Arabba & Marmolada: Radfahren im Herzen der Dolomiten zwischen Königin und legendären Pässen
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Arabba & Marmolada: Radfahren im Herzen der Dolomiten zwischen Königin und legendären Pässen

Vier legendäre Pässe, die eisige Königin der Dolomiten und Serpentinen zum Verlieben: Willkommen im Rad-Paradies rund um Arabba.

Radfahren in Arabba & Marmolada

Frühmorgens, wenn der erste Sonnenstrahl über die eisgepanzerte Flanke der Marmolada streicht und das Bergdorf Arabba noch im kühlen Schatten liegt, spürst du es sofort: Hier ist kein gewöhnliches Radrevier. Hier thront die Königin der Dolomiten, umringt von einem Kranz aus Pässen, die Rennrad-Geschichte geschrieben haben.

Arabba liegt auf rund 1.600 Metern mitten im Herzen der Sella-Ronda, jenem magischen Rundkurs, der vier Dolomitenpässe zu einem der berühmtesten Radgebiete Europas verknüpft. Von hier aus rollst du über den Pordoi, den Campolongo, das Fedaia-Joch und weiter bis zum mythischen Passo Gardena. Der Asphalt windet sich in eleganten Serpentinen an Felstürmen vorbei, während dir der Duft von Latschenkiefern und alpiner Bergwiese in die Nase steigt.

Doch Arabba ist nicht nur etwas für Rennrad-Puristen mit stählernen Waden. Rund um die Marmolada erstreckt sich ein feinmaschiges Netz aus Schotterwegen, alten Militärstraßen aus dem Ersten Weltkrieg und flowigen Trails, die Mountainbiker und E-Biker gleichermaßen glücklich machen. Wer keine Lust auf 2.000 Höhenmeter am Stück hat, packt die Sella-Ronda einfach entspannt mit dem E-Bike an und genießt die Aussicht statt den Puls zu zählen.

Was diesen Fleck Erde so besonders macht, ist das Zusammenspiel aus schroffer Dolomiten-Dramatik und ladinischer Gemütlichkeit. Nach einem langen Tag im Sattel erwartet dich in den Rifugi hausgemachte Casunziei, ein Glas Südtiroler Vernatsch und dieses unbeschreibliche Gefühl, gerade durch eines der schönsten Gebirge der Welt geradelt zu sein. Arabba und die Marmolada sind kein Ort, den man abhakt. Sie sind ein Ort, an den man zurückkehrt.

Topografie & Landschaft

Hochalpines Dolomiten-Passland

Höhenlage

1.600 bis 3.343 m (Marmolada)

Geländecharakter

Passstraßen, Schotter, Militärwege

Infrastruktur

Rifugi, Verleih, Seilbahnen

Beste Reisezeit

Juni bis September

Navigation

Was Arabba & die Marmolada so besonders macht

Die Marmolada: Königin der Dolomiten

Mit ihren 3.343 Metern ist die Marmolada der höchste Gipfel der Dolomiten und schon von weitem an ihrem glitzernden Gletscher erkennbar, dem einzigen echten Gletscher der gesamten Bergkette. Von Arabba aus wirkt sie wie ein Wächter, der über das ganze Tal thront. Für Radfahrer ist sie mehr als eine Kulisse: Die Auffahrt zum Fedaia-Pass auf 2.057 Metern führt dich direkt an ihren Fuß, wo sich der türkisblaue Fedaia-Stausee vor der Eiswand ausbreitet.

Wer nicht in die Pedale treten will, nimmt die Seilbahn hinauf zur Punta Rocca. Von der Aussichtsplattform auf über 3.200 Metern schweift der Blick an klaren Tagen bis zum Ortler und in die Zentralalpen. Ein Besuch des höchstgelegenen Museums Europas, dem Marmolada-Museum zur Geschichte des Gebirgskriegs, gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm für alle, die verstehen wollen, warum hier oben einst Frontlinien verliefen.

