass die Belluneser Dolomiten auch sanfte Seiten haben. Wer mag, kombiniert die Runde mit einem Besuch in einem der urigen Dörfer des Zoldo-Tals.

Höhenweg zum Rifugio Pian de Fontana im Nationalpark

Diese Tour führt tief in den einsamen Nationalpark Belluneser Dolomiten und ist ein Erlebnis für alle, die Ruhe und wilde Natur suchen. Start ist im Ortsteil La Muda bei Longarone. Über den Weg Nummer 514 steigst du durch dichte Buchenwälder und über weite Almen empor.

Nach mehreren Stunden erreichst du das idyllisch gelegene Rifugio Pian de Fontana auf rund 1.630 Metern. Rundherum breitet sich eine unberührte Berglandschaft aus, in der Gämsen und Murmeltiere zu Hause sind. Die Hütte ist ein wichtiger Stützpunkt der Alta Via 1 und bietet einfache, aber herzliche Gastfreundschaft.

Die Wanderung ist konditionell fordernd und richtet sich an erfahrene Bergwanderer. Belohnt wirst du mit einer Einsamkeit, die man in den Dolomiten kaum noch findet. Wer hier übernachtet, erlebt einen Sternenhimmel von unglaublicher Klarheit.

Häufige Fragen

Sind die Belluneser Dolomiten für Wanderanfänger geeignet?

Ja, die Region bietet für jedes Niveau die passende Tour. Anfänger und Genusswanderer finden zahlreiche sanfte Almwanderungen und Rundwege, etwa rund um den Lago di Pontesei oder in den weiten Talböden des Val di Zoldo.

Wichtig ist, dass du deine Tour realistisch nach deiner Kondition und Erfahrung auswählst. Viele Wege in höheren Lagen erfordern Trittsicherheit und Ausdauer. Als Einsteiger solltest du mit einfachen Talwanderungen beginnen und dich langsam steigern. Gutes Schuhwerk und eine Wanderkarte sind in jedem Fall Pflicht.

Kann ich mit Kindern in den Belluneser Dolomiten wandern?

Absolut, die Region eignet sich hervorragend für Familien. Besonders die Talwanderungen und die Wege rund um die Bergseen sind auch für kleinere Kinder gut zu bewältigen und bieten viel Abwechslung.

Für Familien empfehlen sich Touren mit Einkehrmöglichkeiten, damit unterwegs eine Pause mit Kuchen oder Eis eingelegt werden kann. Achte darauf, dass die Kinder feste Schuhe tragen und du ausreichend Proviant sowie Sonnenschutz dabeihast. Höhere und ausgesetzte Touren solltest du erst mit älteren, bergerfahrenen Kindern angehen.

Darf ich meinen Hund mit auf die Wanderungen nehmen?

Grundsätzlich sind Hunde auf den Wanderwegen willkommen, allerdings gelten im Nationalpark Belluneser Dolomiten besondere Regeln. Hier herrscht meist Leinenpflicht, um die Wildtiere und die empfindliche Natur zu schützen.

Bedenke, dass auf Almen häufig Weidevieh unterwegs ist. Halte deinen Hund dort unbedingt an der Leine und meide direkte Begegnungen mit Kühen, besonders wenn Kälber dabei sind. Auf Klettersteigen und sehr ausgesetzten Wegen ist die Mitnahme von Hunden nicht empfehlenswert. Nimm ausreichend Wasser für deinen Vierbeiner mit, denn nicht überall gibt es Quellen.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern?

Die ideale Wandersaison in den Belluneser Dolomiten reicht von Ende Juni bis Anfang Oktober. In diesen Monaten sind die meisten Hütten geöffnet, die Wege schneefrei und die Temperaturen angenehm.

Der Frühsommer besticht durch blühende Bergwiesen, während der September und Oktober mit stabilem Wetter, klarer Fernsicht und den golden leuchtenden Lärchenwäldern locken. Im Hochsommer solltest du früh starten, um nachmittäglichen Gewittern zu entgehen. Außerhalb dieser Zeit können in höheren Lagen noch Schneefelder liegen, die Erfahrung und Ausrüstung erfordern.

Brauche ich für die Touren eine Bergführung?

Für die meisten markierten Wanderwege benötigst du keine Führung, sofern du über eine gute Kondition, Trittsicherheit und eine Wanderkarte oder App verfügst. Die Wege sind in der Regel gut ausgeschildert.

Anders sieht es bei Klettersteigen wie der Ferrata Marmol an der Schiara aus. Wenn du keine Erfahrung mit Klettersteigen hast, solltest du unbedingt einen Bergführer engagieren. Auch bei mehrtägigen Touren auf der Alta Via 1 kann eine geführte Wanderung sinnvoll sein, um die Wegführung sicher zu meistern und mehr über die Region zu erfahren.

