Hochalpines Dolomiten-Gletschergebiet
Arabba & Marmolada: Wandern im Schatten der Königin der Dolomiten
Wandern in Arabba & Marmolada
Wenn der Morgennebel über dem Pordoijoch aufsteigt und die ersten Sonnenstrahlen den mächtigen Gletscher der Marmolada in ein rosa-goldenes Licht tauchen, dann verstehst du sofort, warum die Ladiner diesen Berg ehrfürchtig die Königin der Dolomiten nennen. Arabba, ein sonnenverwöhntes Bergdorf auf rund 1.600 Metern im Herzen des ladinischen Fodom-Tals, liegt genau richtig, um dieses Schauspiel Tag für Tag zu erleben.
Rund um dich türmen sich einige der berühmtesten Gipfel der Alpen auf: die 3.343 Meter hohe Marmolada mit dem einzigen echten Gletscher der Dolomiten, das schroffe Sellamassiv, die zackige Silhouette des Sassongher und die legendären Passstraßen von Pordoi und Campolongo. Hier verschmelzen dramatische Felskulissen mit sanften Almwiesen, auf denen im Sommer das Vieh grast und die Kuhglocken den Takt vorgeben.
Das Besondere an dieser Ecke der Dolomiten ist die spürbare ladinische Kultur. Man grüßt sich mit einem herzlichen bon dì, die Menütafeln locken mit Casunziei und Schlutzkrapfen, und die alten Höfe erzählen von einem Leben, das den Bergen abgetrotzt wurde. Wanderer finden hier ein dichtes Netz aus markierten Wegen, urigen Schutzhütten und modernen Bergbahnen, die dir den Zustieg zu den schönsten Aussichtsplätzen erleichtern.
Ob du gemächlich über blühende Almen schlenderst, den Spuren des Ersten Weltkriegs am Col di Lana folgst oder dich an einen Klettersteig unter dem Gletscher wagst - Arabba und die Marmolada bieten für jeden Anspruch das passende Erlebnis. Und am Abend, wenn die Alpenglühen-Show über den Felswänden verklingt, sinkst du zufrieden in dein Hüttenbett und weißt: Dieser Berg lässt dich so schnell nicht wieder los.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
1.600 bis 3.343 m (Marmolada)
Geländecharakter
Almwege, Felspfade, Geröll, Höhenwege
Infrastruktur
Bergbahnen, Rifugi, gute Beschilderung
Beste Reisezeit
Mitte Juni bis Anfang Oktober
Höhepunkte zwischen Gletscher, Pässen und Bergdörfern
Die Marmolada - Königin mit Gletscherkrone
Kein anderer Berg prägt diese Region so sehr wie die Marmolada. Mit ihren 3.343 Metern ist sie der höchste Gipfel der gesamten Dolomiten und trägt als einziger noch einen echten Gletscher - auch wenn dieser Jahr für Jahr sichtbar schrumpft. Von der Südseite fällt sie in einer gewaltigen, senkrechten Felswand ab, die zu den größten der Ostalpen zählt und Kletterer aus aller Welt anzieht.
Wer nicht selbst zum Gipfel steigen möchte, nimmt die Seilbahn von Malga Ciapela hinauf zur Punta Rocca auf über 3.250 Metern. Von dort reicht der Blick an klaren Tagen bis zu den Ötztaler Alpen und zur Adria. Oben erinnert eine kleine Kapelle und ein Museum an die dramatischen Kämpfe des Ersten Weltkriegs, als Soldaten unter dem Gletscher ganze Stollensysteme in das Eis gruben - die sogenannte Eisstadt.
Ladinische Kultur und Kulinarik
Arabba (auf Ladinisch Rèba) gehört zu den fünf ladinischen Tälern rund um das Sellamassiv. Die uralte rätoromanische Sprache lebt hier weiter, in den Ortsnamen, in Liedern und im Alltag der Einheimischen. Wer die Ohren spitzt, hört an der Bar oder auf der Alm einen Singsang, der weder Italienisch noch Deutsch ist - sondern eben Ladinisch.
Kulinarisch wirst du reich belohnt. Die halbmondförmigen Casunziei, gefüllt mit Roter Bete oder Spinat und übergossen mit brauner Butter und Mohn, sind ein Klassiker. Dazu kommen kräftige Gerstensuppen, Speckknödel und zum Abschluss ein hausgemachter Kaiserschmarrn. Viele Hütten keltern eigene Kräuterschnäpse - probier den zur Verdauung ruhig, aber übertreib es nicht vor dem Abstieg.
