Kompaktes Kalksteingebirge mit Graten
Alpstein Säntis: Wandern zwischen türkisen Bergseen und schroffen Kalkgipfeln
Wandern im Alpstein am Säntis
Wenn morgens der Nebel über dem Seealpsee liegt und die ersten Sonnenstrahlen die Kalkflanken des Säntis rosarot färben, versteht man schlagartig, warum Generationen von Wanderern diesem kleinen, wilden Gebirge verfallen sind. Der Alpstein ist kein weitläufiges Alpenmassiv mit endlosen Gletscherflächen, sondern ein kompaktes Kraftpaket: schroffe Grate, tiefblaue Bergseen, saftige Alpweiden und mittendrin der Säntis mit seinen 2502 Metern, dessen Sendemast man von halb Ostschweiz aus erkennt.
Zwischen Appenzell, dem Toggenburg und dem Rheintal drängen sich hier drei parallele Bergketten so eng aneinander, dass man beim Wandern ständig das Gefühl hat, um jede Ecke wartet ein neues Bühnenbild. Mal stehst du vor dem sagenumwobenen Wildkirchli, wo einst Höhlenbären hausten, mal balancierst du über den Lisengrat zwischen Säntis und Rotsteinpass, mit Abgründen zu beiden Seiten und einem Panorama, das dir kurz die Sprache verschlägt.
Das Besondere am Alpstein ist diese unglaubliche Dichte an Erlebnissen. Innerhalb weniger Stunden wanderst du von grünen Weiden mit bimmelnden Appenzeller Kühen hinauf in eine hochalpine Felswelt. Und dann sind da die berühmten Berggasthäuser, die wie Schwalbennester an den Felsen kleben – das Aescher, das jahrelang jede Reisezeitschrift der Welt zierte, ist nur das bekannteste davon.
Hier trifft ursprüngliche Appenzeller Kultur auf pures Bergabenteuer. Du hörst Naturjodel, isst Alpkäse direkt von der Sennerei und schläfst danach in einer Hütte, in der schon deine Urgroßeltern hätten übernachten können. Der Alpstein ist ein Ort, der sowohl den gemütlichen Genusswanderer als auch den schwindelfreien Gipfelstürmer glücklich macht – und genau das macht ihn zu einer der beliebtesten Wanderregionen der Schweiz.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
Bis 2502 m (Säntis)
Geländecharakter
Bergpfade, Alpwege, gesicherte Grate
Infrastruktur
Seilbahnen, viele Berggasthäuser
Beste Reisezeit
Ende Mai bis Oktober
Was den Alpstein und den Säntis so einzigartig macht
Der Säntis – König der Ostschweiz
Mit 2502 Metern ist der Säntis der höchste Gipfel des Alpsteins und zugleich einer der markantesten Berge der ganzen Schweiz. Bei klarer Sicht überblickst du vom Gipfel aus sechs Länder – Schweiz, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Frankreich und Italien. Kein Wunder, dass die Aussichtsplattform und das schwungvoll gebaute Berghaus zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region gehören.
Wer keine Lust auf die anstrengende Auffahrt zu Fuß hat, schwebt bequem mit der Schwägalp-Seilbahn nach oben. Doch der eigentliche Reiz liegt darin, sich den Gipfel zu erarbeiten: Über den luftigen Lisengrat oder von der Schwägalp aus wird der Säntis zum echten Bergerlebnis. Wusstest du schon? Auf dem Säntis steht die Wetterstation mit dem längsten durchgehenden Datensatz der Schweiz – seit 1882 wird hier ununterbrochen das Wetter beobachtet.
Der Seealpsee – das türkise Herz des Alpsteins
Kaum ein Foto steht so symbolisch für die Region wie der Seealpsee, der auf 1141 Metern eingebettet zwischen steilen Felswänden liegt. An windstillen Morgen spiegelt sich die Säntis-Nordwand perfekt in seinem klaren Wasser, und die umliegenden Alpwirtschaften laden zu einer Rast bei frischem Alpkäse und selbstgemachtem Most ein.
Der See ist von Wasserauen aus in gut einer Stunde gemütlich zu erreichen und deshalb bei Familien und Genusswanderern besonders beliebt. Im Sommer wagen mutige Seelen sogar ein erfrischendes – und ziemlich kaltes – Bad. Rund um den See findest du kleine Kapellen und die typischen Appenzeller Bauernhäuser, die dem Ort eine fast kitschig-idyllische Note geben.
