Alpine Sonnenterrasse über Gletscher
Aletsch Arena: Wandern am Rand des grössten Eisstroms der Alpen
Wandern in der Aletsch Arena
Stell dir vor, du stehst auf einem sonnenverwöhnten Grat, und vor dir schiebt sich ein 20 Kilometer langer Strom aus Eis durch die Berge – lautlos, uralt, gewaltig. Willkommen in der Aletsch Arena, jenem magischen Balkon über dem grössten Gletscher der Alpen, dem UNESCO-Welterbe Grosser Aletschgletscher.
Hoch über dem Rhonetal, auf einer autofreien Sonnenterrasse zwischen den Orten Riederalp, Bettmeralp und der Fiescheralp, breitet sich eine Wanderwelt aus, die ihresgleichen sucht. Von unten fährst du mit Seilbahnen hinauf – und plötzlich ist alles anders. Keine Autos, keine Hektik, nur das Läuten der Kuhglocken, der Duft von Arvenholz und ein Panorama, das vom Matterhorn bis zu den Berner Alpen reicht.
Die grosse Bühne dieser Arena ist der Blick vom Aussichtsberg Eggishorn oder von der Bettmerhorn-Bergstation hinab auf den Eisstrom, der sich aus dem Firngebiet der Jungfrau-Region herabwälzt. Wer hier oben steht, versteht plötzlich, warum Naturforscher, Dichter und Bergsteiger seit Jahrhunderten ins Schwärmen geraten.
Doch die Aletsch Arena ist mehr als Gletscherkino. Es sind die uralten Arven im Aletschwald, die knorrig und trotzig auf über 2000 Metern wachsen. Es sind die kleinen Bergseen wie der Bettmersee, die den Himmel spiegeln. Und es ist diese wunderbare Mischung aus alpiner Wildheit und Walliser Gemütlichkeit, die dich abends bei einem Glas Fendant und einem Stück Raclette auf der Terrasse festhält.
Ob gemütlicher Höhenweg mit Kinderwagen, anspruchsvolle Gratwanderung oder ehrfürchtiger Blick über die Kante ins ewige Eis – hier findet jeder seine Tour. Schnür die Wanderschuhe, wir gehen dorthin, wo die Alpen ihr grösstes Kunstwerk aus Eis geschaffen haben.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
1900–2869 m (Eggishorn)
Geländecharakter
Alpwege, Fels, Höhenpfade
Infrastruktur
Autofreie Dörfer, Seilbahnnetz
Beste Reisezeit
Mitte Juni bis Oktober
Was du in der Aletsch Arena unbedingt erleben musst
Der Grosse Aletschgletscher – das Herzstück der Arena
Er ist der unangefochtene Star: Mit rund 20 Kilometern Länge und einer Eisdicke von bis zu 800 Metern ist der Grosse Aletschgletscher der grösste und mächtigste Eisstrom der Alpen. Seit 2001 gehört er zum UNESCO-Welterbe Swiss Alps Jungfrau-Aletsch. Wenn du zum ersten Mal an der Kante des Bettmerhorns oder Eggishorns stehst und diese schier endlose weisse Bahn siehst, die sich zwischen dunklen Felsgraten talwärts schiebt, wird selbst der grösste Plaudertascher still.
Faszinierend sind die dunklen Streifen, die sich wie Bänder über das Eis ziehen – die sogenannten Mittelmoränen, entstanden dort, wo einzelne Firnbecken zusammenfliessen. Sie erzählen die Geschichte von Jahrtausenden. Wusstest du schon? Der Aletschgletscher verliert jährlich mehrere Meter an Länge – wer ihn heute in seiner ganzen Wucht erlebt, sieht ein Naturdenkmal im Wandel, das man in dieser Form kaum ein zweites Mal erleben wird.
Der Aletschwald – Heimat der uralten Arven
Etwas versteckt und dennoch spektakulär liegt der Aletschwald, ein Naturschutzgebiet oberhalb des Gletschers. Hier wachsen Arven und Lärchen, von denen einige über 700 Jahre alt sind. Diese knorrigen Baumgestalten haben Stürme, Lawinen und Jahrhunderte überstanden – und stehen heute wie stille Wächter über dem Eis.