Sella-Ronda: Der berühmteste Rundkurs der Alpen

Arabba ist einer der klassischen Startpunkte für die legendäre Sella-Ronda, die Umrundung des Sella-Massivs über vier Pässe. Was im Winter Skifahrer begeistert, wird im Sommer zum Rennrad-Traum. Einmal im Jahr, beim autofreien Sellaronda Bike Day, gehören die Straßen ganz allein den Radlern, ganz ohne Motorenlärm, nur du, dein Rad und der Fels.

Rund um diesen Kern spannt sich ein dichtes Wegenetz. Die alten Kriegsstraßen, die einst für den Nachschub gebaut wurden, sind heute perfekte Gravel- und Mountainbike-Routen. Wusstest du schon, dass viele der Serpentinen am Pordoi noch aus österreichisch-ungarischer Zeit stammen und mit erstaunlich sanften Steigungsprozenten angelegt wurden, damit die Maultiere sie bewältigen konnten? Davon profitierst du heute mit deiner Übersetzung.

Ladinische Kultur und Kulinarik

Arabba gehört zum ladinischen Sprachraum, einer der ältesten Kulturen des Alpenraums. Hier spricht man neben Italienisch und Deutsch noch Ladinisch, eine rätoromanische Sprache, die in den Dolomitentälern überlebt hat. Das merkst du an Ortsnamen, an Bräuchen und ganz besonders an der Küche.

Nach einer Etappe über die Pässe schmecken die Klassiker doppelt gut: Casunziei, die roten Rote-Bete-Ravioli mit brauner Butter und Mohn, deftige Schlutzkrapfen oder eine kräftige Gerstensuppe. Dazu ein Stück Apfelstrudel und ein Espresso mit Blick auf die Felswände. Geheimtipp: In den kleinen Rifugi abseits der Hauptpässe kochen oft die Bäuerinnen selbst, und dort bekommst du das echte, unverfälschte Ladinien auf den Teller.

Geheimtipp Valparola und Fanes

Während sich die Massen auf der Sella-Ronda tummeln, bleibt der Passo Valparola vergleichsweise ruhig. Die Auffahrt vom Falzarego aus führt zu einem stillen Bergsee und den Überresten des Forts Tre Sassi, einem beeindruckenden Kriegsmuseum. Von hier öffnet sich der Blick auf die zerklüfteten Türme der Fanes-Gruppe.

Wer Zeit mitbringt, sollte einen Abstecher ins Fanes-Sennes-Prags-Gebiet einplanen. Die Hochebenen mit ihren Almwiesen und Karstformationen bieten Mountainbikern endlose Möglichkeiten und eine Ruhe, die man auf den Passstraßen im Hochsommer manchmal vermisst.

Warum Radfahrerherzen in Arabba höher schlagen

Ein Passradler-Paradies ohne Kompromisse

Es gibt weltweit nur wenige Orte, an denen du innerhalb einer einzigen Tagestour über vier oder fünf legendäre Gebirgspässe rollen kannst. Rund um Arabba ist genau das möglich. Pordoi, Campolongo, Sella, Gardena und das Fedaia-Joch liegen so dicht beieinander, dass du sie wie Perlen an einer Schnur aufreihst. Für Rennradfahrer, die Höhenmeter sammeln und Serpentinen zählen, ist das der reinste Rausch.

Das Besondere: Die Straßen sind zwar herausfordernd, aber die Steigungen bleiben meist im fahrbaren Bereich zwischen sieben und neun Prozent. Nur die berüchtigte Rampe am Fedaia von Malga Ciapela aus zeigt dir mit über zwölf Prozent, was echte Dolomiten-Steilheit bedeutet. Belohnt wirst du oben mit Abfahrten, die zu den schönsten Europas zählen.