Berggasthäuser wie aus dem Bilderbuch
Der Alpstein ist berühmt für seine spektakulär gelegenen Berggasthäuser. Das Berggasthaus Aescher, das sich unter einen überhängenden Felsen duckt, ging als Titelbild eines National-Geographic-Buches um die Welt und lockt seither Besucher aus allen Kontinenten. Doch es ist bei Weitem nicht das einzige seiner Art.
Ob Bollenwees am malerischen Fälensee, das Meglisalp mitten in einem der höchstgelegenen bewohnten Bergdörfer Europas oder die Hütten am Rotsteinpass – hier kannst du wandern und dabei von Einkehr zu Einkehr ziehen. Diese Gasthäuser werden oft seit Generationen von denselben Familien bewirtschaftet und servieren bodenständige Appenzeller Küche mit Herz. Geheimtipp: Übernachte im Berggasthaus Meglisalp und erlebe den Sonnenaufgang, wenn die Tagesgäste noch längst nicht da sind.
Appenzeller Kultur und Kulinarik
Wandern im Alpstein bedeutet immer auch, in die lebendige Appenzeller Kultur einzutauchen. Der Naturjodel, das kunstvolle Kuhreihen-Singen und die farbenfrohe Sennentracht sind hier keine Folklore für Touristen, sondern gelebter Alltag. Wenn im Sommer der Alpaufzug stattfindet und die geschmückten Kühe hinauf auf die Weiden ziehen, ist das ein Spektakel, das man so schnell nicht vergisst.
Kulinarisch führt kein Weg am Appenzeller Käse vorbei, dessen genaue Kräutersulz-Rezeptur bis heute streng geheim gehalten wird. Dazu ein Glas Alpenbitter oder ein kühles Quöllfrisch-Bier aus der lokalen Brauerei – so schmeckt der Alpstein. Kehr unbedingt in einer Sennerei ein und probiere den Käse direkt an der Quelle, oft noch warm und würzig.
Wanderparadies Alpstein: Vom Familienspaziergang zur Gipfeltour
Wandern auf kleinstem Raum ganz groß
Was den Alpstein für Wanderer so unwiderstehlich macht, ist seine enorme Vielfalt auf engstem Raum. Drei parallel verlaufende Bergketten – die Säntis-Kette, die Altmann-Kette und die Kamor-Hoher-Kasten-Kette – schaffen ein Labyrinth aus Tälern, Pässen und Graten, das über 200 Kilometer markierte Wanderwege bereithält. Du musst hier keine langen Anfahrten in Kauf nehmen: Fast jeder Weg führt innerhalb weniger Stunden zu einem lohnenden Ziel.
Von Wasserauen, der Schwägalp, Brülisau oder dem Hohen Kasten aus erschließt sich das gesamte Gebiet. Seilbahnen an mehreren Punkten machen den Alpstein außerdem zu einer Region, in der man Auf- und Abstiege clever kombinieren kann – ideal für alle, die zwar Gipfel sammeln, aber ihre Knie schonen wollen.
Von der Familienrunde bis zur Gratkletterei
Der Alpstein bedient jede Wanderergruppe. Familien mit Kindern spazieren gemütlich zum Seealpsee oder erkunden die Höhlen des Wildkirchli, das mit seiner mystischen Geschichte auch die Kleinsten fasziniert. Genusswanderer ziehen von Alp zu Alp und lassen sich unterwegs in den Berggasthäusern verwöhnen.
Wer es sportlich mag, findet ambitionierte Touren wie den luftigen Lisengrat oder die anspruchsvollen Anstiege zum Altmann, dem mit 2435 Metern zweithöchsten Gipfel des Alpsteins. Einige Passagen sind mit Ketten und Tritthilfen gesichert und verlangen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Diese Bandbreite macht den Alpstein zu einem Gebiet, in das man immer wieder zurückkehrt, weil man nie alles gesehen hat.
Bergseen und Aussichten, die süchtig machen
Die Bergseen des Alpsteins sind legendär. Neben dem berühmten Seealpsee locken der tief eingeschnittene Fälensee, der Sämtisersee und der Fählensee mit ihren intensiven Blau- und Türkistönen. Sie liegen oft versteckt in engen Talkesseln und belohnen den Aufstieg mit einer Ruhe, die man in den Alpen selten findet.