Wie komme ich am besten in die Region?

Belluno ist der zentrale Ausgangspunkt und mit dem Auto über die Autobahn A27 von Venedig aus gut erreichbar. Die Fahrt dauert etwa anderthalb Stunden von der Lagunenstadt.

Auch mit der Bahn ist Belluno über Venedig und Conegliano angebunden. Von der Stadt aus fahren Busse in die umliegenden Täler wie das Val di Zoldo oder das Cadore. Für flexible Wandertouren empfiehlt sich jedoch ein eigenes Fahrzeug, da manche Startpunkte mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur eingeschränkt erreichbar sind.

Muss ich Hütten im Voraus reservieren?

Ja, gerade in der Hauptsaison von Juli bis September solltest du Übernachtungen in den Rifugi unbedingt vorab reservieren. Die Hütten haben begrenzte Kapazitäten und sind an beliebten Etappen der Alta Via 1 schnell ausgebucht.

Die Reservierung erfolgt meist telefonisch oder per E-Mail. Kläre vorab, ob Halbpension angeboten wird, was auf den meisten Hütten der Fall ist. Bring einen Hüttenschlafsack mit, denn dieser ist in vielen Rifugi vorgeschrieben. Bezahle möglichst in bar, da nicht alle Hütten Kartenzahlung akzeptieren.

Wie anspruchsvoll sind die Wanderwege wirklich?

Das Spektrum ist breit gefächert. Von einfachen Talwanderungen bis zu hochalpinen Touren und Klettersteigen ist alles dabei. Die Belluneser Dolomiten gelten insgesamt als etwas wilder und ursprünglicher als andere Dolomitenregionen.

Viele Höhenwege erfordern Trittsicherheit, gute Kondition und Schwindelfreiheit. Es gibt teils steile und ausgesetzte Passagen, die volle Konzentration verlangen. Informiere dich vor jeder Tour über den Schwierigkeitsgrad und die Wegverhältnisse. Bei Unsicherheit wähle lieber eine leichtere Alternative, davon gibt es reichlich.

Gibt es unterwegs genug Einkehrmöglichkeiten?

Auf den bekannteren Routen und in den Tälern findest du zahlreiche Hütten, Malghe und Gasthäuser, in denen du dich stärken kannst. Die Belluneser Küche bietet dabei echte kulinarische Höhepunkte.

In den einsameren Ecken des Nationalparks sind die Abstände zwischen den bewirtschafteten Hütten jedoch teils größer. Hier solltest du ausreichend Proviant und Wasser mitnehmen. Prüfe vor der Tour die Öffnungszeiten der Hütten, da diese außerhalb der Hauptsaison eingeschränkt sein können.

Welche Ausrüstung brauche ich für die Wanderungen?

Feste Wanderschuhe mit gutem Profil sind das A und O, gerade auf den steinigen und teils steilen Wegen der Region. Dazu gehören wetterfeste Kleidung, ausreichend Wasser und Verpflegung sowie Sonnen- und Regenschutz.

Da das Bergwetter schnell umschlagen kann, empfiehlt sich das Zwiebelprinzip mit mehreren Schichten. Für Klettersteige benötigst du zwingend ein Klettersteigset, Helm und Handschuhe. Eine Wanderkarte oder App, eine Erste-Hilfe-Ausrüstung und ein aufgeladenes Handy sollten immer dabei sein.

Sind die Belluneser Dolomiten wirklich weniger überlaufen?

Ja, das ist einer der größten Vorzüge der Region. Während sich in Cortina oder an den Drei Zinnen die Wanderer drängen, findest du hier vergleichsweise viel Ruhe und Einsamkeit, besonders im Nationalpark.

Das liegt daran, dass die Belluneser Dolomiten südlich der bekannten Touristenzentren liegen und weniger prominent vermarktet werden. Wer authentisches Bergerlebnis und Stille sucht, ist hier goldrichtig. Selbst in der Hochsaison hast du auf vielen Wegen das Gefühl, die Berge fast für dich allein zu haben.

Kann ich die Alta Via 1 auch in Teilabschnitten wandern?

Ja, das ist gut möglich und für viele die ideale Lösung. Die komplette Alta Via 1 dauert etwa acht bis zwölf Tage. Wer nicht so viel Zeit hat, kann einzelne Etappen als Tagestouren oder als kurze Mehrtagestour gehen.

Die Südetappen durch die Belluneser Dolomiten gehören zu den einsamsten und wildesten des gesamten Weges. Ein guter Einstieg sind die Abschnitte rund um das Rifugio Coldai am Civetta oder das Rifugio Pian de Fontana. Plane die Etappen jedoch sorgfältig und berücksichtige die Öffnungszeiten der Hütten.

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