Die großen Dolomitenpässe
Arabba ist ein Knotenpunkt zwischen einigen der spektakulärsten Passstraßen Europas. Das Pordoijoch (2.239 m) verbindet das Fassatal mit dem Buchenstein, der Campolongopass führt hinüber nach Corvara und ins Gadertal. Diese Pässe sind nicht nur für Motorradfahrer und Radprofis ein Sehnsuchtsort, sondern auch Ausgangspunkt herrlicher Wanderungen.
Vom Pordoijoch bringt dich die Seilbahn hinauf zum Sass Pordoi auf 2.950 Meter - die sogenannte Terrasse der Dolomiten. Von hier eröffnet sich ein 360-Grad-Panorama, das seinesgleichen sucht: Marmolada, Sella, Langkofel und in der Ferne die Zinnen türmen sich zu einem Steinmeer auf.
Wusstest du schon?
Die Dolomiten sind seit 2009 UNESCO-Weltnaturerbe - und Arabba mit der Marmolada liegt mittendrin in dieser einzigartigen Bergwelt. Der besondere Dolomitkalk, aus dem die Berge bestehen, entstand vor rund 250 Millionen Jahren aus fossilen Korallenriffen eines tropischen Urmeeres. Wenn du also über die Felsen wanderst, spazierst du buchstäblich auf einem versteinerten Riff.
Ein Geheimtipp am Rande: Wer das berühmte Alpenglühen - die Ladiner nennen es Enrosadira - fotografieren will, sollte sich kurz vor Sonnenuntergang an den Fuß der Marmolada oder auf einen der umliegenden Aussichtshügel stellen. Wenn das letzte Licht die Felswände in glühendes Rot taucht, hältst du kurz den Atem an.
Warum Arabba & Marmolada ein Wanderparadies sind
Ein Wegenetz für alle Ansprüche
Rund um Arabba und die Marmolada erwartet dich ein außergewöhnlich dichtes und bestens beschildertes Wegenetz. Die Wanderwege sind nach dem einheitlichen System des CAI (Club Alpino Italiano) mit roten Nummern markiert, sodass du dich auch ohne perfekten Ortssinn zurechtfindest. Von gemütlichen Almrunden bis zu hochalpinen Gratwanderungen reicht das Spektrum.
Besonders komfortabel: Die zahlreichen Bergbahnen nehmen dir die mühsamen Höhenmeter des Aufstiegs ab. So kannst du deine Kräfte für die aussichtsreichen Höhenwege sparen oder eine anspruchsvolle Tour bergab planen. Familien schätzen genau diese Flexibilität - hinauf mit der Gondel, gemütlich zu Fuß wieder ins Tal.
Panoramen, die im Gedächtnis bleiben
Was das Wandern hier so besonders macht, sind die schier endlosen Aussichten. Vom Sass Pordoi oder von der Punta Rocca blickst du über ein Meer aus Gipfeln, das kaum ein anderer Ort in den Alpen bietet. Die Kombination aus schroffen Felstürmen und weichen, grünen Almwiesen sorgt dafür, dass kein Blick dem anderen gleicht.
Immer wieder tauchen unterwegs urige Hütten auf, wo du dich mit einer warmen Suppe oder einem Stück Apfelstrudel stärken kannst. Diese Rifugi sind keine anonymen Selbstbedienungsstationen, sondern liebevoll geführte Familienbetriebe, die dem Wandertag Seele geben.
Für wen ist die Region geeignet?
Arabba und die Marmolada sind erstaunlich vielseitig. Genusswanderer finden sanfte Rundwege über die Hochebenen mit minimalem Höhenunterschied. Ambitionierte Bergsteiger stürzen sich auf Klettersteige wie die Via Ferrata unter dem Marmoladagletscher oder wagen sich an anspruchsvolle Gipfeltouren.
Auch geschichtlich Interessierte kommen auf ihre Kosten: Die Front des Ersten Weltkriegs verlief mitten durch dieses Gebiet, und zahlreiche Freilichtmuseen, Stellungen und Wege erinnern an diese Zeit. Der Col di Lana etwa wird nicht umsonst der Blutberg genannt - Wandern und Erinnern gehen hier Hand in Hand.