Landschaft, die dich zum Anhalten zwingt

Das Faszinierende am Radfahren hier ist der ständige Perspektivwechsel. Auf der einen Passseite windest du dich durch dunkle Nadelwälder, auf der Höhe öffnen sich schlagartig weite Almwiesen, und über allem thronen die bleichen, senkrechten Felswände, die im Abendlicht rosarot glühen, das berühmte Enrosadira. Immer wieder wirst du unwillkürlich anhalten, weil sich hinter der nächsten Kehre ein neues Postkartenmotiv auftut.

Für Fotografen und Genussradler ist das ein Geschenk, für ambitionierte Zeitfahrer manchmal eine Geduldsprobe. Der Tipp lautet: Nimm dir Zeit. Diese Landschaft belohnt jene, die nicht nur auf den Tacho, sondern auch nach oben schauen.

Für jeden Anspruch das richtige Rad

Arabba ist längst nicht mehr nur Rennrad-Terrain. Das Aufkommen der E-Bikes hat die großen Pässe auch für Genießer geöffnet, die früher nur davon geträumt haben. Mit elektrischer Unterstützung wird die Sella-Ronda zum entspannten Panorama-Tag statt zur Materialschlacht. Gleichzeitig finden Mountainbiker auf den alten Militärstraßen und Almwegen ein riesiges Netz an Schotterpisten und Trails.

Auch Familien kommen auf ihre Kosten. Der Talradweg entlang des Cordevole bietet flache, sichere Passagen mit sanftem Gefälle, ideal um mit Kindern erste Bergluft zu schnuppern, ohne dass die kleinen Beine kapitulieren. So wird Arabba zum Radrevier, das wirklich niemanden ausschließt.

Höhenluft und beste Bedingungen

Auf über 1.600 Metern Ausgangshöhe ist die Luft klar und im Hochsommer angenehm kühler als im Tal. Das macht die Region besonders im Juli und August attraktiv, wenn es andernorts brütend heiß ist. Morgens starten die meisten Radler früh, um die Pässe vor dem größten Verkehr und vor den nachmittäglichen Gewittern zu erwischen. Das gehört hier zum guten Ton und zur Sicherheit.

Wer die Ruhe sucht, plant seine Touren auf den frühen Vormittag oder unter der Woche außerhalb der Ferienzeit. Dann gehören die Serpentinen fast dir allein, und du verstehst schnell, warum Generationen von Radsportlern von diesen Straßen schwärmen.

Übernachten in Arabba: Hotels für Rennradler und Mountainbiker

Die schönsten Radtouren rund um Arabba & Marmolada

Die klassische Sella-Ronda mit dem Rennrad

Der Königsklassiker startet direkt in Arabba und umrundet das mächtige Sella-Massiv über vier Pässe. Von Arabba geht es zunächst hinauf zum Passo Campolongo, hinunter nach Corvara und weiter zum Passo Gardena mit seinem grandiosen Blick auf die Sellatürme. Nach der rasanten Abfahrt nach Wolkenstein folgt der Passo Sella, bevor du über den legendären Pordoipass wieder zurück nach Arabba rollst.

Rund 55 Kilometer und knapp 1.800 Höhenmeter warten auf dich, verteilt auf gleichmäßige Anstiege zwischen sieben und neun Prozent. Die Abfahrten sind breit und gut ausgebaut, die Kehren am Pordoi ein wahres Serpentinen-Fest mit 33 nummerierten Spitzkehren.

Diese Runde ist das Herzstück jedes Rennrad-Urlaubs in der Region und für trainierte Fahrer an einem Tag gut machbar. Wer den autofreien Sellaronda Bike Day im Juni erwischt, erlebt die Pässe ganz ohne Autos, ein unvergessliches Gänsehaut-Erlebnis.

Auffahrt zum Fedaia-Pass und Marmolada-Stausee

Diese Tour führt dich direkt an den Fuß der Königin. Von Arabba rollst du hinunter ins Fassatal und beginnst in Malga Ciapela die berüchtigte Steilrampe. Auf gut fünf Kilometern mit teils über zwölf Prozent Steigung kämpfst du dich durch den Wald hinauf, bis sich oben auf 2.057 Metern der türkise Fedaia-Stausee vor der gewaltigen Eiswand der Marmolada auftut.