Dazu kommen die Aussichtspunkte: Vom Hohen Kasten aus überblickst du den gesamten Alpstein und das Rheintal bis zum Bodensee, vom Säntis reicht der Blick an klaren Tagen bis zu den Berner und Glarner Alpen. Diese Panoramen sind es, die viele Wanderer immer wieder in dieses Gebirge treiben – jeder Grat, jede Passhöhe eröffnet ein neues Bild.
Wegequalität und Orientierung
Die Wanderwege im Alpstein sind vorbildlich markiert und gepflegt. Das dichte Netz der gelben und weiß-rot-weißen Schweizer Wanderwegweiser macht die Orientierung leicht, auch wenn die vielen Kreuzungen und Varianten anfangs verwirren können. Für die anspruchsvolleren Bergwege gilt: Festes Schuhwerk und eine gewisse Kondition sind Pflicht.
Weil die Höhenunterschiede beträchtlich sind und das Wetter schnell umschlagen kann, lohnt sich vor jeder Tour ein Blick auf den Bergwetterbericht. Wer das beachtet, findet im Alpstein ein Wandergebiet, das sowohl sicher als auch abwechslungsreich ist – ein echter Klassiker der Schweizer Bergwelt.
Übernachten im Alpstein: Berggasthäuser & Hotels mit Säntisblick
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Die schönsten Wanderungen im Alpstein Säntis
Wasserauen – Seealpsee – Meglisalp – Seealpsee
Diese Rundwanderung ist der perfekte Einstieg in den Alpstein und zugleich eine der beliebtesten Touren der Region. Vom Bahnhof Wasserauen führt dich der breite Alpweg zunächst gemütlich ansteigend hinauf zum Seealpsee, dessen türkises Wasser sich bei ruhigem Wetter mit der Säntis-Nordwand spiegelt. Schon hier möchte man eigentlich bleiben, doch es lohnt sich weiterzugehen.
Vom See steigst du steiler hinauf zur Meglisalp, einem der höchstgelegenen ganzjährig bewohnten Bergdörfer Europas. Das gleichnamige Berggasthaus mit seiner kleinen Kapelle wirkt wie aus der Zeit gefallen – hier gehört eine Rösti oder ein Stück Alpkäse einfach dazu. Anschließend kehrst du auf einer leicht anderen Route zurück zum Seealpsee und weiter nach Wasserauen.
Die Tour eignet sich hervorragend für konditionsstarke Familien und Genusswanderer, die ein bisschen Höhenmeter nicht scheuen. Plane rund 4,5 bis 5 Stunden ein und genieße unterwegs die für den Alpstein so typische Mischung aus lieblicher Alpidylle und wilder Felskulisse.
Schwägalp – Säntis – Rotsteinpass – Lisengrat
Für ambitionierte Bergwanderer ist die Besteigung des Säntis über den Lisengrat ein absolutes Highlight. Startpunkt ist die Schwägalp, von wo aus du entweder zu Fuß über die Tierwis aufsteigst oder – für die Grattour interessant – die Seilbahn nutzt. Der Lisengrat verbindet den Säntis mit dem Rotsteinpass und gilt als eine der spektakulärsten gesicherten Gratpassagen des Alpsteins.
Mit Drahtseilen und Tritthilfen gesichert, führt der schmale Pfad hoch über den Abgründen entlang, während sich rechts und links die Felswelt in atemberaubender Steilheit auftürmt. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind hier absolute Voraussetzung, dafür wirst du mit einem Gefühl von Freiheit belohnt, das seinesgleichen sucht.
Am Rotsteinpass wartet ein uriges Berggasthaus, das zur wohlverdienten Rast einlädt. Diese Tour ist nichts für Anfänger, aber für erfahrene Wanderer eine unvergessliche Herausforderung mit Gipfelglück und Grandioseblick über die gesamte Ostschweiz. Rechne mit einem langen, anspruchsvollen Bergtag.
Brülisau – Fälensee – Bollenwees – Sämtisersee
Diese Tour führt dich zu den wildromantischsten Bergseen des Alpsteins. Von Brülisau bringt dich die Luftseilbahn hinauf zur Bergstation, oder du wanderst gleich von Brülisau aus los. Der Weg führt über den Sämtisersee hinein in das enge, eindrucksvolle Tal, das vom Fälensee abgeschlossen wird.
