Appenzellerland: Wo sanfte Hügel auf schroffe Gipfel treffen
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Appenzellerland: Wo sanfte Hügel auf schroffe Gipfel treffen

Wo Kuhglocken den Takt vorgeben und der Alpstein den Horizont zerschneidet – das Appenzellerland ist Wandern mit Charakter.

Wandern im Appenzellerland

Grüne Hügel, die aussehen, als hätte sie jemand mit dem Lineal gebürstet, dazwischen verstreute Bauernhäuser mit geschwungenen Giebeln und im Hintergrund die felsige Wand des Alpsteins – willkommen im Appenzellerland. Hier, im nordöstlichen Zipfel der Schweiz, prallen zwei Welten aufeinander: das liebliche Hügelland mit seinen Streusiedlungen und die schroffe Bergwelt rund um den Säntis, die selbst gestandenen Alpinisten Respekt einflößt.

Es ist eine Region, die sich Zeit nimmt und diese Ruhe auch an ihre Gäste weitergibt. Wer über die weichen Wiesen wandert, hört das Läuten der Kuhglocken, riecht frisch gemähtes Heu und trifft auf Menschen, die noch den unverwechselbaren Appenzeller Dialekt sprechen – so eigen, dass ihn selbst andere Schweizer manchmal nur mit Mühe verstehen. Zwischen den Alpen weiden gescheckte Kühe, die den berühmten Appenzeller Käse liefern, dessen Rezeptur angeblich bis heute streng gehütet wird.

Das Appenzellerland gliedert sich in die beiden Halbkantone Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden – ein Kuriosum der Schweizer Geschichte, das sich bis heute in Traditionen, Bräuchen und einem gesunden Lokalstolz niederschlägt. In Innerrhoden findet noch immer die Landsgemeinde statt, bei der auf dem Dorfplatz per Handzeichen abgestimmt wird. Kaum eine andere Ecke der Schweiz wirkt so aus der Zeit gefallen und gleichzeitig so lebendig.

Für Wandernde ist die Region ein Paradies mit doppeltem Boden: Wer gemütliche Hügeltouren mit Panoramablick sucht, wird ebenso glücklich wie jene, die sich an den steilen Felspfaden des Alpsteins die Zähne ausbeißen wollen. Und ganz gleich, für welche Route du dich entscheidest – irgendwo wartet garantiert eine Bergwirtschaft mit Alpkäse, Siedwurst und einem kühlen Getränk auf dich.

Topografie & Landschaft

Hügelland mit alpinem Kalkgebirge

Höhenlage

Bis 2.502 m (Säntis)

Geländecharakter

Wiesenwege, Bergpfade, Felsgrate

Infrastruktur

Seilbahnen, viele Berggasthäuser

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Navigation

Was das Appenzellerland so besonders macht

Der Alpstein: Fels, Seen und der legendäre Säntis

Das Herzstück jeder Appenzeller Wanderung ist zweifellos der Alpstein – ein kompaktes, aber unglaublich vielseitiges Kalkgebirge, das sich zwischen den Kantonen Appenzell, St. Gallen und Thurgau erstreckt. Sein höchster Punkt ist der Säntis mit 2.502 Metern, dessen markante Silhouette man an klaren Tagen bis vom Bodensee aus erkennt. Von seinem Gipfel reicht der Blick über sechs Länder – ein Panorama, das selbst wettergegerbte Bergprofis noch zum Staunen bringt.

Doch der Alpstein hat mehr zu bieten als nur den Säntis. Tief eingebettet in die Felslandschaft liegen der türkisgrüne Seealpsee und der Fälensee, deren Wasserfarben an Karibikprospekte erinnern – nur eben mit senkrechten Felswänden statt Palmen. Rund um diese Seen ziehen sich unzählige Wanderwege, die von familienfreundlich bis alpin-anspruchsvoll reichen.