Höhenluft und alpine Herausforderung
Wer hoch hinaus will, sollte die Höhe nicht unterschätzen. Viele Touren bewegen sich zwischen 2.000 und 3.000 Metern, wo die Luft dünner wird und das Wetter schnell umschlagen kann. Gutes Schuhwerk, Sonnenschutz und wetterfeste Kleidung gehören ins Gepäck, auch wenn morgens strahlend blauer Himmel lockt.
Der Lohn für die Anstrengung ist eine Bergwelt, die dich demütig macht. Gämsen queren die Hänge, Murmeltiere pfeifen aus ihren Verstecken, und über dir ziehen manchmal Steinadler ihre Kreise. Genau diese wilden Momente sind es, die das Wandern rund um die Marmolada unvergesslich machen.
Unterkünfte in Arabba & am Fuße der Marmolada
Die schönsten Wanderungen rund um Arabba & Marmolada
Sass Pordoi - Terrasse der Dolomiten
Vom Pordoijoch bringt dich die Seilbahn in wenigen Minuten hinauf auf den Sass Pordoi (2.950 m). Oben angekommen, betrittst du eine karge Hochfläche aus hellem Dolomitkalk, die den Beinamen Terrasse der Dolomiten mehr als verdient. Der Rundblick reicht über die Marmolada, das Langkofelmassiv und bis zu den Ampezzaner Dolomiten.
Wer nicht nur die Aussicht genießen, sondern richtig wandern will, steigt über den markierten Weg Nr. 627 hinab zur Rifugio Forcella Pordoi und weiter Richtung Sellagruppe. Die trittsichere Variante führt hinunter zur Rifugio Boè, wo eine deftige Rast wartet. Der Abstieg zurück ins Pordoijoch ist steil und geröllig - festes Schuhwerk ist Pflicht.
Diese Tour eignet sich hervorragend für alle, die mit wenig Aufwand hochalpines Panorama erleben möchten. Fotografen kommen hier voll auf ihre Kosten, besonders im warmen Abendlicht. Plane genug Zeit für Staunen ein - das Gipfelmeer lässt dich immer wieder innehalten.
Rund um den Padon-Kamm mit Blick auf die Marmolada
Vom Passo di Fedaia am Fuße der Marmolada startet diese aussichtsreiche Höhenwanderung entlang des Padon-Kamms. Der Weg Nr. 698 zieht sich in stetigem Auf und Ab über die vulkanischen Felsen des Padon, von denen aus du die Nordwand und den Gletscher der Marmolada frontal vor dir hast.
Unterwegs passierst du das Rifugio Padon und schließlich die Rifugio Fredarola oberhalb von Arabba. Der dunkle, oft rötliche Vulkanstein bildet einen spannenden Kontrast zum hellen Dolomitkalk der Marmolada gegenüber - Geologen geraten hier ins Schwärmen. Auch geschichtlich ist der Kamm interessant, da hier Reste von Stellungen des Ersten Weltkriegs zu finden sind.
Die Tour ist konditionell fordernd, technisch aber gut machbar für geübte Wanderer. Als Abschluss lohnt sich die Auffahrt oder der Abstieg mit der Bergbahn nach Arabba. Wer den vollen Marmolada-Blick sucht, findet hier eine der lohnendsten Perspektiven der ganzen Region.
Col di Lana - Wanderung auf den Blutberg
Der Col di Lana (2.462 m) ist einer der geschichtsträchtigsten Berge der Dolomiten. Der Aufstieg beginnt am Passo di Valparola oder von Andraz aus und führt über gut markierte Wege durch die einstige Frontlinie des Ersten Weltkriegs. Überall stößt du auf Schützengräben, Stollen und Gedenktafeln.
Der Gipfel trägt eine kleine Kapelle und einen mächtigen Krater - Zeugnis der berühmten Minensprengung von 1916, bei der italienische Truppen die österreichische Gipfelstellung in die Luft jagten. Von hier oben blickst du auf die Marmolada, die Fanesgruppe und den nahen Sasso di Stria.