Der Fälensee liegt tief eingebettet zwischen den steilen Flanken der Hundstein-Kette und wirkt fast wie ein norwegischer Fjord in Miniatur. Am Berggasthaus Bollenwees am Ufer des Fälensees kannst du einkehren, übernachten oder einfach nur die dramatische Kulisse auf dich wirken lassen.
Die Wanderung ist mittelschwer und für geübte Wanderer gut zu bewältigen. Sie eignet sich besonders für alle, die abseits der großen Besucherströme die stille, wilde Seite des Alpsteins entdecken wollen. Kombiniert man die Seen zu einer Rundtour, entsteht ein abwechslungsreicher Tag zwischen Wasser, Wald und Fels.
Wildkirchli und Ebenalp – Höhlen, Aescher und Weitblick
Diese Tour verbindet Kultur, Geschichte und spektakuläre Ausblicke. Von Wasserauen schwebst du mit der Seilbahn auf die Ebenalp, den nördlichsten Gipfel des Alpsteins. Von hier führt ein gut ausgebauter Weg hinunter durch die prähistorischen Höhlen des Wildkirchli, in denen Archäologen Spuren von Höhlenbären und steinzeitlichen Jägern fanden.
Direkt darunter klebt das weltberühmte Berggasthaus Aescher an der Felswand – ein Ort, der schon unzählige Reisemagazine zierte. Der Weg dorthin ist teils in den Fels gehauen und sorgt für ordentlich Nervenkitzel, bleibt aber für trittsichere Wanderer gut machbar.
Die Runde eignet sich auch für Familien mit etwas größeren Kindern, die von den Höhlen und der einmaligen Lage begeistert sein werden. Wer möchte, wandert von der Ebenalp weiter zum Seealpsee und zurück nach Wasserauen. Ein Erlebnis, das Natur, Geschichte und Schweizer Berggastfreundschaft auf einzigartige Weise vereint.
Hoher Kasten – Staubern – Bollenwees Panoramaweg
Der Hohe Kasten mit seinem Drehrestaurant ist bequem per Seilbahn von Brülisau aus erreichbar und bietet einen der schönsten Ausgangspunkte für Panoramawanderungen. Von der Bergstation aus folgst du dem aussichtsreichen Höhenweg Richtung Staubern, immer mit dem Blick tief hinunter ins Rheintal und über den Bodensee.
Der Weg verläuft auf dem sonnigen Kamm der östlichen Alpsteinkette und ist geprägt von saftigen Weiden, Kalkfelsen und einem ständigen Weitblick. Beim Berggasthaus Staubern kannst du einkehren, bevor du weiter Richtung Fälensee und Bollenwees absteigst.
Diese Tour ist mittelschwer und besonders bei gutem Wetter ein Genuss, weil das Panorama fast durchgehend spektakulär bleibt. Sie eignet sich für konditionell fitte Wanderer, die grandiose Aussichten lieben und gerne mehrere Berggasthäuser miteinander verbinden. Der leichte Höhenweganteil macht sie auch für Einsteiger in längere Bergtouren attraktiv.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Alpstein?
Die klassische Wandersaison im Alpstein reicht von Ende Mai bis Ende Oktober. In den höheren Lagen und auf den Graten kann bis in den Juni hinein noch Schnee liegen, weshalb sich anspruchsvolle Touren wie der Lisengrat erst ab dem Frühsommer wirklich lohnen.
Der Hochsommer bringt stabiles Wetter, kann aber gerade an Wochenenden auf den beliebten Wegen für viel Betrieb sorgen. Wer es ruhiger mag, ist im September und frühen Oktober bestens aufgehoben: Die Luft ist klar, die Fernsicht oft grandios, und viele Berggasthäuser haben noch geöffnet. Achte immer auf den aktuellen Bergwetterbericht, denn im Alpstein kann das Wetter schnell umschlagen.
Ist der Alpstein zum Wandern mit Kindern geeignet?
Ja, der Alpstein ist ein wunderbares Wandergebiet für Familien, sofern man die Touren passend auswählt. Der Weg von Wasserauen zum Seealpsee ist breit, gut ausgebaut und auch für kleinere Kinder gut zu schaffen. Am See gibt es Einkehrmöglichkeiten und im Sommer die Chance, die Füße ins kühle Wasser zu halten.