Ein Spaziergang durch diesen urtümlichen Wald fühlt sich an wie eine Zeitreise. Im Herbst leuchten die Lärchen goldgelb, und mit etwas Glück begegnest du Gämsen oder hörst das Pfeifen eines Murmeltiers. Die Villa Cassel, ein historisches englisches Landhaus in Riederfurka, beherbergt heute ein Naturzentrum von Pro Natura – ein idealer Startpunkt für Naturliebhaber.
Autofreie Bergdörfer mit Walliser Seele
Riederalp, Bettmeralp und die Fiescheralp sind autofrei – und das spürst du sofort. Statt Motorenlärm hörst du das Klingeln von Elektrofahrzeugen und das Rauschen des Windes. Die Bettmeralp mit ihrer charmanten Kapelle Maria zum Schnee, malerisch am Ufer des Bergsees gelegen, gilt als eines der schönsten Fotomotive des Wallis.
In den urigen Dörfern findest du sonnengebräunte Holzhäuser, blumengeschmückte Balkone und Menschen, die sich Zeit nehmen. Hier lebt die Walliser Gastfreundschaft noch auf angenehm unaufgeregte Weise – herzlich, direkt und immer mit einem Augenzwinkern.
Kulinarik: Raclette, Fendant und Bergsonne
Wandern macht hungrig, und das Wallis weiss, wie man Wanderer glücklich macht. Auf den zahlreichen Bergrestaurants und Alpen bekommst du hausgemachtes Raclette vom heimischen Käse, cremige Cholera (eine Walliser Gemüse-Kartoffel-Pastete), luftgetrocknetes Trockenfleisch und dazu ein Glas kühlen Fendant aus den steilen Rebbergen des Rhonetals.
Geheimtipp: Kehre auf einer der kleinen Alpbeizen abseits der grossen Stationen ein – dort schmeckt der Käse noch nach Sommerweide und die Aussicht gibt es gratis dazu. Viele Betriebe verarbeiten die Milch der eigenen Kühe direkt vor Ort, was du bei jedem Bissen schmeckst.
Warum Wandern in der Aletsch Arena unvergesslich ist
Wandern mit Gletscherblick – ein Erlebnis der Superlative
Was die Aletsch Arena so einzigartig macht, ist die schiere Nähe zum ewigen Eis. Auf kaum einem anderen Höhenweg der Alpen begleitet dich ein 20 Kilometer langer Gletscher fast permanent zur Seite. Der berühmte Aletsch Panoramaweg zwischen Bettmerhorn und Fiescheralp führt dich immer entlang der Gletscherkante – ein visuelles Dauerfeuer, das man nicht so schnell vergisst.
Das Besondere: Du musst kein Alpinist sein, um diese Ausblicke zu geniessen. Die Seilbahnen bringen dich bequem auf über 2600 Meter, von wo aus sich viele Traumtouren praktisch ebenerdig starten lassen. So wird das Gletschererlebnis zum Genuss für alle – vom Familienausflug bis zur Fototour.
Wegequalität und Vielfalt für jedes Niveau
Die Aletsch Arena verfügt über ein hervorragend ausgeschildertes Wanderwegnetz von rund 300 Kilometern. Die Wege sind sauber markiert (gelbe Wegweiser mit weiss-rot-weissen Bergwegzeichen für alpinere Routen), gut gepflegt und dank der Seilbahnen flexibel kombinierbar. Du kannst also hoch fahren und gemütlich absteigen – ideal für Familien und alle, die die Knie schonen wollen.
Von kinderwagentauglichen Rundwegen um den Bettmersee über aussichtsreiche Höhenwege bis zu anspruchsvollen Gratwanderungen und dem Zustieg zur Märjelensee-Region ist alles dabei. Wer es spektakulär mag, wagt sich an den Hängebrücken-Klassiker oder eine geführte Gletscherwanderung mit Bergführer aufs Eis.
Aussichtspunkte, die dir den Atem rauben
Drei Gipfel bilden die grosse Aussichtstrilogie: das Eggishorn (2869 m) mit dem wohl umfassendsten Gletscherblick und Sicht bis zum Matterhorn, das Bettmerhorn (2647 m) mit Panoramaterrasse direkt über dem Eis und das Moosfluh mit ihrer futuristischen Aussichtsplattform.
Jeder dieser Punkte ist per Seilbahn erreichbar und bietet einen anderen Blickwinkel auf das Naturschauspiel. Geheimtipp: Gehe früh morgens hinauf, wenn das erste Licht über den Firn kriecht – oder bleibe zum Sonnenuntergang, wenn das Eis in Rosé- und Goldtönen erglüht. Diese Stunden gehören dir dann fast allein.