Das Berggasthaus Aescher – ein Klebefleck an der Felswand

Kaum ein Bild aus dem Appenzellerland ist so berühmt wie das Berggasthaus Aescher, das förmlich an der senkrechten Felswand der Ebenalp klebt. Spätestens seit es auf einer Titelseite eines National-Geographic-Bandes landete, pilgern Menschen aus aller Welt hierher. Der Weg dorthin führt durch die faszinierende Höhle des Wildkirchli, in der schon Neandertaler Unterschlupf fanden.

Wusstest du schon? Im Wildkirchli lebte tatsächlich einst ein Einsiedler, und in den Höhlen wurden prähistorische Knochenfunde von Höhlenbären gemacht. Ein Besuch fühlt sich an wie eine kleine Zeitreise – mit Bergpanorama als Bonus.

Land, Leute und der Duft von Käse

Das Appenzellerland lebt seine Traditionen mit einer Hingabe, die ansteckend ist. Die farbenfrohe Tracht, die kunstvolle Bauernmalerei und die berühmte Streichmusik prägen das kulturelle Leben. Wer im Sommer unterwegs ist, erlebt vielleicht sogar den Alpaufzug, bei dem geschmückte Kühe unter dem Klang der Schellen auf die Alpen ziehen.

Kulinarisch dreht sich alles um den Appenzeller Käse, dessen geheime Kräutersulz-Rezeptur bis heute streng gehütet wird. Dazu gibt es Siedwurst, Chäshörnli und den kräftigen Appenzeller Alpenbitter. In den urigen Dörfern wie Appenzell mit seinen bemalten Hausfassaden fühlt man sich, als wäre man in ein lebendiges Freilichtmuseum eingetaucht.

Geheimtipp: Der Hohe Kasten und die Kristallseen

Während sich am Säntis die Menschen tummeln, ist der Hohe Kasten am östlichen Rand des Alpsteins fast ein Geheimtipp. Von hier oben blickt man ins Rheintal, auf den Bodensee und in die Vorarlberger Berge – und der Alpenblumenweg entlang des Kamms ist im Frühsommer ein wahres Blütenmeer.

Ein weiterer Insidertipp sind die stillen Bergseen abseits der Hauptrouten. Der Fälensee etwa liegt so versteckt zwischen den Felsen, dass man ihn erst erblickt, wenn man fast direkt davorsteht – ein magischer Moment, der jede Wanderung lohnt.

Wanderparadies Appenzellerland: Wege, Gipfel und Aussichten

Zwei Welten auf einer Wanderung

Was das Wandern im Appenzellerland so besonders macht, ist der schroffe Kontrast, der sich oft innerhalb weniger Stunden erleben lässt. Du startest womöglich in sanftem, grünem Hügelland, wo die Wege breit und weich unter den Füßen liegen, und stehst kurz darauf am Fuß einer senkrechten Kalkwand des Alpsteins. Diese Vielseitigkeit macht die Region zu einem Ganzjahres-Sehnsuchtsort für Wandernde jeder Couleur.

Die tiefer gelegenen Wege eignen sich hervorragend für gemütliche Genusstouren, während der Alpstein mit seinen ausgesetzten Kammwegen und felsigen Passagen echte Bergerfahrung verlangt. Diese Bandbreite bedeutet: Egal ob du dich als Sonntagsspaziergänger oder als konditionsstarker Gipfelstürmer verstehst – hier findest du deine Route.

Wegequalität und Beschilderung

Die Schweiz ist berühmt für ihr vorbildlich beschildertes Wanderwegnetz, und das Appenzellerland macht da keine Ausnahme. Die gelben Wegweiser mit Zeitangaben führen dich zuverlässig ans Ziel, während die weiß-rot-weißen Markierungen die anspruchsvolleren Bergwege kennzeichnen. Blau-weiße Markierungen weisen auf alpine Routen hin, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordern.

Besonders angenehm: Die Wege sind hervorragend gepflegt, und selbst in exponierten Passagen sorgen Seile und Trittstufen für zusätzliche Sicherheit. Dennoch gilt im Alpstein – der Berg bleibt Berg, und festes Schuhwerk sowie ein Blick auf den Wetterbericht sind Pflicht.