Diese Tour ist ideal für geschichtlich interessierte Wanderer und alle, die mehr als nur Panorama suchen. Sie ist konditionell mittelschwer, verlangt aber Respekt vor dem Wetter und dem Gelände. Ein stiller, nachdenklicher Ort - packe dir ausreichend Zeit ein, um die Spuren der Geschichte auf dich wirken zu lassen.
Fedaia-Stausee und Malga Ciapela - Familienrunde
Am türkis schimmernden Stausee des Passo di Fedaia (2.054 m) beginnt eine der schönsten familientauglichen Wanderungen der Region. Der Weg führt weitgehend eben am Ufer entlang, mit der eindrucksvollen Marmolada-Nordwand als ständigem Begleiter. Die Spiegelung des Gletschers im Wasser ist ein beliebtes Fotomotiv.
Wer möchte, verlängert die Runde hinunter Richtung Malga Ciapela, dem Talort mit der Marmolada-Seilbahn. Unterwegs laden Almwiesen zum Rasten ein, und mit etwas Glück siehst du grasende Kühe und Murmeltiere. Die Höhenunterschiede sind gering, sodass auch kleinere Kinder gut mitkommen.
Diese Tour ist perfekt für Familien, Genusswanderer und alle, die einen entspannten Tag mit großem Bergkino verbringen möchten. Am Staudamm gibt es ein Rifugio, wo du einheimische Spezialitäten probieren kannst. Ein rundum unbeschwerter Wandertag am Fuß der Königin.
Bindelweg (Viel del Pan) - der Balkonweg der Marmolada
Der Bindelweg, auf Italienisch Viel del Pan, gilt zu Recht als einer der schönsten Panoramawege der Dolomiten. Er startet am Pordoijoch oder am Fedaiapass und verläuft als bequemer Höhenweg entlang der Sonnenseite mit permanentem Blick auf die gegenüberliegende Marmolada.
Der Weg Nr. 601 führt fast eben über blühende Almwiesen, vorbei am Rifugio Viel del Pan, wo du dich mit Suppe und Strudel stärken kannst. Der Name geht auf einen alten Schmugglerpfad zurück, über den einst Getreide (pan) transportiert wurde. Heute genießt du hier eine der komfortabelsten Höhenwanderungen mit spektakulärer Kulisse.
Wegen des geringen Schwierigkeitsgrads und der überwältigenden Aussicht ist der Bindelweg bei Wanderern jeden Alters beliebt. Er lässt sich in beide Richtungen gehen und dank Seilbahnen flexibel planen. Wenn du nur eine einzige Wanderung rund um Arabba machen kannst - dann sollte es diese sein.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit zum Wandern in Arabba und an der Marmolada?
Die klassische Wandersaison reicht von Mitte Juni bis Anfang Oktober. In dieser Zeit sind die Bergbahnen in Betrieb, die Hütten geöffnet und die hochalpinen Wege weitgehend schneefrei. Der Juni verzaubert mit blühenden Almwiesen und Alpenrosen, während der September oft die stabilsten und klarsten Wettertage bietet.
Im Hochsommer, besonders im Juli und August, kann es an beliebten Punkten wie dem Sass Pordoi voller werden. Wer die Ruhe sucht, startet früh am Morgen oder plant Touren abseits der Seilbahnstationen. In den Übergangszeiten solltest du auf mögliche Schneefelder in den Hochlagen achten und dich stets über die aktuellen Bedingungen informieren.
Ist Wandern mit Kindern in dieser Region möglich?
Ja, absolut. Rund um Arabba und die Marmolada gibt es viele Wanderungen, die sich hervorragend für Familien eignen. Der Uferweg am Fedaia-Stausee, gemütliche Almrunden oder der teils ebene Bindelweg sind ideal, da die Höhenunterschiede gering bleiben und unterwegs immer wieder Einkehrmöglichkeiten warten.
Die Bergbahnen sind ein echter Segen für Familien: Du kannst die anstrengenden Aufstiege einfach überbrücken und mehr Zeit für gemeinsames Entdecken haben. Viele Hütten sind kinderfreundlich und bieten einfache Gerichte an. Denk daran, den Kleinen ausreichend Sonnenschutz, Getränke und wetterfeste Kleidung einzupacken - das Bergwetter kann selbst im Sommer schnell umschlagen.
Kann ich meinen Hund mit auf die Wanderungen nehmen?