Naturerlebnisse zwischen Firn und Blumenwiesen
Die Höhenlage sorgt für eine erstaunliche Artenvielfalt. Im Frühsommer verwandeln sich die Alpwiesen in ein Meer aus Enzian, Alpenrosen und Trollblumen. Murmeltiere pfeifen aus jedem Hang, Gämsen ziehen über die Grate und mit Glück kreist ein Adler oder Bartgeier über deinem Kopf.
Der Kontrast zwischen der lebensfrohen Vegetation und der kargen Eiswelt macht das Wandern hier so intensiv. Innerhalb weniger Höhenmeter wechselst du von blühenden Wiesen zu Fels und Firn – ein Naturkurs zum Anfassen, der Gross und Klein gleichermassen begeistert.
Unterkünfte in der Aletsch Arena: Schlafen mit Gletscherblick
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Die schönsten Wanderungen in der Aletsch Arena
Aletsch Panoramaweg: Bettmerhorn – Fiescheralp
Dies ist die Königsetappe der Region und der wohl berühmteste Höhenweg mit Gletscherblick der Alpen. Du fährst mit der Gondelbahn von der Bettmeralp hinauf zur Bergstation Bettmerhorn (2647 m). Von dort führt der gut markierte Weg zunächst über die Bettmergrat-Region, immer mit dem gewaltigen Eisstrom des Aletschgletschers zur Rechten.
Der Weg verläuft grösstenteils entlang der Gletscherkante, teils über felsigen Untergrund, teils über sanfte Alpwiesen. Highlights sind der Blick hinab auf die Mittelmoränen und die tiefen Gletscherspalten sowie der Abstecher Richtung Märjelensee, einem türkis schimmernden Gletschersee. Ziel ist die Fiescheralp, von wo aus die Bahn zurück ins Tal fährt.
Mit rund 9 Kilometern und etwa 3 bis 3,5 Stunden Gehzeit ist die Tour konditionell moderat, aber wegen einiger felsiger Passagen trittsicher zu begehen. Perfekt für ambitionierte Wanderer und Fotografen, die das Gletschererlebnis in seiner vollen Wucht suchen.
Rundweg um den Bettmersee
Wenn du es entspannt magst oder mit Kindern unterwegs bist, ist der Rundweg um den Bettmersee ein Genuss. Startpunkt ist das autofreie Dorf Bettmeralp. In wenigen Minuten erreichst du den idyllischen Bergsee, der von grünen Alpwiesen und der berühmten Kapelle Maria zum Schnee eingerahmt wird.
Der Weg führt gemütlich um den See herum, überwiegend eben und breit, ideal auch für Kinderwagen und ältere Wanderer. Im Sommer laden Liegewiesen zum Baden ein, denn der See ist erstaunlich mild. Rundherum spiegelt sich das Bergpanorama im ruhigen Wasser – ein Postkartenmotiv wie aus dem Bilderbuch.
Die kurze Runde dauert nur etwa 30 bis 45 Minuten, lässt sich aber wunderbar mit einer Einkehr in Bettmeralp oder einer Weiterwanderung Richtung Moosfluh verbinden. Perfekt für Familien, entspannte Genusstage und als Einstieg zum Ankommen.
Eggishorn Gipfel und Gletscherblick
Für den ultimativen Panoramablick geht es aufs Eggishorn (2869 m). Von der Fiescheralp bringt dich die Luftseilbahn in zwei Sektionen bis kurz unterhalb des Gipfels. Der kurze, aber steile Zustieg über einen gesicherten Felsweg führt zur Aussichtsplattform – und dann liegt sie vor dir: die gesamte Länge des Aletschgletschers mit Blick auf Jungfrau, Mönch und in der Ferne sogar das Matterhorn.
Wer aktiv sein möchte, wandert nicht mit der Bahn zurück, sondern steigt über den Höhenweg Richtung Fiescheralp ab. Der Weg schlängelt sich durch alpines Gelände mit fantastischen Tiefblicken auf den Märjelensee und die Gletscherzunge.
Der reine Gipfelbesuch ist auch für ungeübte Wanderer machbar, verlangt aber Schwindelfreiheit am kurzen Aufstieg. Die kombinierte Abstiegswanderung dauert rund 2 bis 3 Stunden und belohnt mit einem der grossartigsten Hochgebirgspanoramen der Schweiz.