Aussichtspunkte, die den Atem rauben

Kaum eine Region packt so viele spektakuläre Aussichtspunkte auf so engem Raum. Der Säntis bietet das große Panorama über sechs Länder, während der Hohe Kasten mit seinem Rundum-Blick ins Rheintal und auf den Bodensee begeistert. Von der Ebenalp reicht der Blick über das gesamte Hügelland bis zum See.

Doch die schönsten Momente entstehen oft an den unscheinbaren Stellen: ein Grat, von dem aus sich plötzlich der türkise Seealpsee öffnet, oder ein Wiesenhang, an dem man das Kuhglockengeläut aus dem Tal hört. Diese kleinen, unerwarteten Ausblicke machen das Wandern hier so besonders.

Für wen sich das Appenzellerland eignet

Familien mit Kindern finden rund um Ebenalp, Seealpsee und die Höhenwege genügend abwechslungsreiche, aber machbare Touren. Wer die alpine Herausforderung sucht, stürzt sich auf die anspruchsvollen Kammwanderungen wie den Weg über den Lisengrat vom Säntis zum Rotsteinpass.

Und selbst Genusswanderer, die mehr auf Käse und Aussicht als auf Höhenmeter aus sind, kommen auf ihre Kosten. Die zahlreichen Bergwirtschaften machen das Appenzellerland zu einer der genussvollsten Wanderregionen der Alpen – hier darf man ruhig auch mal eine Pause zu viel machen.

Übernachten im Appenzellerland: Von Berggasthaus bis Wellnesshotel

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Die schönsten Wanderungen im Appenzellerland

Rundwanderung Seealpsee ab Wasserauen

Diese Tour zählt zu den beliebtesten Einstiegswanderungen im Alpstein und ist zu Recht ein Klassiker. Vom Bahnhof Wasserauen führt der Weg gemächlich ansteigend durch ein bewaldetes Tal, ehe sich nach rund einer Stunde der türkisgrüne Seealpsee vor dir öffnet – eingebettet zwischen den steilen Felswänden von Säntis und Hundstein.

Am Seeufer laden zwei Berggasthäuser zur Rast ein, und wer mag, umrundet den See auf einem schmalen Uferpfad. Das Wasser spiegelt bei ruhigem Wetter die umliegenden Gipfel so perfekt, dass man kaum weiß, wo oben und unten ist. Für den Rückweg kannst du entweder denselben Weg wählen oder eine Schleife über die Alp Seeböden einlegen.

Die Tour ist familienfreundlich, gut markiert und ganzjährig ein Genuss – im Frühsommer mit blühenden Alpwiesen, im Herbst mit goldenem Licht. Festes Schuhwerk genügt, große alpine Erfahrung ist nicht nötig. Ideal für alle, die den Alpstein zum ersten Mal erleben wollen.

Ebenalp – Wildkirchli – Berggasthaus Aescher

Diese Wanderung ist ein Muss für jeden Appenzell-Besucher. Von Wasserauen bringt dich die Seilbahn bequem hinauf zur Ebenalp auf 1.640 Meter. Von dort führt ein Pfad hinab durch die imposante Höhle des Wildkirchli – einer prähistorischen Fundstätte, in der einst Höhlenbären und später Einsiedler hausten.

Direkt darunter klebt das weltberühmte Berggasthaus Aescher an der senkrechten Felswand. Hier lohnt sich eine Einkehr mit Blick ins Tal, bevor du weiter zum Seealpsee absteigst oder zurück zur Ebenalp wanderst. Der Weg durch die Höhle ist gut gesichert, aber teils dunkel – eine Stirnlampe schadet nicht.

Die Kombination aus Seilbahnauffahrt, Höhlenerlebnis und ikonischem Berggasthaus macht diese Tour perfekt für Familien und Genusswanderer, die viel Erlebnis auf kurzer Strecke suchen. Trittsicherheit ist auf den schmalen Passagen dennoch von Vorteil.