Ein echtes Abenteuer für Kinder sind die Höhlen des Wildkirchli auf der Ebenalp, die man bequem per Seilbahn erreicht. Von anspruchsvollen Gratwanderungen wie dem Lisengrat solltest du mit kleinen Kindern jedoch absehen, da diese ausgesetzt und teils mit Ketten gesichert sind. Mit etwas Planung findet aber jede Familie passende Routen.
Kann ich im Alpstein mit Hund wandern?
Grundsätzlich ist Wandern mit Hund im Alpstein möglich und weit verbreitet. Auf den einfacheren Wegen wie rund um den Seealpsee oder auf den Höhenwegen ist dein Vierbeiner ein gern gesehener Begleiter. Wichtig ist, dass du deinen Hund im Bereich der Alpweiden an die Leine nimmst, da hier Kühe und teilweise auch Mutterkühe mit Kälbern grasen.
Bei ausgesetzten, gesicherten Passagen wie dem Lisengrat solltest du gut einschätzen, ob dein Hund trittsicher und schwindelfrei genug ist – hier kann es für Tiere gefährlich werden. In Seilbahnen sind Hunde meist gegen einen kleinen Aufpreis erlaubt. Informiere dich vorab bei den Berggasthäusern, ob Hunde auch übernachten dürfen.
Wie komme ich am besten in den Alpstein?
Der Alpstein ist hervorragend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Mit der Appenzeller Bahn gelangst du direkt bis nach Wasserauen, dem beliebtesten Ausgangspunkt für Wanderungen zum Seealpsee und zur Ebenalp. Auch Brülisau ist per Bus gut angebunden und Startpunkt für den Hohen Kasten.
Wer den Säntis besteigen möchte, fährt zur Schwägalp, die ebenfalls mit dem Postauto erreichbar ist. Mit dem Auto findest du an den meisten Ausgangspunkten kostenpflichtige Parkplätze, die an schönen Wochenenden allerdings schnell voll sind. Gerade in der Hochsaison lohnt sich die Anreise mit Bahn und Bus – so sparst du dir die Parkplatzsuche und tust der Umwelt etwas Gutes.
Muss ich für die Säntis-Besteigung schwindelfrei sein?
Das hängt stark von der gewählten Route ab. Der Anstieg von der Schwägalp über die Tierwis ist zwar anstrengend, aber technisch überschaubar und für konditionsstarke Wanderer ohne besondere Schwindelfreiheit machbar. Anders sieht es beim Lisengrat aus, der den Säntis mit dem Rotsteinpass verbindet.
Der Lisengrat verläuft auf einem schmalen, ausgesetzten Grat und ist mit Drahtseilen und Tritthilfen gesichert. Hier sind Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit unverzichtbar. Wer sich das nicht zutraut, erreicht den Gipfel bequem mit der Säntis-Schwebebahn von der Schwägalp aus und kann die grandiose Aussicht trotzdem genießen.
Kann man in den Berggasthäusern übernachten?
Ja, und das ist eines der schönsten Erlebnisse im Alpstein. Zahlreiche Berggasthäuser wie Meglisalp, Bollenwees, Rotsteinpass oder das Aescher bieten einfache, aber gemütliche Übernachtungsmöglichkeiten, oft in Matratzenlagern oder kleinen Zimmern. Die meisten sind nur zu Fuß erreichbar, was ihren besonderen Charme ausmacht.
Eine Übernachtung lohnt sich enorm: Du erlebst den Sonnenuntergang und -aufgang in den Bergen, wenn die Tagesgäste längst wieder im Tal sind, und genießt die Stille des Alpsteins in vollen Zügen. In der Hochsaison und an Wochenenden solltest du unbedingt frühzeitig reservieren, da die Plätze begehrt und begrenzt sind.
Wie schwierig sind die Wanderungen im Alpstein insgesamt?
Der Alpstein bietet die gesamte Bandbreite an Schwierigkeitsgraden. Es gibt einfache Genusswege wie zum Seealpsee, mittelschwere Bergwanderungen wie zu den Bergseen bei Bollenwees und anspruchsvolle alpine Touren wie den Lisengrat oder die Altmann-Besteigung.
Wichtig zu wissen: Auch die vermeintlich einfachen Touren beinhalten oft beträchtliche Höhenunterschiede, da der Alpstein ein steiles Gebirge ist. Eine gewisse Grundkondition ist daher fast überall gefragt. Für die Bergwege gilt zudem, dass festes Schuhwerk mit gutem Profil Pflicht ist. Wer seine Tour realistisch nach eigenem Fitnesslevel plant, findet aber garantiert passende Wege.