Durch den Aletschwald zur Riederfurka
Diese Tour verbindet Natur und Geschichte auf wunderbare Weise. Von der Riederalp wanderst du sanft ansteigend zur Riederfurka, wo die historische Villa Cassel mit dem Pro Natura Zentrum thront. Von hier tauchst du in den geschützten Aletschwald ein, Heimat jahrhundertealter Arven und Lärchen.
Der Waldweg schlängelt sich entlang des Gletscherrands, immer wieder öffnen sich Fenster auf das Eis. Die knorrigen Baumveteranen, teils über 700 Jahre alt, verleihen dem Wald eine fast mystische Stimmung. Informationstafeln erklären die einzigartige Ökologie dieses Naturschutzgebiets.
Die Rundwanderung dauert je nach Variante 3 bis 4 Stunden und ist mittelschwer. Sie eignet sich hervorragend für Naturliebhaber, Familien mit älteren Kindern und alle, die das Gletschererlebnis mit ruhigen Waldpassagen kombinieren möchten. Im goldenen Herbstlicht ist diese Tour besonders zauberhaft.
Moosfluh und die Aussichtsplattform
Ein Klassiker für Geniesser: Von der Riederalp bringt dich die Sesselbahn (bzw. Gondel via Hohfluh) hinauf zur Moosfluh (2333 m). Hier steht eine der spektakulärsten Aussichtsplattformen der Region, die weit über die Gletscherkante hinausragt und einen atemberaubenden Blick auf die Gletscherzunge und den grossen Bogen des Eisstroms freigibt.
Von der Moosfluh kannst du auf verschiedenen Höhenwegen zurück zur Riederalp oder weiter Richtung Bettmeralp wandern. Der Weg führt über die sogenannte Moosfluh-Verwerfung, wo man die dynamischen Bewegungen des Gletscherrückgangs im Gelände förmlich sehen kann – ein eindrückliches Zeugnis des Klimawandels.
Die Wanderung ist mit rund 2 bis 3 Stunden gut zu bewältigen und überwiegend einfach. Sie ist ideal für alle, die einen entspannten Panoramatag suchen, gerne fotografieren und den Gletscher aus verschiedenen Perspektiven erleben möchten.
Höhenweg Bettmeralp – Riederalp – Fiescheralp
Diese Verbindungswanderung ist perfekt, um alle drei autofreien Feriendörfer der Aletsch Arena an einem Tag zu erleben. Du startest in Bettmeralp und wanderst über sanfte Höhenwege westwärts Richtung Riederalp, vorbei an Alpweiden, kleinen Kapellen und mit stetigem Blick ins Rhonetal.
Von der Riederalp geht es weiter Richtung Osten und höher hinauf zur Fiescheralp. Unterwegs passierst du typische Walliser Maiensässe, urige Alpbeizen und immer wieder Aussichtspunkte, die zum Verweilen einladen. Die Strecke lässt sich dank der Seilbahnen flexibel abkürzen, falls die Kräfte oder das Wetter nicht mitspielen.
Die gesamte Tour umfasst je nach Route etwa 12 bis 15 Kilometer und 4 bis 5 Stunden Gehzeit. Sie richtet sich an konditionsstarke Genusswanderer, die Land und Leute, Kulinarik und Panorama in einer abwechslungsreichen Etappe verbinden möchten.
Häufige Fragen
Ist die Aletsch Arena für Familien mit Kindern geeignet?
Absolut, die Aletsch Arena zählt zu den familienfreundlichsten Wanderregionen der Schweiz. Dank der autofreien Dörfer können Kinder sich sicher und frei bewegen, ohne dass Eltern ständig auf Verkehr achten müssen. Es gibt zahlreiche kinderwagentaugliche Wege, etwa den Rundweg um den Bettmersee.
Die Seilbahnen bringen Familien bequem in die Höhe, sodass anstrengende Aufstiege entfallen und mehr Zeit zum Entdecken bleibt. Spielplätze, Themenwege und der milde Badesee sorgen für Abwechslung. Viele Bergrestaurants sind auf Familien eingestellt und bieten kindgerechte Verpflegung. Kurzum: Hier langweilt sich garantiert kein kleiner Wanderer.
Kann ich mit meinem Hund in der Aletsch Arena wandern?
Ja, Hunde sind auf den Wanderwegen der Aletsch Arena willkommen und dürfen in der Regel auch in den Seilbahnen mitfahren, teils gegen ein kleines Entgelt. Die autofreien Dörfer sind für Vierbeiner ein entspanntes Terrain, da kein Verkehrslärm stört.