Grundsätzlich sind Hunde auf den Wanderwegen rund um Arabba willkommen. Viele Vierbeiner genießen die Almwanderungen ebenso wie ihre Menschen. Auf Almen mit Weidevieh solltest du deinen Hund aber unbedingt an der Leine führen, um Kühe und Mutterkühe mit Kälbern nicht zu beunruhigen - Weidevieh kann bei Hunden empfindlich reagieren.
Bei den Bergbahnen gelten unterschiedliche Regelungen; oft dürfen kleinere Hunde in einer Tasche oder größere mit Maulkorb und Leine mitfahren. Erkundige dich am besten vorab an der Talstation. Nimm ausreichend Wasser für deinen Hund mit, denn nicht überall gibt es Quellen, und die Felsplateaus können sich in der Sonne stark aufheizen.
Wie fit muss ich für Wanderungen an der Marmolada sein?
Das hängt ganz von der gewählten Tour ab. Für einfache Rundwege am Fedaia-See oder den weitgehend ebenen Bindelweg reicht eine normale Grundfitness völlig aus. Diese Touren sind auch für Gelegenheitswanderer und Familien gut zu bewältigen.
Anspruchsvollere Ziele wie die Umrundung des Padon-Kamms, der Aufstieg zum Col di Lana oder Klettersteige verlangen deutlich mehr Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Beachte außerdem, dass sich viele Wege in Höhen zwischen 2.000 und 3.000 Metern bewegen, wo die dünnere Luft die Anstrengung spürbar erhöht. Plane Pausen ein und überschätze dich nicht.
Muss ich die Marmolada-Seilbahn im Voraus buchen?
Für einen normalen Besuch ist eine Vorabbuchung meist nicht zwingend nötig, du kannst die Tickets in der Regel direkt an der Talstation in Malga Ciapela lösen. An besonders stark frequentierten Tagen im Hochsommer oder bei perfektem Wetter kann es jedoch zu Wartezeiten kommen.
Es lohnt sich, die aktuellen Betriebszeiten und eventuelle Wartungspausen vorher online zu prüfen, da die Bahnen witterungsabhängig operieren. Bei aufziehendem Gewitter oder starkem Wind wird der Betrieb aus Sicherheitsgründen eingestellt. Wer früh am Tag fährt, umgeht meist die größten Menschenmengen und hat oben die beste Fernsicht.
Welche Ausrüstung sollte ich mitnehmen?
Feste, knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil sind das A und O, besonders auf den geröllreichen Hochgebirgspfaden. Dazu gehören wetterfeste Kleidung im Zwiebelprinzip, eine Regen- und Windjacke sowie eine warme Schicht, denn auf den Gipfeln kann es auch im Sommer empfindlich kühl werden.
Sonnenschutz ist in dieser Höhe besonders wichtig: Sonnencreme, Sonnenbrille und Kopfbedeckung dürfen nicht fehlen, da die UV-Strahlung intensiver ist. Nimm ausreichend Wasser und Proviant mit, auch wenn Hütten unterwegs liegen. Für Klettersteige benötigst du zwingend ein Klettersteigset, Helm und Klettergurt.
Gibt es unterwegs genug Einkehrmöglichkeiten?
Ja, die Region ist hervorragend mit bewirtschafteten Hütten, den sogenannten Rifugi, ausgestattet. Auf beliebten Routen wie dem Bindelweg findest du beispielsweise das Rifugio Viel del Pan, am Sass Pordoi und in der Sellagruppe warten weitere gemütliche Einkehrstationen.
Diese Hütten sind meist von Anfang Juni bis Ende September oder Anfang Oktober geöffnet und servieren typische ladinische und Südtiroler Gerichte. Probier unbedingt die Casunziei, Speckknödel oder einen Kaiserschmarrn. Trotz der guten Versorgung solltest du immer etwas eigenen Proviant und Wasser dabeihaben, falls eine Hütte geschlossen oder überfüllt ist.
Wie komme ich am besten nach Arabba?
Arabba ist mit dem Auto gut erreichbar, allerdings führen die Anfahrten über kurvenreiche Passstraßen wie den Campolongo- oder Pordoipass, was Zeit und eine ruhige Hand am Steuer erfordert. Von Bozen kommend fährst du meist über das Grödner Joch oder das Fassatal.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anreise etwas aufwendiger, aber machbar: Über Bozen oder Brixen kommst du mit Bussen ins Tal. Im Sommer verkehren zudem Wanderbusse zwischen den Orten und Ausgangspunkten der Touren, was die Planung von Streckenwanderungen erleichtert. Erkundige dich vor Ort nach der Dolomiti Supersummer Card oder ähnlichen Angeboten.