Welche Ausrüstung brauche ich zum Wandern im Alpstein?
Für die meisten Bergwanderungen im Alpstein solltest du feste Wanderschuhe mit gutem Profil, wetterfeste Kleidung und ausreichend Wasser dabei haben. Das Bergwetter kann schnell umschlagen, deshalb gehören eine Regenjacke und eine warme Schicht auch im Sommer in den Rucksack.
Für ambitionierte Touren wie den Lisengrat empfehlen sich zusätzlich Wanderstöcke und eventuell ein Helm, wobei die Passagen gut mit Ketten gesichert sind. Sonnenschutz ist auf den offenen Graten und Hochweiden unerlässlich. Da viele Wege in Seenähe oder über feuchte Weiden führen, sind wasserdichte Schuhe von Vorteil. Eine Wanderkarte oder App zur Orientierung rundet die Ausrüstung ab.
Gibt es unterwegs genug Einkehrmöglichkeiten?
Der Alpstein ist geradezu berühmt für seine dichte Kette an Berggasthäusern und Alpwirtschaften. Kaum ein anderes Wandergebiet der Schweiz bietet so viele urige Einkehrmöglichkeiten auf so engem Raum. Von der Meglisalp über Bollenwees bis zum Aescher findest du fast überall die Chance auf eine Rösti, ein Stück Alpkäse oder ein kühles Getränk.
Das macht den Alpstein besonders für Genusswanderer attraktiv, die von Hütte zu Hütte ziehen. Beachte jedoch, dass die meisten Berggasthäuser nur während der Sommersaison geöffnet haben und in den Randzeiten früh schließen. Viele akzeptieren nur Bargeld, daher solltest du immer etwas Geld dabeihaben.
Kann man im Alpstein mehrtägige Wanderungen unternehmen?
Absolut. Der Alpstein eignet sich hervorragend für Mehrtagestouren, bei denen man in den Berggasthäusern übernachtet und das Gebirge in mehreren Etappen durchquert. Eine beliebte Variante ist die Alpstein-Durchquerung, bei der man verschiedene Bergseen, Pässe und Gipfel miteinander verbindet.
Weil die Berggasthäuser so dicht liegen, musst du kein schweres Zelt oder große Vorräte schleppen – ein leichter Rucksack reicht völlig. Diese Art des Wanderns ist ein echtes Erlebnis, weil du die Stimmung der Berge zu verschiedenen Tageszeiten erlebst. Plane deine Etappen sorgfältig und reserviere die Übernachtungen unbedingt im Voraus, besonders in der Hauptsaison.
Sind die Wege im Alpstein gut markiert?
Ja, der Alpstein verfügt über ein vorbildlich ausgeschildertes Wanderwegnetz nach Schweizer Standard. Die gelben Wegweiser zeigen Wanderziele und Gehzeiten an, während die weiß-rot-weißen Markierungen die anspruchsvolleren Bergwege kennzeichnen. Die Orientierung fällt dadurch auch weniger erfahrenen Wanderern leicht.
Wegen der vielen Kreuzungen und Varianten lohnt es sich dennoch, eine Wanderkarte oder eine App wie SchweizMobil dabeizuhaben. Bei Nebel, der im Alpstein durchaus vorkommen kann, wird die Orientierung ohne Hilfsmittel schwieriger. Insgesamt gehört das Gebiet aber zu den am besten erschlossenen und markierten Wanderregionen der Ostschweiz.
Was macht den Appenzeller Käse im Alpstein so besonders?
Der Appenzeller Käse ist untrennbar mit der Region verbunden und gehört zu jeder Wanderung im Alpstein dazu. Sein charakteristisch würziger Geschmack stammt von einer geheimen Kräutersulz-Mischung, deren genaue Rezeptur seit Generationen streng gehütet wird – angeblich kennen sie nur eine Handvoll Menschen.
Auf den Alpwirtschaften kannst du den Käse oft direkt an der Quelle probieren, teils noch handgemacht nach traditioneller Art. Der Genuss eines frischen Stücks Alpkäse mit Bergbrot und einem Glas Most nach einer anstrengenden Wanderung gehört zu den kulinarischen Höhepunkten der Region. Viele Sennereien bieten außerdem Einblicke in die Käseherstellung, was besonders für Familien spannend ist.