Beachte jedoch, dass du deinen Hund im Naturschutzgebiet Aletschwald sowie auf Alpweiden mit Weidevieh unbedingt an der Leine führen solltest, um Wildtiere und Kühe nicht zu stören. Nimm ausreichend Wasser mit, besonders an heissen Sommertagen, da nicht überall Trinkwasserstellen vorhanden sind. Auf schneefreien Höhenwegen fühlen sich die meisten Hunde pudelwohl.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern in der Aletsch Arena?
Die Hauptwandersaison erstreckt sich von etwa Mitte Juni bis Mitte Oktober, wenn die Höhenwege schneefrei und die Seilbahnen in Betrieb sind. Im Frühsommer erlebst du die volle Pracht der Alpenblumen, während der Hochsommer stabile Wetterlagen und lange Tage bietet.
Ein absoluter Geheimtipp ist der Herbst: Im September und Oktober färben sich die Lärchen goldgelb, die Luft ist klar und die Fernsicht auf den Gletscher oft überwältigend. Auch die Besucherzahlen gehen dann zurück. Prüfe vor deinem Besuch stets die aktuellen Betriebszeiten der Bergbahnen, da diese saisonal variieren können.
Wie komme ich in die autofreie Aletsch Arena?
Da die Dörfer Riederalp, Bettmeralp und Fiescheralp autofrei sind, lässt du dein Auto in einem der Parkhäuser in den Talstationen Mörel, Betten Talstation oder Fiesch. Von dort bringen dich moderne Luftseilbahnen und Gondeln bequem in wenige Minuten hinauf.
Besonders angenehm ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Die Talorte liegen an der Bahnlinie im Rhonetal und sind gut mit dem Zug erreichbar. Von der Bergstation aus gelangst du mit kleinen Elektrofahrzeugen oder zu Fuss zu deiner Unterkunft. Diese autofreie Ruhe ist ein echtes Highlight und macht das Ankommen fast schon zu einem Erlebnis für sich.
Brauche ich Bergerfahrung für die Wanderungen?
Das hängt ganz von der gewählten Tour ab. Für die vielen einfachen Höhenwege und Seerundwege benötigst du keinerlei Bergerfahrung – gutes Schuhwerk und normale Kondition genügen. Diese Wege sind breit, gut markiert und meist wenig steil.
Anspruchsvollere Touren wie der Aufstieg zum Eggishorn-Gipfel oder alpine Gratpassagen verlangen dagegen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Für eine Wanderung auf dem Gletscher selbst solltest du unbedingt einen ausgebildeten Bergführer engagieren, da Gletscherspalten lebensgefährlich sein können. Grundsätzlich gilt: Für jedes Level ist etwas dabei, und die Wegweiser geben verlässlich Auskunft über die Schwierigkeit.
Kann ich den Aletschgletscher auch betreten?
Den Gletscher selbst solltest du niemals eigenständig betreten, da die zahlreichen, oft von Schnee überdeckten Gletscherspalten extrem gefährlich sind. Die Aussicht auf das Eis geniesst du am besten von den sicheren Panoramawegen und Aussichtsplattformen an Eggishorn, Bettmerhorn und Moosfluh.
Wer den Reiz des Eises hautnah erleben möchte, kann geführte Gletscherwanderungen mit erfahrenen Bergführern buchen. Diese sind entsprechend ausgerüstet mit Seil, Steigeisen und Wissen über die aktuellen Bedingungen. So kannst du gefahrlos über den ewigen Firn schreiten und die Gletscherwelt mit ihren Spalten und Strukturen aus nächster Nähe entdecken. Ein unvergessliches Abenteuer.
Gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten?
Ja, die Aletsch Arena ist bestens mit Bergrestaurants, Alpbeizen und Hütten versorgt. Auf nahezu jeder beliebten Tour findest du eine gemütliche Einkehr, sei es an den Bergstationen der Seilbahnen oder auf den bewirtschafteten Alpen entlang der Wege.
Dort erwarten dich Walliser Spezialitäten wie Raclette, Trockenfleisch, Cholera oder eine herzhafte Suppe. Ein Glas Fendant und die Aussicht auf den Gletscher runden die Pause perfekt ab. Auf abgelegeneren, alpinen Routen solltest du dennoch stets ausreichend Proviant und Wasser mitnehmen, da nicht jeder Weg an einer Hütte vorbeiführt. Die Preise sind bergtypisch, aber die Qualität und das Panorama entschädigen dafür allemal.