Säntis-Gipfel über den Lisengrat

Für erfahrene Bergwanderer ist die Überschreitung des Lisengrats eines der großen Highlights des Alpsteins. Diese anspruchsvolle Tour führt vom Säntis – erreichbar per Seilbahn ab Schwägalp oder zu Fuß – entlang eines schmalen, mit Drahtseilen gesicherten Felsgrats hinüber zum Rotsteinpass.

Der Grat verläuft ausgesetzt über die Kalkfelsen, mit tiefen Blicken in die umliegenden Täler. Schwindelfreiheit und absolute Trittsicherheit sind hier unerlässlich. Belohnt wirst du mit einem der spektakulärsten Panoramen der Ostschweiz und dem Gefühl, mitten im Hochgebirge zu stehen.

Am Rotsteinpass wartet ein urgemütliches Berggasthaus auf müde Wanderer. Von dort kannst du weiter zum Fälensee absteigen oder zurück Richtung Meglisalp wandern. Diese Tour ist nichts für Anfänger, aber für alle, die den Alpstein von seiner wildesten Seite erleben wollen, ein unvergessliches Erlebnis. Nur bei stabilem Wetter und trockenen Felsen begehen.

Hoher Kasten und Alpenblumenweg

Am östlichen Rand des Alpsteins thront der Hohe Kasten (1.794 m), erreichbar per Seilbahn ab Brülisau. Oben angekommen erwartet dich ein Drehrestaurant und ein Rundum-Panorama, das vom Bodensee über das Rheintal bis zu den Vorarlberger Bergen reicht.

Der eigentliche Star ist jedoch der Alpenblumenweg, der vom Gipfel entlang des Kamms Richtung Stauberenchanzle führt. Im Frühsommer verwandelt sich der Pfad in ein Blütenmeer aus Enzian, Alpenrosen und Edelweiß – ein Fest für Botaniker und Fotografen gleichermaßen.

Die Route ist moderat und gut ausgebaut, teils jedoch schmal am Hang entlang. Wer weiterwandern möchte, steigt hinab zum Sämtisersee und nach Brülisau zurück. Diese Tour verbindet großes Panorama mit botanischer Vielfalt und eignet sich für geübte Genusswanderer, die weniger die Höhenmeter, dafür die Aussicht suchen.

Fälensee und Zwinglipass

Der Fälensee ist einer der versteckten Schätze des Alpsteins – ein schmaler, tiefgrüner Bergsee, eingezwängt zwischen senkrechten Felswänden. Der Weg dorthin startet meist am Sämtisersee bei Brülisau und führt durch das wildromantische Fälental, vorbei am Bollenwees-Berggasthaus.

Der Anblick des Fälensees ist unvergesslich: Erst wenn man fast am Ufer steht, öffnet sich der See in seiner ganzen Länge zwischen den Felsflanken. Von hier kann man weiter zum Zwinglipass aufsteigen, einem einsamen Übergang mit atemberaubendem Blick in die karge Kalklandschaft.

Diese Tour ist konditionell fordernd und teils steil, aber technisch gut machbar. Sie führt dich in einen der stillsten Winkel des Alpsteins, fernab der großen Besucherströme. Ideal für Wanderer, die Einsamkeit, wilde Natur und das Gefühl echter Bergabgeschiedenheit suchen. Feste Bergschuhe und ausreichend Proviant sind hier Pflicht.

Meglisalp – das höchstgelegene Bergdorf

Die Meglisalp gilt als das älteste und höchstgelegene bewirtschaftete Alpdorf der Schweiz und ist ein wahres Kleinod inmitten des Alpsteins. Der Aufstieg beginnt in Wasserauen, führt zunächst zum Seealpsee und von dort in Serpentinen hinauf zur Alp auf rund 1.520 Metern.

Oben angekommen fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt: Ein winziges Kirchlein, urige Alphütten und eine gemütliche Wirtschaft, in der man mit selbstgemachtem Alpkäse und Bergblick verwöhnt wird. Die Kulisse aus Säntis, Rossmad und den umliegenden Gipfeln ist grandios.