Der Kontrast ist überwältigend: eben noch schweißtreibende Serpentinen, dann plötzlich die stille Weite des Sees mit dem Gletscher im Hintergrund. Oben lohnt eine Rast am Rifugio, wo du bei einer Suppe die Aussicht auf 3.343 Meter geballte Dolomiten genießt.

Die Rampe ist konditionell anspruchsvoll und eher etwas für geübte Bergfahrer oder E-Biker. Wer sie bezwingt, gehört zum erlesenen Kreis derer, die dem höchsten Berg der Dolomiten wortwörtlich unter die Räder gefahren sind.

Die große Dolomiten-Ronda über Falzarego und Valparola

Für Höhenmeter-Sammler ist diese erweiterte Runde ein Traum. Von Arabba geht es über den Passo Campolongo nach Corvara, dann hinauf zum Passo Valparola mit seinem stillen Bergsee und dem Fort Tre Sassi. Über den Passo Falzarego mit Blick auf die Tofane rauschst du hinunter Richtung Cortina-Seite, bevor die Rückfahrt über weitere Kehren wieder nach Arabba führt.

Unterwegs passierst du das eindrucksvolle Kriegsmuseum am Valparola und die schroffen Felstürme der Fanes-Gruppe. Diese Tour verbindet sportliche Herausforderung mit einer geballten Ladung Geschichte, denn hier verliefen im Ersten Weltkrieg die Frontlinien.

Mit rund 70 Kilometern und über 2.000 Höhenmetern ist das eine Ganztagestour für ambitionierte Rennradler. Belohnt wirst du mit weniger Verkehr als auf der klassischen Sella-Ronda und mit Ausblicken, die dir den Atem rauben.

Mountainbike-Tour über die alten Kriegsstraßen zum Passo Padon

Wer lieber auf Schotter unterwegs ist, findet zwischen Arabba und der Marmolada ein wahres Eldorado. Diese Mountainbike-Runde nutzt die historischen Militärstraßen des Padon-Höhenzugs, die einst dem Nachschub im Gebirgskrieg dienten. Von Arabba führt der Weg über Almen und Panoramapfade hinauf, immer mit der Marmolada als spektakulärer Kulisse gegenüber.

Der Untergrund wechselt zwischen festem Schotter, Wiesenwegen und einigen technischeren Passagen. Oben am Padon-Kamm eröffnet sich eines der besten Panoramen der Region: die gesamte Eiswand der Königin auf der einen, das Sella-Massiv auf der anderen Seite.

Diese Tour ist ideal für konditionsstarke Mountainbiker und E-Mountainbiker, die abseits des Asphalts unterwegs sein wollen. Unterwegs laden urige Almhütten zur Einkehr ein, wo hausgemachter Käse und Speck auf müde Radler warten.

Genussrunde entlang des Cordevole nach Livinallongo

Nicht jeder Tag muss eine Passschlacht sein. Diese entspannte Tour folgt dem Talradweg entlang des Cordevole-Flusses und verbindet die kleinen Ortschaften rund um Arabba und Livinallongo del Col di Lana. Sanfte Gefälle, schattige Waldstücke und immer wieder der Blick auf die umliegenden Gipfel machen diese Strecke zum idealen Regenerationstag oder Familienausflug.

Unterwegs passierst du typisch ladinische Dörfer mit ihren markanten Kirchtürmen und kannst in einer der Trattorien einkehren. Die Strecke eignet sich hervorragend, um die Kultur des Buchensteiner Tals kennenzulernen, ohne sich völlig zu verausgaben.

Für Familien mit Kindern oder Genussradler, die die Beine nach einem harten Passtag lockern wollen, ist diese Runde perfekt. Mit dem E-Bike lässt sie sich problemlos verlängern, sodass auch die sanfteren Anstiege zum Vergnügen werden.