Wie lange dauert eine typische Wanderung?
Das ist sehr flexibel und einer der grossen Vorteile der Region. Dank des dichten Seilbahnnetzes kannst du deine Tour genau nach deinen Wünschen und Kräften gestalten. Kurze Genusswanderungen wie der Bettmersee-Rundweg dauern nur 30 bis 45 Minuten.
Beliebte Halbtagestouren wie der Aletsch Panoramaweg oder der Weg durch den Aletschwald nehmen etwa 3 bis 4 Stunden in Anspruch. Wer eine ausgedehnte Ganztagestour über mehrere Dörfer plant, ist gut 4 bis 6 Stunden unterwegs. Da du jederzeit eine Bergbahn zum Abkürzen nutzen kannst, lässt sich fast jede Tour individuell verlängern oder verkürzen.
Ist die Region auch bei schlechtem Wetter einen Besuch wert?
Bei stabilem Schönwetter kommt die Aletsch Arena natürlich am besten zur Geltung, denn die Fernsicht auf den Gletscher ist das Herzstück des Erlebnisses. Bei Nebel oder tiefhängenden Wolken bleibt der berühmte Ausblick leider oft verborgen.
Doch auch bei durchwachsenem Wetter gibt es Alternativen: Ein Spaziergang durch den mystisch nebelverhangenen Aletschwald hat seinen ganz eigenen Reiz, und das Pro Natura Zentrum in der Villa Cassel bietet spannende Einblicke in die Naturgeschichte der Region. Zudem laden die gemütlichen Dörfer mit ihren Restaurants zum Verweilen ein. Prüfe unbedingt die Wetterprognose und die Webcams, bevor du zu einer aussichtsorientierten Tour aufbrichst.
Was sollte ich in den Wanderrucksack packen?
Für einen entspannten Wandertag in der Aletsch Arena gehören feste, knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil an erste Stelle, besonders für die felsigeren Höhenwege. Da das Wetter im Gebirge schnell umschlagen kann, sind eine wind- und regenfeste Jacke sowie eine warme Zwischenschicht wichtig, selbst im Hochsommer.
Denk unbedingt an Sonnenschutz: Sonnencreme, Sonnenbrille und Kopfbedeckung sind auf über 2000 Metern und in Gletschernähe unverzichtbar, da die UV-Strahlung intensiv ist. Ausreichend Wasser, ein kleiner Snack, eine Wanderkarte oder App sowie eventuell Wanderstöcke für längere Abstiege runden die Ausrüstung ab. So bist du für alle Eventualitäten bestens gerüstet.
Gibt es geführte Wanderungen in der Aletsch Arena?
Ja, die Region bietet ein vielfältiges Angebot an geführten Touren, die sich lohnen. Besonders empfehlenswert sind die geführten Gletscherwanderungen mit staatlich geprüften Bergführern, die dich sicher über das Eis begleiten und viel über die Entstehung und Dynamik des Gletschers erzählen.
Darüber hinaus gibt es geführte Naturwanderungen, etwa durch den Aletschwald mit Fokus auf Flora und Fauna, sowie thematische Exkursionen zum Klimawandel und zum UNESCO-Welterbe. Diese Angebote sind ideal, wenn du die Region mit Hintergrundwissen erleben und gleichzeitig sicher unterwegs sein möchtest. Informationen und Buchungen erhältst du bei den Tourismusbüros vor Ort oder online.
Wie hoch liegen die Wanderwege und wird mir schwindlig?
Die Wanderwege der Aletsch Arena bewegen sich überwiegend zwischen etwa 1900 und 2900 Metern über Meer. Der höchste Aussichtspunkt ist das Eggishorn mit 2869 Metern. In diesen Höhenlagen ist die Luft dünner, was ungeübte Wanderer schneller ausser Atem bringen kann.
Die meisten Menschen vertragen diese Höhen gut, dennoch solltest du es an den ersten Tagen ruhiger angehen lassen und deinem Körper Zeit zur Akklimatisierung geben. Trinke ausreichend und gönne dir Pausen. Wer empfindlich auf Höhe reagiert oder gesundheitliche Vorbelastungen hat, sollte dies berücksichtigen. Für die allermeisten Besucher ist die Höhe jedoch problemlos und der Panoramagenuss überwiegt bei Weitem.