Von der Meglisalp aus lassen sich zahlreiche weitere Touren starten – etwa zum Rotsteinpass oder zur Mesmer. Die Wanderung selbst ist mittelschwer, mit einigen steilen Passagen, aber ohne alpine Kletterei. Perfekt für alle, die authentisches Alpleben und Bergromantik erleben möchten, ohne einen Hochgipfel besteigen zu müssen.

Häufige Fragen

Ist das Appenzellerland zum Wandern mit Kindern geeignet?

Absolut, das Appenzellerland ist eine der familienfreundlichsten Wanderregionen der Schweiz. Besonders die Touren rund um den Seealpsee oder die Auffahrt mit der Seilbahn zur Ebenalp lassen sich gut mit Kindern bewältigen, da man die Anstiege abkürzen und trotzdem die spektakuläre Bergwelt erleben kann.

Kinder lieben vor allem das Höhlenerlebnis im Wildkirchli und die Möglichkeit, am Seealpsee zu picknicken oder die Füße ins kühle Wasser zu strecken. Viele Berggasthäuser sind auf Familien eingestellt und bieten kindgerechte Speisen. Achte bei den höher gelegenen Touren im Alpstein allerdings auf ausgesetzte Passagen, die für kleine Kinder nicht geeignet sind. Für den Anfang empfehlen sich die Wege im sanften Hügelland.

Kann ich mit meinem Hund im Appenzellerland wandern?

Ja, Hunde sind auf den meisten Wanderwegen willkommen, und das Appenzellerland ist ein tolles Ziel für Wanderungen mit dem Vierbeiner. Allerdings solltest du einige Dinge beachten: In den Alpgebieten weiden viele Kühe, teilweise mit Kälbern, und Mutterkühe können auf Hunde aggressiv reagieren.

Halte deinen Hund daher unbedingt an der Leine, wenn Weidevieh in der Nähe ist, und weiche Herden großräumig aus. In manchen Naturschutzgebieten und rund um die Alpseen kann Leinenpflicht bestehen. Die schmalen, ausgesetzten Grate wie der Lisengrat sind für Hunde ungeeignet und gefährlich. Bergseen wie der Seealpsee eignen sich hingegen wunderbar für eine gemeinsame Pause. Denk an ausreichend Wasser für deinen Hund, besonders an heißen Tagen.

Wie komme ich am besten ins Appenzellerland?

Das Appenzellerland ist hervorragend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, was gerade für Wanderer ein großer Vorteil ist. Von St. Gallen aus fährt die Appenzeller Bahn direkt ins Herz der Region, etwa nach Appenzell oder bis zum Ausgangspunkt vieler Touren in Wasserauen.

Wer mit dem Auto anreist, findet in den Talorten wie Wasserauen, Brülisau oder an der Schwägalp Parkplätze, die allerdings an schönen Wochenenden schnell voll sein können. Ein echter Tipp ist daher die Anreise per Bahn und Bus, da das Schweizer ÖV-Netz auch die abgelegeneren Ausgangspunkte gut anbindet. Die Seilbahnen zur Ebenalp, zum Hohen Kasten und zum Säntis erleichtern zudem den Einstieg in höhere Lagen erheblich.

Welche Wanderausrüstung brauche ich im Alpstein?

Für die einfacheren Touren im Hügelland und rund um die Seen reichen feste Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung und ausreichend Wasser. Sobald du dich jedoch in den Alpstein wagst, solltest du gut ausgerüstet sein, denn das Wetter kann hier schnell umschlagen.

Empfehlenswert sind knöchelhohe Bergschuhe mit gutem Profil, eine Regen- und Windjacke, warme Kleidung als Reserve sowie ausreichend Verpflegung und Getränke. Für die anspruchsvollen Kammwege wie den Lisengrat sind zusätzlich Schwindelfreiheit und Trittsicherheit unverzichtbar. Eine Karte oder Wander-App, Sonnenschutz und eventuell Wanderstöcke gehören ebenfalls ins Gepäck. Prüfe vor jeder Bergtour den Wetterbericht, denn im Gebirge kann sich das Wetter innerhalb kurzer Zeit dramatisch ändern.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Appenzellerland?