Pordoi solo: Der Mythos der 33 Kehren

Manchmal braucht es keine große Runde, sondern einen einzigen legendären Anstieg. Der Passo Pordoi ist genau das. Von Arabba aus sind es rund neun Kilometer bis zur Passhöhe auf 2.239 Metern, mit gleichmäßigen sieben bis acht Prozent und den berühmten nummerierten Spitzkehren.

Der Pordoi ist ein fester Bestandteil der Giro-d-Italia-Geschichte und wurde mehrfach zur Cima Coppi gekürt, dem höchsten Punkt des gesamten Rennens. Oben erinnert ein Denkmal an den legendären Fausto Coppi, und die Aussicht auf Sella und Marmolada ist grandios.

Diese Auffahrt ist ideal für alle, die einen kürzeren, aber intensiven Tag suchen oder den Anstieg als Trainingseinheit zeitfahren wollen. Wer oben ankommt, kann per Seilbahn zum Sass Pordoi weiterfahren und die Dolomiten aus der Vogelperspektive bestaunen.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Radfahren in Arabba und an der Marmolada?

Die Radsaison in der Region ist relativ kurz, aber intensiv. Die Passstraßen sind in der Regel von Mitte Juni bis Ende September gut befahrbar, da vorher oben noch Schnee liegen kann. Die absolute Hochsaison sind Juli und August.

Wenn du die schönsten Bedingungen mit stabilem Wetter und langen Tagen suchst, sind der Juli und die erste Septemberhälfte ideal. Im September wird es zwar früher kühl und die Tage kürzer, dafür ist deutlich weniger Verkehr auf den Pässen und das Licht für Fotos ist unschlagbar. Achte auf jeden Fall auf die Wettervorhersage, da nachmittägliche Gewitter im Hochsommer häufig sind.

Ist die Sella-Ronda für Anfänger geeignet?

Die klassische Sella-Ronda mit knapp 1.800 Höhenmetern auf 55 Kilometern ist konditionell durchaus anspruchsvoll und für komplette Rennrad-Anfänger ohne Bergerfahrung eher eine Nummer zu groß. Man sollte eine gewisse Grundfitness und Erfahrung mit langen Anstiegen mitbringen.

Die gute Nachricht ist aber: Mit einem E-Bike wird die Runde auch für weniger trainierte Radler gut machbar, weil die elektrische Unterstützung die Steigungen deutlich entschärft. Alternativ kannst du dir einzelne Pässe herauspicken und die Runde auf zwei Tage aufteilen. So kannst du dich langsam an die großen Dolomitenpässe herantasten.

Kann ich die Region auch gut mit dem E-Bike erkunden?

Absolut, Arabba und die Marmolada sind ein hervorragendes E-Bike-Revier. Die Infrastruktur hat sich in den letzten Jahren stark auf E-Biker eingestellt, mit zahlreichen Verleihstationen, Ladepunkten in Rifugi und Hotels sowie eigens ausgeschilderten Routen.

Gerade die großen Passauffahrten, die früher nur durchtrainierten Rennradlern vorbehalten waren, werden mit elektrischer Unterstützung zum genussvollen Erlebnis. Auch für Mountainbiker gibt es viele E-MTB-taugliche Schotterrouten. Denk aber daran, die Reichweite realistisch einzuschätzen, denn Höhenmeter fressen Akku. Ein zweiter Akku oder eine gute Routenplanung mit Ladestopps ist bei den langen Runden empfehlenswert.

Ist Radfahren mit Kindern in der Region möglich?

Ja, auch wenn die Region vor allem für ihre anspruchsvollen Pässe bekannt ist, gibt es durchaus familienfreundliche Möglichkeiten. Der Talradweg entlang des Cordevole bietet flache und sichere Passagen, auf denen auch Kinder gut mitfahren können.