Sind die Wanderwege gut markiert?
Die Beschilderung in den Dolomiten gilt als vorbildlich. Alle offiziellen Wege sind mit den roten CAI-Nummern markiert, die du auf Wegweisern, Steinen und Bäumen findest. Mit einer aktuellen Wanderkarte oder einer guten Wander-App findest du dich problemlos zurecht.
Dennoch solltest du dich nie allein auf die Markierungen verlassen, besonders bei aufziehendem Nebel, der in den Bergen schnell die Orientierung erschwert. Lade dir die Route vorab offline herunter und informiere jemanden über deine geplante Tour. Auf hochalpinen Steigen können einzelne Passagen mit Drahtseilen gesichert sein, was etwas Trittsicherheit erfordert.
Kann man an der Marmolada auch klettern oder Klettersteige gehen?
Ja, die Marmolada ist ein Traumziel für Kletterer und Klettersteig-Enthusiasten. Die berühmte Südwand zählt zu den größten und anspruchsvollsten Felswänden der Ostalpen und ist erfahrenen Alpinisten vorbehalten. Für sie ist dieser Berg ein echtes Heiligtum des Kletterns.
Für Klettersteig-Fans gibt es unter anderem die Via Ferrata unter dem Gletscher und weitere gesicherte Routen in der Umgebung. Diese verlangen zwingend die richtige Ausrüstung (Klettersteigset, Helm, Gurt), Schwindelfreiheit und Erfahrung. Wer sich unsicher ist, sollte einen zertifizierten Bergführer buchen - die lokalen Bergführerbüros bieten geführte Touren an.
Wie ist das Wetter in dieser Höhenlage?
Das Bergwetter in den Dolomiten ist wechselhaft und kann sich innerhalb weniger Stunden dramatisch ändern. Sonnige Morgenstunden münden im Hochsommer nachmittags oft in Gewitter, weshalb du deine Touren möglichst früh starten und rechtzeitig wieder unten sein solltest.
Auch die Temperaturen schwanken stark: Während es im Tal angenehm warm ist, kann es auf den Gipfeln über 3.000 Metern selbst im Juli empfindlich kalt und windig werden. Prüfe vor jeder Tour den aktuellen Bergwetterbericht und packe immer eine warme sowie eine regenfeste Schicht ein. Bei Gewittergefahr gehörst du nicht auf exponierte Grate.
Was macht die ladinische Kultur so besonders?
Die Ladiner sind eine alte rätoromanische Sprachgruppe, deren Wurzeln bis in die Römerzeit zurückreichen. In den fünf Tälern rund um das Sellamassiv, zu denen auch Arabbas Heimattal Fodom gehört, wird das Ladinische noch heute im Alltag gesprochen - eine Sprache, die weder Italienisch noch Deutsch ist und Besucher oft überrascht.
Diese Kultur zeigt sich nicht nur in der Sprache, sondern auch in Bräuchen, Sagen, Trachten und vor allem in der Küche. Traditionelle Gerichte, alte Bauernhöfe und die herzliche Gastfreundschaft prägen das Erlebnis. Wer sich darauf einlässt, entdeckt hinter der spektakulären Bergkulisse eine Region mit tief verwurzelter Identität und viel Charme.
Sind geführte Wanderungen empfehlenswert?
Für Einsteiger, Alleinreisende oder alle, die die Region tiefer kennenlernen möchten, sind geführte Wanderungen eine hervorragende Wahl. Lokale Bergführer und Wanderleiter kennen nicht nur die schönsten Wege, sondern erzählen auch von der Geologie, der Geschichte des Ersten Weltkriegs und der ladinischen Kultur.
Besonders bei anspruchsvollen Touren, Klettersteigen oder Gletscherbegehungen ist eine Führung aus Sicherheitsgründen sinnvoll. Die Touristeninformation in Arabba vermittelt entsprechende Angebote, und im Sommer gibt es oft auch geführte Themenwanderungen. So bekommst du wertvolle Einblicke, die dir beim eigenständigen Wandern verborgen blieben.