Die Hauptwandersaison im Appenzellerland reicht von Mai bis Oktober. Der Frühsommer ist besonders reizvoll, weil die Alpwiesen dann in voller Blüte stehen und die Wasserfälle nach der Schneeschmelze am eindrucksvollsten sind. Auch die Alpaufzüge finden in dieser Zeit statt.

Der Hochsommer bietet die stabilste Wetterlage für die hochalpinen Touren im Alpstein, kann aber an beliebten Orten wie dem Seealpsee sehr voll werden. Der Herbst überzeugt mit klarer Fernsicht, goldenem Licht und angenehmen Temperaturen. In den höheren Lagen kann jedoch schon früh Schnee liegen. Die tiefer gelegenen Hügelwege lassen sich teilweise sogar im Winter begehen, während die alpinen Routen dann nur mit entsprechender Ausrüstung und Erfahrung sicher sind.

Muss ich die Berggasthäuser vorab reservieren?

Wenn du in einem der Berggasthäuser übernachten möchtest, ist eine Reservierung dringend zu empfehlen, besonders in der Hauptsaison und an Wochenenden. Beliebte Häuser wie das Aescher, die Meglisalp oder das Bollenwees sind schnell ausgebucht, und spontan einen Schlafplatz zu finden, kann schwierig werden.

Für eine reine Einkehr zum Essen brauchst du normalerweise nicht zu reservieren, doch an schönen Sommertagen kann es an den bekannten Gasthäusern trotzdem eng werden. Viele Berggasthäuser haben zudem nur während der Saison geöffnet, meist von Mai bis Oktober. Es lohnt sich also, vorab die Öffnungszeiten zu prüfen und bei geplanter Übernachtung frühzeitig zu buchen, um nicht enttäuscht zu werden.

Wie schwierig ist die Besteigung des Säntis zu Fuß?

Die Besteigung des Säntis zu Fuß ist eine anspruchsvolle Bergtour, die gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. Der Aufstieg von der Schwägalp oder über die Alpstein-Routen dauert mehrere Stunden und überwindet erhebliche Höhenmeter über teils steile und ausgesetzte Pfade.

Wer sich das nicht zutraut, kann bequem die Seilbahn von der Schwägalp zum Gipfel nehmen und trotzdem das grandiose Panorama genießen. Für ambitionierte Wanderer ist der Aufstieg über den Lisengrat vom Rotsteinpass ein echtes Highlight, allerdings nur bei guten Bedingungen und mit entsprechender Erfahrung. Der Berg ist mit 2.502 Metern der höchste im Alpstein, und die Wetterbedingungen am Gipfel können auch im Sommer rau sein. Warme Kleidung sollte immer dabei sein.

Gibt es auch einfache Wanderungen ohne Bergerfahrung?

Ja, das Appenzellerland bietet zahlreiche gemütliche Wanderungen, für die du keine alpine Erfahrung brauchst. Das sanfte Hügelland zwischen den Dörfern eignet sich hervorragend für entspannte Spaziergänge mit Panoramablick auf den Alpstein und die grünen Weiden.

Auch die Wanderung zum Seealpsee ist mit etwas Grundkondition gut machbar und führt über breite, gut gepflegte Wege. Wer die Höhe scheut, kann die Seilbahnen nutzen und oben leichte Höhenwege wie den Alpenblumenweg am Hohen Kasten wandern. Die Dörfer selbst laden zu kulturellen Rundgängen ein, etwa durch das malerische Appenzell mit seinen bemalten Häusern. Für Einsteiger und Genusswanderer gibt es also mehr als genug Möglichkeiten, ohne sich an gefährliche Grate wagen zu müssen.