Für Familien mit älteren, geübten Kindern eignen sich zudem einige der einfacheren Almwege. Vom großen Passradeln würde ich mit kleinen Kindern jedoch abraten, da der Verkehr im Hochsommer und die langen Anstiege überfordern können. Ein E-Bike oder ein Kinderanhänger auf den flacheren Strecken sind hier gute Lösungen, um allen Familienmitgliedern ein schönes Erlebnis zu bieten.

Wie stark ist der Autoverkehr auf den Pässen?

Im Hochsommer, besonders an schönen Wochenenden im Juli und August, kann der Verkehr auf den Hauptpässen der Sella-Ronda spürbar sein. Neben Autos sind auch viele Motorradfahrer unterwegs, die die kurvigen Straßen lieben.

Um dem Trubel zu entgehen, empfiehlt es sich, früh am Morgen zu starten, idealerweise vor neun Uhr. Dann sind die Straßen deutlich ruhiger. Ein absolutes Highlight ist der jährliche Sellaronda Bike Day im Juni, an dem die Pässe komplett für den Autoverkehr gesperrt werden und ganz den Radlern gehören. Auch der Dolomites Bike Day bietet ein ähnliches autofreies Erlebnis.

Welche Ausrüstung sollte ich für Passfahrten dabei haben?

Für die langen Abfahrten von den Pässen ist eine Windweste oder Regenjacke Pflicht, denn selbst an heißen Tagen kühlst du bei der Abfahrt aus über 2.000 Metern Höhe schnell aus. Arm- und Beinlinge sowie ein Buff für den Hals sind ebenfalls sinnvoll.

Vergiss außerdem Sonnenschutz und ausreichend Wasser nicht, denn die Höhensonne ist intensiver als im Flachland. Ein kleines Werkzeugset, Ersatzschlauch und Pumpe gehören ohnehin dazu. Für die Übersetzung deines Rennrads gilt: Lieber eine leichtere Kassette montieren, denn die Dolomitenpässe verzeihen keine zu großen Gänge. Eine Kompaktkurbel und ein großes Ritzel machen das Bergauf deutlich angenehmer.

Gibt es gute Möglichkeiten zum Radverleih in Arabba?

Ja, Arabba verfügt über mehrere gut sortierte Radverleihe und Sportgeschäfte, die sowohl hochwertige Rennräder als auch Mountainbikes und E-Bikes anbieten. Viele Hotels arbeiten mit lokalen Verleihern zusammen oder haben eigene Verleihstationen.

Es empfiehlt sich, gerade in der Hochsaison im Voraus zu reservieren, da beliebte Modelle schnell vergriffen sein können. Die meisten Verleihe bieten auch Zubehör wie Helme, Satteltaschen und GPS-Geräte an. Bei den E-Bikes lohnt es sich, auf einen leistungsstarken Akku zu achten, wenn du die großen Pässe angehen willst. Viele Anbieter geben zudem wertvolle Tipps zu aktuellen Streckenbedingungen.

Wie komme ich am besten nach Arabba?

Arabba liegt etwas abseits der großen Verkehrsachsen, was seinen Charme ausmacht, aber eine gewisse Anreise bedeutet. Mit dem Auto erreichst du den Ort von Norden über das Pustertal und den Campolongopass oder von Süden über das Fassa- und Buchensteiner Tal.

Die nächstgelegenen Flughäfen sind Venedig, Verona und Innsbruck, von denen aus du einen Mietwagen nehmen kannst. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anreise möglich, aber etwas aufwendig, meist über den Bahnhof in Brixen oder Bozen und dann weiter mit dem Bus. Für einen Radurlaub mit eigenem Material ist das Auto in der Regel die praktischste Wahl.

Wie schwierig ist die Auffahrt zum Fedaia-Pass wirklich?

Die Auffahrt zum Fedaia-Pass hat es in sich, wenn du sie von Malga Ciapela aus angehst. Auf den letzten Kilometern erwarten dich Steigungen von über zwölf Prozent, was diese Rampe zu einer der steilsten in den Dolomiten macht. Das ist definitiv nichts für schwache Beine.