Kann man im Appenzellerland auch mehrtägige Wanderungen machen?

Definitiv, das Appenzellerland eignet sich wunderbar für Mehrtagestouren, da die zahlreichen Berggasthäuser im Alpstein bequeme Übernachtungsmöglichkeiten bieten. Eine beliebte Route führt etwa über mehrere Alpen und Pässe von Gasthaus zu Gasthaus, sodass man nicht das gesamte Gepäck über weite Strecken tragen muss.

Der Alpstein ist trotz seiner überschaubaren Größe erstaunlich verwinkelt und bietet dutzende Kombinationsmöglichkeiten. Eine klassische Zwei- oder Dreitagestour könnte etwa Seealpsee, Meglisalp, Rotsteinpass und Bollenwees verbinden. Dank der guten Beschilderung und der dichten Infrastruktur an Berggasthäusern lassen sich individuelle Etappen planen. Wichtig ist, die Übernachtungen frühzeitig zu reservieren und die alpinen Passagen realistisch einzuschätzen.

Was sollte ich kulinarisch unbedingt probieren?

Eine Wanderung im Appenzellerland ohne kulinarische Genüsse wäre eine verpasste Chance. Ganz oben auf der Liste steht natürlich der weltberühmte Appenzeller Käse, dessen geheime Kräutersulz-Rezeptur bis heute streng gehütet wird und der in verschiedenen Reifegraden erhältlich ist.

In den Berggasthäusern solltest du unbedingt die Chäshörnli mit Apfelmus, die Siedwurst oder einen deftigen Alpkäse-Teller probieren. Als Digestif gehört der kräftige Appenzeller Alpenbitter dazu, ein Kräuterlikör mit langer Tradition. Süße Genießer freuen sich über die berühmten Appenzeller Biberli, ein Lebkuchengebäck mit Mandelfüllung. Nach einer anstrengenden Bergtour schmeckt eine warme Suppe oder ein frisches Alpbutterbrot in einem der urigen Gasthäuser einfach unvergleichlich gut.

Sind die Wanderwege gut beschildert?

Die Wanderwege im Appenzellerland sind, wie in der ganzen Schweiz, vorbildlich beschildert. Die gelben Wegweiser zeigen nicht nur die Richtung, sondern auch die ungefähre Gehzeit zu den nächsten Zielen an, was die Tourenplanung enorm erleichtert.

Die verschiedenen Schwierigkeitsgrade sind farblich klar gekennzeichnet: Gelbe Wege sind einfache Wanderwege, weiß-rot-weiße Markierungen weisen auf Bergwege hin, die etwas Trittsicherheit erfordern, und blau-weiße Markierungen kennzeichnen alpine Routen für erfahrene Berggeher. Dank dieser klaren Systematik findest du dich auch ohne Ortskenntnis gut zurecht. Trotzdem empfiehlt sich für die anspruchsvolleren Touren immer eine gute Wanderkarte oder eine zuverlässige App, denn im Gebirge kann bei Nebel die Orientierung schnell erschwert werden.

Kann ich die Seilbahnen für die Wanderungen nutzen?

Ja, die Seilbahnen sind ein wunderbares Hilfsmittel, um bequem in die Höhe zu gelangen und die Wanderungen nach eigenen Vorlieben zu gestalten. Die drei wichtigsten sind die Ebenalp-Bahn ab Wasserauen, die Hoher-Kasten-Bahn ab Brülisau und die Säntis-Schwebebahn ab Schwägalp.

Mit ihnen kannst du entweder den anstrengenden Aufstieg abkürzen und oben eine gemütliche Höhenwanderung genießen oder hinaufwandern und mit der Bahn wieder ins Tal fahren, um die Knie zu schonen. Das eröffnet gerade für Familien und weniger geübte Wanderer viele Möglichkeiten. Beachte, dass die Bahnen saisonale Betriebszeiten haben und bei schlechtem Wetter oder starkem Wind auch mal stillstehen können. Ein Blick auf den Fahrplan vor der Tour lohnt sich immer.

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