Von der Fassatal-Seite aus ist die Auffahrt deutlich moderater und gleichmäßiger. Wenn du die Steilrampe scheust, kannst du also auch die sanftere Variante wählen. Für E-Biker ist der Fedaia ohnehin gut machbar. Belohnt wirst du in jedem Fall mit dem grandiosen Anblick des Stausees vor der Eiswand der Marmolada, der die Anstrengung mehr als wert ist.

Sind Rennrad und Gravelbike beide sinnvoll für die Region?

Beide Radtypen haben hier ihre Berechtigung. Das Rennrad ist die klassische Wahl für die legendären asphaltierten Passstraßen wie Pordoi, Sella oder Campolongo. Wer die großen Pass-Runden fahren will, ist mit einem leichten Rennrad mit bergtauglicher Übersetzung ideal ausgestattet.

Das Gravelbike hingegen eröffnet dir eine ganz neue Welt, nämlich die alten Militärstraßen und Schotterwege aus dem Ersten Weltkrieg, die sich durch die Berge ziehen. Damit kannst du dem Verkehr entfliehen und stillere Ecken erkunden. Wer beides erleben möchte, dem sei ein Gravelbike mit etwas breiteren Reifen empfohlen, das einen guten Kompromiss darstellt und sowohl Asphalt als auch Schotter bewältigt.

Kann ich meinen Hund beim Radfahren mitnehmen?

Auf den stark befahrenen Passstraßen im Hochsommer ist das Radfahren mit Hund nicht zu empfehlen, da der Verkehr und die langen Distanzen für das Tier gefährlich und belastend sind. Die Höhenmeter und die Sommerhitze setzen Hunden zusätzlich zu.

Auf den ruhigeren Schotterwegen und Talrouten, etwa entlang des Cordevole, kann ein gut trainierter Hund hingegen mitlaufen, sofern du die Etappen kurz hältst und genügend Pausen mit Wasser einplanst. Viele Wanderwege der Region eignen sich besser für gemeinsame Ausflüge mit dem Vierbeiner. Erkundige dich außerdem vorab, ob dein Unterkunftsbetrieb Hunde willkommen heißt, viele Hotels in der Region sind hundefreundlich.

Was mache ich bei einem plötzlichen Wetterumschwung auf dem Pass?

Wetterumschwünge gehören im Gebirge zum Alltag und können in den Dolomiten sehr schnell eintreten. Nachmittägliche Gewitter sind im Sommer besonders häufig. Deshalb solltest du deine Touren so planen, dass du die Pässe am Vormittag bewältigst und rechtzeitig zurück bist.

Sollte dich das Wetter dennoch überraschen, suche umgehend Schutz in einem der zahlreichen Rifugi oder Berggasthäuser. Bei Gewitter niemals auf exponierten Passhöhen bleiben. Eine Regenjacke im Gepäck ist Pflicht, und ein Handy mit geladenem Akku sowie die Kenntnis der Notrufnummer 112 geben zusätzliche Sicherheit. Die gute Dichte an Einkehrmöglichkeiten macht es in dieser Region relativ einfach, schnell ein Dach über dem Kopf zu finden.

Gibt es geführte Radtouren in Arabba?

Ja, in Arabba und Umgebung werden verschiedene geführte Rad- und Mountainbike-Touren angeboten. Lokale Guides kennen die schönsten Routen, die besten Einkehrmöglichkeiten und wissen genau, wie man dem Verkehr ausweicht.

Gerade für Neulinge in der Region sind geführte Touren eine gute Möglichkeit, sich zu orientieren und die Highlights nicht zu verpassen. Auch für die technisch anspruchsvolleren Mountainbike-Trails auf den alten Kriegsstraßen ist ein ortskundiger Guide Gold wert. Viele Hotels und die örtlichen Tourismusbüros vermitteln Kontakte, und einige Anbieter organisieren sogar mehrtägige Rad-Camps mit unterschiedlichen Leistungsgruppen.

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